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Raket Ones Schulaktion

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Ja, das Weihnachtsfest, das immer näher rückt, treibt manchmal seltsame Blüten. Zum Beispiel die Schulaktion des sich selbst als "experimentell" einstufenden Rappers Raket One aus Frankfurt/Oder.

Dieser startete gestern folgende Aktion: Bis zum 23. Dezember um 18 Uhr hat jede Schule in Deutschland die Gelegenheit, ein Konzert des "verpeilten" (ebenfalls Selbsteinschätzung) Rappers zu gewinnen, und zwar nicht irgendwann, sondern just zum Tag der Zeugnisvergabe. Hurra, hurra, die Schule brennt!

Dafür brauchen die Teilnehmer nicht viel mehr zu machen, als das Video "Schule" von Raket One auf ihrem Facebook-Profil zu teilen und den Namen ihrer Stadt sowie ihrer Schule auf Rakets Pinnwand zu posten.

Das fragliche Video könnt ihr hier schon mal begutachten, um abzuschätzen, ob ihr diesen Typen gern bei der feierlichen Übergabe eurer Zeugnisse dabeihaben wollt:
 

DCS-Comeback bisschen später

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Bereits im Oktober wurde überraschend bekanntgegeben, dass die Jungs von Die Coolen Säue alias DCS im Januar ihr erstes gemeinsames Album seit 12 Jahren veröffentlichen werden (rap.de berichtete).

Ursprünglich war der 13. Januar angedacht, nun wird "Silber" zwei Wochen später, also am 27. Januar erscheinen.

Im rap.de-Interview erklärten Shivv und Kallis, vor welche organisatorischen Herausforderungen sie die Aufnahmen zu "Silber" gestellt haben: "Ich musste mehr oder weniger meinen Jahrsurlaub investieren in verlängerte Wochenenden in Köln, die Jungs haben das Studio organisiert. Also Freitagabends nach Köln, direkt in die Butze und dann bis Montagfrüh gemacht und wieder zurück nach Berlin", erklärte Kallis. "Bei unserem vorletzten Album, "Ungesund und teuer", waren wir acht Monate lang im Studio und haben uns da gesuhlt", erinnerte sich Shivv."Dieses Mal haben wir uns extrem vorbereitet. Wir haben unsere Dropboxen vollgepackt, haben uns gemailt wie die Geistesgestörten."

Das Ziel sei es dabei nicht gewesen, irgendetwas zurückzuholen oder zu -bringen. "Uns war klar, wir wollen kein Rap über Rap-Album machen, sondern eine authentische Rap-Platte, die unser Leben, so wie es derzeit ist, widerspiegelt." Ein Leben als Anwalt (Shivv) bzw. werbetexter (Kallis). Gegen die Bezeichnung 'Erwachsenen-Rap' wehren sie sich nicht, legen aber Wert darauf, deswegen noch lange nicht zum sprichwörtlichen alten Eisen zu gehören. "Es ist insofern Erwachsenen-Rap, als dass es Rap von Erwachsenen ist. Ich würde aber nicht behaupten, dass es deshalb nicht für Jugendliche interessant wäre."

Das vollständige Interview mit DCS wird Anfang Januar auf rap.de erscheinen. Bis dahin gibt es schon mal die Trackliste inklusive Features von "Silber" sowie das erste Video "Was du siehst".
 

 
1. Guten Morgen (Prod. Crada)
2. Was du siehst (Prod. DJ Adlib)
3. Wie war das noch mal 2012 feat. Sido (Prod. Roe Beardie)
4. In die Welt (Prod. Crada)
5. Weiter (Prod. DJ Adlib)
6. Bis ich dich finde (Prod. Peer Formance, add. Vocals von Brixx)
7. Les Miserables (Prod. Peer Formance)
8. Nachtfrost (Prod. Peer Formance & Roe Beardie)
9. Jetzt Interlude (Prod. DJ Lifeforce)
10. Eins (prod. Crada, add. Horns von TiL Schneider)
11. Soundtrack (Prod. Peer Formance)
12. Zwischending (Prod. Peer Formance)
13. Sex im Alter feat. Olli Banjo (Prod. Roe Beardie)
14. Laufen Lassen (Prod. DJ Adlib)
15. ZuZu (Prod. DJ Lifeforce)
16. Er (Prod. DJ Lifeforce)
17. Silber (Prod. Peer Formance, Vocals von John Brown
 
 

Saad: Versöhnung mit Jan Delay?

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Baba Saad hat kürzlich die Veröffentlichung alter Songs auf einem "Abgelehnt" betitelten Album angekündigt. Das gute Stück, auf dem Songs sein werden, die zwischen 2005 und 2009 entstanden sind, ist inzwischen vorbestellbar und hat auch schon ein Cover.

Im Gespräch mit rap.de erklärte Saad, dass ihn die alten Tracks für sein nächstes Projekt nachhaltig inspiriert hätten. "Das 'Abgelehnt'-Album hat mich inspiriert, mich wieder auf meine alten Stärken zu besinnen", erklärte er. Das Feeling von damals könne man durchaus in die heutige Zeit übertragen. "Das geht schon. Aber da muss ich mir ehrlich gesagt ein bisschen mehr Mühe geben als früher. Das gewisse Feeling muss man erst hinbekommen." Das nächste Album soll aber erst Ende nächsten Jahres erscheinen.

Baba Saad wäre aber nicht Baba Saad, wenn er nicht noch irgendeine Überraschung parat gehabt hätte. So kündigte der bekennende Werder-Bremen-Fan und Thomas-Schaaf-Kritiker an, sich mit einem anderen prominenten Unterstützer des grün-weißen Fußballvereins aussöhnen zu wollen. Die Rede ist von einem gewissen Hamburger Rapper. "Ich will mich gern mit Jan Delay vertragen", erklärte Saad in einer schönen Geste vorweihnachtlicher Versöhnlichkeit.

Die Planungen sind auch schon recht weit fortgeschritten, wie Saad weiter verriet. "Ich werde ihm beim nächsten Interview in Hamburg die Hand reichen – wenn er denn will." Der Grund seines Sinneswandels sei aber nicht nur die gemeinsame Vorliebe für die Weser-Kicker. "Ich habe ja mitbekommen, der ist Werder-Fan. Ganz ehrlich, der ist zwar auch Hamburger, aber der ist nicht so schwul wie Samy. Der hat auch coole Sachen, ich habe mir das mal angehört, der ist ganz cool. Der Jan Delay, der ist echt cool. Auch seine Aktion neulich, wo er gesagt hat, ladet ruhig runter, aber nur bei uns Gutverdienern. Das fand ich cool.

Solchen Leuten muss man auch Respekt zollen. Dem Jan reiche ich die Hand, der Jan ist cool. Da muss man von alten Äußerungen auch mal zurücktreten. Der Jan Delay, mein Freund. Friend on mind", grinste der Bremer. Anscheinend erfreut sich Jan Delay einer wachsenden Beliebtheit unter Straßenrrappern – erst gestern war bekannt geworden, dass auf dem neuen Haftbefehl-Album "Kanackis" ein Feature des Hamburgers sein soll – rap.de berichtete.

Das ganze Interview mit Saad, wo er weitere Details über "Abgelehnt" verrät und ankündigt, wann er sein ominöses neues Signing bekanntgibt und was er auf seiner "Ein Halunke auf Beute-Tour" so alles vorhat, folgt demnächst auf rap.de.

Blutzbrüdaz-Premiere in Berlin

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Gestern feierte Sidos autobiographisch angehauchte Hiphop-Komödie "Blutzbrüdaz" Premiere. Natürlich standesgemäß mitten in Berlin, im Cinestar am Potsdamer Platz.
 
Gegen halb acht trafen die ersten Stars und Sternchen auf dem roten Teppich ein. Darunter so illustre Gestalten wie Oliver Pocher, Tony D, Kurt Krömer, Die Atzen, Alpa Gun, Bürger Lars Dietrich, Marcus Staiger, Elias M'Barek, MoTrip, Grüne Medizin, Hammer & Zirkel, DJ Desue und Liquit Walker – um nur einige der vielen zu nennen.
 
Um allen geladenen Gästen Platz zu bieten, wurde der Film gleich in zwei Sälen parallel gezeigt. Im Saal 8 hatten Sido samt Familie und B-Tight es sich ganz hinten gemütlich gemacht. Ein Vertreter der Produktionsfirma Constantin begrüßte das Publikum, dann wurde es auch schon dunkel – Film ab.
 
Eine ausführliche Filmbesprechung von "Blutzbrüdaz" sparen wir uns an dieser Stelle, die folgt in den nächsten Tagen. Nur so viel: Das Publikum, freilich alles Freunde und Geschäftspartner von Sido, reagierte sehr dankbar und honorierte die vielen witzigen Szenen mit ausgiebigem Gelächter. Playboy51 ließ es sich nicht nehmen, immer wieder lautstarke Kommentare abzugeben oder auch mal mitzusingen. Die Atmosphäre im Saal war keineswegs verkrampft oder angespannt, sondern im Gegenteil sehr locker und gelöst.
 
Nach knapp 90 Minuten war der Spaß vorbei. Das komplette Team inklusive aller anwesenden Schauspieler ließ sich auf der Bühne feiern, Sido überreichte seiner sichtlich gerührten Mutter einen großen Blumenstrauß – der bewegende Abschluss einer würdigen Feier. Anschließend wurde im Asphalt noch kräftig weiter gefeiert.

Thomas D?

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Waren die Fantastischen Vier HipHop? Und wenn ja, warum doch nicht? Egal. Die Diskussion interessiert heute keinen mehr. Kommerzieller Erfolg bzw. dessen offensives Anstreben, für das die Fantas seinerzeit verteufelt wurden, ist auch im Rap längst normal geworden. Eine Zeit lang wurde die Maxime "Erfolg um jeden Preis" sogar beinahe zur alleinigen Begründung, das Mikrofon zu ergreifen. Diese Phase ist jedoch mittlerweile überwunden, wir befinden uns quasi im postmaterialistischen Rap-Zeitalter.

Angesichts dieser Entwicklungen kann man schon mal nachsehen, was die einst geschmähten und gedissten heute so treiben. Thomas D  zum Beispiel, der seit einigen Jahren in einer Landkommune in der Eifel lebt, wird ab Januar die Fernsehshow "Unser Star in Baku" moderieren. Dort soll der deutsche Kandidat für den Eurovision Songcontest.

In einem Interview mit der "Freien Presse" erklärte er, welche Rolle die Fanta Vier aus seiner Sicht gespielt haben. "Wir haben den deutschen Hip-Hop für die breite Masse geöffnet."

Was viele heute gar nicht mehr wissen: Die Fantastischen Vier waren der erste HipHop-Act, der einen Song auf dem Index hatte. 1993 wurde ihr Song "Frohes Fest" indiziert. "Gegen das, was mittlerweile in Liedern so von sich gegeben wird, klingt "Frohes Fest" wirklich harmlos" kommentiere Thomas D. "Aber damals war die Behörde noch schärfer. Wir haben nicht groß widersprochen, es war ja auch cool, wenigstens einen Song auf dem Index zu haben."

Auch zur Gangsta-Rap-Ära äußerte sich Thomas D und zeigte sich dabei durchaus verständnisvoll. Verbote (wie sie jüngst erst wieder im Zusammenhang mit Kollegah und Trailerpark gefordert wurden – rap.de berichtete hier, hier und hier) seien nicht der richtige Umgang damit. "Sie berichten aus einem Leben, das sie teilweise selbst führen, sie sind also authentisch. Sie sprechen die Sprache der perspektivlosen Jugend. Das hat eine Daseinsberechtigung. Ich persönlich muss sie nicht gut finden, aber ich würde sie nicht verbieten."

In die Zukunft schaute er allerdings wenig optimistisch: "Die große Zeit des HipHop ist eh vorbei. Bushido ist zwar der Star der Szene, aber die Verkaufszahlen von heute sind gering. Ob der Gangster-Rap dazu beigetragen hat oder ob er diese Musik eher eine Zeitlang oben gehalten hat, kann ich nicht sagen." Na, was das mit der großen Zeit, die angeblich vorbei sein soll, angeht, sind zumindest Zweifel erlaubt…

Nas/DJ Premier-Album kommt

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Alle, die „Illmatic“ immer noch für Nas‚ bestes Album halten und vieles, was danach kam, für Teufelszeug halten, können aufatmen. Das seit einigen Jahren bereits angedachte gemeinsame Album von Nas mit DJ Premier ist anscheinend bereits in Arbeit.

Das nämlich verriet DJ Premier, der erst kürzlich mit seiner ersten Zusammenarbeit mit Slick Rick für Aufsehen, wo nicht helle Begeisterung sorgte, in einem Interview mit Hard Knock TV. Zwar werde Nas vorher noch andere Projekte veröffentlichen, aber er habe Nas schon Beats geschickt. Und selbst wenn aus denen noch nichts würde, das gemeinsame Album werde auf jeden Fall kommen, da gebe es keinen Zweifel, das sei abgesprochen. „I submitted some tracks, so hopefully those will work, but if not, he and I are still going to do the Nas/Premier album. But he has other albums that come before, but we’re still going to do it, we’ve spoken about it.

Es sei immer ein großer Spaß, mit Nas zu arbeiten, erklärte er weiter, da gebe es keine Schwierigkeiten, weil der Vibe einfach stimme. „[With] Nas, it’s always fun to work with him because we have a formula and vibe that already works. It’s not difficult. It’s like seeing a long lost cousin like, ‚Damn, I ain’t seen you in years. Let’s get back to what we used to do.‚“

Die Idee zu einem Nas/Premo-Album ist schon etwas älter. Wie Premier dem Scratch-Magazin verriet, kam Nas bereits 2006 auf ihn zu. Naja, man kennt das ja, was lange währt…

Das Interview mit DJ Premier seht ihr hier:

Olson: Nicht mehr rough

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Sein Name fehlt in keinem ernstzunehmenden Jahresrückblick, wenn es um die Newcomer 2011 geht: Olson, der auf den Zusatz "Rough" mittlerweile verzichtet.

Heute ist bei den Kollegen von hiphop.de seine neue EP "40213" erschienen. Im Interview mit rap.de erzählte der Düsseldorfer, was ihn in seiner Frühphase inspirierte und nannte dabei die üblichen Verdächtigen. "Zuerst war ich total angefixt von Savas, dann war ich auch ein sehr, sehr großer Beatfabrik-Fan. Ich habe aber auch so Sachen wie “Carlo Cokx Nutten“ total gefeiert, das war auch großartig", erklärte Olson.

Von Rap hören zu Rap machen war es dann kein allzugroßer Schritt, so Olson weiter. "Ich war nie ein großer Sportler, war auch nie besonders gut in der Schule, weil ich immer total dieses Rapding im Kopf hatte."

Auch zu seinem gepflegten äußeren Erscheinungsbild, das immer wieder Anlass zu manch spöttischer Bemerkung gab, äußerte sich der Düsseldorfer. "An den Federn erkennt man einen Vogel. Eitelkeit spielt schon eine Rolle. Aber das ist ja auch vertretbar beim modernen Mann."

Was Olson außerdem zu Themen wie der Trennung von Freunde von Niemand, seinem kommenden Album, seine Neuauftstellung in geschäftlicher Hinsicht, einer Sonderausgabe der GQ über ihn, seine Hartnäckigkeit, seinen Style, sein Studium und der melancholischen Seite des Partylebens zu erzählen hat, erfahrt ihr im ausführlichen Olson-Interview, das morgen auf rap.de erscheint.

Haftbefehl: Jan Delay-Feature

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Neben Nate57 fällt immer wieder sein Name, wenn es um die Zukunft von deutschem Straßenrap geht. Sein Album "Kanackis", das im Februar erscheinen soll, wird von vielen bereits heiß herbeigesehnt.

Und zu eben jenem Album gab Haftbefehl kürzlich in einem Videointerview mit RapRhymezTV ein paar neue Informationen preis. So kündigte er offenbar allen Ernstes ein Jan Delay-Feature an. Jedenfalls verzog der Offenbacher mit der markanten Physiognomie keine Miene, als er den Hamburger neben erwartbaren Namen wie Farid Bang, Sido und Kay One.

Als Produzenten von "Kanackis" nannte er u.a. M3 & Noyd und Benny Blanco. M3 & Noyd hätten außerdem das komplette Celo & Abdi-Album produziert, verriet er. Mit den beiden Hamburgern sei noch mehr geplant, für 2012 plane man einen Azzlack-Sampler mit den beiden Produzenten.

Zur aktuellen Labelsituation der Azzlackz erklärte Haftbefehl "Wir haben auf jeden Fall ein paar Major-Angebote. Wir kucken mal, was die Wichser uns geben. Also, meine Seele verkaufe ich nicht für 100.000 Euro. Die sollen mal eine halbe Million auf den Tisch legen, dann überlege ich es mir zweimal.
 
Das ganze Interview seht ihr hier.

Das Cover von "Kanackis" sieht übrigens so aus:
 

 

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