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Farid Bang – Der letzte Blog deines Lebens

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Farid Bang, dessen neues Album "Der letzte Tag deines Lebens" am 27. Januar erscheinen wird, mit dem ersten Teil seiner neuen Videoblog-Reihe "Der letzte Blog deines Lebens". Farid spielt Fußball und führt eine äußerst amüsante Konversation mit einer etwas, naja, verpeilten jungen "Dame"…
 

Azad – Videoansage zu „Nebel“

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Azad in einer ersten Videoansage über sein neues Album "Nebel" und das für 2013 angekündigte "Leben 2":

Tricks – Weck Mich Auf

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Tricks bestehen aus Sticky Rick und TS alias T-Shark und kommen aus Rheinland-Pfalz. rap.de präsentiert euch exklusiv den Track "Weck mich auf", den niemand anderes als PCP produziert hat. Hier geht es außerdem zum Download ihrer EP "Rap Ist Tot". Alles weitere erzählen euch die beiden Jungs am besten selbst.
rap.de: Bitte die Basics. Wann habt ihr angefangen? Und warum?
 
Sticky: Angefangen hat alles im Jahr 2000. Geprägt durch die HipHop-Szene der 90er in Deutschland und den Staaten bestanden unsere ersten Gehversuche aus Freestyle-Sessions und Tapedeck-Recorder Aufnahmen. In den ersten Jahren waren wir und ein paar Holmes noch unter dem Namen SA4 bekannt, jedoch entschieden TS und ich unser eigenes Ding zu starten und Tricks wurde geboren.
 
TS: In 2003 trafen wir dann PCP, unseren langjährigen Mitstreiter und Produzenten, und schnell entstanden die ersten Songs mit Hand und Fuß. Seitdem arbeiten wir regelmäßig zusammen an neuen Tracks und über die Jahre haben wir unseren eigenen, energievollen Sound entwickelt.
 
 
rap.de:  Aus welcher Ecke Deutschland kommt ihr denn überhaupt?
 
Sticky: Ursprünglich komme ich aus dem Saarland. Meine Eltern sind jedoch vor 15 Jahren in die Nähe von Koblenz gezogen. Ende '99 habe ich dann TS kennengelernt und seit dem sind zwei Homies auf der Reise!
 
TS: Ich bin auch zugezogen. Die längste Zeit habe ich in Lindler/NRW gelebt. Nach dem Umzug meiner Mom nach Mayen, eine kleine Stadt in der Nähe von Koblenz, bin ich letztendlich nachgezogen. Mittlerweile wohnen wir beide in Koblenz. Hier geht halt in Sachen HipHop nicht sonderlich viel. Dadurch hat man's halt auch recht schwer, wenn man wirklich was mit Rap erreichen möchte. Auf der anderen Seite wirkt diese Isolation allerdings auch förderlich auf die Entwicklung des eigenen Sounds und Style.
 
rap.de: Wo seht ihr euch in dieser Rapszene? Und wie seht ihr deren Entwicklung im Moment?
 
TS: Ehrlich gesagt hören wir kaum deutschsprachigen Rap. Hin und wieder checkt man mal was Neues um auf dem Laufenden zu bleiben, aber meistens wird man dann doch nur enttäuscht. Entweder ist es mal wieder ein Savas-Biter, der mit seinem technisch versierten Gespitte jegliche Musikalität erstickt, ein depressiver Rapper, der mit einer verstellten Stimme irgendwelche oberflächliche Scheiße über einen kitschigen Piano-Beat rappt oder  doch nur der nächste Straßen-Rapper, der dasselbe wie einer seiner unzähligen Vorgängern zu erzählen hat und nur dank standardisiertem Flow den Takt trifft. Immer die gleichen Beats, immer die gleichen Geschichten.
 
Sticky: Der Rapszene fehlt irgendwie die Energie, der Spirit. Früher wurde der Shit noch gefeiert bis du am Ende einer Show wie der Rapper selbst keine Stimme mehr rausbekommen hast oder der Rapper selbst um Ruhe bat. Das ist wirklich mal bei einem Jeru the Damaja-Gig passiert. Wir sind so abgegangen, dass Jeru uns gebeten hat, etwas ruhiger zu sein! Der dachte wohl, dass wir total betrunken sind, dabei haben wir einfach nur die Musik gefühlt. TS: Wir für unseren Teil machen einfach unser eigenes Ding unabhängig von irgendwelchen Trends oder Standards. Vor kurzem haben wir eine EP namens "Rap Ist Tot" im Netz veröffentlicht. Der Titel spiegelt ja schon unsere Meinung zur momentanen Rapszene wieder. Die EP ist quasi innerhalb von zwei Wochen entstanden. PCP hat die Beats in unserer Anwesenheit gemacht und sich auch um den Sound gekümmert. Für uns ist Mixing und Mastering genau so Teil des kreativen Prozesses wie Texten oder Produzieren. Der Sound muss halt pumpen und klatschen. Ich denke, dass ist auch ein Punkt, in dem wir uns von vielen anderen Künstlern unterscheiden.
 
Sticky: Rapmäßig versuchen wir uns einfach vom Gefühl, dass der Beat uns gibt, leiten zu lassen. Ich denke, dass momentan sich viele andere Rapper zu sehr auf Technik verkrampfen, so dass das Gefühl, was ja eigentlich die Musik ausmacht, auf der Strecke bleibt und dann wirkt's halt meistens recht unnatürlich. Inhaltlich befassen wir uns in unseren Texte mit Dingen, die in unseren Köpfen rumschwirren. Diese Inhalte verpacken wir dann lyrisch, wodurch unsere Texte oftmals falsch verstanden werden, z.B. so Songs wie "AK 47" von der "Rap Ist Tot"-EP. Man muss halt mehrmals rein hören, um die Aussage zu checken.
 
rap.de: Was wollt ihr mit Rap erreichen? Und wen?
 
Sticky: Uns ist in erster Linie wichtig, gute Musik zu machen. Dabei ist wichtig, seine Skills kreativ und originell einzusetzen, damit richtige Songs entstehen können. Das funktioniert für uns im Team mit PCP am besten. Das nächste Ziel sind dann volle Arenen, volle Geldbörsen und kreischende Groupies…naja. Zunächst einmal wollen wir festen Fuß in der Szene fassen und den Leuten zeigen wer wir sind und was wir können… am Ende des Tages hoffen wir, dass ihnen unser Shit gefällt und wir unseren Teil zu der deutschen Rapszene beitragen dürfen.
 
TS: Wir wollen möglichst viele Leute erreichen, egal ob derjenige täglich Hip-Hop hört oder eigentlich mit Rap nichts anfangen kann. Die Reaktionen von Hip-Hop Heads zur "Rap Ist Tot" EP bis dato gingen oft in die Richtung "endlich wieder guter Hip-Hop aus Deutschland", erstaunlicherweise gab es aber auch viel positives Feedback von Leuten, die nicht so auf Rap stehen, die jedoch vielleicht durch die EP eine andere Sicht auf Hip-Hop gewinnen konnten. Beides ist cool! Insbesondere konnten sich viele mit dem Song "Alles Was Mal War" identifizieren. Mag wohl auch an der Gitarre liegen…
 
rap.de: Was bedeutet Rap allgemein in eurem Leben? Was oder wer wärt ihr ohne Rap?
 
Sticky: Im Endeffekt ist Rap für uns eine Form der Selbstverwirklichung. Mit der Musik kann ich den Leuten zeigen, wer ich bin. Ich kann zeigen, was ich kann und Menschen durch meine Musik in bestimmten Lebenslagen unterstützen, wie es Musik bei mir selbst schon oft geschafft hat. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass HipHop meine Jugend bestimmt und mein Leben geprägt hat.
 
TS: Was Rap für mich bedeutet? Ich mach's kurz: Alles! Ich bin froh dass Gott diese Musik geschaffen hat, sonst wäre ich wahrscheinlich schon bei ihm.
 
rap.de: Was darf man von euch in nächster Zeit so erwarten?
 
TS: Wie schon erwähnt ist seit kurzem unsere neue EP "Rap Ist Tot" kostenlos erhältlich. Auf www.tricks-rap.com könnt ihr diese anhören und downloaden, um herauszufinden, worum es bei Tricks geht. In der nächsten Zeit wollen wir auf jeden Fall die EP weiter pushen und auch möglichst viele Gigs spielen. Des weiteren arbeiten wir gerade mit PCP an unserem Debut Album.
 
Sticky: Auf unserer Webseite könnt ihr auch über Facebook und andere Social Networks mit uns in Kontakt treten und eure Meinung mitteilen. Wir freuen uns über jegliches Feedback. Wenn euch unser Scheiß gefällt, dann erzählt euren Kollegen von der "Rap Ist Tot"-EP. Peace.

Maeckes

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Ob angebliche Menschenfeinde, graue Kleinstädte oder Haftbefehl: Im Grunde hat doch alles seine guten Seiten. Obwohl in musikalischer Hinsicht eher melancholisch unterwegs, hat man von dem Orsons-Mitglied Maeckes einen sehr harmonischen Eindruck, nachdem man ihn im Stuttgarter Rocker-Gebäude getroffen hat. Für ein Gespräch über sein jüngstes Werk “Manx“, die Arbeit mit den Orsons, den gegenwärtigen Rap-Hype und vieles mehr. In besagtem Gebäude am Stuttgarter Bahnhof hat der Chimperator-Schützling, ähnlich wie andere Stuttgarter Künstler, die Möglichkeit, sich einen kleinen Spielplatz, wie er es nennt, einzurichten, samt Aufnahmeecke, Mikrophon und was das Herz begehrt. Dass im Zuge der Umbauarbeiten für Stuttgart 21 wieder von der Location Abschied genommen werden muss, stört ihn nur wenig: Denn mit einem Ort ist es schließlich wie mit einer Frau…

Maeckes: Wenn’s die Liebe deines Lebens ist, bleib da, werde glücklich. Und wenn nicht, dann musst du halt weiterziehen.

rap.de: Für ein Provisorium ist das aber doch ganz schön eingerichtet.

Maeckes: Ach, manche Räume sind noch viel besser eingerichtet. Wir haben uns hier ja bloß ein paar Stühle und einen Schreibtisch reingestellt und ‘ne Aufnahmeecke gebaut.

rap.de: Du bist anscheinend ein bisschen nomadisch, wa?

Maeckes: Im Herzen ja. Aber eigentlich bin ich sehr viel hier in Stuttgart. Ich hab aber auch mal ein dreiviertel Jahr in Wien gewohnt, einfach nur, weil ich von hier wegwollte.
Damals hab ich den Song “Ich muss gehen“ geschrieben, der auf “Null“ dann erschienen ist, so eine seltsame Skizze in der ich seltsam schief singe. Erst während des Schreibens des Songs ist mir klar geworden, dass ich weg musste. Ich hab dann alle Schnüre gekappt und bin nach Wien gegangen, ohne Plan oder Aufgabe.

Rap.de: Als Berufskünstler hat dich hier in Stuttgart ja auch nichts gehalten.

Maeckes: Ja. Außerdem, in Zeiten des Internets kannst du ja überall wohnen, meinetwegen auch am Nordpol. Songs schreiben kann ich überall, nur für Auftritte müsste man mich dann einfliegen (grinst).

rap.de: Du bist also keiner, der in der hiesigen Rapszene so verbreiteten Internet-Hater. Meinst du nicht, wie manche deiner Kollegen, dass du ohne Musiktauschbörsen, drei.to etc. mehr Geld verdienen würdest?

Maeckes: Wer weiß es?! Guck mal, wenn man so spezielle, nerdige Musik macht wie ich, weiß ich nicht, ob das Internet mehr Freund oder Feind ist. Vor kurzem hab ich mit JAW darüber gesprochen. Der erzählte mir, dass er früher auf Freiburger Jams total der Außenseiter war, weil da im Gegensatz zu ihm alle so normalen HipHop gemacht haben. Und wenn man Musik für Misanthropen macht, für Leute die selten das Haus verlassen: Wie sollen die auf seine Musik stoßen,  wenn nicht übers Internet? Klar, die Leute, die auf jedes Konzert gehen und mit allen möglichen Menschen quatschen, kriegen das auch so mit. Aber die einsamen und verlorenen Seelen werden übers Internet gefüttert.

rap.de: Apropos JAW. Du hast ihn kürzlich einen “der letzten Humanisten unserer Tage“ genannt. Wie meinst du das?

Maeckes: Er wird ja als der krasse Menschenfeind dargestellt, aber wenn du das Album durchhörst, merkst du, dass an sehr vielen Ecken und Enden die Hoffnung aufkommt. Zum Beispiel durch Humor.. Ich glaube, er zeigt nur auf, wie behindert der Mensch ist, aus Hoffnung, dass er besser wird. Das macht ihn zum Humanisten. Er hat einen richtigen Wertekatalog in seinen Liedern, er ist im Endeffekt für den Menschen. Er zeigt es bloß an negativen Beispielen.

Vasee über seine Pilgerreise

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Von Reutlingen bis Venedig zu Fuß – was bringt einen Mann dazu, diese beschwerliche Reise auf sich zu nehmen? Sänger Vasee, bekannt durch seine Aktivitäten im Zusammenhang mit den Orsons, besonders Tua, mit dem er Ende 2010 das famose gemeinsame Album "Evigila" veröffentlichte, von dem soeben ein Remix-Album zum kostenlosen Download erschienen ist – Vasee jedenfalls hat es getan. Er hat zu Fuß die Alpen überquert. Warum er das getan hat, was er dabei erlebt und erfahren hat und wie ihn diese Reise zu sich selbst verändert hat, erzählt er im rap.de-Interview.

rap.de: Wann hast du die Idee zu der Reise gehabt?

Vasee: Also, der ausschlaggebende Punkt war, dass ich drei Jahre lang unterwegs war und die ganzen Touren gemacht habe. Ich war mit Tua und den Orsons unterwegs. Dann haben wir unser "Evigila"-Album herausgebracht, das war auch ziemlich anstrengend. Zu guter letzt habe ich mich sowas von ausgebrannt gefühlt, innerlich total lustlos. Also habe ich gesagt, okay, ich brauche eine kreative Pause, um mich wiederzufinden. Aus dem Gedanken heraus ist mir die Idee gekommen, eine kleine Pilgerreise zu machen. Im Fernsehen habe ich einen Typen gesehen, der so etwas ähnliches gemacht hat. Das hat mir den Impuls gegeben. Letzten Endes hatte ich aber gar keine Ahnung, was mich da erwarten würde. Ich habe früher zwar auch schon so ähnliche Sachen gemacht, aber nicht in diesem Ausmaß.

rap.de: Was heißt ähnliche Sachen?

Vasee: Ich war schon 2001 für drei Monate in Italien, ohne Geld. Ein Selbstexperiment. Und 2005 bin ich drei Monate nach Portugal, auch ohne Geld. Selbstexperiment-mäßig. Was passiert, wenn ich einfach losfahre? Damals habe ich Sokrates gelesen, die Geschichte seines Lebens, und da ging es genau darum, Ursache und Wirkung. Er meinte da, normalerweise müsste immer zum richtigen Zeitpunkt das Richtige passieren. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt. Okay, wenn das so ist – in der Bibel steht ja etwas ähnliches. Dass der Herr sich um uns kümmert. Sich einfach mal austesten, weisch.

rap.de: Bist du sehr religiös?

Vasee: Ich bin schon gläubig, ich glaube schon an Gott. Aber ich versuche das ganze nicht so märchenhaft zu sehen. Deswegen mache ich diese Selbstversuche, um mir selbst ein Bild zu schaffen von dem, was wir Gott nennen. Und um mich selbst zu verlieren. Im Februar hatte ich einfach das Gefühl, ich bin ausgebrannt, ich kann nicht mehr. Was mache ich jetzt? Ich hatte keinen Bock mehr, Musik zu machen oder Konzerte zu spielen, ich habe eine neue Herausforderung gesucht. So bin ich dazu gekommen, Schritt für Schritt, mit Vorbereitungen. Bis ich gesagt habe, okay, ich laufe los. Am 17. Juni habe ich den ersten Schritt aus der Tür gemacht.

rap.de: Das heißt, du hast dich schon ausgiebig und gründlich vorbereitet?

Vasee: Ich habe mich drei Monate intensiv darauf vorbereitet, ja. Jeder, der mich in dieser Zeit gesehen hat, wusste, auf was für einem Film ich bin. Ich war nur im Internet, habe alles studiert, Ausrüstung gekauft, alles drum und dran. Das war schon eine extreme Sache. Ich bin ja kalt da rein, stell dir einfach einen Stadtmenschen im Wald vor. So ungefähr war ich. Ich hatte schon ein paar Erfahrungen, aber im Großen und Ganzen war es doch eher spontan. Oder unüberlegt. In der Vorbereitung sind auch ganz geile Dinge passiert. Zum Beispiel habe ich die Ausrüstung für ein Viertel des Preises bekommen. Das waren alles Dinge, die es im Endeffekt erst überhaupt möglich gemacht haben, dass ich loslaufe.

rap.de: Du hattest also das Gefühl, alles passt zusammen?

Vasee: Genau, das war so was von reibungslos in der Vorbereitungsphase, ich habe nie ein besseres Gefühl gehabt. Auch mein Umfeld – jeder hat positiv darauf reagiert. Jeder hat gesagt, klar, Vasi, auf jeden Fall, das ist voll dein Ding. Das hat mich natürlich auch weiter angetrieben und mir die Stärke gegeben, das durchzuziehen.

Baba Saad

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Das Jahr 2011 war für viele deutsche Rapper ein gutes. Auch für den Bremer Baba Saad. Nach längerer Pause meldete sich der Straßenrapper mit seinem neuen Album "Halunke" zurück und konnte damit einen achtbaren 15. Platz in den Albumcharts verbuchen. Für nächstes Jahr hat Saad bereits einiges angekündigt: Pünktlich zur Tour erscheint ein neues, altes Album von ihm. Außerdem wird er kurz vorher endlich bekannt geben, wer denn nun das ominöse neue Signing auf seinem Halunkenbande-Label sein wird (bislang hat Saad nur so viel verraten, dass es sich um einen Top 10-Rapper handelt, was die Auswahl aber gerade nach diesem Jahr nicht unbedingt einfacher macht). Und ein nigelnagelneues Soloalbum soll es auch noch geben. Grund genug, Saad kurz vor Weihnachten noch einmal zum Gespräch zu bitten.

rap.de: Aus welchem Zeitraum stammen die Songs für “Abgelehnt“?

Baba Saad: Ich glaube mich zu erinnern, dass sie aus den Jahren zwischen 2005 und 2009 stammen. Also, da sind nicht nur Songs drauf, die auf meinem letzten Album gewesen wären, das bei Erguterjunge rauskommen sollte. Da sind auch Songs drauf, die wir zu “Carlo Cokxx Nutten 2“-Zeiten gemacht haben. Ich habe mich ein bisschen auf die Suche gemacht. Ich wollte den Leuten, die mir seit Jahren die Treue halten, auch mal was aus der “CCN 2“-Zeit anbieten. Da merkt man auch, dass meine Stimme ganz anders ist.

rap.de: Inwiefern anders? Tiefer?

Baba Saad: Nee, nee, nee. Tiefer geht nicht. Ich bin mit meiner Stimmlage am tiefsten Punkt angelangt (lacht). Ein bisschen heller und bisschen jünger. Man merkt bei den meisten Songs auch, dass ich da übertrieben hungrig war.

rap.de: Soll das heißen, dass du inzwischen schon satt bist?

Baba Saad: Natürlich nicht. Ich habe immer Appetit. Aber mit 19 ist man eben hungriger als jetzt. Auf jeden Fall habe ich früher auch anders gerappt, das ist ja auch ganz klar.

rap.de: Von der Technik und den Reimschemata her?

Baba Saad: Kompromissloser. Ich hab mir in letzter Zeit viele meiner alten Sachen angehört. Und ich persönlich finde die älteren Sachen viel besser als die neuen. Warum auch immer. Obwohl man sich ja mit der Zeit verbessert und bessere Reime und Flows benutzt, aber irgendwie war das früher bisschen cooler, kompromissloser einfach. Einfach scheiß drauf. Klar muss das passen, du kannst nicht Haus auf Maus reimen, aber diese Kompromisslosigkeit, dieses scheiß drauf, lass mich mal einen geilen Song machen – das finde ich cool. Deswegen hat mich das “Abgelehnt“-Album inspiriert, mich wieder auf meine alten Stärken zu besinnen.

Puls030 (Video)

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 Wer genau hingehört hat, kennt sie schon. Puls030 aus Berlin waren unter anderem auf dem formidablen Bonus-Track "Die Straße geht ewig" auf Flers jüngstem Album "Im Bus Ganz Hinten" zu hören. Zwei kräftige, maskuline Stimmen, die mit viel Kraft und Power vom ewigen Kampf gegen äußere Widrigkeiten und den inneren Schweinehund erzählen. Musik machen die beiden schon länger, Ozan war auch auf einigen Aggro Berlin-Releases als Sänger dabei. Genau wie sein Bruder Ibo hat er es bisher allerdings vermieden, Interviews zu geben oder auch nur sein Gesicht zu zeigen. Erst kürzlich gab es das erste offizielle Foto der beiden in einem HipHop-Magazin zu sehen, allerdings waren die Gesichter der beiden Brüder weitgehend von dunklen Sonnenbrillen verdeckt. rap.de ist stolz, euch das erste Videointerview mit den beiden präsentieren zu dürfen. Wir trafen Ibo und Ozan im Studio, wo sie uns Auskunft über ihre bisherigen Aktivitäten, ihre Musik und ihre Pläne gaben. Und einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album gewährten sie uns auch.

Meine Damen und Herren, eine Weltpremiere:

MoTrip über sein 2011

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MoTrip. An diesem Namen kam man in 2011 schwer vorbei. Der junge Aachener hat es innerhalb weniger Monate geschafft, sich nicht nur einen Namen zu machen, sondern sich auch gleich im vorderen Feld deutscher Rapper zu etablieren. Und das alles ohne ein Album – ein splash!-Auftritt, einer der wenigen unpeinlichen Auftritte bei der vielkritisierten Sendung "Cover my Song", ein paar prominent besetzte Features (u.a. mit Fler und Samy Deluxe) sowie ein einprägsamer Song ("Albtraum") reichten, um Mo zu einem der heißesten Newcomer zu machen. Inzwischen ist er sogar mit einem Majordeal ausgestattet – auch in den Chefetagen der großen Konzerne sucht man eben immer noch nach der Verbindung von Straße und Technik. Und MoTrip hat beides. Im Gespräch mit rap.de erzählte der selbsternannte "Kanake mit Grips" über sein bewegtes Jahr 2011.

rap.de: Was hat sich 2011 für dich am meisten geändert?

MoTrip: Guck, wo ich hier sitze. Das Studio und die ganzen Möglichkeiten. Da ist musikalisch auf jeden Fall viel mehr möglich. Sich einfach mal zwei Wochen lang nur Zeit für die Musik zu nehmen, weißte? Das war am Anfang des Jahres noch nicht so, da musste ich noch viel mehr Dinge selber regeln. Jetzt kann ich mich zurücklehnen und einfach Musik machen. Das ist das, was ich immer wollte.

rap.de: Diese Annehmlichkeiten haben sicher auch mit deinem Deal bei Universal zu tun. War der Vertragsabschluss dementsprechend das Ereignis in 2011, das dich am meisten bewegt hat?

MoTrip: (überlegt) Auf jeden. Nach langem Überlegen zwar, aber wenn ich es hart auf hart nehme, ja. Mein Deal. Das macht die große Veränderung aus, ich hatte ja noch nie einen Deal vorher.

rap.de: Ein einschneidendes Ereignis war sicher auch das Splash!, wo du deinen ersten größeren Auftritt hattest. Wie hast du das erlebt?

MoTrip: Das war cool. Ich war zwei Tage da, während die Aufnahmen zu “Cover my Song“ liefen. Deswegen bin ich auch im Song dort immer leicht heiser, weil ich war zwei Tage auf dem Splash!, am ersten hatte ich meinen Auftritt, am zweiten Tag haben wir noch gefeiert und zugeschaut. Es war sehr cool und ich bin sehr gerne wieder dort, wenn ich darf.

rap.de: Am Anfang des Jahres kannten dich ja eher wenige, jetzt fast Jeder. Was macht das mit dir, wenn dich jeder erkennt und auf der Straße anspricht?

MoTrip: Ist natürlich schon komisch, aber ist ja nicht so, dass ich vorher gar keine Musik gemacht hätte. Das war ein ganz gesundes Wachstum, das kam nicht plötzlich von heute auf morgen. Dieses Jahr hat sich zwar viel getan, aber es hat sich langsam aufgebaut. Darauf bin ich auch stolz. Deswegen hat mich das auch nicht geschockt, das wurde immer mehr und mehr und man gewöhnt sich dann langsam daran. Ob das cool ist oder nicht, hängt immer von der Person ab, die dich gerade anspricht. Es gibt überall coole Leute und uncoole Leute.

rap.de: Also war es gar kein schneller Aufstieg?

MoTrip: Nein, es war kein schneller Aufstieg, aber für die Leute kam es so schnell rüber, vor allem wegen “Cover my Song“ und “Albtraum“. Paar gravierende Sachen sind halt passiert, die letztes Jahr nicht passiert sind. Deswegen kam das den Leuten vielleicht so vor, aber für mich war es wie gesagt ein gesundes Wachstum. Natürlich muss man trotzdem aufpassen, dass man nicht abhebt. Aber das sollte jeder.

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