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Farid Bang – Irgendwann

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Der Düsseldorfer Rapper Farid Bang startet das neue Jahr mit seiner dritten Videoauskopplung zum kommenden Album "Der letzte Tag deines Lebens". "Irgendwann" wird mit Gesang von Ramsi Aliani begelitet. Realese vom Album ist am 27.1.2012.

 

 

Young Buck nicht zu Cash Money

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Cash Money-CEO Baby alias Birdman hat Gerüchte um mögliche neue Signings dementiert. In jüngster Zeit war darüber spekuliert worden, ob Ex-G-Unit-Zögling Young Buck und der Based God himself, Lil B, bei Babys Geldmaschinendruckerei Plattenfirma unterschreiben würden.

Diese Spekulationen sind nun obsolet. Baby drückte in einem Statement gegenüber RapFix zwar seinen Respekt für beide Rapper aus. Er sei mit beiden befreundet und wenn sich die Situation ergebe, würde er auch gerne mit beiden zusammenarbeiten. "Both of them is two of the little homies I have the utmost respect for (…). I'm friends to both of them. If the opportunity ever came, I would love to work with both of them."

Ein Vertrag sei aber derzeit nicht im Gespräch, zumal er die genaue Situation der beiden nicht kenne. Zudem sei Cash Money mehr für Veteranen zuständig, während neue, junge Talente eher einen Platz bei Young Money, dem Label seines Ziehsohns Lil Wayne fänden. "But it ain't came to none of that. Not to this point. We like to be new, young. My son [Wayne] does the newer acts [on Young Money]. On our side [Cash Money] it be more veteran."

Young Buck selbst hatte die Gerüchte vergangenen Monat angeheizt, als er verkündet hatte, er werde demnächst einen Vertrag bei Cash Money unterschreiben, der ihn in die Lage versetzen werde, alle seine Schulden zu bezahlen und sich aus seiner derzeit misslichen Lage zu befreien. Der Rapper aus Tennessee steht immer noch bei 50 Cent unter Vertrag, hat aber aufgrund persönlicher Differenzen mit seinem Ex-Mentor seit 2008 kein Album mehr veröffentlichen dürfen.

Marsimoto – Grüner Samt der Film

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Das kiffende Alter Ego von Rapper Marteria bringt am 13.1.2012 sein drittes Album "Grüner Samt" auf den Markt. Vorab hat Marsimoto einen kurz Film gedreht.

Marsimoto – Wellness

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Zu dem zweiten Track "Wellness" aus Marsimotos kommenden Album "Grüner Samt" wurde ebenfalls ein Video gedreht. Realese vom album ist am 13.1.2012.

 

Marsimoto – Eine kleine Bühne

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Zur Vorfreude auf Marsimotos kommenden Album "Grüner Samt" gibt es eine Special EP der Juice. Ein Track aus der EP heißt "Eine kleine Bühne", zu dem ein Video veröffentlicht wurde.

Hier könnt ihr es euch anschauen.

Marsimoto – Eine kleine Bühne (JUICE EXCLUSIVE) from JUICE Magazin on Vimeo.

Edit Entertainment – Zusammen stark

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Berlin-Kreuzberg, ein Büro am Moritzplatz. Ein großer Kreis aus Stühlen steht mitten im Zimmer. Darauf sitzen fast alle Künstler, die bei Edit Entertainment ihre Musik veröffentlichen, also Amewu, Wakka, Shiranu, Estess, Gris, DJ Fiks, Phase von Team Avantgarde, dazu die neu dazu gekommenen S-Rok, Furious und Kenji451 sowie Jakob und Stella, die sich um Organisation etc. kümmern. Eine große Runde, die viele verschiedene Rapper und Produzenten vereint, ein großes Gespräch über HipHop, Ruhm, Untergrund, Erfolg, Promo, illegale Downloads, sich verändernde Hörgewohnheiten und vieles mehr.

rap.de: Wir sitzen hier in eurem wunderschönen neuen Büro. Hattet ihr vorher überhaupt eines?

Wakka: Ja, wir hatten vorher auch ein Büro, aber eines, das wir nicht extra gemietet haben. Wir hatten bei Stella zuhause ein Büro. Das war einfach ein Zimmer, wo ein Schreibtisch und ein Computer drin standen, wo der ganze Papierkram erledigt wurde. Aber das ist unser erstes richtiges Büro.

rap.de: Und was ist die Absicht, der Plan dahinter?

Wakka: Wahnsinnig viel Geld auszugeben, damit wir hinterher nicht so viele Steuern zahlen müssen. (Gelächter) Nee, das hat sich einfach so ergeben, Stella ist dabei, sich als Tanzlehrerin selbstständig zu machen und eröffnet ein Tanzstudio. Das hat ganz gut gepasst, deshalb haben wir gesagt, wir teilen uns hier das Büro. Und natürlich soll es nach vorne gehen.

rap.de: Ein Studio ist aber nicht mit dabei?

Wakka: Nee, momentan noch nicht. Es sind noch Räume frei, aber das müssen wir noch klären. Cool wär's auf jeden Fall. Aber in trockenen Tüchern ist es noch nicht.

rap.de: Einige Gesichter sind heute dabei, die beim letzten großen Edit-Interview noch nicht dabei waren. Welche Zuwächse habt ihr in letzter Zeit verzeichnet?

Wakka: Die meisten, Kenji451 und S-Rok kennen wir auch schon eine ganze Weile. Wir wollen ja weiter regelmäßig Musik rausbringen, bisher hatten wir eine halbe Handvoll Künstler, die regelmäßig releast. Dummerweise war es immer so, dass die Releases zu dicht aufeinander gefolgt sind. Dadurch wurde der Raum, in dem nichts passiert ist, auch immer relativ groß. Wir haben ja mindestens anderthalb Jahre nichts mehr rausgebracht. Uns gefällt die Musik, die die machen und dadurch wird alles noch ein bisschen größer. Es profitieren ja alle davon, Kenji macht Beats, alle MCs brauchen Beats, er macht gute Beats, wir suchen gute Beats. Und S-Rok ist Edit-Supporter seit Stunde 1. Er geht raus und repräsentiert das. Damit qualifiziert er sich automatisch. Bei Furious ist es so, der hat eine CD mit DJ Vadim aufgenommen….

Furious: …das ist jetzt hiermit offiziell. Ab jetzt weiß es jeder.

Wakka: Wir haben uns die angehört, die hat uns gefallen und uns gefällt auch Furious. Kann man also alles machen. Vergrößert die Möglichkeiten und bringt noch ein bisschen was Neues rein.

rap.de: Was sagen die Betroffenen denn selbst dazu?

S-Rok: Shiranu kenne ich noch ganz von früher, vom Skateboardfahren. Wir haben uns kennen gelernt, da haben wir beide noch gar nicht gerappt. Meyah und Gris kenne ich von Royalbunker noch, da war ich früher auch. Shiranu macht regelmäßig eine Open Mic-Veranstaltung, bei der ich Amewu kennengelernt habe. Dadurch, dass ich die Musik von den Leuten feiere, mich damit identifizieren kann und sowieso mit den Leuten zu tun habe, war es für mich ein logischer Schritt, bei Edit zu unterschreiben. Ich habe jetzt auch ein schönes neues Album gemacht mit Kenji451.

Furious: Ich habe wie gesagt ein Album mit DJ Vadim gemacht und wollte es dieses Mal auch aufgrund des namhaften Produzenten nicht irgendwann irgendwie irgendwo rausbringen, sondern es ein bisschen amtlich machen. Ich kannte die Edit-Leute auch von früher schon. Deshalb habe ich denen das Album vorgespielt und jetzt darf ich hier sitzen. (Gelächter)

Webbie – Savage Life 3

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Das in Baton Rouge beheimatete Label Trill Entertainment steht seit einigen Jahren in etwa für dasselbe, was Cash Money Records Anfang bis Ende der Neunziger repräsentierte. Hood-Geschichten voller Waffen, Gewalt, Reichtum und schweren Drogen inmitten der schwülen Hitze Louisianas. Waren es in den Neunzigern noch Lil Wayne, B.G., Turk und Juvenile, so sind es heutzutage unter anderem Webbie, Lil Boosie, Lil Phat, Lil Trill, Foxx und Mouse, die mit heftigstem Südstaatenakzent von dem Leben auf der Straße nuscheln. Die leidige Authentizitätsfrage dürfte sich spätestens mit Lil Boosies vorläufiger Inhaftierung wegen (eine beliebige Zahl größer 1 einsetzen)-fachen Mordes auf besonders drastische Weise geklärt haben. Doch Trill Entertainment lässt sich von solchen Kleinigkeiten nicht das Magazin aus der Mack 10 nehmen und es wird munter weiter geballert releaset.

Webbie ist neben Boosie das zweite Aushängeschild des Labels und veröffentlichte kürzlich sein drittes Soloalbum „Savage Life 3“. Dieser waffenvernarrte Mittzwanziger hat sowohl als Partner von Boosie als auch als Soloartist (besonders auf seinem großartigen Album „Savage Life 2“) gezeigt, wie man den Hoodalltag voller kreuzender Projektile, schwanzhungriger Schlampen und aufgetunter Autos auch für den in dieser Hinsicht etwas unbedarften Westeuropäer spannend aufbereitet.

Auch auf seinem dritten Streich macht es Spaß, den völlig zugedröhnten, schwer bewaffneten Bösewicht auf seinen Streifzügen durch die Hood, den Stripclub und die Betten zahlreicher, äh, Damen zu begleiten. Dass die Zustände in Baton Rouge bedenklich sind, Webbie mit Sicherheit genau weiß, wovon er redet, es eigentlich aber trotzdem oder vielmehr genau deshalb falsch ist, sich von den sozialen Missständen der Ghettobewohner im bequemen Sessel unterhalten zu lassen, mag vollkommen richtig sein. Und trotzdem machen Webbies Ausschweifungen über weite Strecken einfach Spaß. Die smoothe  Art und Weise mit der er über die HiHat-lastigen, meist synthetischen Beats gleitet, ist schon sehr eigen. Selbst wenn er richtig sauer wird, wirkt das Ganze immer noch extrem laid back.

Übertroffen wird der Miniafro tragenden Protagonist nur von seinem fünf Mal gefeaturten Labelkollegen Lil Phat, der grundsätzlich klingt, als würde er seine Vocals nur unter dem Einfluss schwerster Betäubungsmittel aufnehmen. Das ist aber gar nicht negativ gemeint. Genau wie vor 15 Jahren bei den Kollegen aus New Orleans macht die Eigenheit ihrer Vortragsweise den Reiz der Trill Entertainment Künstler aus.

So lange es Street bleibt wie auf den Songs „What You Want“, „What´s Happenin“ oder „Trilla Than A Bitch“ liefert Webbie (der aus nahe liegenden Gründen in seinen letzten Interviews kaum einen geraden Satz heraus bekam) atmosphärischstes Kopfkino. Tracks für den (Strip-)Club wie „Baddest In Here“ oder „Bounce That“ machen ebenfalls Laune und selbst die Parts von Lil Trill, der auf den meisten Releases seines Labels gehörig nervt, gehen hier teilweise glatt in Ordnung.

Wirklich berührend sind die Songs, die Webbie seiner verstorbenen Mutter und seinem Vater gewidmet hat, wobei man sich bei „Pops I Luv U“ allerdings etwas mehr Mühe mit der einfallslosen Hook hätte geben können. Und dem ein oder anderen Song wie „Rubber Tonight“ oder „Mo Ass“ könnte ein skeptischer Hörer durchaus unterstellen, reines Füllmaterial zu sein. Die Ode an seine Lady „Shawty Know“ wiederum – mit einem schrecklich schleimigen Bobby V an der Hook – sorgt gerade zwischen soviel geballter Straßengewalt für ein großes Fragezeichen über dem blutgetränkten Bandana.
Unterm Strich hat Webbie im Vergleich zu seinem Vorgängeralbum also ein wenig nachgelassen, doch trotzdem reißen seine gewalttätigen Straßengeschichten dank seines eigensinnigen Flows und der eingängigen Hooks immer noch mit.

Savage Life 3“ ist auf moralisch äußerst fragwürdige Weise sehr unterhaltsam. Aber wem Webbies Inhalte zu doof sind und wer mehr Intellekt und Substanz auf einem Gangsterrapalbum nach klassischer Südstaatenart erwartet, kann dieses Thema sicherlich jederzeit mit dem Lauf von Websters AK 47 ausdiskutieren…

Kool Savas – Aura

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Die üblichen Bemerkungen zum Einstieg, was für ein begnadeter Rapper Kool Savas doch ist und wie er den gesamten deutschen HipHop revolutioniert hat, sparen wir uns an dieser Stelle mal. Weiß ja mittlerweile ohnehin jeder. Halten wir lediglich fest, dass S-A-V in seiner mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt überspannenden Rap-Karriere eine Wandlung „vom Antichrist zum Torch“ vollzogen hat, wie der Kollege Toxik es in der JUICE kürzlich so schön formulierte. Das liegt jedoch weniger am mittlerweile 36-jährigen Exil-Berliner selbst als vielmehr an der deutschen Rap-Landschaft, die seit den Neunzigern einen Gesinnungswandel vom einen Ende des Spektrums ans andere vollzogen hat. Griff der junge Savas noch die als restriktiv empfundenen Normen des damals vorherrschenden Mittelschichten-Raps an, sieht er sich nun eine Dekade später in der Pflicht, die Rap-Kultur gegen talentlose Gangster und schwuchtelige Röhrenhosenträger zu verteidigen. Dass die Generation Aggro ganz entscheidend von seiner Vorarbeit profitierte, ist dabei nur eine Ironie der deutschen HipHop-Geschichte.

Savas ist heute ein konservativer Rapper. Einer, der bewahren statt zerstören will. Einer, der experimentelle Genre-Crossovers oder allzu phantasiereiche Räuberpistolen aus Prinzip ablehnt. Aber eben auch jemand, der niemals seinen Arsch verkaufen würde. Ein Peter-Maffay-Feature oder einen Gastauftritt beim „Promi-Dinner“ haben wir von Essah nicht zu befürchten – und das ist dann auch mal gut so. Nun ist es freilich auch nicht so, dass sich der Rapper Kool Savas gar nicht verändert hätte. Und das ist auch genau das Problem, welches Sava? Yurderi seit seinem großen Durchbruch mit sich herumschleppt: Seine treuesten Fans, zu denen auch so ziemlich jeder meinungsmachende Rap-Schreiberling in Deutschland gehört, fanden seine alten Sachen irgendwie geiler.

Es wäre natürlich eher unangebracht, von einem gereiften Mittdreißiger zu verlangen, jetzt mal bitte wieder auf rumpeligen Vierspurbeats über Fotzen und schwule Whack MCs zu referieren. Aber dennoch wird diese Phase zwischen „L.M.S.“ und „NLP“ immer noch als goldene Ära der Savas’schen Schaffenskraft wahrgenommen, wodurch sich bei vielen alteingesessenen Heads mit jedem neuen Release die selbe Enttäuschung einstellt: Hm. Wieder nicht wie die alten Sachen. Klar, das ist unfair, zumal die alte KKS-Formel im Jahr 2011 auch gar nicht mehr so funktionieren würde wie damals – neben seiner technischen Virtuosität hat der frühe Savas eben auch von seinem Schockfaktor gelebt. Schock ist aber nun mal kein Dauerzustand – sonst wird’s pathologisch. So heißt es heute statt „Lutsch mein‘ Schwanz“ eben „Last Man Standing“.

Der Kool Savas der Jetztzeit muss sich nicht mehr aggressiv sein Territorium erkämpfen. Der Claim ist längst abgesteckt, und er ist verdammt riesig. Er muss nicht mehr einen anarchischen Angriffskrieg gegen das Rap-Establishment führen. Diesen Kampf hat Savas längst gewonnen und ist dadurch, Segen oder Fluch aller Revolutionäre, selbst Establishment geworden. „Aura“ ist dann auch mehr ein Verwalten des Throns als alles andere. Es ist das Zelebrieren der Vormachtstellung, der technischen Überlegenheit, der eigenen Langlebigkeit im Haifischbecken HipHop. Das alles geschieht natürlich auf gewohnt beeindruckende Art und Weise, untermalt von epischen Beats. Aber gleichzeitig ist es eben auch ein bisschen kühl.

Savas inszeniert sich als „Der letzte meiner Gattung“, der das Schwert aus dem Stein zieht, über Wasser läuft und „Kriege gegen Brüder“ überstanden hat. Mit „dem Mic in der Hand“ steht  S-A-Van vorderster Front“ und lässt nicht zu, dass die anderen, die Bösen über HipHop triumphieren. Viele der zwölf Songs haben genau diese Thematik zum Inhalt. Das mag eintönig klingen, ist aber  durchaus so beabsichtigt. Denn durch die inhaltliche Reduktion achtet der Hörer automatisch stärker auf die Technik, die nun einmal Essahs größte Stärke ist. Abrupte Flow-Wechsel, schnelle Tempo-Variationen, durchgeknallte Reimschemata – alles da. Und es ist eine wahre Freude zuzuhören, wie sich Savas einen abstylet.

Dass die Punchline-Dichte im Vergleich zum Frühwerk merklich zurückgegangen ist, fällt da gar nicht mal so sehr auf. Denn eigentlich ist „Aura“ beinahe ein Instrumental-Album, vergleichbar mit alten Alben von John Coltrane oder Jimi Hendrix. Was Savas genau auf dieser Platte sagt, ist gar nicht so relevant; wichtig ist vor allem, wie er es sagt. Savas‚ Flow wird auf „Aura“ zum Instrument. In den stärksten Momenten klingt das dann epochal und stimmungsvoll wie auf dem Titeltrack „Aura oder dreckig und hungrig wie im Streetvideo „Optimale Nutzung unserer Ressourcen. Gerade auf letzterem sowie auf dem energetischen „Stampf“ lässt Essah dann nochmal den jungen, wütenden Spitter raus, der mit Schimpfwörtern um sich wirft, Emos den Tod wünscht und gegen den ein oder anderen Kollegen schießt: „Lieber toter Rapper als lebender Singer/Songwriter.

Klar, ab und an, wünscht man sich schon während des Albums, dass Savas mehr  als eine bloße Demonstration seines technischen Könnens anböte. Die Kunstfigur Kool Savas lässt weiterhin nur wenige Einblicke in ihr Privatleben, ihre Gefühlswelt oder ihre politische Weltanschauung zu – wenn überhaupt, dann geschieht dies über kurze Referenzen in den Battle-Lyrics. Auf „Aura“ bricht Essah diesen Grundsatz zwar ein wenig auf, der im Vorfeld des Albums öfter mal gefallene Slogan „Sein persönlichstes Album!“ versprach aber doch ein wenig mehr, als „Aura“ dann letztendlich hält. In der Praxis bedeutet das nämlich einen Track wie „Die Stimme“, wo Savas davon berichtet, wie er am Anfang seine hohe Stimme hasste, sie aber langsam zu akzeptieren lernte: „Ich dachte, das wär ’ne Schwäche die mich bremst / Heute seh ich diese Stimme als Geschenk.“ Eine interessante Geschichte, klar, aber unfassbar persönlich ist das nicht.

Richtig stark ist hingegen „Nichts bleibt mehr“, eine wahnsinnig-poetische Metapher für gewaltlosen Widerstand und die Kraft des Wortes. Savas trägt ordentlich dick auf, mit dem Scala Chor im Refrain und einem politischen Gedicht vom eigenen Vater im Intro – aber es funktioniert zu einhundert Prozent. Nicht zuletzt liegt das natürlich an Savas selbst, der die Strophen mit kraftvollen, unkitschigen Bildern füllt: „Lass sie den Himmel zum Brennen bringen, die Erde teilen / Sie verlieren trotzdem, weil ein Gedanke nicht sterben kann.“ „Nie mehr Gehen“ hingegen hat eine eher dämliche Hook, setzt sich aber äußerst intelligent mit dem großen Themenkomplex der Vergänglichkeit auseinander: „Es stimmt, Märtyrer geraten in Vergessenheit /merkwürdig, aber ich fühl mich unsterblich, wenn ich Texte schreib.“ Vanitas mundi im Rap-Game.

Aura“ ist also ziemlich genau das, was es verspricht: Ein über weite Strecken schnörkelloses Album, auf dem Kool Savas seine überragenden Fertigkeiten am Mic demonstriert. Eine Werkschau dessen, was das Modell S-A-V so alles unter der Haube hat. Der 36-Jährige beschränkt sich auf seine Kernkompetenzen. Allerdings wäre es ab und an schon cool, auch mal wieder eine Geschichte erzählt zu bekommen. Oder ein anderes Gefühl außer Selbstsicherheit zu spüren. Aber dafür gibt’s ja jetzt diese weibischen Röhrenhosen-Typen.

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