Mero vor seinem Debütalbum „Ya Hero Ya Mero“: Gekaufte Klicks, geklaute Songs?

Hype-Wunderkind Mero hat gerade mal drei Songs veröffentlicht – und schon zwei waschechte Skandale am Hals. Starke Quote. Auf der einen Seite knackt der Newcomer zuverlässig Rekorde und Meilensteine. Andererseits sind die Vorwürfe keine Lappalien: Es geht um gekaufte Klicks und eine geklaute Melodie. Fußt Meros noch so junge Karriere etwa auf Betrug?

Gekaufte Klicks?

Fangen wir mit dem angeblichen Klick-Kauf an. Zunächst mal muss man klarstellen: Beweise gibt es keine. Die Grundlage ist eher von der Art, wie man sie von YouTube-Verschwörungsvideos kennt: Vermeintlich gesunder Menschenverstand. „So viele Klicks in kurzer Zeit – das kann doch nicht sein!“ Warum? Weil es nicht sein darf? Saubere Belege sehen anders aus.

Ja, Mero generiert gerade zu absurd schnell Millionen von Aufrufen – selbst Capital Bra hängt der junge Rüsselsheimer inzwischen ab. Das allein ist jedoch kein Beweis. Zumal das Verhältnis von Kommentaren und Bewertungen recht unverdächtig aussieht.

Und selbst wenn er oder irgendjemand anderes aus welchem Grund auch immer da nachgeholfen haben sollte – man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass das allein niemals seinen Hype erklären könnte. So schön einfach das auch klingen mag.

Die ganze Diskussion erinnert ein wenig an ähnliche Vorwürfe, denen sich seinerzeit erfolgreiche Labels wie Selfmade Records oder Banger Musik ausgesetzt sahen: Ihre eigenen Alben zu kaufen, um bessere Chartplatzierungen zu erlangen. Mit ein bisschen Mathematik kann man schnell darauf kommen, dass sich das wirtschaftlich gesehen einfach nicht lohnen würde.

Geklaute Melodie?

Was dagegen tatsächlich nicht wegzudiskutieren ist: Der Klau-Vorwurf. Die Marimba-Melodie in „Wolke 10“ enthält tatsächlich exakt dieselben Akkorde wie „Mirror“ von Lil Wayne und Bruno Mars. Auch Meros Gesangseinlage in der Hook ist der von Bruno Mars nicht unähnlich, was aber auch an der melodischen Vorgabe des Beats liegen könnte.

Faktisch wurde hier eine bereits verwendete Melodie benutzt. Allerdings hat sich „Wolke 10“-Produzent E.M Beats offenbar lediglich eines Samples bedient, das der eher unbekannte US-Producer Ihaksi in einem Loop-Paket kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Wenn also jemand sich bei Weezy bedient hat, dann Ihaksi.

Debütalbum kommt

Gut, dass Fakten heutzutage nur dann interessieren, wenn sie irgendwie ins Weltbild passen, wissen wir. Beide Vorwürfe stehen daher auch weiter im Raum – jedenfalls in den einschlägigen Kommentarspalten. Mero selbst jedoch kann es weitgehend egal sein. Seinem morgen erscheinenden Debütalbum „Ya Hero Ya Mero“ wird das alles nicht schaden – falls doch, nehmen wir natürlich alles zurück.

15 KOMMENTARE

  1. Mir auch egal ob´s geklaut ist. Teenies werden es geil finden, ich kann mir keine Sekunde davon anhören ohne dass ich mich fremdschäme…

  2. faktisch haben diese jungen kids das ruder in der hand, und da kann man entweder gönnen oder haten.
    ich gönne ihm hype, erfolg etc. zu 100%, auch wenn es absolut nicht meine musik ist.

  3. Die letzten „Straßenrapper“, die ich noch feiern konnte, waren Haftbefehl und Celo/Abdi. Seit dem hat sich in dem Genre quasi nichts innovatives bzw interessantes mehr getan. Ich finde es gut, dass die Kids legal Geld verdienen und endlich ihren harten ghettostruggle hinter sich lassen können. Esoterische Dienstleistungen wie „Engelheilung“ oder „Tarotkarten“ legen sind ja z.B. auch legal. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es Fake ist und gutgläubigen Menschen/Kids etwas vorgemacht wird. Außerdem wissen wir ja, dass die Popularität/Verkaufszahlen, vorallem im Rap, ein Indikator für Weakness ist.

  4. „Mach‘s besser“ ist Kinderkrippe. Nicht ich will mit Musik reich und berühmt werden, er will es. Wenn ich Melodien klaue, dafür kritisiert werde, dann muss ich mir das anhören. Da er es tut, geht der Vorwurf halt an ihn. Die Texte sind grottig, die Melodie geklaut… Möchtegern von A bis Z.

  5. das Land der Dichter und Denker… am Arsch! obgleich das schlicht und ergreifend den aktuellen, kulturellen Bedarf der großen Mehrheit widerspiegelt. Eine Schande ist das

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here