Interview mit der Lazy Lizzard Gang über ihre Intention, Produktion und zukünftige Projekte

Cover by K.

Die Lazy Lizzard Gang ist für uns extra in einer Bananenkiste auf einem Schiff aus dem peruanischen Urwald angereist. Dort haben sie in Asadjohns Produzentenhütte ihre Debüt-EP „Willkommen im Dschungel“ aufgenommen. „Wir haben mit Bambusfasern das Mikrofon an einem Baum festgebunden. Die Echsen lagen faul herum, aßen Früchte und rappten. Es war sehr ursprünglich und unkompliziert und so entstand der Echsen-Vibe.“

Warum habt ihr euch ausgerechnet für das Echsen-Image entschieden?

Chrrr! Was für ein Image?

Ok, nächste Frage. Wie kamt ihr denn darauf, Musik zu machen?

Wir hatten einfach nicht so viel zu tun im Dschungel. Außer natürlich zu schlafen, uns auszuruhen, Früchte zu speisen und Kush zu smoken. Aber dann merkten wir: Wir haben doch etwas zu erzählen! Rap schwappt ja auch immer wieder zu uns rüber und da ist oft Negatives und Gewalttätiges dabei. Wir bilden mit unserem freundlichen und friedlichen Werk da ein bisschen das Gegenmodell.

Und wer ist wir?

Og Kush Salamanda, 1 Schuppenkriechtier, Ol’ Dirty Waran, Crocodile Ganja, Killa Komodo, Turnup Turtle, das Russenkriechtier, Yung Blindschleiche, Hennesy Echso, Fresh Gecko, Clumsy Chamäleon, Mar Iguana, Slipperius Snake, John LemonHaze Natter und Flomar Six Echs.
Tendenz steigend. Wir sind ja noch in der Findungsphase, so richtig bestehen tun wir erst seit einem halben Jahr.

Aber ihr habt im Oktober letzten Jahres schon „Oh Akif“ produziert.

Ach ja stimmt, das war unser erster Song.

Wer sind denn eure Gründungsmitglieder?

Hm, wir waren dauernd high, es ist schwer zu sagen, was mal wann, wie und wo, warum passiert ist. Aber vermutlich waren Og Kush Salamanda, 1 Schuppenkriechtier und Ol’ Dirty Waran daran beteiligt. Wir haben natürlich auch inaktive Mitglieder oder welche die sich um Grafik oder Videos kümmern.

So wie Yung Blindschleiche.

Genau, oder Fresh Gecko.

Auf „Willkommen im Dschungel“ habt ihr ja nur ein Feature angegeben, Juicy Gay. Was ist mit den anderen? 

Also es gab auch nur ein Feature, Juicy Gay, der Rest waren alles Echsen. Der Kontakt zu Juicy entstand über Asad und war erstmal nur für den Track „Nix ab“ gedacht. Aber er ist ein guter Mensch und ein guter Musiker, also werden wir hoffentlich noch viel zusammenarbeiten. Unser neues Gangmember Crocodile Ganja klingt übrigens ein bisschen wie Juicy, aber irgendwie krokodilartiger.

Wenn durch Asadjohn die Connection zu Juicy kam, wird es dann zukünftig vielleicht noch andere Features von Künstlern geben, für die Asadjohn produziert hat? Also beispielsweise aus der Cosmo Gang, Berg Money Gang oder mit Haiyti?

Momentan machen wir erstmal mit unseren Echsen Musik. Als nächstes erscheint ein LLG-Sampler der „Wald“ heißen wird. Darauf kommen alle Musiker-Echsen unserer Gang zu Wort, also zb. Turnup Turtle, Killa Komodo oder 1 Schuppenkriechtier. Zum Teil auf Solotracks, zum Teil gemischt. Darauf werden neben Asadjohn diesmal auch andere Produzenten zu hören sein.

Wie kam es dazu, dass ihr euch für andere Produzenten zusätzlich entschieden habt?

Also erstens ist Asad natürlich ein viel beschäftigter Mensch und kann leider nicht immer zu uns hier in den Dschungel fliegen. Aber vor allem liegt es daran, dass es ja eine Art Sampler mit vielen verschiedenen Urwald-Künstlern ist. Da wollten wir auch bei den Produzenten eine Vielfalt erreichen. Die machen auch einfach alle gute Arbeit: 101, Lorenz & Urbach, Fay Guevara und Yang Monty. Und von Asad ist natürlich auch etwas dabei. Er soll dann auch unser Album, das nach „Wald“ kommt, wieder komplett produzieren. Wir wollen versuchen, das Ganze musikalisch auf eine neue Stufe zu heben. Im Urwald kennen wir sehr viele gute Musiker, die haben uns bereits ein paar wunderschöne Live-Instrumente eingespielt. Das wird tropisch. Falls wir einen menschlichen Künstler als Vorbild nennen sollten, wäre es vermutlich Bob Marley – nicht vom Sound her, aber von den Inhalten: Liebe für alle Wesen, Demut, aber auch der Protest der Kleinen und Übervorteilten.

Ihr sagt ja, dass ihr für das zukünftige Projekt Beats ausgewählt habt. Wie war das bei Asad? Hatte er auch schon fertige Beats oder wurde das dann mehr auf euch zugeschnitten?

Natürlich hatte er auch sehr gute bereits vorhandene Instrumentals die wir zum Teil benutzt haben. Aber im Urwaldstudio hat Asad dann noch einmal den Dschungel auf sich wirken lassen und für uns in Musik verpackt. Darauf konnten wir dann naturgetreu aus unserem Biotop berichten.

Wer ist bei euch dann für die Rap-Parts zuständig?

Hauptsächlich Og Kush Salamanda, er hat auch für „Wald“ die Beats ausgewählt und kümmert sich in seinen aktiven Tagesphasen um das Projekt. Doch je länger die Gang besteht, überwinden auch die anderen Lazy Lizzards ihr sprichwörtliches Phlegma und melden sich, wie auf „Wald“, vermehrt zu Wort. Das Grundkonzept ist ja bereits vorgegeben und daher entstehen keine Meinungsverschiedenheiten was Inhalte und Sound angeht. Wir stehen für Freundlichkeit und Liebe zur Natur und allen Wesen, wir möchten, dass die Leute Wasser trinken und ihren Müll nicht in den Wald werfen und keine Wälder abholzen und keine Tiere quälen. Da sträuben sich uns nämlich die Schuppen.

Könnt ihr euch rein theoretisch noch vorstellen, weitere Künstler in die Lazy Lizzard Gang reinzuholen?

Natürlich. Wir haben gerade die erste Lizzardine in die Gang aufgenommen, die Musikalisch tätig sein wird. Was ansonsten noch passieren wird steht in den Sternen. Wir können uns auch Features mit Menschen vorstellen. Aber das hat dann nicht nur unbedingt was mit der Musik zu tun, sondern wir müssen uns mit denen gut verstehen. Mit Juicy Gay klappt das zum Beispiel, weil er sehr viel Liebe und sehr viel Empathie für Tiere hat. Er ist so ein Mensch, er würde weinen, wenn er sieht, dass jemand ein Tier tötet oder einen Baum absägt. Wie Idefix aus Asterix. Immer wenn Obelix einen Baum ausreißt, dann heult er, weil er es einfach nicht ertragen kann. Und genau solche Leute brauchen wir für die Lazy Lizzard Gang. Dann ist es auch egal, ob sie jetzt irgendwer Bekanntes oder wer Krasses sind. Der Vibe muss stimmen. Der Wald muss stimmen.

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