Kool Savas

Kool Savas ist, zumindest nach meinem ersten Eindruck, guter Dinge, als ich mich bei ihm melde. Zwar erklärt er, er habe heute schon wieder drei Gespräche zum gleichen Thema geführt, aber es mache ihm ja auch irgendwie Spaß, sich in dieser Sache zu äußern – obgleich er vom Telefonieren schon heiße Ohren habe und auch mit jedem Gedanken an das Thema die Wahrscheinlichkeit steige, dass er doch noch mal schlechte Laune bekommen könnte. Dennoch gibt er sich als entspannter Gesprächspartner. Er verrät, dass er sich in Kürze von Frankfurt aus, wo die Arbeiten zum „One“-Album, an welchem er mit Azad gebastelt hatte, inzwischen abgeschlossen sind, auf den Weg zurück nach Berlin macht. Dort wird ihn seine motivierte Optik-Army erwarten, er selbst plant schweres Geschütz, in Form zweier Tracks – „Das Urteil / Der Untergang“ – gegen einen, der vor noch nicht so langer Zeit demselben Camp entsprungen ist. Das Battle – aus der Optik von Optik:
rap.de: Zum aktuellen Battle-Geschehen der letzten Tage und der schon fast wahnwitzigen Form, die das Ganze allmählich annimmt, fällt mir immer mehr auf, dass diese Sache vielleicht etwas zu ernst genommen wird. Das geht ja schon so weit, dass den Fans und Kids suggeriert wird, man habe sich eindeutig für ein Lager zu entscheiden. Ist das nicht übertrieben? Geht die Sache damit nicht langsam ein bisschen zu weit?
Savas: Also, ich hab damit ja nicht angefangen! Mir kommt das die ganze Zeit schon nur witzig vor. Für mich ist es, so wie Eko selbst schon bei MTV-Urban gesagt hat, einfach eine Promo-Single, und Promo-Aktion für sein kommendes „German Dream“-Album. An der Stelle mache ich gerne einmal Werbung für ihn: Holt euch das „German Dream“-Album, damit sich das alles für Eko auch gelohnt hat. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass Leute, die ernsthaft meine Musik hören, sich jetzt zwischen mir und Eko wirklich entscheiden müssen. So selbstbewusst bin ich dann schon, dass ich davon ausgehe, dass die Leute auch wirklich objektiv sagen können: Okay, der Eine ist „L.O.V.E.“ – und der Andere ist „King Of Rap“.
rap.de: Als „Die Abrechnung“ heraus kam, gab es da bei dir einen Moment, wo du gedacht hast: „Scheiße, jetzt hat der diesen Track gemacht – jetzt muss ich auch antworten“, und vielleicht aber gar keinen Bock auf eine derartige Aktion hattest?
Savas: Das ist eine gute Frage. Aber zu allererst einmal: Ich wusste schon seit drei Monaten, dass dieser Track kommen wird. Von Leuten aus seinem Umfeld, von Rappern aus seiner Crew, die jemanden aus meiner Crew angerufen und immer wieder versucht haben, das alles auf freundschaftlicher Basis zu halten. Die haben dann auch erzählt, dass Eko noch zweimal in Berlin war und seinen Text noch ein bisschen abgeändert hat. Verwundert hat mich eigentlich eher, dass er jetzt erst, nach eineinhalb Jahren, damit kommt und dass er sich eineinhalb Jahre Zeit gelassen hat, um diesen Text zu schreiben. Das war für mich eigentlich das Verrückte! Als ich das Video auf MTV noch einmal intensiv gesehen habe – davor hatte ich es nur kurz im Internet gesehen – musste ich an einigen Stellen wirklich sehr lachen. Das sage ich jetzt nicht, um cool rüberzukommen. Ich fand einfach albern, wenn er sein Gesicht so auf hart macht oder überhaupt einen auf harten Mann macht, mit dünnem Bärtchen und so. Ich konnte das wirklich nicht mehr ernst nehmen. Und rapmäßig gesehen ist dieser Typ nicht auf meinem Level – das ist einfach lächerlich – egal wie viele Lügen er da jetzt über mich verbreitet. Meine Geschwister, die das Video gesehen haben, hatten Tränen in den Augen. Meine Schwester hat sich so totgelacht – die konnte einfach nicht mehr. Das ist einfach nur ein Riesen-Witz. Der einzige Grund, warum ich antworten werde, ist den Fans zuliebe und den Kids zuliebe. Weil ich einfach auch nicht will, dass sie ein falsches Bild von mir kriegen oder denken, dass ich auf dem armen Eko herumgehackt haben könnte. Von wegen der böse Savas hat den lieben Eko unfair behandelt. Was in der Zeit, als wir zusammen unterwegs waren, wirklich nicht eine Sekunde lang der Fall war. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich nicht so ein Typ bin. Ich bin kein Diktator. Zwischen den Leuten, mit denen ich bei Optik Records zusammen arbeite, und mir gibt es kein Chef-Angestellten-Verhältnis. Wir arbeiten zusammen als Freunde und glauben an eine Sache. Eko und ich haben irgendwann nicht mehr an die gleiche Sache geglaubt. Deswegen sind wir nicht mehr miteinander klargekommen. Wenn er jetzt mit dieser Tatsache nicht klarkommt, dann ist es wirklich sein Problem. Zurzeit ist er ja derjenige, der die Probleme hat und es nötig zu haben scheint, einen ganzen Song über mich zu machen. Im Grunde profitiert er in jedem Fall davon, weil er dadurch Werbung bekommen hat – auch wenn es nur für einen kurzen Zeitraum war. Aber was hoch geht, kommt auch wieder runter! Irgendwie wird das auch wieder zu ihm zurückkommen. Ich hab mir nichts zuschulde kommen lassen!

rap.de: Nun wird dir ja gern auch ein Platzhirsch-ähnliches Verhalten vorgeworfen. Wie gehst du mit solchen Aussagen um?
Savas: Ich kann damit sehr gut umgehen. Ich bin niemand, der es nicht akzeptieren kann, wenn jemand anderes Skillz hat oder jemand anderes famous ist. Leute kennen mich dafür, dass ich unbekannte Rapper oder Rapper, die noch keine Releases hatten, auf die Beine helfe und mich mit den Leuten treffe oder diese Leute nach Berlin einlade. Alle meine Leute habe ich so kennen gelernt. Ich mache mit den Leuten Platten und habe inzwischen schon viele Platten davon mit anderen zusammen gemacht – und mir war immer egal, ob diejenigen bekannt oder unbekannt waren. Das war für mich nicht das Thema. Bei mir steht an erster Stelle einfach die Musik. Das ist die Sache, wo Eko immer meint, dass ich auf dem Rap-Film hängen geblieben sei. Ja, ich liebe die Musik, und bei mir dreht sich fast alles nur um Rap. Natürlich hab ich auch ein Privatleben, und da geht es nicht nur um HipHop, aber für mich ist die Musik schon immer sehr wichtig im Leben gewesen. So wie die anderen hab ich Eko auch kennengelernt. Er war ein unbekannter, kleiner Typ – ein Schuhverkäufer aus Mönchengladbach. Das ist die Wahrheit. Ich hab ihn nach Berlin geholt und mit ihm eine EP gemacht. Wenn ich so ein Platzhirsch-Verhalten hätte, dann würde ich doch sagen: Nein, ich will mir doch keine Konkurrenz heranzüchten. Das ist für mich nicht so. Ich kann ehrlich sagen, dass Amar, Ercandize und Caput alle sehr, sehr gute Rapper sind. Die haben bestimmt Parts, die besser sind als meine Parts, und ich hab mal einen, der besser ist als der von dem anderen. Was auch immer, darum geht es mir nicht. In erster Linie geht es darum, gemeinsam eine Vision zu haben, gemeinsam um etwas zu kämpfen, zusammen auf Tour zu gehen, zusammen Konzerte geben, zusammen Geld verdienen, Spaß haben und zusammen glücklich zu sein. Für mich gab es nie einen Grund, auf Eko neidisch zu sein. Als ich mit Eko gearbeitet habe, hatte ich das, was ich für mich erreichen wollte, schon erreicht und schon wieder ganz andere Ziele. Sein Problem ist, unabhängig davon, was er verkaufen wird oder nicht, dass er nicht das hat, was ich habe: Den Respekt der Leute und dass sie ihn ernst nehmen, wissen, dass er ein ernstzunehmender Musiker ist und nicht irgendein Affe, der jetzt auf einer Welle mitschwimmt. Die Leute wollen sehen, dass da jemand ist, der wirklich das, was er macht, aus dem Herzen macht.
rap.de: Okay, trotzdem noch einmal kurz zurück zu dem eben angesprochenen Vorwurf. Ich habe ähnliches auch schon mal aus der Richtung Royal Bunker gehört. Staiger hat sich zwar humaner ausgedrückt, meinte aber sinngemäß, da wären damals, mit ihm und dir, zwei Jungs mit jeweils sehr großem Ego aufeinander getroffen, und es sei in dieser Hinsicht auch relativ normal gewesen, dass man irgendwann getrennter Wege gehen musste.
Savas: Ich weiß nicht, ob Staiger das so beurteilen kann, aber wenn ich kein Ego hätte, wäre ich kein Mensch, dann wäre ich wahrscheinlich ein Roboter. Ich bin auf jeden Fall niemand, der anderen Leuten folgt. Ich hab meine eigene Meinung und auch auf jeden Fall meine eigenen Vorstellungen. Fakt aber ist: Eko ist in mein Team gekommen. Optik war mein Team. Er hat mit mir am Anfang eine Vision geteilt. Ich hab ihn ganz normal gefragt, ob er mit diesen Vorstellungen down sein will. Ich hab ihn zu nichts gezwungen, sondern gesagt: Dies und das ist, was ich mir vorstelle. Wenn du mit mir gehst, dann will ich, dass du rapmäßig der nächste nach mir bist, und danach, wenn ich das Rap-Ding dann nicht mehr mache, trägst du die Sache weiter. Ich bin bereit, dir alles von mir, und was ich habe, zu geben. Ich bin bereit, dir alles zu zeigen, was ich kann. Ich habe Eko von vornherein bedingungslos unterstützt. Ich hab ihn immer als den akzeptiert, der er war. Dabei war mir egal, ob er ein schüchterner, stotternder Typ ist. Das war für mich kein Problem. Ich hab ihn einfach gemocht und war der Meinung, dass er talentiert ist. Und wenn er jetzt auf einmal, nach ein, zwei Jahren, nur weil ihm ein paar Fans zurufen, denkt, dass er auf meine Meinung scheißen kann, dann ist das seine Sache, aber meines Erachtens nach hab ich mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich hab mich immer korrekt verhalten, mein Ego war die ganze Zeit so, wie es immer war. Und dabei war aber nichts Negatives. Ich hab meine klaren Vorstellungen. Die kennt jeder, der anfängt, mit mir zu arbeiten. Ich weiß einfach genau, wie ich mir was vorstelle und was mir wichtig ist. Ich kann keine sinnlosen Pop-Projekte unterstützen – so etwas wie „L.O.V.E.“ wäre auf Optik Records nicht gegangen. Wenn man zu Optik Records kommt, ist man sich dessen auch bewusst. Besonders, weil man mich auch kennt und ich so etwas immer sage. Ich kann ja trotzdem auch akzeptieren, dass z.B. jemand wie Curse oder Samy mehr Alben als ich gemacht haben. Ich respektiere das absolut. Jemand wie Curse hat sicher eine krassere Entwicklung als ich hingelegt. Ich sage nicht, dass er unbedingt der bessere Rapper ist, aber ich akzeptiere, dass Curse mehr Alben als ich und mehr Themen-Songs als ich gemacht hat und seit Jahren eine feste Fanbase hat. Dafür respektiere ich ihn. Was wäre ich für ein Typ, wenn ich das nicht akzeptieren könnte. Bei Samy gilt das genau so. Bis ich an diesem Punkt bin, dass ich so viele Alben habe und genauso lange im Game mitspiele, würde ich niemals sagen, ich wäre größer als jemand anderes. Für mich bin ich natürlich der beste Rapper, der ich sein kann und ein Fan von mir selber. Wäre ja unsinnig, wenn ich mich selbst scheiße finden würde. Ich respektiere aber jeden anderen, und akzeptiere die Skills von jedem. Ich muss nicht jemanden klein machen, um mich größer zu fühlen.
rap.de: Was ist das für eine von Eko angesprochene Sache mit Nicon? Eine Line Ekos in „Die Abrechnung“ lautet: „… Nicon ist ein Hund, du sagst es / und er scheißt in dein Glas…“
Savas: Ich glaube, Eko hat da irgendetwas falsch verstanden. Wenn Nicon und ich unterwegs waren, haben wir echt Jackass-mäßige Dinger gebracht. Nicon macht nicht das, was ich sage, aber wir haben uns teilweise einfach gegenseitig zu ekligen Sachen angestachelt. Dazu gehören keine Schwulitäten, nichts was mit Penis und so weiter zu tun hat, wir haben einfach verrückte Dinger gemacht. Nicon ist genauso ein verrückter Typ wie ich. Das ist auch einer, der in der Öffentlichkeit wild herumschreit, und sich zum Affen macht – genauso wie ich, weil wir im Kopf teilweise noch Kinder sind. Nicon hat aber auch seinen eigenen Charakter. Er ist ein eigener Typ. Und noch einmal: Keiner bei Optik befolgt irgendwelche angeblichen Befehle von mir!

rap.de: Dann ging es in „Die Abrechnung“ noch um einen anderen Typen, den du selbst vor einiger Zeit schon per Track angegriffen hast. Ich spreche von Peter Zwechkori von PDNTDR. Eko zog einen Vergleich zwischen Put Da Needle und deinem Optik-Label. Nimm doch bitte mal dazu Stellung.
Savas: Also, wenn da wirklich etwas Vergleichbares wäre, dann hätte Optik Records jetzt kein Büro und kein Studio mehr. Peter ist einfach mal konkurs gegangen und darüber hinaus einfach eine ignorante Person. Ich war in meinem Leben noch nie ignorant! Ich war anderen Leuten gegenüber immer offen. Peter hat schmutziges Business gemacht und seine Rechnungen nicht bezahlt. Das kann keiner von mir behaupten. Ich hab alles bezahlt, was ich bezahlen musste, auch wenn ich dabei Minus gemacht habe. Alle Leute, mit denen ich Musik gemacht habe, angefangen von Leuten in Minden, in Frankfurt, in Hamburg, in Stuttgart, egal wer und wo, ich war immer fair zu den Leuten. Und das ist der Grund, warum ich im ganzen Game immer noch Freunde habe. Du kannst alle Leute im Game fragen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand irgendeine schlechte Erfahrung mit mir gemacht hat. Für mich ist das einfach eine Grundvoraussetzung gewesen. Ich behandle die Leute genauso, wie ich will, dass sie mich behandeln. Peter hat einfach alle Leute behandelt, als ob sie Scheiße wären. Das hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht. Diesen Vergleich kann ich überhaupt nicht annehmen. Ebenso die Tatsache, dass ich die Jungs alle durch Eko kennengelernt hätte: Das ist einfach eine ganz dreiste Lüge. Amar hat zuerst Nicon kennengelernt, der wiederum mir dann von ihm erzählt hat. Eko war zufälliger Weise in Freiburg mit dabei, als Amar dort war. Ercandize kannte ich selber schon ganz normal durch ABS-Zeiten, und Illmatic war derjenige, der die ganze Zeit von Erc geschwärmt hat und mich sozusagen gezwungen hat, Erc anzurufen. Er hatte mir gesagt, dass ich mir anhören sollte, was der Junge so drauf hat. Caput hat ganz normal sein Demo an Optik geschickt. Und nur ich bin derjenige, und niemand anders, der die Demos hört. Ich war der, der gesagt hat: Lasst uns auf die Optikseite schreiben, dass wir Caput aus Iserlohn suchen. Der hatte nämlich seine Telefonnummer nicht angegeben. Ekos Satz, ich hätte unsere Zukunft wegen Groupies gefickt, ist komplett an den Haaren herbeigezogen. Ich weiß noch nicht einmal, was er damit meint. Eko ist für all seine Wege und auch den Punkt, an dem er jetzt ist, selbst verantwortlich. Das habe ich ihm damals schon gesagt. Ich hab ihm außerdem gesagt: Du kannst dieses L.O.V.E. Ding machen, ich kann aber nicht akzeptieren, dass wir das bei und über Optik machen. Wenn du das machen willst, dann musst du auch selber dafür geradestehen. Auch wenn die Fans dich danach hassen, musst du dafür geradestehen. Danach hat er sich beschwert, dass Flaschen fliegen. Die Leute haben einfach seine arrogante Art nicht mehr gemocht. Er setzt sich in Interviews hin, zieht das Cap tief ins Gesicht und antwortet auf Fragen nur noch mit Ja und Nein… – wenn das zu diesem Zeitpunkt sein Style war, weil er dachte, er sei sonstwer, dann ist das sein Style, aber auf jeden Fall nicht meiner. Damit konnte ich mich nie anfreunden. Ich hab ihm immer gesagt: Du musst deine Konsequenzen ziehen aus dem, was du tust, und vor allem mit ihnen leben können.
rap.de: Lass uns doch mal zu den für dich vermutlich interessanteren Sachen kommen. Dein nächstes Album wird ein Gemeinschaftsprojekt mit Azad sein. Was wird uns da erwarten?
Savas: Das Album ist fertig. Ich bin derzeit noch in Frankfurt und mache Fotos, Videos, Logos, die ganze Kampagne und so weiter. Ich muss dazu sagen, wir hatten nicht sehr viel Zeit für dieses Album. Wobei, eigentlich hatten wir viel Zeit, aber wir haben wenig Zeit genutzt. Wenn wir ein Jahr intensiv daran gearbeitet hätten, hätten wir noch ein sehr viel besseres Album machen können. Wir haben eigentlich effektiv zwei Monate richtig gearbeitet. Wir hätten schon noch ein bisschen länger an dem Album arbeiten können, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem Album. Es ist ein klassisches HipHop-Album geworden. Es gibt sehr viele harte Tracks darauf, wir haben eine sehr gemischte Beat-Auswahl, wir haben kein Feature bis auf Xavier. Xavier ist das einzige Feature, auf dem letzten Track, welcher auch gleichzeitig der einzige nachdenkliche und ruhige Track ist, auf dem jeder einzeln den Beat für sich selbst interpretiert hat. Daher wird für die Leute, die den Song hören, das Ganze vielleicht klingen wie zusammengewürfelt. Jeder wollte darauf etwas anderes sagen. Die Leute, die sich das dann anhören, werden es schon merken. Auf jeden Fall ist keiner von uns am Thema vorbeigeschliddert. Die erste Single wird „Monster Shit“ heißen, und das wird auf jeden Fall ein relativ harter Track. Was wir danach machen, wissen wir auch schon. Wir haben versucht, viele verschiedene Themen zu machen, aber auch viele Konzept-Songs. Ein Track heißt „War“, wo wir nur Kriegsmetaphern genommen haben. Ein anderer heißt „Tollwut“, worauf sich alle Metaphern nur mit Tieren beschäftigen. Wir haben wirklich versucht, in jede erdenkliche Richtung etwas zu machen. Smoothe Sachen, harte Sachen, aber es ist vor allem ein HipHop-Album.
rap.de: Wer hat für euch die Beats produziert?
Savas: Viele Leute. Aus Deutschland z.B. Monroe, Martelli, Sti, Azad und auch ich. Aus Amerika waren L.E.S., Sholar, Needlz und Kwamé dabei. Sonst fällt mir jetzt gerade keiner mehr ein.

Savas: Die Youth Culture-Leute hatten uns gebucht. Wir sind bei denen aufgetreten, und einer von denen hat eine ziemlich geile Leinwand gemacht. Ich weiß aber gar nicht, ob die schon jemand ersteigert hat. Das ist echt eine sehr gute Leinwand – sehr gelungen. Wer mein Face in überdimensional haben will, für den wird es sich lohnen, da mitzusteigern. Wer mein Gesicht nicht so mag, der sollte sich diese Leinwand vielleicht nicht unbedingt holen.
rap.de: Ich hab in letzter Zeit mehrfach rumoren hören, dass du eventuell planst, dich völlig aus dem Rap-Game zurückzuziehen. Ist da irgendetwas dran?
Savas: Ich will jetzt nichts sagen, was ich nicht halten kann. Bis jetzt macht mir auf jeden Fall Rap noch Spaß. Was ich auf jeden Fall will, ist, dass wir uns in diesem Jahr mehr auf Optik konzentrieren, damit alle Leute von Optik auch mehr represented werden. Caput hat gerade sein Mixtape „Caputte Sicht“ fertig, und Erc hat sein Mixtape „Best Of Ercandize II“ am Start. Wir machen dieses Jahr auch auf jeden Fall noch das Optik Records-Album. Ich will auch auf jeden Fall meinen Bruder noch mehr unterstützen… Ich werde nicht so schnell gehen! Ich habe noch viele Tracks zu machen, und ich habe noch viele Alben vor mir. Ich mag Alben. Mein nächstes Album wird auf jeden Fall ganz anders sein, als die Leute sich das vorstellen. Ich hab die ersten drei Songs vom Konzept her am Start, ich habe bereits ein, zwei Hooks geschrieben und werde mir noch viel mehr Mühe geben. Das nächste Album wird kein Schnellschuss sein. Ich werde Tracks machen, die als ganze Songs gelten werden.
rap.de: Ich möchte das Interview mit einer mehrfach zu deutenden Frage abschließen: Gibt es irgendeine Sache, bei der du dir wünschen würdest, diese nie gemacht zu haben?
Savas: Da gäbe es natürlich viele Sachen. Jeder Mensch hat in seinem Leben Fehler. Dadurch, dass diese Eko-Geschichte gerade so aktuell ist, hätte ich natürlich im Nachhinein meine Zeit auch besser in einen anderen Menschen investieren können, aber das kann man danach immer leicht sagen. Ich glaube, was viele Leute an mir kritisieren, ist, dass ich mich einfach zu oft nicht auf mich selber konzentriert habe, manchmal zu viel an andere Leute geglaubt habe und manchmal vielleicht auch ein bisschen zu naiv war. Da war ich aber auch ein wenig jünger – diese Zeiten sind vorbei. Ich weiß jetzt, was ich will. Man ist aber nie wirklich vor Fehlern geschützt oder davor, besonders wenn es auf einer freundschaftlichen Ebene ist, dass man auch enttäuscht wird. Genauso, wie man auch nie davor geschützt ist, andere Leute durch sein eigenes Verhalten zu enttäuschen. Es gibt auf jeden Fall Sachen, die ich lieber nicht gemacht hätte, aber das hat nichts mit Rap zu tun. Und das hat auch nichts mit Eko zu tun. Das sind private Sachen, mit denen ich andere Leute enttäuscht habe und mir nun sage: Das war nicht cool! Das haben die Leute nicht verdient.

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