Interview mit D-Bo

rap.de: Und diese Themen werden auf dem Album auch behandelt? Im weiteren Sinne?

D-Bo: Im weiteren Sinne schon ja. Aber auch Alltagsprobleme, es wird bei einigen Songs nicht so spezifisch formuliert, sondern es wird allgemeiner gehalten. Da gibt’s dann halt immer Stichpunkte, wenn du z.B. Probleme im Job hast oder es als alleinerziehende Mutter nicht hinbekommst mit deinem Kind, das ist natürlich scheiße, aber das haben schon Leute vor dir auch nicht geschafft und haben dann irgendwann ihr Leben trotzdem in den Griff bekommen. Dass man so ein bisschen diese Lockerheit gewinnt und nicht aufhört, sich selber zu motivieren und sagt, ey, ist eine schwere Phase, aber es ist auch nicht schlimm, da muss man halt durch.

rap.de: Kennst du das auch von dir selbst, dass du blockiert bist bei Problemen?

D-Bo: Jaja, (lacht) total. Jetzt gerade ist es z.B. eine Phase, in der ich mir extrem viel Arbeit ans Bein gebunden habe, ich hab ja noch Verantwortung für Angestellte, habe für die Projekte mir selbst gegenüber eine gewisse Verantwortung und werf das nicht hin, aber da gibt’s dann schon mal eine E-Mail an alle in der es heißt: Leute, ich bin jetzt zwei Tage nicht erreichbar, habt ihr Pech gehabt, aber ich muss jetzt erst mal ganz krass Arbeit nachholen, das zieht einen auch von der Laune her runter und dann versuche ich, Sachen nachzuarbeiten, das muss ich mir dann sozusagen selber gönnen und wenn ich es allen Recht machen und nicht zu mir selber sagen würde: es ist okay, auch mal ein bisschen ungemütlich zu werden, dann würde ich mir das vielleicht nicht zutrauen und es würde immer mehr Arbeit kommen und dann würde ich unter dieser Last tatsächlich zusammenbrechen.

rap.de: Einfach mal abschalten…

D-Bo: Genau, sich halt den Freiraum nehmen, den man gerade braucht in dem Moment.

rap.de: Darum geht’s ja auch eigentlich im ersten Song “Alleine sein“.

D-Bo: Ja richtig, genau. Das ist so ein bisschen der gesellschaftliche Strom der einen mitreißt, der einen immer zu gewissen Sachen zwingt und der einen vielleicht davon ablenkt, dass man bestimmte Bedürfnisse hat, die nicht ganz konform sind mit allen anderen. Dass man einfach mal sagt, hey Moment mal, das stört mich gerade alles, und lasst mich jetzt einfach mal allein, was ja nicht immer heißen muss, dass man dann einsam ist, sondern das heißt, lasst mich einfach mal mein Süppchen kochen im Moment, damit das, was mir gut tut, auch entsteht…

rap.de: Gerade für einen Musiker, oder einen Künstler ist es ja auch mal wichtig allein zu sein.

D-Bo: Absolut, ja.

rap.de: Oder schreibst du im Team mit anderen?

D-Bo: Nee, das kann ich gar nicht. Also ab und zu gibt’s mal Songs, wo wir im Studio sitzen, Max Mostley und ich. Max Mostley hat ja alle Songs auf dem Album produziert, und wir merken dann, so wie ich mir das vorgestellt habe, kann ich das gar nicht rüberbringen, weil wenn man zu Hause einen Text schreibt, hört man ja in sich rein, und das ist immer was ganz anderes als wenn man dann wirklich vorm Mikrofon steht und das auch nach außen tragen muss, was man sich so gedacht hat. Oder man merkt halt, dass die Formulierung nicht so stark ist oder dass sich irgendwas wiederholt, was einem vorher nicht aufgefallen ist und dann kann es schon mal sein, dass man im Studio an einem Song schleift, dass man gewisse Textpassagen umtextet. Aber die eigentliche Phase, in der das Kreative stattfindet, da muss ich wirklich alleine sein. Am Besten so abgeschottet wie möglich. Also von jeglichem gesellschaftlichen Leben, einfach diese Momente, die man erlebt und konserviert, die in einem drin sind, die wieder aufleben zu lassen. Darum geht es.

 

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