Robird Styles

Neuer Name, neues Label und neuer Sound. Nach "Uhrwerk Des Zorns" ließ Robird lange nichts mehr von sich hören. Doch nun ist er mit einem neuen Album und vielen Versprechungen bzg. neuer Releases wieder da. "Charterflug" ist am 9.Juni rausgekommen und soll den neuen Robird, den "Flying Eagle" representen.

rap.de unterhielt sich mit einem sehr offenen und redefreudigen Robird Styles über seine derzeitigen Pläne, seinen Labelwechsel, über sein neues Album "Charterflug", Privates und  seine Zukunft.

rap.de: Erstmal zu deiner Person: Aus welchem Umfeld kommst du und wie bist du zu Rap bzw. HipHop gekommen?

Robird Styles: Das war ein ganz unspektakulerer Weg, es ist ja meistens so, dass wieviele Künstler ein bestimmter Track oder ein bestimmter Künstler unglaublich inspiriert. Bei mir war es anders. Ich hab wahrscheinlich wie viele deutsche Standartrapper angefangen. Ich hatte viele Geschwister, Cousins und Cousinen und halt einen großen Cousin, der hat N.W.A und so Zeug gehört, als ich in der dritten Klasse war. Was mir dann wirklich gefallen hat, war die 2LifeCrew. Mein Cousin hat mir dann auch 5 Vokabeln übersetzt, "Pussy", "Fuck", "lick", "suck", "dick" – und mit diesen Worten habe ich dann halt fast alle Texte der Crew verstanden. Ich fand es halt lustig alleine diese Tracks anzuhören und über die Texte zu feixen. Von da an hab ich eigentlich nur noch Rap gehört, Leute wie Cypress Hill, House of Pain – weniger dieses Zeug aus Compton. Es gab immer so ein still, lohderndes Feuer in mir, das immer dabei war. Später, als diese Mixery Raw Deluxe-Battle Sache rauskam, habe ich mit Freunden angefangen zu freestylen, natürlich waren das zuerst Versuche die kläglich gescheitert sind, später wurde es dann immer besser. Es fanden kleine Sessions statt, die sich bis heute gehalten haben, also wir machen das immer noch aus der Tradition heraus. Aber irgendwann wurde mir das halt zu wenig. Ich hatte dann Bock was zu schreiben, oder wollte einen Song machen, den man vielleicht auch im Radio hört. Der Anreiz war halt da, sich mal 5 Minuten länger hinzusetzten, Reime zu schreiben, die auch irgendwie sinnträchtiger sind. Das hat ganz gut funktioniert. Über verschiedene Wege wurde ich dann DJ Maxsta vorgestellt – ihm hab ich dann mein Zeug vorgerappt und er fand sie Sachen halt geil. Damals war Maxsta noch ein Manager von Big Bud und hat mich so halt seinen Jungs vorgestellt. Die Rapper von Big Bud fanden mich halt nicht so cool, ich war ihnen noch zu sehr von Rappern wie Samy Deluxe inspiriert. Aber dem Producer hat es gefallen, und der hat mit mir ein paar Tacks gemacht. So habe ich auch viel über Atemtechnik und überhaupt die Produktion erfahren. Und so hat es dann auch bei  Big Bud seinen Lauf genommen.

rap.de: Apropos Big Bud: Es ist ja bekannt, dass du viele Jahre ein fester Teil dieses Labels warst und nun bist du vor kurzem, mit deinem Labelkollegen Smoke zu Jubeko gewechselt. Wie kam dieser Bruch zustande?


Robird Styles: Das war jetzt keine Ekelsache oder so, also ich wurde nicht rausgeworfen und ich habe auch nicht gesagt, dass ich hier unbedingt weg muss. Es gibt für mich keinen Grund jetzt groß zu haten. Ich habe mir einfach nur eine coolere Labelbetreuung vorgestellt. Meiner Meinung nach war Big Bud personell unterbesetzt, aber von den Künstlern her überbesetzt. So hatten sie halt nicht die Möglichkeit sich um jeden Rapper richtig zu kümmern, für jeden wirklich gute Promotion zu machen. Deswegen hab ich mich ein bisschen woanders umgeguckt, mit Freunden gesprochen – und auch mit Sentino, den ich schon länger kenne – und anderen Rappern. Das wurde mir dann von Big Bud übel genommen, was ich auch etwas verstehen kann, da alles ohne Absprache ablief. Aber es war halt alles unverbindlich. Aber dadurch fühlte ich mich in meiner Entscheidung bestärkt, etwas Anderes zu suchen. Damit waren die Jungs dann auch einverstanden, so können sie auch besser arbeiten, weil sie sich um weniger Künstler kümmern müssen – und ich bin mit der Entscheidung letzlich auch zufrieden.


rap.de: Der Beat zum Intro von deinem Album, "Charterflug" wurde ja von deinem ehemaligen Labelkollegen Michael Mic produziert. Können wir also davon ausgehen, dass du noch cool mit den Jungs bist?

Robird Styles: Ja, ganz ehrlich. Ich bin auch der Meinung, man muss es so ein bisschen trennen. Ich hatte zwar den Eindruck, dass es von Big Bud-Seiten nicht so gut geklappt hat, das Musikalische von dem Persönlichen zu trennen, aber das soll jeder so handhaben, wie er denkt und ich bin auch keinem böse. Bis auf Michael sind mir die anderen Jungs auch komplett egal. Ich wünsch denen  aber auf jedenfall alles Gute und würde mich über ihren Erfolg auch freuen – und mit Micha (Michael Mic Anm. der Red. ) bin ich nach wie vor cool, denn mit ihm war ich am engsten befreundet. Wir haben fast jeden Tag zusammen gechillt. Wir wollten eigentlich auch mal ein Album zusammen machen – das wird in näherer Zukunft wohl nicht mehr stattfinden. Aber nach wie vor feiere ich seine Produktionen. Darüber hinaus habe ich den Beat schon vor dem Weggang von Big Bud gepickt, und Michael war auch einverstanden, dass ich diesen Beat für mein Album verwende.

rap.de: Gut, meine nächste Frage wäre damit auch fast schon beantwortet. In nächster Zeit wird es keine Zusammenarbeit mit den Jungs von Big Bud geben?

Robird Styles: Wenn man sich zufällig mal trifft, gibt man sich auch die Hand und man redet. Mit Michael Mic rede ich auch noch persönlich, aber natürlich seltener als früher. Musikalisch haben wir uns zu weit auseinander entwickelt. Da wird erstmal nichts mehr kommen.

rap.de: Zu deinem Album. Du hast im Vorfeld ja ein 12 Tracks starkes Mixtape zum freien Download ins Netz gestellt, welches du nebenbei aufgenommen hast. Wird das Album "Charterflug" in die gleiche Richtung gehen, oder einen komplett anderen Weg einschlagen?

Robird Styles: Auf jedenfall eine sehr gute Frage. Diese habe ich in anderen Interviews vermisst. Also dieses Mixtape ist jetzt nicht in diesem Exklusiv-Sinn zu verstehen. Es sind nicht die Songs, die es nicht aufs Album geschafft haben. Es war so in dieser Selbstfindungsphase, nach dem ersten Album. So ein Album ist ja immer eine Art innere Reinigung, man hat alles gesagt, was man zusagen hatte. Ich habe versucht den Spagat hinzukriegen, zwischen meinem neuen Sound und dem Sound meines ersten Albums "Uhrwerk Des Zorns". Dabei sind ein paar gute Songs, aber auch ein paar nicht so gelungene Tracks entstanden. So ist dieses Mixtape auch zu verstehen. Es entstand in einer Phase, in der ich nicht zu 100% mit meinen Songs zufrieden war. Es ist einfach ein Sammelwerk dieser Songs. Man hört es ja auch. Dieses Werk diente nur dazu, die Wartezeit auf mein Album zu verkürzen. Der Sound von "Charterflug" ist komplett anders. Dieses Mixtape ist noch für die Leute, die den "Uhrwerk Des Zorns"-Sound cool fanden. Es sind auch mehr nachdenkliche Songs, im Gegensatz zu meinem Album, wo ich wirklich auf Entertainment gesetzt habe. Spaßige Punchlines und geile Beats waren eher das Konzept des Albums. Dieses Freedownload-Mixtape ist als gesammelte Skizze zu verstehen, damit die Leute was zu hören haben. Es ist weder qualitativ noch inhaltlich mit dem Album zu vergleichen.


rap.de: Was hat es mit diesem Zusatztitel auf sich? "Der Coole Von Der Schule" legt ja Paralellen zu anderen Künstlern, wie Bass Sultan Hengzt. War das Absicht?

Robird Styles: Dieser Zusatztitel war mehr so ein Geistesblitz von uns Beiden (Julian von Jubeko und Robird, Anm . d. Red ), und für mich einfach der Untertitel für das Album.

Man kann es auf jedenfall als Leitmotiv bezeichnen, was mein Künstlermotiv umreißt. Es hat nicht viel mit dem "Charterflug"-Album zutun. Dieses Motiv blickt noch weiter in die Zukunft, sozusagen eine Vorschau auf meine kommenden Releases. Meine Persönlichkeit, also "Der Coole Von Der Schule" soll später mehr eingebracht werden. Also die Paralellen zu anderen Künstlern sind rein zufällig. Der Satz war cool und beschreibt meine gesamte schulische Laufbahn. Ich war nie einer der ekelhaften Streber, aber habe für mich eingesehen, dass es sinnlos ist, meine Zukunft wegzuwerfen, nur weil ich keinen Bock auf Lehrer hatte. Ich habe versucht sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Aber wie es oft so ist, ich habe viel Schule geschwänzt, viel gekifft und hatte immer Beef mit Lehrern und viele Tadel kassiert. Aber zu den Klausuren war ich immer da, und hab mich auch angestrengt. So habe ich auch mein 1er Abi hingelegt. Ich habe dann erst später mitbekommen, dass Hengzt dieses "Der Coole Von Der Schule" sagt, was ich aber nicht schlimm finde. Ich glaube, dass wir das Gleiche meinen, aber ganz anders an die Sache rangehen.


rap.de: Features? Was kann in dieser Richtung auf deiner Platte erwarten?

Robird Styles: Ich wollte mein Album nicht mit Features vollpacken. Das heißt, ich wollte in erster Linie mich, auf meinem Solo-Album representen, und habe dadurch Features aus meinem näheren Umfeld gewählt. Dabei habe ich darauf geachtet, dass sie mit meinem Style vergleichbar sind. Also Taichi ist dabei – ihn kenne ich schon länger, und musikalisch sind wir auf einer Länge. Kobra is drauf, denn ich habe "JetSet" von High Society einfach gefeiert. Diese unglaubliche Ignoranz hat Kobra einfach sehr gut rüber gebracht. Sentino durfte nicht fehlen, da ich ihn schon Jahre kenne und ihn für einen der geilsten Rapper Deutschlands halte. Und von den Punchlines geht er natürlich auch in eine ähnliche Richtung. Smoke durfte alls Labelpartner nicht fehlen – sein Sound unterscheidet sich zwar am Meisten, im Vergleich zu den anderen Features, aber das bringt für mich auch mehr Facetten in mein Album und auf dem Song, mit uns Beiden harmonieren wir sehr gut. Dann gab es noch einen, der wenigen persönlichen Tracks auf dem Album, wo ich halt über die Liebe zu meiner Freundin rappe, dafür wollten wir uns halt eine Sängerin suchen, die diese sehnsüchtige Unschuld vermittelt. Und Vanessa S. war dafür, die erste Wahl. Sie hat eine sehr gute Stimme, aber nicht diesen krassen Soul, sondern noch so einen poppigen Touch in der Stimme. Sie fand den Song auch von Anfang an cool.

rap.de: Zwei Features von deinem Album stechen einem natrülich sofort ins Auge: Der mit DSDS Vanessa S. und S.A.S – die Dipset Eurogang. Könntest du auf diese Features etwas näher eingehen?


Robird Styles: Wie gesagt, mit Vanessa war es die Arbeit sehr harmonisch und problemlos. Sie ist ein nette und sehr kooperative Person. Julian (Management von Jubeko Anm. der Red.) hat eine Mail an ihr Management geschickt, mit dem Song als Anhang, den Vanessa von Anfang an cool fand. Wir haben ihr als Pre-Mix den Song mit einer anderen Sängerin geschickt, sie hat daraufhin sofort zugesagt. Wir trafen uns dann wenig später im Studio von Djorkaeff (Produzent von Jubeko Anm. d Red.) und haben den Song aufgenommen. Mit S.A.S lief es eigentlich ähnlich ab. Wir hatten eine Mail geschrieben, mit einer Featureanfrage, und es kam ein sehr attraktives Angebot zurück, was kaum über die Kostendeckung hinaus ging. Sie meinten halt, dass ich Skills habe und fanden es cool, haben es gefühlt. Verstanden haben sie aber natürlich kaum was. Ein Song, den wir recorded haben, wollen sie auch auf ihr nächstes Mixtape drauf packen, was für mich natürlich eine große Ehre ist. Die Jungs meinten halt, dass die Hörer in England durchaus auch für anderen Sound offen sind. Ich war natürlich extrem aufgeregt, da ich diese Jungs schon länger feiere. Für mich ist dieses Signing eines der wertvollsten von Dipset, seit langem und wenn ich ehrlich bin, hätte ich dieses Feature fast jedem anderen Dipset-Feature vorgezogen – bis auf Cam´ron, den ich auch unfassbar finde. Aber S.A.S hätte ich auf jeden Fall auch Juelz Santana vorgezogen. Andere würden ihn vorziehen, weil er im Moment einfach mehr Fame hat, in Deutschland, aber das war für mich nicht die Überlegung. Wir sind sehr cool mit den Jungs. Und es wird in Zukunft noch mehr Kollabos geben.

rap.de: Die Beats auf deinem Album sind, bis auf ein paar Ausnahmen (DJ Proof, Djorkaeff, Micheal Mic), alle von Yanek produziert, was schätzt du an seiner Arbeit?

Robird Styles: Ein sehr sachlicher Grund ist, dass mein Album eine gerade Linie haben sollte. Yanek ist in der Lage sehr vielseitig zu produzieren, aber trotzdem seinen Sound zu behalten. Also man erkennt seine Produktionen wieder. Ähnlich wie Kanye West, auch wenn ein Beat völlig anders klingt von ihm, wirst du sofort erkennen, dass der Beat von ihm ist. Diese Art durchzieht ja auch meine Laufbahn. Mein erstes Album wurde fast ausschließlich von Michael Mic produziert, da ich mich damals sehr gut mit seinen Sachen identifizieren konnte, und jetzt transportiert Yanek am besten diese Stimmung des Albums. Es hat sich sehr schnell eine freundschaftliche Basis mit ihm entwickelt. Er wusste genau, was ich will und so war es fast wie ein blinde Zusammenarbeit – er hatte immer ein Beat, der genau gepasst hat, zu dem was ich gerade machen wollte. Deswegen kam die Überlegung auch gar nicht auf, sonst wo hin zu gehen. Es hat einfach alles geklappt und so konnten wir auch in einem halben Jahr 30 Songs recorden.

rap.de: Wie wird es in der näheren Zukunft weitergehen? Ist eine Tour oder ein Video zu "Charterflug" geplant? Und wie sieht es mit weiteren Releases aus?

Robird Styles: Natürlich gibt es weitere Releases – eine weitere Platte ist fest eingeplant. Nach diesem Album wird wenige Monate später ein weiteres Album folgen. Viele Songs sind auch schon fertig, es wird also nicht so lange dauern. Circa 11Songs sind recorded, und 17-18 sollen es wieder werden. Es fehlen noch ein paar Features. Mal kucken wen man dafür bekommt. S.A.S. wird natürlich wieder dabei sein, dann wird es wahrschienlich gegen Ende des Jahres ein Kollabo-Album geben, mit einem befreundeten Künstler. Da will ich aber erstmal noch nicht zuviel sagen. Es wird keine unfassbare Überrasschung sein, aber das Album wird auf jedenfall ein Brett werden. Auf den weiteren Teile der Memories-Reihe, von Jubeko, werde ich vertreten sein. Ich werde auch jede Menge Features auf Samplern, Mixtapes usw.. geben. Aber zuerst konzentriere ich mich auf die eigenen Sachen.


rap.de: Wenn ein Video geplant wäre, welchen Song würdest du aus deinem Album, für dieses Video wählen?

Robird Styles: Es wird eine Menge Videos von mir geben, dieses Jahr. Einige Internetvideos, es wird zu dem S.A.S Song eine kleine London-Doku geben. Einfach Robird Styles in London. Wir waren zwar nur 2 Tage da, haben aber sehr viele Impressionen von dort mitgenommen. Und der Song mit den S.A.S Diplomats wird auch in diese Doku eingebettet sein. Es wird ein Videosnippet geben und ein Internetvideo, "Alles Ist Vorbei",  mit Taichi und Kobra kann man ja bereits runterladen. Für die Sendestationen wird es auch ein Video geben – das wird der Song mit Vanessa S. sein. Es ist ein sehr cooler Song und ich denke, die Songs mit Gesang kommen bei den Leuten am besten an, natürlich auch, weil es eine Thematik ist, mit der sich jeder identifizieren kann. Ich hoffe damit Hörer zu erreichen, die halt nicht nur die Juice lesen oder auf rap.de gehen. Ganz normale Kids, die halt auch diese Erfahrung mit der Liebe machen.

rap.de: Wie sieht es bei dir privat aus: Hat Rap deine gesamte Freizeit in Anspruch genommen oder sind dir andere Sachen noch wichtiger?

Robird Styles: Viel auf jeden Fall, aber um ein ausgewogener Künstler zu sein, und um etwas zu erzählen zu haben, muss man sich auch mit anderen Sachen beschäftigen. Ich studiere Psychologie, habe eine Freundin, die ich sehr liebe und natürlich sind da noch meine Eltern. Also… man spielt halt verschiedene Rollen im Leben. Meine Famile ist mir sehr wichtig, meine Freunde, die mit Rap nix zutun haben sind wichtig, die Uni ist wichtig. Aber es ist schon so, dass Musik in letzter Zeit sehr viel Raum eingenommen hat. Musik ist das, was ich am liebsten mache, und was ich am besten kann. Es gibt halt immer Phasen in denen Rap mehr in den Vordergrund gerät, und dann wieder Phasen, z.B. nach einem Album, wo man sich wieder auf andere Sachen  besinnt. Erstmal wieder zu Kräften kommen muss, um neue Gedanken zu fassen, und über dies und jenes nachdenkt, wie, was man als nächstes machen will. Im Moment wäre das halt viel Studioarbeit, Videodrehs in Deutschland und in London, Interviews geben, was auch immer. Was ich aber alles sehr gerne mache. Ich verstehe solche Künstler nicht, die ihre Musik machen, aber mit dem ganzen Drumherum, nichts zu tun haben wollen.

rap.de: Du hast es schon angesprochen, dass du Psychologie studierst. Wo siehst du dich in 10 Jahren? Als Therapeut in einer Klinik, oder willst du weiter auf der musikalischen Ebene arbeiten?

Robird Styles: Naja, ich studiere Psychologie aus ganz anderen Gründen. Ich bin kein krasser Idealist, ich werde auf keinen Fall in die klinische Psychologie gehen, dafür bin ich viel zu sensibel, das geht mir einfach zu nah. Ne, viele wollen ja Therapeut werden, und es ist unter Kommilitonen, also Mitstudenten, ja auch krass verachetet, wenn man gar nicht in die therapeutische Richtung gehen will. Aber ich hab mehr Bock etwas in der Richtung Werbepsychologie zu machen. Diese Sache werde ich auch definitiv weiterverfolgen – es sei denn, dass ich musikalisch so ausrasten werde, dass dafür keine Zeit bleibt und ich wirklich meinen Lebensunterhalt damit gut bezahlen kann. Das Studium leitet schon jetzt darunter, dass ich soviel Musik mache. In 10 Jahren will ich also entweder Multimillionär als Rapper (lacht) sein, oder Werbepsychologe in der Medienbranche. Aber Rap wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Klar.


rap.de: Willst du den rap.de-Lesern sonst noch etwas auf den Weg geben?

Robird Styles: Auf jeden Fall dran bleiben. 2006 wird viel rauskommen. Robird Styles wird auf vielen Releases zu hören sein. Die London-Berlin-Achse wird weiter ausgebaut. Ich hoffe einen neuen Wind nach Deutschland zu bringen, auch wenn viele Leute sagen, dass ich eine Richtung einschlage, die es schon gibt, bin ich der Meinung, dass das so nicht der Fall ist. Ich habe mich letztens mit einem befreundeten Künstler unterhalten und er brachte den MatissePicasso-Vergleich – also nur Leute, die keine Ahnung haben verwechseln Matisse mit Picasso. Je ferner man differenziert, desto mehr merkt man, dass jeder Künstler seine eigene Ader und sein eigenes Lebensgefühl vermittelt. Und ich denke schon, dass Robird Styles für Deutschland eine Bereicherung ist.

 

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