DJ Friction kommt im März mit seinem Soloalbum „Soulsonic“. Joy Denalane tourt ab dem 24.02.04 mit dem Acoustic Quartett `longside Till Brönner und dessen Band. Ein Live-Album inklusive DVD sollen im Anschluss daran veröffentlicht werden. Während dessen befindet sich Max Herre im Studio, wo er an seinem Solowerk bastelt. Ein genauer Veröffentlichungstermin seines Albums ist zwar noch nicht in Sack und Tüten, fest steht aber, dass er darauf einige Artists aus dem FK Allstars Umfeld featuren wird. Klar ist auch, dass er auf Tour gehen und im Sommer auf einigen Festivals (bestätigt wurde seine Teilnahme an der Summerjam) spielen wird. Es erwartet uns demnach in den kommenden Monaten eine ordentliche Bandbreite an Soulfood.
Amp Fiddler – Waltz Of A Ghetto Fly
Amp Fiddler kommt aus Detroit. Natürlich gilt das nicht nur für ihn. Auch Jay Dee a.k.a. J Dilla kommt von dort, vergleiche Welcome 2 Detroit auf BBE. Abgesehen von ihrer Hometown teilen die beiden vor allem ihre Leidenschaft für Musik, und so war es mehr oder minder unvermeidlich, dass sich die beiden irgendwann über den Weg laufen. Da Amp Fiddler ein gutes Stück älter ist als Jay Dee, hatte er ihm einiges zu erzählen. Beispielsweise von seiner Arbeit als Keyboarder für George Clinton und Parliament in der Zeit von 84 bis 96 oder seinen tasteninstrumentalen Beiträgen für Stücke von Künstlern wie Jamiroquai, Brand New Heavies oder Money Mark, der seinerseits ja für seine Zusammenarbeit mit den Beastie Boys bekannt ist. Die Legende geht dabei sogar so weit, dass Amp Fiddler Jay Dee als erster in die Arbeit mit Samplern eingeführt haben soll&
Wie dem auch sei, Amps eigener Sound stammt zwar nach wie vor in einigen Fällen noch aus der MPC, ist unterm Strich aber weniger für HipHop-Puristen, als eher für die D´Angelo-Fraktion komponiert. Das gilt auch für Tracks wie You Play Me, auf dem es auch zu einer Kollabo mit Jay Dee kam, der darauf für das Drum-Programming zuständig war. Unterm Strich zeichnet sich die Platte also in erster Linie durch soulige Tunes aus, auf denen der Meister zumeist auch selbst als Vocalist zu hören ist. Das Spektrum reicht dabei von beschleunigten, dancefloortauglichen Songs wie superficial und dreamin´ bis zu den ebenfalls vertretenen Schmuseschnulzen wie unconditional eyes. Ob man so was mag, ist natürlich Geschmacksache. Objektiv ungünstig ist für den Sohn Detroits jedenfalls, dass seine Platte mehr oder minder zeitgleich mit Virgin Ubiquity von Roy Ayers erscheint, und er im Vergleich mit dem Altmeister unweigerlich den Kürzeren zieht. Das hat allerdings nicht viel zu sagen, denn wer würde das nicht. Für Amp Fiddler gilt: Bitte auschecken und selber ein Bild machen.
Lehrer bietet Haschisch als Hauptgewinn
Freunde des Kiffens, lasst euch Eines sagen – ihr habt durchaus mehr Supporter als ihr bisher wahrscheinlich angenommen habt. R.Haase, Lehrer einer deutschen Gesamtschule, muss 1.600 Euro blechen, weil er – aber hallo – auf seiner Homepage eine Verlosung, mit 10 Gramm Haschisch als Hauptgewinn, gestartet hatte. Lehrer Haases Statement dazu: „Ich habe niemals für Drogenkonsum geworben.“ Jedoch gab er zu Protokoll, dass er die Kriminalisierung von Haschischkonsumenten für zutiefst verfassungswidrig hält. Während der Lehrer weitestgehend mit einem blauen Auge davon kam, wartet ein 36jähriger Mann aus Aachen auf seinen Termin beim Haftrichter, da in seiner Wohnung über 200 Canabispflanzen und „umfangreiches Betreibergerät“ beschlagnahmt und inzwischen selbstverständlich auch vernichtet wurden.
V.A. – The Beat Generation
Vor drei Jahren wurde mit dem Jay Dee-Album Welcome 2 Detroit der Startschuss für die inzwischen legendäre Beat-Generation-Serie des Londoner Kult-Labels BBE (Barely Breaking Even) gesetzt. Was folgte, haben wir bei rap.de wohl bereits mehrfach erzählt. Trotzdem sollte man sich die Namen der Produzenten, die nach Jay Dee ebenfalls Producer-Alben auf BBE releasten, noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Nach Jay Dee kam Pete Rock mit den Petestrumentals, der kommerziell bisher erfolgreichsten Veröffentlichung der Serie. Wie der Name andeutet handelte es sich dabei – von wenigen Ausnahmen abgesehen – um ein Instrumental-Album. Interessant daran vor allem auch, dass Pete auf äußerst gelungene Art teilweise recht hiphop-untypische Soundeffekte benutzte, wie etwa Filter, die man eher aus Houseproduktionen kennt. Auf Pete Rock folgte dann will.i.am, Produzent und MC der Black Eyed Peas, der für sein Album Lost Change wesentlich stärker mit Musikern zusammenarbeitete als seine Vorgänger und der Serie so eine weitere Dimension hinzufügte. Nach ihm kam mit Marley Marl eines der wahren New Yorker-Produzenten-Urgesteine zum Zug. Auf seinem Album Re Entry fand sich u.a. die Neuinterpretation des Roy Ayers-Klassikers Hummin´, auf welcher auch Roy Ayers selbst erneut mitwirkte. Danach drückten DJ Spinna (From Here To There), Jazzy Jeff (The Magnificent), King Britt (Adventures In Lo-Fi) und Larry Gold (Don Cello And Friends) der Reihe ihren Stempel auf.
Die Beat Generation-Reihe ist aus mehreren Gründen interessant: First and foremost geht es auch hier natürlich um Musik. Insofern ist dem Labelgründer Peter Adarkwah das große Kompliment zu machen, dass er es geschafft hat, von London aus acht Spitzen-Produzenten an Land zu ziehen, deren Stile alle derart unterschiedlich sind, dass jedes Album seine absolut eigene Existenzberechtigung hat. Die Reihe ist insofern als Ganze ein Denkmal für die Sampleschleifer dieser Welt. Hinzu kommt, dass die Serie auch unter dem Aspekt des Artworks, welches ihr eine gewisse Corporate Identity schaffte, nicht zu überschätzen ist. Das fängt beim Beat Generation-Logo an, geht über die Coverfotos weiter und endet schließlich bei der Gestaltung der Innencover. Die Props hierfür gehen an Tom Mc Callion. Ein guter Freund von mir meinte dazu neulich euphorisiert: Das ist so HipHop Alter und gleichzeitig so professionell, da könnten sich die meisten anderen Label drei, vier Scheiben von abschneiden. Recht hat er.
Trotz des Erfolges der Reihe hat Peter Adarkwah beschlossen, das Ganze nun zu beenden. Um einen würdigen Schlusspunkt zu setzen, veröffentlicht BBE dazu eine Compilation, auf der jeder beteiligte Produzent mit jeweils zwei Beiträgen vertreten ist. Hier auf einzelne Tracks einzugehen, ist wenig sinnvoll. Was soll man über eine Compilation sagen, deren Bestandteile selbst allesamt von genauso großartigen Alben stammen? Natürlich habe ich auch hier meine Lieblingstracks, wie etwa den Slammer Back On The Block von Pete Rock feat. CL Smooth, so wie es vereinzelt auch Stücke gibt, die im Direktvergleich etwas schwächer abschneiden, wie vielleicht Superstar von King Britt, das mir etwas zu glatt ist. Unterm Strich kann es aber erneut einfach nur heißen: Kaufen! Insbesondere auf Vinyl, das man – wie für BBE üblich – wieder gnadenlos sauber hat schneiden lassen. Und wer weiß vielleicht bekommt Peter Adarkwah ja irgendwann doch noch einen Anruf von DJ Premier und die Beat Generation erfährt ihre Fortsetzung.
Diana Ross bei Trunkenheitstest lachend umgefallen
Von wem auch immer der Spruch „je oller – desto doller“ einst kam, er muss genau gewusst haben, von was er da sprach! Nachdem erst kürzlich James „Sexmachine“ Brown, immerhin schon 70-jährig, im Suff seine knapp vierzig Jahre jüngere Frau verprügelt haben soll, gibt es in Bezug auf Trunkenheit alternder Soulstars wiederholt Neuigkeiten. Diana Ross (59), Souldiva und einst Supremes-Aushängeschild wird bis zum 09.03.04 in Los Angeles eine zweitägige Haftstrafe, wegen Trunkenheit am Steuer absitzen müssen. Das Gericht verdonnerte die Sängerin außerdem zu einem Kurs über Alkoholmissbrauch sowie einer Geldstrafe von rund 670 Euro. Diana Ross war am 30. Dezember 2002 in Tucson/Arizona angehalten worden, weil sie in Schlangenlinien fuhr. Nach Polizeiangaben hatte sie 2,0 Promille Alkohol im Blut. Als sie beim folgenden Alkoholtest auf einem Bein stehen sollte, muss sie angeblich lachend umgefallen sein.
Da Grammy Rulers
Das 46.Grammy Award Spektakel ist vorüber und ein jeder, der im Soundbizz etwas auf sich hält war vor Ort und hat, im besten Fall, dick Preise abgeräumt. Königin der Abräumer war in diesem Jahr unangefochten Beyonce, die direkt fünf von insgesamt 105 Awards für sich verbuchen konnte. Sowohl „Crazy In Love“ und „Dangerously In Love“, als auch ihr durchaus respektables Werk mit Luther Vandross („The Closer I Get To You“) wurden mit Preisen verziert. Erfreulich ist die Ehrung Aretha Franklins in der Kategorie Best Traditional R&B Vocal Performance Wonderful. Ansonsten bot die Preisvergabe nur wenig Überraschendes. Sean Paul rockte in Feld 15 (Reggae) wie zu erwarten die Kategorie 69 (Best Reggae Album – „Dutty Rock“), weitere Preise teilten Missy Elliott, Eminem, Outkast und der „Shake Ya Tailfeather“ Mob unter sich auf. Die übrigen 90 Trophäen wurden in den Kategorien vergeben, die hier nicht wirklich irgendetwas zur Sache tun und bleiben Euch deshalb an dieser Stelle erspart.
Roy Ayers – Virgin Ubiquity Unreleased recordings 1976 – 1981
Der HipHop-Welt ist das Label BBE bisher in erster Linie durch die Beat Generation-Serie aufgefallen, in der Altmeister des Sampleschleifens wie Marley Marl (Re Entry) oder Pete Rock (Petestrumentals) neben jüngeren Kollegen wie DJ Spinna (From Here To There) oder Jay Dee (Welcome 2 Detroit) geniale Produzentenalben in genialem Cover-Artwork ablieferten. Nachdem sich Labelchef Peter Adarkwah dazu entschieden hat, der Beat Generation-Reihe mit dem Best-Off-Sampler V.A. The Beat Generation ein Ende zu bereiten, sollte unter den Fans der Firma jedoch keine Depression aufkommen. BBE hat den nächsten Coup schon unter Dach und Fach, denn in der kurz Lost & Found genannten neuen Reihe wird auf Barely Breakin´ Even in Zukunft bisher unveröffentlichtes Material veröffentlicht. Eingeleitet wurde die Serie bereits vor ein paar Monaten durch die beiden Mitt-90er-Killer-Alben von Pete Rock, die bei uns konkurrenzfrei zum Muss der Woche wurden.
Ein kaum zu toppendes Highlight bildet nun aber der dritte Beitrag in Lost & Found: Labelchef Peter Adarkwah gelang es, Roy Ayers davon zu überzeugen, zu hause im Keller doch noch mal genau nachzusehen. Als Roy wieder hoch kam, hatte er einen Stapel Mastertapes unterm Arm. Nachdem das Material gesichtet war, einigte man sich, der Weltöffentlichkeit 13 der gefundenen Songs zugänglich zu machen, und so stand schließlich das neue BBE-Album: Roy Ayers Virgin Ubiquity / 1976 1981 Unreleased recordings.
Nur für den Fall, dass einige (vielleicht jüngere Leser) Roy Ayers noch nicht kennen: Roy Ayers is the man. Genau genommen gibt es eigentlich keinen ernstzunehmenden HipHop-Produzenten, der Roy Ayers noch nicht gesamplet hätte. Allein die Zahl der HipHop-Tracks, bei denen es schon bekannt ist, dass Ayers-Samples benutzt wurden, liegt bei 107. Dieser Typ kann alleine von den Schecks leben, die ihm deswegen ins Haus trudeln, und das zu recht. Roy Ayers hat sound- und mentalitätsmäßig in den 70ern schon viel von dem vorweggenommen, was erst in den 90ern offiziell HipHop wurde.
Was einen auf Virgin Ubiquity erwartet: Warmer analoger, perfekt klingender Roy Ayers in Reinform. Sophisticated Disco, Funk und Soul sind die Schlagworte. Das Spektrum der Tempi und Besetzungen ist breit. Da wäre zum Beispiel die pumpende four-to-the-floor Disco-Nummer What ´s the T oder das zwar etwas langsamere, aber ebenfalls tanzflächentaugliche I did it in Seattle. Natürlich gibt es auch die langsameren schmoovy-groovy Nummern wie I Really Love You, auf welchem es zu einem Duett zwischen Merry Clayton und Roy selbst kommt. Großartig auch das Instrumental Green & Gold, auf dem man sich ohne weiteres einen MC wie Common Sense, Talib Kweli oder TY vorstellen könnte. Die Vibes, die Roy hier zum Besten gibt, klingen fast so, als hätte sich Jan-Heie Erchinger für den Auftakt des Jazzkantine-Klassikers Einfach mit Jazz ein wenig davon inspirieren lassen. What more can I say? Thanks to Roy Ayers and Peter Adarkwah.
Verfahren gegen Beatfabrik Mitglied eingestellt
Dritte Instanz des so genannten „Freifickmuschi“ -Prozesses, zwischen Kid Kobra – von der Beatfabrik und Sandy, die einst, in welcher Form auch immer, mit genanntem Kid verbunden war. Sah es in der zweiten Runde noch schlecht für den Rapper mit der „spitzen Zunge“ aus, hat das Kammergericht Berlin das Urteil vom 16.09.03 (dick Geldstrafe für Kid Kobra, wir berichteten) inzwischen aufgehoben und Sandy das Nachsehen. By the way: Verpasst heute Abend nicht Beatfabrik & Fumanshu (Letzter Gig dieser Tour)! „Es erwartet Euch eine richtig fette Show, versprochen!“ – Die Show steigt im Casino, Start ist 22:00Uhr.




