Der 2. Riddim-Soundclash fand letzte Woche, wie auch das Jahr zuvor, in der Muffathalle in München statt. Am Start waren Ricky Trooper, Freddy Krueger (beide ehemals Zugpferde von Killamanjaro!!), One Love Hi Powa und Supersonic. Die Massive war heiß, die Münchner Muffathalle brechend voll!Leider hatten die Veranstalter dieses Jahr die Soundsystems nicht auf zwei gegenüberliegende Bühnen verfrachtet sondern auf eine. Die aufgeheizte Fangemeinde stand somit vor ihrem Sound, gleichzeitig aber auch vor dem gegnerischen. Mehrere Flaschen flogen an diesem Abend! Jedermann war gespannt auf Oberschreihals Freddy Krueger, doch musste dieser nach der ersten Runde schon seinen Hut nehmen, da das Zusammenspiel zwischen ihm und seinem Selector nicht wirklich klappte. In der zweiten Runde verabschiedete sich dann auch Mr. Ladyslove Ricky Trooper, der die Massive mit seinem ABBA „Supertrooper“-Tune nicht wirklich begeistern konnte. Auch das Bounty Killer-Dubplate auf demselben Riddim konnte nichts mehr retten. One Love Hi Powa, die in Runde 1 & 2 klar führend waren, konnten sich in der Dub-fi-Dub Finalrunde gegen Supersonic jedoch nicht durchsetzen. Nachdem Killamanjaro den Titel letztes Jahr bekam durfte dieses Jahr ein deutscher Sound den Titel in Empfang nehmen: Supersonic. Big up and `nuff respect!
Optik Boom!
Es ist soweit! Nach langem warten gibt es nun endlich die erste offizielle Platte von SPSD auf Optik Records. Vorzeigefreestyler Spontan und sein Kollege SD sind gemeinsam auf der Single „V.I.P. / Feinde für immer“ zu hören.Ein exklusives Snippet kann man sich auf der Optik-Seite anhören. Des Weiteren wird Kool Savas auf Jadakiss‘ neuer Single „Why“ gefeaturet. Das Ding wird am 25.10. in Deutschland releast. Optik Boooom!
Relaxation-Flexation mit Illmat!c
Am 29.Oktober 2004 findet im Frankfurter Club East eine Illmat!c-Party statt, auf der Illmat!c natürlich auch Live auftreten wird. Unterstützt wird er bei seiner Performance von DJ Katch & DJ Release. Wer Bock hat an diesem Abend mit Illz und seinen Dawgs zu hängen, der sollte sich an unserem exklusiven Gewinnspiel beteiligen. Nähere Infos dazu findet ihr in der Goodies-Sektion. Außerdem gibt es im Hause 3P wieder ein paar neue Single-Releases. Moses kommt mit seinem Track „(77 Minutes Of) Strugglin" (feat. Illmat!c und Kool Savas), Illmat!c selbst kickt den, von Melbeatz produzierten Tune „Wo Soll Der Schmerz Hin?". Hört hier doch einfach mal in das Werk rein.
Moses Pelham Video „Strugglin´“ feat. ILLMAT!C und Kool Savas
high
med
low
Moses Pelham Hörbeispiel „Strugglin´“ feat. ILLMAT!C und Kool Savas
hören
Moses Pelham Video – Ein schöner Tag als Windows Media:
high
med
low
MC Jeremy am Start
Seit heute ist es soweit: „Mein Dorf“, die Reaktion von MC Jeremy auf Sidos>„Mein Block“, ist offiziell im Handel erhältlich und erscheint über AgrarMusic/Mellowvibes Records. Jeremy, der „Mein Dorf“ vor einigen Monaten zuHause auf das Beathoavenz-Instrumental aufnahm und den Track anschließendeigentlich nur zum Spaß als MP3 ins Netz stellte, beschreibt in diesem Songseine Nachbarschaft, die so ganz anders ist, als die ganzen gefährlichenHochhaussiedlungen, um die es in den Blöcken von Sido oder Azad geht.Produziert wurde die Single von Kraans De Lutin, dazu gibt es Remixe vonKrutsch (Culcha Candela) und Muroh (Dissput). Leider machten es rechtlicheProbleme unmöglich, „Mein Dorf“ außerdem auch auf dem Beat der Beathoavenzzu veröffentlichen. Dafür gibt es nun ein Video, welches von DeutschlandsStar-Produzent Che André Bergendahl gedreht wurde, der u.a. bereits Videosfür Ferris MC, Max Herre und Afrob produzierte. Wer das Video in derMTV-Sendung „TRL Most Wanted“ sehen will, der kann dafürauch online durch Anklicken voten: https://www.mtv.de/trl/videos.php
Eminem vs. The Source Part 40
Ja, ja, die Zwei mögen sich wirklich : Rookie-MC Benzino und Ausnahme-Rapper Eminem. Nachdem Eminem nun schon seit Veröffentlichung seines Videos zu „Just Lose It“ mehrere Verbalschläge von Seiten der afro-amerikanischen Medienbranche ( BET, Komiker Steve Harvey) einstecken musste, meldet sich nun auch noch „The Source“-Mitbesitzer Ray Benzino zu Wort. Der Möchtegern-MC, welcher mit Em schon seit Anfang 2002 eine Fehde hat, bezichtigt Eminem einmal mehr, ein weißer Teufel zu sein, der versucht, das schwarze Kulturgut HipHop für die Weißen zu beanspruchen. Benzino sagte, dass es nicht richtig sei, in einer derart demütigenden Art über die Ikone, den King des Pop, Michael Jackson herzuziehen. Eminem versuche andauernd schwarze Menschen schlecht dastehen zu lassen. Benzino hatte Eminem schon des Öfteren als Rassisten beschimpft. Komischerweise regt sich „The Source“ aber nicht über schwarze Komiker auf, die den King of Pop oder auch andere schwarze Mediengrößen wie Kobe Bryant oder R.Kelly auf die Schippe nehmen. Im Gegenteil : Für Chris Rock’s Live Album wurde vor Jahren noch riesen Werbung gemacht und heutzutage werden Komiker wie eben genannter Chris Rock, Eddie Murphy oder auch Martin Lawrence in der Zeitschrift gefeaturet, obwohl sie teilweise noch zehnmal schlimmer über Michael Jackson & co herziehen. Herr Benzino sollte lieber darauf achten, dass sein Magazine wieder unparteiisch berichtet – man liest in Amerika eh nur noch „XXL“!
Kodimey – Mein Grund
Wer dachte Stuttgart sei tot, wird nun eines besseren belehrt: Kodimey bringt nach zwei Veröffentlichungen mit seiner Crew Kesselkost eine Solo-EP an den Start. Sie heißt „Mein Grund“ und enthält sieben Tracks, die alle von Kodimey selbst produziert, arrangiert und gemischt wurden – ein Multitalent wie es scheint. Erschienen ist die EP auf dem 2002 gegründeten Label Chimperator Productions, bei dem Kodimey selbst mitagiert.
Schon im ersten Song tritt der Deutsch-Afrikaner offensiv auf und versucht sich von der Masse abzuheben, was ihm irgendwie auch gelingt. Denn es geht hier nicht um „Schwanzmessen auf leeren Tanzflächen“ oder um den härtesten Block, hier macht sich einer Gedanken und regt zum Nachdenken an. So passt sowohl der Titel als auch der Name Kodimey, der übersetzt „sei nicht wie sie“ heißt. Doch ihn bloß in Nische des deepen Rappers zu stecken wäre zu einfach, denn hört man weiter, erkennt man die Vielseitigkeit des Soulbruders.
In „Ich seh“ betrachtet er die Schwarz-Weiße Welt, die er täglich erlebt, ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben. Er zählt nur auf, was er sieht, und lässt den Zuhörer über seine Gedanken weitersinnen. Im Titeltrack lässt sich Kodimey doch noch zum Battlen hinreißen, und versucht wie jeder andere auch, als „King“ zu überzeugen.
Die Synthie-Beats sind mit vielen Details versehen, stecken zum Mitnicken an und bieten eine weitere positive Überraschung, denn auch dieser Sound ist dem bekennenden Easy E–Fan größtenteils sehr gut gelungen. Die Scratches gehören sicher zu den Dingen, an denen noch zu Pfeilen wäre, denn diese sind kaum zu hören.
Die anfängliche Vermutung, es hier mit einem freshen Newcomer zu tun zu haben, hat sich auf jeden Fall bewahrheitet. Es gibt nichts, was jedem Head gefällt, aber mit dieser EP wird Kodimey sicher einige beglücken können und Stuttgart wieder ins Gespräch bringen.
Charnell – Übernahme
Dass der Berliner Charnell ein sehr produktiver Mensch ist, zeigt nicht nur das zuletzt veröffentlichte PX-Records-Mixtape „Dreckstape Nr. 3“, welches schon einer Menge neuer Charnell-Tracks beinhaltete.Dieser Tage erscheint das Charnell-Album „Übernahme“, welches ebenfalls durch die Vielzahl an Tracks – ganze 24 Trackmarken zählt die Scheibe – auffällt. Während die meisten anderen MCs aus dieser Anzahl an Songs ein Doppelalbum machen würden, pressen PX-Records alles auf eine silberne Scheibe.
Bei einem ersten Blick auf die Trackliste fällt auf, dass neben seinem PX-Records Kollegen Jasha noch Mic Wrecka, die Rapperin Baby G, Tophia, Legz und die beiden Optiker Amar und Kool Savas Parts für die „Übernahme“ beigesteuert haben. Savas hat sogar zwei von ihm selbst produzierte Beats zur Verfügung gestellt.
„Wir spitten den richtigen Shit / und die kommen mit dem künstlichen Mist / Siehst du nicht, dass das alles nur Dünnschiss is´ / Wir sind 030 Charnell“ dröhnt es aus den Boxen bei der Hook zu „030“. In diesem Song beschreibt Charnell unsere Hauptstadt Berlin wie sie leibt und lebt.Dass Charnell in seinem Leben schon eine Menge miterlebt hat, wird auf Tracks wie „Kriegsgeschichten“ und „Kriegsgeschichten pt.2“ deutlich. Hier spricht er in einer beeindruckenden und glaubwürdigen Art über Schläge- und Messerstechereien, die er mit seinen „Kriegern“ in den Straßen von Berlin erlebt hat. „Ich dreh mich um, zieh mein Gürtel renn auf den hinteren / auf einmal stecken zwei Messer hinten in mein Rücken drin. Ich schlag auf beide ein, merk nicht mal die Einstiche / Einer mit Messer einer mit Knarre… Feiglinge“! Berlin Street Life !!!
Wie Anfangs schon erwähnt, haben auch Amar und Savas einen Part auf der „Übernahme“. Auf „Holition (Optik/PX)“ flowen Mic Wrecka, Jasha, Charnell, Savas und Amar über einen guten Bouncer-Beat, der für meinen Geschmack auf die Dauer aber zu eintönig klingt. Ihm hätten einige Breaks und Arrangements sicher nicht geschadet, doch machen die guten Parts von Charnell und Savas dieses Manko durchaus wieder wett.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass das Album deutlich einen roten Faden erkennen lässt. Er zeigt, dass Charnell jemand ist, der sich nicht unterkriegen lässt, berichtet in seiner straighten, glaubwürdigen und persönlichen Art von seinem durchaus harten Leben und hinterlässt nach dem Hören einen guten Eindruck.
Blumentopf – Gern Gesehen DVD
Schon das Intro der Topf-DVD, in dem Schuh und Holunder „On The Road Again“ intonieren, während sie sich auf akustischen Gitarren begleiten, ist ein Traum. Von Anfang an typischer Topf-Humor und auch ein Vorbote dessen, was einen „weiter hinten“ auf der DVD bei den Live-Mitschnitten erwartet: Bei „Da Läuft Was Schief“ sieht man den Topf an Instrumenten, mit denen außer dem Album-Titel ein paar HipHop-Klassiker angespielt werden. Schön zu sehen, dass es hier nicht um Perfektion, sondern um Vibe und Spaß geht. Nach Durchsicht des gesamten Material kann man definitiv sagen: Dem Schuster steht unweigerlich eine große Zukunft als Funk-Basser bevor.
Auch sonst gibt es vornehmlich Live-Material, vorwiegend natürlich von Stücken aus dem „Gern Geschehen“-Album. Darunter auch einige Features von Manuva, so etwa bei „Heute Nacht“ oder „Mein Block“. Immer wieder schön und nach wie vor aktuell: „Danke Bush“ von Holunder. Einfach hammer, wie der Typ hier wirklich alles treffend ironisch anspricht, was einen damals aufregen konnte. Zum Glück hat sich „der Wunder“ zwischenzeitlich auch dazu durchgerungen, seinen Pferdeschwanz abzuschneiden, auch wenn man auf der DVD noch mehrere Stufen seiner Frisurenkarriere bewundern kann. Ein Spaß für sich: Die Inszenierung von „Manfred Mustermann“, in der die Band das Musterleben Manfreds in wechselnden Outfits auch optisch gekonnt zum Besten gibt.
Pflicht natürlich der ausgiebige Freestyle-Part: Von insgesamt sieben Auftritten aus den Jahren 2003 und 2004 wurden die besten, improvisierten Parts zusammengetragen, die fester Bestandteil jedes Topf-Konzerts sind. Immer wieder gibt es kleinere Gimmicks zu entdecken, wie die z.B. die A Tribe Called Quest-Reminiszenz im Freestyle aus der Baseler Kaserne.
Außerdem gibt es kleinere Doku-Parts und Spaß-Einlagen, wie „Donnie Shirt“ oder den „DD-Fitnesskurs“. Auch Interview-Passagen – u.a. mit Statements über die Zukunftspläne – sind enthalten. Einziges Manko für mich persönlich: Leider gibt es kein Videomaterial aus dem Studio bzw. von den Aufnahmen des Albums. Aber das war offenbar einfach nicht geplant.
Unterm Strich: Hammer-DVD. Muss für Topf-Fans, Anleitungsvideo für Brenner-Liveshows.




