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Liste: 5 Deutschrap-Songs mit Klassik-Samples

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HipHop und Orchester – passt das zusammen? Ja und ob! Schließlich gibt es einige riesige Auswahl an Klassik-Stücken bei denen sich Produzenten bedienen können. Wir haben für euch 5 Deutschrap-Songs mit Klassik-Samples rausgesucht:

Die Orsons – Dear Mozart
(Mozart – Eine kleine Nachtmusik)

Die Orsons nutzen nicht nur eine von Mozarts Melodien für ihre Hook, sondern widmen ihm gleich den ganzen Song. In „Dear Mozart“ fragen sie sich wie der gute Wolfgang wohl zu Rap stehen würde:

„D-D-Dear Mozart, ich bin-ich bin ein Musiker aus der Future
Bruder, ich treff‘ kein’n Ton
Aber de-de-de-der-der Computer, tata, tata, tata, tata, tata
Aber der Computer, tata, tata, tata, tata, tata“

Orsons-typisch modernisiert erkennt man trotzdem noch klar die Melodie von einem der bekanntesten Werke Mozarts: „Eine kleine Nachtmusik“. Dazu beschäftigen sich Die Orsons vor allem mit dem Selbstverständnis der Deutschrap-Szene:

Review: Danju – Tag 1

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Danju veröffentlichte am 26.07. sein zweites Studioalbum „Tag 1“ nach „Stoned ohne Grund“. Nach der EP „Hype“ ist das in diesem Jahr schon sein zweiter Release. Danju hat dafür einige Featuregäste an Land gezogen: Sierra Kidd, Baba Rico, DAZ, Izo, Middlez und Tyree Romeo geben sich auf „Tag 1“ die Ehre.

Einst im Schatten von Cro bekannt geworden, emanzipierte sich der Stuttgarter von seinem Kumpel. Dieser ist zwar nicht stimmtechnisch auf der neuen Platte vertreten, aber Producer des Tracks „Kämpfen“. Bis 2017 stand Danju bei dem Label Chimperator unter Vertrag, seitdem ist er Teil der Guzgang. Er erntete aber nicht nur Lob für seine vorangegangenen Veröffentlichungen.

Das Rezept schmeckt

Danju läutet das Album mit „Back on my Shit“ ein. In dem entspannten Song erfindet er das Rad zwar nicht neu, macht aber gute Laune und Lust auf mehr. Danju rappt über seine eigene Zukunft, in der er im Monat mehr, als ein anderer im Jahr verdient.

„In diesem Game ist kein Platz für Gefühle, man alles was zählt ist Geld, man
Das ist mein Life, nur das du weißt, das ist Tag 1, yeah“

Weiter geht’s im Flow mit „Rezept“. Dieses hat der Stuttgarter nach eigenen Aussagen nun endlich gefunden – und auch reimtechnisch schmeckt es einwandfrei! Mit Zeilen wie „Komm mir nicht in die Quere‚ verschiedene Wege/ Es geht dir an die Kehle, keiner versteht hier Spaß geht es um Knete/ Nicht reden mit jedem, ich leb durch die Seele/ In meinem Leben gibt es kaum Regeln‚ nur jeden Tag beten“ kann er überzeugen.

Glaub an morgen

So hoch wie ein „Adler“ fliegt er im gleichnamigen Song. Seine Träume sind groß, keiner kann ihn stoppen. Schließlich gelangt er zur Einsicht, dass alles zu Ende geht, was auch die melancholischen Unterton und die Nachdenklichkeit des Tracks unterstreicht.

Auf „Guap“ folgt Aufstehen muss ich sowieso“. Dafür hat sich Danju Sierra Kidd mit an Bord geholt, der mit seinem Part souverän abliefert. Danach geht’s auf dem Track „Mensch“ um weiß, schwarz, gelb und grün. Reich, jung, alt und arm. Und dass es doch letztendlich gar nicht darum geht, da wir alle nur Erdbewohner sind. Eine schöne, eingängige Message, die niemals an Relevanz oder Notwendigkeit verlieren wird.

„Why is everybody in the world fighting?“ frägt sich Featuregast Baba Rico auf dem folgenden Track „Kämpfen“. Danju kommt zu dem Schluss, dass es sich am Ende nur für die Liebe lohnt und liefert eine Hook mit Ohrwurm-Potential.

Das Leben fühlt sich manchmal so hart an

Tiefsinnig geht’s auch im nächsten Song weiter, in dem sich Danju „Zwischen Engeln und“ Teufeln befindet. Dieser soll in jedem von uns zu finden sein, womit er gar nicht so Unrecht haben dürfte. Die Beschwerlichkeit und das Gefühl, dass das Leben manchmal hart ist, spiegelt sich auch auf „Gegenteil“ wieder.

„Ich will nicht reden, mir nicht vergeben
Es hilft kein Beten, niemand sehen, nichts erleben“

Die Stimmen im Kopf zerfressen Danju, doch letztendlich wird im nächsten Track „Alles gut“. Er scheint Frieden mit seinen Stärken, wie auch mit seinen Schwächen zu schließen. „Real Ya“ wirkt beruhigend, flowt und geht schnell ins Ohr. Danju lässt auch in diesem Song tief blicken und ist authentisch.

Die Guzgang-Combo Middlez, Tyree Romeo und Danju trifft auf „GG4L“ voll ins Schwarze. Beendet wird das Album schließlich mit dem Titelsong „Tag 1“. Danju vergleicht die heutige Welt mit einem Dschungel, in dem es heißt: Friss oder sie fressen dich auf.

„Warte nicht bis das Para kommt, du hast in dir Liebe, gib was ab davon.“

„Tag 1“ ist ein stimmiges Gesamtwerk. Der Titel kann sinngemäß auf Danjus Musik übertragen werden. Im neuen Album ist nicht mehr viel von „Stoned ohne Grund“ zu finden: andere Themen, mehr Sinnhaftigkeit, mehr Reflexion. Trotz der Nachdenklichkeit schafft Danju es aber auch durch viele melodische Parts, einen nicht runter zu ziehen. Er vermittelt damit gerade über die tiefsinnigen Texte paradoxerweise ein Gefühl der Leichtigkeit.

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Joe Rilla: Auferstanden aus Ruinen 2019

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Der Osten rollt wieder! Rilla aka Joe Rilla aka Hagen Stoll aka die eine Hälfte von Haudegen kehrt zu seinen Wurzeln zurück und veröffentlicht wieder Rap-Songs.

Bereits Anfang Juli tauchte das Lied „Sag ihnen Rilla ist zurück“ auf seinem Youtube-Kanal auf. Keine Ankündigung, kein Teaser, keine Social-Media-Verknüpfungen. Einfach nur Rilla, der auf einem Chor-Beat mit Spartaner-Rufen die Musikindustrie kritisiert.

Von Rap zu Rock

Rilla heißt mit bürgerlichem Namen Hagen Stoll und hat schon einige Jahre im Geschäft auf dem Buckel. 1994 schrieb er die ersten Texte, und brachte 1997 zusammen mit Dave Q und MC Poise als Gruppe „Da Mash“ das erste Album auf den Markt. Unter seinem Künstlernamen Joe Rilla kam ein Jahr später dann seine erste Soloplatte „Zeitgeist“.

Bis 2008 war er fleißig im Business unterwegs. Er brachte Alben mit den Analphabeten raus, produzierte Beats für B-Tight sowie den deutschen McDonald’s Themesong „Ich liebe es“ und war Tour- und Featuregast bei diversen Aggro Berlin Rappern.

2010 erklärte Hagen dann, er würde sich in Zukunft auf Rockmusik konzentrieren. Gemeinsam mit Sven Gillert gründete er die Band Haudegen und schrieb mit „Schlicht und Ergreifend“ 2011 sein erstes Goldalbum.

So fühlt sich Leben an

Hagen wurde im Ostberliner Stadtteil Marzahn geboren und thematisiert seine Herkunft auf vielen seiner alten HipHop-Tracks. Der wohl bekannteste Track „Der Osten Rollt“ handelt von seinem Leben in der ehemaligen DDR und seiner Zeit als Hooligan.

Er steckte so tief in der kriminellen Szene, dass er wegen Raubüberfalls und versuchten Totschlags eine Zeitlang in Untersuchungshaft saß. Verurteilt wurde er dafür aber schließlich nicht. 2013 beleuchtete er sein Leben in der Biographie „So fühlt sich Leben an“.

Erstes Geschoss

Zurück in die Gegenwart: Nach „Sag ihnen Rilla ist zurück“ veröffentlichte er, jetzt unter dem Namen „Rilla“, im Laufe des Julis 4 weitere Songs. Selbst in diesen paar Liedern zeigt Rilla eine stilistische Flexibilität: Von emotionalen Texten in „Wunden werden heilen“ über Selbstreflexion in „Ein paar Zeilen“ bis hin zu Disses gegen seine Ex-Aggro Berlin Kollegen in „Rost auf dem Sägeblatt“ ist alles dabei.

„Erstes Geschoss“ (prod. Beatbruecke) ist der erste Track mit dazugehörigem Video. Wesentlich wortkarger dafür umso aggressiver nutzt Rilla auch hier Chor-Samples um monumentale Stimmung zu erzeugen.

Die Frage wie es weitergeht beantwortet Rilla am Ende von „Ein paar Zeilen“ selber:

„Und wenn du fragst, ob ein Album kommt
Du hast es in der Hand, und ein Album kommt
Und nicht auf Playlisten, nicht in den Charts
Nicht für die Kids von irgendwelchen Stars
Und wenn es kommt, kommt es ohne ein Label
Und wenn es kommt, kommt es ohne ein‘ Vertrieb
Und wenn es kommt, kommt es direkt von mir
So wie die Zeilen, die ich hier schrieb“

Rap und Literatur #9 mit Selim Özdoğan

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Eigentlich geht es in unserer Interviewreihe “Rap und Literatur” um das Verhältnis von HipHop-Künstlern zu Literatur und Sprache. In der neunten Folge dieser Reihe wird die Perspektive aber um 180 Grad gewechselt: Dieses Mal spricht ein Schriftsteller, Selim Özdoğan, über seine Beziehung zu Rap.

Am 2. September wird Özdoğan seinen neuen Roman “Der die Träume hört” veröffentlichen, in dem Deutschrap ein Kernelement darstellt. In seinem Buch begegnen sich zwei ‘Schwarzköpfe’, deren Lebensweg kaum unterschiedlicher sein könnte: Privatdetektiv Nizar Benali, Verkörperung gelungener Integration, wird beauftragt, um den Darknet-Dealer ‘Toni_meow’ zu finden. Im Zuge seiner Ermittlungen erfährt Nizar von seinem unehelichen Sohn Lesane, der schon 17 Jahre alt und ein richtiger Deutschrap-Fanatiker ist.

In diesem Interview spricht Selim Özdoğan über Rap-Einflüsse in seinem Werk, Tua , Casper, Deutschrap-Hörer und seine Spotify-Playliste “Der die Träume hört”, die seinen neuen Roman begleitet.

Was hörst du zur Zeit?

Inna di Yard, Belly, Dave, Sparky Rugged, Shy FX, Tua, Fatoni, Koffee, Spice, Slowthai, Hasan Aksoy

Puh, das ist eine vielsprachige und sehr alternative Aneinanderreihung von Künstlern. Wenn du nur zwei von diesen Namen nennen dürftest: Welche wären es und warum?

Vielleicht Belly und Dave, ein Kanadier, ein Brite, zwei Rapper, die ich unwahrscheinlich gerne höre, weil sie mir eine Art von Aufrichtigkeit bieten. Aber die Liste ist auch so lang, weil ich halt viel Zeug höre.

Wieso stehst du so auf Rap?

Für die meisten Menschen ist der erste Zugang zu einer Sprache über den Klang. Ich war schon immer fasziniert von Sprache, von ihrem Rhythmus, von ihren Möglichkeiten, von ihrer Kraft, von den Bildern, die sie in meinem Kopf entwerfen konnte. Häufig braucht man die Worte ja nicht zu verstehen. Man kann am Klang erkennen, ob da gerade jemand gelobt wird, oder ob zwei sich streiten. Das hat nicht nur mit Tonfall, sondern auch mit Rhythmus zu tun. Und wenn du einen Dialog schreibst, ist es gut, wenn du eine Begeisterung, aber auch ein Verständnis für so etwas mitbringst. Mit dieser Faszination scheint es naheliegend, dass ich Raphörer bin.
Andersherum betrachtet, weiß ich nicht, wo die Begeisterung für Sprache herkommt, nur wann ich sie das erste Mal bemerkt habe, nämlich als Kind, beim Märchenplatten hören.
Also habe ich gerade versucht eine Vorliebe zu erklären, aber man kann sich seine Vorlieben nicht aussuchen und man kann sie nur unzureichend begründen.

Wie findet man als Schriftsteller literarisch Wertvolles im Rap?

Ich würde es nicht werten. Es gibt einfach Dinge, die mich begeistern, einige davon trage ich ins Schreiben rüber, aber das hat wieder etwas mit Vorlieben zu tun und nicht mit einer Einteilung in wertvoll und weniger wertvoll.
Gleichzeitig ist mir aber nicht klar, wie man sich als Schriftsteller nicht für Rap interessiert. Die arbeiten mit demselben Material, natürlich interessiert mich das. Wenn du Schreiner bist und nur Möbel baust und dann kommt jemand, der Pfeile und Bögen aus Holz macht, dann bringt man doch so ein Grundinteresse mit, wie er das umsetzt. Aber dann wiederum lese ich selber wenig Lyrik …

Kannst du Beispiele vom “Rap ins Schreiben rübertragen” in deinem Werk nennen?

In der Geschichte “Der den Klang der Worte liebt” ist ein Tua-Zitat, “mit Ach und Krach unter Dach und Fach”. Manchmal zitiere ich nicht wörtlich, aber versuche einen Klang nachzuahmen, den ich aus einem Track übernommen habe. Manchmal wird aus einer Zeile eine ganze Geschichte.

Ah, das ist meine Lieblingskurzgeschichte von dir. Man kann sie sich auch anhören.

“Die Depressionen der anderen” ist aus der Zeile von Maeckes entstanden: “Nicht mal mein Minderwertigkeitskomplex ist so gut wie der von allen anderen.” Mein Text hat einen ganz anderen Ton und eine ganz andere Richtung als das Stück. Wir könnten es samplen nennen, aber im Grunde macht man das auch, wenn man bewusst versucht es zu vermeiden: Man nimmt etwas, das schon da ist und versucht darauf etwas Neues zu setzen.

Am 8. Juli 2019 hast du Folgendes getwittert: “Natürlich kann man gut begründete schlechte Meinungen über sogenannten Straßen-Rapper haben, aber anderseits könnte man auch sehen: Diese Leute hatten früher gar keine Stimme in der Öffentlichkeit.”

Wie ist dieses Zitat einzuordnen?

Ich halte es nicht für falsch die Inhaltslosigkeit, Homophobie, Misogynie oder sonstwie von Rappern zu benennen. Aber man kann auch versuchen, das in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Wenn du aus einer bestimmten sozialen Schicht kommst, ist es schwer eine Stimme zu entwickeln, die im Mainstream wahrgenommen wird. Das ist mit Rap aber passiert. Das könnte man als Fortschritt sehen. Und sich auch fragen, ob bestimmte Missstände nicht in allen Gesellschaftsschichten vertreten sind und ob man nicht nur Klischees und Ressentiment reproduziert, wenn man sie immer nur bei jenen benennt, wo man sie ohnehin vermutet.

Zwischen niedriger sozialer Schicht und Ausländersein gibt es eine gewisse Korrelation. Fatima El-Tayeb, eine der größten zeitgenössischen Denkerin in meinen Augen, schreibt zum Beispiel in einem Artikel über deutschen Rap, dass HipHop die wichtigste Artikulationsmöglichkeit für ‘ethnische Außenseiter’ im heutigen Deutschland bietet. Das kommt dem nahe, was du gerade gesagt hast, oder?

Kann den Artikel nicht lesen ohne Account mit Zahlungsinformationen. Interessiert mich aber. Copy Paste mal bitte.

Wer sind denn jetzt deine Lieblingsrapper und Lieblingsplatten auf Deutsch?

Tua, Fatoni, Edgar Wasser, Maeckes, Said, MoTrip mag ich als Rapper, höre so ziemlich alles gerne, was die machen. Dann gibt es ein paar, wo ich einzelne Alben sehr geil finde, “City Cobra” von Chakuza zum Beispiel. “Geteiltes Leid I” von Moses Pelham, „Punchlines eines Melancholikers” von Montez, “Hin zur Sonne” von Casper … Aktuell höre ich Ypsilon, Zwielicht, K4l, Playlist 01 häufiger.

Welche Rapszenen interessieren dich außerhalb der deutschsprachigen?

Ich finde vieles aus UK spannend, J Hus, Dave, Octavian, Mostack, Slowthai, Kenny Allstar, Stormzy, Sneakbo, Stefflon Don… Es gibt einige aserbaidschanische Rapper, die ich mag und verfolge, Xpert, Paster, MC Buc, Koryolchu. Die haben oft diesen melancholischen Ton, der mich anspricht und eine Art von Ehrlichkeit. Ich verstehe maximal die Hälfte von diesem aserbaidschanischen Türkisch, mag den Klang aber unheimlich. Dann höre ich auch gerne noch Schweizer, Xen zum Beispiel. Mich interessiert halt, was an den Rändern passiert.

Deine Kurzgeschichte “Der den Klang der Worte liebt” ist für mich ein Text, den jeder, der über Rap nachdenkt, gelesen haben muss. Ich fasse mal kurz zusammen. In der Kurzgeschichte geht es um eine Person, die erst Rapper werden will, dann aber Schriftsteller wird.

Ja.

Der Vater des Rappers in der Kurzgeschichte ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Er ist zwar weder Rap-Fanatiker noch Teil der deutschen Literaturelite. Trotzdem gibt er dem Leser das Gefühl, dass er beide Kreise kennt. Wie geht das?

Er kennt sie nicht, er versteht etwas, weil er ein offener, neugieriger Mensch ist und weil er begreift, wie Eliten funktionieren.

Und nach all dem Lehrgeld, das der Ich-Erzähler der “Klang der Worte” zahlt, fragt er sich, ob es besser ist, einen Wikipedia Artikel als Killa Hakan zu haben oder als “Migrantenliteratur-Autor” bekannt zu sein. Was ist nun besser?

Besser ist die Spielregeln zu verstehen, zu begreifen, worauf man sich einlässt, in welche Welt man sich begibt. Einfach zu verstehen, welchen Preis man zahlen wird und sich bewusst zu machen, ob man das möchte.

Du gehst mit dem Rappublikum ziemlich hart ins Gericht in der Kurzgeschichte. Das Gleiche machst du aber auch mit der kulturellen Elite. Wer ist denn jetzt nun schlimm?

Nun ja, einerseits war Popmusik nie darauf angelegt intelligent zu sein und auch nicht darauf, dass Leute in meinem Alter noch nach Sachen suchen, die sie begeistern. Somit sind die Raphörer ein wenig entschuldigt, aber ich glaube, im Grunde ist das Problem, dass alle Szenen und Subkulturen versuchen, sich abzugrenzen. Egal, in welcher Welt ich mich bisher in meinem Leben bewegt habe, sie war mir im Grunde zu eng.

Was es mir bei deiner Literatur so angetan hat, ist dein Stil. Er ist rhythmisch, bildlich stark, aber nicht überheblich. Das ist mir insbesondere bei deinem Roman “Die Tochter des Schmieds” aufgefallen. Es gibt einige Szenen aus diesem Buch, die sich tief in mein Gedächtnis gebrannt haben. Ein Beispiel wäre die namenslose Arbeitskollegin der Protagonistin Gül, die neben ihr am Fließband sitzt und jeden Tag weinend arbeitet. 1970er Jahre, Deutschland. Das ist mir unter die Haut.

Kann man Geschichten-Erzählen lernen?

Ja und nein. Natürlich kann man ein Handwerk lernen. Aufbau, Satzbau, Dramaturgie, Komposition, Figurenführung und was nicht noch alles, aber, ich glaube, niemand kann dir beibringen, so viel wie möglich von dir selbst irgendwo mit einzubauen. Deine eigenen Bilder, deinen eigenen Klang zu entwerfen. Das kann man von außen vielleicht anleiten, aber wenn es da ist, ist es drinnen, in dir und nur du kannst es freilegen.

Wieso legst du so viel Wert darauf, neben dem ganzen Schreiben noch die Podcasts zu machen?

Die Podcasts sind so entstanden, dass ich irgendwann gemerkt habe: Menschen finden Dinge interessant, die ich völlig selbstverständlich finde. Plus ich mag es einen Gedanken sprechend zu entwickeln. Und auf diese Art mit Klang zu arbeiten.

Wieso dieses Mal (erneut) einen Fokus auf Rap in deinem neuen Buch?

Ich brauchte ein verbindendes Element zwischen einem 40-jährigen und seinem 17-jährigen Sohn, von dem er bis vor kurzem nichts wusste. Es lag nahe, HipHop zu nehmen. Ich gehe ja auch auf Konzerte, wo das Publikum nicht mal halb so alt ist wie ich.

Am 15. April 2019 hast du auf Twitter Auszüge aus deinem bald erscheinenden Roman “Der die Träume hört” geteilt. Unter deinem Tweet “Der HipHop-Aspekt …” war dann dieses Zitat zu lesen:

“Die besten beiden Abende waren die, an denen wir einfach Musik hörten. Er fand Trettmann whack, Hayiti whack, Montez whack, Tua langweilig, er feierte GZUZ und ich konnte ihm nicht so richtig begreiflich machen, warum das nichts mit seinem oder irgend einem anderen Leben zu tun hatte, warum das alles nur eine Romantisierung war und warum das nichts mit Schwarzkopf und Getto zu tun hatte, wenn man am Ende doch nur das wollte, was Banker auch wollten, dicke Autos fahren, Frauen haben, Haus haben.”

Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich hier um Lesane, den Sohn vom Protagonisten Nizar Benali. Ist dieser Sohn der Prototyp-Deutschraphörer?

Ich habe keine Ahnung vom Prototyp des Raphörers. Ich habe die Vorlieben von Lesane, dem Sohn, so gewählt, dass sie zu seiner Figur passen.

Zu deinem Buch gibt es auch eine Spotify-Playliste.

Nach welchen Kriterien hast du diese Liste erstellt?

Viele Tracks werden im Roman genannt, einige auch zitiert, andere sind nicht genannt, aber dann ist der Künstler namentlich erwähnt. Außerdem gibt es so einige Rückblenden im Buch und jeder Rückblende ist die dazugehörige Jahreszahl und ein HipHop-Album zugeordnet. Von jedem dieser Alben gibt es jeweils einen Track. Die habe ich in der Chronologie belassen, die anderen habe ich als Rahmen drumherum gebastelt, wie es mir stimmig erschien.

Was planst du in Zukunft?

Im Moment arbeite ich an einem Roman, der im 9. Jahrhundert spielt und von der Ausbildung eines Waisenjungen zum Schamanen in einer halbnomadischen Gesellschaft erzählt. Doch bevor der rauskommt, wird es noch einen Band mit Erzählungen geben.

Zum Schluss: Nenne uns deinen absoluten Deutschrapklassiker!

“Ich so, er so” von Eins Zwo. Einfach weil ich noch weiß, wie ich völlig sprachlos dastand, als mir jemand das Demo vorgespielt hat. So etwas hatte ich damals noch nie vorher gehört.

Aber ich würde hier auch gerne eine Perle nennen, die nicht Klassiker geworden ist, mich aber seit Jahren begleitet: “Man fragt sich warum das Ganze” von Bektas. Eins meiner Alltime-Favorites, keine Strophen, keine Hook, Storytelling mit unglaublichen Sprachrhythmus.

2 Tickets für die Block Style-Party mit MC Bogy, Asek u.v.a. gewinnen

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Hey – Bock auf Party? Im guten alten Block Style? Na, dann biste hier aber mal sowas von richtig. Am kommenden Freitag steigt im Yaam in Berlin genau sowas.

Host ist niemand anderes als der legendäre MC Bogy. Dazu kommen DJs wie MK One (ebenfalls Legende) und MCs wie Asek, Gitta Spitta oder DVO.

Mehr Block geht nicht. Kommste einfach rum. Und wennde nicht zahlen willst, schickste ’ne Mail an win@rap.de mit dem Betreff „Block Style“. Da verlosen wa nämlich 2 Tickets. Gewinner*innen werden von uns ausgelost und benachrichtigt.

10 Tickets für exklusiven Jamule-Auftritt plus Meet & Greet

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Du willst Jamule live sehen? Bei einem exklusiven Gig? Dann haben wir gute Nachrichten für dich. Der Newcomer tritt auf – und du kannst dabei sein.

Wo? Das wird noch nicht verraten. Nur so viel: Es wird in Berlin stattfinden. Und: Es wird auch ein Meet & Greet sowie weitere illustre Gäste geben.

Das Datum verraten wir dafür schon: Am kommenden Samstag, den 10. August. Jamules Auftritt beginnt gegen halb neun.

Das Beste aber ist: Wir konnten mit freundlicher Unterstützung von JD Sports 10 Tickets für euch klar machen. Schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff „Jamule“ an win@rap.de. Gewinner*innen werden von uns ausgelost, benachrichtigt und erhalten die Location.

Viel Erfolg!

Killa Hakan feat. Eko Fresh & Ayaz Kaplı – Geçti Zaman (prod. DJ Rocky) [Video]

Neuer Stoff für Fans von türkischem Rap! Das Kreuzberger 36-Boyz-Urgestein Killa Hakan veröffentlicht die Single „Geçti Zaman“ und hat sich prominente Unterstützung gesucht:

Eko Fresh und Killa Hakan rappen je ihre Parts auf türkisch, während Ayaz Kaplı die entschleunigte Hook übernimmt. Die grundverschiedenen Flows von Hakan und Eko funktionieren auch 13 Jahre nach Bazen immer noch genau so gut zusammen.

Bereits am Freitag kam Hakans neues Album Fight Kulüp raus. Neben Eko und Ayaz sind unter anderem auch Gringo und Summer Cem Featuregäste.

 

Levi’s® Support Music Nights in Kassel, Frankfurt, Hamburg und Köln (Recap)

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In Kassel, Frankfurt, Hamburg und Köln fanden im Mai und Juni bei den Levi’s® Support Music Nights vier starke Live-Konzerte statt.

Die Nachwuchstalente des Levi’s® Music Projects aus Kassel und St. Pauli hatten dabei die Möglichkeit, auf einer richtigen Clubbühne aufzutreten. Zur Verstärkung hatten sie mit Megaloh, Chefket und weiteren Künstler*innen inspirierende Vorbilder an ihrer Seite, die das soziale Projekt und den Zugang zu musikalischer Bildung unterstützen. Und deren Support beschränkte sich nicht nur auf die Konzerte: Auch bei Aufbau und Soundcheck sowie gemeinsamen Jamsessions und individuellen Coachings waren die Nachwuchstalente ihren Vorbildern ganz nahe.

Das Levi’s® Music Project ist bereits für die Entstehung von 14 Projekten in sieben Ländern verantwortlich, bei welchen bereits internationale Künstler wie Alicia Keys, Skepta und SZA mitgewirkt haben.

In Deutschland startete das Levi’s® Music Project 2016 zusammen mit dem FC St. Pauli und der Musikschule im Millerntor-Stadion, um jungen Talenten aus verschiedensten sozialen Hintergründen den Zugang zur Musik zu ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die kostenlose Teilnahme an allen Unterrichtsklassen. Das Angebot reicht von klassischem Musikunterricht über Beatproduktion und Songwriting-Klassen bis hin zur Bandklasse, die sich vor einem Jahr gegründet hat.

Gemeinsam mit dem Verein Asmaras World-Refugee Support e.V., der jungen Geflüchteten Ankunftshilfe auf administrativer sowie sozialer und insbesondere kreativer Ebene bietet, finden in der Music School St. Pauli Rapklassen statt, die den Kids durch Songwriting , dem Aufnehmen von Songs und der Videoproduktion neue Perspektiven bieten.

Auch darüber hinaus zeigen sich die Levi’s® Support Music Nights sozial: Alle Einnahmen wurden an Organisationen im sozialen und musikalischen Bereich gespendet. Darunter der Klangkeller Kassel, Visions for Children e.V., Bridges – Musik verbindet sowie Mittendrin Köln.

Alle Einnahmen der Levi’s® Support Music Nights wurden an Organisationen im sozialen und musikalischen Bereich gespendet, die von den auftretenden Bands vorher selbst ausgesucht wurden. Darunter der Klangkeller Kassel, Visions for Children e.V., Bridges – Musik verbindet sowie Mittendrin Köln. Weitere Aktionen und Levi’s® Support Music Nights sind fortlaufend geplant. Hier findest du mehr Informationen.

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