Das Splash! Festival hat für seine zehnte Geburtstagsparty erneute hochkarätige Unterstützung von internationalen Stars erhalten und das gleich in dreifacher Ausführung. Am Wochenende haben Snoop Dogg, Redman und die Dilated Peoples ihren Auftritt auf der Splash!-Bühne bestätigt.
Den Anfang macht Snoop, der am Freitag auftreten wird. Samstags folgt dann Redman, der sicher auch etliche Song aus seinem neuen Album "Red Gone Wild“ im Gepäck haben wird, um die Menge zum Kochen zu bringen. Es ist bereits sein zweiter Auftritt auf dem Splash! nach 2003 und die Fans können wieder eine spektakuläre Show erwarten.
Den krönenden Abschluss bilden dann die Dilated Peoples am Sonntag gemeinsam mit The Roots und Freundeskreis.
Das Festival findet vom 6. bis 8. Juli auf der Halbinsel Pouch bei Leipzig statt und wird mit einer Bühne, vier Partyzelten und etwa 100 internationalen Künstlern sicher für jeden etwas zu bieten haben.
Zu den weiteren musikalischen Highlights gehören zum Beispiel Talib Kweli ft. Jean Grae, The Roots, IAM, Papoose, eMC, Dendemann, Curse, Kool Savas, David Rodigan, T.O.K., General Degree, Roll Deep und The Mitchell Brothers und noch viele weitere.
Die Sensation ist perfekt
Jüngste Zeugenaussagen
Nachdem Jason Mizell, besser bekannt als Run-D.M.C.-DJ Jam Master Jay, 2002 im Studio erschossen wurde, wurde zuerst der ehemalige Chef der Drogengang Supreme Team Kenneth „Supreme“ McGriff verdächtigt, doch die Ermittlungen liefen ins Leere. Nun gibt es einen neuen Verdächtigen.
Der wegen sechs bewaffneten Überfällen, die er im November 2002 begangen haben soll, seit knapp zwei Wochen im Knast sitzende 43-jährige Ronald “Tenad” Washington wird beschuldigt bei diesem Mord eine Rolle gespielt zu haben, ebenso beim Mord an dem Rapper und guten Freund Tupaks Randy “Stretch” Walker vor zwölf Jahren.
Eine Zeugin behauptete, er habe ihr seine Teilnahme an diesen Morden gestanden, doch Washington bestreitet dies vehement. “They want to blame me for all the blood in rap! They are trying to pen me up for these murders”, sagte er gegenüber der Zeitung Boston Herald. “It’s all lies. She’s telling them that I was mad at Jay because he is doing better than I am, that I killed Stretch because he owed me something and I wanted it. She is making up lies because they threatened to deport her.”
Eine andere Zeugin berichtete, Washington habe sein Gesicht auf den Boden gedrückt, als ein anderer Mann Mizell erschoss. Washington behauptet, er sei nur im Studio gewesen, weil J-M-J ihn – als in der Umgebung gefürchteter Gangster – um Schutz gebeten hatte.
Der Fall Jam Master Jay ist einer der vielen ungeklärten Mordfälle in der amerikanischen Rap-Geschichte. Die Klärung des Falles spielt auch im Anbetracht der derzeitigen Diskussion um die negative Entwicklung von Rap eine Rolle.
10 Minuten – Alles kaputt
In der aktuellen fünften Folge von Deluxe Zoom sind die beiden Ruhrpottpatrioten Snaga & Pillath zu erleben, wie sie bei einem Live-Auftritt in Kiel die Hütte förmlich auseinander nehmen.
Für eine Nacht zeigt das jüngste Signing von Deluxe Records wie das Ruhrgebiet arbeitet und, dass kein Zweifel an ihrer Heimatverbundenheit besteht.
Sie gewähren dabei exklusive Einblicke in ihr von vielen heiß erwartetes Album „Aus Liebe Zum Spiel“, die sicher auch bei noch nicht überzeugten den Wunsch nach mehr wecken.
Den direkten Weg zu Deluxe Zoom gibt es hier!
Der Sommer wird heiß!
Stones Throw Records aus Los Angeles haben für dieses Jahr schon mal vier Veröffentlichungen angekündigt, die wieder Großartiges von der Westküste erwarten lassen.
Den Anfang macht "Jaylib Revisited – The Remixes, The Album & More” das am 8. Mai erscheinen soll. Das Projekt wird eine Neuauflage des gemeinsamen Albums "Champion Sound“ von Madlib und J. Dilla sein und einige Fotos der Gruppe, neun exklusive Remixe, B-Sides, sowie die Instrumentals enthalten. Zusammengefasst wird das 43 Tracks ergeben, die auf einem Doppelalbum zum gleichen Preis wie die ursprüngliche "Champion Sound“-CD veröffentlicht werden sollen.
Als nächstes Projekt steht dann Yesterday´s New Quintet "Yesterday´s Universe“. Madlibs neueste Jazzproduktion wird noch eine Reihe weitere Jazz-Veröffentlichungen des Labels nach sich ziehen. Im Sommer steht außerdem das Album "Bumps“ der Tortoise Drummer McIntire & Herndon an.
Das vielleicht am längsten erwartete Release des Labels wird jedoch Percee P´s Album "Perseverance“ sein. Das Album wurde komplett von Madlib produziert. Weitere Details sind bisher leider noch nicht bekannt.
Jung und ehrgeizig
Nur Singen und Hits landen füllt den 21-jährigen R&B-Sänger Lloyd Polite, aka Young Lloyd, aus Atlanta scheinbar nicht aus.
Mit der Hilfe von Henry „Noonie“ Lee und Jazze Pha, den Gründern der Sho Nuff Records, wo Lloyd unter Vertrag steht, hat er seine eigene Produktionsfirma Young Goldie Productions gegründet, unter deren Namen auch schon sein Album „Street Love“ veröffentlicht wurde.
Lloyd hofft, mit seiner Firma viele Stars zu produzieren.
"It took a long time, so I figured with this company I can introduce new talent out there as well as bring a few of my friends into the game, who to me has what it takes to make it big in the music industry. I want to be their stepping stone, therefore giving everyone a fair chance to make a name for themselves in this business."
Die Zukunft des UK
Während Kano auf dem Debütalbum "Home Sweet Home“ aus dem Jahr 2005 noch jugendlichen Charme und Energie versprühte und nur selten die dunkleren Seiten seiner Karriere durchblicken ließ (My manager said this the quickest deal ever/ I said eigh’een years ain’t the quickest deal ever ) bereitet er sich jetzt mit offenbar veränderter Grundeinstellung auf sein zweites Album vor.
Da "Home Sweet Home“ weit jenseits der weitläufigen Erwartungen und auch abseits der Hoffnungen des Künstlers gelegen hatte, ist der neue Mixtape-Track "Layer Cake“ wesentlich düsterer und minimalistischer als alte Arbeiten. Kano wirkt aggressiv und macht seinem Frust gegenüber der Industrie Luft, die ihn nicht in der Form gefördert hatte, wie er es erwartet hat (I’m in the in-dust-ry, man/ In Eng-a-land/ Where I never sell more than an indie band).
Man kann nur hoffen, dass Kano eine ähnliche Chance bekommen wird wie etwa Lady Sovereign, da es sonst ziemlich düster um sine Zukunft aussehen könnte.
Den Track "Layer Cake“ könnt ihr hier anhören und downloaden.
V-Mann und Morlockk Dilemma – Hang zur Dramatik

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich V-Mann und Morlockk Dilemma für ein gemeinsames Projekt zusammentun würden. Die Berlin-Leipzig Verbindung entstand vor etwa eineinhalb Jahren, kam mit zwei Features auf den jeweiligen Solo-Alben der Protagonisten ins Rollen und bescherte uns eine LP, die ich jetzt im fünften Anlauf durchhöre, ohne einmal die Skiptaste gedrückt zu haben.
Ich kann mich kaum erinnern, dass das jemals bei einer Platte aus Deutschland vorher in meinem Player der Fall war. Was die beiden auf "Hang zur Dramatik" hinrotzen, sucht in Deutschland zweifelsohne vergeblich seinesgleichen. V-Mann und Dilemma vereinen Strasse, retrospektive Melancholie, Battle und Storytelling verpackt in schier unendlichen Metaphern. Der Knackpunkt dabei ist, dass die Raps völlig ungezwungen, ja fast schon freestyle like aus den beiden heraussprudeln. Markante Stimmen, Stakkatoraps, Triplerhymecombos ala MF Doom bündeln sich in einem Wortfeuer, dessen Splitter sich nachhaltig in das Hirn des Hörers bohren.
Klar ist es im ersten Moment nicht einfach den Worten der beiden zu folgen, aber nach genauem Hinhören eröffnet sich einem die Genialität von Tracks wie "WK8/ LSD" oder "Die Kids", das zusammen mit dem großartigen Damion Davis eingespielt wurde. In den meisten Liedern lässt sich der "Hang zur Dramatik" sehr gut nachvollziehen, folglich sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Wer das doch tun will, wird hinter jeder Menge Sarkasmus und abgedrehten Songideen, hinter aberwitzigen Punchlines und Sprüchen durchaus Substanz finden. Leere Worthülsen sind nicht die Sache von Dilemma und V-Mann, radikale Sprüche und überspitzte Darstellungen aber sehr wohl.
Neben ihrem Hang zur Dramatik verbindet die beiden auch ein sehr ähnlicher Flow. Manche Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang von einem MC, mit unterschiedlichen Stimmen.
Für die Produktionen wurde durchweg auf Samples, die einen sehr dreckigen und morbiden Eindruck vermitteln, und sich anhören als stammten sie aus alten siebziger Jahre Ostblockwohnzimmern, zurückgegriffen. Dazu donnern dumpfe und druckvolle Drums und melodiöse Basslines durch die Boxen. Diese staubigen Loops, die ihren ganz eigenen Charme versprühen, bilden die perfekte Grundlage für V-Mann (aka Hiob) und Dilemma. Bemerkenswert auch, dass die Beats untereinander sehr harmonieren, obwohl unterschiedliche Produzenten am Werk waren. Wer dir Credits checkt, wird feststellen, dass neben V-Manns F’unkviertelkollegen Marcello noch Hyronimus (aka V-Mann) und Dilemma selbst zu Gange waren.
Zum Schluss noch einen Anspieltipp, der aufgrund hoher Punchlinequote, Reimtechnik und Killerbeat jeden Guten-Rap-Liebhabe rüberzeugen sollte. Checkt: "Das Land ist still". Basierend auf einem Sample einer ungarischen, deutsch singenden Chansonstimme. Da bleibt nur noch zu sagen: "…scheisse alter jetzt gehts los/ gib dir die bars und man findet dich in deinem bett leblos/ und das einzige was du noch von dir gibst is bräät ey yo."
Orishas – Antidiotico
Nach drei international erfolgreichen Hit-Alben, die alle höchstes Lob ernteten und den Rap Cubano bekannt und berühmt machten, wurde es mit „Antidiotico“ Zeit für ein Best-Of-Album der innovativen kubanischen Rap-Crew Orishas. Wer die nach den Göttern des in Kuba weit verbreiteten Santeria-Glaubens benannten Musiker bisher nicht kannte, dem wird dieses Album zeigen, dass es sich hier wahrlich um musikalische Götter handelt. Für Orisha-Fans, die schon alle Alben haben, ist ein Best-Of auch praktisch, um mit nur einer CD nach draußen in die Sonne gehen zu können. Für Hardcore-Fans gibt es auch noch eine Spezialausgabe mit drei CDs. Ob der Plan zu „Antidiotico“ vom guten Willem der Orishas, reiner Geldmacherei oder gar – was sehr bedauerlich wäre – von einem Mangel an neuen Ideen her rührt, sei dahingestellt. Hoffnung, dass letzteres nicht stimmt, gibt allerdings, dass neben den bereits veröffentlichten Songs von den vorherigen Alben auch drei sehr gelungene neue Songs auf „Antidiotico“ zu finden sind.
Mit einem solchen fängt die CD auch an. „Hay un son“ überzeugt mit seinem eingängigen Chorus sofort und beweist, dass die Orishas noch in der Lage sind, neue Lieder zu machen, die den gleichen für sie typischen heißen kubanischen Sound und liebenswürdigen Ohrwurmcharakter haben, für den sie bekannt sind, ohne jedoch langweilig zu werden.
Es wird gleich von einem zweiten solchen Song gefolgt, „A lo cubano“, die unverwechselbare, fast schon Klassikerstatus besitzende Hymne aus ihrem Debüt-Album „Lo Cubano“, das 2000 in Spanien zum meist verkauftesten Rap-Album in spanischer Sprache wurde und die Orishas über Nacht zu Stars machte.
Warum die Orishas auch anerkennend "Buena Vista Youngster Club" genannt werden, wird spätestens mit „5.3.7. Cuba” klar, ihrer Version des Buena Vista Social Club Klassikers "Chan Chan" von Compay Segundo (R.I.P.). Das ist nicht einfach das Instrumental mit billigen “Boom-Boom-Chak”-Drums drunter und Rap drüber, nein, hier fließt das gleiche, heiße kubanische Blut wie bei den Alten, die heiligen Santeria-Klänge und die Melodien des traditionellen Son Cubano vermischen sich (nicht nur hier) perfekt mit den schweren HipHop-Grooves und dem spanischen Rap der jungen Exilkubaner.
Dass alle Mitglieder der Gruppe – seit dem Austritt des Mitgründers Livan "Flaco Pro" sind es drei – in Europa leben, hindert sie nicht daran, das junge Kuba zu repräsentieren. „Represent, Cuba“, die durch den Film „Dirty Dancing 2: Havana Night“ bekannte Version von „Represent“ mit der hier etwas zu kitschig klingenden Sängerin Heather Headley ist eine Liebeserklärung an Kuba und das kubanisches Lebensgefühl, von der politischen Situation abgesehen.
Kritische Texte gegen ebendiese sind im Repertoire der Musiker ebenso enthalten wie wilde Partytracks. So ist zum Beispiel auch der neue Track „Silencio“ ein emotionales Stück, bei dem auch für Nicht-Spanischsprecher bei Reimen wie „Discriminación racial problema social total“ klar werden dürfte, um was es geht.
Man muss also nicht spanisch können, um die Orishas gut zu finden, auch wenn auf „Antidiotico“ gerade einmal zwei englischsprachige Features zu hören sind. Neben Heather Headley ist der zweite Featuregast der in den USA lebende Exilkubaner und bekannte Rapper Pitbull auf „Quien te dijo“.
„Antidiotico“ ist ein gelungenes Best-Of einer herausragenden Crew und wird diesen Sommer noch oft meinen Ghettoblaster ehren. Es ist eine CD gefüllt mit niveauvollen Sommerhits, die den karibischen Flair versprühen.




