Start Blog Seite 3044

Ekos neues Album

0
Vergangenen Samstag fand in Köln etwas statt, was es eigentlich seit den goldenen Neunzigern nicht mehr gibt: Eine Listening Session. Journalisten, die eingeflogen oder herangekarrt werden, um bei Häppchen und Sekt in eine möglichst wohlwollende Stimmung versetzt zu werden und das neue Album des Künstlers zu hören.

Eingeladen hatte Eko Fresh, um sein neues Album "Ekrem" (Veröffentlichung: 2. September) vorzustellen. "Dieses Mal habe ich wirklich ein so gutes Gefühl, dass ich das Album einfach allen zeigen will", so der Wahlkölner. Und so fanden sich Vertreter so gut wie aller relevanter HipHop-Medien (16bars.de, hiphop.de, Mixery, mzee.com sowie unsere bescheidene kleine Webseite) im ersten Stock einer Sportbar mit Spielautomaten in Köln-Gremberg (der berühmt-berüchtigten Grembranx) ein, um bei Fingerfood vom "besten Dönerladen in Grembranx" Ekos neuem Album zu lauschen.

Und was wir da zu hören bekamen, war auf keinen Fall schlecht, teilweise sogar sehr gut. "Ekrem" könnte, dem ersten Höreindruck nach, tatsächlich der langersehnte Befreiungsschlag für Eko werden. Das Album beginnt mit einigen starken Tracks, die in der Tat an die furiosen Anfangszeiten des German Dreamers erinnern, und bleibt über die gesamte spielzeit ziemlich schlüssig und stringent.

Einige besonders bemerkenswerte Tracks haben wir hier für euch aufgelistet.

Ekrem (wieder wie früher)

So und nicht anders eröffnet man (nach dem Intro) ein Album. Ein Beat, der wieder an gute alte Royalbunker-Zeiten erinnert und auf unnötigen Schnickschnack verzichtet. Dazu ein Eko in lyrischer Bestform, der zwar nicht zum ersten Mal betont, wieder an alte Zeiten anknüpfen zu wollen, es aber dieses Mal einfach auch macht.

Ekrem vs. Eko Fresh

Gut, das Konzept hat Eko nicht erfunden, aber die Umsetzung ist definitiv gelungen. Eko lässt sein früheres Ich gegen sein heutiges antreten, verdeutlicht durch die Stimmlage (alt: hoch, aufreizend lässig, neu: tiefer, seriöser) und erklärt damit auch wie nebenbei so manchen Widerspruch in seiner wechselhaften Karriere, die ja immer zwischen Popstar-Träumen und ausgefeilten Rapskills oszillierte.

Köln Kalk Ehrenmord

Da hat sich Eko wahrlich kein leichtes Thema ausgesucht. Zu einem orientalisch angehauchten Beat von Kingsize erzählt er die tragische Geschichte eines deutschen Jungen, der ein türkisches Mädchen liebt und mit ihr Dinge anstellt, die deren Bruder gar nicht gefallen. Ganz bewusst enthält sich Eko hier einer expliziten Wertung und versucht vielmehr, die jeweilige Sichtweise aller Beteiligten zu verstehen. Eine Gratwanderung, die Eko aber gut meistert.

Grembranx

Eine so schmucklose wie bildhafte Schilderung der Straße vor Ekos Studio. Der Rapper nimmt den Zuhörer an der Hand und geht mit ihm einfach die Straße entlang. Vorbei geht es an Bäcker, Friseur, Restaurants – auch wenn man noch nie hier war, hat man gleich die Bilder im Kopf. Eine sehr gelungene Schilderung von alltäglichen Szenarien auf einem chilligen Beat.

B-Promi Status

Vielleicht der beste Song auf "Ekrem". Mit viel Selbstironie und einem breiten Grinsen macht Eko sich über seine eigene Rolle als B-Promi lustig, besingt Möbelhauseröffnungen und sieht sich in naher Zukunft im Dschungelcamp. Respekt vor so viel Bereitschaft, über sich selbst zu lachen. "Irgendwie muss man ja damit umgehen", erklärt Eko selbst dazu.

Jenseits von Eden featuring Nino de Angelo

Ein Track, der für geteilte Reaktionen sorgen dürfte. Wenn Schlagersänger Nino de Angelo völlig ironiefrei von Kindern, die nicht mehr wie Kinder lachen singt, dann ist das entweder unglaublich berührend oder unerträglich kitschig. Dazwischen gibt es nichts. Ekos Strophen wissen zu überzeugen, aber jedesmal wenn der Chorus kommt, ist man ein bisschen schockiert. Mal sehen, wie der Song nach mehrmaligem Hören klingen wird.
 

Malik – Widerlicious – Videopremiere

0
Pünktlich zum Beginn des islamischen Fastenmonat Ramadan stellen wir euch in einer exklusiven Weltpremiere ein Video vor, dass sich kritisch mit dem in letzter Zeit immer gesellschaftsfähigen weißen Pulver auseinandersetzt. Malik aus Freiburg findet Koks einfach nur "Widerlicious".
rap.de: Stell dich erstmal ein bisschen vor – vielleicht hat dich nicht jeder auf dem Schirm.

Malik: Mein Name ist Malik und ich bin schon ein paar Jahre im HipHop und Rapbereich aktiv. Begonnen habe ich 1996 auf einer Jam in meiner Heimatstadt Freiburg, wo ich auch heute noch lebe. Nach einer kurzen Phase als Mitglied einer Band ging es für mich solo weiter. Ich bin ziemlich live erfahren und es gibt kaum einen Act in Deutschland, für den ich noch nicht Vor-Act war. Ich habe ein sehr kleines eigenes Indielabel mit dem Namen KanakStarrs Records, wo ich mit meinem Bruder Hauron die Songs produziere. Außerdem habe ich hier noch den Künstler STN unter Vertrag, der ein Veteran in der Freiburger Rapszene ist. Mir geht es darum künstlerisch in Bewegung zu bleiben und möglichst viele Personen und Eindrücke kennenzulernen. Allesamt viele Komponente um sagen zu können man ist wirklich und leibhaftig am Leben.
rap.de: Was hat dich dazu bewogen, einen Song gegen Kokain aufzunehmen?
Malik: Generell geht es mich nichts an, ob jemand Kokain nimmt oder es vertickt. Ich verurteile auch niemanden dafür und ich bin auch keiner der Typen, der mit dem Zeigefinger daherkommt. Allerdings finde ich in letzter Zeit immer öfter eine Schieflage zwischen Realität und gelebtem Lifestyle in Videos von sehr vielen Artists. Wie kann es sein, dass Jemand rappt er deale Kilos an Koks und die Bullen interessieren sich nicht mal dafür…? Sind nicht schon Rapper für weitaus weniger in den Knast gewandert? Und ich glaube nicht, dass in Zeiten von Internetpolizei die Bullen solche Leute nicht beobachten. Ich denke das ist Image und in Wirklichkeit wirst du keinen dieser Typen beim Dealen erwischen, weil sie es einfach nicht tun. Das alles könnte man unter Entertainment-Aspekten ja noch lustig finden. Jedoch verzerrt es bei den Kanakkids, denen es oftmals schwerfällt zu differenzieren, das Weltbild ganz gewaltig. Es ist gerade bei 12 bis 14jährigen Kids cool und krass, ein Koks Dealer zu sein. Oder bei Amateur MC´s permanent davon zu sprechen, dass die Nase taub sei vom heftigen Schniefen. Ganz ehrlich ich habe als gebürtiger Afghane eine Menge an kleiner Cousins und Cousinen. Finde es ziemlich übel, dass die sich das Reinpfeifen und es als HipHop bzw. Raplifestyle sehen. Das Ganze führt nur dazu, dass man auch dazugehören will und dann Dummheiten macht, welche man im Knast im Alter von 23 oder 25 Jahren bereut. Meistens ist dann auch die Zukunft im Sack und Thilo Sarrazin hat wieder ein paar Leute mehr über die er herziehen kann. Mir war es gerade als Kanake wichtig diesen Kids zu zeigen, dass die Realität bei Rappern eine ganz andere ist. Außerdem beteuern viele dieser Kids, dass sie ihre Religion. den Islam lieben und ehren. Koks ist im Islam harram (verboten), weshalb es schon allein auch deswegen keine gute Sache ist.
rap.de: Hast du früher selbst gekokst?
Malik: Ich kann mit voller Stolz sagen, dass ich in meinem Leben noch nie gekokst habe. Mir wurde es zwar schon oft angeboten, aber ich habe immer dankend abgelehnt. Ich bin allerdings oft mit Leuten zusammengetroffen, die auf Koks waren und das war ziemlich seltsam. Man sagt ja, dass Drogen nur Katalysatoren sind und innere Eigenschaften von Menschen sichtbar machen bzw. gewisse Gefühle verstärken. Ich finde aber, dass Koks sehr schlechte Eigenschaften eines Menschen ans Licht fördert. Die Leute werden in aller Regel ziemlich arrogant, überheblich und in besonderen Fällen großkotzig bis sogar unverschämt. Kann ja sein, dass es ihnen womöglich ein gutes Gefühl gibt, aber ich bin mir sicher, dass wenn sie sich von außen selbst betrachten könnten, dass ihnen das Bild auch nicht gefallen würde.
rap.de: Zerstört Koks die HipHop-Kultur?
Malik: Das glaube ich nicht. Anders als Kritiker glaube ich, dass HipHop mittlerweile so stark und groß geworden ist, dass es wie Rock oder Techno nicht mehr tot zu kriegen ist. Ich mache mir eher Sorgen um die Kids. Ich war auch mal Teenager und hab mal dies oder jenes ausprobiert. Aber Kokskonsum ist auf jeden Fall nichts was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Der Griff zu Heroin ist da dann nicht mehr allzu entfernt.
rap.de: Dein Flow klingt ja schon stark nach Oldschool. Hältst du die Fahne und die alten Werte hoch?
Malik: Alter, nicht nur mein Flow ist Oldschool… ich bin Oldschool! (lacht) Nee, im Ernst, dadurch, dass ich das solange mache, entwickelt man irgendwann seinen eigenen Sound bzw. Stil. Und den habe ich einfach gefunden. Weiß nicht ob man das Oldschool nennen kann. Auf jeden Fall möchte ich mich in Zukunft weiter entwickeln und hoffe, dass noch mehr Menschen meinen Sound und meine Musik mögen. Ich würde auch nicht sagen, dass ich alte Werte besonders hoch halte. Ich plädiere nur dafür, straight und ehrlich zu sein. Ich will Leute motivieren, Dinge im Leben zu tun, welche dir oder eben deinem Umfeld gut tun. Selbstverständlich sind Schicksale dabei, mit denen hat es Gott nicht allzu gut gemeint. Aber zumindest sollte man versuchen, in jeder Lage wenigstens das Beste draus zu machen. Ich bin im tiefsten Herzen ein Optimist und traue den Jugendlichen im positiven Sinne eine Menge zu. Veränderung ist immer eine gute Sache, weil es einen frischen Wind bringt. Und wenn man noch mit geradem Rückgrat durch die Welt spaziert, ist doch dann alles in Ordnung, oder?
rap.de: Was darf man als nächstes von dir erwarten?
Malik: Wir produzieren als nächstes Video ein Teil mit einem guten Freund aus Köln, den ihr alle kennt. Wer das ist, will ich aber noch nicht verraten… Ansonsten bereite ich den Release von meinem großen Album "Yallah“ vor. Ich habe hier mit sehr vielen unterschiedlichen Künstlern wie Big Shug (Gangstarr Foundation/Boston), Sheek Louch (D-Block/New York), Xavier Naidoo oder Patrice zusammengearbeitet. Wo und wann es veröffentlicht wird, gebe ich aber noch bekannt. Ich hoffe sehr, dass es die Leute fühlen werden und dass sie die Platte unterstützen. Also haltet bitte die Augen offen.
 
 

Der E1ne – Let The Music – Videopremiere

0
Der Pott ist back, hieß es vor einigen jahren vollmundig, aber so richtig gezündet hat das irgendwie nicht. Zur ruhigen, unaufgeregten Art der Menschen aus dem Ruhrgebiet hat dieses Angebertum eh nicht so nicht richtig gepasst. Insofern nur konsequent, wenn sich Der E1ne aus Dortmund eher auf die alten Stärken des Pott besinnt: Trockene, selbstbewusste Raps mit Herz und Eiern. Heute stellen wir euch sein Video "Let The Music" vor – in einer exklusiven Weltpremiere.
rap.de: Erstmal bitte etwas zu deinem Hintergrund: Wie lange bist du schon am Start? Wer oder was hat dich dazu gebracht, zu rappen?
Der E1ne: Ich habe Mitte bis Ende der 90er angefangen, Rap zu hören und auch selber Songs zu schreiben. Dieser rebellische Wu Tang-Sound war damals mein Ding. In den folgenden Jahren war ich dann auf den ganzen Jams quer durch das Ruhrgebiet unterwegs, habe gefreestylet und Songs geschrieben, bis ich bei Boogieness Records unterkam, wir im Jahre 2008 ein gemeinsames Album mit Soundbwoy Boogie veröffentlicht haben und etwas lokalen Fame und vielleicht noch etwas darüber hinaus ansammeln konnten. rap.de: Wie eng bist du in der Ruhrpott-Szene verknüpft? Mit wem chillst du, mit wem nicht? Der E1ne: Persönlich habe ich sehr wenig Kontakt zu Künstlern außerhalb der Dortmunder Szene und kann dir da keine objektive Antwort geben. Als Bands wie RAG, oder Creutzfeld & Jacob gemeinsame Releasepartys gefeiert haben, hat man einen stärkeren Zusammenhalt wahrgenommen als heute. Damals haben wir doch alle diese Ruhrgebeat-Pullis getragen (lacht). Die Verknüpfung über die Stadtgrenzen hinweg hat seit der Zeit wohl auch abgenommen, weil es einfach zig unterschiedliche HipHop-Szenen gibt. Von einer allgemeinen Ruhrpott-Szene kann man da auch gar nicht mehr sprechen. Dafür hat HipHop einfach zu viele unterschiedliche Gesichter angenommen,was auch vollkommen okay ist. Vor einiger Zeit habe ich z.B. einen Song mit Lakman aufgenommen, das ist mein Ding. Was das Chillen im Ruhrpott angeht, musst du Terence fragen (grinst). rap.de: Dein Album wurde u.a. von Too Strong produziert – siehst du dich in deren Tradition des trockenen, ehrlichen Ruhrpottraps? Der E1ne: Zwei Songs auf "Zeitspiel“ wurden von Funky Chris produziert, was mich als Fan natürlich sehr stolz macht. Sicherlich haben mich Bands wie Too Strong in der Jugend geprägt, die Einstellung zu HipHop und die Philosophie dahinter, wie musikalisch. Ich hatte aber auch eine Menge anderer Einflüsse, denen ich ausgesetzt war, so dass ich mich eher als ein Produkt des gesamten Melting Pots der letzten zehn bis 15 Jahre sehe. rap.de: Ist die übertriebene Spitter/Angeberphase des Pott wieder vorbei? Der E1ne: Ich glaube, dass diese Phase deutschlandweit schon seit längerer Zeit vorbei ist, da sich am Ende der Straßenrap durchgesetzt hat. Ich fand die Jungs aber unterhaltsam und habe mir z.B. diese "Feuer über Deutschland"–Geschichte gerne mal angeschaut, weil Pillath echt witzig war. Ansonsten ist diese ganze Entwicklung relativ spurlos an mir vorbeigezogen. Bei solchen Phasen ist das doch so, dass man nur die Leute ernst nehmen kann, die die Trends setzen. Die ganzen Nachahmer fand ich dann nur noch peinlich. Aber das ist halt eine Art, um Erfolg zu haben, entweder man erfindet einen neuen Style, oder man kopiert einen Style der sich gerade gut vermarkten lässt. In der Wirtschaft läuft das nicht anders. Mit meinem Album "Zeitspiel“ probiere ich gerade selbst eine dritte Variante, die darin besteht einfach nur Songs zu schreiben, ohne sich Gedanken darüber zu machen,ob es jemand hören wird oder nicht. Diese Strategie gibt es in der Wirtschaft übrigens auch! Die Leute die darauf warten, dass das Rad neu erfunden wird, müssen auf das zweite Soundbwoy Boogie & Der E1ne – Album warten. "Zeitspiel“ ist einfach nur Rap. rap.de: Du wirkst eher seriös und bodenständig. Wie genau positionierst du dich in der Rapszene? Der E1ne: Vielen Dank! Das nehme ich mal so hin. Auf diese Frage muss ich leider so antworten wie jeder Journalist es wahrscheinlich nicht hören möchte. Ich mache seit mehr als zwölf Jahren Rapmusik, das ist eine lange Zeit, auch wenn ich bisher keine großen Erfolge feiern konnte. Ich bekomme einen Beat, schreibe eine Strophe möglicherweise noch eine Hook und nehme das Ganze auf. Meine Positionierung ist letztendlich das, was bei diesem Prozess entsteht. In diesem Fall ist es ein Album mit einem hohen Anteil an fiktiven Songs, die in den Bereich Storytelling gehen. Ich betreibe keine Imagekampange in dem Sinne, mir ist nur wichtig, dass eine Songs einen gewissen künstlerischen Wert mit sich bringen und somit relevant sind. rap.de: Was hältst du vom derzeit angesagten deutschen Rap? Der E1ne: Der Wir kamen ja schon vorhin auf die Vielfalt von HipHop zu sprechen. Die Unterschiede zwischen den Künstlern sind mittlerweile echt riesig, dass man sich fragen kann, wo HipHop aufhört, wo Rock anfängt. Ich würde diese Entwicklung aber als postitiv bewerten, da auch HipHop nicht aus HipHop entstanden ist und Vielfalt die Kreativität fördert. Das gilt textlich wie musikalisch, von Casper bis Fler. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass die Leute die Wurzeln kennen und auf dem gleichen Fundament aufbauen. Wenn jemand, der von sich behauptet HipHop zu machen, z.B. einen KRS-One nicht kennt, ist das schade. Ich persönlich muss zugeben nur die Scheibe von Marteria in meinem digitalen Plattenschrank zu haben. Und als Rapper finde ich eh alle anderen eher weniger gut. (lacht) rap.de: Wohin willst du mit deiner Musik kommen? Der E1ne: Die ganzen Fernsehsendungen in denen ich gerne aufgetreten wäre, gibt es ja nicht mehr, inklusive der Sender. Ich würde mich natürlich freuen bei einigen Festivals zu spielen. Das stelle ich mir sehr nice vor. Ansonsten würde ich gerne zu "Inas Nacht"! rap.de: Wen hoffst du, mit deinem Rap zu erreichen? Der E1ne: Ich denke, dass meine Texte nicht das ganz junge Publikum ansprechen werden. Es ist schon schön auch ein paar ältere Gesichter auf den Konzerten zu sehen, deren Anspruch an die Musik meist auch etwas höher liegt. Im Grunde ist das aber nicht so wichtig, da nicht meine Musik nach den Hörern sucht, sondern umgekehrt. Ich sehe die Kunst nicht als Instrument, um z.B. die Kids von der Straße zu kriegen, dafür sorgen ja Andere – oder auch nicht. Die Songs sollen viel mehr Emotionen erzeugen. Da ist jeder willkommen.

Laas Unltd.

0
Laas Unlimited macht HipHop. Ohne Spielereien, ohne Ausflüge in andere Genres. Langweilig? Das soll jeder für sich selbst entscheiden, aber für ihn und seinen Produzenten 7inch ist gerade jetzt die richtige Zeit für genau diesen originären HipHop-Sound. Für ihr HipHop-Ding. Für ihren HipHop-Vibe. Was HipHop für eine Rolle in der Gesellschaft spielt, was genau jenen besagten Vibe ausmacht, den er in seinen Songs zu versprühen versucht, und wieso gerade er der nächste King nach Savas seien soll – über dies und noch einiges mehr sprachen wir mit dem Wahlhamburger sowie seinem Produzenten 7inch in unserem Interview.

rap.de: Der Bezug auf die Wurzeln von Hiphop scheint euch sehr wichtig zu sein, wie der Albumtitel „Blackbook“ vermute lässt, oder?

Laas: Ja, voll! Wir finden, jetzt gerade ist ein sehr wichtiger Zeitpunkt, um den Leuten zu zeigen: "Hey, wir haben dieses deutsche Rapding, das ist unsere Kultur, das ist unsere Musik, das ist das, was wir aufgebaut haben. Und lasst uns darauf auch stolz sein!" Ich hör auch 80er-Pop oder R'n'B oder solche Sachen, und ich kann mir auch heutige Popproduktionen anhören. Aber wenn du mich fragst, was wirklich das ist, was ich machen will und was ich feiere, wo auch wirklich mein Herz dran hängt, dann ist das einfach HipHop. "Blackbook" ist unser Statement: Das, was wir haben ist cool, lasst uns das den Leuten präsentieren.

7inch: Das haben wir persönlich auch etwas vermisst in der heutigen Zeit. Klar, viele innovative Künstler hieven Deutschrap auf das nächste oder ein anderes Level. Das ist auch super hilfreich für HipHop, um das Ganze weiter oder woanders hinzubringen, aber wir persönlich haben gemerkt: Was pumpen wir den ganzen Tag oder seit Jahren zuhause, worum geht es uns beiden so? Insofern wird das bestimmt ein paar Leuten aus der Seele sprechen, die sich darüber freuen, in der heutigen Zeit mal wieder so ein Album zu hören.

Laas: Darüber hinaus war es wichtig, einen Schritt weiter zu gehen. Die drei Alben davor waren immer mit demselben Produzententeam, womit auch ein gewisser Style vorgegeben war. Bei diesem Album rappe ich viel energischer, mach viel mehr Ansagen. Es ist vorbei mit diesem Laas, der immer nett ist zu allen und der zufrieden ist, wenn er 10 Minuten auf der kleinen Splash!-Bühne spielen darf. Damit ist Schluss, denn aufgrund dessen, was ich geleistet habe, sehe ich mich persönlich einfach woanders.
 

rap.de:  Im Intro meinst du sinngemäß, wenn Savas die Krone abgäbe, seiest du der nächste King. Siehst du dich tatsächlich in dieser Position?

Laas: Ja, da sehe ich mich. Ich weiß ja auch, wie ich rappe. Die Leute da draußen wissen das aber nicht, deswegen ist es unsere Aufgabe, denen das alles zu zeigen. Ob wir das wirklich schaffen, sei dahingestellt. Die Frage ist ja ob Savas überhaupt aufhört zu rappen. (lacht). Das ist das, worauf ich hinarbeite. Wenn dieser Mann irgendwann sagt: „Hey, ich will das jetzt weitergeben an irgendwen, ich bin raus“, dann will ich so fit und am Start sein, dass ich sage: "Ey, hier bin ich, gib es mir." Ich bin seit 13 Jahren rapmäßig aktiv und hab ’ne Menge geleistet, viele Leute in der HipHopSzene wollen das ignorieren oder kleinspielen. Aber trotzdem muss man mir auch langsam zugestehen: Ich habe mir einfach gewisse Sache erarbeitet, und dementsprechend mach ich auch Ansagen. Die greife ich ja nicht aus der Luft.

Basti (Trailerpark) und Vortex Universe Videos – Splash!-Rückblick

0
Regen, Regen, Regen. Da denkt man doch gerne nochmal ans diesjährige Splash! zurück, bei dem fast durchgehend die Sonne schien – sowohl am Himmel als auch in den Herzen der Besucherinnen und Besucher. Basti von Trailerpark hat zusammen mit Vortex Universe Videos ein feines Video gedreht, dass die Stimmung auf Deutschlands wichtigstem HipHop-Festival perfekt einfängt. Einfach die Vorhänge zuziehen, anschauen und ein bisschen in der Zeit zurückreisen.
 

Auf zum HipHop Kemp!

0
Der Countdown läuft. Noch 13 Tage, dann beginnt das legendäre HipHop Kemp auf dem Festivalpark Airport (Letiste) in Hradec Kralove/Tschechien. Dort erwarten euch internationale Künstler wie: Odd Future, M.O.P, Method Man & Redman und die Looptroop Rockers. Auch deutschsprachige Künstlern sind vertreten, zum Beispie die Jungs von K.I.Z, Herr von Grau sowie Retrogott & Hulk Hodn.
HipHop-Freunde, die noch nicht volljährig sind, können sich freuen, denn das Mindestalter beträgt 12 Jahre. Besucher unter 12 Jahren dürfen hingegen nur mit einer Begleitsperson über 18 das Gelände betreten. Für alle Volljährigen indes gilt: Harter Alkohol und tschechische Männer (oder umgekehrt), billiges Bier und tschechische Frauen (oder umgekehrt).

Wir verlosen übrigens noch 4×1 Ticket auf unsere Facebook-Seite. Drückt einfach auf "gefällt mir" und/oder schreibt einen Kommentar. Viel Glück!

Hier die Reihenfolge der Künstler, die auf der Live Stage aufteten werden :

Donnerstag 18. August

15:00 MANŽELÉ /CZ
15:35 DON GURALESKO /PL
16:20 TYNIKDY LABEL SHOWCASE (IDEA, REST, PAULIE GARAND, RYES, DJ FATTE, DJ AKA) /CZ
17:20 HERR VON GRAU /D
18:00 H16 /SK
18:45 WILDCHILD + BABY BOOGALOO /USA/
19:35 SNOWGOONS + PMD + SEAN STRANGE + SICKNATURE /D, USA, DK
20:15 ARSONISTS /USA
21:00 MAYER HAWTHORNE & The County /USA
22:00 OFWGKTA aka ODD FUTURE /USA

Freitag 19. August

13:00 BEREZIN /RU
13:30 LOC DOG /RU
14:00 VEC & ZVERINA (CP KOMBO) /SK
14:40 PIO SQUAD /CZ
15:20 TEN TYP MES + ALKOPOLIGAMIA.COM CREW /PL
16:00 RETROGOTT & HULK HODN /D
16:40 PAC DIV /USA
17:20 PHI-LIFE CYPHER /UK
18:00 RA THE RUGGED MAN & MC Nova Rockafeller /USA
18:45 EKLIPS /FR
19:30 PSH /CZ
20:40 BEAT TORRENT (DJ Pfel & DJ Atom) /FR
22:00 HOCUS POCUS /FR
23:00 LOOPTROOP ROCKERS  /SWE
00:00 PHAROAHE MONCH /USA
01:00 M.O.P. /USA

Samstag 20. August

13:00 GAMBRZ REPRS /CZ
13:30 STRAPO & DJ SPINHANDZ /SK
14:00 DIKKE VANDALEN /NL
14:30 TAFROB & DJ MAZTAH /CZ
15:15 GRUBSON & 3ODA KRU /PL
16:15 MYSTRO /UK
17:00 MC TRIX & DJ MESIA – JAMES BROWN TRIBUTE SHOW
17:30 INDY & WICH + LA4 & NIRONIC vs KMBL /CZ, USA
18:30 THE ELECTRIC ft DJ VADIM, SABIRA JADE & PUGS ATOMZ /UK, USA
19:15 MOJA REC /SK
20:00 K.I.Z. /D
20:45 10 MC’s FOR 10th HHK – HIP HOP KEMP POLISH ANTHEM
20:55 PARIAS (ELDO, WLODI, PELSON) /PL
21:40 RANDOM AXE (SEAN PRICE, GUILTY SIMPSON, BLACK MILK) /USA
22:25 KONTRAFAKT /SK
23:10 CLASH OF THE CZ/SK MC TITANS (Zverina, Delik, Idea, Shomi, Bio, Rest) /SK, CZ
23:25 PRAGO UNION + LIVE BAND /CZ
00:10 HEAVY METAL KINGSILL BILL & VINNIE PAZ /USA
01:00 METHOD MAN & REDMAN /USA
 

Song gegen Kindermissbrauch

0
Update: In einem Telefonat mit Marc Reis hat dieser seine Empörung darüber zum Ausdruck gebracht, mit der NPD in einem Atemzug genannt worden zu sein. Er fühlt sich davon persönlich verletzt, was von uns natürlich überhaupt nicht beabsichtigt war. Ich habe daher mit Marc Reis vereinbart, dass wir uns nächste Woche treffen und über das Thema, zu dem wir offensichtlich verschiedene Meinungen haben, ruhig und vernünftig diskutieren. Wir beide sind der Ansicht, dass das der Sache am besten gerecht wird. (Oliver Marquart, rap.de-Chefredakteur)

Seit einigen Tagen kursiert ein Video auf diversen Rap-Seiten, in dem Künstler wie Harris, Celo & Abdi, Marc Reis, Yassir und Hassan Anouri sich gegen Kindesmißhandlung aussprechen. Eigentlich ein so nachvollziehbares wie unterstützenswertes Anliegen. Trotzdem haben wir von rap.de abgelehnt, als uns das Video als Exclusive angeboten wurde.

Warum? Hat rap.de etwa kein Herz für Kinder? Doch, haben wir. Und genau wie jeder andere Mensch mit auch nur einem Funken Mitgefühl macht es uns fassungslos und wütend, wenn schwachen, wehrlosen Kindern Gewalt angetan wird.
Was uns allerdings davon abgehalten hat, den Track auf unserer Seite zu präsentieren, ist eine Zeile von Marc Reis, in der er rappt: "Ich hab keinerlei Akzeptanz, um es auf deutsch so zu sagen/ ich fordere für Kinderschänder die Todesstrafe". Eine Forderung, der wir uns auf keinen Fall anschließen wollen, weil wir sie für falsch und der Sache nicht dienlich halten.

Zunächst einmal, weil die Todesstrafe zu einem durch die Aufklärung längst überwundenen Rache- und Sühnebild gehört und einer "Auge um Auge, Zahn um Zahn"-Logik folgt, die im 21. Jahrhundert nichts verloren hat. Der deutsche Staat hat laut seiner Verfassung nicht das Recht, das Leben eines Menschen zu beenden, egal, was dieser getan haben mag und das ist auch gut so. Niemand sollte sich anmaßen, zu entscheiden, wer ein Recht zu leben hat und wer nicht. Niemand.

Abgesehen von der moralischen Komponente ist die abschreckende Wirkung, die Befürworter immer wieder ins Feld führen, in diesem Fall sehr fraglich. Kinderschänder sind in ihrem Sexualtrieb gestörte Menschen, die zwanghaft und nicht rational handeln.

Obendrein, und dieser Punkt war für unsere Entscheidung letztlich ausschlaggebend, nutzt seit einiger Zeit eine sehr unangenehme Fraktion, nämlich die NPD, die Parole "Todesstrafe für Kinderschänder", um unter dem Deckmantel der Sorge um das wohl von Kindern Leute zu ködern. Natürlich ist uns vollkommen klar, dass Marc Reis keinerlei Sympathien für diese Partei oder deren Ziele hegt. Trotzdem öffnet so eine undifferenzierte Aussage aus dem Bauch heraus dem Mißbrauch durch genau solche Kreise Tür und Tor. Der Song hat erkennbar ein gutes und berechtigtes Anliegen, nämlich Bewusstsein für schlimme Verbrechen zu schaffen. In welchem Licht aber würde ein solches Anliegen erscheinen, wenn sich die NPD entschlösse, den Song als Trojaner für ihre Rattenfängerei zu nutzen?
Und es komme jetzt bitte niemand mit dem Einwand, nur weil die Nazis sagten, der Himmel sei blau, sei diese Aussage nicht plötzlich falsch. Die Forderung, die Marc Reis in dem Song erhebt, ist eine politische Forderung, die nicht ohne Grund ausschließlich von Parteien am rechten Rand erhoben wird. Das Thema Kindesmißbrauch eignet sich aber denkbar schlecht dafür, einfache Lösungen und bequeme Feindbilder zu propagieren.

Die Initiatorin des Songs, Xenia Hügel, zeigte sich in einem Statement gegenüber rap.de nachdenklich. Dass die NPD versuche, mit dem Thema Anhänger zu gewinnen, sei ihr nicht bekannt. "Ich will natürlich nicht, dass es dadurch in ein schlechtes Licht gerückt werden könnte. Ich bin auch selbst kein Anhänger der Todesstrafe, weil ich ein sehr gläubiger Mensch bin und glaube, dass nur Gott allein richten darf." Mit dem Song habe sie auf das Problem Aufmerksam machen und für härtere Strafen plädieren wollen – nicht zur Abschreckung, sondern um die Gesellschaft vor Verbrechern zu schützen. "Wenn alle nur denken, man könne nichts dagegen machen, passiert auch nichts", erklärt sie ihre Motivation.

rap.de unterstützt das Anliegen, das der Song eigentlich hat, durchaus. Wir glauben aber, dass eine unüberlegte, undifferenzierte Aussage wie die besagte Zeile von Marc Reis hier eher kontraproduktiv ist.

Wer tatsächlich etwas Gutes tun möchte, der spende an die im Video ebenfalls erwähnte Organisation Wildwasser, die Opfern sexueller Gewalt helfen möchte:

Kreissparkasse Groß-Gerau
Konto 1072 867
BLZ 508 525 53

Um euch ein eigenes Urteil bilden zu können, seht ihr das Video hier:
 

 

Schaufel & Spaten – Videopremiere

0
Die Funkverteidiger entstammen dem Leipziger bzw. Magdeburger Untergrund und sind, naja, viele. Namentlich Pierre Sonality, Mase, Katharsis, Maulheld, Scientist, The Finn, Odd Job, Schaufel & Spaten, Sendemast Gang, DJ Skala, DJ LuKutz, DJ MetaZwo, DJ Ronny Montecarlo, Marcus B und Mr. Lipster. Laut eigenen Angaben fand die Gründung der HipHop-Posse im kalten Winter 2009 auf der Flucht vor dem BGS statt, Gründungsgedanke und gleichzeitig Pate bei der Namensfindung war die gemeinsame Verteidigung des Funk.Hier geht es um besagte Schaufel & Spaten. Soeben ist deren auf 300 Stück limitiertes Album „Unterm Untergrund – 29 harte Jahre unter Tage“ erschienen, das außerdem nur auf Vinyl erscheint und schon so gut wie ausverkauft ist. Macht aber nichts – immerhin präsentiert euch rap.de hier eine wundervolle Videopremiere zu „Onkorrenfoa„:

Featured