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Film über Suge Knight

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Marion "Suge" Knight zählt zu den schillerndsten Figuren der Westcoast-Rapszene. Der Mann mit der unübersehbaren Vorliebe für dicke, fette Zigarren hat allerdings weniger als Entrepeneur auf sich aufmerksam gemacht als durch sein beachtliches Vorstrafenregister und seine, sagen wir mal, harten Verhandlungsstrategien.

Nun ist ein Dokumentarfilm über den umstrittenen Gründer von Death Row Records geplant, der auf dem amerikanischen Kabelsender Showtime gezeigt werden soll. Das vorgesehene Personal ist nicht gerade zweitklassig: Regie soll Antoine Fuqua führen, der bereits für "Training Day" und "Brooklyn's Finest" verantwortlich zeichnete. Einer der Co-Produzenten soll Bradley J. Fischer sein, der unter anderem "Black Swan" und "Shutter Island" produziert hat.

Fischer bestätigte diesen Deal auch und betonte in einem Statement, dass Suge Knight durch seinen steilen Aufstieg in Machtpositionen der Musikindustrie nichts anderes als eine Legende sei, ein provokanter Mythos. "Suge Knight's reputation and rise to power in the music business has become the stuff of legend, and he remains one of the entertainment industry's most provocative and enduring myths."

Während sein Name zwar bekannt sei, wüssten die meisten aber eigentlich nicht viel über den Mann. Daher seien sie, Fischer und Fuqua, begeistert, dass sie mit diesem Film einen Blick hinter den Vorhang wagen dürften.
"But while his name elicits an immediate and powerful reaction from people around the world, very few can legitimately claim to know the man. Antoine Fuqua and I are thrilled to be partnering with Showtime to tell this remarkable story and take audiences behind a curtain that most have been terrified to even approach."

Was Suge selbst zu all dem meint, ist nicht bekannt. Im Moment ist der Gute mal wieder auf Bewährung, allerdings wegen eines vergleichsweise harmlosen Vergehens: Er war beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden.

Rap schreibt Bücher

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Bücher schreiben kommt im deutschen Rap ja langsam in Mode. Nachdem Bushido bereits vor drei Jahren mit seiner Autobiographie einen Bestseller vorgelegt hatte, ziehen diesen Herbst mit Fler und den Atzen gleich zwei Berliner Rapacts nach.

Und zumindest Fler schlägt sich schon mal beachtlich: "Im Bus ganz hinten" von Fler war ja quasi ein Doppelrelease, bestehend aus Buch und Album gleichen Namens. Während der Tonträger (Review hier) bis in die Top der deutschen Albumcharts vorstieß und sich dort auf dem dritten Platz breitmachte, konnte auch das gleichnamige Buch (Rezension folgt) einen respektablen 13. Rang in der Bestsellerliste des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" belegen. Der "Atzenkodex" von Frauenarzt und Manny Marc wird am 13. Oktober erscheinen.

Drüben bei unseren amerikanischen Verbündeten schreibt man hingegen schon etwas länger auch als Rapper, erinnert sei in diesem Zusammenhang beispielsweise an Ice-T, der schon mehrere durchaus lesenswerte, weil unterhaltsame Werke vorgelegt hat.

Nächsten Monat soll nun ein sehr interessantes Werk erscheinen, das sich mit der Geschichte des legendären HipHop-Labels Def Jam auseinandersetzt. Geschrieben hat es der als HipHop-Historiker bekannt gewordene Bill Adler. Das Buch, das auf den durchaus nicht von Understatement geprägten Namen "Def Jam Recordings: The First 25 Years of the Last Great Record Label" hört, soll aber nicht nur Texte, sondern auch legendäre Bilder enthalten, ein richtiges Geschichtsbuch eben.

Def Jam wurde 1984 von Rick Rubin und Russell Simmons gegründet. Es hatte legendäre Künstler wie LL Cool J, die Beastie Boys, Run DMC und Public Enemy unter Vertrag. Durch die Kontakte von Rubin, der in der Heavy Metal-Szene verwurzelt war, erschien auch das Slayer-Album "Reign in Blood" auf Def Jam. Überhaupt tat Def Jam viel dafür, dass HipHop bzw. Rapmusik vom Mainstream stärker wahrgenommen und als eigenständige Kunstform akzeptiert wurde. Rubin schied allerdings bereits 1989 aus. Zwischen 2004 und 2007 leitete Jay-Z das Label, seine Plattenfirma Roc-A-Fella ist bis heute ein Sublabel von Def Jam.

Die beiden Gründerväter Rick Rubin und Russell Simmons haben sich nun noch einmal zusammengetan: Gemeinsam werden sie das Buch in der Öffentlichen Bibliothek in New York vorstellen und dabei sicher die eine oder andere Anekdote droppen, die nicht im Buch steht.

Beastie Boys im Museum?

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Eine der langlebigsten und erfolgreichsten Rap-Crews steht kurz vor den Aufnahme in die sagenumwobene Rock and Roll Hall of Fame: Die Beastie Boys aus New York City. Sicher ist das allerdings noch nicht, bisher sind MCA, Mike D und Ad-Rock lediglich nominiert – neben anderen Schwergewichten wie Guns'n'Roses, den Red Hot Chili Peppers oder The Cure.

Gestern wurden die drei HipHop-Urgesteine, die ursprünglich aus dem Punkrock stammen und ob ihrer Flirts mit harten Gitarren immer auch ein Publikum ansprachen, das weit über die HipHop-Szene hinausging, für die Auszeichnung vorgeschlagen. Die Aufnahme in die Hall of Fame kann frühestens 25 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Tonträgers eines Künstlers erfolgen – somit qualifizierten sich die Beastie Boys genau dieses Jahr, denn ihre erste Platte "Licensed To Ill" erschien 1986.

Seit just diesem Jahr, also 1986 wird jedes Jahr eine gewisse Anzahl Musiker in die besagte Hall of Fame aufgenommen, ausgewählt werden diese durch ein Komitee von Musikhistorikern. Die ursprüngliche Idee dazu stammt von Ahmet Ertegün, dem Gründer von Atlantic Records. Erst neun Jahre später, also 1995, wurde das gleichnamige Museum in Cleveland/Ohio eröffnet.

Besonders viele Künstler aus dem HipHop-Bereich haben die Aufnahme bisher nicht gerschafft, was unter anderem natürlich an der 25-Jahr-Regel liegen dürfte, aber auch an immer noch verbreiteten Vorurteilen gegenüber Rap unter Rockern, die sich, im Gegensatz zu Rappern, als "echte Musiker" empfinden. 2007 wurden Grandmaster Flash & The Furious Five ("The Message") aufgenommen, 2009 folgten Run DMC. Die Beastie Boys wären also erst der dritte HipHop-Act, dem diese Ehre zuteil würde.

Nun, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber so langsam müssen eben auch eingeschworene Rock'n Roller einsehen, dass Rapmusik nicht nur irgend so eine komische Randerscheinung ist, die früher oder später wieder verschwindet wie ein lästiger Fleck.

Rap macht Politik

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Um die innenpolitische Lage in der Schweiz ist es nicht gerade zum Besten bestellt. Die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP) legt eine demagogische Initiative nach der anderen zur Abstimmung vor und heizt die Stimmung gern mit rechten Parolen an.
Damit fährt sie desöfteren so beachtliche wie bedenklich stimmende Erfolge ein, wie etwa bei der Abstimmung über das Minarett-Verbot oder dem Votum über die drastische Verschärfung des Ausländerstrafrechts (im schwyzer Amtdütsch wunderschön klanghaft "Ausschaffungsinitiative" genannt).

Doch nicht alle Schweizer finden diesen harten, kompromisslosen Kurs gut. Daher hat sich vor den nächsten National- und Ständeratswahlen am 23. Oktober ein Aktionsbündnis aus Kunst, Kultur und Politik zusammengeschlossen, das klar und direkt für eine "offene Schweiz, für Vielfalt und Solidarität", sprich gegen Ausgrenzung und Sozialdarwinismus einsetzt.

Mit dabei ist auch der Rapper Greis. Greis ist einer der bekanntesten Rapper der Schweiz, in Deutschland dürfte er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Mindener Curse sowie seinen Beitrag auf dem "Futurama United Nations Remix" von Kool Savas bekannt sein.

Mit der nun veröffentlichen Compilation "V – Musik zum Wählen" wollen Greis und das Aktionsbündnis "Kunst+Politik" zwar keine direkte Wahlempfehlung abgeben, aber ein Zeichen setzen. Die Compilation, auf der auch die Beatboxerin Steff La Cheffe vertreten ist, wurde zum kostenlosen Download bereitgestellt – Interessierte können hier zuschlagen.

Qult – Rap auf der Straße

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Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt… Am vergangenen Freitag standen plötzlich drei junge Männer in unserer Redaktion. Sie stellten sich als Qult aus Freiburg im Breisgau vor und erklärten, sie seien derzeit auf Tour durch Deutschland – mit ihrem Wohnmobil.
 
QodeX, FoQus und WhizZCo haben keinen Bock, auf ihrem Hintern zu sitzen und darauf zu warten, dass der Himmel sich auftut und es Fame und Geld regnen lässt. Sie packen das Schicksal lieber bei den Hörnern, haben zwar kein konkretes Ziel, aber fahren einfach los. Sie fahren von Stadt zu Stadt, bauen ihre Anlage auf und rappen einfach los. Rap auf der Straße nennen sie diese altbewährte, aber in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geratenen Taktik.

Am 30. August ging die Tour los, noch bis 2. Oktober werden Qult ihren Sound in diversen Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen unters Volk bringen. Mitunter geraten sie dabei auch mit der Staatsmacht in Konflikt. In der württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart drehte ihnen die Polizei den Sound ab (nachdem sie ihnen immerhin kulanterweise einen letzten Song zugestanden hatte), In der Schweiz mussten sie dagegen mit ihrem gesamten Equipment mit auf die Polizeiwache marschieren.
 

Abschrecken oder gar aufhalten lassen sie sich davon nicht. Gut so, finden wir, denn im Gegensatz zu vielen deutschen Rappern, die sich immer nur darüber beschweren, dass ihnen keiner eine Chance geben wolle, gehen die Jungs von Qult einfach da raus und kümmern sich selbst darum, ihre Musik an die Leute zu bringen, verkaufen ihr Album "Status" einfach aus dem sprichwörtlichen Kofferraum. Das ist genau der Spirit, der HipHop einst groß gemacht hat und dessen Abwesenheit heute gerne wortreich beklagt wird.

Wer das ähnlich sieht und/oder sich die Jungs mal ankucken möchte, hält entweder einfach Augen und Ohren offen oder geht auf die Homepage der Jungs, wo in einem Reiseblog in Text und Bild über die Stationen berichtet wird. Momentan befindet sich die Reisegesellschaft in der schönen Sachsenmetropole Leipzig.

Canice – Not und Elend

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Ein neuer rap.de-Exklusiv. Heute von dem Österreicher Canice, der über "Not und Elende" rappt. Weiter unten findet ihr auch noch sein Video "Für euch" – genau, für euch. Alles weitere erzählt er euch einfach selbst.
 
rap.de: Stell dich doch erstmal vor.
 
Canice: Hey, mein Name ist Canice. Ich komme aus Österreich, genauer gesagt aus Graz und bin seit gut 10 Jahren am rappen.  Damals bin ich über Freunde auf Rap aufmerksam geworden und habe nach und nach begonnen eigene Texte zu schreiben und diese auch aufzunehmen. Meine erste Ep mit Namen "Underdog“ ist 2006 erschienen, 2008 folgte dann das "Eine Nummer zu groß“ Mixtape, beide CDs gibt es übrigens als Freeload auf meiner Homepage. Vor Kurzem habe ich mit "Tornado Lifestyle – Das Mixtape vor dem Sturm“ meine dritte Studioproduktion released, die hierzulande einiges an Aufsehen erregt hat. Die erste Single Auskoppelung daraus trägt den Namen "Für euch“ und ist auf YouTube bzw. meiner Homepage zu finden! Diesen Winter folgt dann das Album „Tornado Lifestyle“, an dem ich gemeinsam mit dem Kool Savas-Produzenten Sir Jai, dem deutschen Rapper und Produzenten Stiffla und dem österreichischen Produzenten Deem Beatz gearbeitet habe.    Musikalisch orientiere ich mich vorwiegend an amerikanischen Produktionen, obwohl ich natürlich auch deutschen HipHop höre. Aktuell laufen Tracks von Yelawolf, Eminem, T.I., Royce da 5'9", Jay-Z und Rick Ross in meiner Playlist.
 
rap.de: Braucht eine chillige, schöne Stadt wie Wien überhaupt Rap?
 
Canice: Vorweg muss ich gleich mal anmerken, dass ich nicht aus Wien komme, ich bin zwar dort geboren, habe den Großteil meines Lebens aber in Graz verbracht. Nach Wien bin ich erst vor Kurzem aus privaten Gründen gezogen. Auch wenn es für viele den Anschein hat, als wäre Österreich ein schönes Land, muss ich dennoch in einigen Punkten widersprechen. Gerade Wien, als drittgrößte deutschsprachige Stadt, hat mit vielen Problemen zu kämpfen; man denke nur an Schlagworte wie Integration, Armut und die stark rechts angesiedelte politische Gesinnung vieler Österreicher. Bei den letzten Wahlen in Wien hat die von H.C. Strache geführte rechtspopulitische Partei FPÖ beinahe 30% der Stimmen erhalten! Dass das einen Nährboden für Konflikte geschaffen hat liegt, denke ich, auf der Hand.  Ich glaube, dass Rap keine Existenzbegründung benötigt – egal wo – sondern vielmehr, dass die Musik einem die Möglichkeit gibt sich auszudrücken, jemand zu sein und seine Probleme zur Sprache zu bringen. Darin liegt die Stärke von Rap und genau dieser Umstand hat ihn auch so beliebt gemacht. Auch wenn Wien kein Brooklyn oder Compton ist gibt es doch eine Menge an Geschichten zu erzählen, ich denke mal sonst würde es auch nicht so viele aktive Künstler geben.
 
rap.de: Hat sich in Österreich durch den Erfolg von Nazar, RAF oder Chakuza etwas verändert?
 
Canice: Auf jeden Fall. Zum einen hat sich in Österreich selbst einiges getan; so hat der Erfolg von Nazar und Co. dazu geführt, dass viele österreichische Hiphop- Hörer erstmals auch auf die eigene Szene aufmerksam geworden sind. Gleiches gilt für die Medien, was dazu geführt hat, dass sich in den letzten Jahren ein Markt für heimischen Hiphop entwickelt hat. Das wiederum hat vielen den Ansporn gegeben, selbst aktiv zu werden bzw. das Ganze mit einer gewissen Professionalität anzugehen. Auf der anderen Seite hat sich natürlich auch vieles im Hinblick auf die Akzeptanz österreichischer Musik im deutschsprachigen Ausland verändert. So bin ich mir sicher, dass österreichischer Hiphop heute mit ganz anderen Augen betrachtet wird als noch vor vier bis fünf Jahren.
 
rap.de: Welche österreichischen Rapper feierst du, welche eher nicht?
 
Canice: Ganz oben auf der Liste stehen für mich die zuvor genannten Nazar, Chakuza und RAF, davon abgesehen gibt es aber auch eine sehr starke Mundart-Bewegung, also Rapper, die im österreichischen Dialekt rappen, aus der sich einige extrem gute Rapper herauskristallisiert haben. Aufgrund der großen Anzahl möchte ich hier nicht alle beim Namen nennen, denn das würde den Rahmen dieses Interviews sprengen; dewegen beschränke ich mich darauf ein paar Artists aus meinem eigenen Umfeld aufzuzählen, z.B. Cariba, Spleen, Jack Deep, DIZ 8, Lil Dirty, Big J und Atsche. Womit ich allerdings gar nicht klar komme, sind Typen wie Money Boy, ohne ihn hier in den Dreck ziehen zu wollen. Aber ich denke, dass solche Rapper ein falsches Bild von der österreichischen Szene vermitteln. rap.de: Welche Ziele hast du dir mit der Musik gesetzt? Canice: In erster Linie mache ich Rap, weil ich den Scheiß liebe! Als ich vor 10 Jahren begonnen habe, habe ich das sicher nicht gemacht, um irgendwann mal groß raus zu kommen, sondern schlicht, weil es mir Spaß gemacht hat zu Freestylen, mit meinen Jungs rumzuhängen und Texte zu schreiben. Mittlerweile hat sich das alles natürlich ein wenig geändert. Je älter ich geworden bin, desto mehr Arbeit, Zeit und Geld, habe ich in meine Projekte gesteckt und desto realistischer habe ich das Ganze auch betrachtet. Irgendwann bin ich dann zu dem Punkt gekommen, an dem ich mir gedacht habe, dass es für mich nur noch zwei Möglichkeiten gibt, nämlich ganz oder garnicht! Genau mit dieser Ambition gehe ich ans Werk, deswegen ist mein Ziel von meiner Musik leben zu können.
 
rap.de: Welche Rolle spielt die Musik überhaupt in deinem Leben?
 
Canice: Ich glaube, es gibt nur wenige Dinge in meinem Leben, die für mich so wichtig sind wie Musik. Das hat sicher viel damit zu tun, dass ich in meiner Vergangenheit viel Scheiße erlebt habe und Musik, insbesondere HipHop, damals sowas wie ein Rettungsanker war. Viele Raptexte handeln ja genau davon, dass einem von der Gesellschaft keine Chance gegeben wird, man sich aber nichtsdestotrotz nicht unterkriegen lässt und sein Ding macht. Zu wissen, dass man nicht der Einzige ist, der schwere Zeiten durchlebt, ist sicher eine wichtige, wenn auch banale, Erkenntnis für mich gewesen. Wie auch immer, nachdem ich begonnen hatte zu rappen, wuchs natürlich auch mein Interesse für die Musik, ich glaube am besten könnte ich ihre Rolle in meinem Leben so beschreiben: Wenn ich morgens aufstehe, werf ich meinen Computer an und hör meinen aktuellen Lieblingssong.  Wenn ich danach das Haus verlasse, schalte ich meinen Mp3-Player ein und wenn ich Abends wieder heimkomme, setze ich mich hin und schreib an meinen Texten. Ohne Musik geht es einfach nicht!
 

Fler auf #3

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Woche für Woche können wir im Moment Charteinstiege deutscher Rapper vermelden. Diese Woche sogar wieder einen einstelligen.

Es zeichnete sich schon in den Trendcharts ab, dass Flers neues Album "Im Bus Ganz Hinten" (zur Review geht es hier) vorne mit dabei sein könnten. Nun steht es fest: Der Südberliner legt mit Platz 3 den zweiten Top Ten-Einstieg dieses Jahr hin. Mit "Airmax Muzik 2" hatte er im vergangenen Frühjahr Platz 6 belegt.

In einem kurzen Statement gegenüber rap.de zeigte sich Fler durchaus erfreut. "Ich wollte eigentlich direkt auf die 1 gehen, aber da war schon Udo Lindenberg", flachst er am Telefon.

Trotz des Erfolges bewahrt er sich aber einen nüchternen Blick auf die Gesamtsituation. "Ich freue mich natürlich, aber momentan kommen ja viele Rapper in die Top Ten", relativiert Fler die hohe Chartpositionen der letzten Zeit. "Ich kucke natürlich auch auf die GfK-Zahlen und die sind recht ernüchternd. Sagen wir's mal so: Millionär werde ich mit dem Album nicht." Die GfK ist die Gesellschaft für Konsumforschung, das größte Marktforschungsinstitut in Deutschland, das nicht nur die Einschaltquoten im Fernsehen, sondern auch die tatsächlichen Verkaufszahlen von Tonträgern ermittelt.

"Es ist mehr eine persönliche Genugtuung, aber damit genug Geld reinkommt, muss man eben mehr machen", fasst Fler zusammen und verweist auf sein jüngst erschienenes Buch.

Ein ausführliches Interview über eben jenes Buch, Flers Charterfolg, seinen angekündigten Rücktritt sowie viele andere Themen werdet ihr bald auf rap.de finden.

Staiger wird 40

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Wenn der Spruch, der in Staigers württembergischer Heimat gang und gäbe ist, stimmt, nämlich, dass der Schwabe erst mit 40 g'scheit (also klug) wird, dann hat unser Ex-Chefredakteur es jetzt endgültig geschafft. Am heutigen Montag feiert er nämlich seinen 40. Geburtstag.

Aus diesem fröhlichen Anlass gab es gestern abend eine prominent besuchte Überraschungsparty im Berliner Festsaal Kreuzberg, die Staigers Freundin heimlich auf die Beine gestellt hatte. Die Gästeliste führte zahlreiche exponierte Vertreter der Berliner Rapszene, von Basstard bis Rhymin Simon, von Mach One bis RonaldMackDonald.

Moderator Falk führte launig durch das Programm. Zunächst wurde eine halbstündiger Film über Staigers bisheriges Leben und Streben gezeigt, den Binsey in mühevoller Kleinarbeit zusammengeschnitten hatte.
Dann heizten die Orsons, auf deren Majorvertrag gerade erst die Tinte getrocknet ist, den Gästen ordentlich ein. Ein wenig später lieferten die Jungs von K.I.Z., einst von Staiger persönlich entdeckt und auf seinem Label Royal Bunker erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorstellig geworden, eine denkwürdige Show ab, bei der sie Songs ihres selbst ins Netz gestellte Pseudoleak-Albums performten. Zwischen den Auftritten betätigte sich Peter Fox als DJ.

 
Um Mitternacht schließlich wurde es Zeit für das Schönste an jedem Geburtstag: die Geschenke. Im Anschluss daran, nach einer kurzen Rede des Jubilars, enterten die beiden Atzen, Frauenarzt und Manny Marc die Bühne und feuerten "Disco Pogo", "Das geht ab" und "Strobo Pop" in die begeistert Menge. Auf persönlichen Wunsch Staigers hin gab es dann noch eine spontane Darbietung von Frauenarzts Single "T-Shirt und Jeans". Danach gab sich die gutgelaunte Feiermeute den Rest der Nacht dem Exzess hin.
 
  
 
rap.de gratuliert Staiger an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen. Auf die nächsten vierzig!   

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