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EMI wird geschluckt

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Manchmal muss man sich fast schon wundern, wie genau und weitsichtig ein gewisser Karl Marx vor mittlerweile beinahe 200 Jahren gewisse wirtschaftliche Prozesse vorhergesehen und prognostiziert hat. Seit dem Wochenende ist klar: Der Musikmarkt wird noch übersichtlicher. Mit dem Major EMI verschwindet eine weitere Marke, die auf eine lange Tradition zurückblickt, vom Markt. Die Überreste teilen zwei andere Riesen, nämlich Sony und Universal.

Auch Rap-Künstler sind von dieser Neugestaltung betroffen. Bei EMI wurden Tonträger von u.a. Blumentopf, Olli Banjo, Samy Deluxe, Fettes Brot, Too Strong, Dynamite Deluxe und ASD veröffentlicht bzw. verlegt. Dazu kamen US-Rapper wie Snoop Dogg, Master P, Ice-T, Ice Cube, Beastie Boys, Eazy-E, EPMD, N.W.A. und Fat Joe.

Die Zerschlagung erfolgt ziemlich exakt 80 Jahre nach der Gründung. Am 12. November 1931 wurde das legendäre Abbey Road Studio in London eingeweiht, wo 1969 das legendäre gleichnamige Album der Beatles aufgenommen wurde. Unter den verbliebenen vier großen Majorlabels war die EMI damit das mit der längsten Geschichte.

Damit ist nun Schluss. Während ein Konsortium, dem neben der Sony auch eine arabische Investmentbank sowie der US-amerikanische Musikmogul Geffen angehören, sich den Musikverlag der EMI für 1,5 Milliarden Euro sicherte, ging das Tonträgergeschäft für etwa 1,4 Milliarden an den französischen Konzern Vivendi, dem Universal gehört.

Bereits im vergangenen Februar hatte sich ein Verkauf angedeutet. Der damalige Besitzer Guy Hands konnte seine Schulden bei der Citigroup nicht bezahlen, die ihn daraufhin entmachtete und seitdem nach einem Käufer für die EMI gesucht hatte. Ein Käufer, der beide Sparten, also Tonträgergeschäft und Verlagsabteilung übernehmen wollte, fand sich angesichts der nach wie vor prekären Lage der Musikindustrie nicht.

So schreitet die Monopolisierung auf dem Musikmarkt weiter munter voran – genau, wie der oben erwähnte bärtige Trierer es vorhergesehen hatte. Universal beherrscht mittlerweile die Hälfte des weltweiten Musikgeschäfts, den Rest teilen zum größten Teil Sony sowie die Bertelsmann Music Group (BMG), die bei dem Deal leer ausging, unter sich auf.

 

Massiv – Eine Kugel reicht nicht

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Massiv ist HipHop. Das kann man gut finden oder nicht, aber so sind die Fakten. Nicht wenigen selbsternannten Gralshütern im New-Era-Käppi stößt Wasiem Taha sauer auf. Der gebürtige Pirmasenser bietet auch genügend Angriffsfläche: Sein grobmotorischer Style. Seine ausufernden Gewaltphantasien. Seine recht großzügige Definition des Realness-Begriffs. Womöglich auch seine offensive Inszenierung als breit gebauter, gewaltbereiter Araber. Und natürlich diese immergleichen Standard-Gunsounds aus der Sample Library.

Trotzdem: Wenn Massiv auf seinem neuen Album wieder mal vehement Respekt einfordert, dann tut er das nicht zu Unrecht. Tatsächlich hat der mittlerweile 29-Jährige sich eine kleine, eigene Nische im deutschen Gangsta-Rap geschaffen, mit vergleichsweise wenig Unterstützung, dafür umso mehr Durchhaltevermögen und harter Arbeit. Al-Massiva ist durchaus zu einer kleinen Bewegung angewachsen, so lächerlich man diesen Begriff auch finden mag. Zwar demonstriert diese ihre Loyalität eher auf RapidShare als im Media Markt, bildet aber zumindest auf Facebook, YouTube und den traditionellen Jahresendvotings großer deutscher Rap-Seiten eine schlagkräftige Voting-Armee. Vielleicht sind das ohnehin die aussagekräftigeren Faktoren, um die Relevanz eines Rappers zu quantifizieren. Davon mal abgesehen: Massiv liebt das,was er tut, und er liebt HipHop. Alleine das ringt einem zumindest Anerkennung ab. Wie viele deutsche Gangsta-Rapper erzählen schon mit leuchtenden Augen in Interviews, wie super sie das Casper-Album finden? Und wie viele deutsche Gangsta-Rapper zitieren auf ihrer aktuellen LP mal eben so beiläufig die Massiven Töne und droppen subtile Biggie-Referenzen? Na?

Klar, das alles sagt natürlich noch nichts über die Musik aus. „Eine Kugel reicht nicht“ heißt das neue Album nun also, was in erster Linie selbstverständlich auf den Anschlag im Januar 2008 bezogen ist, als Massiv zum Opfer eines bewaffneten Angriffs wurde. So sehr diese Attacke den Wahl-Berliner auch beschäftigen mag, richtig explizit macht er sie nur auf dem stimmungsvollen Intro-Track zum Thema: „Ihr habt gehofft, dass ich sterbe, wenn mich Blei trifft / Album Nummer Sechs, Junge, eine Kugel reicht nicht.“ Direkt danach schaltet Al-Massiva unvermittelt mit „Black Gun Beretta“, dem vielleicht stärksten Track des Albums, in den Angriffsmodus über. Auf diesem wie auf weiteren Songs mit wunderschönen Titeln wie „Brennpunkt Innenstadt“, „Tanz Mit Dem Teufel“ oder „Ghettoalphabet“ gibt es dann auch den klassischen, berühmt-berüchtigten Massiv, wie man ihn wahlweise liebt oder hasst: Untermalt von „epischen Ritterbeats“ (Zitat Staiger) werden Rs gerrrrrollt, Kalaschnikow-Magazine entleert, illegale Substanzen vertickt, Rapper an Strommasten erhängt, das Splash! in die Luft gesprengt und Mütter von unglaublich dicken Schwänzen in jede denkbare Körperöffnung gefickt. Natürlich ist das alles unfassbar dämlich und ergibt über weite Strecken nicht den geringsten Sinn, aber egal. Denn aus jeder Ecke knallt und scheppert es, dass es eine wahre Freude ist. Das „Call of Duty“-Rezept eben.

Auf „Massaka Kokain 2“ geben sich dann auch die beiden NRW-Chefbanger Farid Bang und Kollegah die Ehre. Während ersterer eine eher unmotivierte Performance hinlegt, überrascht Kolle der Boss mit einem verhältnismäßig introspektiven Part: „Aufstehen, rausgehen, mit Flex in den Jeans / illegales Cash in den Streets / nachts heimkommen, beten auf dem Teppich auf Knien / denn ich will eigentlich nur Aladdin (Allah dienen) wie Prinzessin Jasmin.Massivs Schützlinge Beirut und Granit sind natürlich ebenfalls in der Tracklist vertreten, doch die Parts der drei Protagonisten auf „Die Nacht wird zum Tag“ sind derart austauschbar, dass beim groben Durchhören gar nicht auffallen würde, es hier mit einem Posse-Track zu tun zu haben. Da fehlt es auf jeden Fall an Profil.

An nachdenklichen Momenten herrscht auf „Eine Kugel reicht nicht“ überraschenderweise kein Mangel. Es hat sechs Studioalben gebraucht, bis Massiv musikalisch dasjenige Bild von sich zeichnet, das er selbst vermutlich schon die ganze Zeit von sich gehabt hat: Eine Identifikationsfigur für vernachlässigte Jugendliche mit Migrationshintergrund, die er auf den richtigen Weg führen will. Der Al-Massiva-Vorsteher berichtet ungewohnt viel aus seinem von Vorurteilen geprägten Leben als Zuwandererkind in der pfälzischen Provinz, verteilt aufmunternde Kopf-hoch-Botschaften und fordert zur Eigeninitiative auf: „Das Schlimmste ist, wenn du den Zug verpasst / und deinen Abschluss nicht schaffst, deine Ausbildung verkackst / schieb nicht die Schuld auf den Pass“, heißt es etwa auf „Schließ Deine Augen und Vergiss“. Schade nur, dass Massiv seine lobenswerte Agenda eigenhändig sabotiert, wenn er ungelogen in der selben Strophe zu mutmaßen beginnt, sein Deal mit SonyBMG sei nur geplatzt, weil er wohl „ein Ausländer zu viel“ für den Major-Riesen gewesen sei. Die unpassenden NS-Vergleiche, die sich der 29-Jährige ab und an ebenfalls nicht verkneifen konnte, sind bei der Verhandlung eines solchen Themas ebenfalls kontraproduktiv.

Dennoch: Wenn Massiv auf dem heimlichen Schlüsseltrack „Nicht Nur Deutsche Adler Können Fliegen“ anhand seiner eigenen Vita veranschaulicht, wie ausländische Jugendliche durch systematische Ausgrenzung auf die kriminelle Bahn geraten, dann ist das zwar ein ähnlich eindimensionaler Blickwinkel, wie ihn CSU-Innenexperten und selbsternannte Islamkritiker auf der anderen Seite des Spektrums pflegen. Aber gerade deswegen spricht der Wahlberliner vermutlich tausenden Immigranten-Kids in den Wohnblocks deutscher Großstädte aus dem Herzen, deren Perspektive in der hitzig geführten Integrationsdebatte ohnehin viel zu selten eingenommen wird. In dieser Hinsicht leistet Massiv also einen durchaus wertvollen Beitrag, auch wenn die Realität natürlich komplizierter ist, als sie sich in zwei Sechszehnern darstellen lässt. Stellenweise bringt Massiv auch wirklich kluge Einwände, etwa wenn er die Doppelmoral einer deutschen Gesellschaft anprangert, die gleichzeitig zu erschreckend großen Teilen kein Problem darin sieht, wenn ein hochrangiger Minister seinen Doktortitel klaut.

Den klassischen vernachlässigbaren Massiv-Liebestrack gibt natürlich auch. Auf Songs wie „Mit Dir Durch Die Ewigkeit“ werden eben doch wieder nur klassische Kitsch-Vokabeln durchgenudelt, was das Ganze zu einer eher unhörbaren Angelegenheit macht – abgesehen von der gelungenen Produktion aus den Reglern von Abaz. Dieser zeichnet sich auch für einen Großteil der Beats auf dem Album verantwortlich, was Segen und Fluch zugleich ist: Einerseits weiß der gute Mann definitiv, was er tut, denn zu jeder Zeit schallt es gleichermaßen druck- wie stimmungsvoll aus den Boxen. Andererseits ähneln sich die Produktionen allesamt so sehr, dass sie spätestens nach der halben Spieldauer nicht mehr auseinanderzuhalten sind. Das Repertoire, aus dem sich Massiv und Abaz bedienen, beschränkt sich über die gesamte Distanz hinweg auf melancholische Streicher-Loops, irgendwelches böses Synthie-Geballer und Drums, die verdächtig oft dem selben Pattern folgen. Und die Gunsounds natürlich. Gunsounds sind krass wichtig.

Generell ist die Austauschbarkeit der einzelnen Songs die Krux dieses Albums. Denn auch Massiv selbst ist technisch leider zu limitiert, um der durchaus gegebenen inhaltlichen Variation durch eine abwechslungsreichere Delivery Rechnung zu tragen. Irgendwie ist es halt doch immer die selbe Leier. Die Halbwertszeit des Albums wird dadurch empfindlich gemindert. Was schade ist, denn Massiv ist ein maßlos unterschätzter Entertainer und er hat definitiv eine Agenda, die er an den Hörer bringen möchte. Aber was nutzt das, wenn besagter Hörer nach Hälfte des Albums abschaltet und gar nicht mehr richtig zuhört, weil er irgendwann eingelullt ist von den immergleichen Beats und der immergleichen Vortragsweise. (Stellenweise wiederholen sich sogar ganze Lines!) „Eine Kugel reicht nicht“ ist vielleicht Massivs bestes Album – aber es steht zu befürchten, dass Wasiem Taha damit bereits den Zenit seines Könnens erreicht hat.

Kollegah holt Silber – Farid Bang mit neuem Album

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Untergrundplatin gab es schon. Jetzt gibt es auch Independent-Silber. Seit diesem Monat veröffentlicht Media Control zusätzlich zu den allgemeinen sowie diversen speziellen Charts auch die Independent Charts. Diese werden ab sofort monatlich im Auftrag des Verbandes unabhängiger Musikunternehmen e.V. ermittelt. Ausschließlich Künstler, die bei einem Indie-Label unter Vertrag sind, werden berücksichtigt.

Nun, Kollegahs Label Selfmade erfüllt diese Bedingung bekanntlich. Sein Album "Bossaura" erreicht in den ersten Independentcharts, die es jemals gab, auf Anhieb Platz 2. In den regulären Albumcharts, wo Kollegah sich auch auf Majors veröffentlichten Werken stellen musste, hatte es immerhin in der ersten Woche auch für Platz 5 gereicht. (rap.de berichtete)

Natürlich gibt es auch Independent-Gold. Das sicherte sich einmal mehr die gute Adele aus England. Ihr umjubeltes zweites Album "21" belegte mal wieder den ersten Rang der frischgebackenen neuen Charts.

Kollegahs Kumpel Farid Bang hat indes heute angekündigt, dass sein nächstes Soloalbum "Der letzte Tag deines Lebens" am 27. Januar erscheinen wird. Porduziert werden soll das gute Stück u.a. von Shuko, M3 und Street Fabulous. Mal sehen, ob es damit auch für die vorderen Plätze der Albumcharts reicht – von den Independentcharts ganz zu schweigen.

„Aura“, „Manx“ und Kennenlernrunde

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Wie einigen inzwischen aufgefallen sein dürfte, ist heute der 11.11.11 – Schnapszahl, ick hör dir trapsen. Und so ein Schnapszahlen-Datum ist nicht nur bei Heiratswilligen, Clownnasenträgern im Rheinland und Verschwörungsgläubigen beliebt, nein. Auch einige Protagonisten der deutschen Rapszene haben sich den heutigen Tag ausgesucht, um ihre neuen Veröffentlichungen unters Volk zu bringen.

Allen voran natürlich Kool Savas, dessen neues Album "Aura" heute erscheint und von hohen Erwartungen begleitet wird. Musikalische Erwartungen natürlich sowieso, doch fast noch hitziger wird die Frage diskutiert, wie hoch das Album in die deutschen Charts einsteigen wird. Die beiden Jungs von Hammer & Zirkel haben sogar eine Wette mit dem King am laufen – sollte "Aura" glatt auf der #1 einsteigen, muss Savas für die beiden kochen.

Flankiert wird die Veröffentlichung von einer Special Issue der Juice, die sich ausschließlich mit Savas, seiner Vorgeschichte, seinen Crews, seinem Label, seinen Wegbegleitern, seinen musikalischen Einflüssen und seinen Eltern (!) beschäftigt. Auch unser Chefredakteur Oliver Marquart hat Texte dazu beigesteuert, u.a. hat er unseren Ex-Chefredakteur Staiger über die früheren Zeiten interviewt.

Auch von Orsons-Member Maeckes gibt es etwas Neues, und zwar die auf 1.000 Stück limitierte CD "Manx", die es nur im Chimperator-Store zu kaufen gibt. Wer keines der tausend guten Stücke erwischt, kann es sich allerdings auch als digitalen Download besorgen.

Ausgesprochen interessant ist auch, was der renommierte Blogger Herr Merkt heute auf seinem Blog zum Download anbietet. Er fügt den vielen 11en noch eine hinzu und präsentiert den 11. Teil seiner "Kennenlernrunde". Mit dabei sind ausgesprochen vielversprechende Newcomer wie Ahzumjot, Rockstah, Cro, Edgar Wasser, Quenzo Flax oder die Antilopen Gang, aber auch Leute, die schon etwas länger am Start und bekannter sind, zum Beispiel Sudden (Trailerpark), Marcello oder Lou Cypher.

Der Berliner Marcello hat außerdem ein Video zu seinem "Kennenlernrunde"-Song "Wer nicht wird, wird Wirt" gedreht, dass heute bei den Kollegen vom Splashmag veröffentlicht wurde.
 

Massiv macht Pause – Azad ein neues Album

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Während der eine erst mal genug vom Rap hat, legt der andere wieder los. Die Rede ist von Massiv und Azad. Während ersterer via Facebook angekündigt hat, sich eine kleine Auszeit gönnen zu wollen, hat der Frankfurter auf dem selben Weg ein neues Album angekündigt.

Massiv hat es derzeit auch nicht ganz leicht. Sein neues Album "Eine Kugel reicht nicht" hat mit Platz 56 zwar eine Chartplatzierung unter den ersten hundert erreicht (rap.de berichtete), angesichts des dieses Jahr ungewöhnlich starken Abschneidens von deutschem Rap in den Charts ist das aber kein besonders beeindruckender Erfolg. Noch mit seinem mittlerweile indizierten Album "Blut gegen Blut 2" hatte er im Frühling diesen Jahres Platz 22 erreicht – allerdings bei deutlich schwächerer Konkurrenz.

Zudem schlägt Massiv sich mal wieder mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) herum, die derzeit seine Videos auf diversen Kanälen sperren lässt. Grund genug, sich erstmal eine Weile zu verabschieden. "Dieses Jahr habe ich echt sehr viel gearbeitet. Drei Alben hat mein Label rausgebracht und echt viele Videos habe ich gedreht", so sein Statement bei Facebook. Dann überraschte er noch mit einer weiteren Bekanntgabe aus seinem Privatleben: "Und nicht zu vergessen: Das schönste in diesem Jahr war meine Hochzeit." Jedenfalls brauche er jetzt erstmal Erholung: "Ich nehme mir mal 'ne Auszeit, reise durch die Welt und hole mir neue Inspirationen."

Azad hingegen hat seit seinem letzten Album "Assassin" von 2009 nicht mehr viel von sich hören lassen. Doch nun soll es damit vorbei sein. "Ich befinde mich momentan in der Schreibphase und bin jede Nacht fleißig bis in die Morgenstunden am arbeiten, um euch ein Album der Extraklasse zu liefern", gab der Bozz gestern auf seinem Facebook-Profil bekannt. Erste Infos sollen bald folgen, wie er weiter erklärte: "Diesbezüglich wird in den kommenden Tagen ein Trailer mit einer Stellungnahme hier auf Facebook hochgeladen, in dem ich euch einige Infos mitteile."

Zu einem möglichen Veröffentlichungsdatum äußerte sich Azad bislang nicht.

Eminem hilft DMX

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Eminem hat, wie wir wissen, ein großes Herz. Erst kürzlich hat er der vor sich hindümpelnden Karriere seines alten Freundes Royce Da 5'9'' mit dem "Bad Meets Evil"-Album auf die Sprünge geholfen. Nun schickt der Detroiter Rapper sich an, einer weiteren gestrauchelten Legende Schützenhilfe zu leisten.

So wurde kürzlich bekannt, dass Eminem und der im vergangenen Juli aus dem Gefängnis entlassene DMX einen gemeinsamen Song aufgenommen haben. Ausgeplaudert hat das der Produzent Cavie gegenüber den amerikanischen Kollegen von sohh.com. Der gemeinsame Song werde derzeit produziert, erklärte Cavie.

Ohne große Umschweife gab er auch zu, von wem die Idee dazu letztlich gekommen sei. Weder von DMX noch von Eminem selbst nämlich, sondern von niemand anderem als dem Def Jam-Manager Randy Acker. "I'm going to be honest with you, it was just an idea we were throwing around and it kind of just stuck — I probably should give all the credit to that to my man Ali and Randy Acker." Bei Def Jam habe man sich gedacht, hey, wir haben doch Verbindungen zu beiden. Wie können wir einen gemeinsamen Song auf die Beine stellen? "They were like, 'We're good with Marshall and we're good with X. How can we make this record happen?'"

Seines, also Cavies Wissen nach sei alles schon auf dem Weg. Die Kontaktaufnahme habe bereits stattgefunden, die Aufnahmen würden gerade stattfinden. "To my knowledge, they've already had the phone conversation, they've already spoke, everything is good. They talked on a real level. I don't want to get too deep into it but they've already spoken and the record is in the making."

Abgesehen von allen Erwägungen, die beim Zustandekommen der Kollabo eine Rolle gespielt haben, verspricht ein gemeinsamer Song von Eminem und DMX auf jeden Fall interessant zu werden. Bisher war man sich lediglich auf dem Song "Go to sleep" vom Cradle to the grave-Soundtrack begegnet:
 

 

Rap prägt Jugendsprache

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Rap ist Jugendsprache. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Nicht nur beeinflusst die Jugendsprache Rap, sondern auch umgekehrt. Besonders deutlich wird das, wenn man über den großen Teich ins Land der unbegrenzten Scheußlichkeiten blickt: Die US-amerikanische Alltagssprache ist durchzogen von Begriffen und Redewendungen, die durch Rap geprägt wurden.

Doch auch hierzulande finden Rap-typische Begriffe auch außerhalb der HipHop-Szene immer mehr Eingang in die Umgangssprache, vor allem unter jüngeren Menschen. Wer das nicht glauben mag, dem sei ein kurzer Blick auf die 15 Begriffe empfohlen, die der Langenscheidt-Verlag in seinem Voting zum "Jugendwort des Jahres 2011" vorstellt.

Besonders die Begriffe "Swag", "Bitchmove" und "Fjedn" sind ihrer Herkunft nach eindeutig zuzuordnen, wobei die beiden ersteren ursprünglich von der amerikanischen Rap-Sprache in die deutsche eingeflossen sind und auf diesem Umweg ihren Weg in die allgemeine Jugendsprache gefunden haben – sofern man dem Voting, das am 31. Oktober endete, trauen mag.

Ein paar Zweifel an dieser Liste sind allerdings erlaubt. So findet zum Beispiel die Uralt-Formulierung "Jackpot" (im Falle einer Erfolgsmeldung) ebenso Erwähnung wie der gute, alte "Körperklaus" – beide Begriffe sind , um ein anderes einst beliebtes Jugenwort zu benutzen, reichlich Asbach und somit eher ungeeignet als Jugendwort 2011. Auch der Begriff "googlen" ist weder besonders neu und kreativ noch lediglich auf den Sprachgebrauch der Jugend begrenzt.

Dabei ist es doch die Idee des seit 2008 veranstalteten Wettbewerbs "Jugendwort des Jahres", "den Sprach- und Wortwandel durch den kreativen Umgang der Jugendlichen mit der Alltagssprache zu präsentieren und zu dokumentieren" – so jedenfalls der Langenscheidt-Verlag auf seiner Homepage.

Wie auch immer – die gesamte Liste der 15 Begriffe, aus denen eine Jury nun das Jugendwort 2011 auswählen wird, findet ihr hier.

Johnny Suicide – Ich geh (Videopremiere)

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Johnny Suicide aus München repräsentiert eine Seite des Millionendorfs, die in den Medien nicht allzuviel Beachtung findet.Der Mann aus Milbertshofen, der dieser Tage sein Mixtape "Willkommen in Johnnywood" veröffentlicht hat, kümmert sich auch um die dunklen und dreckigen Seiten der selbsternannten Weltstadt mit Herz. Wir präsentieren euch das Video "Ich geh" als Premiere und haben auch ein kurzes Interview mit Johnny Suicide geführt.
 
 
rap.de: Wann hast du losgelegt?
 
Johnny Suicide: Ich habe vor ca. fünfeinhalb Jahren angefangen. Ich habe eine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten und daher schon etwas mit Sprache gemacht. In der Ausbildung war jemand, der schon rappte und so kam eines zum anderen…Es machte mir Spaß, und mich störte, dass es wenige Rapper gab und gibt, die den Anspruch haben etwas zu erzählen, das den Leuten hilft.Seit ich begonnen habe, habe ich stetig Free Releases produziert um mir einen Namen zu machen. Dabei haben wir, also Unik, Flowzilla und ich von Pöbelmuzik, immer höchste Qualität abgeliefert. Zu jedem Release gab es auch mindestens ein Video. Die ganze Discografie ist auf www.pöbelmuzik.de erhältlich. Wie auch das aktuelle Mixtape "Willkommen in Johnnywood".
 
rap.de: Woher aus München kommst du denn?
 
Johnny Suicide: Ich komme aus Milbertshofen. Nordseite 40.
 
rap.de: Wie muss man sich das vorstellen?
 
Johnny Suicide: Das Leben dort ist geprägt von Existenzängsten… Das ist kein Ghetto oder so, aber es ist schon so dass hier viele Menschen sind mit geringem Bildungsgrad. Der achso berühmte "Migrationshintergrund", wie ich ihn auch habe, ist hier sehr stark vertreten. Das Klischee, das Restdeutschland von München hat, greift hier Null komma Null.
 
rap.de Wie hat dich das Leben dort geprägt?
 
Johnny Suicide: Insofern, dass ich mit einer gewissen Wut im Bauch durch die Gegend laufe. Es gibt viele Vorurteile… Aber ich weiß auch, was Dinge wert sind, weil sie mir nicht in den Schoß gefallen sind.
 
rap.de: Was macht Rap für dich persönlich aus?
 
Johnny Suicide: Rap ist für mich die einzige Möglichkeit, jemand zu sein und etwas zu machen, was in Erinnerung bleiben wird. Ich versuche immer eine gewisse Größe in die Texte zu bringen und den Leuten zu erzählen, warum Dinge schief laufen.
 
rap.de: Wer oder was wärst du ohne Rap?
 
Johnny Suicide: Wahrscheinlich ein Gangmember, der auch dort versucht, etwas zu hinterlassen, was in Erinnerung bleibt (grinst).
 
rap.de: Wie siehst du Rap aus München im allgemeinen?
 
Johnny Suicide: Rap in München ist meiner Ansicht nach nicht Beste… Wir haben viele, die etwas versuchen… Wir haben viel halbgare Scheisse… Wir haben viele, die glauben, mal jemand gewesen zu sein…und wir haben einen, der glaubt, uns voraus zu sein, weil er macht, was jeder macht (grinst). Aber München wird beste sein, weil es jetzt Johnny Suicide hat!
 
rap.de: Was möchtest du mit deinem Rap erreichen?
 
Johnny Suicide: Ich möchte rapmäßig in Erinnerung bleiben, und dafür tu ich alles. Wir haben Strukturen, die uns erlauben, schnell und professionell vom Video bis zum CD-Cover alles herzustellen. Inhaltlich und musikalisch sind wir in der Lage, mit jedem mitzuhalten, und dafür möchte ich mir auch meinen Lohn holen.
 
rap.de Ist München die schönste Stadt Deutschlands? Oder die schönste Stadt Norditaliens?
 
Johnny Suicide: München ist auf jeden Fall eine schöne Stadt! Und meine Heimat. Genau wie Italien meine Heimat ist. Deshalb muss ich sagen, dass München nicht die schönste Stadt Norditaliens ist, sondern Rovereto, die Stadt in der viele meiner Verwandten wohnen (lacht). Darf ich noch jemanden Grüssen? Haha, ich mach einfach! Ich grüße: Alle von Pöbelmuzik, J-Flash, Rene Schweitzer, Chavez, Tza, Semi B, alle aus'm DS, Uli Mightyweeny, Lia Sue Shi, Felix Krull, alle Black Jackets in Rosenheim, alle, die mich Hardcore supporten, MrSpring Lepit, Gotti, Ali A$, Großes K, moe2mee, S-Sense, Blumentopfs Mutter und die Schlampe, die gestern nicht zurückgerufen hat – ich hab's mit 'ner anderen getrieben!

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