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GBZ trift R&B und Reggae

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Ein Rapper, ein Sänger und ein Dancehall-Artist – passt das zusammen. Ja, klar, meinen Hassan Annouri (Bock auf'n Beat), Marlon B (Söhne Mannheims) und Dean Dawson (GBZ & Spezializtz). Die drei Künstler gehen im Dezember gemeinsam auf die eigene Tour, äh, AUF DIE EIGENE TOUR 2011. 7 Städte, 7 Locations, 7 Tage – dreimal 7 also, was soll da noch schiefgehen?

Zur Tour präsentieren die drei auch einen gemeinsamen Song:

In einem kurzen Interview mit rap.de erklärten die drei Freunde ihre Motive und Erwartungen.

rap.de: Wie kam es zur Idee einer gemeinsamen Tour?

Hassan: Wir kennen uns beinahe 25 Jahre, wir machen alle unser eigenes Ding, jeder hat seinen eigenen Style. Reggae, Rap, Hip Hop ergibt eine schöne Mischung, die gut zusammen passt.

Marlon: Es ist sogar die perfekte Mischung.

Dean: Eine exotische Mischung, eine Mischung aus den alten Zeiten. Es gibt Dinge, die muss man einfach mal machen. Wir drei wollten das schon lange und jetzt ist es soweit.

rap.de: Auf was freut ihr euch am meisten bei der Tour?

Hassan: Auf die Leute logischerweise, wir freuen uns, mit den Leuten zu feiern, Spaß zu haben. Wir möchten ihnen ein gutes Gefühl geben, auch nach der Show werden wir mit den Leuten weiter feiern. Ich freue mich mit Dean und Marlon – mit zwei Freunden – sieben Tage unterwegs zu sein.

Marlon: Ich bin ja Moment mit den Söhnen Mannheims auf Tour und ich freu mich sehr auf Hassan und Dean, dass wir unser eigenes Ding machen, auf die eigene Tour eben.

Dean: Das wir drei neben unseren ganzen anderen “Baustellen” sieben Tage lang
unser Ding machen können – die Musik.

rap.de: Was können die Fans erwarten?

Hassan: Es wird einiges geben! Wir haben auch einen exklusiven Toursong am Start. 2012 gibt es dann eine EP mit Yassir, Dean und mir.

Marlon: Ich präsentiere mein Soloalbum und auch neue Songs, aber das ist eine Überraschung (grinst).

Dean: Wir haben viel Neues und Exklusives für unsere Fans, es sind insgesamt 16 bis 17 Alben, wenn man es so zählen kann und dann wird es so sein, dass ein Knaller den nächsten jagt.

Tourdaten:

03. Dezember 2011 Thun (CH), Mokka Club
04. Dezember 2011 Köln, Underground
05. Dezember 2011 Hamburg, Logo
06. Dezember 2011 Berlin, Noisy Rooms
07. Dezember 2011 Trier, Exhaus
08. Dezember 2011 Paderborn, Cube
09. Dezember 2011 Frankfurt a. M., Orange Peel

Tickets sind direkt bei den einzelnen Veranstaltungs-Locations oder im Vorverkauf erhältlich.

Hier der Tourtrailer:
 

„Detox“? Vergesst es!

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So, Freunde, das war's dann. Aus. Vorbei. Ende Gelände. Das seit gefühlten Jahrzehnten angekündigte Mammut-Album "Detox" von Dr. Dre wird nicht erscheinen. Keine Chance mehr.

Seit Jahren warten größere Teile der HipHop-Welt sehnsüchtig auf das immer wieder angekündigte und verschobene Album. Auch rap.de berichtete stets eifrig über jeden Informationsfetzen, der an die Öffentlichkeit drang. Doch damit ist nun Schluss. Diese News hier ist die letzte zu diesem Thema, endgültig, unwiderruflich. Wir haben keine Lust mehr.

Denn was erklärte ein süffisant grinsender Dr. Dre kürzlich gegenüber dem Fader-Magazin? Er brauche jetzt erstmal eine Auszeit. Er werde erstmal ein Päuschen machen, erklärte er, schließlich mache er seit 27 Jahren Musik und die längste Zeit, die er dabei nicht im Studio gewesen sei, seien zwei Wochen."I'm gonna just wrap it up for a minute because I've been working on music for 27 years now and the longest I've ever been out of the studio in 27 years has been two weeks."

Viel Spaß im Urlaub. Wie gesagt: Das war's jetzt. Das Wort "Detox" wird sich in den rap.de-News nicht mehr finden. Nie mehr. Auch unsere Geduld ist irgendwann mal zuende. Und zwar genau: jetzt!

Das heißt, halt. Moment mal. Nicht so hastig. Wir wollen ja auch nichts überstürzen. Soeben lesen wir nämlich in einem kürzlich erschienen Interview mit Senkrechtstarter Kendrick Lamar, dass "Detox" so gut wie fertig sei und bald erscheinen werde. Wahnsinn! Endlich! Wir freuen uns drauf und werden natürlich dranbleiben, meint: jeden der Meute wie ein Fleischknochen hingeworfenen Fitzel an vermeintlicher Information eifrig kolportieren. Auf ein Neues…
 

Jay-Z ärgert Occupy

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Jay-Z hat sich mit einer frechen Aktion unbeliebt bei den Anhängern der Occupy-Bewegung gemacht. Aus dem Slogan "Occupy Wall Street" hatte er kurzerhand durch Durchstreichen bzw. Hinzufügen jeweils eines Buchstabens den Spruch "Occupy All Streets" gemacht und diesen auf ein T-shirt drucken lassen. Das Hemd gibt es für 22 Dollar zu kaufen. "I'm a Business, man", rappte Jay-Z eben seinerzeit nicht nur so zum Spaß.
 
In einem Interview bekundete er, ganz cleverer Geschäftsmann, dann auch seine Sympathie für die Banken- und Börsenkritiker. Die Occupy-Bewegung sei "unglaublich gut, weil sie die Menschen daran erinnert, dass wir überall in unserer Gesellschaft ganz dringend Veränderungen brauchen."

Als er jedoch gefragt wurde, ob die Erlöse aus dem Verkauf des Hemds denn auch der so freundlich gelobten Occupy-Bewegung zugute kämen, antwortete Jay-Z allerdings gewohnt ignorant: "Warum das denn?" Die Vorstellung, aus einer cleveren Idee keinen Dollar für sich selbst, sondern für eine nach eigenem Bekunden gute Sache zu machen, ist ihm anscheinend fremd.

Die Occupy-Anhänger reagierten mit erwartbarer Empörung auf die dergestalt zur Schau gestellte Ignoranz des Jiggaman. ""Der Typ hat die Sensibilität einer Straßenratte", wurde ein Mitglied von Occupy zitiert. Auch diverse Medien kritisierten den Rapper und nannten ihn geizig. Die Proteste blieben nicht ohne Wirkung: Rocawear stellte die Produktion des umstrittenen Shirts mittlerweile kommentarlos ein.

Jiggas "Watch The Throne"-Kollege Kanye West hatte sich bereits vor einigen Wochen unbeliebt bei Occupy gemacht, als er lediglich für ein paar Fotos am Rande der Proteste posiert und dann rasch wieder in einer sicherlich nicht ganz billigen Limousine verschwunden war (rap.de berichtete). Rapper wie Lupe Fiasco und Immortal Technique dagegen hatten von Anfang an glaubhaft ihre Unterstützung der antikapitalistischen Bewgung zum Ausdruck gebracht (rap.de berichtete).

 

Fard – Invictus

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Der gute Fard alias F. Nazizi hat es offenbar mit so bedeutungsschwangeren wie fremdsprachigen Titeln. „Omerta„, „Talion„, „Alter Ego“ und nun eben „Invictus„. Unbesiegbar, so lässt sich der vollmundige Titel seines jüngsten Werks frei aus dem Lateinischen übersetzen. Nein, Fard ist kein Leisetreter, sein letztes Album „Alter Ego“ wurde bekanntlich von dem Rundumschlag „Yaa Siipiii“ begleitet. Aber ausgerechnet auf „Invictus“ geht der Junge ohne Herz (Selbstcharakterisierung seitens Fard) einen anderen Weg. Das deutete schon die erste Videoauskopplung „Seine Geschichte“ an, die allein von der Nordseestrand-Idylle-Optik her fast ein bisschen an den Werbespot eines bekannten deutschen Bierherstellers erinnert.

Das Intro von „Invictus“ ist dramatisch inszeniert, mehr als eine Minute baut sich das Instrumental auf, dann kommt ein schlechtgelaunter Fard rein: „Mach deine Augen auf, ich sehe was was du nicht siehst/Ich schwänger eure Beats und ficke Deutschrap MCs“. Korrekte Ansage.
Es folgt „Endlich Helden“, die zweite Videoauskopplung. Der Synthie klingt nach 80er-Kitsch, textlich bewegt sich die Nummer zwischen „Wir werden Helden sein, auch wenn es nur für einen Tag ist“-Pathos in der Hook und smarten Lines wie „Vergiss die alten Märchen, schreiben das Ende neu/Vergessen wer wir waren, doch sind uns selber treu“. Kampfansage also verschoben, jedenfalls vorläufig. Nächster Tracktitel: F. Nazizi“. „Sag meinen Feinden ich warte hier/F. Nazizi, geh raus und frag nach mir“. Bisschen Selbstbehauptung, bisschen autobiographisch, leider bleibt der Beat aber auch bisschen belanglos.

Der gemeinsame Track mit Snaga, „Talion 45“ bietet endlich das erwartete Punchline-Gewitter. Auf einem stur nach vorne marschierenden Instrumental ziehen die beiden Ruhrpottler ordentlich vom Leder. Mit „Wir sind nicht gleich, auch wenn du deine Augen schließt/Weil ein Adler niemals mit Tauben fliegt“ und „Lasst die anderen peinlich rappen/Wann traut ihr Robben euch endlich zu mir ins Haifischbecken“ legt Fard flott vor, dazu donnern Jedi Mind Tricks-Samples in der Hook. Ein gewohnt griesgrämiger Snaga kontert anschließend mit „Hunger und Gewalt gehen Hand in Hand/Scheiß auf Autos, setzt die Banken in Brand“. Man merkt es schon, die beiden Jungs aus NRW haben sich als Feindbild die Staatsmacht ausgesucht – nicht nur dieser Track ist in systemkritischem Duktus gehalten.

Klar, Sozialkritik war immer ein roter Faden, der sich durch Fards bisheriges Werk zog. Auch auf „Invictus“ kommt das Thema wieder zum tragen, mal vorsichtig und beinahe zurückhaltend wie bei „Kinder des Zorns“, dann wieder gewohnt aggressiv auf „Wir sind hier“, der von seiner Herangehensweise am ehesten an den Style von „Alter Ego“ erinnert. Inhaltlich gibt es die üblichen Vorwürfe in Richtung Exekutive, „Kinderschänder frei, doch für Hasch wirst du weggesperrt“, beschwert er sich da beispielsweise sehr zugespitzt. Über den Inhalt der einzelnen Aussagen lässt sich natürlich trefflich streiten. Insgesamt ist „Wir sind hier“ aber ein sehr kurzweiliger Track, die eine oder andere Zeile lässt durchaus aufhorchen, „Jeder weiß, Phantasie ist Luxus, und ich kanns mir nicht leisten über ’nen Traum zu sprechen“ zum Beispiel.

Allerdings gibt es, wie bereits angedeutet, auch erstaunlich viel Harmonisches bis Pathetisches auf dieser Platte. Da wäre zum Beispiel „Post für dich“, ein Brief an einen Freund aus vergangenen Tagen oder „Ich will wissen“, ein Song mit schmalziger „Öffne dein Herz“-Hook. Dazu kommen mit „Reich & Schön“ und „S.O.S.“ gleich zwei waschechte Liebeslieder, und das ausgerechnet von dem Mann, der noch auf „Alter Ego“ verkündet hatte, dass es davon schon zu viele gäbe. Zeiten ändern dich, wie es ein anderer, nicht ganz unbekannter deutscher Rapper formulieren würde…

Vor allem lyrisch sind es zum Teil ganz neue Töne, die Fard da anschlägt. Womit wir aber auch gleichzeitig bei seiner größten Stärke wären: Textlich lässt er nämlich fast alle Konkurrenten aus seinem Genre hinter sich. Durchweg bietet er pointierte Punchlines, einen umfangreichen Sprachschatz und muss nur ganz selten auf Zweckreime oder Klischees zurückgreifen. Bei dem Storytellingtrack „Einsam“ hat man buchstäblich das Gefühl, man begleite Fard durch seine trostlose Grau-in-Grau Lattenzaun-Nachbarschaft. Die melancholisch-heulende Geige im Hintergrund unterstreicht das unangenehme Feeling perfekt. Bevor es aber zu gefühlsduselig wird, wird auf „Rock’n’Roll“ wird dann dem Titel entsprechend noch mal so richtig auf die Kacke gehauen und das durchaus gekonnt, zumindest, bis die Hook einsetzt, in der irgendeine Dame „Rock’n’Roll, Baby“ quakt. Die Frage, die sich einem dabei unweigerlich stellt: Warum? Crossover-Elemente sucht man vergebens, auch wenn der Name es vielleicht hätte vermuten lassen. Das ist zwar durchaus verschmerzbar, erklärt aber den Refrain trotzdem nicht wirklich befriedigend. Sei’s drum.

Trotz vieler offensichtlicher Qualitäten bleibt der Eindruck, dass Fard auf seinen letzten Werken bereits viel von seinem Pulver verschossen hat. Vor allem im Vergleich zu „Alter Ego“ fehlt es „Invictus“ manchmal an Ideen und vor allem auch der üblichen Ladung Punchlines. An sich ist gegen einen harmonischeren Sound natürlich nichts einzuwenden, Al Pacino hat schließlich auch in „Frankie und Johnny“ eine gute Figur gemacht. Aber wenn man die Wahl hat, guckt man halt doch lieber „Heat„…

DJ Klaus im Sternenhimmel

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Letzten Freitag ist ja in bestimmten Regionen in Deutschland eine gar wunderliche Jahreszeit ausgebrochen: Der sogenannte Karneval oder auch Fasching. Nun ist davon in Berlin eigentlich traditionell wenig zu spüren. Das hat historische Gründe, ist der Karneval doch ein katholischer Brauch, die Bewohner der Hauptstadt jedoch eher protestantisch, so sie überhaupt einer Kirche angehören.

DJ Klaus, früher auch als DJ MK 1 bekannt, ist zwar Urberliner und Vollblutatze, hat aber – absichtlich oder aus Versehen – den perfekten Soundtrack für die fünfte Jahreszeit parat. "Sternenhimmel" heißt sein Mix, der garantiert keine Rapsongs, aber dafür jede Menge feierkompatiblen Kram aus den 80ern bietet – und das auch noch für lau, für umme und umsonst. Da bleibt kein Auge, keine Kehle und auch sonst nichts trocken.

Gehostet wird der Spaß von Captn Bambi, die auch schon auf der letzten Atzen-Tour mit am Start war. Also, Ohren auf für ein Spektakel der ganz besonderen Art. Sind wir nicht alle ein bisschen Atze?
 

Fard chartet auf 11

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Und wieder eine Woche, die gute Neuigkeiten aus den deutschen Albumcharts mit sich bringt. Man hat sich ja mittlerweile schon fast daran gewöhnt.

Der "Junge ohne Herz" aus dem Ruhrgebiet, Fard, hat mit seinem letzte Woche erschienenen neuen Album "Invictus" (zur Review geht es hier) die Top 10 nur denkbar knapp verpasst und einen Einstieg auf Platz 11 hingelegt.
In einem Facebook-Statement bedankte er sich bei allen "ehrlichen Käufern". Zum Vergleich: Sein letztes Album "Alter Ego" erreichte nur Platz 66. Eine deutliche Steigerung, die sich angesichts des immer wieder betonten "starken Monats" auch in tatsächlich mehr verkauften Tonträgern ausdrücken dürfte. rap.de gratuliert.

Zwei weitere Veröffentlichungen halten sich weiter in den Top 100. Zum einen hält sich "23" von Bushido und Sido auch in der vierten Woche in den Top 25 und erreicht den, hehe, 23. Platz. Kollegahs "Bossaura" hingegen wäre fast aus den Top 100 gefallen, erreicht aber, ebenfalls in der vierten Woche nach dem Erscheinen, noch genau den 100. Platz.

Apropos "Aura": Das gleichnamige Album von Kool Savas hat am Wochenende eine ganz gute Figur in den freilich nicht hundertprozentig aussagekräftigen Trendcharts gemacht, wo es sich die Spitzenposition sichern konnte. Noch kein vermeldbarer Erfolg, aber immerhin ein gutes Omen für ein positives Abschneiden des dritten Soloalbums von Savas.

F.R.s Tourabschluss in Berlin

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Am Freitagabend endete die "Willkommen Zuhause"-Tour von F.R. im Magnet Club in Berlin – passenderweise, muss man sagen, denn seit einiger Zeit wohnt der gebürtige Braunschweiger ja auch in der Hauptstadt.
 
"Willkommen zu Hause" passte aber auch abgesehen davon hervorragend zum Abend. Das von der draußen herrschenden Eisekälte schnell wieder erholte Publikum bereitete F.R. gegen halb neun einen derart warmen Empfang auf der Bühne, dass die Minusgrade vor der Tür schnell vergessen waren. Von der esten bis zur letzten Reihe des ausverkauften Magnet-Clubs schien sich die Menge also tatsächlich wie zuhause zu fühlen. Unterstützt von DJ, Live-Drummer und Backgroundsängerinnen legte der schmächtige Junge gleich ordentlich los.
 
Und auch, wo F.R. sich zuhause fühlt, ist kein Geheimnis: Auf der Bühne wirkte er dann auch dementsprechend locker und souverän. Das Publikum, ein bunter Mix aus jung und alt, männlich und weiblich, Student und Skater, Rapfans und Pophörern, fraß ihm auch bereitwillig aus sämtlichen ausgestreckten Händen. Die Arme waren fast durhchgehend in der Luft und sowohl alte wie neue Songs wurden Wort für Wort mitgerappt. Wobei gerade die neuen Songs ihre hervorragenden Live-Qualitäten unter Beweis stellten.
 
Auf Gimmicks und Spielchen verzichtet F.R. fast völlig, selbst zu Ansagen lässt er sich eher selten hinreißen. Im Mittelpunkt der Show stehen ganz klar seine Songs, die er mit viel Energie und Power performt. Für ein wenig Abwechslung sorgte höchstens ein Clown, der kurz auf der Bühne herumhüpfte und wieder verschwandt. Später sah man denselben Typen nochmal auf der Bühne, dieses Mal statt im Clowns- fast im Adamskostüm – die Unterwäsche behielt er aber zum Glück doch an. Ob das der angekündigte Special Guest war? Man hatte ja eigentlich eher mit F.R.s ehemaligem Mitbewohner Tim Bendzko gerechnet…
 
Der guten Stimmung jedenfalls tat das keinen Abbruch. Gegen Ende, bei F.R.s vielleicht bislang größtem Hit "Sonne schneit", war der Siedepunkt erreicht: Der Saal kochte. Auch als er zu einem etwa anderthalbminütigen Acapella-Freestyle ansetzte, war die Freude im Saal groß. Doch auch der schönste Abend geht irgendwann mal zuende. Nach gut zwei Stunden und einigen Zugaben war dann Schluss. Draußen wartete erneut die Eiseskälte auf die durchgeschwitzte Masse, aber das war, den fröhlichen Gesichtern nach zu urteilen, dann auch mal egal in diesem Moment.
 

BVG klagt gegen UNLIKE U

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Vergangenen Februar erschien die Graffiti-Doku "UNLIKE U", die einen authentischen wie ausgewogenen Einblick in die Welt der auf Züge gesprühten Farben gewährt. Anstatt einfach nur Sprüher in Aktion zu zeigen, die sich anschließend selbst abfeiern, kam auch die andere Seite zu Wort, ausführliche Interviews mit einem Kriminalbeamten sowie einem Angestellten einer Reinigungsfirma ließen auch kritische Betrachtungen nicht vermissen. Dazu kam ein sehr bewegendes Gespräch mit dem Bruder eines verstorbenen Graffiti-Malers, der die Schattenseiten des extremen Hobbys nicht aussparte.

Nichtsdestotrotz versuchen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nun, juristisch gegen den Film bzw. seine Verbreitung vorzugehen. Am 17. November beginnt vor dem Berliner Landgericht ein Prozess gegen die Filmemacher Henrik Regel und Björn Birg. Die BVG klagt auf Unterlassung der Verbreitung des Dokumentarfilms. Den Produzenten wirft sie vor, die Aufnahmen von den gezeigten Zügen seien ohne Genehmigung auf dem Eigentum der Verkehrsbetriebe entstanden. Eine Verwendung sei daher nicht gestattet.

Andreas Schumacher, der Anwalt der beiden Doku-Macher, gab dazu folgendes Statement ab: "Wenn an dieser Stelle einem Grundeigentümer ein umfassendes und uneingeschränktes Recht gegeben wird, jede Aufnahme zu untersagen, die auf seinem Grund entstanden ist, öffnet das Tür und Tor für die Behinderung der Presse- und Kunstfreiheit. Zumal das Gelände der BVG zwar der Schauplatz einzelner Szenen ist, der inhaltliche Schwerpunkt des Films aber auf den Trainwritern als Personen liegt."

In der Klage der BVG sieht der Anwalt nicht weniger als einen Angriff auf die Freiheit der Presse und der Kunst: "Gerade auch weil es sich bei der BVG um eine Anstalt öffentlichen Rechts handelt, wollen sich meine Mandanten gegen diesen Versuch des Eingriffs auf die zentrale Presse- und Kunstfreiheit wehren.“ Seine Mandanten bereiteten sich auf einen längeren Weg durch mehrere juristische Instanzen vor, so der Anwalt weiter.

rap.de wird über den Verlauf des Prozesses weiter berichten.

Den Trailer des Films seht ihr hier:
 

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