Dyin Ernsts Leben ist irgendwo zwischen düster und ganz okay. Auf seiner neuen Single „Crème Brûlée” spricht der Wiener Rapper über nicht aufgegangene Pläne mit Ende zwanzig und verpasste Möglichkeiten, die er durch Ablenkung aber wieder verdränge.
„Augen wie aus Glas und das Hirn ist Creme Brulee, Leben ist okay, bittersüß sowie Lemonaid Sie bieten was an, aber ich nehme lieber Tee Glaub ich bin bald da, doch bin ich schon viel zu spät?”
Die neue Single ist der erste Track, nachdem im Mai letzten Jahres die EP „Gilbert Jonas” mit den Singles „Schau Vorbei” und „Als ob” erschien.
Dunkl reflektiert auf seiner neuen Single die ungesunde Beziehung zu seiner ehemaligen Partnerin. Obwohl sie sich scheinbar gegenseitig nicht gut taten und er einen „Schaden” durch die Beziehung bekam, kann er auch nicht ohne sie.
„Und ich warte schon seit Tagen, dass etwas passiert Man ich kann es nicht ertragen, bin kurz vorm eskalieren Babe ich kritzel deinen Namen tausend mal aufs Papier wegen dir hab ich nen Schaden, fuck was ist passiert?”
„Schaden” ist die zweite Single, seit dem Dunkl bei Chimperator unterschrieben hat. Anfang April releaste er den ersten Track „Träume”.
Nach einer längeren Pause droppt Shoulda mit „Karma” seine erste Single in diesem Jahr. Der Dortmunder nimmt uns mit in seine Gegend und zeigt uns, wo er sich mit seinen Jungs berauscht. Außerdem gibt es eine gewohnte Mischung aus Flex und einigen Referenzen zu Sport und Musik.
„Triff mich am Set auf dem Parkplatz Shit, ich will Racks und kein Drama Flockaveli, ich höre Karma Hotbox auf Cali im Charger“
Im März letzten Jahres releaste Shoulda seine vierte EP „West”. Seitdem kamen immer mal wieder einzelne Singles wie „3OG”, „Menace” oder „No Exit 2.0” mit Lugatti und Stammproduzent CHRS. Seine ersten drei EPs droppte der Dortmunder noch unter dem Namen Schulter139.
Ali471 wuchs mit zwei türkischstämmigen Eltern in Duisburg auf. In der neusten Germania Folge spricht der Rapper über die Selbstbestimmtheit als Künstler und wie wichtig es ist, mit sich selbst im Reinen zu sein. Er erzählt außerdem, dass er dies durch Religion als Ausgleich schafft und dass es keinen Widerspruch zwischen Musik und dem Glaube gibt, auch wenn einige das anders sehen würden.
Sein Vater hört in seiner Kindheit nur türkische Volksmusik, sein älteren Bruder zeigt ihm später HipHop. Irgendwann fängt Ali an, beides miteinander zu vermischen. Während seiner Ausbildung lädt er Hörproben auf Instagram hoch und steigt in kürzester Zeit soweit auf, dass ihn Fußballspieler der türkischen Nationalmannschaft feiern.
„Ich war frisch von der Pilgerfahrt zurück. Ich habe eine Umra gemacht. Im Dezember 2018 und 2019 habe ich dann angefangen mit Musik. Das war schon für viele so (…) du gehst da hin und du fängst mit Musik an? Eigentlich du musst jetzt komplett so zur Moschee (…) Und in der Rap Community war das dann auch so mit ‘Krass, was hast du da gemacht? (…) Aber mit nem Joint in der Hand””
Ali471 releaste letztes Jahr sein Debütalbum „Ali”. Letzte Woche erschien seine neue Single „Duisburg Interlude”, die am Ende ein neues Projekt mit dem Titel „808 und Cay” anteasert.
Nina Chuba droppt ihre neue Single „Femminello”. Ihre Musik ist sowohl Rap-lastig, als auch gesanglich, ihre Berufung ist sowohl Sängerin, als auch Schauspielerin. Der neue Track bringt Sommer-Vibes mit interessanten Rap-Flows und einer melodiösen Hook.
„Der Rasen ist hier grüner, bin auf der richtigen Seite Neunundneunzig Pläne und Probleme hab ich keine Backflip in den Pool und ich versenke meine Zweifel Alles, was ich wollte, hab ich heute und ich teil das”
Zuletzt releaste Nina Chuba die Singles „Nicht alleine”, „Zorn & Liebe” mit der Band Provinz und „Alles gleich”. In den letzten Jahren produzierte sie neben vielen Singles die beiden EPs „Average” und „Power”.
crapjony releast mit „Seven dayz” seine zweite Single bei seinem neuen Label „Mom I Made It”. Auf einem Beat, der durch eine E-Gitarre heraussticht, spricht der Österreicher darüber, dass er sich trotz, oder gerade wegen des zunehmenden Erfolgs mit vielen Problemen rumschlagen muss.
„Bekomm kein Auge zu in meinem Bett Ich schwör, in meinem Kopf, da lebt ein Dämon Verbindung zu meinem Herzen ist defekt Ich freu mich auf die Zeit, wenn Better Days kommen”
Im März präsentierte crapjony die angesprochene Single „Deadpool” auf seinem neuen Label. 2021 veröffentlichte er die beiden Singles „Vorbei” und „Error”.
Tiefbasskommando präsentieren ihre neue Single „Gendefekt”. Der Track bietet gewohnte TBK-Lyrics und gewohnten Sound. Die Jungs teilen Eindrücke aus ihrem Leben, das vor allem aus Saufen, Randalieren und Beleidigen zu bestehen scheint.
„Leute schlagen und klauen gehen Beute machen, Story aufnehmen Heute leben, morgen draufgehen Ich muss deutschen Rappern aufs Maul geben”
„Gendefekt” ist die zweite Single für das neue TBK-Album „Breakdance auf Scherben”, welches parallel zum Track erscheint. Vor einem Monat kündigten die Jungs mit der Single „Habaneros” eine neue Platte an. Außerdem beinhaltet das Album den vorab veröffentlichten Track „Toysterben”.
Roger Rekless blickt auf seiner Single „Step” auf die Entwicklung afrodeutscher Geschichte zurück und gibt denjenigen Probs, die in der Vergangenheit wichtige Kämpfe für die Schwarze Community führten. Durch diejenigen würden Schwarze Menschen heute schon viel mehr gehört und gesehen werden. Trotzdem betont er, dass er sich noch längst nicht am Ende dieser Kämpfe fühle und dass es weiter gehen muss – Step by Step.
„Schwarze Geschichte, Afrodeutsch Migranten-Kids, Sagt doch was ihr wollt Der Weg bekannt, doch die Szene krank Sie vergessen unsere Stories schon ein Leben lang”
„Step” ist der vierte Track von Roger Rekless in diesem Jahr. Zuletzt veröffentlichte er „Ich halt dich fest” mit Fayim und Celina Bostic, „Alliance Antiraciste” mit Mal Élevé, Kutlu und Sorah sowie „Wir sind viele” von Dead Rabbit zusammen mit Shelly Phillips. Sein letztes Album „Über die Natur der Dinge” erschien im Jahr 2019 – damals trafen wir ihn auch zu einem Interview.