Wie das neu gegründete Label Auf!Keinen!Fall! bekannt gibt, stellt Tamas das zweite Signing nach Liquit Walkerdar. Sein ehemaliges Management DufteArt verlässt Tamas somit. Der Berliner kündigte außerdem via Facebook an, dass er sein erstes Soloalbum über die neue Labelheimat releasen werde.
Vier Künstler soll das Label, dessen Inhaber Liquit Walkers bester Freund Patrick Thiede ist, vorerst beherbergen. Die übrigen beiden Signings werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
Prezident veröffentlicht gemeinsam mit R.U.F.F.K.I.D.D. den Song „Barbecuesauce“ von seiner kommenden EP. Die „Handfeste EP“ wird am 20. März erscheinen und wird zum kostenlosen Download auf Whiskeyrap.de und in Form einer 12-Inch Vinylplatte über Vinyl Digital erhältlich sein.
Der DCVDNS ist schon so einer. Kaum hat er mit seiner schäbigen YouTube-Show die 100.000 Abonnenten voll gemacht, da haut er schon ein neues Video raus. Als Dankeschön. Na sauber. Zu Gast am Mic hat er bei „German Choppers“ von seinem letzten Album „Der Wolf im Schafspelz„, liebevoll auch „DWIS“ genannt, den guten Tamas, früher bei DeinEltan aktiv. „Choppers“ hat übrigens in diesem Fall nichts mit Motorrädern zu tun, sondern spielt auf das an, was beispielsweise TechN9ne unter choppen versteht: Das auch Doubletime genannte rasante Silbenspucken, hierzulande auch als flexen bekannt. Na dann: Let’s chop.
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1. Stell dich kurz in drei Sätzen vor. Wer bist du und woher kommst du?
Mein Name ist Nemo Nemesiz. Ich komme aus dem wunderschönen Gostenhof im Herzen von Nürnberg. Ich mache Musik, die sich nicht nur an die Hip Hop Szene, sondern an JEDEN da draußen richtet. 2. Wann bist du geboren?
Am Ende eines sehr kriegerischen Jahrtausends. 3. Wenn du nicht gerade rappst, bist du tätig als…?
Erfolgreicher Selbständiger in diversen Bereichen, die nicht genauer benannt werden sollen. 4. Beschreibe dich und deinen Stil in fünf Sätzen!
Ernsthaft, aber nicht ernst. Hundertprozentig. Fröhlich, aber nicht immer Party. Interessiert an neuen Einflüssen. Anspruchsvoll, aber nicht perfektionistisch. 5. Seit wann rappst du?
Millennium. 6. Warum rappst du?
Weil ich den Kids zeigen möchte, dass es auch einen anderen Weg gibt, als entweder ein „Spießer“ oder ein Mensch zu sein, der sich mit negativen Verhaltensweisen brüstet und sich anhört wie ein 14-jähriger Primitivling. Ich möchte zeigen, dass man ein erfülltes Leben haben kann ohne ständig zugedröhnt zu sein oder andere Menschen abzuwerten. 7. Dein bester Track?
Stets der, der meinem jetzigen Entwicklungsstand am ehesten gerecht wird. Derzeit ein Feature mit einem anderen Nürnberger Rapper, zu dem es auch demnächst ein Video geben soll. 8. Spielst du selbst Instrumente und/oder produzierst du?
Derzeit nicht. 9. Wer sind deine Vorbilder?
Um nur einige zu nennen: Die Gracie Familie. Marshall B. Rosenberg. Moshé Feldenkrais. Ken Robinson. Richard David Precht. 10. Ein Rapper, der gar nicht klargeht?
Jeder, der nicht erkennt, dass Talent, Ruhm und Wohlstand verpflichten. Nenne mir einen, DER KLARGEHT. Mir ist deine HALTUNG eines Rappers wesentlich wichtiger als seine Raptechnik. Wenn diese stimmt, kann auch jemand mit simpelster Technik sehr kraftvoll rüberkommen. 11. Welches ist für dich das beste Rapalbum aller Zeiten?
ALLER Zeiten? Na dann hoffe ich mal, dass es noch kommt… 😀
Wenn man die ethischen Aspekte weglässt und nur auf Rapskills und Ästhetik achtet: Die Carter III von Lil Wayne war sehr gut.
Das hat nichts mit Rap zu tun!
12. Ich würde sterben für…?
Ich maße mir nicht an zu sagen, dass ich bereit bin, für irgendwas zu sterben 😉 . 13. Dein Alltag sieht so aus:…
Cappuccino, viel Musik hören, viel Sport, erfüllenden und kreativen Arbeiten nachgehen, Weiterbildung, Lesen, Sinnliches, inspirierende Gespräche, Notwendiges erledigen, mich dem Nicht-Denken öffnen (Reihenfolge variabel) 14. Ein Funfact über dich:…
Ich bin Gastronomie-Junkie. Das Leben ist zu kurz zum Lebensmittel-Einkaufen und Kochen 😀 ! Und sogar noch einer: Ich bin ein grauenvoll schlechter Tänzer – aber tu‘ es trotzdem. Wenn du mal richtig lachen willst: Watch me in the club ;)! 15. Male deinen Rap!
Um einer der erfolgreichsten Rapper Österreichs zu werden, musste Nazar einige Unannehmlichkeiten aus dem Weg räumen. Nun nutzt er seinen Ruhm unter anderem dazu, um sich gegen die Rechtspopulisten in seiner Heimat zu stemmen.
Bei seinem letzten Konzert in Wien hielt Nazareine kurze Ansprache. Er beendete sie mit den Worten „H. C. [Heinz Christian, Anm. d. Red.] Strache bleibt trotzdem ein Hurensohn„. Aus diesem Satz sprach der Frust eines Menschen, der Rassismus oft genug am eigenen Leib erfahren hat. Wenige Sekunden vorher hatte der Wiener sein Publikum noch dazu aufgefordert, niemanden wegen seines Andersseins zum Sündenbock für die Probleme Österreichs zu machen. Dem Parteichef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) Strache war das egal. Er zeigte Nazar wegen Beleidigung an und fordert nun 35.000 Euro von ihm.
Das Ganze hat eine längere Vorgeschichte. Der Rechtspopulist sorgt regelmäßig mit fremden- und islamfeindlichen Äußerungen für Schlagzeilen. „Daham statt Islam“ stand auf einem Werbeplakat der Partei des Politikers 2006. Andere Sprüche lauteten „Pummerin [die größte Kirchenglocke Österreichs, Anm. d. Red.] statt Muezzin“ oder „Deutsch statt nix versteh’n“. Äußerungen, die man in Deutschland von der NPD kennt.
Das ließ der Rapper, der in Wien-Favoriten lebt, nicht unkommentiert stehen. Er veröffentlichte den Diss-Track „H C“ (2009), in dem er zu den rassistischen Slogans von Strache Stellung bezog. Unter anderem verwies der FPÖ-Gegner auf den kulturellen Mehrwert, den die aus der Fremde Zugezogenen nach Österreich bringen: „H. C. / Wir bereichern dein Land.“ Damals reagierte der Politiker noch nicht mit Anzeigen auf beleidigende Bemerkungen des Rappers, sondern antwortete musikalisch, und das gleich mehrfach.
Mittlerweile ist Nazar regelmäßig auf dem größten Fernsehsender Österreichs ORF zu sehen. Er gehört zu den erfolgreichsten Musikern aus der Alpenrepublik. 2014 erhielt er den wichtigsten österreichischen Musikpreis, den Amadeus Award, für das beste Video des Jahres – „An manchen Tagen“ vom Album „Fakker Lifestyle“ (2013). Sein letztes Album „Camouflage“ (2014) ging nach wenigen Tagen schon Gold und stieg auf Platz #1 der österreichischen Albumcharts ein – das erste Mal, das ihm das gelang.
Nazar heißt Meinung auf Persisch. Schon als Kind hat Ardalan Afshar, so sein bürgerlicher Name, seine Überzeugungen ohne Umschweife geäußert, erklärt er. Vielleicht treibt ihn – auch als berühmter Künstler – dieser innere Drang zur Ehrlichkeit an, gegen die salonfähige Fremdenfeindlichkeit in der politischen Szene seines Landes zu rappen. Der FPÖ-Gegner kämpft nicht nur mit musikalischen Mitteln: Im Wahlkampf 2010 forderte er beispielsweise in Wahlspots der SPÖ seine Mitbürger dazu auf, wählen zu gehen. Der Jugendkoordinator der österreichischen Sozialdemokraten Peko Baxant lobte die „Kreativität, Professionalität und [den] visionären Geist“ des Rappers.
In der iranischen Hauptstadt Teheran kam Nazar 1984 zur Welt. Um nach Wien zu kommen, mussten seine Mutter und sein großer Bruder mit dem kranken dreijähriger Ardalan über 4.000 Kilometer zurücklegen. Der Vater kam im Ersten Golfkrieg – dem iranisch-irakischen Krieg zwischen 1980 und 1988 – ums Leben. Nazar lernte ihn nie kennen. Denkt der Rapper an seine Kindheit zurück, kommt ihm das Krankenhaus in den Sinn. Dort verbrachte er einen Großteil seiner ersten Lebensjahre. Er musste am Oberschenkelknochen und Fuß mehrmals operiert werden.
Telefonierte seine Mutter mit den Verwandten aus dem Iran, stellte der junge Ardalan ihr nach den Gesprächen etliche Fragen. So erfuhr er viel über die turbulente Zeitgeschichte des Irans. Als der Wiener eingeschult wurde, dehnte sich sein politisches Interesse auf Österreich aus. „Daran kommst du nicht vorbei hier: Die österreichische Politik ist sehr krass, was Äußerungen zu Ausländern angeht“, so Nazar gegenüber rap.de.
Hätte Nazar drei Worte um sich zu beschreiben, dann wären es die folgenden: „pünktlich, gründlich und ehrgeizig.“ In der Grundschule war er Musterschüler und blieb es einige Jahre. Später flog er von drei Gymnasien und endete auf einer Hauptschule. Zu dieser Zeit zeriss ihn die Identitätsfrage innerlich, die der gebürtige Teheraner mit Lebensmittelpunkt in Wien in „Fremd im eigenen Land“ aus seinem Debütalbum „Kinder des Himmels“ (2008) thematisiert hat. Zur Identitätskrise kam die Flucht vor alltäglichen Problemen hinzu: Er verbrachte sehr viel Zeit auf den Straßen Wiens.
Seine größte Niederlage sieht Nazar in einem fünfwöchigen Aufenthalt in Untersuchungshaft. Der damals 26-Jährige war wegen schweren Raubes angeklagt. Das Gericht entließ ihn aus der Haftanstalt, aber verurteilte den Rapper wegen schwerer Nötigung und Körperverletzung. Nach dieser Zeit widmete sich der in Wien-Favoriten Aufgewachsene vollständig der Musik, in der er sich häufig sehr bedacht ausdrückt. In „Reue“, einem Lied aus dem Album „Kinder des Himmels“ (2008), rappt er: „Weißt du was Reue ist? / Wenn es dich nicht schlafen lässt / Und der Schmerz deine Träume fickt.“ Zeilen, die ihm vielleicht im Gefängnis im Kopf herumschwirrten.
Im letzten Heimspiel der österreichischen Fußballnationalmannschaft gegen Brasilien – Endstand 1:2 – standen fünf Österreicher mit Migrationshintergrund in der Startelf. Nazar beklagte sich gegenüber rap.de, dass „keiner von denen gegen die rechtspopulistischen Äußerungen der Politik die Fresse aufmacht“, obwohl diese Äußerungen sich gegen Leute wie sie richte. Anfang Februar forderte er in einem ORF-Interview Personen des öffentlichen Lebens dazu auf, ihre Stimmkraft zu nutzen, um politische Stellung zu beziehen.
Nazar ist ein Visionär. Mit seiner Firma Nazar Films dreht er für andere Rapper Musikvideos. Zudem arbeitet er momentan an einer Modekollektion, die für jeden erschwinglich und aus ökologisch nachhaltigen Stoffen produziert sein soll. Womit er politisch als nächstes auf sich aufmerksam macht, wird sich zeigen. Der Drang seine Meinung zu äußern, wird es ihm aber wohl auch in Zukunft kaum möglich machen, die fremdenfeindlichen Töne der österreichischen Politik unkommentiert zu lassen.
Kanye West wird sein neues Album „So Help Me God“ nennen. Das erklärt er auf Twitter. Dazu veröffentlichte er ein Bild, das möglicherweise das Cover darstellt. Es soll sich dabei um ein mittelalterliches Symbol für die Jungfrau Maria handeln – drunter macht er’s halt auch nicht.
„New album title… So Help Me God„, so Ye kurz und knapp. „So help me God“ ist die englische Bekräftigung eines Eids und kann mit „So wahr mir Gott helfe“ übersetzt werden.
Ein Releasedate gibt es noch nicht. Bisher sind drei Songs erschienen, die vermutlich auf dem neuen Album zu hören sein werden. „Only One“ (dessen zugehöriges Video Kanyenicht in Mössingen gedreht hat), „Wolves“ und „All Day„. Ersteres als offizielles Video, die beiden letzteren bisher nur als Live-Performance – aber was heißt da „nur“? Besonders der Flammenwerfer, der bei den Brit Awards zum Einsatz kam, wo Yeezy „All Day“ performte, war durchaus beeindruckend.
G.O.O.D. Music-Produzent Evian Christ, der auf Kanye Wests letztem Album “Yeezus” am Song “I’m In It” mitproduziert hat, hatte sich bereits vor einiger Zeit in einem Interview mit dem Self-Titled Mag zum Sound des nächsten Yeezy-Albums geäußert – zumindest, soweit es ihn betrifft. Demnach plant Kanye wieder einen speziellen Entwurf. “Er will etwas, das ein bisschen nach Otis Redding, ein bisschen nach Mobb Deep klingt.“ So wahr ihm Gott helfe.
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1. Stell dich kurz in 3 Sätzen vor. Wer bist du und woher kommst du?
Jvvvelen nennen mich Benny. Ich bin in Hoyerswerda geboren, bin dort, in Limburg und Rodgau aufgewachsen und habe in Obertshausen, Offenbach, Frankfurt, Dartmouth gelebt. Zurzeit bin ich in Mannheim. 2. Wann bist du geboren?
06.03.1990 3. Wenn du nicht gerade rappst, bist du tätig als… ?
Vitamin B. 4. Beschreibe deinen Stil in fünf Sätzen!
Jon meinte mal: „Slice of Life Rap“. Meine Musik ist eine Momentaufnahme aus dem Leben. Ich habe Rap gefressen, angefangen mit Mafia K‘ 1 Fry, Ansage Nr.1, Vom Bordstein bis zur Skyline, Faust des Nordwestens, Get rich or die tryin, ‚Em, Pac, Slaughterhouse bis hin zu Russ, Kayo, Haze oder Reign. Im Laufe der Zeit kamen aber auch Künstler wie Daughter, Ayo, Sigur Ros, Tua, Lary, Lorine Chia oder treibendere Musik von Pretty Lights, Melanie Fiona uvm. Nennen wir es breit gefächert, aber immer on point. 5. Seit wann rappst du?
2005. 6. Warum rappst du?
Rap ist für mich Lyrik & Sprache, angeben aber auch ab- und vor allem weitergeben. Es ist das, was ich am besten kann. 7. Dein bester Track?
Funkenregen 8. Spielst du selbst Instrumente und/oder produzierst du?
Nicht wirklich, ich koordiniere das ganze gerne. Du kannst dir das in etwa so vorstellen, dass ich mit Demoversionen oder Ideen ins Studio gehe und Ben Anoki sie musikalisch umsetzt und ausreift. Ich habe eine genaue Vorstellung davon wie die Musik klingen soll und dafür laden wir andere Künstler ins Studio ein um z. B. eine Geige, ein Klavier, eine Gitarre, Drums oder Vocals zu recorden. Ben Anoki produziert mit diesem Input, das was er in dem Song sieht, nimmt mich auf und mixt. 9. Wer sind deine Vorbilder?
Tupac – für seine Lyrik und Poesie, er hat damit mehrere Generationen geprägt, weil er nicht nur die Fans sondern auch unzählige Rapper beeinflusst hat, die wiederrum neue Zöglinge nach sich ziehen.
Ray Lewis – er war ein unglaublicher Leader und Motivator. Seine Worte und vor allem seine Taten haben die Menschen auf und neben den Platz inspiriert.
Fler – Er ist nicht immer unschuldig gewesen an seiner Situation, aber von seinem Durchhaltevermögen, Mut und Wille aus Phasen, in denen sich alles gegen dich wendet, noch stärker heraus zu kommen, sollte man sich eine Scheibe abschneiden! 10. Ein Rapper, der gar nicht klargeht?
Blumio, 257ers, Taichi, DCVDNS, Massiv, Weekend, Toony, die Liste ist lang 11. Welches ist für dich das beste Rapalbum aller Zeiten?
Tupac – Me against the world.
Das hat nichts mit Rap zu tun!
12. Ich würde sterben für…
Nichts! 13. Dein Alltag sieht so aus:…
Flugmodus an, am quarzen, die Wäsche auf dem Fußboden kann warten.
Es regnet, nichts zu tun, sollte lernen, aber geht net – die Disko ruft
meinen Namen, ich kann es hören
Angewiesen auf die Bahn, doch würd’s mich stören, wäre die Devise:
Ich muss spar’n!
Der Likör war zu viel, bleib‘ liquide, beim Friseur der Termin ist verlegt.
Zuerst die Miete, dann mal sehen was noch übrig ist und geht.
Läuft. Rennt. Fliegt. – Fällt tief,
Let me take a selfie.
Selbst die treusten Häute lösen sich, wenn Geld fließt,
Ich bleibe straight bei Tag und bei Nacht,
am Mic, im Gym, im Job, ich bin straight auf dem Platz! 14. Ein Funfact über dich ist:…
Weil ich kein Geld für das Ticket hatte und unbedingt auf sein Konzert wollte, habe ich Bushido in seinem Forum eine Nachricht geschrieben und ihn darum gebeten mich auf die Gästeliste zu setzen und ihm versichert ich würde dann vor Ort zahlen. Er hat mich nicht nur in die Hessenhalle eingeladen sondern auch noch in den Backstagebereich, um ein bisschen zu quatschen. Später, während des Konzerts ist mir die Flüssigkeit aus einem Knicklicht in die Augen gekommen und ich musste kurz behandelt werden, kurz vor Ende der Show. Bushido lief auf dem Weg hinter die Bühne an mir und den Sanis vorbei, kam mit einem frischen T-Shirt zurück und hat mich zum Essen eingeladen! An dieser Stelle nochmals vielen Dank, auch wenn du dich wahrscheinlich nicht erinnern kannst, ich werde es dir nie vergessen! 15. Male deinen Rap!
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Gestern feierte Hanybal mit „Weg von der Fahrbahn“ sein Debüt auf Albumlänge. Im Zuge dessen kam es auch zur Interview-Premiere des Frankfurters bei rap.de. Ein Gespräch über die Herkunft seines Namens, das sogar in Frankreich gefeierte „Endstufe“-Video, Selbstjustiz gegenüber Pädophilen und Verrätern und zur aktuellen Diskussion um Homophobie.
Du nennst dich Hanybal, man könnte also meinen, du seist Tunesier. Bist du aber gar nicht. Warum der Name?
Seit meiner Kindheit trage ich den Spitznamen Hany. Und als ich anfing zu rappen, haben mir meine Jungs vorgeschlagen: „Nenn‘ dich doch einfach Hanybal.“ Der Name gefiel mir: Ich nahm ihn an.
Dein bürgerlicher Name ist ja Sascha-Ramy Nour. Wie kam es da zum Spitznamen Hany?
Ich bin ja halb Ägypter, halb Deutscher und großer Fußballfan. Als ich noch ein kleiner Bengel war, kam der erste Ägypter – Hany Ramzy hieß er – in die Bundesliga. Das war 1994 und er spielte zunächst für Werder Bremen. Selbst habe ich auch immer Fußball gespielt. Und so fing es an, dass sie mich auf dem Bolzplatz Hany nannten.
Wie stehst du heute zum Fußball?
Ich liebe Fußball über alles. Das ist mein Lieblingssport. Fußball ist eine der geilsten Sachen, die es gibt.
Deine Lieblingsmannschaft?
In Deutschland ist es Eintracht Frankfurt. International gesehen bin ich Barcelona-Fan.
Welche wären die drei Worte, mit denen du dich beschreiben würdest?
Drei Worte: crazy, sexy und cool. (lacht)
Eine Sache, die die Leute über Hanybal nicht wissen:
Da gibt es bestimmt viele Sachen, die man über mich nicht weiß. Zum Beispiel, dass viele noch nicht wissen, wie krass ich musikalisch eigentlich bin.
Ich habe gesehen, dass du den „La Haine“-Trailer auf Facebook gepostet hast. Hast du zu Frankreich einen Bezug?
Was heißt Bezug? „La Haine“ ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingsfilme. Die Schauspieler spielen in dem Film von Mathieu Kassowitz ihre Rolle übetrieben gut. Saïd Taghmaoui, der im französischen Film auch Saïd heißt, beispielsweise. Ich habe auch vor kurzem ein Video – „Endstufe“ – zusammen mit Olexesh heraus gebracht. Wir haben zwei kleine Hommagen an den Film in unserem Clip eingebaut. Wer den Film kennt, wird die Szenen wiedererkennen. Auf Twitter hat Saïd sogar unser Video retweetet und mit „OneLove!“ kommentiert. Das war uns eine große Ehre. Also speziell zu Frankreich habe ich keinen Bezug, außer den Bekannten, die dort leben.
Denkst du, man könnte auch in Deutschland einen Film im Stil von „La Haine“ zu drehen? In Frankfurt oder Offenbach hätte man ja schon mal die Kulisse dafür.
Naja, „La Haine“ zeichnet meiner Meinung die krassen schauspielerischen Leistungen aus. Ich finde auch nicht, dass man diesen Film nur in Frankfurt oder Offenbach drehen könnte. Das könnte man überall in Deutschland tun. Die Frage ist nur: Wo kriegt man diese krassen Schauspieler her, die es schaffen, die Atmosphäre – im Fall von „La Haine“ der Banlieues – so spürbar zu machen?
Was wäre für dich eine Alternative zu Rap gewesen?
Das weiß ich ehrlich nicht. Ich wäre auf jeden Fall einem stinknormalen Beruf nachgegangen.
Fasse mal deine bisherige Rap-Karriere in wenigen Sätzen zusammen:
Ich wurde sehr schnell gehypt. Damit meine ich, dass ich von Anfang an gepusht wurde. Die Leute haben meinen Rap von Beginn an gefeiert. Danach ist erst mal nichts gekommen. Und jetzt kommt doch noch etwas. Also um es ein paar Worten zu beschreiben: rasant, mit denn auch einem rasanten Ende und jetzt nehme ich noch mal Fahrt auf.
Was hast du für Lehren für dich aus dieser Zeit gezogen?
Mir ist aufgefallen, dass ich viel Bestätigung für meine Lebenseinstellung erhalten habe. Was ich aus meiner Musikerlaufbahn gelernt habe – lass mich kurz überlegen: Fremde bringen oft nichts Gutes.
Mit „Fremde“ meinst du Menschen, die du nicht kennst?
Genau, das meine ich damit. Ehrlich gesagt muss ich die meisten auch gar nicht kennen lernen, das brauche ich nicht. Und so war ich vorher auch schon drauf. Man lernt als Rapper – gerade auf Tour – viele Leute kennen. Und ich habe gemerkt, dass viele Pfeifen dabei sind, die einem nicht wohlgesonnen gegenüber stehen.
Wie fing das bei dir mit dem Rappen an?
Ich wurde mehr oder weniger von einem Kumpel dazu genötigt, einen Text zu schreiben. Er war sich sicher, dass ich gut darin wäre. Er sagte mir: „Ey Hany, du labberst immer viel Scheiße und bist lustig: Rapp‘ doch mal.“ Daraufhin hat er mir einen Beat geschickt. Ich habe auf meinen Kollegen gehört und meinen ersten Text geschrieben. Das war im Dezember 2007.
Erinnerst du dich an den Beat, den dir dein Freund damals sendete?
Ich persönlich kannte den Beat nicht. Ich glaube aber, dass ein recht bekannter französischer Rapper mal auf dieses Instrumental rappte.
Wieso rappst du eigentlich?
Es macht mir zum einen sehr viel Spaß. Ein anderer Grund ist, dass viele meiner Schatzis sich wünschen, dass ich rappe. Ich bekomme sehr viel Zuspruch von anderen. Das fiel mir vor allem in der Zeit auf, als ich aufgehört hatte zu rappen. Es kam oft vor, dass Leute zu mir kamen und sagten: „Ey Hany du kannst doch nicht einfach aufhören. Das kann doch nicht alles gewesen sein.“ Jetzt in der Endphase des Albums war das wieder erfreulich: Die Leute haben mir ihre Freude darüber gezeigt, dass ich endlich ein Album veröffentliche.
Ich habe den Eindruck, du verstehst unter Schatzi viel mehr als der übliche Wortgebrauch hergibt. Wie verwendest du diesen Begriff?
Schatzis sind alle Leute, die mir wohlgesonnen sind.
Wieso rappst du so gerne über Gewalt?
Du gehst also davon aus, dass ich gerne darüber rappe, weil ich es oft tue. Ich weiß nicht, ob ich gerne darüber schreibe. Es stimmt aber, dass meine Texte oft davon handeln. Ich glaube, dass das daran liegt, dass ich in meinem Leben oft mit Gewalt konfrontiert wurde. Ja, und darüber rappe ich.
Du warst vorher bei Bozz Music, dem Label von Azad, unter Vertrag. Wie kam es zum Azzlackz-Signing?
Bozz hat – wie jeder weiß – irgendwann zu gemacht. Für mich war mit der Labelschließung meine musikalische Laufbahn mehr oder weniger gegessen. Zu den Azzlackz kam ich durch Aykuts (Haftbefehls Vorname, Anm. d. Red.) Bemühungen. Bevor ich unterschrieb, kam mir mehrere Male zu Ohren, dass er sich nach mir erkundigt hatte: Wie es mir geht, was ich mache, ob ich noch rappe. Wir haben aber zu dieser Zeit keinen Kontakt gehabt. Irgendwie hat sich dann Haftbefehl über mehrere Ecken, sich meine Handynummer organisiert. Er rief mich an. Wir trafen uns – ganz einfach. Dann haben wir das zügig klar gemacht.
Wer ist dein persönlicher Lieblingsmusiker?
Mein Lieblingsrapper auf internationaler Ebene ist Styles P. Er macht einfach die besten Lieder. In meinem Leben hat er mich sehr lange begleitet, vor allem die letzten Jahre. Styles P ist die Nummer 1. Aber mittlerweile gibt es auch andere, die sehr gut sind. Ich denke da an Uncle Murda oder Waka Flocka Flame. Deutschlandweit gesehen ist mein Lieblingsrapper Azad. Er war einfach der Erste, der richtigen Straßenrap gemacht hat.
Maxim von K.I.Z. hat gestern in Berlin auf einer Podiumsdiskussion, bei der es um die Frage ging, ob Rap die Gesellschaft verbessern kann, gesagt: „Bei den meisten Rappern geht es darum, weiterzumachen, obwohl einem ständig ein Bein gestellt wird. Sie fragen sich aber nie, wer dieses Bein stellt„. Trifft diese Aussage auf dich zu?
Nein, weil mir in diesem Sinne nie ein Bein gestellt wurde. Meine Tracks handeln auch nicht davon, dass ich nicht aufgeben soll. Sie sind eher als Motivation für Andere gedacht. Auf meinem bisherigen Weg als Musiker wurden mir bisher keine Steine in den Weg gelegt.
Dein Flow ist ziemlich unverkennbar. Wie hat er sich entwickelt?
Die Frage wurde mir tatsächlich öfters gestellt. Ich kann diese Frage ehrlich gesagt nicht beantworten. Bei mir entsteht sehr vieles intuitiv. Ich setze mich auch nie an einen Beat mit einem konkreten Thema. Ich höre das Instrumental, er spricht zu mir und ich antworte mit meinem Text darauf. Meine Texte schreibe ich übrigens ausschließlich auf Handy. Auf Papier kann ich einfach nicht schreiben.
Wieso heißt dein Debütalbum „Weg von der Fahrbahn“?
Der eine Grund ist, dass man „Weg von der Fahrbahn“ mit mir assoziiert. Ich hatte ja mal einen Track mit Solo, der so hieß. Dazu gab es auch ein Meine-Stadt-Video. Mein Albumtitel lässt sich auch verschieden verstehen. Ein Mal „Weg von der Fahrbahn“ im Sinne von „Verpisst euch alle, ich bin jetzt da„. Eine weitere Möglichkeit der Interpretation: Wenn es mal nicht so gut im Leben läuft, soll man trotzdem weiterhin seinen Weg gehen: Weg von der Fahrbahn, macht Platz, ich komme auf jeden Fall noch Mal.
Wie lange hast du an „Weg von der Fahrbahn“ gearbeitet?
Ich hätte das Album gewiss in drei oder vier Monaten fertig stellen können. Ich habe aber die ersten Monate nach dem Signing erst Mal zehn bis 15 Tracks gemacht. Ich wusste ja, dass mein Release nicht direkt ansteht. Deshalb habe ich mir mehr Zeit gelassen und noch mehr Tracks gemacht. Am Ende war ich bei 30 Songs in einem Jahr. Sagen wir so: In zwölf, dreizehn Monaten habe ich 30 Tracks aufgenommen, aber weitaus mehr geschrieben.
Deine Videoauskopplung „Was los“ mit Haftbefehl ist etwas heikel. Du verherrlichst Selbstjustiz gegenüber Pädophilen und Verrätern.
Wie kommst du darauf, dass ich es verherrliche?
Im Video ist zu sehen, wie ein Pädophiler gefoltert wird. Kein schöner Anblick.
Ich habe es nicht verherrlicht. Ich wollte Gedanken visuell darstellen, die viele haben – nicht nur ich –, wenn sie an Kinderficker denken: Gewalt an ihnen auszuüben. Bei Verrätern haben Leute auch ähnliche Gedanken, darum geht es ja auch bei „Was los„. Ich will es nur nochmals betonen: Ich wollte die Selbstjustiz nicht verherrlichen. Was im Video zu sehen ist, lässt sich mit einem Dokumentarfilm über das Dritte Reich vergleichen. Dort wird auch Abgründiges gezeigt, ohne es zu verherrlichen. Ja, der Dokumentarfilm ist eine gute Metapher meiner Musik. Ich verherrliche weder Drogenkonsum noch Gewaltexzesse. Ich mache das, was eine gute Doku auch tut: berichten.
Wie ist denn deine Meinung zu Selbstjustiz?
Dazu stehe ich wie wahrscheinlich viele Menschen. Man hatte vielleicht in seinem Kopf schon die Phantasie, Selbsttjustiz auszuführen, gehabt, führt es aber nicht aus. Es hat natürlich seinen Sinn, dass sie nicht erlaubt ist. Wäre sie legal, würden wir im Wilden Westen leben. Es würde nur noch das Gesetz des Stärkeren gelten und das ist nicht gut. Um es noch mal festzuhalten: Auch wenn man sie sich manchmal wünscht, muss einem immer klar sein, dass Selbstjustiz nicht in Ordnung ist.
Nach dem homophoben Shitstorm gegen Bass Sultan Hengzt wurde viel über Homophobie geredet: Wie ist deine Meinung dazu?
Gegen Homosexuelle habe ich gar nichts: Was wer und mit wem in seinem Schlafzimmern tut, ist jedem selbst überlassen.
Die letzten Worte gehören dir:
Das war auf jeden Fall ein cooles Interview. Es hat mich sehr gefreut, hier Rede und Antwort zu stehen, meine Schatzis. Haltet die Ohren steif. „Weg von der Fahrbahn“ ist nur der Anfang.