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Karmo Kaputto – Auf locker (prod. Dawid DST) [Video]

Der selbsternannte letzte reale Jobcenter-Representer und rap.deNewcomer Karmo Kaputto bevorzugt Schreiben statt Körperpflege und haut das neue Video „Auf locker“ raus. Für den Beat sicherte sich der Audio Engineering-Absolvent Unterstützung von Kollege Dawid DST.

Karmo Kaputto wurde in Michailowka geboren, bevor er als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Deutschland zog.  Im Alter von 12 Jahren kam er über seine Mitschüler mit Rap in Kontakt, fortan begleiteten ihn die Platten von EminemDMXBusta Rhymes und Co. Musik avancierte schnell zum Lebensmittelpunkt, weswegen sich Karputto nicht länger nur aufs Konsumieren beschränkte. Mit 16 veröffentlichte Karmo bereits seine erste EP. 

Bushido & Shindy – Brot brechen (prod. Beatzarre & Djorkaeff) [Video]

Viele fragten sich, wie ein gemeinsames Album von Bushido und Shindy klingen könnte. Würde sich eher Bushido mit seinem Gangsta-Style durchsetzen? Oder der konsumgüterfreundliche Shindy mit seinem eleganten Flow? Nun, jetzt gibt es mit „Brot brechen“ das erste Video und wie bereits im Interview mit rap.de angedeutet setzen die beiden Ersguterjungs auf was Neues, was vom Soundbild her aber doch ein wenig näher an Shindys bisherigen Solosachen dran ist. In beste Yeezy und Hova-Manier wird hier geprotzt, geklotzt und nicht gekleckert. Überspitzter Größenwahn auf geil produzierten Beats. Guck auf den „Cla$$ic„.

Cla$$ic
VÖ Datum: 6. November 2015
Verkaufsrang: 8
Jetzt bestellen ab 47,99

Sonny Black & Frank White – Wer will Krieg [#Classic]

Ein kurzer Blick ins Deutschrap-Geschichtsbuch (bzw. auf Wikipedia): Tatsächlich. Heute vor genau 13 Jahren ist „Carlo Cokxx Nutten“ von Sonny Black und Frank White erschienen. Ich hatte in jenem Herbst 2002 das Vergnügen, die Releaseparty des Albums in Berlin zu besuchen. Aus heutiger Sicht erstaunlich wenig Leute fanden sich da im Silverwings ein – klar, damals ahnte kaum jemand, dass das hier die nächsten Jahre Deutschrap dominieren würde. Das hier, das war Rap mit einer bis dato nicht geahnten Asozialität. Rau, direkt und ohne Gnade. Kein witziger Battle-Rap, sondern humorlose „Vom Bordstein bis zur Skyline„-Aufstiegsphantasien im Scarface-Style. Lederjacken und Kokain waren bis dato im Deutschrap kein Faktor – jetzt schon. Und das sollte sehr lange auch so bleiben. Inzwischen haben andere Kräfte im Straßenrap an Fahrt gewonnen, dominieren andere Epizentren als Berlin das Genre (Frankfurt/Offenbach, Köln, Hamburg). Aber der Zauber des Anfangs war ganz klar bei „CCN“ – auch deshalb sah man damals über viele menschenverachtende Zeilen locker hinweg. Es war neu, es war anders, es war, genau, eine Revolution. Alles Gute zum Geburtstag.

Prezident & Kamikazes kündigen „Leiden oder Langeweile“-EP an

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Eigentlich wollte Prezident zusammen mit den Kamikazes an seinem neuen Album „Limbus“ arbeiten, das kommendes Frühjahr erscheinen soll. Aber die sommerliche Hitze machte den Jungs offenbar einen Strich durch die Rechnung. So ganz untätig will man seine Zeit aber auch nicht verbringen, so dass nun kurzerhand eine EP in den Startlöchern steht.

Am 20. November wird „Leiden oder Langeweile“ über Whiskeyrap erscheinen. Einen ersten Vorgeschmack auf „Leiden oder Langeweile“ bietet der gleichnamige Titeltrack.“Leide oder Langeweile“ ist als Vinyl oder Free-EP erhältlich und kann hier bestellt werden.

Tracklist:

01 Drei Jahreszeiten (Prod. Jay Baez)
02 Leiden oder Langeweile (Prod. Jay Baez)
03 Flieger feat. Velix Recula & Elsta (Prod. Kamikazes)
04 Zwei Tage die Woche (Prod. Kamikazes)
05 Sturm im Wasserglas (Prod. Kamikazes)
06 Letztes Kapitel (Prod. Kamikazes)
07 Hilfe für Dich (Prod. Kamikazes)

Nimo – Bitter (prod. Jimmy Torrio) [Video]

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Nimo dürfte dem ein oder anderen etwas sagen. Vor kurzem wurde er bei 385ideal gesignt. Zurzeit ist er als Support bei der „Bonchance“-Tour von Celo & Abdi dabei, und ab nächsten Monat wird er auch Olexesh auf seiner „Strassencocktail“-Tour unterstützen. Eine gute Zeit um  langsam auch mal das erste eigene Video zu releasen. „Bitter“ heißt das gute Ding, produziert von Jimmy Torrio. Man mag ja denken, dass es so langsam nicht mehr weiter gehen könnte im Subgenre Straßenrap, doch Nimo überzeugt durch geschickten Stimmeneinsatz und nett gesetzte Reime. Textlich ist da zwar nicht viel neues zu holen, trotzdem ein recht überzeugendes Debüt.

End & Koolhy veröffentlichen Tracklist und Snippet von „Orbit“

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Vor einer Weile kündigten End & Koolhy mit dem Track „Orbit Ansage“ ihr neues Album „Orbit“ an. Nun liefern die beiden Ruhrpottler nach und veröffentlichen sowohl Tracklist als auch Snippet zum reinhören. „Orbit“ erscheint am 6. November über das Label Versunkene Fabrik.

In den letzten Jahren war es ziemlich ruhig um die beiden geworden, mit Ausnahme des Videos „Unbesiegbar“ mit Featuregast Devize. Der ist auch auf „Orbit“ vertreten, genauso wie Tatwaffe, Milla und Mo-Torres.

Tracklist
01 Vom Bordstein zum Mond (prod. Beat el Juice)
02 Der gleiche Traum (feat Tatwaffe) (prod. NecoRbeatz)
03 Roboter (prod. Prego Beatz)
04 Freiheit Interlude (prod. End)
05 Freiheit (prod. Hollywood Legend Beats)
06 Eine Sekunde (prod. Prototune)
07 Flashback (prod. Kinex)
08 Huckleberry Finn (feat. Milla) (prod. SBP)
09 Eismeer (feat. Devize) (prod. SBP)
10 Level zu Level (prod. Creepa)
11 Sandwolf (feat. Mo-Torres) (prod. Strong Symphony)
12 Orbit (prod. Platinum Sellers)
13 Vulkanasche (prod. SBP)
14 365 (prod. Creepa)

Was ich will: Mehr Frauen im Deutschrap [Kolumne]

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Wunschlos glücklich zu sein ist ein Zustand, der den wenigsten von uns gegeben ist. Wäre ja auch langweilig, so ganz ohne Träume und Wünsche. In unserer Kolumne “Was ich will” führen wir aus, was Deutschrap gut tun würde. Ganz subjektiv, nach Meinung des jeweiligen Autors, wie für eine Kolumne üblich: Anna Schulze wünscht sich, dass endlich mehr Frauen ins Deutschrap-Game einsteigen.

Missy Elliott, Lil‘ Kim, Queen Latifah, oder auch neuerdings Angle Haze, Iggy Azalea und co. – blickt man ins internationale Rap-Geschehen, so findet man rasch jede Menge namhafte Rapperinnen. Gut, über deren Skills, Realness und Qualität lässt sich streiten, aber das gilt für ihre männlichen Kollegen ja auch. Schaut man aber auf Deutschrap, so wird es schon schwieriger, auch nur einigermaßen etablierte Künstlerinnen auszumachen. Es hat den Anschein, als könne man für jedes grobe Genre innerhalb des Deutschraps nur eine handvoll Vertreterinnen aufzählen. Sokee für die politischen Themen, Naya Isso und Antifuchs für den Hipster-Rap, Cora E und Sabrina Setlur als Vertreterinnen der Oldschool-Riege und im Straßen/-Gangsterrap tummeln sich Schwesta Ewa, Kitty Kat und Lady Bitch Ray an der Bekanntheitsspitze. Selbst wenn ich hier nur ein paar der bekanntesten Rapperinnen aufzählen und im Untergrund noch eine weitere Handvoll aktiv ist, frage ich mich, wieso Deutschrap nicht noch mehr Rapperinnen eine Plattform bieten kann.

Genug Anwärterinnen gibt es sicherlich, doch irgendwie gestaltet es sich ziemlich schwierig als Künstlerin in diesem Genre Fuß zufassen. Deutschrap ist von Männern dominiert – soviel ist klar. Sowohl Artists als auch Fans sind weit über dem Durchschnitt männlich. Die Anzahl an weiblichen Fans ist in den letzten Jahren gestiegen und wird auch weiter ansteigen. Auf Konzerten oder Festivals sieht man immer mehr Besucherinnen. Wieso sind Frauen dann trotzdem lieber vor als auf der Bühne? Ich glaube das Problem liegt daran, dass die Deutschrap-Szene immer noch zu verschlossen ist. Möglicherweise ist es das klassische Gender-Ding: Rap ist tough, Rap ist maskulin, darum wird er ganz klar von Männern gemacht. Eigentlich will ich mich nicht auf diese Banalität beschränken, doch vermutlich steckt wirklich nicht viel mehr dahinter.

Wer sagt denn, dass Rapperinnen nur Themen anschneiden können, die lediglich Frauen interessieren? Das Argument zählt nicht: Weibliche Fans können sich ja scheinbar auch mit den Texten von Männern identifizieren.

Eine Schwesta Ewa beispielsweise strahlt so viel mehr Realness aus als manch männlicher Kollege. Tough ist der Umgang mit ihrer Vergangenheit in ihren Tracks. Maskulin? Nun ja, sie beweist auf jeden Fall, dass sie Eier hat. Image und Rapskills passen bei Ewa einfach zusammen. Sie ist eine der wenigen Rapperinnen, die im Deutschrap durchgehend akzeptiert wird. Vermutlich spielt ihr aber auch der Deal mit Alles oder Nix Records ein paar Bälle zu. Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten: Mit Ewa haben wir ein gutes Beispiel dafür, dass Frauen am Mic funktionieren können.

Doch irgendwie ist es schade, dass Frauen sich stets profilieren müssen, um überhaupt wahr genommen zu werden. Alle Rapperinnen durchlaufen eine Stereotypisierung. Die eingangs erwähnten Künstlerinnen lassen sich allesamt in eine Schublade stecken. Warum? Es gibt schließlich auch genug Rapper, die sich diesem ganzen auferlegten Image entziehen und trotzdem erfolgreich Musik machen. Von allzu vielen Rapperinnen scheint dieser Weg noch nicht gewählt zu  werden. Sicherlich gehört viel Mut dazu, seine eigene Musik zu veröffentlichen und sich Meinungen von außerhalb zu stellen. Insbesondere wenn man als Frau schon auf sexistische Kommentare gefasst sein muss. Ganz egal, wie die Musik tatsächlich ist, es wird auf jeden Fall ordentlich Hate bezüglich Aussehen, Outfitt, Figur etc. geben. Irgendwas lässt sich schon finden, an dem sich die intolerante Community hochziehen kann. Da wird sich dann halt lieber hinter einer Fuchsmaske versteckt oder hinter einem harten Image.

Das wohl beste Beispiel für Image-Rap ist Lady Bitch Ray. Sie provoziert durch pornografische Texte, was im Deutschrap nur eine Seltenheit ist, da diese von einer Frau stammen. Strebt aber zeitgleich eine akademische Karriere an und  promovierte über „Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs in Deutschland„. Das nenne ich mal Emanzipation! Lady Bitch Ray hat sich dafür entschieden, thematisch auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kollegen zu bleiben. Das mag in dem Fall recht amüsant sein, ist auf der anderen Seite aber das beste Exemplar für Aufmerksamkeit durch Provokation und Klischee – voilà Schublade.

Mehr Rapperinnen würden Deutschrap gut tun.  Künstlerinnen, die einfach Musik machen, ohne sich erst ein krasses Image zulegen zu müssen. Ich will keinen Moralapostel spielen und auch nicht die „Gender-Keule“ schwingen, aber so langsam ödet mich diese Intoleranz einfach nur an. Musik wandelt sich durch die unterschiedlichsten Einflüsse, wieso also nicht mal mehr Künstlerinnen die Chance geben das Game auf ein neues Level zu bringen?

Zugezogen Maskulin & LGoony – Füchse (live) [Video]

Ein paar Betonköpfe konnte man da knirschen hören: Zugezogen Maskulin und der deutsche Posterboy des Cloudrap (Unwort, schon klar) LGoony vergreifen sich doch tatsächlich am schönen, traditionellen Deutschrapliedgut. Ausgerechnet den Beginner-Klassiker „Füchse“ nehmen sich die drei her. Dürfen die das überhaupt? Solche Fragen stehen in good ol‘ Germany ja stets schnell im Raum. Um die Gemüter zu beruhigen: sie dürfen. Und sie tun es auch live, zum Beispiel in Düsseldorf. Im Publikum scheint niemand besonders empört gewesen zu sein. Na Gott sei Dank.

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