Start Blog Seite 1305

Kontra K – Labyrinth [Review]

2

Das „Labyrinth“ hat seine Pforten geöffnet – und wenn du fit genug bist, darfst du eintreten. Kontra Ks fünftes Soloalbum ist am Start und macht da weiter, wo „Aus dem Schatten ins Licht“ aufgehört hat. Motivationsmusik, die dich 69 min länger auf dem Laufband durchhalten lässt, als dein Körper eigentlich in der Lage zu ist. Sprich, der beste Moment um Kontra K zu pumpen, ist beim pumpen – oder irgendeinem anderen Sport – das war so und das bleibt auch so. Fakt ist, Major Payne könnte einen nicht besser motivieren als der Berliner Rapper und Kickboxer. Allerdings muss man im selben Atemzug deutlich machen, dass „Labyrinth“ bei weitem nicht darauf zu reduzieren ist.

Der Langspieler macht einen absolut runden Eindruck, wie man es nicht anders von Kontra gewohnt ist. Jeder Track ist ausbalanciert und kommt überzeugend daher – auch wenn die Themen meist miteinander verwandt sind. Eine musikalische Weiterentwicklung lässt sich jedoch erkennen. Kontra Ks Lebenseinstellung steht ja auch für alles andere als Stagnation. Natürlich bekommt „Kampfgeist“ Platz für einen dritten Teil auf „Labyrinth“ und diverse Lines, die dich dazu animieren sollen, deinen Grasbeutel im Klo zu versenken, deinen Arsch hoch zu kriegen und dich und deine Umwelt aktiv selbst zu formen, sind selbstverständlich auch vertreten, aber das gehört nun mal zu Kontra K wie die Liegestütze zum Training und macht unter anderem sein Alleinstellungsmerkmal aus.

Es lässt sich kein Track herauspicken, den man als schwächer einstufen kann. Kontinuität gehört halt ebenfalls zu den Stärken des Berliners. Bis zuletzt galt es immer, dass man Kontra K, wenn überhaupt, nur vorwerfen kann, dass er mehr aus sich und seiner Musik machen könnte, als er es tut. Und genau in diese Richtung wird ein großer Schritt mit „Labyrinth“ gemacht.

Nie wieder“ kommt beispielsweise als enorm selbstreflektierter Song daher, indem Kontra mit seinen Fehlern der Vergangenheit auf sehr persönliche Weise aufräumt. Solche Tracks erwartet man auf einem guten Soloalbum. Der Künstler soll sich auf gewisse Weise öffnen und ein Stück seiner Selbst in die Musik verpacken (siehe „Sohn“, der ebendiesem gewidmet ist). Und Kontra K wirft auf seinem Langspieler einiges ein:

Ich hasse den Mensch aufs Blut, doch würde für manche sterben.                                          Meine scheiß Vergangenheit, ein Haufen Scherben.                                                                         Mir geht es viel besser als damals, viel viel besser,                                                                    doch ganz ehrlich, ein kleines bisschen vermiss ich die Schmerzen.“ („Labyrinth“)

Da wie oben bereits festgestellt, keine wirklich schwache Anspielstation auf dem Album vertreten ist, fällt es ebenso schwer die besseren Tracks herauszukristallisieren. Insgesamt gibt es vier mit Features versehene Anspielstationen, was ein sehr gesundes Maß darstellt. Und natürlich ist „Gut Böse“ mit Raf Camora und Bonez MC ein absolutes Brett, aber auch Songs wie das eben zitierte „Labyrinth“ oder die visuelle Auskopplung zu „Ikarus“ stellen klare Highlights dar.

Rundum ein absolut gelungenes Album. Man schmeckt das Blut und den Schweiß von Kontra K beim Hören fast, er hat sich weiterentwickelt, bleibt aber gleichzeitig seiner Linie absolut treu. Wenn man die Message von K auf wenige Worte runterbrechen will, stehen da prägnante Worte wie Disziplin, Wille, Aufrichtigkeit und Selbstreflexion. Bisschen Old School vielleicht, aber auf jeden Fall eine konsequente Haltung.

Überblick 20. Mai: Kontra K, Milonair, Chakuza, Takt32, uvm

0

Was war am 20. Mai los im Rap-Game? Einiges. Wer nicht den Überblick verlieren will, kann in unserer Tagesübersicht checken, ob er etwas verpasst hat.

Kontra K – An deiner Seite [Video]

Kontra K präsentiert ein sehr extravagantes Video zum Track „An deiner Seite“. Das Video ist auf einer dafür angelegten Homepage zu finden und kommt mit einem hollywoodreifem Video daher: ein etwas älterer Herr treibt sich in einem Wäldchen herum, findet eine Leiche und versucht die Geschehnisse in der Nähe einer Hütte zu deuten. Bleibt die Frage, was zuvor geschah.

Milonair – Umsatz/ Hungrig (prod. Abaz/ Darko Beats) [Video]

Heute kommt Milonairs neues Album „Milominati„. Zeitgleich droppt der Hamburger das Splitvideo zu „Umsatz/ Hungrig„. Beide Tracks finden sich auch auf dem Album. Produziert wurden sie von Abaz und von Darko Beats, der auch für weitere Instrumentals des Albums zuständig ist.

Credibil – Augenblick (live) [Video]

Der Frankfurter Credibil veröffentlicht bei Facebook ein Video, in dem er „Augenblick“ live performt. Das Konzert ist ein Teil seiner ersten eigenen Tour, die sich logischerweise sogar „Die Ærste“ -Tour nennt und von rap.de präsentiert wird.

Chakuza – Dings (live) [Video]

Chakuza veröffentlicht mit „Dings“ den dritten visuellen Vorgeschmack aus seinem kommenden Album „Noah„. Diesmal wieder live und mit der Band im Rücken. Der Song kommt sehr atmosphärisch und verspielt rüber, textlich ist der Österreicher definitiv noch weiter gegangen als auf seinen Vorgängerwerken.

Takt32 feat. Dizzech – Alles wird gut (prod. Jumpa) [Video]

Takt32 veröffentlicht gemeinsam mit Dizzech die zweite Videoauskopplung seiner EP „Chimera“ mit dem Titel „Alles wird gut“. Dass alles gut wird, ist allerdings ironisch und kritisch gemeint: „Alles wird gut, auch wenn sie Grenzen weiter schließen, sie schützen dich vor Kriegen, liefern Waffen für den Frieden.

Milonair – Milominati [Review]

Unserem Autor Philis gefielen die vielen Features auf dem „Milominati“- Album von Milonair: „Seit Bekanntgabe der Tracklist weiß man, dass der Langspieler ungewöhnlich viele Features beinhaltet. Das bringt natürlich ordentlich Abwechslung rein, was hier auch meist funktioniert“. Ob ihm das genügt, könnt ihr in unserer Review lesen.

Dendemann – Sofa [Video]

Dendemann interpretiert „Mofa“ von Karate Andi neu: In der gestrigen Ausgabe von Jan Böhmermanns Show Neo Magazin Royale performte der Wahl-Hamburger seinen Track „Sofa„. Passend zu ihrem Hashtag der Woche fordert Dende eine Quotenbremse für die verschiedenen Reality-Shows, die im TV so laufen.

257ers: Neues Album „Mikrokosmos“ im Juli

Die 257ers haben ein neues Album namens „Mikrokosmos“ in den Startlöchern. Ein genaues Releasedate verrät ein bekannter Online-Shop auch schon: Am 1. Juli diesen Jahres soll das bereits fünfte Album, der drei Selfmade-Künstler Shneezin, Maik und Keule erscheinen.

 

Tatwaffe droppt Mixtape „Tatzeit“ als Freedownload

Tatwaffe, seines Zeichens Member der Rapformation Die Firma, droppt sein Mixtape „Tatzeit“ als Freedownload. Damit soll auf das anstehende Firma-Release „Sternenklar“ aufmerksam gemacht werden. Das Tape „Tatzeit“ kannst du hier kostenlos laden.

Wendja – Vermessung der Welt [Video]

Wendja droppt den Track „Vermessung der Welt„. Der Song fungiert gleichzeitig als Teaser zu seinem neuen Album „Poet & Prolet„, welches am 19. August erscheinen wird. Auf einem Instrumental, das sich soundtechnisch irgendwo zwischen Seeed und Pop bewegt, singt und rappt der Österreicher über die verschiedenen Maßeinheiten, die in der Welt so kursieren.

Kong – Massoud (prod. Vecz) [Video]

Kong veröffentlicht ein Video zum Track „Massoud“. Im Song wird die Flüchtlingsproblematik behandelt, zu der Kong konkrete Stellung nimmt: „Jeder Mensch hat das Recht glücklich zu werden und nicht durch eine AK-47 zu sterben. Vielleicht nehmen wir es uns künftig zu Herzen, wer Waffen säht, wird Flüchtlinge ernten.“ Produziert wurde das Ganze von Vecz.

Tatwaffe droppt Mixtape „Tatzeit“ als Freedownload

0


Tatwaffe, seines Zeichens Member der Formation Die Firma, droppt sein Mixtape „Tatzeit“ als Freedownload. Damit soll auf das anstehende Solo-Release „Sternenklar“ aufmerksam gemacht werden. Auf dem Mixtape finden sich vorwiegend ältere Tracks, zusammengestellt von DJ Easy.

Seit ihrem letzten Album, „Das sechste Kapitel“ aus dem Jahr 2010, gab es kein gemeinsames Release der Firma mehr. Tatwaffe brachte zuletzt 2014 sein Album „Volltreffer“ raus. Das Tape „Tatzeit“ kannst du auf VersunkeneFabrik.com kostenlos laden.

Download: DJ Easy präsentiert: Tatwaffe – Tatzeit (Mixtape)

Dendemann – Sofa [Video]


Dendemann interpretiert „Mofa“ von Karate Andi neu: In der gestrigen Ausgabe von Jan Böhmermanns Show Neo Magazin Royale performte der Wahl-Hamburger seinen Track „Sofa„. Passend zu ihrem Hashtag der Woche fordert Dende eine Quotenbremse für die verschiedenen Reality-Shows, die im TV so laufen. So wird aus AndisBring deine Tochter, ich mach ihr ein Kind/ Ich fahr’ Mofa und die Popelbremse flattert im Wind“ kurzerhand „Hol dein Vatta, ich sach ihm sein Kind/ hängt auf dem Sofa, guckt Schwachsinn und stinkt“.

Milonair – Milominati [Review]

2

Milonair schreibt das nächste Kapitel seiner ganz persönlichen Erfolgsgeschichte. Als Flüchtling aus dem Teheran gekommen und in Hamburg-Bergedorf aufgewachsen, gilt der gebürtige Iraner mittlerweile als fester Bestandteil der Rapszene. Erste überregionale Bekanntheit erreichte er an der Seite von Haftbefehl bei dessen Über-Hit „Chabos wissen wer der Babo ist“ – von da an ging’s steil bergauf: Signing bei den Azzlacks, Debüt-Soloalbum „AMG“ releast 2014; und nun kommt sein zweites Werk „Milominati“ an den Start – das wahrscheinlich am stärksten mit Featureparts durchzogene Album des Jahres, zumindest bis heute, also Ende Mai.

Als erstes fällt mir die gute Produktion des Langspielers auf. Das ist aber auch keine Überraschung bei den Azzlacks, da die Jungs grundsätzlich für ausbalancierten, hochwertigen Sound stehen und hier u.a. Abaz, Darko Beats & Melbeatz mitgewirkt haben – hohes Niveau ist quasi garantiert. Soundtechnisch kann man also schon mal den ersten Haken hinter machen – produktionstechnisch ein sehr ansehnliches Gesamtergebnis .

Der berüchtigte rote Faden von „Milominati“ ist auch durchaus erkennbar, aber nicht besonders überraschend. Milo fickt deine und meine Freunde problemlos weg, dealt auf Kilomaß, macht lila Scheine und natürlich erliegt ihm auch jede Bitch. Und dabei ist völlig egal, um wessen Schwester, Tante oder Mutter es sich handelt, der Perser klärt sie alle. Ja, wirklich alle. Ach ja, und wenn’s mit der Musik nicht klappt, werden halt wieder Beutel im Park vertickt. Natürlich sind das vollkommen legitime Straßenrap-Inhalte – keine Kritik an dieser Stelle dafür – eine durchaus gängige und solide Spur, die man durchaus fahren kann. Man kann auch gute Mucke machen, ohne das Rad a la RAF Camora fast neu erfinden zu müssen. Und jetzt kommt das Aber – irgendwie wirkt die Thematik auf „Milominati“ zu wenig plastisch. Alles ordentlich rough, aber sticht halt nicht aus dem mittlerweile riesigen Pool dieses Subgenres hervor. Textlich ist „Milominati“ durch seine Plattheit also weniger überzeugend.

Seit Bekanntgabe der Tracklist weiß man, dass der Langspieler ungewöhnlich viele Features beinhaltet. Das bringt natürlich ordentlich Abwechslung rein, was hier auch meist funktioniert. In der Gesamtheit aber verliert „Milominati“ durch die Überfülle an Features ein bisschen die persönliche Note. Manche Featurparts werten die Tracks dafür immerhin nicht zu knapp auf.

Dieses Dasein“ ist einer der stärksten Tracks auf dem Album, was aber auch keine Überraschung ist, da Labelboss Haftbefehl höchstperönlich hier als Feature in Erscheinung tritt und niemand geringeres als Melbeatz als Produzentin verantwortlich zeichnet. Neben der starken Produktion und dem stabilen Hafti-Part überzeugt auch Milo hier auf ganzer Linie und bringt einen etwas persönlicheren Flair rein, der absolut authentisch und nicht überspitzt rüberkommt, wenn er von seiner Jugend erzählt: „Mir fiel auf, dass nich´ nur Bullen zu uns anders sind/ mir wurde klar, es wird nicht leicht als Asylantenkind.“

Selbiges gilt hier natürlich auch für den Offenbacher. Dazu kommt eine Hook, die einfach im Ohr bleibt, obwohl sie von einem Kinderchor gesungen wird; muss also nicht zwangsläufig unpassend wirken. Hier wurde auch der Zeitgeist – Stichwort Flüchtlinge – gut getroffen, was Milo ja aus erster Hand erzählen kann. Allerdings hätte man da mehr draus machen können, was schon etwas schade ist, da hier inhaltliches Potential vorhanden war und gerade dieses Manko im Album etwas revidieren hätte können.

Natürlich darf auf dem Album auch ein Kiffertrack nicht fehlen. Den bringt das Weed-Affine Azzlack-Signing passenderweise zusammen mit Mosh36 und Olexesh auf die Platte. Auch hier fällt die nahezu perfekte Produktion auf. S/o an Darko Beats an dieser Stelle, der einige Bretter geliefert hat, die das Album ordentlich aufwerten (siehe auch „Alle spucken Töne“ mit Manuellsen). Insgesamt gehört die Anspielstation „Knolle für Knolle“ mit Mosh und Olex auch zu den stärkeren Tracks auf „Milominati“. Dazu tragen aber auch einfach straighte Lines wie „Check die Crip-Walk-Melodie/ das ist die Big-Bong-Theorie“ bei.

Fake Rap“ gilt es auch nochmal hervorzuheben. Der Savas-Part ist einfach nur einnehmend und doppelt zu unterstreichen. Das ist der King of Rap himself in Spieltagform. Die Features sind insgesamt trotz ihrer Fülle eine Bereicherung für „Milominati“, was erstmal nicht für Milo selbst spricht. Auch Sido, der die letzten Jahre ja gerne mal mittelmäßige Featureparts abliefert, überzeugt in „Hungrig“.

Insgesamt macht das Album einen akzeptablen Eindruck, ist aber kein Werk, dass mir länger in Erinnerung bleiben wird. Produktion und einige starke Features stehen auf der Pro-Seite – Milos Solotracks kommen dagegen nicht überzeugend daher. Dazu kommt eine fehlende Message bzw. irgendeine greifbare Kernaussage. Mehr als Mittelmaß bleibt so unterm Strich nicht.

Kong – Massoud (prod. Vecz) [Video]

0

Kong veröffentlicht ein Video zum Track „Massoud“. Im Song wird die Flüchtlingsproblematik behandelt, zu der Kong konkrete Stellung nimmt: „Jeder Mensch hat das Recht glücklich zu werden und nicht durch eine AK-47 zu sterben. Vielleicht nehmen wir es uns künftig zu Herzen, wer Waffen säht, wird Flüchtlinge ernten.“ Produziert wurde das Ganze von Vecz, der gemeinsam mit Kong das Produzenten-Duo Die WG bildet. Die beiden bekamen bei Rap am Mittwoch ein Producer-Special.

Chakuza – Dings (live) [Video]

Chakuza veröffentlicht mit „Dings“ den dritten visuellen Vorgeschmack aus seinem kommenden Album „Noah„. Diesmal wieder live und mit der Band im Rücken. Der Song kommt sehr atmosphärisch und verspielt rüber, textlich ist der Österreicher definitiv noch weiter gegangen als auf seinen Vorgängerwerken.

Anfang April hatte der österreichische Ex-Berliner sein neues Album angekündigt und sowohl Tracklist als auch Cover und Releasedate verraten. Demnach erscheint „Noah“ am 10. Juni. Das Album wird über sein Label Four Music vertrieben. Zuvor veröffentlichte Chakuza mit „Wien“ die erste Video-Auskopplung und mit „Winterschlaf“ das erste Live-Video aus seinem kommenden Album.

Credibil – Augenblick (live) [Video]

0

Der Frankfurter Credibil veröffentlicht bei Facebook ein Video, in dem er „Augenblick“ live performt. Das Konzert ist ein Teil seiner ersten eigenen Tour, die sich logischerweise sogar „Die Ærste“ -Tour nennt und von rap.de präsentiert wird.

Im letzten Oktober veröffentlichte Credibil sein Debütalbum „Renæssance“ und schaffte sich damit einen Status als ‚Kritikerliebling‘. Die Review von unserem Chefredakteur Oliver Marquart liest du hier.

Featured