Sylabil Spill unterstützt junges Sportlerteam und wird rassistisch bepöbelt

Rassismus in Social-Media-Netzwerken ist allgegenwärtig und trauriger Alltag. Auch Protagonist*innen im Deutschrap sind immer wieder Opfer verbaler rassistischer Attacken. Jüngstes Beispiel eines besonders niederträchtigen Angriffs ist der Rapper Sylabil Spill. Dieser veröffentlichte am vergangenen Sonntag den Screenshot einer Nachricht, die er via Instagram erhalten hat. Im Inhalt der Nachricht wird nicht nur Sylabil Spill für sein Engagement bezüglich seines Projekts „Tracksrunner“ zutiefst rassistisch beleidigt, der Absender macht selbst vor den jungen Athlet*innen, die der Rapper fördert, nicht halt und attackiert diese verbal. Bei Tracksrunner handelt es sich um ein junges Team aufstrebender Leichtathleten, die Spill fördert und in ihren sportlichen Ambitionen unterstützt.

 

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Weil ich sage abonniert @tracksrunner und helft Kids mit Sportambitionen.

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Nachrichten mit rassistischen Anfeindungen seien für den Musiker leider alltäglich, berichtet Sylabil Spill auf Nachfrage. Doch der menschenverachtende Inhalt dieser Nachricht habe ihn besonders schockiert, sauer und traurig zugleich gemacht:

„Ich bin schockiert gewesen, wie jemand es übers Herz bringen kann, solche Äußerungen zu tätigen. Ich war sauer, denn diese Person greift nicht nur mich, sondern auch unschuldige Kinder an. Ich war traurig, denn sowohl die Kinder als auch ich sind Teil dieser Gesellschaft. In der Gruppe befindet sich sogar eine Athletin, die kurz davor steht, in die deutsche Nationalmannschaft aufgenommen zu werden. Sie würde dann in Zukunft bei Wettkämpfen das Trikot für Deutschland tragen und obwohl sie in Deutschland geboren ist, wird sie mit solch rassistischen Beleidigungen konfrontiert!“

Sylabil Spill hat die Identität des Absenders übrigens nur deshalb anonym gehalten, da es in der Vergangenheit bereits zu Verwarnungen und Androhungen der Sperrung seines Profils von Seiten Instagrams‘ gekommen sei, als er die Profile der Absender von rassistischen Nachrichten unzensiert öffentlich machte. Obwohl sich der Angreifer in sicherer Anonymität wiegen darf, entschloss sich der Rapper die Nachricht trotzdem zu veröffentlichen, um damit darauf aufmerksam zu machen, dass Rassismus auch 2020 immer noch allgegenwärtig ist.

„2020 – Nothing changed!“

Des Weiteren übt der Rapper Kritik an unserer Gesellschaft, in der er das Gefühl hat, dass deren Mitglieder nach seinen eigenen Worten teils nur noch „Barcodes“ seien. Followerzahlen und Reichweiten auf Social-Media eine größere Rolle spielten als soziales Engagement und Unterstützung von Hilfebedürftigen.

„Die Hemmschwelle gegenüber Ignoranz ist gesunken.“

Es sei zwar frustierend, dass er mit seinem Engagement für sein Projekt „Tracksrunner“ zum Teil auf Desinteresse stößt, Sponsoring-Anfragen reihenweise abgelehnt werden und zusätzlich für seine Mühen auch noch rassistische Beleidigungen erhält, aber er werde  weiterhin alles, was in seiner Macht steht, für seine Nachwuchssportler*innen geben. Spill wisse aus eigener Erfahrung, dass Sport dazu beitragen könne, Anerkennung und finanzielle Unabhägigkeit in einer Gesellschaft zu erreichen, in der man auf anderen Ebenen aufgrund der Herkunft, Hautfarbe oder Religion ungerecht behandelt wird.

Das Projekt „Tracksrunner“ ist ein vom Bonner ins Leben gerufenes Projekt, mit dem er  zum einen junge Nachwuchssportler*innen fördern möchte, die sonst keine oder ungenügende Unterstützung erhalten.Außerdem möchte er mit seinem sozialen Engagement erreichen, dass die Kinder und Jugendlichen durch ihren Fokus auf die sportlichen Aktivitäten nicht auf die schiefe Bahn geraten. Ferner hat das Projekt einen integrativen Charakter und soll Kinder und Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten und Kulturen durch den Leistungssport zusammenbringen.

Trotz prominenter Unterstützung aus der Deutschrap-Landschaft, gestaltet sich die Suche nach Sponsoren für das Projekt mehr als schwierig und die finanziellen Mittel sind knapp. Derzeit werden vor allem Gelder für die Trainingsausrüstung der talentierten Athlet*innen und für ein geplantes Trainingslager benötigt. Aus diesem Grund hat Sylabil Spill eine Crowdfunding-Kampange gegründet. Unter diesem Link kann man das Herzens-Projekt des Bonners finanziell unterstützen.

 

4 KOMMENTARE

  1. Seid doch wenigstens mal ein wenig kreativ. Nennt den Artikel doch einfach:

    „Rassistischer Volljockel kann Tastatur bedienen – Schwarzer Rapper traurig“

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