Xatar zeigt Größe: Frieden statt Beef mit KC Rebell

In einem ausführlichen Statement auf Facebook gibt sich Xatar versöhnlich und erklärt, er werde keine Antwort auf KC Rebells Disstrack von vergangenem Jahr mehr folgen lassen. Das ist mutig, konsequent und vor allem gut für Rap – ein Kommentar von Oliver Marquart.

Xatar zeigt Größe. „In einer Zeit voller Krieg, Gewalt und Terror übernehme ich jetzt die Verantwortung und sage: Frieden!“, erklärt er in einem ausführlichen Facebook-Post mit Blick auf einen möglichen Disstrack gegen KC Rebell.

„Wann kommt dein Diss-Song gegen KC, Xatar? Das fragen mich die Hater und diejenigen, die heiß auf Stress sind, solange es sie nicht selbst betrifft.“ Seine Antwort: Niemals.

Diese Entscheidung verdient jeden Respekt. Anstatt die Erwartung vieler Fans zu bedienen und die Auseinandersetzung mit KC weiter eskalieren zu lassen, zieht Xatar die Notbremse. Wohl wissend, dass es promomäßig natürlich mehr gebracht hätte, wenn er gewantwortet hätte.

Damit stellt sich Xatar gegen einen Trend. Er scheißt auf die nicht nur, aber auch im Deutschrap weitverbreitete Sensationsgeilheit vieler Fans, die sich weniger für einen guten Song interessieren als für Gossip.

„An alle kleine Hetzer, die darauf warten, dass ich disse und beleidige und töte! Ihr wartet vergebens“, erklärt Xatar. Statt auf kurzfristige Klicks und Likes setzt er auf eine langfristige Message: „All meinen Fans und allen Jugendlichen, die diesen Beef verfolgen, sage ich: Frieden!“

Nein, damit verkauft man keine Alben. Damit bekommt man auch nicht so viele Klicks wie mit einem Disstrack. Aber damit wird Xatar verdammt noch mal seiner Verantwortung gerecht.

Denn der Beef mit KC hatte offenbar bereits jegliche Rap-Grenze überschritten – auch wenn man auf die „Berichterstattung“ der Boulevard-Presse, die aus der Angelegenheit einen „Rapper-Krieg“ konstruieren wollte, nicht viel geben sollte.

Eine Eskalation wie in den USA der Neunziger, als erst 2Pac und dann Biggie erschossen wurden, braucht wirklich niemand. Okay, klar, einige Leute würden sich vermutlich darüber freuen, wenn deutsche Rapper ihren immer persönlicher werdenden Disstracks auch (Gewalt-)Taten folgen lassen würden. So wie es Leute gibt, die sich über Trumps chaotische Präsidentschaft freuen. Einige Leute wollen eben die Welt brennen sehen. Gut, dass Xatar nicht auf deren Wünsche eingeht.

3 KOMMENTARE

  1. Ich denke das war die beste Entscheidung die Xatar treffen konnte. Mit einem Disstrack wäre er nie an die Leistung von KC Rebell gekommen und es wäre wie damals der Diss von Kayone, ganz nett aber eigentlich langweilig.

  2. Beef über Interviews und social Media starten und austragen, Disstracks mit Werbung fürs Album raushauen, immer wieder öffentlich sticheln und dann Leute für Sensationsgeilheit haten und einen auf Community, ehrenvoll usw machen. Dafür dann von den arschkriechenden Hiphop Medien noch Respekt ernten.
    Was für ein erbärmliches Schmierentheater! Typisch für Deutschrap, wo scheinbar zurückgebliebene einen auf Ehrenmänner machen!

  3. Wenn man sich einmal die ganzen bekannten Protagonisten der Deutschrap-Szene anschaut, das sind ja allesamt nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Geburtstagstorte. Gewaltverherrlichendes Schwarz-Weiß-Denken, Materialismus, stumpfe Ansagen, plumpes Rumgedisse, dumme Proleten in ihrer selbstgewählten ewigen Opferrolle und grenzdebile Homophobie sind ja nun einmal an der Tagesordnung. Je älter ich werde, desto weniger Bock habe ich auf fast alle sogenannten Künstler.

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