Mädness – Cool Remix by Rocko

Als Ausnahmetalent bezeichnen sich viele in ihren Künstlerbiografien und bei den wenigsten mag es stimmen. Eins kann man dem gebürtigen Hessen Mädness allerdings nicht absprechen: dass er nicht am Ball geblieben ist. Seitdem er vor 10 Jahren erste Auftritte bei Jams ablieferte und zwischenzeitlich als Back-Up MC für Olli Banjo fungierte, ist viel Zeit vergangen. Nach diversen Features, unter anderem auch mit dem Rostocker Marteria aka Marsimoto, möchte Mädness das Game nun endgültig übernehmen und releast am 6. November "Zuckerbrot & Peitsche". Ob es ihm gelingt, wissen wir nicht. Trotzdem haben wir dem Darmstädter die ein oder andere Frage gestellt. Unter anderem wollten wir wissen, wie es denn eigentlich so ist, wenn man einen Song mit Flowin immo aufnimmt. Einen exklusiven Remix des Tracks "Cool" gibts auch noch obendrauf. All das hier, auf räp.de.
 
Du sagst, dass du keinen Kompromisse kennst. Angenommen, Rap existiert ab morgen nicht mehr: Was machst du dann?
Dann geh ich wie bisher studieren und arbeiten. Diese Kompromisslosigkeit ist ja nur auf Rap bezogen. Die Frage ist auch, ob es ohne Kompromisslosigkeit überhaupt Rap gäbe. Jedenfalls wollen wir den Teufel mal nicht an die Wand malen und hoffen, dass Rap morgen noch lebt: Obwohl mir auch zu Ohren kam, dass Rap schon lange nicht mehr existiert.
Hast du das Gefühl, dass du ein bisschen von der breiten Rap-Öffentlichkeit übergangen wirst?
Ja. Trotzdem kann und sollte man vor allen Dingen auch nichts erzwingen. Ich hau einfach meine Musik raus und freue mich über positive Resonanz, wie sollte es auch anders sein. Dennoch habe ich meiner Ansicht nach im Vergleich zu der musikalischen Qualität anderer Künstler und deren öffentlicher Wahrnehmung mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber wenn das nicht sein soll, ist das eben so. Ich kann keinem meine Musik aufzwingen.
Mochtest du eigentlich Madness, die Ska-Band?
Ich war nie ein Fan und bei meiner Namensentstehung spielte Madness auch keine Rolle. Ich finde die Musik nicht schlecht, höre sie mir aber auch nicht an. Dennoch habe ich einen Beat von den Jungs in mein Liveset mit eingebaut, wenn man so will als Tribut.
Dein Album heisst "Zuckerbrot und Peitsche". Wer hat deiner Meinung nach die Peitsche verdient?
Jetzt wollt ihr Namen hören, ne? Tja, im Prinzip richtet sich die Peitsche nicht gegen Rapper sondern gegen den Mensch der sich hinter jedem einzelnen verbirgt. Schlechten Rap geb ich mir einfach nicht. Punkt. Rapper können mich musikalisch enttäuschen, alles kein Ding. Aber wenn mich Rapper menschlich enttäuschen, weil sie respektlos und hinterfotzig handeln, gibt’s die Peitsche. Diejenigen, die ich damit meine, wissen schon Bescheid.
Du hast mit Flowin Immo einen song aufgenommen. Wie ist das eigentlich so, mit ihm ein Lied zu machen? Macht das Spaß?
Grundsätzlich war unser Treffen eine erfrischende Erfahrung für mich. Unsere Herangehensweise, einen Song zu machen, unterschied sich zu diesem Zeitpunkt. Was dabei heraus kam, ist ein sehr unkonventioneller, experimenteller jedoch stimmiger Song. Immo ist ein Original und hat viel zu erzählen, da er, was Rap angeht, eben auch schon viel gesehen hat. Ich habe mir kurz nach unserem Treffen ein Konzert von ihm angeschaut und war schwer beeindruckt, von einem sehr talentierten und freien Künstler.

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