Perser & Summer Cem – Ghetto Kanacke

Es gibt wohl kaum Begriffe im allgemeinen Straßenrap-Umfeld, die häufiger verwendet werden und damit klischeebehafteter sind als „Ghetto“ und „Kanacke“. Trotzdem sollte man sich von unserem MP3-Exclusiv der Herren Summer Cem und Perser nicht abschrecken lassen. „Ghetto Kanacke“ ist ein durchaus lustiger Track geworden und auch Punchline-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Weil es so schön ist, haben wir dann auch noch gleich ein Kurzinterview mit dem Kölner und dem bisher eher weniger bekannten Mannheimer geführt. Viel Spaß.
Perser, während Summer Cem dem ein oder anderen aus dem German Dream bzw. Ersguterjunge-Umfeld wahrscheinlich ein Begriff ist, bist du bisher weniger präsent gewesen. Stell dich doch mal all jenen vor, die dich noch nicht kennen.
Perser: Ich heiße Perser, bin 18 Jahre jung, komme aus Mannheim, bin in Tehran/Iran geboren und mit meiner Familie nach Deutschland geflüchtet. Was Rap angeht bin ich sowas von hungrig, ich werde die komplette Szene auf den kopfstellen, macht euch auf was gefasst! Gut das sagt eigentlich jeder Newcomer, aber mir müsst ihr das einfach glauben…
Die Begriffe „Ghetto“ und „Kanacke“ sind ja beide sehr klischeebehaftet. Was versteht ihr darunter?
Perser: Als Kanacke wurden wir früher beschimpft von den älteren Leuten, besonders im Asylantenheim waren wir den Leuten ein besonderes Dorn im Auge. Alter, warum sich aufregen und seine kostbare Zeit verschwenden, ich persönlich seh das ganze dann mit Humor und spiele mit den Vorurteilen der Leute, und das ganze kommt relativ gut an. Wenn mich heut jemand mit Kanacke anspricht, wird er ein breites stolzes Grinsen sehen …
Mit Selfmade als aktuell erfolgreichstem Deutschrap-Indielabel scheint die Zeit von NRW gekommen zu sein. Wie würdet ihr den Rapstil dieser Region im Gegensatz zu beispielsweise Berlin oder Frankfurt einordnen? Kann man das überhaupt?
Perser: Ich persönlich komme aus Mannheim, allerdings ist es beachtlich was die Brüder aus NRW grade auf die Beine stellen. Der Rapstil der Jungs aus NRW und auch allgemein der neuen Rapgeneration ist halt sehr innovativ, Rap hat sich entwickelt. Doppelreime, Punchlines das gehört alles dazu. Man sollte auch nicht vergessen, dass die meisten Konsumenten auch selber rappen  deshalb auch nicht jeden Scheiß annehmen, was auf den Tisch kommt. Übrigens die Line mit „Alphagene“ im Track ist definitiv nicht an Kollegah gerichtet, das haben viele falsch verstanden.
Summer, wie sieht es mit deiner aktuellen Labelsituation aus? Du warst, ebenso wie Eko Fresh, bei Ersguterjunge. Jetzt hat sich dieser aber im Streit von Bushido getrennt… Was ist da vorgefallen und welche Rolle hast du dabei gespielt?
Summer Cem: Also es sieht wie folgt aus, ich bin bis November bei Debitel gesignt, kann mir aber auf jeden Fall vorstellen danach meinen Provider zu wechseln und bin somit offen für Vertragsgespräche… Zur Situation von Eko kann ich nichts sagen, da müsst ihr ihn selbst fragen. Aber was ich euch zu 100 % sagen kann ist, dass mein Album kommen wird. Egal ob Finanzkrise oder Schweinegrippe, es wird kommen…
Was wird in Zukunft von euch beiden zu hören sein?
Perser: Vorerst nichts denke ich. Ich werde mich auf mein nächstes Solo-Album konzentrieren, was etwas komplett neues sein wird. Es wird Straßenrap mit Niveau sein und damit mein ich nicht irgendwelche zehnfach Reime, sondern vom Inhalt her soll das Ganze viel mehr fülle haben als alles, was bisher dagewesen ist.

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