Ey Alder voll krass, muss dir dringend was erzählen. Komm ich letztens so voll gut gelaunt nach hause – verstehst du so krass smooth um die Ecke, ey und: hab Post im Briefkasten. Übrigens die Tuse von gestern Abend, die war ja der Hammer…, aber weiter im Text: also Post aufmachen, war ne CD drin, gleich ma eingeworfen, weil is Tony Touch, verstehst du? Tony Touch. Der Piece Maker 2, weil da gabs ja schon mal eine, deswegen jetzt zwei. Echt krass, so „New York Is Our Hometown“ und so, einfach voll krass Tony Touch. Und der hat Bad Boy P-Diddy dabei. Und überhaupt, Redman ist am Start, Erick Sermon – weißt du noch wie krass die beim Splash waren? Ey ja logisch, geil halt. „How You Want It“ heißt die Hammer-Kollabo, hat auch der Sermon selbst produced, wasn Brett! Außerdem die Scratches im Refrain – echt Amok – ich glaub so „Ah Yeah“ Teile. Okay, die gibt’s schon ewig, willst du jetzt sagen, aber krass halt Tony Touch, verstehst du? Und es geht weiter, kannst du nicht glauben? Doch Alder, Wort drauf, Hammer Line Up. Fat Joe, Nore und der JuJu von den Beatnuts auf einem Track („Capicu“)! Echt Hammer, hat der JuJu gebaut, das Teil, echt fett, okay is nich so richtig der Shit, aber eben Beatnuts Alder verstehst Du? Beatnuts!
Ja ja, ich kenn doch diesen Blick und dieses dumme Grinsen, weiß schon ganz genau, was du jetzt sagen willst. So von wegen „hat ja nur die großen Namen drauf, so von wegen Kohle machen durch Big Names“. Ey Chef, das siehst du komplett falsch. Klar gibt es das Ding mit Sean Paul („Ay Ay Ay“), aber sei mal ehrlich, wenn der bei dir auf nen Beat will, würdest du es ablehnen? Oder Raekwon, Method Man und U God auf „Rock Steady“, das sind halt die Wu-Tanger, die müssen drauf! Aber kuck dir das an: Hier ist Large Professor, Pete Rock und Masta Ace zusammen auf einem Joint („Out Da Box“), und das Teil das rockt. Oder das hier: Slick Rick!! Jawohl, richtig gehört, genau der und niemand anderes. Slick Rick hat „Trouble On The Westside Hwy“. Wenn das mal nicht nen Statement ist, hä? Ach so eins noch: Dead Prez sind auch am Start („Touch1 – Touch All“). Da is wohl alles geklärt, oder? Spar Dir also diese dämlichen Kommentare… Aight, Peace.
Ich finde es langweilig. Richtig langweilig. Bis auf wenige Ausnahmen. Obwohl, sogar lachen musste ich mal: die Battle Skits Part I und II mit MC Yo und MC Check It.
Tony Touch – The Piece Maker 2
Halbe Hemden – Wie Im Wahn EP
Manche essen gerne nen halben Hahn, andere hingegen bevorzugen ganze Tiere. Es gibt auch welche, die machen nur halbe Sachen. Andere wiederum können von „gefährlichem Halbwissen“ berichten. Und in Rostock, da gibt es Leute, die nennen ihre Band Halbe Hemden. Derer gibt es gleich drei, nämlich Atse.x und Henry d. Syllables am Gesang und Orwo Magnetic an der Rhythmussektion. Ein Blick auf das Plattencover belegt, dass die Herren von der Ost(See)Küste nicht gerade gebaut sind wie LL Cool J, da macht der Name Sinn. Ein anderer Blick auf das Plattencover zeigt, dass selbige Band sich wohl außerdem nicht zu ernst nimmt, denn das, was man sieht, hat eher den Charme einer Rockband im Proberaum als den einer HipHop Band. Aber dies kann ja nur positiv sein. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Trotz aller Leichtigkeit werden hier keine Halben Sachen präsentiert. So handelt es sich bei dem Label, auf dem die Scheibe erscheint, mit KasabiTunez um ein unabhängiges aus Rostock. Hier widmet man sich seit 2002 eifrig dem Release von Tapes (siehe PitRock/ Nervenkitzel– Review), und jetzt stehen auch die schwarzen Scheiben an – und das alles in Eigenregie.
Klangtechnisch geht es eher Richtung synthetischere Sounds, wie zum Beispiel der Opener „Na, wie geht’s?“. Man sagt hallo, stellt sich vor und gibt gleich noch nen Überblick darüber, wie es andere so tun („Es ist normal/ man gibt fünf oder Lichthupe/ man kommt mit Salz und Brot/ oder mit Schnittblume“). Mein persönlicher Favorit ist der „Human Zoo“ mit breiter Fläche und spärlich gesetzter, aber sehr smoother Gitarre. Auch der Text hat einiges zu bieten: „Es geht tierisch ab/ und du willst wissen wo/ überall denn die Welt ist nen Zoo/ Alle benehmen sich wie die Tiere/ is doch so/ Du musst nur ma kucken/ und dann findest du auch dich im Zoo“ – und um das zu belegen, gibt es lauter Wortspiele mit Tiervergleichen (z. B. „Sogar die Kinder der schwarzen Schafe sind kleine Biester/ man wirft Perlen vor die Säue/ und züchtet sich Schweinepriester“) – sehr schön das. Andere Reimer reden ja gern davon, andere bzw. anspruchsvolle Texte zu machen, hier wird es einfach gemacht.
Ordentlich Zug ist dann im letzten Stück drin: ein Synthie-Bass treibt das Ding nach vorne. „Wollt Ihr mehr?“ heißt es, und die Frage kann gleich beantwortet werden: Ja, bitte.
Jihad-Rap?
Nachdem die Diskussionen um HipHop als Rattenfänger-Instrument deutscher Rechtsradikaler etwas abgeflaut sind, sehen wir uns heute mit der Meldung der Kollegen vom Online-Magazin Telepolis konfrontiert, Rap werde nun auch von Islamisten als Meinungs-Multiplikator eingesetzt. So schlägt ein v.a. im Internet verbreitetes Video hohe Wellen, in dem ein britischer Moslem seinen Song „Dirty Kuffar“ vorträgt – und in martialischer Vortrags- und Bildästhetik zur Unterstützung der arabischen Brüder gegen die US-Amerikaner aufruft.
Checkt die Links links neben dem Text (unter „Mehr zum Thema“) und macht euch selbst ein Bild… und hoffen wir, dass dies ein unrühmlicher Einzelfall bleibt. Inshallah.
Busta spielt auf dem Splash! Festival
Busta Rhymes kommt nun definitiv (zumindest wurde sein Auftritt bestätigt und wir schauen forward und verharren der Dinge) zum Splash!-Festival nach Chemnitz und ein Jeder, der den Entertainer vor`m Herrn Ende letzten Jahres nicht live gesehen haben sollte, kann das im – hoffentlich sehr, sehr bald kommenden – Sommer nachholen. Ebenso angekündigt wurden bisher noch: u.a. Curse, Chico, IAM, Zombie Squad, Max Herre und in Sachen Soundsystemkultur: Pow Pow Movement, Sentinel, Supersonic, und Soundquake. Das wir ein Fest!
Selecta G. – Tunes! Your Favourite Dancehall Cuts 2003
Wie gern kauft man sich am Ende eines Jahres Magazine, mit Bildern des selbigen und allen politischen und wirtschaftlichen Superkatastrophen, auf einen Blick und in Bruchteilen zusammengefasst. Gern auch nimmt man an diversen Leserpolls teil, um ein für alle mal klar zu machen, wer im letzten Jahr gerulet hat und wer so überhaupt gar nicht.
In musikalischer Form sieht das dann zum Beispiel so aus wie die CD Tunes! Your Favourite Dancehall Cuts 2003 – zusammenselektiert und gemischt von Selecta G. – im Mixtape Format.
Du hast wieder mal vergessen, dir alle Riddim-Sampler und die Millionen an jamaikanischen 7-Veröffentlichungen der letzten Monate zuzulegen? Easy alles kein Problem! Auf Tunes! kannst Du sie alle finden. Vom Coolie Dance, über Masterpiece, Diggy Diggy und Fiesta, bis hin zum Time Travel Riddim fast keine der kursierenden Produktionen des letzten Jahres wurde ausgelassen, wobei man dabei schon bedacht war, die fettesten Releases der einzelnen Singer und Deejays herauszufiltern und ihnen auf diese Weise einen Reminder zu setzen. Nun, wenn auch mit ein paar Tagen Verspätung, das Teil ist da, und ich kann hiermit nur zum Kaufen anstiften und tu dies aber gerne, denn der Mix ist superfit und entertaint gut!
Bei den Artists sieht das nicht viel anders aus. Alle Verdächtigen, ganz vorne natürlich Jungs wie Ele, Sean Paul, Bounty und Degree, sind am Start und geben preis, was an hitkompatiblem Material aus den Burschen rauszuholen war. Eine besondere Erwähnung meinerseits gilt hierbei aber Hawkeye My Main Man!! – einem ziemlich unterschätzten Deejay, mit Skills, die nicht zu fassen sind, vor allem aber mit Texten und Rhymes, die unglaublich flowen und tierisch Spaß bringen! Kurz vor Ende der CD kickt dieser den auf dem Coolie Dance Riddim basierenden Tune Somebody und verweist somit, zumindest aus meiner Sicht, ziemlich eindeutig, seine Kollegen auf die hinteren Reihen der Top a Top Platzierungen because he has a brandnu Slang cool my man&
Bei einem achtzig Minuten langen Dancehall-Mix dürfen natürlich auch die Ladys nicht zu kurz kommen. Supportet werden auf Tunes! sowohl Ms. Thing, bei welcher ich mich immer und immer wieder fragen muss, warum deren Stimme ständig zu verfiltern ist, als auch Ce`cile und selbstredend, die Grand Dame aller jamaikanischen Sängerinnen, Tanya Stephens!
Auch in Bezug auf Girl-Tunes bietet Selecta G. eine gut gelungene Bandbreite (u.a. She`s Hot-T.O.K., Wine Gal Wine-Degree) und deshalb: Ab dafür!
ITF – Die Krönung des fittesten DJs
Yeah – es geht wieder mal um die Krone! Auch im Jahre 2004 wird wieder zur Teilnahme an den ITF German DJ Championships aufgerufen, denn es gilt wie in jedem Jahr, den besten DJ – in erster Instanz – Deutschlands aufzuspüren. Die Disziplin: Scratchen und Beatjuggling in Kombinantion. Die Dates: 21.05.2004 München, 28.05.2004 Wiesbaden, 30.05.2004Wuppertal, 04.06.2004 Hamburg, 05.06.2004 Dresden, 11.06.2004 Berlin. Die Jury: Tigerstyle (UK), der ITF Advancement Class World Champion 2003 sowie Kid Fresh (GER), der ITF Beatjuggling World Champion 2003 – in Wiesbaden und in Berlin anstelle von Kid Fresh Man at Arms, Vestax Extravaganza Middle Europe Champion 2001. Wer an den deutschen Vorausscheidungen teilnehmen möchte, sollte sich bis allerspätestens 7.Mai 2004 bewerben. Die Anmeldeformulare könnt ihr per Mail – itf@eyes-wide-open.de – oder per Telefon – 08191-911800 – anfordern. Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen erhaltet ihr unter 08191-91180-70 oder unter presse@eyes-wide-open.de.
Ninja Tune – Zen/ Zen Remix/ DVD
An sich müsste das Intro zu diesem Text mit dem Soundtrack aus dem Werbespot für Merci-Schokolade unterlegt sein. Da dieses Merci, dass es dich gibt aber definitiv zu kitschig ist, lassen wir das und probieren es ohne Begleitmusik. Denn das mit der Musik machen andere besser und das bereits seit Jahren. Und es hört zum Glück nicht auf. Ständig fließen aus dem Hause Ninja Tune Maxis auf den Markt, so gerade Skalpel mit „1985“ oder Sixtoo mit dem „Box-Cutter Emporium“. Alles sehr wunderbar das. Nur nichts Neues, also neu im Sinne von: Hey, Ninja Tune bringt ja klasse 12 in die Plattenläden!?! Denn das tun sie seit Anfang an. Doch manchmal kommt es noch einen Daumen dicker, und zwar genau dann, wenn man in London Pakete im Großformat packt. So zum Beispiel im Jahr 2000, da gab es die XEN Cuts. Für manche sogar im 6er-Vinyl Format.
Jetzt steht ein Dreierpaket in den Läden, so ähnlich wie bei Herr der Ringe oder Matrix, nur eben alle drei auf einmal. Man kann sie aber natürlich auch einzeln erwerben. Da ist zum Beispiel ZEN A Retrospective. Übersetzt ins CD-Format bedeutet das 2 CDs mit insgesamt 32 Songs. Für eingefleischte Käufer vielleicht nicht ganz so interessant, denn die dazugehörigen Alben stehen eh daheim im Regal. Nur so viel: Mr. Scruff mit „Get A Move On“, der Klassiker schlechthin. Cinematic Orchestra mit „All That You Give“ vom letzten Album Everyday. Oder DJ Vadim mit „Terrorist“ manch politisch korrekt Denkender wird sich jetzt fragen, ob man so was zur Zeit überhaupt spielen darf. Die einzig richtige Antwort: press play/ Hand aufs Herz und Nadel drauf! Trotz aller Euphorie bleibt dieses Werk wohl trotzdem Labelneueinsteigern sowie den absoluten Fanatikern vorbehalten. Für erstere ist es ein prima Überblick über das, was man in den letzten Jahren verpasst hat, und für letztere macht es der Vollständigkeit halber Sinn.
Für die Menschen dazwischen dürfte ZEN RMX Retrospective interessanter sein. Vielleicht fehlen die Nummern ja doch noch im heimischen Plattenschrank. Den ersten Platz belegen hier DJ Food Songs mit 4 Remixen, so zum Beispiel „Turtle Soup“ im Luke Vibert-Gewand. Auch das Cinematic Orchestra kommt nicht zu kurz. Sowohl das bereits erwähnte „All That You Give“ erscheint (im Dr. Rockit Mix) als auch „Evolution II“ (Mr. P Mix). Herbaliser remixen sich selbst („Something Wicked“ im Herbaliser Bossa Mix) und Coldcut legen Hand an „Pneumania“ von Fog. Und dann noch… und die… und… Viel zu viel, um alles hier unterzubringen.
Deswegen noch ein kurzer Blick auf den letzten Teil der ZENTrilogie. Die geht an die visuelle Fraktion, schließlich hat man mit Hexstatic ganz hervorragende Bildbastler in der Familie. Aber nicht nur die dürfen sich auf der ZEN tv DVD austoben, es gibt ja auch noch andere Videoexperten. Ich nehme mir jetzt erst mal einen Tag frei, um noch mal das gesammelte Material durchzuhören…und noch mal… und noch… und…
JenzNmann & DJ Sent – Bandinfo EP
In Jena haben zwei Jungs die Not zur Tugend gemacht und ein Label, mit dem klangvollen Namen `HiddenIsland Records´ gegründet. Die Jungs selbst sind bekannt unter den Namen JenzNmann & DJ Sent und schicken sich an, zu &zeigen, was die Kraft eines Satzes vermag&
Nachdem man hier und da diverse kleine Veröffentlichungen zu laufen hatte, beschloss man im Jahr 2002 den Sprung in das nächste Level zu wagen, richtete sich ein eigenes Studio ein, und gut ein Jahr später war dann auch die besagte Labelgründung in Sack und Tüten. Die Bandinfo-EP ist quasi das erste Baby und hey welche Crew ist schon so cool und vertont, was andere mit Adresse und Bankverbindung ihren Releases beipacken?
JenzNmann & DJ Sent mucken schon seit Ende der Neunziger und unter dem Aspekt: `was zu beweisen wäre´, stellt man seinen Hörern und zukünftigen Anhängern dann auch mal gern ein paar ältere Instrumentals, wie Irreführung aus dem Jahre 01 und meinem persönlichen Favoriten Bodenkontakt welches auch schon seine zwei Jährchen auf dem Buckel hat zur Verfügung.
Alles in Allem ein gängiges Label-Debüt-Werk, aus dem Hause `HiddenIsland´, versetzt mit Texten, die sich durchaus hören lassen können, funkee Beats und den jeweils dazugehörigen Instrumentals, welche regelrecht zum Mixen einladen (ich weiß das, denn wir haben das hier mal eben ausprobiert)!
Als besonderes Schmeckerchen – wenn man mal von der ziemlich gut gelungenen Web-Site absehen möchte – setzt DJ Sent, mit seinem Einsatz an der Panflöte (Halbschlaf), dem Ganzen noch die finale Krone oben drauf, und viel mehr kann ich im Moment auch gar nicht zur Bandinfo-EP erzählen, da gerade Bodenkontakt auf dem Player liegt und ich erst mal ein bisschen den Booty shaken muss! Seen.




