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MAdoppelT

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Österreich’s Number One Export MAdoppelT setzt derweil mit seinem zweiten Longplayer „Plan Leben“ zu einem weiteren Gipfelsturm an. Wahrlich kann sich auch der Nachfolger zu „Null Uhr“ sehen bzw. hören lassen und vermittelt vielleicht das, was DeutschRap in den vergangenen Monaten bzw. Jahren vermissen ließ – Rap mit Seele!

Jenseits engstirniger HipHop-Normen und Pseudo-Pop nahm es sich der junge Wiener Bub zur Aufgabe, seine persönlichen Gefühle, Erfahrungen und vor allem sein Herz in sein Album zu legen. Das er keinen besonderen und geradlinig ausgerichteten Plan für sein eigenes Leben parat hat, ist verständlich. Wer hat das schon?

Jedenfalls sollte man diesem sympathischen Kerl mal seine volle Aufmerksamkeit schenken, wenn er über die Tücken der österreichischen Industrie, dem eigenen Antrieb und seiner Beziehung zu HipHop referiert.

rap.de: Wer Deine Karriere bis dato schon etwas verfolgt hat, der weiß, dass Du in Österreich nicht mehr als Newcomer durchgehen wirst. In Deutschland ist das jedoch etwas anders. Würdest am Besten erst mal Deinen bisherigen Werdegang und Deine Wurzeln aufzeigen, damit die Leute grundsätzlich mal einen groben Abriss Deines bisherigen Schaffens bekommen…

MAdoppelT: Ich rappe jetzt seit ungefähr 7 Jahren. Der erste Release liegt 5 – 6 Jahre zurück. Man kann im Allgemeinen sagen, dass ich durch meinen Bruder zum Rap kam. Er ist wesentlich älter als ich. Einer seiner besten Freunde war ein HipHop-Nerd, der sich hauptsächlich mit dem Mitte der Neunziger-Zeug befasst hat. Durch diesen Einfluss bin ich eigentlich dazu gekommen. Dieser besagte Freund meines Bruders hat damals aufgelegt und das hat mich ziemlich fasziniert. Ich wollte eigentlich auch immer auflegen doch das war finanziell nie drin gewesen. Irgendwann, eher aus der Not heraus, habe ich dann mal begonnen, was zu schreiben. Das war erst mal nur für mich gewesen. Einige Jahre später bin ich dann mit dem Zeug auch raus gegangen. Es ist bei mir jetzt nicht so Cypher-mässig entstanden, so dass man einfach mit Freunden rumgefreestylt hätte oder Ähnliches. Ich habe das Ganze für mich alleine entwickelt. Als ich mit den Leuten zusammen gekommen bin, mit denen ich auch die erste Single raus gebracht habe, habe ich schon 3 Jahre geschrieben gehabt. Deshalb würde ich auch sagen, ohne mich großartig in den Himmel heben zu wollen, dass ich schon sehr viel gemacht habe. Heute ist es ja nicht mehr so. Bei vielen Leuten hört es sich so an, als ob sie ihr erstes Zeug rausbringen würden. 2001 war es bei mir dann soweit und wir haben die erste Single auf den Markt gebracht. Für mich war von da an klar, dass ich das professionell machen möchte und somit habe ich nach meiner Schulzeit und noch während des Zivildienstes meine zweite Single und dann schlußendlich das erste Album rausgebracht. Mit den selben Leuten, mit denen ich auch das erste Album rausgebracht habe, habe ich auch am zweiten Album gearbeitet. Die Label- und Crew-Strukturen sind also geblieben.

rap.de: Wie hältst Du das mit der österreichischen HipHop-Szene? Ist diese mit der Deutschen vergleichbar oder sind das zwei unterschiedliche Paar Schuhe? Mir fallen jetzt spontan nur Texta und Total Chaos ein…

MAdoppelT: Also Texta machen ja in dem Sinne nichts mehr, denke ich. Ihr letztes Album liegt 3 Jahre zurück und sie sind wohl mehr damit beschäftigt, ihr Label aufzubauen und neue Acts aus Linz zu pushen. Bei Total Chaos liegt der letzte Release gar 5 Jahre zurück. Das sind eher so die Oldschool-Pioniere der österreichischen Szene. In Wien gibt es schon einige Acts, die auch präsent sind und vor Allem viel Live spielen aber das mit Alben releasen, das haben sie noch nicht so raus. Ich kann das jetzt von hier aus nicht „so“ gut beurteilen, aber ich denke mal schon, dass es eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland gibt. Auf der einen Seite hat man Texta und Total Chaos, die von ihrem Sound vielleicht im Geiste der Zeit als Hamburg enorm groß war, stehen. Die Sachen, die in den vergangen Jahren in Wien passiert sind und auch teilweise immer noch so stattfinden, orientierten sich schon an diesem Stil. Sonst gibt es ein Haufen junges Zeug, dass sich an dem Aggro-Zeug orientiert, so wie es wahrscheinlich in Deutschland auch der Fall ist. Davon bekomme ich aber ehrlich gesagt nicht soviel mit. Jedoch gibt es nicht besonders viele ernstzunehmende Releases. Ein paar talentierte Leute gibt es auf jeden Fall, die auch stets releasen, jedoch nie im Albenformat. Mir war es jedoch immer wichtig, dass ich mit einem Album präsent bin. Bei mir waren es jetzt jedoch auch schon zwei Jahre dazwischen aber trotzdem ist eine gewisse Regelmässigkeit da. Ich bin hier der einzige MC, der in zwei Jahren zwei Alben rausgebracht hat. Man kann auch schon mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich und meine Leute am aktivsten in der Szene sind. Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass es mehr geben würde. Jedenfalls gibt es hier sehr gute Produzenten. Als Rapper bist du hier gut eingedeckt mit Beats. Aber Studios, in denen man ganze Alben aufnehmen kann, sind hier sehr selten zu finden. Es gibt auch kaum Leute in Österreich, die das professionell machen und davon leben können. Vielleicht ist das ein Grund, wobei das bei mir ja auch kein Hindernis war. Ich fühle mich jetzt nicht unbedingt mit Österreich mehr verbunden als wie mit dem Zeug aus Deutschland. Ich mache mein Ding und schaue, dass es konsequent weiter geht.

rap.de: Von Chakuza und DJ Stickle hast Du aber mit Sicherheit auch schon was gehört…

MAdoppelT: Ja, dem Namen nach. Ich kenne sie jedoch nicht persönlich, noch kenne ich besonders viel Zeug von denen. Es gab seinerzeit einen österreichischen HipHop-Sampler, der „HipHop-Konnexion“ hieß, auf welchem die mit ihrer Gruppe „Ballsystematik“ vertreten waren. Den Song kenne ich. Das ging ja richtig schnell bei denen. Irgendwer hat mir darauf erzählt, dass sie nun bei Bushido seien und das darauffolgende Mal habe ich es schon in der JUICE gelesen. Es ist auf jeden Fall gut für die Jungs, das es da weiter geht. Sie machen jedoch ganz andere Musik als ich. Wie wird das denn bei euch in Deutschland aufgenommen?

rap.de: Dadurch das sie auf Ersguterjunge gesignt sind und Bushido ja eine sehr große Fangemeinde hinter sich situieren kann, haben sie definitiv einen guten Einstand in Deutschland gehabt. Ich meine, Chakuza hätte vor Kurzem auch ein Album rausgebracht gehabt… Es läuft schon ganz gut für sie, denke ich.

MAdoppelT: Das ist auf jeden Fall gut für die Jungs. Wie gesagt, ich unterscheide mich jedoch musikalisch schon ziemlich stark von den Jungs. Wobei ich immer dazu sagen muss, dass meines Erachtens nach so etwas parallel existieren sollte. Verschieden Stile von HipHop sollte es schon geben.

rap.de: Produzentenwise hältst du ja die österreichische Flagge ziemlich hoch. Für „Plan Leben“ hast du jedoch auch einen Beat beim Mainzer Produzenten Shuko gediggt…

MAdoppelT: Das hat sich eigentlich eher zufällig ergeben und ich bin auch sehr froh, dass er da drauf ist. Als ein Freund aus der Schweiz mal bei mir gewesen ist, hatte er eine Beat-CD von Shuko dabei. Damals waren wir noch am Anfang der Produktion von „Plan Leben“ und es war mir nur recht, freshe Leute mit auf’s Album zu bekommen. So bin ich auf den Shuko-Beat gekommen und das war eigentlich auch einer der ersten Tracks , die fertig geworden sind. Es war jedoch nicht unbedingt mein Anliegen, einen Track mit einem deutschen Künstler bzw. Produzenten zu machen, sondern es war eher ein Zufallsprodukt.

rap.de: Wenn man dich jetzt sprechen hört und dann im Vergleich dazu dein Album anhört, dann fällt einem auf, dass du beinahe ohne Akzent sprichst. Legst du da besonderen Wert drauf, denn österreichischen Akzent raus zu lassen?

MAdoppelT: Eigentlich achte ich überhaupt nicht darauf, dass ich irgendwie hochdeutsch klinge. Früher war das jedoch schon der Fall. Dies ist ja bei vielen Künstler, ob es nun Gesang oder Rap ist, zu begutachten. Es gibt eine Alltagssprache und die Art, wie du dich in deiner Musik ausdrückst. Ich bin halt kein Dialekt-Rapper. Das wollte ich nie. Meine Musik soll ja auch für Deutschland interessant sein.

rap.de: In Österreich gab es ja seltsamer Weise ziemlich starke Kontroversen um deine Person. Als dein erstes Album „Null Uhr“ raus kam wurdest du auf der einen Seite mit positiven Kritiken überhäuft doch in eurem einzigen HipHop-Magazin, der Message, hast du gar nicht stattgefunden. Womit kannst du dir das erklären?

MAdoppelT: Es ist eigentlich ganz einfach zu erklären. Ich persönliche sehe mich als Teil und als Motor der HipHop-Szene, die es in Österreich gibt und ich bekomme das auch von vielen Leuten bestätigt. Mit fast allen Leuten, die hier Rang und Namen haben, habe ich zusammen gearbeitet oder zumindest ein gutes Verhältnis. Ich habe hier mit niemandem Beef. Es war halt so, dass mein erstes Album eine sehr große Medienpräsenz hatte. Wir hatten es medial sehr gut plaziert gehabt und somit mehr Präsenz als irgendein HipHop-Act gehabt, schon gar keiner der 2.Generation. Insofern war ein gewisser Neid da. Die Message hat auch jetzt eine halbe Seite in ihren News über mich geschrieben, was auch nur lauwarm ist. Halb Pressetext, halb irgendwas. In der JUICE kriegen wir eine Seite, in der Backspin kriegen wir 5 Punkte, in der JUICE kriegen wir 4 Kronen. Die Message beschäftigt sich halt nicht damit aber das ist mir scheißegal, da deren Leser mich sowieso kennen. Ich weiß nicht, was die haben aber mir ist es auch, wie gesagt, scheißegal. Scheinbar dürfte es ein paar Leuten nicht gefallen haben. Damit hat es sich für auch schon erledigt. Ich bin mit meinem eigenen Zeug beschäftigt und habe keine Lust, mich mit soetwas zu beschäftigen. Bei uns ist es einfach so, dass die Leute sich sehr viel damit beschäftigen, was ihr Nebenan tut. Ich bin einfach der Meinung, dass ich meine Energie nicht daran verschwenden will, sondern diese Liebe in Tracks umwandele. Ich bin jetzt auch nicht der Typ, der mit jedem zusammenarbeitet, sondern eher konsequent. Wenn ich mit jemand nicht klar komme, dann grenze ich mich ab von dem und damit hat’s sich. Ich kenne nicht mal jemanden von Message. Das neue Album, Plan Leben, wird jetzt hingegen wieder überall positiv aufgenommen und das freut mich. Die Message ist das einzige Magazin, das sich komisch verhält. Dann sollen sie eben. Ich würde gerne sagen: „Es gibt das Message. Das ein österreichisches HipHop-Magazin und ich steh dazu, weil es eigentlich ein cooles Magazin ist.“ Und ich hatte auch gerne, dass die mich auf das Cover knallen, weil wenn es um österreichischen HipHop geht, dann bin ich halt mal die Nummer 1 und das noch mehr mit diesem Album. Wenn es sie nicht interessiert, dann halt nicht. Dann sollen sie halt die Entwicklung von österreichischem HipHop verpassen. Die schreiben auch wenig über deutsches Zeug sondern eher so über elektrische Sachen. Sie sind also nicht ein HipHop-Magazin in dem Sinn.

rap.de: Mittlerweile scheinst du ja locker damit umzugehen aber zum damaligen Zeitpunkt muss das schon etwas verletzender gewesen sein, wenn man vom größten HipHop-Magazin Österreichs übergangen wird…

MAdoppelT: Dieses Magazin kommt 4mal im Jahr raus. Soviel dazu. Es ist kein Magazin, das stark präsent ist. Es kennt halt jeder in der HipHop-Szene und es ist eigentlich auch ein schönes Magazin. Die machen das gut, führen super Interviews usw. Das Ding ist eigentlich, dass es hier nur sehr wenig Medien gibt, die sich mit HipHop beschäftigen. Es gibt einen lokalen Sender, der GoTV heißt und ein Segen ist. Dort gibt es keine Moderation wie auf MTV oder VIVA und das Ding erreicht hier in Österreich mehr Leute als MTV oder VIVA. Es gibt da nicht so typische Shows sondern nur Videos ganz ohne Moderation und solche Sachen. Die einzigen Moderatoren, die es dort gibt, sind die Künstler selber wenn sie zu Gast sind oder eine bestimmte Sendung hosten oder Videos ansagen. Die gibt es unseren Radiosender FM4, der halt auch unsere Sachen und HipHop im Allgemeinen spielt. Das war es radiomässig. In Puncto HipHop gibt es eigentlich nur das Message. Deshalb ist es halt komisch, wenn sie etwas ignorieren, was in der Große wie mein Ding dahergekommen ist. Ich bin jetzt nicht böse oder wütend. Es gibt ganz andere Acts, über die sie nicht schreiben und das finde ich scheiße. Die haben sonst keine Plattform. Ich habe genug Präsenz. Ich war im Kurier, Österreich‘s gößter Tageszeitung, mit einer halben Seite, ich hab ein Cover in der City, dem zweitgrößten Stadtmagazin, der Falter hat mir auch ein halbe Seite gegeben. Promomässig ist es nicht wichtig für mich, in der Message stattzufinden. Es wäre halt nur eine Respektsache.

 

 rap.de: Dein Album „Plan Leben“ ist ja sehr geprägt von deinen eigenen Emotionen, wie du Dinge handhabst und was du für Schlüsse aus deinen Erfahrungen ziehst. Siehst du in der momentanen Entwicklung des HipHop vielleicht ein Problem darin, dass die Künstler immer mehr Fiktion in ihrer Lyrics einfließen lassen und somit der Charakter bzw. die Person in den Hintergrund gerät?


MAdoppelT: Ich verfolge jetzt nicht wirklich viel. Wenn ich mal Fernsehen schaue, was relativ selten vorkommt, werde ich halt mit Sido und den AggroBerlin-Sachen konfrontiert. Olli Banjo finde ich sehr gut. Curse habe ich mir gekauft. Ich bin medial relativ abgeschottet und beschäftige mich mehr mit meiner Person. Deshalb kann ich nicht so großartig darüber urteilen. Ich denke aber mal, dass die Leute so unpersönlich sind, nicht weil sie nicht persönlich sein wollen sondern weil sie es nicht können. Rap ist eine sehr persönliche Sache. Es ist eine Kunst und wenn Kunst nicht persönlich ist, was ist es dann? Bei vielen momentanen Sachen scheint es so, dass die Leute die Kunstform nicht beherrschen sondern einfach Wörter aneinander reihen. Die scheinen ihre Seele nicht darein zu stecken. Das unterstelle ich denen jetzt mal einfach. Beziehungsweise sind sie nicht in der Lage, so zu fühlen, dass es einer Ausdrucksweise bedarf. Ich für meinen Teil mache einfach das, was aus mir raus kommt. Ich find es gut, dass es persönlich ist und es gibt ein Publikum, dass so etwas nachvollziehen kann und sich damit identifiziert. Ich lebe jetzt leider noch nicht von der Musik aber das ist auf jeden Fall mein Ziel. Meine Worte sollen ein bestimmtes Gefühl transportieren. Ich versuche da jetzt nicht, etwas zuzulassen oder etwas abzublocken. Es passiert einfach. Curse zum Beispiel ist einer der besten wenn nicht gar der beste Storyteller, meines Erachtens nach. Das bin ich nicht. Ich rede immer über mich. Ich kann keine Geschichten erzählen. Ich decke trotzdem sehr viele Sachen ab, was viele positiv finden. Ich für meinen Teil auch. Andererseits ist es wohl ein Nachteil, wenn du nicht nur ein Image sondern mehrere bedienst.
rap.de: Auf „Plan Leben“ gehst du bei „Zu Tief“ aus verschiedenen Perspektiven auf deine Heimatstadt Wien ein. Einerseits werden negative Aspekte genannt, andererseits, was beim „Outro“ speziell zum tragen kommt, propagierst du dahingehend eine große Liebe. Woran machst du diese Hassliebe im Endeffekt fest?
MAdoppelT: Der Punkt ist, dass ich mich schon sehr wohl fühle in Wien. Das Umfeld, dass ich dort vorfinde, seien es die Produzenten und andere Leute, die mich supporten, geben mir schon sehr viel. Was größtenteils musikalisch in Wien passiert, damit kann ich mich gut identifizieren und mein Fokus liegt auch momentan klar in Wien. Hier bekomme ich alle Meinungen präsentiert, seien sie positiv aber auch negativ. Im Allgemeinen kann man sagen, dass ich in Wien meine Leute und Supporter habe und die Stadt wohl auch deshalb so wichtig für mich ist. Ich bin halt mittlerweile zur Identifikationsfigur angewachsen. Ähnlich wie ich mich früher mit Total Chaos, Texta oder Aphrodelics identifizieren konnte bzw. es immer noch tue, so können sie heutzutage Leute mit meinem Zeug identifizieren. Manuva, der auf „Zu Tief“ gefeaturet ist, ist für mich „der“ Rapper. Er kommt ursprünglich aus Innsbruck, lebt aber auch schon seit gut 10 Jahren in Wien und zählt somit als Wiener Künstler. Es war mir wichtig, dieses Stück mit ihm zu machen, da es schon so ein Generationshandschlag ist. Er ist mir wichtig, da er definitiv jemand ist, der mich beeinflusst hat und geprägt hat.

rap.de: Wenn man jetzt noch mal die Kritikerstimmen betrachtet, so heißt es oftmals, dass MAdoppelT doch einen relativ simplen Style fährt und nicht unbedingt skilltechnisch alle Register zieht. „Plan Leben“ beinhaltet den Song „Fühlst du auch“, wo du in perfekter Doubletime-Manier rappst. War das eine Art Rechtfertigung für dich, um die Hater verstummen zu lassen ?

MAdoppelT: Nein, dass war es überhaupt nicht. Ich habe schon Doubletimer gemacht bevr mein erstes Album raus kam. Das ist nicht das Problem. Das Ding ist einfach nur, dass ich versuche, das zu machen, was auf den Beat passt. So einfach ist es. Auf meinem erstem Album beispielsweise ist kein einziges Rap-Feature drauf. Es sind vier Gesangs-Features drauf. Alles, was da drauf ist, kommt von mir. Ich habe den Sängern alles vorher vorgesungen. Das ist auch Flow, Melodie und Harmonie. Ich habe ein Gefühl dafür, was der Beat braucht. Wenn der Beat kein kompliziertes Zeug braucht, dann braucht er es nicht. Es muss ein guter Track werden und wenn mir ein Beat gefällt und ich denke, darüber lässt sich doubletimen, dann mach ich das. Das ist kein Problem. Ich kann schon rappen. Das ist nicht das Problem. Für mich ist das ein haltloses Argument. Ich wollte es Niemandem beweisen. „Fühlst du auch“ war einer der letzten Tracks, den wir aufgenommen haben. Ich finde, dass es viele andere Tracks gibt, wo ich viel besser drauf rappe, aber wo es halt nicht drauf ankommt, wieviel Silben du rappst, sondern wie du dich auf dem Beat plazierst. Das war immer meine oberste Priorität. Es muss ein gutes Gesamtbild sein.
rap.de: Wenn man„Plan Leben“ jetzt auf die Beats reduziert, dann hat man ein ziemliches warmes Gesamtbild, welches doch hauptsächlich von Soul geprägt scheint. Bist Du ein Rapper, der an dieser neuerlichen Synthie-Beeinflussung nichts findet und gewollt am ursprünglichen Sample-Konzept festhält ?
MAdoppelT: Das liegt in erster Linie daran, dass ich nach dem ersten Album auf der Suche nach jemandem war, der mich mit Beats versorgen kann. Ich bin dann auf dem Brank, der acht Nummern meines aktuellen Albums produziert hat, gestoßen und habe noch nie vormals mit jemandem so gut musikalisch zusammengearbeitet. Er produziert halt sehr samplelastig. Er spielt auch schon Sachen dazu aber im großen Ganzen ist das schon sehr samplelastig. Das hat einfach gut zu dem gepasst, was ich machen wollte, nach dem ersten Album. Damals habe ich noch sehr viel ausprobiert und auch elektronische, rnbige und clubige Sachen drauf gehabt. Mit dem zweiten Album wollte ich etwas sehr ehrliches machen. Das hat einfach alles sehr gut zusammen gepasst und ich habe dann schon versucht, auch mit den Beats einen roten Faden rein zubringen. Es ist jetzt nicht so, dass ich nur samplelastige Sachen gut finde und Synthie-Sachen nicht mag. Ich kann mich damit halt gut identifizieren und hab es halt so genommen, wie es jetzt ist.
rap.de: Natürlich bleibt uns am Ende die notorische Frage nach den Zukunftsplänen von MAdoppelT…
MAdoppelT: Eigentlich wird das Team, wie es jetzt besteht, so bleiben. Wir können sehr schnell produzieren und haben einen hohen Output. Es ist jetzt ein kleines Anklopfen an der deutschen Tür.„Plan Leben“ ist ja erst das zweite Album, das darf man ja nicht vergessen und meiner Meinung ist das Level des Albums sehr hoch. Ich würde eigentlich gerne nachsetzten. Wir müssen nur langsam von Österreich aus weiter agieren, da unsere Möglichkeiten hier sehr begrenzt sind. Es wird auf jeden Fall jetzt direkt weiter gehen!

Eko Fresh – Hart(z) IV

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An Eko Fresh scheiden sich die Geister. Für einen Großteil der deutschen Rap-Hörerschaft ist sein Weg vom "König von Deutschland" zum Picaldi und Cordon Sport tragenden "Gheddo-Gangbang-HartzIV-Jungen" schlicht und ergreifend absolut unverständlich. Andere zollen ihm nach wie vor Respekt und bleiben ihm treu. Zur dritten Gruppe gehören diejenigen, in deren Augen Ekos Stern erst durch die Zusammenarbeit mit Bushido aufging. Ihn interessiert das, so glaube ich, so sehr, als würde in Westchina ein gelbes Fahrrad umfallen. Ek will von oben nach unten nach oben, mit dem Kopf durch die Wand, durch die Mitte an die Spitze.  Oder  doch einfach  nur wieder auf seinen Thron?

Sorry, ich kann diese Frage leider nicht beantworten, aber verkünden: "Ek Is Back". Und zwar mit seinem neuen Album "Hart(z) IV", das unter anderem mit diesem Track, als zweitem Release, aufwartet. Der Aussage des Titels ist nichts weiter hinzu zu fügen. Doch Ek ist nur zur Hälfte back.  Die Scheibe bietet nämlich einen relativ gelungenen Mix zwischen altbekannten Skillz des ehemaligem Mönchengladbacher "Bravorappers" und seiner neuen thematischen Ausrichtung gen Albumtitel, die mal mehr, mal weniger gut zur Geltung kommt.

Den Einstieg liefert, an dieser Stelle wohl genau richtig, die "Ruhe vor dem Sturm", die sich schon während des Tracks zum Sturm entwickelt. "Der Don 2" nimmt sich selbst aber eher wieder den Wind aus den Segeln, was ihm aber verziehen sei, da der nächste Hurricane mit "Hart(z) IV" schon wieder im anrollen ist. Hater schließt die Fenster, holt die Kinder rein!
Aber kommen wir wieder zur objektiven Albumkritik. Ek packt einfach Aussagen und Songs auf seine LP, die jemand wie ich, als weder besonders großer Fan noch Hater, einfach feiern muss. Dazu gehören Tracks wie "Was Kann Ich Dafür" und "Bazen", wobei ich bei letzterem außer "Hart(z) IV", "Eko Fresh" und "BoomBoom" leider nicht verstehe, was Killa Hakan und Ayas Kapli zum Besten geben. Vielleicht kann mir ja jemand, der der türkischen Sprache mächtig ist, mit einem Kommentar helfen. Außerdem werden dem Hörer wieder in alt-gewohnter Eko-Manier Textstellen wie "Kommt mein Album auf den Markt, ändert sich der Eurokurs" oder "Sie tauften mich Don, du hast haushoch verlorn, deine Waffen sind nur aus Styropor" um die Ohren gehauen, bei denen nichts als Lachen angesagt ist. Und zwar im positiven Sinne, falls sich jetzt schon wieder jemand die Hände reiben sollte, einen boshaften Kommentar abzulassen. Sein Humor ist ihm auch im "Gheddo" nicht abhanden gekommen. "Darauf Kannst Du Gift Nehmen"!

"Bitanem (Meine Türkische Freundin)"  hebt sich deutlich vom Rest ab und  zeigt  Ek  wieder von einer anderen Seite.  Des  Weiteren komme ich wieder nicht  umher, "Ihr Werdet Uns Nicht Los" mit Saad als, zumindest für mich, absoluten Höhepunkt des Albums hervor zu heben. Diese Hymne ist der Hammer auf den Kopf der deutschen Rapwelt und kann gleichzeitig für den Rest des Albums und das hohe technische Niveau stehen. Der Skit davor trifft wie die Faust aufs Auge, gebt euch das!
Neben Baba Saad, Killa Hakan und Ayas Kapli stehen Eko Fresh noch Antigaranti, SD, G-Style, Hakan Abi, Kingsize, Summer Cem, Kay-One, La-Honda, Billy, Capkekz und natürlich Bushido, textlich zur Seite.

Das Gipfeltreffen der selbsternannten Könige, namens "Gheddo", dürfte mittlerweile auch hinlänglich bekannt sein und macht Eko Fresh, wie von allen Seiten erwartet, zum King für eingefleischte Ekrem Boraner und zum Hassobjekt für alle, die ihn nie leiden konnten oder ihn nicht mehr verstehen können.  Das Gheddo-Thema  zieht sich auf weiteren Songs wie "Stenzgang", dem etwas gewöhnungsbedürftigen aber keinesfalls schlechten "Westside" oder "Komm In Mein Viertel" durch das gesamte Album  und bleibt weiterhin für viele unverständlich. Irgendwie passt vieles an Eko einfach nicht in die Gangster-Ecke, auch wenn er versucht, es so gut wie möglich zu verkaufen.

Der Sturm wird wohl vorerst noch kein Ende nehmen. Weder was Ekos Veröffentlichungen betrifft, noch die mit Sicherheit wieder aufkommende Diskussion. Einen Vorgeschmack darauf gab uns bereits die Nachricht, dass das Album aufgrund des Liedes "Noch Einmal", in dieser Version, wieder aus dem Handel genommen werden soll. "Hart(z) IV" ist genau das Album geworden, das die meisten erwartet haben. Technisch gesehen spielt Eko in der Rap-Bundesliga um den Titel und ist nahezu nicht angreifbar. Inhaltlich werden Ansagen, für die ich jetzt nur einmal stellvertretend Worte wie "Hartz", "Gheddo", usw. nennen will, leider viel zu oft geshouted und Ekos Imagewechsel bleibet für viele weiterhin unverständlich. Die Konfrontation wird mit diesem Album sicher nicht heruntergeschraubt. Dennoch geht Ek seinen Weg und liefert ein raptechnisch  überdurchschnittliches Album ab.

 

MC Bogy

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In den letzten Jahren hat sich in der Berliner Rapszene viel getan. AGGRO-Berlin wandelte sich vom Newcomer zum wahrscheinlich erfolgreichsten Independent-Label Deutschlands, Bushido hob sein eigenes Label ersguterjunge aus der Taufe, dem jetzt auch Eko Fresh nahe steht, nur mit dem Bassboxxx Camp ging es bergab. Wie es scheint hat sich die Crew um  Frauenarzt, King Orgasmus One und Toni D mehr oder weniger aufgelöst.
Auch MC Bogy, Bassboxxx Gründungsvater und einer der wahrscheinlich authentischsten deutschen Rapper, hat mittlerweile mit seinem "Noch Mehr Ketten Entertainment" einen eigenen Weg eingeschlagen. Der "Atzenkeeper" kann bereits auf erste Releases im Jahre 1998 zurückblicken und ist heute mehr denn je, in der Berliner Szene fast so bekannt, wie der Eiffelturm in Paris.
Nach seinen ersten Alben "Lyrischer Hooligan", "Der Atzenkeeper" und "Geballte Atzen Power", dem Sampler "Bogy Und Atzen", sowie seinem Mixtape, folgt nun in diesem Jahr das Album "Willkommen In Abschaumcity".

Vor dem Release traf sich rap.de mit Bogy in seinem Süd-Berliner Heimatbezirk Lankwitz in entspannter Atmosphäre zwischen Häusern, Bäumen, dem Fitnesscenter und natürlich jeder Menge Atzen .

rap.de: Wir sind hier in Lankwitz, bist du hier aufgewachsen? War das schon immer dein Umfeld?

Bogy: Ich bin Friedenau/Schöneberg, in der Ecke, aufgewachsen, habe dort gewohnt, bis ich 13 war. Dann bin ich mit meinen Eltern hierher gezogen und seitdem wohne ich hier.

rap.de: Dein neuer Track mit Sady K und auch dein kommendes Album heißen "Willkommen In Abschaumcity". Warum ist Berlin für dich die Stadt des Abschaums und wieso fühlst du dich hier trotzdem wohl?

Bogy: Hier ist einfach nur Abschaum. Ich würde woanders aber nicht meinen Weg finden. Hier habe ich eine gewisse Position, hier habe ich Beziehungen, hier kann ich gut leben. Aber wenn man mal richtige Einblicke hat, merkt man, dass selbst hier im Süden, wo alles eher grün aussieht, alles Abschaum ist. Alle sind kaputt, es gibt Drogen, Ärger, wenn du Geschäfte machst, will dir immer jemand in den Arsch treten, lauter Geier. Ich nenne es "Abschaumcity", weil es ganz einfach die Abschaumcity ist.

rap.de: Du bist der selbsternannte Atzenkeeper. Was bedeutet das Wort "Atze" für dich? Wer sind deine Atzen?

Bogy: Atze ist irgendwie so ein Wort… Das ist ziemlich schwierig zu definieren. Ein Atze ist wie ein Kumpel. Ich bin Atze, das sind alles meine Atzen hier. Viele Atzen, darum müssten wir jetzt 3 Stunden oder noch länger aufzählen.

rap.de: Du hast erst "Bogy – Der Atzenkeeper" als dein erstes "richtiges" Album angesehen. Warum nicht "Lyrischer Hooligan", das vorher erschienen ist?

Bogy: Bei "Lyrischer Hooligan" war ich nur etwa alle 2 Monate im Studio. Das war schon ein cooles Projekt, aber ich merke auch heute noch, dass es mir schwer fällt, etwas zusammenzustellen, wenn man nur einmal im Monat aufgenommen hat. 
"Atzenkeeper"  ist das  erste, bei dem ich dann mit dem Endergebnis wirklich richtig zufrieden war. Das andere höre ich auch noch selbst, find ich geil, aber das sehe ich eher noch als Entwicklung.

rap.de: Wie kam es zur Gründung deines Labels "Noch Mehr Ketten Entertainment"? Wer ist bei dir unter Vertrag?

Bogy: Bei mir ist bisher nur Problemkind, mein "Cousin" unter Vertrag, weil ich nur authentische Rapper in mein Boot haben will. Viele wollen mitmachen, aber bei den meisten sehe ich nicht die Bereitschaft so viel zu arbeiten. Ich habe ja damals Bassboxxx gegründet, war sozusagen der Boss, obwohl das jetzt ein dummes Wort ist. Ich habe eben die Fäden im Hintergrund gezogen, nachdem Frost nicht mehr da war. Dann habe ich aber gesehen, dass da einfach zu wenig Hierarchie drin war, da sind Leute, die zwar bei BC, aber lyrisch einfach zu schwach sind. Das sind zwar coole Atzen, wo wir wieder beim Atzenfaktor wären, aber ich mache mit denen keine Musik. Auf "Noch Mehr Ketten" wollte ich das jetzt trennen. Dadurch, dass ich da sehr hohe Ansprüche habe, wollte ich dann die ganze Energie, die ich in Bassboxxx gesteckt habe, in mein eigenes Label stecken.

rap.de: Das soll auch nicht dein einziges Projekt sein. Was hast du noch am laufen?

Bogy: Ich produziere gerade das Problemkind-Album, mache "Willkommen In Abschaumcity" und fange auch schon mit dem nächsten Album an. Außerdem läuft noch das Projekt "Zu Echt Für Den Rest". Ausserdem mache ich noch kleinere Sachen, wenn du nicht diesen Goldstatus hast, musst du eben hustlen und öfter als alle 2 Jahre ein Album rausbringen. Ich werde erst mal meine ganze Kraft in mein nächstes Solo-Album stecken, aber "Willkommen In Abschaumcity" wird auch schon sehr stark.

rap.de: Das Video zum "Bling Bling Song" steht seit einiger Zeit zum Download im Internet. Vom Mixtape wissen wir, dass ihr vom "Sozialamt Zum Sandstrand" wollt. Wie weit habt ihr das Sozialamt schon hinter euch gelassen?

Bogy: Ich lebe seit 2 Jahren offiziell nur von Rap, inoffiziell eigentlich schon länger. Ich komme damit über die Runden, ich will gar nichts anderes machen. Aber man muss auch bedenken, dass wir das nicht das ganze Leben lang machen können, deshalb müssen jetzt auch langsam die Summen reinkommen, die dich für ein paar Jahre versorgen. Das ist mein Ziel. Ich will auch nicht wie andere Kollegen alle 2 Monate was releasen, das dann immer schwächer wird. Ich will bei jedem Album eine Steigerung haben. So wie Roy Jones Jr., wie Rocky Marciano, gute Boxer, die nicht schlechter wurden und nur noch mit ihrem Namen Geld gemacht haben, sondern immer besser wurden. Dann bist du ein Champion. Die anderen sollten lieber Drogen verkaufen.

rap.de: Erzähl doch kurz etwas über Smoky und Problemkind, die auf dem "Bling Bling Song" zu hören sind.

Bogy: Smoky ist ein kleiner Atze aus der Nachbarschaft. Dem habe ich die Möglichkeit gegeben, da mal ein Video zu machen. Das ist ja eine gute Chance für ihn und er hat sich darüber auch sehr gefreut. "MiniMarc" ist wie mein Halb-Cousin, ein kleiner Junge, der auch schon mit 13 Jahren wegen Mord im Knast saß. Er hieß erst Mörder-Marc, aber die Familie wollte nicht, dass ich ihn so nenne, also nennen wir ihn Problemkind. Als er klein war, hat er Scheiße gebaut, ich hatte hier ein bisschen was zu sagen, also haben ihn die Leute in Ruhe gelassen. Er hat schon mit sich genug zu kämpfen, da wollte ich nicht das andere Leute ihn auch noch anmachen.

rap.de: Wie entstand das Video?

Bogy: Das "Bling Bling" Video ist ein kleines Geschenk, weil die Jungs hier einen Boxkampf gegeneinander veranstaltet haben. Dafür, dass die in den Ring gestiegen sind, habe ich dann das Video gedreht. Sie sind beide kleine Boxer. Ich war immer noch am Arm verletzt und wollte Kämpfe sehen, weil ich nicht selbst kämpfen konnte. Dann habe ich sie Boxen lassen und ihnen im Gegenzug das Video spendiert. Smoky hat gewonnen, ich hätte mich natürlich mehr gefreut, wenn Problemkind von meinem Label gewinnt, aber letztendlich ist alles eine Familie.


rap.de: Seit einigen Jahren wirst du, zusammen mit anderen Rappern aus Berlin, vor allem von den Medien, in die rechte Ecke gestellt. Es hagelte Indizierungsverfahren. Wie gehst du damit um?

Bogy: Ich scheiß auf die Medien, ich scheiß auf diese Gesellschaft. Das sind Leute, die die Menschen sehen wie ein Buch. Die lesen die erste Seite, sehen aber nicht die 300 anderen Seiten und denken, sie wüssten alles, wenn sie den Titel kennen. Ich scheiß darauf, die sind nicht so aufgewachsen wie ich. Ich bin, wie gesagt, in Friedenau/Schöneberg aufgewachsen und habe mehr auf’s Maul bekommen als die Kanaken, weil ich Deutscher bin. Mir ist das alles scheißegal, ich bin nicht rechts. Normalerweise chillen hier mit mir lauter Kanaken, das ist eine Liebe, wir gehören zusammen. Wir sind alle am hustlen, deshalb ist das absoluter Schwachsinn, was mir da unterstellt wird. Wir sind hier in Berlin, hier herrscht Multikulti, wenn hier im Süden Nazis wären, würde den ganzen Tag Krieg herrschen. Das ist als würde ich sagen, die Menschen in Somalia sind primitiv, weil die Schlangen fressen. Ich wohn da nicht, kenne die Sitten nicht. Deshalb kann ich mir da auch nicht so etwas anmaßen. Dieses Nazi-Ding hat ja mit Fler angefangen. Als Bushido auf dieser Kanaken-Welle rumgeritten ist, hat das keinen interessiert. Dann hat Fler das umgekehrt gemacht, ich hatte den Film schon vorher. Fler ist mein Mann. Ich habe dieses Deutschsein schon immer repräsentiert, aber nie übertriebenen Nationalstolz damit verbunden. In anderen Ländern, wie Frankreich, feiern die schwarzen Rapper ihre Haut so sehr, wenn das ein weißer machen würde, würde er bei Landser im Regal stehen. Und ich sage einfach nur "Geballte Deutsche Power", und die sind alle sauer.

rap.de: Hat sich das alles wieder beruhigt oder wird weiter gegen Leute wie dich "geschossen"?

Bogy: Das weiß ich nicht, ich verfolge diese ganzen Medien nicht. Ich weiß auch gar nicht, was auf VIVA läuft, ich sehe die ganzen Sachen nicht. Darüber bin ich auch ganz froh. Ich mache mir Gedanken über meine Welt und gucke auch ab und zu die Nachrichten, um zu wissen, was passiert, aber man wird zu aggressiv davon.

rap.de: In früheren Interviews war zu hören, dass du deine Drogensucht mit Hilfe deiner Familie und einer Therapie überwinden konntest. Was bedeutet Familie für dich?

Bogy: Familie ist heute der größte Reichtum. Meine Familie sind die Atzen mit denen ich chille, mein Vater und meine Mutter. Familie muss nicht immer mit Blut verbunden sein. Das können auch Brüder von anderen Müttern sein.

rap.de: Geht es dir in Bezug auf die Drogen jetzt besser?

Bogy: Von Koks bin ich mittlerweile weg, gestern wollte ich mal wieder. Aber zum Glück habe ich gute Freunde dabei, die mich nicht lassen. Ich bin trotzdem eine verlorene Seele. Alle reden immer so, aber ich bin wirklich gesetzlos. Ich muss frei sein und auch mal ab und zu einen rauchen. An sich ist das scheiße, wenn man nicht mehr so mit seinen Problemen fertig wird. Aber bei mir ist es so, wenn ich aggressiv bin, rauche ich lieber einen, auch wenn das meinen Kopf und meinen Körper fickt. Aber ich bin frei und werde nicht wieder eingesperrt, weil ich durchdrehe. Mein Ziel ist, dass irgendwann ganz weg zu lassen. Mir bringt der Sport viel mehr. Wenn ich nach Drogen gefragt werde, ich bin der Letzte, der die Scheiße verherrlicht.

rap.de: Auf "Kleiner Bruder" scheinst du einiges zu bereuen und an andere weitergeben zu wollen, was du in der Vergangenheit selbst falsch gemacht hast. Warum hast du dieses Lied gemacht?

Bogy: Ich bin durch ganz Deutschland getourt und habe gesehen, dass sogar ich, als eher kleiner Artist, sehr viele junge Fans habe. Manche sind so klein, die haben noch nicht einmal Schamhaare, mit denen dürftest du nicht einmal eine Nutte klarmachen, weil das schon verwerflich ist. Ich wollte dieses Lied machen, weil ich einfach gesehen habe, wenn die sich an meinen Texten hochziehen. Man braucht auch manchmal negative Kraft, aber wenn man manche in dem Alter vor sich hat,  denke ich schon, ist es manchmal gefährlich, wenn die das alles nur von einer Perspektive zu sehen bekommen. Deshalb musste ich "Kleiner Bruder" einfach machen, dass die nicht immer nur hören "Stecherei", "vorbestraft". Wir rappen zwar davon, wir müssen irgendwie ein bisschen positiv darauf abgehen, sonst könnten wir uns ja erschießen, aber dass man immer auch sieht, wir leben so nicht gerne. Ich war jetzt auch in einigen Jugendheimen, habe mit Kids geredet. Jetzt gehe ich bald auch noch an eine Schule. Ich mache das nicht, weil ich denke, ich wäre ein besserer Mensch, aber ich schwöre, wenn ich auch alle hasse, die Kinder mag ich. Kinder sind die Zukunft, das Land geht schon genug den Bach runter. Wenn man da noch systematisch darauf zu arbeitet, dann kann man das ganz vergessen.

rap.de: Viele Leute sehen in euch aber nur diese Rapper, die so tun, als wären sie Gangster…

Bogy: So wie ich sind die wenigsten. Ich bin wirklich vorbestraft, war überall drin, laufe überall lang, ich hustle, mache Geschäfte. Jeder, der dieses Spiel kennt, verherrlicht es nicht. Das kommt definitiv durch Leute wie Bushido usw., die da gar nicht richtig drin waren, die da nur kurz ihren Fuß drin hatten. Da wird dieses Metier nur klischeeartig anerkannt, aber sie wissen gar nichts davon. Die können den Kindern damit auch nichts beibringen, ihnen etwas sagen. Ich denke, wenn man meine Musik versteht, denkt man sich vielleicht, "He, der sagt, er zieht sich zehn Pillen rein und braucht Diacepam zum pennen, aber er ist damit nicht glücklich." Wenn dann sowas kommt wie "Ich zieh die Koka-Line im Schulunterricht", dann ist das einfach nur bescheuert, dazu brauche ich gar nichts mehr sagen. Bei Sido ist das noch cool, er ist mehr so der Freak. Aber Drogen sind einfach unser größter Feind, Drogen machen alles kaputt.

rap.de: Kommen wir zu deinem neuen Album. Kannst du deinen Fans schon sagen, wann es erscheint und was man darauf erwarten kann?

Bogy: Das Album wird im 3. Quartal dieses Jahr auf den Markt kommen, also im späten Sommer, Herbst.  Es wird ungefähr 20 Tracks stark sein. Gefeatured sind die üblichen Verdächtigen,  also das
AGGRO-Lager,  die Adrenalin-Leute,  ich habe ein Lied mit Shizoe gemacht, einem Sänger. Murat ist drauf, Emmat, der noch sehr neu ist, alles noch nicht so bekannte Leute. Dann habe ich mit meinem Atzen Deso Dogg einen Track gemacht, der schon lange geplant war. Wie immer, alle echten Atzen sind darauf vertreten.

rap.de: Wer hat "Willkommen In Abschaumcity" produziert?

Bogy: Überwiegend B-Lash. Es sind auch ein paar Fremdproduktionen drauf. Ein Beat von Bozz Music, einer von Beathoavenz und einer von Shango.

rap.de: Wie lange, denkst du, wirst du noch rappen? Was willst du danach machen?

Bogy: Ich glaube, ich werde das ewig machen, aber ich werde nicht ewig davon leben können. Ich probiere das  Geld, was  wir jetzt machen, dann  irgendwie gut zu  investieren.  Man kann nicht so einfach sagen, was man in 10  Jahren macht.  Ich hoffe, dass dann mein Label stark genug wird und der Nachwuchs dementsprechend gut. Mein kleiner Traum ist, einen Laden aufzumachen. Vielleicht ein Restaurant oder etwas in der Richtung.

rap.de: Meinst du, du kannst dafür lange genug oben mitmischen?

Bogy: Ich verfolge das Konzept, dass ich von der Qualität immer besser werde. Diese ganzen Eintagsfliegen, vor allem auch im Rap, die kommen zwar nicht gleich auf 250.000 Einheiten, wie irgendwelche Silbermonds, aber vielleicht auf 50 – 60.000. Aber die werden sich nicht halten. Wenn du nicht besser wirst, wirst du irgendwann unattraktiv. Wenn man sieht, ein Boxer wird nie besser, ist das unattraktiv für das Publikum. Deshalb hoffe ich, dass das noch ein bisschen laufen wird. Mir ist auch wichtig, mich zu verbessern. Wenn man das richtig macht, funktioniert das auch. Meine Vorbilder sind da die Onkelz. Die haben am Anfang auch klein verkauft, aber über Jahre haben das mehrere Generationen gekauft und um so mehr Generationen du an Fans hast, um so größer wird der Kreis. Ich hoffe, dass die das scheiß Brennen bald in den Griff bekommen. Ich wäre Millionär, wenn man nicht brennen würde.

rap.de: Du arbeitest ja bekanntlich gern mit anderen Leuten zusammen…

Bogy: Aber nicht auf meinem nächsten Soloalbum. Da dürft ihr gespannt sein, da wird kein Feature drauf sein. Ich mache jetzt "Willkommen In Abschaumcity" noch fertig, mit sehr vielen Features, aber auf meinem nächsten Album werdet ihr nur mich zu hören bekommen.

rap.de: Hier einige Namen. Sag uns, was du von denjenigen hältst, was sie dir bedeuten: Berlin Crime und Bassboxxx…

Bogy: Bassboxxx war unser erstes Label, das habe ich stark gemacht. Berlin Crime ist meine Crew, das ist nicht unbedingt das, was die Leute in der Öffentlichkeit sehen, nicht nur diese paar Rapper. Die Menschen sollen nicht denken, diejenigen, die das in den Medien präsentieren, sind der harte Kern. Wir sind hier der harte Kern, wir sind gut mit Leuten wie Frauenarzt und Manny Marc. Das ist unsere Familie, aber das hier ist der "Crime", wir repräsentieren den Crime-Teil. Leute wie ich, Problemkind, usw. Das ist meine Crew.

rap.de: Frauenarzt…

Bogy: Frauenarzt ist wie mein Bruder. Der ruft bei mir an und ich würde für ihn alles blind machen. Er hat für mich auch alles gemacht. Er ist kein Hardliner, wie ich. Diese ganze Gangsterscheiße ist nicht so in ihm drin, er regelt das anders. Er chillt auch manchmal noch mit Amstaff-Leuten, aber bei Frauenarzt sehen wir das alles nicht so eng, weil er ist immer wie ein Diplomat, der hält auch Leute zusammen und schlichtet. Deswegen ist es gut, dass es ihn gibt.

rap.de: Er soll dich ja am Anfang stark mit sich nach oben gezogen haben…

Bogy: Er hatte mich in der Gruppe, einen Führer, er wusste, er hat jetzt Leute hinter sich. Das hat ihn auch stark gemacht. Als ich damals ein guter Freestyler, ohne Studioerfahrung, war, hat er mich extrem gepusht. Er hat mich immer mit raufgenommen, weil er wusste, ich bin ein Rohdiamant. Noch klingt es nicht gut, aber wenn der Dreck abgeschliffen ist, kommt alles ans Licht. Umgekehrt hatte er auch seine Vorteile. Er hätte eine Gruppe wie Berlin Crime nicht durchziehen können, wenn keine Crimers dabei gewesen wären. Er bringt diese ganze Industrie zusammen, bringt uns in die Bravo. Er hat die ganzen Geschäfte eingeleitet, aber wir haben das Team hart gemacht, ich war der Hintermann. Die Leute sehen ja nie, wer da ist, wenn es Stress gibt.

rap.de: Kool Savas…

Bogy: Savas ist eine Berliner Rap-Legende, mit gutem Flow. Er macht sein Ding und ich respektiere ihn dafür. Er gibt mir Respekt und ich gebe ihm das zurück. Wir haben beide unsere eigenen Wege eingeschlagen. Er ist dabei schon ein bisschen weiter, wegen seinem Alter. Savas hat auch immer gute Ideen gehabt, auch wie er das mit Optik macht, Savas ist cool.

rap.de: AGGRO…


Bogy: Das sind auch alles gute Jungs. Auf meinem Album werden auch Sido, Shizoe und B-Tight zu hören sein.

rap.de: ersguterjunge…

Bogy: Ich sehe die nie. Wenn du mit denen Ärger hast, rufen dich irgendwelche Leute von denen an. Ich scheiß auf die, die kommen nie zu mir. Die wissen, wenn die zu mir kommen, müssen sie mir gleich in den Kopf schießen, weil ich die alle absteche. Und wenn sie zu viele sind, hau ich sie auch um, ist mir scheißegal.

rap.de: Was sagst du zum Rest der deutschen Szene, außerhalb von Berlin?

Bogy: Es gibt viele gute Leute. Aber ich muss ehrlich sagen, deutscher Rap berührt mich ganz wenig. Auch wenn meine AGGRO-Jungs jetzt sicher durchdrehen werden, muss ich zugeben, ich geb mir auch gern Azad. Er hat schon eine gewisse Reife und rappt wie ein Mann. Ich kann zwar nicht abschätzen, ob das bei ihm authentisch ist, aber ich glaube, er würde es nicht so gut und lange machen, wenn er das nicht fühlen würde. Bei Azad berühren mich manche Texte wirklich. Ist mir egal, wer was dagegen sagt. Ich höre auch Rap von Bin Laden, wenn er gute Musik macht. (lacht)

rap.de. Was hast du früher in deinen Anfangszeiten gehört?

Bogy: Das ist schon so lange her. Was hat man da gehört? Breakdance-Musik, ein bisschen Heavy Metal, Alice Cooper. Mein Vater hat dann schon die ersten HipHop Sachen angeschleppt. Er hat schon immer HipHop gemocht, er mochte nur nicht diesen Gangster-Scheiß. Ice-T war noch genehmigt. In Westberlin hatte man auch mehr Bezug zu amerikanischem Rap als im Rest von Deutschland, weil hier noch die ganzen GIs waren. Da habe ich dann solche Sachen wie 2 Live Crew oder Run DMC gehört. Wir haben früher auch immer diese ganzen Rap-Shows gehört. Als Kiss FM noch gut war, waren wir auch öfter mal da, haben gefreestyled und unsere Tapes aufgenommen. Alle 2 Wochen bin ich zu einem Atzen von mir gegangen und habe mir stundenlang seine Platten angehört.

rap.de: Du warst ja auch einige Zeit lang im Graffiti aktiv…

Bogy: Ich war mit Rust in einer Crew. Wir waren hier im Süden die erste richtige Bombercrew unserer Generation. Er ist mittlerweile weltweit bekannt, aber leider schon gestorben. Ich hatte dann keinen Bezug mehr dazu. Es ist eine Sache, die sich nicht bezahlt macht. Es ist zwar eine lustige Sache, aber auf der anderen Seite kannst du das nicht dein Leben lang machen. Ich gehe immer noch gern los und kaufe Dosen, wenn Geld übrig ist. Vor kurzem haben sie in der Hall Of Fame meine Hackfresse abgesprüht. Das war alles immer lustig, ich werde immer dieses B-Boy Ding in mir drin haben.

rap.de: Also ist HipHop für dich nicht tot?

Bogy: Ich bin auf jeden Fall HipHop. Ich geh gerne zum Freestyle-Battle, ich schlag mich da nicht, solang da keiner meine Mutter beleidigt. Einfach nur battlen. Ich liebe Graffiti und feiere auch kleine Atzen, die die U-Bahn noch bomben. Ich liebe HipHop. Das beste, was einem passieren kann ist, einen zu rauchen und einen Live DJ zu haben, traumhaft. Auch Beatbox ist geil, leider kaum noch vertreten. Ich mag das alles. Trotzdem bin ich nicht so eine HipHop-Schwuchtel mit langen Hosen oder so. Ich scheiß auf so etwas, aber ich mag das trotzdem. Das ist, als würde es einen Puff geben, wo nur Idioten reingehen, aber die Nutten sind geil. Das bleibt doch ein guter Puff, auch wenn 1000 Idioten da reingehen. HipHop bleibt auch immer noch eine gute Sache. Ich kann nichts dafür, dass jede Schwuchtel das jetzt macht. HipHop ist nicht tot, HipHop lebt!

2 Alben auf einen Streich

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Wie wir am 17.05.06 berichteten, hatten Bone Thugs-N-Harmony einen neuen Deal bei Swizz Beatz‘ Full Surface Records (Interscope) unterschrieben. Auch, dass die Clevelander Crew an einem neuen Major-Album für Interscope arbeitet, was voraussichtlich am Ende des Jahres erscheinen soll, berichteten wir. Doch schon am 19. September soll über Koch Records ein neues, selbstbetiteltes Album erscheinen.

"Fire", so der Name der ersten offiziellen Single, wird in Kürze ‚entfachen‘ und erstmals werden sie ohne Bizzy, der die Crew letztes Jahr verlassen hatte, Material aufnehmen.

Im Sommer wird auch die erste Klamottenmarke von Bone Thugs-N-Harmony "The Line" auf den Markt kommen und Krayzie Bone geht nun mit eigenen Sneakers an den Start.

Chingy bringt neues Album

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Der in St. Louis geborene, afroamerikansiche Rapper Chingy wird am 12. September sein drittes Solo-Album auf den Markt bringen. "Hoodstar" wurde von Jermaine Dupri, Pauly Paul, Timbaland, Trak Starz und Kwame produziert und wird über Slot-A-Lot/Capitol Records erscheinen.

Die erste Single wird "Pullin‘ Me Back" feat. Tyrese sein und als Feature-Gäste wird man Three 6 Mafia, Choppa, Chingy’s Cousin Spiffy, Janet Jackson, DJ Quik und Lil Scrappy hören.

Onlinesingle

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Ab Heute steht für euch die erste Onlinesingle von Prinz Pi aka Prinz Porno im Internet zum Download bereit. Der Track namens "Berlin, Große Liebe" erscheint nicht als physikalischer Tonträger, sondern ist exklusiv und für schlappe 99 Cent bei den entsprechenden Download Portalen (itunes, musicload etc.) zu haben.

Die “richtige” Single-EP "Instinkt" erscheint dann mit Bonustracks und Video pünktlich zum Splash! am 04.08.06, wo Prinz Pi u.a. auf der Hauptbühne auftreten wird. Neben dem gleichnamigen Song werden noch ein Video und 4 weitere Tracks darauf zu finden sein. Das Album "Donnerwetter" (2 CD) und die Premium Edition (3 CD) erscheinen am 22. September.

Rap.de verlost 3 Downloadgutscheine für musicload.de. Checkt unser Gewinnspiel!

Dendemann – Er So Ich So

Mainz wie es singt und lacht, oder was? Dendemänner braucht das Land? True! Drum isser zurück. Nach ewig und drei Tage andauernder Trockenperiode ist nun wieder Land in Sicht – oder besser: „Die Pfütze Des Eisbergs“ – wie Dende sein, hauptsächlich in Mainz entstandenes, im September nun endlich erscheinendes „Bounce Fallera“ zu nennen gedachte. Die erste Single „3 1/2 Minuten“ erscheint am 11.08.2006 (iss gar nicht mehr so lange…), vorab präsentieren wir, mit stolz geschwellter Brust, exklusiv den weiteren Verlauf von „Er So Ich So“ zum Download!

Skize One – Back In The City

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Das am Anfang des Jahres an den Start gegangene Label 80Hz Records ist mit seinem ersten Release draußen. Den geneigten „Back In The City“ Hörer erwartet ein 16 Track starkes Mixtape, welches sich hauptsächlich um Erfahrungen und Eindrücke aus und mit Berlin dreht. Wenn man genau hinhört, wozu sich das Tape durchaus eignet, dann findet man vielleicht  ähnliche Eindrücke, die man selbst schon durchgemacht hat.

So schließt Skize One zum Beispiel in „Is` Nicht Mehr“ mit einer Ex-Freundin ab, um in anderen Songs zu erzählen, dass er in Berlin groß geworden ist und alles – vom ersten Bier bis zur ersten Kippe – in jener Metropole erlebt hat. Sowieso kommt bei diesem Street-Tape seine Berlinverbundenheit sehr zum tragen. Dem Song „Verliebt In Berlin“ gönnt er sogar einen Remix von Frantic mit dem bereits auf seinem Debütealbum „Der Mit Dem Beat Tanzt“  zusammengearbeitet hat.

Auch bei der Auswahl der Features ist eine leichte Gewichtung Richtung Berlin erkennbar. Doc Sun, Jago und die Sängerin Janell geben sich die Ehre. Janell ist auf einem wunderschönem Remix von„Oh Oh“ auf „Back In The City“ vertreten. Produziert hat diesen Beat Lenny aus Köln (Mutant Musik) und hat auch gleich noch einen 24er Verse beigesteuert. Desweiteren haben den bereits erwähnten Beatbauern noch Skize One selbst und sein 80Hz Records Partner Chess Beats für die Instrumentals gesorgt.
 
Der Stimmungsverlauf des Mixtapes geht von tieftragisch sentimentalen Songs wie „Spuren im Schnee“ feat. Jago über Heimatweh und Wiedersehensfreude „Wieder Zurück“ feat. Doc Sun bis zur absoluten Liebeserklärung an die Bundeshauptstadt wie im besagten „Verliebt In Berlin“ und zeigt damit wie wandelbar Erfahrungen mit einer Stadt sein können.

Der gesamte Sinn des Mixtapes sollte so also keinem Hörer verborgen bleiben, jeder wird bei sich selbst Vergleiche ziehen können. Das Konzept scheint zu sein, eine breite Masse an Hip Hop Fans anzusprechen. Obwohl, wie bereits erwähnt, Berlin eine große Rolle auf „Back In The City“ spielt, brauchen Heads aus anderen Städten nicht abgeschreckt sein, denn jeder kann die Songs praktisch auf seine Heimatstadt beziehen. Außerdem hat jeder von uns doch schon so seine Probleme mit Frauen gehabt, oder?

„Back In The City“ ist ein wirklich nettes Mixtape geworden ohne wirklich neue Akzente zu setzen. „Back In The City“ ist jedoch hörenswert und gehört sicher zu den Qualitativ Hochwertigeren Mixtapes die man dieser Tage zu hören bekommt. Es kann durchaus im gesamten überzeugen.

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