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V-Mann/Morlockk Dilemma – Doppelreview: „Fragmente“ und „Index Finest“

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V-Mann und Morlockk Dilemma, zwei Charaktäre, die nicht nur in Sachen Flow und Stil bisher eigene Wege gingen und die wir an dieser Stelle nicht umsonst in einer rap.de Doppelreview nur all zu gerne abfeiern.

Jetzt hat es V-Manns "Fragmente", der Underground-Klassiker von 2004 schließlich doch noch vom Tape auf CD geschafft, und das völlig zu Recht. Denn was V-Mann da geleistet hat, hätte so nicht in der Versenkung verschwinden dürfen. Vom Prenzlauer Berg im Berliner Osten kommt der junge und hörbar hungrige MC und macht mit seinem Funkviertel Camp im Rücken die Dinge in Deutschland anders.
Das fängt bei seiner, zugegebenermaßen, etwas gewöhnungsbedürftigen Stimme, inklusive eigenwilliger Art Worte zu betonen, an. Schnell jedoch rechnet man ihm das als gekonnt eingesetztes Stilmittel an, durch welches die abgehackten, verschachtelten Stakkato-Flows erst richtig zur Geltung kommen. Dabei kann man auch durchaus die Einflüsse von Necro oder MF Doom heraushören, die auch für V-Mann zu den ganz Großen zählen, wenn man seiner Myspace-Freundesliste Glauben schenken kann.
Seine galante Art zu fließen präsentiert V-Mann dann sogleich im ersten Track "Scheisse passiert" über ein smoothes Instrumental, das nach klassischem Boom Bap Material klingt. Überhaupt sind die meisten Beats eher zurückhaltend instrumentiert und die Drums rücken in den Vordergrund. Man muss dazu sagen, dass die meisten Beats vom talentierten V-Mann selbst unter seinem Alter Ego "Hieronymuz" produziert wurden
Das nächste Highlight "20 Takte zum Thron" ist ein schöner Battletrack, über dessen Instrumental auch Lil´ Dap von Group Home ohne mit der Wimper zu zucken einen 16er drübergerotzt hätte. Hörbare Gastparts liefern hierbei Mike Fiction und Funkviertel Kollege Mr. Serch, dessen Namen man mal hinsichtlich zukünftiger Großtaten im Hinterkopf behalten sollte.
Neben den Tracks von 2003/04 befinden sich noch zwei neue Tracks auf "Fragmente". Zum einen das schon seit einiger Zeit im Internet kursierende "Spröde Lippen" im neuen Gewand und das zusammen mit dem Leipziger Morlockk Dilemma eingespielte "Nett".
Insgesamt gesehen hat "Fragmente" trotz seines Mitte 90er Flavours nichts an Aktualität eingebüßt, was vor allem V-Mann´s herausragender Delivery zu verdanken ist. Hoher Qualitätsstandard, man darf gespannt sein was V-Mann in Deutschland noch anrichten wird. Einen Titel soll ihm an dieser Stelle schon mal zugesprochen werden und an dem soll keiner rütteln, V – M – A zum Doppel-N  ist der einzig wahre König vom Prenzlauerberg, no doubt!

(Autor: Dexter: 6 von 7)

Es gibt Gründe, warum wir V-Mann aus Berlin und Morlockk Dilemma aus Leipzig in einer Review abfeiern. Einer ist ganz sicher der ähnliche Rapstyle und auch in Sachen Beats gibt es bei den beiden keine großen Differenzen, hier trifft Wu-Tang ähnliches auf Boom Bap und auch sonst so Einiges, was dem geneigten Untergrund Head mächtig Spaß macht. Eine andere unübersehbare Gemeinsamkeit ist das im nächsten Jahr erscheinende Kollabo-Album der beiden King-Spitter, dessen Releasedate ganz sicher für alle Anhänger von  Untergrundrap ein verdammt guter Tag werden wird.
Bis dahin sollte man wahlweise V-Manns oder eben Dilemmas Album pumpen, denn was sich auf den 20 Anspielpunkten dieser CD abspielt bezeichnet Royal Bunker Cheff Staiger mit: „Battles, Stories, Styles, Bloody Cartoons!". Recht hat der Mann. Inhaltlich wie aber auch vom Rapstil an sich,  hat man Dilemma fast schon perfekt beschrieben, wenn man von Necro oder Non Phixion auf Deutsch spricht.
Während der Mann, der den Anspruch hat alleinig die Leipziger HipHop-Szene zu sein,  schon im „Intro“ aber auch in Tracks wie „Sag Ciao“, „Fuck You“ oder  „Open Your Eyes“, in dem übrigens neben DesertD auch ein gewisser V-Mann gefeaturet wird, gerne Überpunchlines a la  „Du bist kein Pimp dir fehlt das X-Kromosom / Du willst safer Sex, doch deine Freundin erstickt am Kondom“ vom Stapel lässt, belässt er es nicht nur beim Gegner-Gekonnt-Zerlegen sondern versucht sich auch an Tracks mit Konzept. So erzählt er gerne mal die ein oder andere ebenso düstere wie abgedrehte Geschichte, in der es nicht selten um Charakter- oder Geistesstörungen und all die anderen alltäglichen Aussetzer und Abgründe der menschlichen Natur geht. Paradebeispiel dafür ist „Fernsehjunk“, in dem abgedreht humorvoll beschrieben wird, wie Dilemma erst nur geistig und schließlich auch körperlich in der Fernsehwelt versinkt.  Ebenso einfallsreich wie abgedreht kommt der Storry-Teller „Nachbar“ der mal eine andere Geschichte aus’m Block erzählt und über dessen Ende an dieser Stelle nichts verraten werden soll. Alleine „Bonus 2003 Zugrunde Gehen“ feat. Choleriker ist ein eher schwächerer Track, weil auch nach dem 100 Mal anhören die Hook unverständlich bleibt und er mich nicht nur deshalb insgesamt weitaus weniger vom Hocker reißt als der Rest der LP.
Richtig großartig und zum ersten Mal richtig ernsthaft wird es gegen Ende von „Index Finest“. Im unbenannten letzten Track, nennen wir ihn mal „The Party’ s Over“ erzählt Dilemma vom Schicksal zweier Charaktere, die am Ende der jeweiligen Strophe vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Zu viel Party, zu viel Drogen, zu viel Sex: Das ist Stoff für großes Kino mit Sad End. Anders war es auch kaum zu erwarten. Da passt dann auch wieder das Sample vom Anfang des Album gut dazu, der „Gangster No 1“ darf am Ende des Films feststellen, dass er sich zwar als Sieger fühlen darf aber dennoch sein Ziel nicht erreicht hat.  Sein Ziel erreicht hat Dilemma bisher wohl noch nicht, aber er ist ihm näher gekommen und als Sieger fühlen darf er sich nach diesem Hammeralbum erst recht.

(Julian 6 von 7)

Mobla – Ein Elektronischer Brief

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Zulange schon wird das Game von Arroganz, Egoismus und Materialismus bestimmt. Das Problem: Dabei stockt die Weiterentwicklung der Musik. Der Gegenentwurf besteht aus Authenzität, Ehrlichkeit und Kreativität. Mobla vereint dies und bringt mit seinem Produzenten Dead Rabbit, der mit Marsimoto?s Halloziehnation für Aufsehen sorgte einen völlig neuen Sound. Sinn ist in. Rap is next. Die Beweise hier in Form von Downloads mit dem rap.de exclusive „Ein Elektronischer Brief“, dem Track „Der Einsame Mann“ aus dem kommenden „Schlaatz Rot Gold“ Album und dem dazugehörigen Snippet.

Masta Ace – EMC

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Ursprünglich wollte Masta Ace seine Karriere schon längst beenden und die HipHop-Schuhe schon längst an den Nagel hängen. Jay-Z bestätigte ebenfalls den Rücktritt vom Rücktritt, so nahm sich auch Masta Ace ein Beispiel daran. Anscheinend muss es der NYC-Legende, der 2004 mit "A Long Hot Summer" ein grandioses Album ablieferte, noch immer in den Fingern jucken. Kurzerhand gründete er eine neue Crew mit dem Namen EMC, ein verheißungsvolles Quartett mit den Rappern Wordsworth, Stricklin und Punchline. Bei uns könnt ihr 3×2 Karten für den Tourauftakt am 29.11.06 in Berlin gewinnen, einfach hier klicken!
Alle weiteren Dates im Überblick:

29.11. Berlin – Bastard
02.12. Münster – Skaters Palace
05.12. Hamburg – Mandarin
06.12. Duisburg – Hundertmeister
11.12. München – Atomic Cafe
12.12. Offenburg – Kik
13.12. Weinheim – Cafe Central
14.12. Stuttgart – Altes Zollamt
19.12. Kiel – La Luna

2006 BET Hip-Hop Awards

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Durch die 2006 BET Hip Hop-Awards gab es für manch einen schon vorzeitig eine kleine Bescherung. Und zwar durch „Standard-Awards“ wie „Producer Of The Year“, den Jermaine Dupri mitnahm, “Rookie Of The Year” für Chamillionaire oder „Hip-Hop Video Of The Year“ für T.I. mit “What you want”. Dieser wurde zwar ganze acht Mal nominiert, wurde später aber "nur noch" "Hip-Hop MVP" und den Preis für die beste CD.  Des Weiteren gingen aber auch Awards in Kategorien wie „I am Hip-Hop“-Icon an Grandmaster Flash, der Element-Award: „Lyricist Of The Year“ an Common oder “Hip-Hop Hustler” an Herrn Jay-Z. Busta Rhymes bekam dann noch noch den Preis als bester Live-Performer.

Bozz Musik erhält Zuwachs

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Bozz Musik erweitern ihr Produzenten-Team um einen weiteren Künstler: Brisk Fingaz ist ab sofort bei Bozz Musik unter Vertrag. Bekannt für seine Beats für u.a. Spax, Manuellsen,  Curse, Kool Savas & Azad, Sentino, Pal One, Snaga & Pillath, MB 1000, soll er jetzt bei dem Label von Azad zusammen mit Sti, Martelli und M3 & Noyd für die Beats sorgen.
Desweiteren ist nach "Gegenwind" sein zweites Soloalbum für das nächste Jahr geplant. Bestätigte Gast-Feature auf dieser Platte sind Curse, Snaga & Pillath, Manuellsen und Franky Kubrick.

Azad mit RMX-LP!

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Wie wir neulich berichteten, hat Azad mit seinem Seryoga-Feature gut eingeschlagen. Jetzt will der Frankfurter ein Remix-Album für die kalten Tage abliefern. Dieses soll momentan noch vom Kollegen Sti den letzten Schliff bekommen und dann Mitte Dezember in den Läden stehen. Da man sich in der heutigen Zeit, keine Standard-Aktionen mehr leisten sollte, ist auch hierbei für eine Art Special gesorgt. Berichten zufolge, soll jeder der Tracks erneut eingerappt worden sein, um ältere Songs für das heutige Ohr noch ein Stück weit mehr authentischer zu werden. Zu guter Letzt, wird natürlich auch brandneuer Shit vorhanden sein. Watch out!

Manuellsen

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Letzte Woche trafen wir uns mit Manuellsen in unserem Berliner Office, um uns über sein Album "Insallah", aktuelle Geschehnisse und sein Leben zu unterhalten. Dabei kamen einige Tatsachen ans Tageslicht, die uns der Artist von Deluxe Records verriet.


rap.de
: Dein Album „Insallah“ wurde vor genau einem Monat veröffentlicht. Wie bist du mit der Resonanz zufrieden? Hat es der liebe Gott gut mit dir gemeint?

Manuellsen: Der liebe Gott hat es auf jeden Fall gut mit mir gemeint. Die Resonanz von der Szene war überkrass, genau so, wie ich es mir erhofft habe. Ich habe bewusst eine sehr harte Single (Anm. d. Red.: „Meine Zeit“) gewählt, um zu verdeutlichen, was Manuellsen auf dem Kasten hat. Aber, wie gesagt, mit den allgemeinen Reaktionen bin ich sehr zufrieden. Die Leute fühlen meine Lieder und das macht mich sehr stolz.

rap.de: Nach einigen Wochen kann man die Sache mit ein wenig Abstand betrachten. Viele Künstler denken sich im nachhinein, hier und dort hätte man etwas anders oder besser machen können. Kam dieser Gedanke auch bei dir auf?

Manuellsen: Zu 100% wird man als Künstler nie zufrieden sein, das ist einfach so. Zum damaligen Zeitpunkt war ich natürlich voll und ganz zufrieden mit den Sachen, sonst hätte ich die Platte auch nie im Leben zur Veröffentlichung freigegeben. Aber im Großen und Ganzen bin ich stolz auf meine Arbeit und alles ist gut im Moment. Natürlich kann es immer besser laufen, aber ich bin zufrieden, wie es ist.

rap.de: Beim Hören der Platte ist mir der Song „Dear Christin“ besonders aufgefallen. Was bedeutet dir persönlich dieser Song? Erzähle doch mal etwas über die Besonderheit und die Hintergründe von diesem Track.

Manuellsen: „Dear Christin“ ist eine Geschichte, die mich heute nicht mehr beschäftigt. Für mich ist diese Sache längst abgeschlossen. Der Text ist über 5 Jahre alt und die Geschichte liegt noch weitere Jahre zurück. Ursprünglich gab es einen positiven Christin-Song, allerdings habe ich den Text umgeschrieben und daraus ist dann der jetzige Song „Dear Christin“ entstanden. Das war einfach eine wichtige Geschichte aus meinem Leben, die ich unbedingt verarbeiten und erzählen wollte. Auf meinem Debüt-Album hat der Song einen Platz gefunden, denn mir persönlich lag das Ganze schon sehr am Herzen.

rap.de: Viele Künstler unterscheiden sich in ihrer Arbeitsweise. Wie entsteht ein typischer Song von Manuellsen? Schreibst du auch ohne Instrumentals oder generell nur auf die passende musikalische Begleitung?

 Manuellsen: Battle-Tracks und Punchlines schreibe ich überall und jederzeit. Egal, ob im Auto, im Flugzeug oder in der Straßenbahn. Wortspiele und markante Battle-Zeilen schreibe ich auch ohne Instrumental auf, denn bei dieser Art von Texten ist das auch kein Problem. Wenn ich aber einen tiefsinnigen und nachdenklichen Song schreiben will, dann suche ich mir vorab das passende Instrumental, auf das ich dann meinen Text anpasse. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Produzenten spielt bei meiner Musik eine sehr große Rolle. Jeder Produzent hat einen gewissen Vibe, und wenn der Vibe des Instrumentals mit dem Vibe meines Textes übereinstimmt, dann fällt die Arbeit auch automatisch leichter. Ich habe oft eine Songidee, noch lange bevor ich mit den Lyrics beginne. Schließlich suche ich mir den passenden Beat unter den zahlreichen Beat-CDs heraus; somit entsteht aus der Grundidee der passende und ausgearbeitete Text.

 rap.de: Spielt bei dir der Name des Produzenten eine große Rolle?

Manuellsen: Der Name ist mir völlig egal, hauptsache die Produktion klingt fett und bringt etwas Außergewöhnliches mit sich. Von mir aus könnte auch HP von Scooter einen Beat produziert haben, wichtig ist mir nur, dass sich die Produktion von einer Herkömmlichen unterscheidet.

 rap.de: Dein Album ist ja bekanntlich über Deluxe Records erschienen. Hattest du alle künstlerischen Freiheiten oder wurde die Platte stark von Samy Deluxe beeinflusst?

 Manuellsen: Sam war total cool und hat mich mein Ding machen lassen. Ich habe sehr selbstständig gearbeitet, alle Songs im Ruhrpott bei Don Tone und den Shrazy-Jungs aufgenommen, ihm aber immer wieder meine Songs als mp3 geschickt damit er sich ein Bild von der Lage machen konnte. Kurzgefasst, ich hatte alle künstlerischen Freiheiten und genau das macht Deluxe Records aus. Alle Künstler fühlen sich dort sehr wohl, weil sie selbstständig arbeiten können und sich selbst so auf ganzer Linie verwirklichen können. Samy braucht nicht mehr jedem einzelnen Artist reinzureden und ihm genau auf die Finger zu schauen. Dafür hat er auch keine Zeit, da er sich parallel um seine eigenen Projekte und die Geschäfte kümmern muss. Jeder nimmt sich seine Zeit für die individuellen Projekte und legt ihm das Endprodukt auf den Schreibtisch oder drückt es ihm direkt in die Hand. Entweder es gefällt ihm oder es gefällt ihm nicht, aber bisher war er eigentlich immer zufrieden. Er steht jedem Einzelnen mit Rat und Tat zur Seite, äußert seine Kritik und eventuelle Bedenken, aber bisher musste er noch nicht wirklich ein Machtwort sprechen. Natürlich hat er das letzte Wort, wenn es hart auf hart kommen sollte, denn es ist ja schließlich auch seine Firma. Aber, wie gesagt, er verhält sich absolut professionell und ich bin hochzufrieden damit.

rap.de: Viele Leute kennen nun dein Album. Wann werden dich deine Hörer auch live zu Gesicht bekommen?

 Manuellsen: Anfang nächstes Jahr wird es eine Club-Tour mit Pillath& Snaga geben, unsere Booking-Agentur kümmert sich derzeit um diese Angelegenheit. Diverse Leute aus dem Pott werden sicherlich auch mit von der Partie sein. In den nächsten Wochen wird es dann genauere Infos geben. Wenn uns Veranstalter in der Schweiz oder Österreich booken, dann kommen wir auch gerne zu unseren Nachbarn, um dort gemeinsam mit den Fans durchzudrehen.

rap.de: Du sprichst einige Namen aus dem Pott an. Wie siehst du eure Position und mit welchen Augen die Konkurrenz in eurer Region?

Manuellsen: Im Pott gibt es einen krassen Zusammenhalt, das muss man zunächst einmal sagen. Natürlich gibt es auch ein paar schwarze Schafe, auf Grund der jeweiligen Label-Situationen können einfach nicht alle Künstler beliebig miteinander arbeiten. Davon abgesehen zieht aber der Großteil an einem Strang. Ich persönlich respektiere auch alle anderen Crews, die etwas bewegen. Im Pott ist jede Menge Pott-tenzial. Jeder soll sein Ding machen, meine Jungs und ich machen unser Ding. Das Ziel ist, dass der Pott nach oben kommt. Wir leisten garantiert unseren Beitrag mit unserem kommenden Material, das bestimmt ein wenig Welle machen wird. Wir geben Respekt, wollen aber gleichzeitig auch respektiert werden und Respekt bekommen.

rap.de: Vor einigen Wochen wolltest du dich noch nicht zur zweiten Single äußern. Welcher Song wird es nun werden?

Manuellsen: Die zweite Single wird „Dear Christin“ sein. Dazu wird es ein unfassbares Video geben, welches von Snaga gedreht wurde. Er arbeitet bei einer Produktionsfirma, die auch für „Meine Zeit“ verantwortlich war. Es wird ein Bahnbrechendes Video werden, das voll mit Überraschungen gespickt sein wird. Natürlich wäre es nun schön, wenn das Ganze von den Sendern supportet werden würde, aber im Endeffekt liegt die Entscheidung bei Viva und MTV. Wir kriechen niemandem in den Hintern, wir machen einfach unsere Arbeit und hoffen das Beste.

rap.de: Mit „Dear Christin“ wirst du also eine sehr private Seite von deiner Person zeigen. Gibt es eigentlich bestimmte Themen oder Erlebnisse, die du niemals in deiner Musik verarbeiten würdest?

Manuellsen: Wenn mir etwas auf der Seele liegt und ich mein Wissen für ausgeprägt genug halte, um über ein Thema zu schreiben, dann mache ich, was ich will. Wenn ich einen Pickel auf dem Rücken habe, der mich nervt, schreibe ich auch darüber einen Song. Ich mache einfach alles, worauf ich Bock habe, wichtig ist mir nur, dass ich es fühle und es aus meinem Inneren kommt. Ich werde einfach immer machen, was ich will, featuren, wen ich will und Konzerte geben, wo ich will. So ist es und so wird es auch immer bleiben.

rap.de: In einem Interview meintest du, dass dich die „alten“ Ruhrpott-Leute wie RAG oder Too Strong eher weniger beeinflusst haben und deine Augen immer auf die USA gerichtet waren. Welche US-Künstler haben dich und deine musikalische Karriere geprägt bzw. welche Künstler sind deine Favorites?

Manuellsen: Die EP „Willkommen im Dschungel“ von Ercandize ist in meinen Augen ein absoluter Ruhrpott-Klassiker. Ich respektiere gewiss die Arbeit von den Leuten im Pott, aber ich persönlich konnte mit der damaligen Musik nichts anfangen. Bei mir stand die US-Szene immer im Mittelpunkt. Mein Lieblingsrapper ist und bleibt Jadakiss. Das beste Album seit Jahren ist „The Documentary“ von The Game. Das ist wie ein Film und schwer zu toppen. Natürlich haben mich auch die alten Sachen von Snoop Dogg, Dr.Dre und 2Pac geprägt, aber das war im Grunde genommen bei jedem Rapper so. Aber, wie gesagt, „The Documentary“ ist wirklich ein Meilenstein.

rap.de: Vielen Leuten ist bekannt, dass du vor knapp zwei Jahren mit Sandy von den No Angels zusammengearbeitet hast. In den USA sind Pop-Features Gang und Gebe. Timbaland konzentriert sich auf Popmusik, Redman macht einen Song mit Christina Aguilera und alle scheinen keine Probleme damit zu haben. Wirst du manchmal noch für diese musikalische Zusammenarbeit belächelt?

Manuellsen: Jedem Rapper, der mich wegen dieser Angelegenheit belächelt, sollte bewusst sein, dass er auf der Battle-Ebene nicht mit mir ficken kann. Abgesehen davon bin ich in erster Linie Musiker. Sandy ist eine Freundin von mir und hatte für ein Feature angefragt, also warum sollte ich das nicht machen? Von einem 17-jährigen HipHopper, der zuhause vorm Computer sitzt, bei seinen Eltern im Einfamilienhaus wohnt und täglich einen vollen Kühlschrank vorfindet, brauche ich mir einfach nichts sagen lassen. Ich will nicht großkotzig klingen, das ist einfach so. Wenn ich mit Sandy ein Album aufnehmen will, dann tue ich das. Wen hat das zu interessieren? Viele Leute rennen täglich zur Arbeit und müssen ihrem Chef in den Allerwertesten kriechen. Da mache ich doch lieber meine Musik, so erfolgreich wie möglich.

rap.de: Erfolg spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Im Juice-Interview sagtest du: „Ich hab’ ne coole Wohnung in einem guten Viertel, Plasma TV und Schmuck für paar Mille“. Inwiefern würde sich dein Leben verändern, wenn du in naher Zukunft 100 000 Platten verkaufen würdest?

Manuellsen: Überhaupt nicht! Meiner Meinung nach verändern sich eher die Leute im engsten Umkreis durch den Erfolg. Sie sehen dich auf einmal mit anderen Augen. Also bist es nicht immer automatisch du als Künstler, der abdriftet und zum Arschloch wird. Die Leute nehmen Aussagen von dir ganz anders auf als in der Zeit vor dem Erfolg. Das wollte ich zu der Sache sagen, nun zu der eigentlichen Frage. Verändern würde sich nicht viel bei mir. Ich bin nicht gerade der Multimillionär, aber ich habe ein paar Kilo zu viel, also ich lebe ganz gut. Davon abgesehen arbeite ich hart, dafür verdiene ich aber mein Geld. Allgemein ist es einfach so, wenn du arbeitest, dann verdienst du Geld. Arbeitest du härter, verdienst du mehr Geld. Arbeitest du um ein Vielfaches härter, dann verdienst du noch mehr Geld. Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, da musste ich irgendeiner Arbeit nachgehen, um über die Runden zu kommen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei: ich arbeite täglich 24 Stunden, das ganze Jahr rund um die Uhr. Feiertage oder Ähnliches gibt es nicht für mich. Ich habe ein Ziel vor meinen Augen, möchte den Leuten gute Musik abliefern, muss aber dementsprechend hart arbeiten.

rap.de: Viele Newcomer arbeiten zielstrebig und hart. Sentino, Megaloh, Ercandize, Manuellsen, ihr wollt alle ganz nach oben. Allerdings erreichen nur ganz wenige junge Künstler dieses Ziel. Wo liegen die Schwierigkeiten deiner Meinung nach?

Manuellsen: Ich meine, Fler hat das auch geschafft. Der war eine lange Zeit der Schützling von Sido, hat sein Ding gemacht und verkauft nun ordentlich Platten in Deutschland. Es liegt einzig und allein daran, was du für ein Material ablieferst. Wer eine gute Platte macht, der wird sie unter Umständen auch richtig gut verkaufen können. Aber allgemein hören die Leute nur das, was sie hören wollen. Diesen Sachverhalt kann man nicht ändern. Das Hauptproblem liegt in meinen Augen aber ganz woanders. Der Markt wird von Alben und Mixtapes regelgerecht überflutet. Wenn du Glück hast, dann kann einer von zehn Rappern richtig spitten, der ganze Rest ist zum Teil nur schlecht oder einfach nicht mehr als nur Standard. Es gibt einfach so viele Sachen und wenn dann einer sagt: „Also der Typ, der ist wirklich der absolute Hammer, das wird der nächste große Rapkünstler!“, wer soll denn das noch glauben? Ich habe auch schon so viele Sachen gehört wo es im Vorfeld hieß: „Das ist die Musik der Zukunft, der Junge wird mal richtig berühmt…“ und danach dachte ich nur, was für ein Affe! Inzwischen hat sich Lage extrem zugespitzt. Egal, ob jemand rappen kann oder nicht, er veröffentlicht ein Mixtape, kriegt einen dubiosen Independent-Deal und vertickt seine Produkte in der Umgebung. Wenn das alles geile Sachen wären, dann würde es auch mit der HipHop-Geschichte in Deutschland nach vorne gehen. Aber leider Gottes ist der Großteil ein extremer Bullshit, der nichts als überflüssig ist. Und all diese Leute machen den Markt dicht für diejenigen Künstler, die wirklich was zu sagen haben und musikalisch etwas bewegen können. So ist es aber nun mal, that’s what it is.

rap.de: Was erhoffst du dir nun von der Zukunft? Wie sehen die konkreten Pläne deiner musikalischen Karriere aus?

Manuellsen: Ich werde ein „Pottweiler“-Mixtape machen und weiterhin kontinuierlich hart arbeiten, immer versuchen mein Bestes zu geben und alle meine Gedanken bestmöglich auf Papier zu bringen. Allen Leuten, die Manuellsen hören, möchte ich meine Musik auf höchstem Niveau präsentieren und wohin mich dann meine Wege führen, das weiß einzig und allein der liebe Gott.

rap.de: Hast du noch Worte an unsere Leser?

Manuellsen: Macht euer Ding, geht euren Weg und verfolgt weiter eure Ziele. Und Nachtwandler aus dem Forum ist ein Bastard. Vielen Dank für das Interview!

 

Bock auf’n Beat – Prototypen

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„Prototypen“, so lautet der Titel vom neuen Longplayer der Bock auf’n Beat-Riege. Etwas besonderes stellt dieses Album in jedem Falle dar, nicht nur die Rapper und Sänger, sondern auch die Produzenten stehen im Rampenlicht. Insgesamt wurden 15 Produzenten vereint, die gemeinsam mit ihren Favourite-Artist einen Track für „Prototypen“ beisteuerten. Genau dieser Sachverhalt macht dieses Producer-Album zu etwas Außergewöhnlichen und attraktiv für den potenziellen Käufer. Die Jungs von Bock auf’n Beat stellten sich nicht in den Mittelpunkt, sondern ließen eine Vielzahl von Klangvirtuosen an ihrem Projekt teilhaben. Brisk Fingaz, Phrequincy, Montana Beats, Sleepwalker, DJ Tomekk, Plattenpapzt und andere Produzenten stellten ihre individuellen Talente unter Beweis. Das Ergebnis ist eine Platte mit einem sehr breitschichtigen musikalischen Teilbereich; allerdings bringt diese Eigenschaft natürlich nicht nur Vorteile mit sich, sondern bringt folgende Auswirkungen mit sich. Man kommt sich beim Hören wie in einem Film vor, leider sind abrupte Szenenwechsel mit inbegriffen. Die musikalischen und qualitativen Unterschiede der einzelnen Produktionen machen die Platte auf der einen Seite andersartig und sehr reizvoll, auf der anderen Seite muss der Hörer ein größeres und höheres Maß an Aufmerksamkeit und Konzerntration aufbringen, um sich mit dem Inhalt des Produktes auseinander zu setzen.

 Wie jedes Album hat auch „Prototypen“ Höhen und Tiefen, Stärken und Schwächen, gute und schlechte Eigenschaften. Um den Lesern der Review eine Übersicht zu verschaffen, werden die einzelnen Aspekte in zwei Genres gegliedert.

Positive Merkmale von „Prototypen“

Der Song „Salam Alajkum“ zählt zu einem der Highlights der Scheibe. Produziert wurde der Remix-Track von Bock auf’n Beat, als Rapper konnten X-Zibit, Sido und Harris verpflichtet werden. Ein orientalisch angehauchtes Instrumental, gute Flows und drei prächtig funktionierende Rapper ergeben ein Endprodukt, das sich sehen lassen kann. Auch Sleepwalker lag bei der Produktion von "Green" nicht auf der faulen Haut. Als Grundlage für den Beat diente das Sample des Wu Tang Klassikers „C.R.E.A.M“, j.bully erinnert aufgrund seiner Stimme an keinen Geringeren als Method Man. Kein billiger Abklatsch, sondern ein Exempel dafür, dass man einen Klassiker auf eine neue Art und Weise auffrischen kann. Snaga& Pillath liefern mit der Unterstützung von Manuellsen ebenfalls einen hörenswerten Beitrag für „Prototypen“ ab. Produziert wurde der Song von DJ Katch& EFE, die genau so wie Busy, Kellersound und Phrequincy ihre kreativen Fähigkeiten an den Reglern unter Beweis stellen..

Negative Merkmale von „Prototypen“

 
Es ist allgemein sehr schwierig, die negativen Aspekte aufzuzählen. Gewiss ist, dass für jeden Hörer etwas dabei sein wird. Fest steht jedoch auch, kein Hörer wird an allen Songs Gefallen finden. Man findet langweilige, interessante, aussagekräftige, nichts sagende, innovative, ausgelutschte, nachdenkliche, unpersönliche und im Allgemeinen allerlei Rap-Parts mit verschieden Eigenschaften auf der Platte vor. Der eine Hörer bevorzugt das Eine, der nächste Hörer freundet sich mit ganz anderen Details der Scheibe an. Ebenso spricht jedes Instrumental eine ganz eigene Sprache. Auch hier wird es zu Verständnisproblemen kommen, da sich nicht alle Instrumentals auf einem gleichwertigen Level bewegen.

Dennoch muss man dieses Projekt sowie die Grundidee des Ganzen loben. Am Besten bildet sich jeder seine eigene Meinung, hörenswert ist „Prototypen“ allemal.

 

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