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Kampf gegen Aids

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Passend zum heutigen Welt-Aids-Tag hat sich auch Ludacris zu Wort gemeldet. In seiner Funktion als Botschafter der internationalen YouthAIDS-Organisation sprach er in Rahmen der Kampange "Kick me" zu Jugendlichen: " I talk a lot about sex in my music, but you don’t ever hear me talk about condoms. I can’t speak for other rappers, but I think it’s important that I let you know to be safe when you’re having sex. "Young people need to know about HIV/AIDS before it is too late, so it’s extremely important that we talk about it." Auch in Deutschland hat sich, wie letzte Woche erwähnt, Samy Deluxe ebenfalls als Botschafter dieser Aufgabe angenmommen. Falls ihr mehr über Samy`s Aufgabe wissen wollt, lest das morgen auf rap.de erscheinende Interview, was aus diesem Anlass mit Samy geführt wurde.

HipHop Weekend in Rüsselsheim

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Am nächsten Wochenende, am 8. und 9. Dezember, findet in Rüsselsheim zum zweiten Mal das von Zulu Soul & 360 Grad Records präsentierte "HipHop Weekend" statt. Unter den Mottos, am  "Funk & Soul against Aids" und "Rhymes und styles against Aids", wird es ein buntes Programm aus Emceeing, DeeJaying, Freestyling, Bboying und Streetdance für die Jugend, aber auch die Erwachsenen geben: mit Künstlern wie Toni L & Safari Sounds, Mike Crush, Kim & Tessa, DJ Double Dee & Eb Clectic, Dirty Mamas und 1on1-Gewinner Gregpipe mit seiner Crew Baboon.
Da sollte doch für jeden etwas dabei sein!

Offizielle Donnerwetter-Dates!

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Nachdem einige Fans den Kartenvorverkauf für die ersten Städte entlarvt und massenweise Threads in diversen Foren dazu eröffnet haben, haben sich die Verantwortlichen nun entschlossen, die Tour offiziell zu machen.
Im nächsten Jahr dann, im Februar und März 2007, zieht Prinz Pi mit einer großen Tour zum "Donnerwetter"-Album auch durch unsere Regionen. Und damit er sich dabei nicht so allein vorkommt, hat er sehenswerte Verstärkung mitgebracht: da wäre einmal die Berliner K.I.Z.-Crew und außerdem der "Boss der Bosse" KOLLEGAH – es erwartet euch also ein wahres Donnerwetter!
Also – folgende Dates gelten als bestätigt:
       
        09.02.2007  Hagen – Werkhof  
        10.02.2007  Ahaus – Logo
        12.02.2007  Kassel – Musiktheater
        13.02.2007  Stuttgart – Röhre 
        14.02.2007  Bremen – Tower
        15.02.2007   Hannover – Musikzentrum         
        16.02.2007   Neubrandenburg – Zebra Jugendclub
        17.02.2007  Zwickau – Club Seilfabrik  
        23.02.2007  Dresden – Scheune  
        24.02.2007  Berlin – Columbia  Club
        26.02.2007 Frankfurt – Nachtleben
        27.02.2007  München – Backstage   
        28.02.2007  Nürnberg – Hirsch   
        01.03.2007  Karlsruhe – Radio Oriente   
        02.03.2007  Zürich (CH) – Dynamo   
        03.03.2007  Weinfelden (CH) – La Luna Club   
        04.03.2007  Wien (A) – Arena   
        05.03.2007  Graz (A) – Orpheum
        06.03.2007  Freiburg – Jazzhaus   
        07.03.2007  Saarbrücken – Roxy
        08.03.2007  Köln – Underground   
        09.03.2007  Hamburg – Markthalle
        16.03.2007  Kiel – Orange Club

Der VVK beträgt 15,- Euro und AK 18,- Euro
Karten gibts hier oder telefonisch unter 0180 / 33 24 33 (12 Ct./Min.)

Samy Deluxe

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Dienstag, 28. November, Ort: Berlin, Haus der Bundespressekonferenz. Klingt nach einem ungewöhnlichen Ort für ein Interview mit einem Rapper, der erst einmal einer Erklärung bedarf. An jenem Tag fand im Haus der Bundespressekonferenz die Pressekonferenz zum diesjährigen Welt-Aids-Tag statt, an der Samy Deluxe zusammen mit Verona Pooth aka Feldbusch, Benno Führmann und Thomas Hermanns als einer der Botschafter teilnahm. Und da die Teilnahme eines Rappers bei dieser Aktion noch seltsam zu sein scheint, wurden auch wir von rap.de erstmal ausgiebig gemustert. Denn: als wir das Gebäude betreten wollten, kam uns der Pförtner entgegen und fragte logischerweise nach unser Erlaubnis, das Gebäude zu betreten. Als wir ihm erklärt hatten, dass wir hier sein dürfen, und den pompösen Saal betraten, stand er wieder vor uns. "Jungs, dürft ihr wirklich hier sein?", lautete anscheinend seine Lieblingsfrage des Tages. Trotz all der berechtigten Sorgen um blinde Passagiere hätte er vielleicht einfach unsere Angaben, die wir ihm erneut gaben, überprüfen sollen. Er zog sich dann erst einmal zufrieden zurück, und die Pressekonferenz konnte nun auch für uns beginnen. Auf dieser überfüllten Konferenz fiel Samy Deluxe unter all den Leuten gleich auf. Während alle, so schienen auch die Journalisten von ARD, ZDF und RTL sich dem prominenten Ereignis angepasst zu haben, fein gekleidet waren, stach Samy durch sein Cappi, seine weite Hose und Jacke hervor: ein angenehmer Einstieg. Nach einer weiteren Begegnung mit unserem Lieblingspförtner und seiner Lieblingsfrage kamen wir schließlich durch und konnten den Deluxe-Rapper sprechen.
Entstanden ist ein Interview unter besonderen Bedingungen mit dementsprechend etwas anderen Fragen, die sich nicht ausschließlich um HipHop drehen, sondern mehr die Verstrickung von Aids, Politik, Jugend und HipHop behandeln.

rap.de: Als erstes die wahrscheinlich häufig gestellte Frage: kannst du uns mal kurz erklären, was hier genau deine Aufgabe ist bzw. was du dir hiervon erhoffst?

Samy Deluxe: Also, ich bin hier einer von vier Botschaftern für diese Aids-Kampange dieses Jahr. Das Motto lautet: Gemeinsam gegen Aids. Verantwortung übernehmen für uns selbst und unsere Mitmenschen. Die Message ist, glaube ich, ziemlich klar. Ich bin definitiv derjenige in der Gruppe, der dafür da ist, eher die jungen Leute anzusprechen, also die wirklich jugendlichen. Ich beziehe das in erster Linie schon auf die HipHop-Generation, aber natürlich auch auf alle möglichen anderen Leute, die mit meinem Namen etwas anfangen können. Ich denke, dass so eine Message ein anderes Gewicht bei den Leuten hat, wenn es von so jemanden wie mir kommt, als wenn es von irgendeinem Politiker oder Lehrer quasi in den gleichen Worten gesagt wird.

rap.de: Die Tatsache, dass du jetzt als Rapper mitmachst, zeigt das, dass HipHop in Deutschland angesehener ist und die Gesellschaft erkannt hat, was für eine Wirkung der HipHop haben kann? Also, dass es besser ankommt, wenn du es ansprichst, wie du gerade gesagt hast.

Samy Deluxe: Das heißt, dass ich bei den Jugendlichen besser ankomme (lacht). Ob HipHop generell das geschafft hat, ist in Frage zu stellen. Ich wüsste jetzt nicht, wer wirklich außer mir hier sitzen könnte. Weil es ja nicht nur damit zu tun hat, welche Wirkung man auf die Leute hat, allein durch das, was man vorher gemacht hat, sondern auch, wie man sich in dem Feld verkaufen kann, wenn man sich so einer Sache widmet. Und das ist eben was, was mir einfach liegt, weil ich es schon immer gemacht habe. Nicht immer Aids-Prävention, aber ich habe mich immer für Sachen engagiert, die mir wichtig waren. Das war in der Vergangenheit eher Rassismus, weil ich mehr einen persönlichen Bezug dazu habe. Und jetzt habe ich diese Plattform einer der bekanntesten jungen Künstler in diesem Land zu sein, die ein Sprachrohr haben, weißt du. Es gibt hier viele Künstler und Leute in der Öffentlichkeit, die kein Sprachrohr haben, da sie sich nie als Person etabliert haben, die von sich aus was zu sagen hat. Ich merke das selbst in dieser Konstellation, mit den anderen Botschaftern, die alle super nette Menschen und auch sehr engagiert sind. Aber es ist schon was anderes, wenn man Moderator in einer TV-Show (Thomas Hermanns), deutscher Schaupspieler (Benno Führmann) oder ne deutsche Werbe-Ikone (Verona Feldbusch) oder Samy Deluxe ist, der wirklich immer er selbst ist. Ich meine, Verona Pooth ist auch immer definitiv sie selbst, aber so ein Benno Führmann, als Schauspieler, schlüpft meistens in andere Rollen. Er ist nicht als Person die ganze Zeit da draußen, so dass alle sehen, wie er sich fühlt, was er macht und denkt. In dieser Konstellation wirkt es fast ein bisschen natürlicher, was ich mache als was die anderen machen, ohne jetzt das abzuwerten, was die machen. Ich merke es einfach an der Reaktion, wenn ich irgendwo eine Rede halte oder in einer Pressekonferenz sitze. Die Stimmung im Raum istsofort eine andere, weil es nicht dieses vorbereitete "ich muss jetzt dieses ablesen, und meinem Image gerecht werden und meine tolle Message in die Welt bringen" ist, damit sich meine Platte noch besser verkauft, sondern ich sage einfach genau das, was ich in diesem Moment denke. Der Raum entspannt sich sofort, weil die Leute merken, dass es nicht dieses abgelesene "er will das und das rüberbringen" ist, sondern er passt sich der Situation an. Ich glaube nicht, dass irgendein anderer deutscher Rapper das hier so machen könnte. Und wenn er es könnte, würde er es nicht. Es gibt definitiv welche, die genauso rhetorisch begabt sind wie ich, so ein Eißfeldt oder Max Herre. Aber die sind teilweise schon zu politisch, sich auf diese Plattform zu stellen und zu zeigen, ich bin jetzt dies und das hier für Deutschland. Ich habe ja als Schwarzer auch noch mal eine andere Position und für mich ist es noch mal wichtiger in der Öffentlichkeit Sachen zu machen, die dem Klischee, was die Leute von Schwarzen und Rappern haben, widersprechen. Ich komme eben nicht in die Runde und sage: „Jo jo jo, digga, alter, heftig, geil, fett, Fotze, Nutte“, sondern ich kann mich ausdrücken wie die, aber wenn ich in meiner Welt bin, kann ich mich da anpassen, wo die nicht reinpassen.

rap.de: In den Wochen, die sich um den Welt-Aids-Tag drehen, also die zwei Wochen jetzt,  ist das Thema groß in der Politik und den Medien vertreten, aber wie sieht es in drei Wochen aus? Beziehungsweise hat ja die Vergangenheit gezeigt, dass einmal daran erinnert wird und es von allen dann wieder vergessen wird. Was kann man daran ändern?

Samy Deluxe: Ja, genau das Gleiche habe ich eben schon mal in einem Interview ungefragt gesagt. Obwohl ich einerseits diesen Welt-Aids-Tag als gute Institution empfinde, finde ich es auch andererseits schade, dass es immer nur einmal im Jahr ist, dass dieses Thema aufgewärmt wird. Und das Leute nur ein Bezug zu Themen aufbauen, wenn ständig daran erinnert wird, oder wenn z. B. ein deutscher Celebrity auf einmal ein Aids sterben würde. Das würde dann mal lang anhalten und wir hätten sechs Monate am Stück irgendwelche Berichte. Das ist einfach auch ein Problem und das werde ich einfach nicht ändern können, ich kann definitiv diese Medienschwankungen nicht bestimmen. Aber ich kann natürlich trotzdem versuchen, in dem Rahmen die Leute, die sich wirklich für mich interessieren, auch immer wieder daran zu erinnern. Und ich denke, das wirklich wichtige ist ja nicht, dass diese Plakate hängen oder dass dieser Werbesport läuft, sondern dadurch, dass ich Botschafter bin, werde ich auch z. B. von euch, einer HipHop-Seite, angesprochen. Normalerweise hättet ihr mich gefragt: „Wie findest du Bushido? Wie findest du Sido? Und wie findest du, dass deutscher Rap jetzt Gangster ist?“ (Hätten wir nicht 😉 Anm. d. Red.) Und so befragt ihr mich zu Aids. Und das ist wieder eine Diskussionsplattform, um das Thema auf den Tisch zu schmeißen und möglichst lange am Leben zu halten.

rap.de: In einem Interview hattest du gesagt, dass in Amerika, speziell in San Francisco das Thema Aids anders angegangen wird. Ist es da generell präsenter in den Medien?

Samy Deluxe: Auf jeden Fall, insofern, dass auch wirklich schon viele Celebreties, die für das Land wichtig waren, an Aids gestorben sind oder z.B. durch Magic Johnson, der auch schon seit 10-15 Jahren HIV-positiv ist und aktive Aufklärungsarbeit die ganze Zeit am Laufen hat. In San Francisco ist dann ja noch mal das Extra-Phänomen, dass dadurch, dass es eine große Homosexuellen-Szene hat, die Krankheit wirklich sehr verbreitet ist in der ganzen Stadt. An fast jeder Bushaltestelle hängt so ein Plakat, wo tatsächlich die Zahl von Leuten steht, die letztes Jahr in San Francisco an Aids gestorben sind und solche Sachen. So, dass es einem wirklich so erscheint, dass die Krankheit viel näher dran ist, als wenn man hier ist. Das ist natürlich auch einfach eine Sache der Medienvermarktung, weil da auch nicht jeder auf der Straße auf dich zugeht und sagt: „Hey, ich bin Bob, ich habe Aids.“ Also hat man auch keinen persönlichen Kontakt zu den Menschen, aber zumindest sind die Medien und die Stadt irgendwie schlau genug das so zu verpacken, dass es den Leuten ständig ins Gedächtnis gerufen wird. Es gibt auch so viel mehr Aktionen, die berühmte Leute einbinden, z.B. „Knowing is beautiful“ mit Common, eine Kampange, die Leute aufgerufen hat, zum Aids-Test zu gehen. Es gibt, glaube ich, wirklich mehr gezielte Sachen, gerade in der schwarzen Community, weil es da ein sehr großes Thema ist.

rap.de: Wir hatten ja gerade besprochen, dass die Medien ihren Teil dazubeitragen, dass es nicht konstant vertreten ist. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass du mit Leuten zehn Mal zu Pro Familia gehen kannst und die sich nur denken: cool, ich habe schulfrei. Wie kann man diese Menschen dann doch noch erreichen, dass sie vielleicht mal in der Werbepause von GZSZ einen Gedanken darüber verlieren? Ist es dann einfach so, dass sich manche keine Gedanken machen, wie ja auch Thomas Hermanns eben gesagt hat, nämlich dass sie so „dumm“ sind, da sie zwar darüber informiert sind, aber trotzdem drauf scheißen?

Samy Deluxe: Ich denke auch, es ist so ein bisschen so eine Verwahrlosung der ganzen Generation und auch ein Mangel an Selbstliebe. Ihr wisst es ja selber. Kommt ihr hier aus Berlin?

rap.de: Ja.

Samy Deluxe: Euch wird es ja genauso gehen: ihr seid in irgendwelche Schulen gegangen, wo es abgefucktes Lehrmaterial gab, kaputte Tische und kaputte Lehrer, weißt du. Das ist schon mal der Anfang, der Einstieg, wo man dann als junger Mensch denkt: ok, das Land, gibt ein Scheiß auf mich. Dann müssen wir als Männer noch ein Jahr lang Bundeswehr oder Zivildienst machen, wo wir im Endeffekt einen Scheiß zurückkriegen, uns den Arsch aufreißen, ein Jahr Sklavenarbeit machen und wir letztendlich so wenig von diesem Staat kriegen. Wir haben auch als Land so wenig Selbstliebe. Wir können nicht sagen: „Deutschland ist was richtig geiles!“ In Amerika kannst du in Brooklyn ins schlimmste Ghetto gehen und der Typ, der am wenigsten vom Staat profitiert, wird trotzdem noch sagen: „America is a great country, geil, ich fahre jetzt nach Afghanistan und baller ein paar Moslems ab“. (lacht) Das ist natürlich auch ein bisschen Wahnsinn; nicht, dass es was gutes wäre, aber da funktioniert dieser Nationalstolz, obwohl das alles Migranten sind, die da wohnen. Hier in Deutschland funktioniert das eben nicht so. Ich denke, da spielen so viele Faktoren eine Rolle, und ich weiß auch nicht, wie man das ändern kann für die Generation, die da ist. Ich denke, man müsste einfach mal richtig viel Geld  aktivieren, um die nächste Generation in eine andere Richtung zu pushen. Es geht darum, dass jeder das Leben auch als was positives sieht und Lust darauf hat und denkt: ich will zur Schule, ich will danach einen geilen Job haben und ich will später auch einen schönen Ruhetag haben. Die Leute scheißen mittlerweile, glaube ich, drauf, ob sie sich selber oder irgendjemanden anstecken. Das kommt ja bestimmt manchmal wie ein willkommener Ausweg.

rap.de:  Früher haben ja noch mehr sozialkritischen Themen eine Rolle gespielt. Mit der Zeit hat man gemerkt, dass mit dem Gangster-Rap andere Leute ins Geschäft gekommen sind. Warum hat sich das so entwickelt bzw. warum gibt es heutzutage unteranderem nur noch Leute wie Eißfeldt oder Curse, die sich solcher Themen annehmen?

Samy Deluxe: Na, ich denke, es gibt schon auch andere Leute, aber das wird dann nicht gehört.

rap.de: Ich meine die, die dementsprechend präsent sind.

Samy Deluxe: Ja, denn Demos kriege ich viele. Also viele machen sich noch Gedanken, aber wenn die Leute da draußen es nicht hören wollen.

rap.de: Ja, aber woran liegt das?

Samy Deluxe:  An Trends, wenn gerade nur weiß "in" ist, kann ich nicht einen schwarzen Pulli auf den Markt bringen und hoffen, dass er sich verkauft. Das ist ganz einfach , obwohl es keine logische Erklärung dafür gibt, dass nur weiß "in" sein sollte. So ist das dann auch bei diesem Rap-Ding und ich denke, es gibt dann immer wieder so einen Wandel, wie in den Staaten, wo auch alles immer mehr Gangster wurde, und dann kommt so ein Kanye, so ein Lupe Fiasco. Es gibt irgendwann dann wieder auch richtig Bedarf nach diesem anderen Kram, weißt du.

rap.de: Könnten aber nicht gerade die Labels das steuern, also die Trends setzen?

Samy Deluxe: Das glaube ich nicht. Warum sollten sie das auch? Die sind ja Finanzunternehmen,  keine idealistischen Labels. Wir sind ein idealistisches Label. Ich signe jetzt keine Gangster-Rapper, weil ich weiß, dass Gangster-Rap "in" ist. Ich signe Rapper, wo ich denke, die können richtig geil rappen und die erfüllen meine Kriterien, die ich an Rapper habe. Und das sind vielleicht andere, die Savas an seine Rapper hat oder Azad oder Bushido, weißt du, jeder von diesen Rappern, die auch andere Rapper signen. Jeder macht das nach seinem Ding und ich denke, das macht HipHop auch so interessant. Dass es so vielschichtig ist, fast so wie eine Religion, eine ganze Kultur, wo Leute soviel reininterpretieren. Aber es gibt eben auch die verschiedenen Fraktionen: es gibt die Fundamentalisten, die vier-elemente-mäßig die Flagge hoch halten. Dann gibt es mittlerweile die, die sagen: "ich scheiß eh auf HipHop. Ich mache das nur um Geld zu machen, denn eigentlich bin ich Hustler bla bla". Es gibt diese ganzen Richtungen und ich komme definitiv aus diesem HipHop-Ding, aus dem Ur-HipHop-Ding: Grafitti, auflegen, Beats machen und rappen. Das ist das, was ich so mache. Trotzdem kann ich die andere Seite auch verstehen, wenn Leute einfach nicht aus dieser HipHop-Szene kommen und ihr ganzes Leben immer gehustelt haben und dann haben sie auf einmal ne gute Möglichkeit, zu rappen und über den Hustle zu reden und damit Geld zu machen. Ich denke, es kommt dann drauf an, ob es gut gemacht ist oder nicht. Und ich finde, in vielen Fällen hier in Deutschland ist er nicht auf dem Level wie in den Staaten, wo ich sagen würde, dass in den Staaten die besten Rapper Gangster-Rapper sind. Und hier finde ich das rein technisch nicht.

rap.de: Gerade geht ein Video von einem Studenten um, der ein Video zu „24“ von Curse gemacht, passend zum Welt-Aids-Tag. Könntest du dir vorstellen, auch über solche Themen ein Track zu machen?

Samy Deluxe: Ich denke, dass kommt immer drauf an, ob einem der Geistesblitz kommt. Es gibt viele Themen, die mich irgendwie interessieren. Obwohl ich ja viel über Rassismus nachdenke, hast du jetzt ja auch nicht 20 Rassismus-Lieder von mir in meiner Karriere gehört. Es kommt mal hier oder mal da. Man muss einfach die richtige Form finden. Es wäre einfach albern, wenn  jetzt nach so einer Kampagne, nach den Plakaten auf einmal die Samy Deluxe „Stoppt Aids“- Single kommt. Dann kommt das so rüber, als ob ich diese Plattform nutze, um mich zu bereichern. Dabei will ich ja in Wirklichkeit dieses Thema bereichern und versuchen was zu bewegen, was andere Leute hier nicht bewegen können.

rap.de: Das war es dann. Danke, dass du bei diesem Stress hier Zeit für uns gefunden hast.

Danity Kane – Danity Kane

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Während wir uns in Deutschland mit Pseudo-Talentwettbewerben wie Popstars und DSDS begnügen müssen und uns eigentlich eher für die Beschränktheit der TeilnehmerInnen begeistern als für ihr Gesangs- und Rhythmusgespür, sind die Amerikaner wieder mal einen Schritt weiter. Deren American Idol und Popstars brachte Szenegrößen wie Kelly Clarkson, die nicht zu unrecht einige Grammys zu Hause stehen hat, und Rubben Studdard hervor. P.Diddy hatte bis dato wenig Glück mit seiner Making the Band-Serie – die erste Gruppe Da Band brachte nie irgendwas Nennbares zustande und von der zweiten Staffel hat man irgendwie nie was mitbekommen. Nummer 3 scheint ein voller Erfolg zu werden – namentlich „Danity Kane“. Bei uns jetzt erst auf MTV zu sehen, in Amerika bereits Kult und mit der Goldplakette für mehr als 500.000 verkaufte Alben ausgezeichnet.

Doch woran erinnern Dawn, Aundrea, Shannon, D.Woods und Aubrey als Quintett bloß? Richtig – an die Pussycat Dolls. Jedoch liegt der Unterschied schon darin, dass bei Danity Kane bis dato keine Frontfrau im Stil von Nicole Scherzinger existiert. Alle werden gleichermaßen an den Aufnahmen beteiligt und hören lässt sich das Werk somit auch äußerst formidabel. Mit Produzenten wie Timbaland (!?!), Darkchild, Mario Winans, B.Cox und Ryan Leslie war das ja beinahe von Vornherein klar.

Um ehrlich zu sein, habe ich mich dem Pussycat Dolls-Album noch nicht gewidmet, doch ich bin mir anhand der Singles schon ziemlich sicher, dass Danity Kane musikalisch einige Stufen höher anzusiedeln sind. Auch wenn deren erste Single „Show Stopper“ – nebenbei der innovationsfreiste Track des Albums – nicht mal ansatzweise überzeugend daher kommt. Der talentfreie Yung Joc trägt seinen Teil zum niedrigen Niveau des Songs bei.

Nicht das Songs wie „One Shot“, „Ride For You“, „Touching My Body“ oder „Back Up“ neue Wege beschreiten würden und Danity Kane mit ihrem Album nun einen ganzen neuen Pfad im zeitgemäßen RnB bestritten hätten. Doch für wirklich gutes Entertainment mit fünf Frauen, die ihr Handwerk wirklich beherrschen (das Singen), ist das Album allemal gut. Eigentlich kann man die Fernbedienung aus der Hand legen, denn Skippen muss man höchstens bei „Show Stopper“. Wenn Timbo dann solch untypische Bretter im Stil von „Right Now“ hinlegt, wird dem RnB-Liebhaber mit Sicherheit mehr als nur warm ums Herz. Rodney „Darkchild“ Jenkins, der bedeutend den Sound von Größen wie Brandy und Destiny’s Child prägte, ließ mit „Hold Me Down“ einen weiteren Tanzflächenfüller aus seinem Arsenal und selbst der versunken geglaubte „D Dot“ Angelettie trägt mit viel Feingespür dazu bei, dass der Sound von Danity Kane durch sein „Press Pause“ eine weitaus breiteren Rahmen bekommt. Cassie-Schöpfer Ryan Leslie schafft mit „Ooh Aah“ einen nahtlosen Anschluß an seine jüngsten Erfolge und stellt ein weiteres Mal unter Beweis, dass er ein ausgesprochen gutes Gespür für liebevoll zusammengestellte Strings hat.

Nun denkt der ein oder andere: „Wo bleibt die Kritik an Danity Kane’s Gesangsdarbietung?“ Es bedarf nicht wirklich einer Kritik, da das Quintett dermaßen gut harmoniert, dass man ab und an glauben mag, dass sie ebenso viel Erfahrung wie Destiny’s Child auf’s Papier bringen. Das Album ist solide und zeigt sehr gute Ansätze, unterliegt aber ganz klar einer kommerziellen Ausrichtung und wartet deshalb nicht mit sensationellen Überraschungen auf.    

Black Ice – The Death Of Willie Lynch

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Weit vor der Zeit des heute bekannten Phänomens „Rap“ machten sich einige Leute daran, ihre Gedanken in Reime zu fassen. Diese Kunst nennt man heute noch Poesie, Lyrik (griech. Lyra = Leier) oder einfach Dichtkunst bzw. Dichtung. Im Allgemeinen unterscheidet sie sich nicht sonderlich stark vom Rap. Reimschemen wie Paar (aa bb cc), Kreuz  (abab cdcd) und Kette (aba bcb cdc) sind ebenso gebräuchlich wie heutzutage im Rap. Rhythmus und gesangliche Darbietungen waren auch seit jeher Teil der Lyrik, zumindest wenn sie vorgetragen wurde. Genauso verschiedene Betonungen. Worin besteht nun jedoch der Unterschied, der Russell Simmons dazu bewegte, eigens eine allwöchentliche Session namens „Def Poetry Jam“ ins Leben zu rufen, die eben jener Black Ice in den vergangenen Jahren dominierte?

Wenn man sich „The Death Of Willie Lynch“ zu Gemüte führt, wird der Kleine aber feine Unterschied ziemlich schnell greifbar. Der Poet neigt zum Offbeat und widmet sich eher seinen ausgeklügelten Reimen und seiner Message, verliert dabei zwar etwas den Takt, bietet im Gegenzug jedoch eine rhetorische Meisterleistung dar – zumindest über weite Strecken des Albums. Vergleichbares kann man spontan nur mit Nas und 2Pac heranziehen.

Warum Willie Lynch? Genauer gesagt wird dazu nichts, doch man könnte Willie Lynch auch als Synonym für President Bush deuten, der laut Black Ice eine ähnliche Lynch-Justiz betreibt. Seine politischen Ansichten vermittelt der Poet gekonnt auf „The Ugly Show“, auf welchem es heißt: „For so long / they do us so wrong / but we just stand here and take it / nature ripped the mask of, so now they can’t fake it / we stand here butt-naked / n***a, this is your nation’s poor / but you still turn around and ask us and our kids for war“. Hiermit bezieht sich Black Ice auf die Katrina-Opfer sowie auf die Auslandseinsätze der US-Army. Sehr anspruchsvolles Stück.

Das Album bietet einerseits einen dunklen, leicht aggressiven Sound, der von Kampfansagen, politischen Gedanken und repräsentativem Material durchzogen ist. Andererseits merkt man die Unbefangenheit des  Philadelphia Sounds, so wie er von Jazzy Jeff, The Roots und Jill Scott praktiziert wird. Thematisch gibt es dann ein paar Frauengeschichten („Takeyatime“ mit einem überragenden Musiq Soulchild, „Nice 2 Meet U (ft. V)“), Hasstiraden gegen die Industrie („Shine (ft. Natalie Stewart (Floetry)“) und Revolutionstheorien im Sinne eines 2Pac („A Dream transferred“).

Leider hat sich Black Ice nicht ausschließlich auf seine poetisch Finesse berufen, sondern auch hier und da mittels Thematik und Reimrhythmus versucht, sich als Rapper zu profilieren, was ihm bei Songs wie „Hoodwatch“, „Rain Hill“ und „The Beast Within“ eher schlecht als recht gelingen will. Ausnahme hierbei bildet der Opener „The Path“, der den Weg des 34jährigen beschreibt und ihn dabei als Gottes- Krieger zu manifestieren versucht („Some say my words are prophetic, is like the succesion of god’s plan / so stop my progression is like fucking with god’s man“). Schön auch seine Rechtfertigung vor seinen Kindern, bei der er sein Vaterdasein beschreibt und festigt („Lone Soldier (ft. Chinahblac)“).

Wenn Black Ice nicht enorm viel Zeit darauf verwendet hätte, als Rapper überzeugend rüber zu kommen, sondern lieber Raum für seine poetischen Fähigkeiten gelassen hätte, so wäre er weitaus besser beraten gewesen. Als Rapper fehlt ihm die Durchschlagskraft, auch wenn Reimschemen, wie sie auf „The Real“ zu finden sind, anderswo eine Seltenheit darstellen. 

Robin Thicke – The Evolution Of Robin Thicke

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Ob es bei Robin Thicke noch einer Evolution bedurfte, nachdem der Mann mit seinem Debüt „A Beautiful World“, welches aus kommerzieller Sicht leider hinter den Erwartungen zurück blieb, schon eines der musikalischen Highlights des neuen Jahrtausends lieferte, sei mal dahin gestellt. Was der frühere Soapstar von „Unser lautes Heim“ nun mit seinem neuesten Streich zusammengestellt hat, ist jedoch noch näher am Etikett „zeitloser Klassiker“ als es der Vorgänger war. So gehört es sich auch für einen Perfektionisten, zu denen Robin branchenintern gezählt wird. Den Grammy besitzt er schon, Gold- und Platinplatten ebenso, nur leider bis dato nur durch Auftragsarbeiten für Szenegrößen wie Michael Jackson, Usher oder Mary J.Blige. „The Evolution Of…“ dürfte das nun ändern.

Für die Produktion ließ der Allrounder neben sich nur zwei weitere Produzenten ins Studio. Zum einen Pharrell Williams, der Robin gemeinsam mit Neptunes-Kollege Chad Hugo den seichten Background für die erste Single „Wanna Love U Girl“ auf den Laib schneiderte und nebenbei noch einen Sechszehner droppte. Ein sehr schönes Stück Musikgeschichte, dass hier gemeinsam geschrieben wurde, da es sich irgendwie nach Brit-Pop meets Jiggy-Future-Shit anhört, in der Kombination aber eine ganz eigene Ästhetik kreiert. Der andere Regelschieber, der seinen Stuhl an der Seite Robin’s plazieren durfte, war Pro J. Gemeinsam nahmen sie sich dann weiteren 15 Stücken an, die von einer hörbaren musikalischen Unvoreingenommenheit geprägt sind.

„Got 2 Be Down“ mit einer fabulös aufgelegten Faith Evans mag noch als RnB-Duett im Stil von „Gorgy, Porgy“ durchgehen. „Complicated“ hingegen ist weder Ballade noch RnB noch Soul, aber unbeschreiblich simpel und doch zugleich komplex. Anfangs mit einer Klaviermelodie als Ballade konzipiert wandelt sich der Track in der Mitte noch zu einem Uptempo-Blues – zumindest will Robin das so verstanden wissen, schmachtet er doch „I wish I could loose / all of my Blues“. Frauenherzen sollten beim emotionalen „Lost Without U“ in Mr.Thicke schon längst ihren neuen Darling ausgemacht haben. In Stimmlagen, die sonst nur von einem gewissen Michael Jackson oder Justin Timberlake erreicht werden, fleht der Protagonist seine Geliebte an, zurück an seine Seite zu kehren, da er ohne sie verloren scheint.

„All Night Long“ mit (No?)Homo-Rapper Lil Wayne hingegen lässt freudige Stimmung aufkommen und überzeugt durch die gute Interaktion zwischen Sänger/Rapper, welche auf „Shooter“ jedoch noch um Einiges besser funktioniert – wenn nicht gar perfekt – wobei der extraordinäre Beat hierbei auch keine untergeordnete Rolle spielen dürfte.

Rumba und Merengue tanzt man dann zu „Everything I Can’t Have“, einem eigenwilligen Salsa-Cover, das nach mehrmaligem Hören jedoch voll und ganz zu überzeugen weiß. „Can U Believe“, „2 The Sky“, „Lonely World“ und „Angels“ sind doch eher was für die Kleenex-Fraktion und ein zischendes „P***y“ wird hier und da mal von Hatern in Richtung Robin fallen aber eine Legitimierung erfährt diese Vulgärität nicht. Mr.Thicke ist halt mal – wie meinte Michael (Jackson) mal so schön zu Paul (McCartney) – „I’m a Lover not a Fighter“ – genau! Und da kann man sein Herz schon mal für die Öffentlichkeit öffnen. Hört sich auch wirklich gut an, muss man zugeben.

Wer zur heutigen, von Trends bestimmten Zeit noch ein so gefühlvolles Album, dass sich jenseits des Trends bewegt, auf den Markt bringt, dem gebührt Respekt. Robin Thicke ist kein Surfer, kein Wellenreiter. Er tritt jene lieber los. Und eine Rückbesinnung zur Epoche der grenzenlosen Musikalität, der Unikate, der Isaac Hayes‘ und der Stevie Wonder’s (ohne Thicke gleich in jene Liga hieven zu wollen) – wer würde sich dessen verschließen wollen? Die ersten Steine liegen schon (Justin Timberlake, Robin Thicke & John Legend)…

DJ Derezon & Illfated Tre – Serious Connexion

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Bei dem vorliegenden Sampler „Serious Connexion“ handelt es sich um ein DJ-Projekt von den beiden Berliner DJ`s , DJ Derezon und Illfated Tre, die im Januar nach New York geflogen sind, um talentierte amerikanische Rapper mit deutschen MC`s zu verbinden.  Herausgekommen ist ein Album, auf denen amerikanischen Rapper wie Cory Gunz, Lord Tariq, Raks One mit deutschen Rappern wie Kool Savas, Curse, Afrob, Sido, Harris und Megaloh auf einem Album rappen.

Ich fange am besten gleich mal mit dem negativen Aspekt des 18 Tracks starken Albums an und komme so zum positivsten Aspekt des Albums: die Aufteilung der Lieder. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die besten Stücke am Anfang der CD sind, und man so den Eindruck gewinnt, die Lieder am Ende sind nur noch Füller. Unter den ersten neun Liedern finden sich Features von Savas, Curse, Sido, Megaloh, Lord Tariq und Siamak, die dieser Platte ihren Charme geben. Diese Lieder sind auch das große Plus dieser Platte. Beginnen tut es mit „So Hot“, produziert von Illfated Tre, feat. Kool Savas, Moe Mitchell und Cory Gunz. Auf einen übergeilen, dunklen alarmierenden Beat legt sich passend die soulige Stimme von Moe Mitchell, während Cory Gunz und Savas gelungene Rap-Passagen an den Start legen, wobei Savas mit seinem üblichen Stimmwechsel (laut/leise-Betonungen) arbeitet: „Alles, was wir in Angriff nehmen, is so hot." In diesem Fall muss ich einfach zustimmen: absolut geiler Track. Gefolgt wird er von Propain und Curse mit „Rapper“ von DJ Derezon. Auf einen Kopfnick-Klatsch-Beat werden wortreich alle Rapper vernichtet, während das Lied auf einen einzigen Reim in Deutsch und Englisch geführt scheint: Rapper. „Der Club-Rapper, ihr definiert euch über Schmuck-Rapper…“. Hörenswert! Ebenso hörenswert ist „Fat Gold Chain“ feat. Sido, Peter Gunz, Lord Tariq, Cory Gunz und Rain, wobei Sidos gewohnt ironischer Part mich irgendwie an „Meine Kette“ erinnert hat: „Ich bin ein Junge von der Straße, ich mache immer einen harten … Ich will keine Kette, die so dünn ist wie ein Streichholz, sie soll so dick sein wie ich und aus Weißgold“. Auf dem Gimmo Mo Records-Sampler hatte mich der Berliner Siamak noch durch seinen starken Flow begeistert, und hier glänzt er zusammen mit Raks One mit einem angenehm ruhigem, nachdenklichen Lied, „Life“, auf einem klassisch-kräftigen Beat. Das knallharte „Back 4 more“ feat. Megaloh & Mafi G. sowie „Pimp Clap“ feat. Lord Tariq , das einen genialen absolut tanzbaren Schnalz-Beat à la  "Drop it like it’s hot" hat, sind weitere gute Lieder auf dieser CD. Ansonsten sind mir zu viele durchschnittliche Füller wie z.B. das langweilige „U Don’t“, produziert von DJ Derezon, feat. Leanah Cane, KA-I-A und Vanessa Mason oder das erscheckend reimschwache „Dem Abgrund so nah“ ("Motherfucker, was willst du tun, du kannst nix tun, guck zu, wie ich dein ganzes Leben abfuck") von Prime Evil, Autodidakt & Brian Lee Voice aufgefallen. Und diese Füller nehmen zum Ende hin leider zu: z.B. "If you hear this" feat. David Banner & KA-I-A oder "Off the Ship" feat. Grand Agent waren einfach nicht mehr notwendig.

Schade! Das Album hatte so positiv begonnen und endet leider im Durchschnitt. Ich hatte mir nach den ersten Liedern mehr, ein richtig gutes HipHop-Album erwartet. Musikalisch legen die beiden DJ`s grundsolide, gut produzierte Werke mit einigen besonders starken Beats vor, doch leider schaffen einige der Rapper nicht, dies zu nützen, und das Album versinkt in der Masse der Rap-Alben dieses Jahres und streckt nur manchmal seinen Kopf hervor.

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