Damit ihr, unsere sehr geschätzte Userschaft, endlich auch einen Einblick in unseren Alltag und darüber, was bei uns viel diskutiert wird, bekommt, haben wir uns dazu entschieden, einen eigenen Weblog zu eröffnen. Diesen Weblog erreicht ihr hier oder über die Startseite. In regelmäßigen Abständen werdet ihr dort nun Neuigkeiten, Meinungen und Diskussionsstoff bekommen. Wir freuen uns auf euren Input und wünschen vorerst viel Spaß beim Lesen.
Kanyes Mutter tot
In der Nacht auf Sonntag ist Dr. Donda West, Kanye Wests Mutter, überraschend gestorben. Über die Todesursache ist bisher nichts offizielles bekannt, es gibt aber Gerüchte, dass ihr Tod Folge von Komplikationen nach einer Schönheitsoperation sei.
Kanye, der sich zum Todeszeitpunkt in London aufhielt, ist auf dem Weg nach Hause.
Seine Mutter, die 31 Jahre lang Englischprofessorin und Leiterin der Englischfakultät der Universität in Chicago war, hatte diese Position aufgegeben, um als Kanyes Managerin zu fungieren. In seiner Musik, seinen Texten wurde seine enge Beziehung zu ihr immer wieder deutlich, bestes Beispiel ist der Track „Hey Mama“ auf „Late Registration“, der ihr gewidmet ist. Anfang des Jahres hatte sie das Buch „Raising Kanye“ herausgebracht, das nachzeichnet, wie sie ihn aufzog, von ihren Erlebnissen mit ihm als Mutter und später als Managerin berichtet.
Der Chicago Rapper Rhymefest sprach sein Bedauern im Namen der Chi Town Hip Hop Community aus: “We all came in the crib and she fed us when we had nothin‘, when there was no record deals. She brought us in…She was a mother for a community, and a mother for one of Chicago’s greatest heroes." Dr. Donda West wurde 58 Jahre alt.
R.I.P.
Jan Delay arbeitet an neuem Album
Jan Delay arbeitet momentan akribisch an seiner neuen Platte, zusammen mit Disko No.1, und wird im Dezember noch mal einige Auftritte geben. Gute Aussichten, denn kürzlich verlängerte er seinen Vertrag beim Majorlabel Universal. Reggae, Funk.. was kommt als nächstes? Egal, die Managing Direktoren Tom Bohne und Daniel Lieberberg von Universal freuen sich auf die gemeinsame Arbeit mit dem wohl „spannendsten deutschen Künstler überhaupt“.
Alle Jahre wieder…
Nachdem wir uns im letzten Herbst ja noch viele Sorgen machen mussten ob es ein splash! 2007 überhaupt geben würde, steht nun bereits der Termin für 2008: Das splash! 2008 wird vom 11. – 13. Juli stattfinden und auch nächstes Jahr auf der Halbinsel Pouch in Bitterfeld (Nähe Leipzig) gefeiert werden. Tickets können bereits seit dem 1. November erworben werden. Das splash! geht hiermit in Runde 11 und ihr könnt euch sicher sein, dass die Organisatoren auch für nächstes Jahr versuchen werden euch ein Line Up der Extraklasse zu bieten. Sobald es hier erste Neuigkeiten gibt, erfahrt ihr sie von uns.
DJ Vadim – The Soundcatcher
Wenn es so etwas wie europäischen Hip Hop gibt, dann wäre ein gutes Beispiel dafür DJ Vadim, besonders mit der hier zu besprechenden Platte „The Soundcatcher“. Dabei ist hier nicht die eigentliche Sprache gemeint (gerappt wird auf diesem Album sowohl auf englisch als auch auf französisch), sondern die musikalische Sprache und Ausdrucksweise. DJ Vadim selbst ist in der Szene ja kein Unbekannter. Hat er doch schon als Promoter, Radiomoderator für BBC und sogar als A&R gearbeitet. Vor allem aber als DJ und Producer; in dieser Funktion hat er sowohl schon viele eigene Projekte – zum Beispiel The Isolationist, die spanische Combo 7 Notas 7 Colores und ganz aktuell One Self – gestemmt, als auch Soloplatten und Produktionen für The Roots, Dilated Peoples oder The Pharcyde realisiert.
Europäisch also, was hat man sich darunter vorzustellen? Wer One Self kennt, wird es in ungefähr wissen, wobei man dieses Album nicht darauf reduzieren kann. Man erkennt sehr deutlich, dass auf der einen Seite DJ Vadim ein maßgebliches Rad im musikalischen Getriebe von One Self ist und dass er auf der anderen Seite auf Solopfaden noch darüber hinausgeht und mit Sicherheit mehr als einmal über den Tellerrand der Hip Hop Musik hinausschaut – vielleicht macht ihn das noch europäischer, obwohl er ja aus Russland kommt und in New York lebt.
Zunächst aber mal zum allgemeinen Sound: schon allein der Sound der Drums unterscheidet sich ganz klar von gängigen Hip Hop Produktionen, es bangt nicht immer ganz so dolle, dafür finden sich aber immer wieder erstaunliche Elemente darin, Percussions, die man so nicht erwarten würde, oder einfach auch Snares, die einem schon deswegen im Ohr kleben bleiben, weil man sie in dieser Form noch nicht gehört hat. Experimentell eben. Man kann dies von zwei Seiten betrachten. Entweder man sagt „Hey, Hip Hop Drums MÜSSEN einfach bangen, das hier kickt mich nicht!“ oder eben „Hey, das ist ja interessant…“ Die Meinung des Autors ist, dass es auf den Anlass ankommt. Sicher ist der ein oder andere Track clubtauglich genug, aber viele aber eben auch nicht. Letztere scheinen auf ein anderes Publikum oder andere Lokalitäten abzuzielen. Gemeint ist hier die viel (und auch oft zu recht) beschimpfte und trotzdem nicht totzukriegende „Loungemusik“. Freilich hat DJ Vadim, ein bekanntlich kreativer und smarter Kopf, seine eigene Interpretation dessen, geht musikalisch einwandfrei mit den Komponenten um und wird es vielleicht auch gar nicht so gemeint haben. Doch diese Mischung aus Hip Hop, Dub und oft auch Reggae/Dancehall hat einfach diesen relaxenden Appeal und die Sänger oder Rapper (unter ihnen natürlich die One Self Crew Yaroh Bravo, Blum Rum 13, sowie auch der überzeugende Sänger Emo oder der Rapper Zion u.v.m.) scheinen deswegen auch oft unterzugehen im bedrohlichen Synthiegewitter, gestützt von abgefahren verzerrten und durch alle möglichen Effekte gezogenen Gitarren oder Bläser.
Auf der anderen Seite gibt es wieder positive Beispiele für diese abgedreht „loungigen“ Soundscapes, zum Beispiel die Nummern „Saskatoon“, auf der er sich die Bläser von der zur Zeit sehr angesagten „Young Blood Brass Band“ holt oder „sd1“, ein sehr reduziertes, fragiles Groove-Werk. Beide kommen somit auch ohne substanziellen Vokalbeitrag aus und bestechen einfach durch die kreative Verwurstung des vorhandenen musikalischen Materials – allerfeinste DJ- bzw. Produzentenarbeit.
Hervorzuheben sind besonders auch die Tracks, die das Midtempo-Gefielde verlassen und vollkommen andere Wege gehen, wie zum Beispiel „Kill Kill Kill“, ein gefährlicher Uptempo Joint, auf dem der französische Rapper Big Red doubletimemäßig alles killt. Damn.
Dann wäre da noch der orientalische Dancehall-Groove „Like The Wind“ ft. Deuce Eclipse und „Got To Rock“, eine vollkommen andere Baustelle; zu hören sind hier synthetische Houseklänge und ein entsprechender Beat, ganz im Stile von Jazzanova – Europa eben. Kann man schon mal machen. Schwach hingegen sind die Reggaeversuche des DJs. Da wird der Grundgedanke, das Grundgerüst und alles, was einen guten Reggaegroove ausmacht, dermaßen weichgespült, dass es einem wirklich schaurig zumute wird. Bitte nicht!
Das Album klingt aus mit einer Liveaufnahme von „Talk To Me“. Dub trifft Detroit, sozusagen. Ein versöhnlicher Abschluss, wenn man über den noch danach zu hörenden und vollkommen unnötigen Remix von „Kill Kill Kill“ hinwegsieht.
Kool Savas – Tot Oder Lebendig
Jeder kennt ihn, den ungekrönten König aus dem Adelsgeschlecht Optik: Kool Savas. Fünf Jahre habt ihr darauf gewartet, dass ein Album erscheint, nun ist es soweit, man muss allerdings betonen, dass sich SA in dieser Zeit keinesfalls aus dem Rapgeschäft zurückgezogen hat. Doch nach etlichen Mixtapes, einem Remixalbum, der Azad-Kollaboration und dem Optik Lablesampler, musste die Zeit für etwas Eigenes kommen, etwas, dass seiner Führungsrolle im Deutschrap gerecht wird. Deshalb war die Erwartung extrem hoch, genau wie auf der anderen Seite die Ansprüche von Savas an sich selbst.
Das Intro ist der absolute Wahnsinn, wohl auch weil ich beim diesjährigen Splash! ein Teil der begeisterten Crowd war, die sich lautschreiend auf dieser Platte verewigte. Er fängt langsam zu rappen an und steigert sich in einen unglaublichen Wortschwall hinein, mir kommt es vor wie ein zusammenhängender Satz, atemberaubend im Einklang mit Mels Melodie. Der Sound ist überhaupt sehr vielschichtig und auf höchstem Niveau, gesamplete Live-Sounds aber zum Beispiel auch eingespielte Pianos machen das Album zu einem musikalischen Erlebnis, das sogleich gar nicht so einfach zu begreifen ist, Nuancen der Vollkommenheit, dem fahrlässigen Ohr verborgen. Obgleich Savas technisch unglaublich flowt fehlt bei den dominierenden Battletracks inhaltlich Originalität, Ironie und das gewohnt Extreme. Ausnahmen sind Lines wie „Hier isser euer bester Freund Kool S A, ich will diese ganze Welt zerstören: U S A“. Vergleiche, alle aus "Der Beweis", wie "Ich pust dich aus wie eine Kerze" oder "Was ihr sagt ist ohne Inhalt wie ein Sack, der kein Samen hat", sowie ähnlich "Mein Flow ist wie warmer Samen voll ins Gesicht", erscheinen hier zu bider und seltsam. Die verzerrte Stimme im selben Song ist einfach nur kitschig, was hat sowas denn bitte in einem Savas Song zu suchen, dazu auch noch in der ersten Singleauskopplung, gab es denn wirklich keine andere Idee die Hook umzusetzen? "On Top", ist ein ehrwürdiger Nachfolder von "All 4 One", obgleich ich diese Guck my man und On Top my man Phrasen als eher überflüssig und peinlich empfinde. Gut, dass der Text sonst als Mutmacher durchgeht, auch der Part vom Feature Azad. Ein weiterer Gast ist der hauseigene Moe Mitchell, ein unglaubliches Gesangstalent, dieser scheitert bei seinem Part in "Essah" eher am Text, der sich einfach nicht von ihm singen lassen will, jedoch kreiert er mit seiner Stimme und seinen Worten in "Melodie" einen unfassbaren Kehrreim. Wohl das intensivste Lied auf dem Album, welches mir persönlich die Antwort auf die Frage ob Tot oder Lebendig letztendlich erleichterte. Denn dies ist keine einfache Frage. Es kommt mir so vor als wäre Savas’ technisches Können seinem lyrischen vorraus, nicht, dass die Worte nicht passen würden, denn das tun sie, sondern sie lassen zu oft wenig assoziieren. Inhaltlich befindet er sich unweit von dem Level entfernt, auf dem er sich vor fünf Jahren schon befand. „Krank“ passt da überhaupt nicht in die eben beschriebene Sparte, aber rechtfertigen fünf geile Lieder von 12 ( Minus ein Dede Skit) seine Rolle? Das ist immerhin fast die Hälfte und deshalb kann die Antwort auf DIE Frage von hier aus nur eine gespaltene sein. Savas machte ein verflucht (in dem Sinne) gutes Album, nicht mehr und nicht weniger. Savas war und ist seiner Zeit voraus, doch ist er nicht mehr uneinholbar.
„Vote 4 Obama“
Rapper Common tauchte jetzt in einem Werbespot für die öffentlichen Institutionen auf und zeigte damit, dass er es mit der Unterstützung für den demokratischen Präsidentschaftsanwärter Barack Obama ernst meint. Diese neuste Kampagne, mit Namen „Get-Out-The-Vote 4 Obama“ ist das Produkt eines landesweiten politischen Netzwerks, das gegründet wurde, vor allem um die Wahlbeteiligung in Kalifornien unter jungen und schwarzen Menschen erhöhen. Durch das Engagement für hoffnungsvolle Kandidaten auf allen Regierungsebenen, die „unsere Vision teilen“ wollen sie dies erreichen.
„Ich wähle Obama, weil er einfach da ist, um etwas Gutes auf der Welt zu tun“, sagt Common in dem Video, das es auf www.votehope2008.com zu sehen gibt.
Er hält damit die Flagge hoch für eine Kultur, die noch nie in ihrer Geschichte unpolitischer war als heutzutage. Gemeint ist natürlich die Hip Hop Community. Gerade dem Erfolg seines Albums „Finding Forever“ wird es wohl zu verdanken sein, dass er mehr und mehr Gehör finden wird unter den Leuten, die poltisch desillusioniert sind, für die es aber umso wichtiger wäre, einen Kandidaten zu wählen, der für sie eintritt.
Wu- Tang vs RZA
Raekwon und der Rest der Wu– Mitglieder sind über die Führung RZAs sehr verärgert. Und das in einem so großen Ausmaße, dass sie ihm drohen, ein weiteres Album ohne ihn zu veröffentlichen, wenn der 8 Diagrams Sound nicht geändert werden sollte.
"Rza’s tryin‘ to create too much of a orchestra, piano…he’s trying to do too much of this guitar shit like he got a guitar on his fucking back," sagte Raekwon. "We don’t want that and the fans don’t know us for that."
Die Differenzen begannen als die Wu– Mitglieder den neuen Sound von RZA kritisierten, der sich laut Rae folgendermaßen rechtfertigt: "This is a new sound trust me, I know where I’m at and I’m the Rza, just trust me." Doch Reakwon und der Clan haben darauf keine Lust: "No, we’re not trusting you because we’re not walkin‘ outta the studio happy. It’s his vibe. He’s like a hip-hop hippie right now."
Nach dem ganzen Hin und Her, wie Raekwon mitteilte, weigert sich RZA immer noch etwas an der Musik zu verändern außerdem sei das Album so gut wie fertig aber niemand, außer RZA, sei mit dem Ergebnis zufrieden: "If this album goes that way, its gonna be a big shock to the game." Also gute Chancen auf einer weiteres Album mit dem Namen Shaolin vs Wu Tang, allerdings ohne den guten RZA.




