Kontra K hält sich mit seinem neuen Album „Aus dem Schatten ins Licht“ auch in der zweiten Verkaufswoche noch unter den ersten 20. Nachdem er letzte Woche auf Platz 2 der deutschen Albumcharts einstieg- direkt hinter Fler also – platziert er sich diese Woche
digitalluc – waitwait EP (Download)
Nach den ersten knisternden und rumpelnden Tönen der „waitwait“ EP von digitalluc sollte das Herz des geneigten Vinyl- und Boombap-Liebhabers bereits höher schlagen. Hier wurde tief in den Crates gediggt, um smoothe Jazz- und Swingsamples auszugraben, die den neun Anspielstationen zu einem solch skizzenhaft-entspannten Soundteppich verhelfen.
Gegen ein freiwilliges Entgelt via Bandcamp erhältlich oder einfach streambar, kann man mit „waitwait“ nicht viel falsch machen, wenn man einfach mal abschalten und sich berieseln lassen möchte. digitalluc dürfte dem geneigten Hörer unter anderem durch seine Produktionen für SSIO und Edgar Wasser ein Begriff sein. Ein Gastbeitrag von Sichtexot Knowsum, auch als Produzent des Duos Luk&Fil bekannt, ist übrigens auch vorhanden.
Charts: Fler mit „KKKMM“ in der zweiten Woche noch immer Top 20
Fler macht es sich mit seinem neuen Album „Keiner kommt klar mit mir“ in der zweiten Verkaufswoche auf Platz 16 der deutschen Albumcharts gemütlich. Mit „KKKMM“ gelang dem Berliner letzte Woche das erste mal eine Platzierung an der Chartspitze. Sein letztes Album „NDW2“ belegte den zweiten Platz.
“Keiner kommt klar mit mir” ist das erste Soloalbum, das Fler unter seinem CCN-Namen Frank White veröffentlicht. Dieser Schritt gilt als Reaktion auf Bushidos Entscheidung, “Carlo Cokxxx Nutten 3” ohne Partner zu veröffentlichen – ebenfalls eine Premiere. Wer ein gemeinsames „CCN3“ hören möchte, kann sich das Mashup-Mixtape „CCN3 Reloaded„ anhören.
Wir sprachen mit Fler ausführlich über sein neues Album. Zur Review von “Keiner kommt klar mit mir” geht es hier.
Charts: Zugezogen Maskulin mit „Alles brennt“ in den Top 20
Zugezogen Maskulin charten mit ihrem neuen Album „Alles brennt“ auf Platz 20 der deutschen Albumcharts. Dies gab GfK-Entertainment bekannt. Da es sich beim Longplayer um das Debütalbum des Duos handelt, ist dies natürlich auch die erste eingespielte Chartplatzierung.
Zur Scheibe, die am 13. Februar erschien, koppelten Grim104 und Testo bereits “Plattenbau O.S.T.”, “Endlich wieder Krieg” und das Video zum Titeltrack des Albums aus. Hier gibt es außerdem unsere Review.
Nachdem das Duo 2010 mit “Kauft nicht bei Zugezogenen” auf der Bildfläche erschien, verbreitete sich der eigensinnige Style der bekennend zugezogenen Berliner im Untergrund wie ein Lauffeuer. Knappe drei Jahre später unterschrieben die ehemaligen rap.de Praktikanten Grim104 und Testo einen Vertrag beim Hamburger independent-Label Buback Tonträger.

Alles Brennt (Ltd CD Boxset Inkl.T-Shirt Gr.L / Textheft / Sticker)
Charts: Bushido mit „Carlo Cokxxx Nutten 3“ an der Spitze
Bushido kann sich mit seinem neuen Album „Carlo Cokxxx Nutten 3“ erwartungsgemäß die Spitze der deutschen Albumcharts sichern. Wie GfK Entertainment vorab mitteilt, steigt „CCN3“ von 0 auf 1 ein. Zudem gibt der Berliner bekannt, dass sich aktuell zwölf der 14 Songs in den Top 100 Singlecharts befinden.
Es dürfte kein allzuneues Gefühl für Bushido sein. Auch Bushidos letzte drei Album „Sonny Black„, „AMYF“ und „Jenseits von Gut und Böse“ hatten die Albumcharts jeweils auf der #1 geentert. Der Soundtrack zu seinem Film „Zeiten ändern dich“ hatte es dagegen nur auf Rang 2 geschafft.
Die Top-1-Platzierung hatte sich außerdem schon vor einer Woche abgezeichnet. Laut dem Berliner hat sich das neue Album bereits am ersten Wochenende 52.000 mal verkauft. „CCN3 holt sich Freitag und Samstag Platz 1 mit über 52000 verkauften Einheiten„, so Bushido letzten Montag. Das Album ist am Freitag, den 13. Februar erschienen. Hier geht es zur Review. Wir sprachen mit ihm über das Album sowie diverse andere Themen.

CCN3 chartet auf Platz 1 außerdem charten insgesamt 12 von 14 Songs in den Top 100 Single Charts!!!! Danke für den Support!!! #egjsupermacht
— Bushido (@bushido) February 23, 2015
Hanybal – Frankfurt Brudi feat. Haftbefehl (Video)
Hanybal lässt mit „Frankfurt Brudi“ einen klassischen Heimatstadt-Representer von der Leine. Verstärkung liefert Azzlackz-Labelboss Haftbefehl, dessen legendärer Ausruf „Nix mit Hollywood – Frankfurt Brudi“ nicht nur als Namensgeber, sondern auch als Cut in der Hook verwendung findet. Die Produktion des Songs übernahm Farhot. Am 27. Februar erscheint Hanybals Debütalbum “Weg von der Fahrbahn“.
Das Cover sowie die Tracklist präsentierte Hanybal bereits. Bisher koppelte der Azzlack die Videos „Aufgeben„, „Endstufe“ mit Olexesh und „Was los“ mit Haftbefehl aus. Außerdem ließ er bei Disslike einige boshafte Kommentare über sich ergehen.

Kaveh über rechte Tendenzen im Deutschrap (Kommentar)
Kaveh aus Berlin beschäftigt sich in einem längeren Beitrag mit politischem Rap in Deutschland, insbesondere dessen nationalistischen und rassistischen Auswüchsen. Dabei stellt er einige sehr interessante Thesen auf, die durchaus als Diskussionsanstoß dienen können. Und genau dies tue ich hiermit, indem ich seinen Artikel nicht einfach kommentarlos wiedergebe, sondern gleich in die Diskussion einsteige.
Eine seiner Hauptthesen ist, dass sich Deutschrap unter dem Einfluss eines gesellschaftlichen Klimas des zunehmenden Fremdenhasses (das Kaveh mit einer in ihrem Umfang allerdings erschreckenden Aufzählung rassistischer und fremdenfeindlicher Gewalttaten überzeugend belegt) derzeit immer weiter nach rechts bewegt. „Ich stelle die These auf, dass es in keinem anderen Land des Westens eine Rap-Szene gibt, in der konservatives, nationalistisches, patriotisches oder rassistisches Gedankengut so stark im Untergrund und Mainstream verankert ist und von der Mitte der Gesellschaft gefeiert wird wie in Deutschland.“ Kaveh macht das nicht nur an bekennend rechtsradikalen Rappern wie Makss Damage fest, sondern nennt Namen wie Fler, sido, Afrob, Harris, Bushido oder Liquit Walker.
Und da sind wir auch schon bei einem ersten Problem: Kaveh ist recht schnell dabei, einen Rapper als „rechts“ einzustufen, wobei „rechts“ hier für konservativ, nationalistisch, patriotisch oder rassistisch stehen soll. So reicht es beispielsweise, dass Afrob mehrfach seine Unterstützung für die amtierende Bundeskanzlerin Merkel äußerte. Harris indes wird als „konservativ“ eingestuft, weil er in seinem Song „Nur ein Augenblick“ junge Menschen mit Migrationshintergrund aufforderte, sich nicht aufgrund von Diskriminierungserfahrungen im Alltag von vornherein in eine Opferrolle zu begeben. Bushido schließlich wird als „bekennender AFD-Sympathisant“ bezeichnet. Durch seine Annahme des Integrations-Bambi (die er inzwischen öffentlich bedauert hat), obwohl er hier geboren und aufgewachsen sei, habe er „rassistische Stereotypen“ befördert.
Harris und Bushido seien „auf die vorherrschende Blut-und Boden-Ideologie“ hereingefallen. „Dies trägt nicht gerade dazu bei, dass die nicht-weiße Bevölkerung in Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft anerkannt wird, anstatt ständig als kulturell andersartig kategorisiert zu werden.“ Nicht ganz nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Harris ja gerade zu einer selbstbewussten Haltung auffordert, die nicht überall nach Diskriminierung sucht (gleichwohl es selbstverständlich sehr wohl Diskriminierungen gibt, s.o.).
Auch die Entwicklung, dass Rapper mit ausländischem Hintergrund diesen zunehmend als identitätsstiftend ansehen und die Fahnen der Herkunftsländer ihrer Eltern in Videos zur Schau stellen, sowie den Trend zu einer nach außen gekhrten Religiosität, die von den eigenen Eltern gar nicht in der Form vorgelebt wurde, geht er ein. Die Ursache dafür sieht er zum einen im seiner Meinung nach wachsenden Nationalismus der deutschen Gesellschaft insgesamt, und zum anderen in den Diskriminierungserfahrungen der Jugendlichen. Damit trifft er sicher zwei Punkte, gerade was die Zunahme einer bestimmten Art von Religiosität betrifft, geht er meiner Meinung nach aber nicht weit genug. Fragen nach einem Ideologien und Religionen immanenten Problem stellt er gar nicht.
Das fällt auch bereits in der Einleitung auf: Mit Religionskritik tut man sich links der Mitte derzeit offenbar schwer. Da wird einfach mal eine Necla Kelek, die sehr wohl berechtigte Kritik an bestimmten Phämomenen des islamischen Glaubens übt, mit einem plumpen Hetzer wie Thilo Sarrazin gleichgesetzt. Auch einem Heinz Buschkowski „Fremdenhass“ zu unterstellen, halte ich für sehr überzogen. Der Tenor des Ex-Bürgermeisters von Neukölln ist doch kein ausgrenzender, sondern eher einer, der fraglos vorhandene Probleme und Spannungsfelder erstmal überhaupt anspricht – über die Lösungen kann man dann ja diskutieren. Dass zudem „Angst vor Islamismus“ mit „Angst vor dem Islam“ gleichgesetzt wird, ist ein weiterer Schwachpunkt, vollzieht man so doch genau die Gleichsetzung von Islam und religiösem Fanatismus, die man völlig zu recht bei Pegida und Co kritisiert.
Insofern ist Kavehs Text auf jeden Fall ein interessanter Denkanstoß, auch wenn man nicht jeder seiner Thesen zustimmen muss. Besonders die ausführliche Aufzählung rechtsradikaler Gewaltakte ist bestürzend. Allerdings legt er teilweise etwas zu grobe Raster an, etwa, wenn es um die Einteilung von Afrob oder Harris als Rechte oder um die pauschale Abwertung von möglicherweise konstruktiver Religionskritik als Fremdenfeindlichkeit geht. Antisemitismus und Schwulenhass wiederum tauchen erst gar nicht auf. In diesem Sinne: Die Diskussion geht weiter! Hoffentlich.
Rako – Aus dem Schatten ins Licht (Video)
Zum Montag mal etwas entspanntes: Mit “Aus dem Schatten ins Licht” läutet Rako die “Rakokalypse” ein. Am 13. März erscheint das Album des Hirntot-Records-Künstlers mit der prägnanten Maske. Das sorglose Metzeln kann also beginnen.
Zuletzt outete der Südberliner sich mit „Ein Stich reicht“ als Hobby-Messermörder und bekundete mit “Ruf der Pflicht” seine Liebe zur Spielereihe Call of Duty. Des weiteren steuerte er für den Track “In der Asservatenkammer” neben Morlock Dilemma, Tierstar, Mighty P und Denno einen Featurepart bei.






