Erst letzten Monat hat Rick Ross das 17 Tracks umfassende Mixtape „Black Dollar“ veröffentlicht. Nun kündigt er mit „Black Market“ bereits für Dezember einen Album-Nachfolger an.
Mit „Black Market“ erfüllt Ross seinen Plattenvertrag bei Def Jam, weshalb die kommende LP die vorerst letzte sein wird, die über das legendäre Label erscheinen wird.
Zuletzt veröffentlichte Ross 2014 mit „Hood Billionaire“ und „Mastermind“ gleich zwei Studioalben innerhalb eines Jahres
„Black Market“ wird das insgesamt achte Studioalbum von Ross sein. Mit „Sorry“ präsentieren Rick Ross und Chris Brown bereits einen Vorgeschmack auf das kommende Album. Das Video ist allerdings nur in den USA verfügbar, weshalb wir es nicht einbetten.
Wer erinnert sich? Beziehungsweise: Wer erinnert sich nicht? Gestern war es auf den Tag genau fünf Jahre her, dass ein großgewachsener, etwas linkisch wirkender Typ aus Wien ein Video veröffentlichte, in dem er eine recht dreist übersetzte Version von Souljah Boys „Turn my Swag on“ zum besten gab. Die etwas schief gecroonte Hook schmerzt allein beim Gedanken daran noch im Ohr.
Hätte irgendjemand damals vermutet, dass dieser Typ, bei dem es sich selbstverständlich um Money Boy handelt, eines Tages ein zwar umstrittener, aber nichtsdestotrotz fester Bestandteil von Deutschrap sein würde? Mein lieber Scholli – sicher nicht. Zwar erreichte das Video recht schnell recht viele Menschen. Aber wirklich jeder, der sich auch nur ansatzweise ernsthaft mit Rap auseinandersetzte, sah das Ganze als Witz, als Eintagsfliege, als eine Art (möglicherweise unfreiwillige) Comedy an.
Und auf diesem Level bewegte sich Money Boy lange. Nur dass man über die weiteren Auswürfe des Wiener Wahnsinns nicht mehr lachte, sondern genervt die Augen verdrehte. Auch in unserer Redaktion: Noch in der rap.de-Review zu seinem Mixtape „Crack fürs Volk“ wird dem Boy „kraftlose Stimme“ attestiert, die „das akustische Pendant zu Daumenschrauben“ sei, und seine Musik allgemein als „ultimatives Foltermittel in Guantanamo Bay“ empfohlen.
Doch irgendwann – es muss so zwischen dem 28. und dem 29. kostenlosen Mixtape gewesen sein – veränderte sich alles. Die Sicht auf den Boy wurde eine andere. Man lachte wieder – aber dieses Mal eher mit ihm als über ihn. Das hat sicher viele Gründe. Einer davon ist sicher sein Durchhaltevermögen, die Konsequenz, mit der er seinen Film durchgezogen hat und bis heute durchzieht – ohne Rücksicht auf Verluste. Ein anderer ist der sichtbare Spaß, dem ihm das alles macht, die Lust an der Provokation, an der Grenzüberschreitung. Es sei nur an den legendären Auftritt bei joiz erinnert, wo Money Boy mit gespielter Unschuld und ein paar, naja, unerwarteten Bemerkungen bei der bedauernswerten Moderatorin für blankes Entsetzen sorgte.
Keineswegs konnte Money Boy alle Herzen für sich gewinnen. Während die einen mit im lachen und seine zunehmenden Eskapaden (Twitter, Splash!) wahlweise als höchst authentisch oder Kunst abfeiern, sind die anderen angeekelt, empört, kurzum: dagegen. Trotzdem beziehungsweise eben deshalb aber kann niemand mehr leugnen, dass er 2015 ein fester Bestandteil von Deutschrap ist – ob einem das nun gefällt oder nicht. Beste Leben. Lachkick Mois. Allein sein Einfluss auf den Wortschatz unzähliger Twitteruser spricht für sich.
Dabei macht Money Boy nicht so viel anders. Die Leute reagieren nur anders darauf. War „Dreh den Swag auf“ von Souljah Boy „inspiriert„, so bediente er sich für „Choices“ bei E-40. Juckt.
Meine Prognose ist: Das Phänomen wird sich weiter halten, möglicherweise noch wachsen. Der unbekümmerte Dilettantismus, mit MB und seine Freunde zu Werke gehen, ist ein für viele willkommener Bruch mit der demonstrativen Ernsthaftigkeit und Humorlosigkeit, die immer noch große Teile von Deutschrap fest im Griff hat. Und fast pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum hat der Boy demnächst eine dicke Überraschung parat – keine Spoiler, aber das wird für einigen Gesprächsstoff sorgen. Bis dahin erstmal herzlichen Glückwunsch zur 5. Wann kommt eigentlich mal wieder ein „Hood Report“ ?
Mac Miller chillt im „Clubhouse“ – sieht bisschen aus wie das Stadtbad Neukölln, isses aber nicht. Das Video ist eine Gemeinschaftsproduktion der Musikauskennerseite Pitchfork mit GoPro. Die Hauptdarstellerinnen sind Synchronschwimmerinnen der Gotham Synchro. „GO:OD A.M.“ steht seit Mitte September in den Läden. Den Stream zum kompletten Album findest du hier.
Mit „Antimaterie“ gibt es einen weiteren Vorgeschmack auf „Chronik III„. Auf dem Track finden sich die Selfmade-Künstler Karate Andi, Favorite und Shneezin zusammen und rappen auf einen Beat von Bazzazian.
Der Labelsampler “Chronik III“ soll diesen Freitag erscheinen. Neben der finalen Tracklist und einem Cover gibt es auch ein Snippet des 21 Songs umfassenden Longplayers. Nicht nur die eigenen Signings Kollegah, Karate Andi, die 257ers, Favorite und Genetikk sind darauf vertreten, sondern auch eine Handvoll illustrer Gäste. „Chronik III“ erscheint zum zehnten Jubiläum des Labels sogar inklusive Buch. Man darf also gespannt sein.
Morgen fällt der Startschuss für die Der Plot „Hauptsache WLAN„-Tour. Passend dazu präsentiert das Quartett einen Tourtrack, in dem sie beteuern: „Ein Plotkonzert, der beste Livestream deines Lebens!“
Am 11. September haben die Düsseldorfer ihr mittlerweile viertes Album „Interrobang“ veröffentlicht, von dem bereits „Colossus„, „Charlie Chaplin“ und „Alkohol auf“ mit dem passenden Bildmaterial versehen wurden.
In einem Interview haben wir uns mit Der Plot über ihr neustes Werk unterhalten, darüber wie sie mit dem Feedback ihrer Fans umgehen und wie sie zu ihrer VCB-Zeit stehen.
Cr7z ist ein Ausnahmekünstler, der mit „Sieben Weltmeere“ kürzlich eines der besten Alben des bisherigen Jahres veröffentlichte (nachzulesen in unserer Review). Wir trafen den Rosenheimer für ein Interview und sprachen über das Album, aber auch über seine Synästhesie – eine seltene Verbindung verschiedener Sinneswahrnehmungen – und deren Einfluss auf seine Musik. Außerdem kam das Thema Xavier Naidoo auf, der als Feature-Gast auf „Sieben Weltmeere“ konträr zu einigen Aussagen Cr7zs steht. Genug Gesprächsstoff also, für ein interessantes Interview mit einem der meist unterschätzten MCs des Landes.
Was man zu hören bekommt ist ein bunter Mix aus Unterhaltung und Message, auch wenn die deepen und ernsten Themen durchaus überwiegen. So liefert der Berliner Liebeserklärung an seine Frau, Kinder und Berlin selbst, schießt aber auch auf „Ehrensache“ in Richtung Eko Fresh.
Money Boy, seines Zeichens Kopf der Glo Up Dinero Gang, serviert uns seine „Shrimp Linguini“ frisch aus der Flowküche. In seiner tiefsten Gnade liefert uns der „King von Österreich“ ein weiteres lyrisches Meisterwerk, in welchem er ausschweifend seinen glamourösen, sorgenfreien und schlicht gesagt perfektem Lifestyle beschreibt. Auf das ein jeder Hörer vor Neid erblasse.