Start Blog Seite 1542

Kay One präsentiert Hörprobe aus dem Studio [Video]

Kay One kann es nicht lassen. Will er vermutlich auch nicht. In letzter Zeit gab es einige neue Songs oder Ausschnitte daraus als Hörprobe auf die Ohren. Heute präsentiert er eine ganze neue Strophe. Der Song, der noch keinen Titel hat, ist ein klassischer Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär- (oder Vom-Chabo-zu-Prinzessin-gesucht-) Track, aber nicht ganz so hart aufs Radio zugeschnitten wie der letzte. Wohin die Reise nach der nicht ganz geglückten Rückkehr zu den Rap-Wurzeln geht, bleibt indes abzuwarten.

Interview mit Grosses K über „Hood Herkules“

0

Grosses K, der Bürgermeister von Neuperlach und ein Viertel von Der Neue Süden, legt mit „Hood Herkules“ sein drittes Soloalbum vor. Als Konzept hat er, der Titel deutet es bereits an, das Thema Superheld gewählt. Warum, wieso und weshalb besprachen wir mit dem Münchner.

Hallo, Grosses K. Wie wird man eigentlich Bürgermeister von Neuperlach?

(lacht) Den Titel hat mir vor ungefähr 20 Jahren der Vater eines guten Freundes zugesprochen – warum genau kann ich gar nicht genau mehr sagen, aber ich glaube, weil ich jeden kenne und über alles Bescheid wusste, was sich in meinem Viertel so abspielte. Auch heute liegt mir meine Hood noch sehr am Herzen und ich versuche gerade auch durch soziale Projekte mit Jugendlichen meinen Beitrag zu leisten.

Wie fühlt sich das eigentlich an, als Neuperlacher so gar nicht dem Klischee von München zu entsprechen, das die meisten haben?

Ich finde es eigentlich schade, dass alle Münchener immer in eine Schublade gesteckt werden. München ist wirklich eine wunderschöne Stadt und ich lebe sehr gerne hier. Wie über jede Stadt gibt es bestimmte Klischees, aber da kann man kann sich ja zum Glück immer noch sein Bild machen.

Wie sieht ein Tag in der Hood bei dir heutzutage aus?

Da ich immer sehr viel arbeiten muss und noch sehr viel Sport treibe, komme ich meistens erst sehr spät nach Hause. Wenn ich dann mal frei habe, bin ich ganz froh, wenn ich zu Hause chillen kann, oder die freie Zeit mit meiner Freundin oder guten Freunden und Familie verbringen kann. Ich setzte mich aber auch mit viel Hingabe für die Jugend ein und mache für sie und mit ihnen im Sommer Basketball- und Musikprojekte, an denen mir sehr viel liegt.

Dein neues Album „Hood Herkules“ ist erst dein drittes Soloding. Zu viel anderes zu tun gehabt?

Nee, also Zeit ist natürlich ein wichtiger Faktor, den die Arbeit mir teilweise raubt, aber ich finanziere auch meine Musik komplett selber – das heißt für jedes Album müssen erstmal die Produktionskosten von mir aufgebracht werden. Und alle guten Dinge brauchen ihre Zeit, da regt sich auch der Perfektionist in mir. Ich würde nie eine Platte auf den Markt bringen, bis ich nicht mit jedem kleinen Detail zufrieden bin, oder zumindest soweit wie ein Künstler das mit seiner eigenen Arbeit ist.

Was hat dich dazu bewogen, das Superhelden-Konzept zu wählen?

Die Idee zu dem Konzept entstand bei einem Besuch von Weeh78 (Feinkoste Paranoia / EMF) der auch schon das Artwork für meine drei letzten Alben gestaltet hat. Wir unterhielten uns über die gerade so beliebten Comicverfilmungen und da ich selbst ein Großer Comic Fan bin und auch schon hunderte Hefte in meinem Leben gesammelt habe, kamen wir auf die Überlegung  mein neues Cover für „Hood Herkules“ in Comicform zu gestalten und zu jedem Lied eine kleine Illustration zu entwerfen.

Wo sind die Jahre hin? feat. Jizz Fizz von Grosses K auf tape.tv.

Wo siehst du dich selbst im Deutschrapgame? Wo ist dein Platz, deine Lücke?

Über solche Fragen mache ich mir eigentlich wenig Gedanken. Ich denke ich hab mir über die fast 20 Jahre die ich in dem Game bin, eine kleine Fanbase aufgebaut und ich kenne auch die meisten deutschen Hip Hop Acts persönlich, aber wo ich stehe, kann ich nicht genau sagen – ich bin immer noch da, das ist doch was zählt.

Wie findest du das Deutschrap-Spiel derzeit so insgesamt? Zuviel Gossip und Promobeef – oder kriegst du sowas gar nicht mit?

Ich bekomme solche Sachen nur bedingt mit – ich höre mir zwar  viel Neues  an und informiere mich über neue Acts, aber diese ganzen Beef-Geschichten gehen mir am Arsch vorbei. Es gibt doch weiß Gott, gerade jetzt das gesamte Weltgeschehen betrachtet, wichtigere Dinge, in die wir unsere Zeit investieren sollten.. Die meisten Geschichten sind auch meist nur ein Promo-Gag und nur dafür gedacht, wieder Aufmerksamkeit auf sich und seine Musik zu richten, anstatt seine Chance Massen zu erreichen mit einer positiven Message zu nutzen! Es gibt einige Solo-Künstler und Gruppen, die ich sehr schätze und mag wie Megaloh, D-Flame, B-Tight, Ali As, K.I.Z.  und ich freue mich immer wieder, wenn sie nach München kommen und man etwas Zeit hat, was zu unternehmen und das ist wichtig für mich! Rapper kommen und gehen und nur, wer auch beständig sein Ding durchzieht und etwas Relevantes zu sagen hat, hat meinen Respekt verdient.

Du warst (oder bist?) Teil des Neuen Südens – wie ist der Kontakt zu den anderen Jungs heute?

Sehr gut, ich bin mit allen Jungs in Kontakt, auch wenn man sich nicht mehr so oft sieht wie früher. Aber wenn es die Zeit erlaubt, trifft man sich zum Essen oder geht mal ins Kino oder aus und wenn es klappt, gib es vielleicht ein zwei Lieder auf meinem Nächsten Album zu hören!

Kannst du uns verraten, für wen Ali As alles geghostwritet hat?

Darüber bin ich leider nicht wirklich im Bilde und Ali hat soweit ich weiß auch bei den Künstlern, für die er schreibt, eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben. Deshalb kann und darf ich darüber keine Auskunft geben. Da müsst ihr wohl selber ein Interview mit ihm ergattern.

Deine Message/letzten Worte an unsere User?

Ich bin ein großer Asien-Fan und habe erst kürzlich wieder ein buddhistisches Zitat gelesen, was ich immer wieder gut finde: „Bekämpfe den Hass durch Nichthassen, durch Güte den Bösen, gewinne durch deine Opfer den Geizigen und durch deine Wahrheitsliebe den Lügner.“ Genau das erreicht die Musik für mich – sie schafft Brücken zwischen verschiedensten Menschen und Kulturen und ermöglicht uns mehr Verständnis und Toleranz für andere.

Shawn the Savage Kid – Durchs Netz gegangen-EP (Stream)

0

Shawn the Savage Kid kommt nicht zur Ruhe. Bevor am 30. Oktober sein Debütalbum „LowLife Schickimicki“ erscheint, präsentiert er nun die „Durchs Netz gegangen“-EP, eine Zusammenstellung von Tracks die bereits auf seinen Mixtapes „Melange“ und „Aus Prinzip“ vetreten sind. Die EP gibt es kostenfrei zum streamen und wird als Bonus-CD „LowLife Schickimicki“ beiliegen.

Die Ankündigung für „LowLife Schickimicki“ findet man hier. Veröffentlicht wurde aus dem Album bis jetzt das Video „Nie wieder weg“, sowie mehrere Snippets zu einzelnen Songs des Albums, unter anderem „Kind sein“.

 

Interview mit Gossenboss mit Zett

0

Das unantastbare Einkaufswagenimperium“ vom selbsternannten Stino-Rapper Gossenboss mit Zett ist gerade in der Mache und wird am 30. Oktober erscheinen. Wir haben uns mit dem Dresdener getroffen und mit ihm unter anderem über sein kommendes Werk, einen Einkaufswagen-Segway und wiedergefundene Platten gesprochen.

Du sagst gerade, du warst übers Wochenende in Berlin. Hatte der Besuch private oder geschäftliche Gründe?

Private. Also ich bin jetzt auch mehr oder weniger wegen dem Interview hergekommen und hab gestern den Tag noch hier verbracht.

Bist du öfter hier oder ist das eher die Ausnahme?

Nee, in Berlin bin ich selten. Ich bin viel in Leipzig, weil meine Freundin da wohnt, bewege mich deshalb viel dort und Dresden halt, aber Berlin eher nicht so.

Wenn man sich mal deine Social Media, beziehungsweise Facebook-Aktivitäten anschaut, fällt einem auf, dass du viel unterwegs warst. Was ging in der letzten Zeit?

Stimmt schon, ich war dieses Jahr relativ viel im Urlaub. Immer so Low-Budget Urlaube, aber halt immer weg gewesen. Wenn man in Dresden wohnt, muss man auch gucken, dass man mal wo anders hin-, einfach rauskommt. Meistens bin ich einfach über das Wochenende mit ein paar Kumpels oder meiner Freundin irgendwo hingefahren. Hab da auch einen relativ entspannten Arbeitgeber, da geht sowas immer schnell und kurzfristig klar.

Der Titel deines neuen Albums, „Das große Einkaufswagenimperium“ klingt auf jeden Fall größer, umfangreicher und erwartungsvoller als „Nichtsz“ .

Das stimmt, es klingt natürlich erstmal riesengroß. Aber es ist in Wirklichkeit ein ersponnenes, erdachtes Universum. Das Einkaufswagenimperium ist eigentlich das Ergebnis aus dem, was ich mir in meinem kleinen Kopf zusammengesponnen habe und was auch mehr oder weniger dort stattfindet und aus meiner Einraumwohnnung entsteht. Insofern ist es gar nicht so was riesengroßes, sondern eher meine kleine, bescheidene Welt, aus der heraus ich Musik mache. Ich wurde mehr oder weniger vom Untouchable Maybach Empire inspiriert sozusagen und hab das ein bisschen auf mich umgemünzt. Also auch nicht so ernst zu nehmend im Sinne von „Das ist jetzt das nächste große Ding“ oder so, so ist das gar nicht.

Das bedeutet aber nicht, dass du auch lyrisch abgestumpfter geworden bist, oder? Bist du sozialer geworden?

Doch, schon ein bisschen. Ich bin tatsächlich ein bisschen sozial verträglicher geworden, aber ich kann jetzt auch nicht das fünfte Album übers Pfandsammeln machen. Ein paar Jahre älter bin ich ja auch geworden, bin halt nicht mehr 20 und dementsprechend auch nicht mehr so naiv wie am Anfang. Aber vom Prinzip bleib ich schon der Gossenboss-Schiene treu. Also es ist jetzt nicht unbedingt das Rad komplett neu erfunden. Es ist immer noch die gleiche Art wie es die ganze Zeit war.

Einfach ein bisschen mehr von dem, mit dem du auf „Nichtsz“ schon angefangen hast, weitergeführt?

Ja genau, also ab und zu mal mehr ein Thema zu einem Song oder vielleicht auch ein kleines Konzept hinter einem Lied oder so und nicht einfach nur Blödsinn gerappt. Blödsinn ist es zwar größtenteils immer noch, aber wenn man mal – das konnte man allerdings vorher auch schon – genau hinhört oder auch mal ein bisschen zwischen den Zeilen liest, kann man sich ja auch seinen Teil dazu denken und weiß, dass das nicht alles so komplett ernst gemeint ist, wie es gesagt wird und dass da vielleicht teilweise sogar noch ein bisschen mehr dahintersteckt. Das kriegt der ein oder andere zwar mit, der ein oder andere aber eben auch nicht.

Du sagst jetzt also, dass du dir mittlerweile öfter ein Konzept oder einen Leitfaden zu einzelnen Tracks ausdenkst?

Naja, manchmal hab ich irgendeinen Überbegriff sozusagen, der den Sachverhalt beschreibt. An dem orientiere ich mich dann. Oder ich hab halt wirklich eine Songidee, die ich versuche umzusetzen oder so. Aber ich muss auch sagen, dass es einfach was anderes ist, wirklich einen richtigen Text mit Konzept zu schreiben, als jetzt einfach einen 16er zu rappen, den man so ausm Kopf Abends mal aufschreibt. Wie gesagt, es gibt einfach ein paar Themenlieder, beziehungsweise Lieder mit einem gewissen Konzept, was jetzt aber auch nicht krass kompliziert oder ausgefallen ist. Es geht aber schon so ein bisschen in die Richtung teilweise.

Das hast du aber nicht auf deinem kompletten Album gemacht. Ist es trotzdem weiterhin ein Spaßprojekt?

Ja, klar, das sowieso. Konzeptsongs oder Themenlieder machen mir ja auch Spaß, es ist ja nicht so, dass ich mir die dann irgendwie erzwingen muss oder eigentlich keinen Spaß dabei hab. Ich persönlich hab einfach gemerkt, dass es so ein bisschen in ne Richtung geht, wo es ein bisschen mehr Hand und Fuß hat und nicht bloß Pfandsammeln, unter der Brücke pennen und so weiter. Aber am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob es jetzt Themen und Konzepte sind, oder das einfach nur dahingeplappert ist. Ich denke es ist eine gesunde Mischung aus beidem.

Du hast mal gesagt, dass du bei manchen Projekten bei verschiedenen Leuten mit unterschiedlichem Equipment aufgenommen hast und es im Endeffekt zusammengewürfelte Einzelteile waren. Hast du dir mittlerweile einen festen Platz geklärt?

Bei „Nichtsz“ war das teilweise so, ja. Also ich hab meine eigene Wohnung und wohne seit mittlerweile jetzt drei Jahren eben nicht mehr in irgendeiner WG. Dort hab ich mich dementsprechend ein bisschen niedergelassen und mich mehr eingerichtet als ich es davor in irgendwelchen WG-Zimmern gemacht hab, hab aber vom Prinzip her nicht großartig viel verändert. Das Mikro, das ich benutze, hab ich hab zum Beispiel von Monkey als Leihgabe da stehen, als Dauerleihgabe. Besonders viel Equipment hab ich nicht, das jetzige Album ist aber trotzdem alles bei mir, in meiner Wohnung entstanden und auch immer mit dem selben kleinen, wenigen Equipment.

Ich hab mich gefragt, was es mit dem selbstgebastelten Einkaufswagen auf sich hat. Ist das einfach ein Gag oder steckt da eine feste Idee dahiner?

Also der Titel „Das große Einkaufswagenimperium“ stand und es ging darum ein Cover, beziehungsweise eine Cover-Artwork-Idee zu finden und dann haben wir uns gedacht wir bauen einfach mal so einen Einkaufswagen um. Dann hab ich nen Kollegen, Thommy aus Glauchau, der Schweißer ist gefragt. Der ist vorbeigekommen und mit dem hab ich das Ding umgebaut. Waren ein paarmal auf dem Schrottplatz, haben irgendwelches Zeug gekauft oder abgeschraubt, durften es teilweise aber auch einfach mitnehmen. Das haben wir zusammengebaut, fanden es witzig und dann eben diese Coverfotos damit gemacht. Viel mehr ist damit bisher eigentlich auch noch nicht geplant, wobei das schade ist. Eigentlich müsste man den mal noch in einem Video oder bei Live-Auftritten irgendwie in Szene setzen und mit einbinden. Aber vom Prinzip war der erst mal nur für das Albumcover geplant und wurde deswegen gebaut.

Ich fand die Ideen unter deinem Bild, vor allem die Segway-Idee extrem geil.

Ja, der Kollege ist heute auch hier dabei, also der stand hier gerade mit rum. Er ist Programmierer und begeistert sich eben für künstliche Intelligenz, Roboter und so Zeug. Der hat das Ding gesehen und meinte direkt „Klar, da müssen wir so ne Art Roboter reinbauen“. Zumindest irgendwas, womit man sich dann auch wirklich fortbewegen kann. Also ich denke, der kriegt das hin. Wenn ich ihm das Ding nach Leipzig stelle, macht er das auf jeden Fall – so nen Einkaufswagen-Segway oder so. Könnte passieren, müssen halt aber erst mal gucken was wir damit tatsächlich noch machen, irgendwelche Videos zum Beispiel. Ich hab auf jeden Fall noch so nen Videoblog gemacht, wo wir das Ding halt bauen und wie wir die Fotos machen und so, das gibt es nochmal zu sehen. Ansonsten ist damit aber noch nichts groß geplant.

Ist schon ein Video in Planung?

Ja, es wird definitiv ein Video zu „Hätte Wäre Wenn“ geben, welches von meinem Kumpel Arvid Wünsch gedreht wird. Darüber hinaus werde ich selbst sicherlich noch das ein oder andere nicht so aufwendige Video machen aber dazu kann ich noch nix genaues sagen.

Kommen wir zu einem anderen Thema: Schallplatten. Ich kann mir gut vorstellen, dass du eine mehr oder weniger große Sammlung daheim hast.

Ich feier Schallplatten auf jeden Fall, aber ich bin jetzt nicht so der Übernerd. Ich hör mir gerne mal eine Platte an und ich hab auch ein paar da aber halt alles relativ altes Zeug aus irgendwelchen Kellern, Flohmärkten oder so. Auch teilweise Trash aber ich hatte zum Beispiel letztens eine Abstürzende Brieftauben-Platte in der Hand, die hatte ich irgendwie von einem Kollegen, die wollte er aber auch wieder haben. Dann hab ich den verschiedensten Scheiß, Queen, Supertramp und so Zeug hab ich übelst viel irgendwie. Warum auch immer, ich glaub viel von dem was bei mir rumsteht, ist von meinem alten Mitbewohner übrig geblieben. Ich persönlich hab mir eigentlich nie wirklich Platten gekauft, hab aber trotzdem einen kleinen Stapel zu Hause rumliegen. Einfach zusammengesammelter Kram irgendwie, ein Fundus halt. Aber ich finde es geil, wenn Leute tatsächlich noch mit Platte arbeiten, es hat einfach echt einen anderen Sound als wenn man irgendein digitales Sample benutzt. Aber man muss es auch nicht glorifizieren. Ich finde wenn man Beats baut, kann man es sich auch genau so online in guter Quali runterladen und damit arbeiten. Ich finde nicht, dass das nicht „real“ ist oder so. Das ist mir dann auch zu verkrampft. Man hat aber trotzdem ein anderes Wertegefühl als wenn man es eh runterlädt, in irgendeinen Ordner verschiebt und kopiert und so. Es ist einfach was ganz anderes, man kann das Musikhören anders zelebrieren sozusagen. Das Umdrehen, das Zerkratzte, wie es klingt – das alte Ding einfach.

Du sprichst gerade das Samplen an. Hast du mittlerweile eine riesige Mediathek, auf die du zurückgreifen kannst, oder setzt du dich für jedes Projekt neu vor den Rechner und zechst die Nächte durch? 

Also, ich hab mittlerweile auf jeden Fall einen großen Fundus, definitiv. Ich hab jetzt vor Kurzem ein paar Platten auch tatsächlich mal wieder digitalisiert beziehungsweise halt Auschnitte von Platten. Also ich höre einfach viel Musik und such da immer, nach wie vor. Wenn mir da was gefällt, speicher ich mir das irgendwo, vermerk es mir oder schneide es direkt aus und verbaue es oder so. Ich mach halt auch extrem viele Beats wenn ich Zeit hab Mukke zu machen, schmeiße aber auch extrem viel wieder weg so. Samples kommen beim Filmegucken zum Beispiel, beim Radiohören. Es gibt ja diese Shazam-App, die benutze ich ab und zu mal. Manchmal hab ich aber auch einfach Bock auf ein gewisses Genre aus einer bestimmten Zeit und lad mir dann extrem viel Mukke aus der Zeit runter, irgendwelche französische 70er Jahre Filmmukke oder so. Da hör mich dann durch und such einfach nach Stellen, Sounds, Loops, wie auch immer. Wenn ich beispielsweise eine Stelle in einem Film sehe, die krass ist, recherchier ich erst mal den Soundtrack, guck was es ist und schneide mir die dann raus. Also es gibt auch oft Samples die ich vor zwei, drei Jahren schon mal versucht hab zu verbauen, es aber irgendwie nicht hingekriegt oder nicht drauf klargekommen bin in dem Moment. Die nehme ich mir dann später noch mal her und dann klappt es oder so, kann ja auch sein. Manche Samples finde ich übelst geil, krieg aber beim dritten, vierten mal immer noch nichts hin und beim fünften mal klappt es dann. Bei manchen geht es sofort und ist cool, aber wie gesagt, viel werfe ich auch einfach weg. Ich hab viel Ausschuss sozusagen.

Ist das bei Texten genau so?

Bei Texten ist es nicht so krass, dass ich so viel wegwerfe. Bei Beats sind das schon mehr, aber auch Texte werfe ich viele weg, ja. Zwar nicht so viele wie Beats aber es kommt auch auf jeden Fall vor.

Wenn du schreibst, bist du mit deinen Leuten gemeinsam im Studio und schreibst währenddessen? 

Ich schreibe in der Regel alleine zuhause – manchmal mit Beat, manchmal ohne. Oft hab ich einen fertigen Text und suche mir dann den passenden Beat dazu. Manchmal steht aber auch der Beat als erstes und ich überlege was textlich darauf passen könnte. Die besten Ideen kommen allerdings einfach so, ohne großartig nachzudenken.

Pickst du nur Samples von Künstlern, die du auch feierst? 

Am liebsten natürlich wenn man den Künstler auch feiert, aber sehr oft auch nur wegen dem Sample bzw. dessen Sound.

Hast du dann ein Sample vor dir und ihr baut den Beat auf Grundlage dessen oder hast du einen fertigen Track und suchst dann nach dem passenden Sample?

Es fängt immer alles mit einem Sample an. Es kommt so gut wie vor vor, dass ich zuerst Drums etc. baue, sondern es richtet sich fast immer alles nach dem Sample. Manchmal finde ich auch Samples und Cana verbastelt sie. So passiert bei „Arm/Reich„.

Wie viele Instrumentals hast du dieses mal selbst beigesteuert? Wie viele kommen jeweils von Cana, Monkay, BenCredit, Miami Weisz und Iron Mike? 

In etwa die Hälfte aller Beats sind von mir. Die anderen Namen, die du genannt hast, haben immer ein bis zwei Instrumentals beigesteuert, wobei Cana auch fürs Master verantwortlich war und mit mir und dem guten Robert das Artwork entwickelt hat.

Du bringst in deinen Songs öfter mal die ein oder andere Fußball-Anekdote. Bist du denn auch fußballinteressiert oder spreche ich dich da auf ein komplett falsches Thema an?

Also, in Dresden ist Fußball, wie überall in Deutschland wahrscheinlich, ein recht großes Thema und ich finde es sehr amüsant wie man sein Leben so danach ausrichten kann und da voll drin aufgehen kann. Ich persönlich interessiere mich überhaupt nicht für Fußball, kann aber diese Fan- oder auch Ultra-Bewegungen schon nachvollziehen und hab da auch ein bisschen Sympathie dafür, auf jeden Fall. Ich finde es halt, in Dresden auch teilweise problematisch, wenn es irgendwie in die rechte Richtung geht. Es gibt aber halt genau so auch linke Fußball Ultra-Gruppierungen… Ich finde es amüsant zu beobachten und ich komme halt auch nicht daran vorbei, weil man ja dann doch den ein oder anderen kennt, der dann wirklich aktiv ist oder hingeht. In Dresden ist Fußball immer Thema, also der Kollege, der jetzt mit in Berlin ist, der hat gestern in der U-Bahn gesessen und Dynamo im Liveticker geguckt so und hat sich dann auch gefeiert, weil sie mal gewonnen haben. Aber für mich persönlich ist Fußball kein so großes Thema, auf keinen Fall. Zwar früher als Kind auf dem Schulhof mal, aber da hat einfach jeder Fußball gefeiert.

Und irgendwann hat das Interesse nachgelassen?

Ja, bei mir kam dann irgendwann Graffiti, Musik und so ein Scheiß, ne.

Bist du in farblichen Bereich noch aktiv oder gehört auch das der Vergangenheit an?

Ja, Sonntags mal. Sonntags mal irgendwo gemütlich oder so, aber nicht so aktiv nachts illegal. Nee, das überlasse ich anderen. Bin jetzt auch nicht so der krasse Überstyler, ich mach es einfach gerne. Renn halt gerne in irgendwelchen verlassenen Geländen und Gebäuden rum. In Dresden gibt’s leider nicht mehr so viele, weil alles totsaniert wurde, aber in Leipzig zum Beispiel gibt’s noch recht viele so Abriss und Industrie, leerstehende, brachliegende Flächen, wo man halt geil wie ein Kind rumstreunern, sich austoben und erforschen kann.

Du machst dir anscheinend eine Menge Gedanken über dich selbst. Mir scheint es, als ob du solche Gedanken nicht mehr so oft zwischen den Zeilen stehen lässt, sondern das Kind beim Namen nennst. Bist du allgemein nachdenklicher geworden oder gehst du einfach offener damit um? 

Ich finde eigentlich, dass sich da gar nicht so viel verändert hat. So ein bisschen nachdenklich war ich schon immer, finde aber nicht, dass ich der total verkopfte Typ bin. Im Bezug aufs Album würde ich sagen, dass ich bei diesem mal ein wenig mehr durchdacht habe. Könnte der Grund sein warum diesmal alles so endlos lange gedauert hat. Wobei es bei den anderen Alben eigentlich auch immer ewig gedauert hat. Der langsamste und nachdenklichste Rapper Deutschlands eben.

Woran liegt das? Am Alter? 

Könnte sein, dass es am Alter liegt …

Die Lebenseinstellung bleibt aber trotzdem die Gleiche? Oder vergeht mit dem Alter auch die Lust darauf? 

Keine Ahnung was genau du meinst, aber mein Leben ist schon ein wenig strukturierter geworden als es früher der Fall war. Manchmal kaufe ich mir sogar ein Ticket, wenn ich mit der Bahn fahre.

Danke für deine Zeit, Gosse und auf dass deine Wünsche und Ziele mit dem unantastbaren Einkaufswagenimerium in Erfüllung gehen. Willst du noch was loswerden? 

Ja, putzt euch immer schön die Zähne und geht regelmäßig zur Schule. Kauft mein Album supportet schlechten Rap! Ich habe zu danken und wünsche dir, dass deine Wünsche und Ziele mit diesem Interview ebenfalls in Erfüllung gehen.

 

Dollar John & Duzoe (ODMGDIA) – Guns n‘ Noses Remix (prod. Hollydontybe) [Video]

0

Facial Traffic-Oberhaupt Duzoe und Reimebude-Member Dollar John sind nun schon eine Weile gemeinsam als ODMGDIA (Obdachlos Müllgang Drink It All) unterwegs. Fürs Mile of Style 2015 veröffentlichten sie den Exclusivetrack „Guns N‘ Noses“, produziert von MekkroMye. Nun wurde das ganze von Facial Traffic-Producer Hollydontybe mit einem neuem Beat unterlegt – der allerdings manch einem schon bekannt sein dürfte. Denn er fand bereits Anwendung als Untermalung des Tracks „Ganz egal“, erschienen auf der Frank-EP von Duzoe und Die Zwiebel, welcher – Überraschung – ebenfalls Mitglied bei Facial Traffic ist. Verwirrend? Ein bisschen. Aber vor allem dope.

Blut & Kasse – Machermodus [Review]

0

Blut & Kasse ist der klassische Underdog – und der Beweis, dass es für den ganz großen Durchbruch heute nicht mehr ausreicht, gut bis sehr gut zu rappen. Wenn es denn überhaupt jemals ausgereicht hat – aber diese Frage können und wollen wir hier nicht klären. Was wir hier klären wollen: Was kann sein neues Album „Machermodus“ ?

Zunächst einmal wird es dem Titel absolut gerecht: Der Würzburger zieht den Motivationsfilm voll durch, ohne dabei wie ein angestrengter Animateur oder Durchhalteparolenbrüller zu klingen. Der Titeltrack, „Hunger wie ein Bär“ oder „Gas“ sind Nach-vorne-Peitscher, die absolut glaubwürdig, kein Stück aufgesetzt daherkommen.

Überhaupt nimmt man Blut & Kasse alles ab, was er auf „Machermodus“ rappt. Er verkörpert diese Sorte Rapper, die ohne Gimmicks und kalkulierte Images auskommt – und ganz offensichtlich vom Aussterben bedroht ist. Ob nun zu Recht oder Unrecht, sei mal dahingestellt – Tatsache ist aber, dass das Album insgesamt schon sehr trockene Kost bietet. Niemand verlangt, dass Blut & Kasse seinen Arsch verkauft und einen auf Entertainer macht. Ein oder zwei Überraschungsmomente hätten dem Album aber sicher ganz gut getan.

Mit Songs wie „Plastik“ oder „Anti-Industrie“ pocht Blut & Kasse auf sein Alleinstellungsmerkmal und verdammt gleichzeitig den derzeitigen Zirkus, den das Deutschrap-Game darstellt. Angesichts der Tatsache, dass er keine Videoblogs live vom Wochenendeinkauf oder anderen Schnickschnack rausgehauen hat, kann er sich das durchaus erlauben. Es ist auch völlig okay, sich zur Bestimmung des eigenen Standpunkts von anderen abzugrenzen. Und trotzdem – irgendwas fehlt mir auf „Machermodus“ .

Die Beats sind es schon mal nicht, die haben Joshimixu und ein paar andere Kollegen schön wuchtig und mit dezenten, unaufdringlichen Trapanleihen hinbekommen. Die Gastrollen sind mit einem souveränen, wenn auch nicht gerade aufregenden Sido, einem wie immer energiegeladenen und punchlinefreudigen Pedaz, einem zurückhaltenden Silla sowie dem überzeugenden Ufo361 ebenfalls gut und unaufdringlich besetzt.

Es fehlt BK keineswegs an Motivation (s.o.), auch nicht an lyrischer und inhatlicher Tiefe. Letzteres stellt er mit der bemerkenswert differenzierten Auseinandersetzung mit Glauben und Wissen in „Kopfkino“ unter Beweis. Auch „Karma“ ist viel besser und schlauer, als sein etwas abgedroschener Titel ahnen lässt.

Der mit Abstand beste Song aber hört auf den Namen „Beste Medizin“ . Hier lässt Blut & Kasse mehr persönliches raus, als die meisten seiner Kollegen in ihrem gesamten Oeuvre, ohne dabei kitschig oder peinlich zu werden. Und ja, genau davon fehlt mir ein bisschen was. Von dieser Sorte noch drei, vier Songs mehr und „Machermodus“ wäre unfickbar geworden. Aber auch so reicht es zu einem guten Album – auch wenn der Protagonist für meinen Geschmack ruhig noch bisschen mehr aus sich rausgehen dürfte.

Blut & Kasse – Machermodus (Limited Fan Edition)
VÖ Datum: 9. Oktober 2015
Verkaufsrang: 25
Jetzt vorbestellen ab 40,75

Fard – Kalt wie Schnee (live) [Video]

0

Nachdem Fard am 9. Oktober sein sechstes Soloalbum „Ego“ veröffentlicht hat, war er jetzt zu Gast bei MDR Sputnik, um dort die Single „Kalt wie Schnee“ live zu performen. Produziert wurde das Ganze von Gorex, Joshimixu und Abaz. Das original Video zu „Kalt wie Schnee“ gibt es hier, dazu noch die Review und auch ins Snippet kann man mal reinhören.

Timi Hendrix feat. Sapient & Das W – Lost in Bat Country (prod. by Sapient)

Und wieder zieht ein Abend nur an mir vorbei. Kein Plan in welcher Stadt ich bin“ – Im Video zu „Lost in Bat Country“ sind Timi Hendrix und Kollegen zumindest irgendwo zwischen Bielefeld und Amsterdam. Das Trailerpark-Mitglied präsentiert mir „Lost in Bat Country“ eine weitere Videoauskopplung aus seinem aktuellen Album „2 Zimmer, Küche, Bong„. Unterstützung gabs dabei von Sapient und Das W.

2 Zimmer, Küche, Bong“ ist das 14 Tracks umfassende Solo-Debütalbum von Timi. Featureparts gibt es außerdem von Karate Andi, Basti DNP, Elch, Alligatoah und Skinny Shef . Zuletzt wurde das Video zu „Kaiser von China“ veröffentlicht.

Ab Mitte November geht Timi Hendrix mit Sapient und Das W auf „Lost in Bat Country“ Tour.

Featured