Kay One kann es nicht lassen. Will er vermutlich auch nicht. In letzter Zeit gab es einige neue Songs oder Ausschnitte daraus als Hörprobe auf die Ohren. Heute präsentiert er eine ganze neue Strophe. Der Song, der noch keinen Titel hat, ist ein klassischer Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär- (oder Vom-Chabo-zu-Prinzessin-gesucht-) Track, aber nicht ganz so hart aufs Radio zugeschnitten wie der letzte. Wohin die Reise nach der nicht ganz geglückten Rückkehr zu den Rap-Wurzeln geht, bleibt indes abzuwarten.
Interview mit Grosses K über „Hood Herkules“
Grosses K, der Bürgermeister von Neuperlach und ein Viertel von Der Neue Süden, legt mit „Hood Herkules“ sein drittes Soloalbum vor. Als Konzept hat er, der Titel deutet es bereits an, das Thema Superheld gewählt. Warum, wieso und weshalb besprachen wir mit dem Münchner.
Hallo, Grosses K. Wie wird man eigentlich Bürgermeister von Neuperlach?
(lacht) Den Titel hat mir vor ungefähr 20 Jahren der Vater eines guten Freundes zugesprochen – warum genau kann ich gar nicht genau mehr sagen, aber ich glaube, weil ich jeden kenne und über alles Bescheid wusste, was sich in meinem Viertel so abspielte. Auch heute liegt mir meine Hood noch sehr am Herzen und ich versuche gerade auch durch soziale Projekte mit Jugendlichen meinen Beitrag zu leisten.
Wie fühlt sich das eigentlich an, als Neuperlacher so gar nicht dem Klischee von München zu entsprechen, das die meisten haben?
Ich finde es eigentlich schade, dass alle Münchener immer in eine Schublade gesteckt werden. München ist wirklich eine wunderschöne Stadt und ich lebe sehr gerne hier. Wie über jede Stadt gibt es bestimmte Klischees, aber da kann man kann sich ja zum Glück immer noch sein Bild machen.
Wie sieht ein Tag in der Hood bei dir heutzutage aus?
Da ich immer sehr viel arbeiten muss und noch sehr viel Sport treibe, komme ich meistens erst sehr spät nach Hause. Wenn ich dann mal frei habe, bin ich ganz froh, wenn ich zu Hause chillen kann, oder die freie Zeit mit meiner Freundin oder guten Freunden und Familie verbringen kann. Ich setzte mich aber auch mit viel Hingabe für die Jugend ein und mache für sie und mit ihnen im Sommer Basketball- und Musikprojekte, an denen mir sehr viel liegt.
Dein neues Album „Hood Herkules“ ist erst dein drittes Soloding. Zu viel anderes zu tun gehabt?
Nee, also Zeit ist natürlich ein wichtiger Faktor, den die Arbeit mir teilweise raubt, aber ich finanziere auch meine Musik komplett selber – das heißt für jedes Album müssen erstmal die Produktionskosten von mir aufgebracht werden. Und alle guten Dinge brauchen ihre Zeit, da regt sich auch der Perfektionist in mir. Ich würde nie eine Platte auf den Markt bringen, bis ich nicht mit jedem kleinen Detail zufrieden bin, oder zumindest soweit wie ein Künstler das mit seiner eigenen Arbeit ist.
Was hat dich dazu bewogen, das Superhelden-Konzept zu wählen?
Die Idee zu dem Konzept entstand bei einem Besuch von Weeh78 (Feinkoste Paranoia / EMF) der auch schon das Artwork für meine drei letzten Alben gestaltet hat. Wir unterhielten uns über die gerade so beliebten Comicverfilmungen und da ich selbst ein Großer Comic Fan bin und auch schon hunderte Hefte in meinem Leben gesammelt habe, kamen wir auf die Überlegung mein neues Cover für „Hood Herkules“ in Comicform zu gestalten und zu jedem Lied eine kleine Illustration zu entwerfen.
Wo sind die Jahre hin? feat. Jizz Fizz von Grosses K auf tape.tv.
Wo siehst du dich selbst im Deutschrapgame? Wo ist dein Platz, deine Lücke?
Über solche Fragen mache ich mir eigentlich wenig Gedanken. Ich denke ich hab mir über die fast 20 Jahre die ich in dem Game bin, eine kleine Fanbase aufgebaut und ich kenne auch die meisten deutschen Hip Hop Acts persönlich, aber wo ich stehe, kann ich nicht genau sagen – ich bin immer noch da, das ist doch was zählt.
Wie findest du das Deutschrap-Spiel derzeit so insgesamt? Zuviel Gossip und Promobeef – oder kriegst du sowas gar nicht mit?
Ich bekomme solche Sachen nur bedingt mit – ich höre mir zwar viel Neues an und informiere mich über neue Acts, aber diese ganzen Beef-Geschichten gehen mir am Arsch vorbei. Es gibt doch weiß Gott, gerade jetzt das gesamte Weltgeschehen betrachtet, wichtigere Dinge, in die wir unsere Zeit investieren sollten.. Die meisten Geschichten sind auch meist nur ein Promo-Gag und nur dafür gedacht, wieder Aufmerksamkeit auf sich und seine Musik zu richten, anstatt seine Chance Massen zu erreichen mit einer positiven Message zu nutzen! Es gibt einige Solo-Künstler und Gruppen, die ich sehr schätze und mag wie Megaloh, D-Flame, B-Tight, Ali As, K.I.Z. und ich freue mich immer wieder, wenn sie nach München kommen und man etwas Zeit hat, was zu unternehmen und das ist wichtig für mich! Rapper kommen und gehen und nur, wer auch beständig sein Ding durchzieht und etwas Relevantes zu sagen hat, hat meinen Respekt verdient.
Du warst (oder bist?) Teil des Neuen Südens – wie ist der Kontakt zu den anderen Jungs heute?
Sehr gut, ich bin mit allen Jungs in Kontakt, auch wenn man sich nicht mehr so oft sieht wie früher. Aber wenn es die Zeit erlaubt, trifft man sich zum Essen oder geht mal ins Kino oder aus und wenn es klappt, gib es vielleicht ein zwei Lieder auf meinem Nächsten Album zu hören!
Kannst du uns verraten, für wen Ali As alles geghostwritet hat?
Darüber bin ich leider nicht wirklich im Bilde und Ali hat soweit ich weiß auch bei den Künstlern, für die er schreibt, eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben. Deshalb kann und darf ich darüber keine Auskunft geben. Da müsst ihr wohl selber ein Interview mit ihm ergattern.
Deine Message/letzten Worte an unsere User?
Ich bin ein großer Asien-Fan und habe erst kürzlich wieder ein buddhistisches Zitat gelesen, was ich immer wieder gut finde: „Bekämpfe den Hass durch Nichthassen, durch Güte den Bösen, gewinne durch deine Opfer den Geizigen und durch deine Wahrheitsliebe den Lügner.“ Genau das erreicht die Musik für mich – sie schafft Brücken zwischen verschiedensten Menschen und Kulturen und ermöglicht uns mehr Verständnis und Toleranz für andere.
Shawn the Savage Kid – Durchs Netz gegangen-EP (Stream)
Shawn the Savage Kid kommt nicht zur Ruhe. Bevor am 30. Oktober sein Debütalbum „LowLife Schickimicki“ erscheint, präsentiert er nun die „Durchs Netz gegangen“-EP, eine Zusammenstellung von Tracks die bereits auf seinen Mixtapes „Melange“ und „Aus Prinzip“ vetreten sind. Die EP gibt es kostenfrei zum streamen und wird als Bonus-CD „LowLife Schickimicki“ beiliegen.
Die Ankündigung für „LowLife Schickimicki“ findet man hier. Veröffentlicht wurde aus dem Album bis jetzt das Video „Nie wieder weg“, sowie mehrere Snippets zu einzelnen Songs des Albums, unter anderem „Kind sein“.
Dollar John & Duzoe (ODMGDIA) – Guns n‘ Noses Remix (prod. Hollydontybe) [Video]
Facial Traffic-Oberhaupt Duzoe und Reimebude-Member Dollar John sind nun schon eine Weile gemeinsam als ODMGDIA (Obdachlos Müllgang Drink It All) unterwegs. Fürs Mile of Style 2015 veröffentlichten sie den Exclusivetrack „Guns N‘ Noses“, produziert von MekkroMye. Nun wurde das ganze von Facial Traffic-Producer Hollydontybe mit einem neuem Beat unterlegt – der allerdings manch einem schon bekannt sein dürfte. Denn er fand bereits Anwendung als Untermalung des Tracks „Ganz egal“, erschienen auf der Frank-EP von Duzoe und Die Zwiebel, welcher – Überraschung – ebenfalls Mitglied bei Facial Traffic ist. Verwirrend? Ein bisschen. Aber vor allem dope.
Blut & Kasse – Machermodus [Review]
Blut & Kasse ist der klassische Underdog – und der Beweis, dass es für den ganz großen Durchbruch heute nicht mehr ausreicht, gut bis sehr gut zu rappen. Wenn es denn überhaupt jemals ausgereicht hat – aber diese Frage können und wollen wir hier nicht klären. Was wir hier klären wollen: Was kann sein neues Album „Machermodus“ ?
Zunächst einmal wird es dem Titel absolut gerecht: Der Würzburger zieht den Motivationsfilm voll durch, ohne dabei wie ein angestrengter Animateur oder Durchhalteparolenbrüller zu klingen. Der Titeltrack, „Hunger wie ein Bär“ oder „Gas“ sind Nach-vorne-Peitscher, die absolut glaubwürdig, kein Stück aufgesetzt daherkommen.
Überhaupt nimmt man Blut & Kasse alles ab, was er auf „Machermodus“ rappt. Er verkörpert diese Sorte Rapper, die ohne Gimmicks und kalkulierte Images auskommt – und ganz offensichtlich vom Aussterben bedroht ist. Ob nun zu Recht oder Unrecht, sei mal dahingestellt – Tatsache ist aber, dass das Album insgesamt schon sehr trockene Kost bietet. Niemand verlangt, dass Blut & Kasse seinen Arsch verkauft und einen auf Entertainer macht. Ein oder zwei Überraschungsmomente hätten dem Album aber sicher ganz gut getan.
Mit Songs wie „Plastik“ oder „Anti-Industrie“ pocht Blut & Kasse auf sein Alleinstellungsmerkmal und verdammt gleichzeitig den derzeitigen Zirkus, den das Deutschrap-Game darstellt. Angesichts der Tatsache, dass er keine Videoblogs live vom Wochenendeinkauf oder anderen Schnickschnack rausgehauen hat, kann er sich das durchaus erlauben. Es ist auch völlig okay, sich zur Bestimmung des eigenen Standpunkts von anderen abzugrenzen. Und trotzdem – irgendwas fehlt mir auf „Machermodus“ .
Die Beats sind es schon mal nicht, die haben Joshimixu und ein paar andere Kollegen schön wuchtig und mit dezenten, unaufdringlichen Trapanleihen hinbekommen. Die Gastrollen sind mit einem souveränen, wenn auch nicht gerade aufregenden Sido, einem wie immer energiegeladenen und punchlinefreudigen Pedaz, einem zurückhaltenden Silla sowie dem überzeugenden Ufo361 ebenfalls gut und unaufdringlich besetzt.
Es fehlt BK keineswegs an Motivation (s.o.), auch nicht an lyrischer und inhatlicher Tiefe. Letzteres stellt er mit der bemerkenswert differenzierten Auseinandersetzung mit Glauben und Wissen in „Kopfkino“ unter Beweis. Auch „Karma“ ist viel besser und schlauer, als sein etwas abgedroschener Titel ahnen lässt.
Der mit Abstand beste Song aber hört auf den Namen „Beste Medizin“ . Hier lässt Blut & Kasse mehr persönliches raus, als die meisten seiner Kollegen in ihrem gesamten Oeuvre, ohne dabei kitschig oder peinlich zu werden. Und ja, genau davon fehlt mir ein bisschen was. Von dieser Sorte noch drei, vier Songs mehr und „Machermodus“ wäre unfickbar geworden. Aber auch so reicht es zu einem guten Album – auch wenn der Protagonist für meinen Geschmack ruhig noch bisschen mehr aus sich rausgehen dürfte.

Fard – Kalt wie Schnee (live) [Video]
Nachdem Fard am 9. Oktober sein sechstes Soloalbum „Ego“ veröffentlicht hat, war er jetzt zu Gast bei MDR Sputnik, um dort die Single „Kalt wie Schnee“ live zu performen. Produziert wurde das Ganze von Gorex, Joshimixu und Abaz. Das original Video zu „Kalt wie Schnee“ gibt es hier, dazu noch die Review und auch ins Snippet kann man mal reinhören.
Timi Hendrix feat. Sapient & Das W – Lost in Bat Country (prod. by Sapient)
„Und wieder zieht ein Abend nur an mir vorbei. Kein Plan in welcher Stadt ich bin“ – Im Video zu „Lost in Bat Country“ sind Timi Hendrix und Kollegen zumindest irgendwo zwischen Bielefeld und Amsterdam. Das Trailerpark-Mitglied präsentiert mir „Lost in Bat Country“ eine weitere Videoauskopplung aus seinem aktuellen Album „2 Zimmer, Küche, Bong„. Unterstützung gabs dabei von Sapient und Das W.
„2 Zimmer, Küche, Bong“ ist das 14 Tracks umfassende Solo-Debütalbum von Timi. Featureparts gibt es außerdem von Karate Andi, Basti DNP, Elch, Alligatoah und Skinny Shef . Zuletzt wurde das Video zu „Kaiser von China“ veröffentlicht.
Ab Mitte November geht Timi Hendrix mit Sapient und Das W auf „Lost in Bat Country“ Tour.







