Rassismus gegen Weiße? Frankreich will Nick Conrad mundtot machen

Der französische Rapper Nick Conrad stellt mit seinem Song „Pendez Les Blancs“ Frankreich auf den Kopf – und verdient sich damit eigentlich einen Ehrenmann-Orden. Stattdessen ermittelt nun die Pariser Justiz.

„Hängt die Weißen“

Stein des Anstoßes soll Nick Conrads Zeile „Hängt die Weißen“ in seinem mittlerweile von YouTube offline genommenenen, gleichnamigen Song „Pendez Les Blancs“ sein.

Der junge Künstler wird nun deswegen von der Justiz beobachtet und kann vermutlich eine saftige Klage seitens der Pariser Staatsanwaltschaft wegen dem öffentlichen Aufrufen zur Gewalt erwarten. Und natürlich ließ es sich auch die Vorsitzende des rechtsradikalen Front National nicht nehmen, Kapital aus der vermeintlichen Staatsaffäre zu ziehen.

Tweef mit dem Innenminister

Selbst der Innenminister persönlich, Gérard Collomb, schaltete sich per Tweet ein:

Das bedeutet soviel wie:

Ich verurteile diese erbärmlichen Bemerkungen und schmählichen Angriffe (…) Es wird eine Sache der Justiz sein, auf diesen hasserfüllten Appell angemessen zu reagieren“.

Ich wünschte, unser Innenminister würde auch ab und zu Twitter-Beef mit irgendwelchen Rappern starten.

Die französischen Medien sind sich ebenfalls nicht zu schade, die Textzeile nach allen Kräften zu skandalisieren.
Wer Französisch beherrscht, Zeit und Lust hat, kann sich ja unter anderem den Beitrag von BFM TV ,einem privaten Nachrichtendienst, dazu geben oder das Interview mit Nick Conrad von RTL Frankreich lesen. Für alle, die es nicht können hier das wesentliche: Der Vorwurf lautet tatsächlich, die Zeile sei rassistisch.

Und was sagt der Künstler selbst?

Nick Conrad regt sich in seinem Interview mit RTL Frankreich darüber auf, dass sein Song nur oberflächlich betrachtet werde. Anstatt sich über die eigentliche Intention, und zwar Rassismus für eine weiße Mehrheitsgesellschaft greifbar zu machen, Gedanken zu machen, wolle man ihn mundtot machen und zensieren.

Tatsächlich finden sich in der Geschichte wenig Beispiele dafür, wie Weiße von Nichtweißen aufgehängt wurden. Für das Gegenteil jedoch dafür umso mehr. Ganz offensichtlich also handelt es sich bei Nick Conrads Zeile um eine bewusste Überspitzung, um Weißen nahezubringen, was Rassismus und Aufrufe zum Lynchmord eigentlich bei denen auslösen, die damit konfrontiert werden.

Lesetipp

Warum ausgerechnet Rassismus-Vorwürfe gegen Nick Conrad absoluter Unfug sind, ist in diesem Artikel sehr gut zusammengefasst: Es gibt keinen umgekehrten Rassismus

33 KOMMENTARE

  1. Zu Ash kay: Die soll mal die Fresse halten und nicht von umgekehrten Rassismus labern. Alleine weil sie sich nicht mal politisch korrekter Sprache bedienen kann kann man so eine nichtmal ernst nehmen. Rassismus und Diskriminierung gegen deutsche gibt es sehr wohl. Denk mal an die Kevins und Justins aus Bremen-Tenever oder Berlin-Neukölln. Zu Alman für die dort lebenden südländer, zu Assi für die Akademikerdeutschen, Stichwort Fler. Ausgrenzung von allen Seiten, auch hier, gerade in solchen Gegenden macht die Armut nicht vor Hautfarbe oder ganz ursprünglicher Herkunft halt. Und so etwas totzuschweigen, ist die eigentliche Schweinerei, aber was erwarte ich von euch schon. Eigentlich warte ich jetzt auf einen Schwarzen, der jetzt derbe angepisst reagiert, wenn man Rassismus gegen weisse erwähnt. Passiert ja zu hauf. Rassismus gibt es IMMER NUR gegen schwarze und braune, klar klar. Und auch türkische vermieter, die türkische Mieter bevorzugen gibt es nicht. Schöne Märchen werden da erzählt. Aber ich bin ja nur eine weisse heusluse.
    Zum eigentlichen Thema: Der Rapper aus Frankreich will provozieren und hats auch geschafft. Was erwartet er? Er macht ein Lied, dass „hängt alle weissen“ oder so heisst und wundert sich dann über empörte Reaktionen.
    Zu mir: ich sollte mich weniger aufregen, weniger eure Artikel lesen und mir mehr darüber im klaren sein, dass ihr es einfach nicht wert seid.
    Bye

  2. Eine letzte sache noch: spricht hier überhaupt jemand französisch von euch in der redaktion? Kann also jemand sagen was genau in dem text gesagt wird? Ich denke mal nicht, also bleibts bei einem vorurteil eurerseits. Alles weissbrote bei euch in der redaktion, die lieder wie „hängt die weissen“ wahrscheinlich noch feiern würden. Wenn ihr im film „so high“ eine rolle besetzen würdet, dann die des weissen profs für schwarze geschichte.

  3. Richtig. Und ich bin als weisser empört. Ich meine, dass wollte er doch so oder? Schön das mir der Typ mal „rassismus greifbar machen“ wollte. Also, für mich im speziellen ist Rassismus greifbar genug, ich brauch keine baumelnden Menschen mit der Hautfarbe – egal welcher – als Hauptmerkmal in Musikvideos.

    Der Typ wollte glaub ich einfach mal nur ein bisschen aufmerksamkeit, denn vorher kannte ihn ja keiner. Die hat er jetzt im Form von Empörung weisser Menschen bekommen. Schön und gut. Rassistisch, was man auch am Text eindeutig erkennen kann, aber schön und gut. Man will sich ja nicht echauffieren und fragen was wohl wäre wenn ein weisser rapper ein lied wie „pendez les grones“ rausbringen würde – was – außer Makss Damage vielleicht – auch keiner machen würde, es reicht ja schon ein Pulli mit der Aufschrift „coolest monkey in the jungle“ damit ein h&m abgefackelt wird – denn wenn man sich echauffiert ist man ja die privilegierte Heulsuse.

    Das man jedoch so einen beschissenen Artikel mit der Überschrift „Es gibt keinen umgekehrten Rassismus“ verlinken und offensichtlich verteidogen muss ist ja wohl der größte Schwachsinn. Ich bin da ganz bei „Pole“.
    Es gibt ihn, den Rassismus gegen Weisse. Viele pissen sich bloß nicht so an und machen jedes mal ein Lied indem irgendwelche schwarzen/Inder/Chinesen am strick baumeln. Weil das richtigerweise rassistisch wäre.

      • Sorry, aber ich habe weder Rassismus die Kategorie „weiss“ oder „schwarz“ erfunden noch möchte ich mich dort irgendwie einordnen. Ich werde einkategorisiert, wie jeder andere Mensch auch (du zum beispiel).
        Wäre ich jetzt schwarz wäre meine Erklärung in Ordnung? Würde mein Kumpel aus dem Senegal, der gleicher Meinung ist, das erklären wäre es etwas anderes?
        Außerdem bist du doch selber weiss wie ne wand. Warum darfst du dich dann dazu äußern bzw. Erklären was Rassismus ist? Sorry aber raff ich nicht.

  4. „Hängt die Weissen“ = Aufruf zum Mord von Menschen mit dem Merkmal „helle haut“ = ganz offensichtlich ziemlich rassistische Hetze, wer das nicht erkennt, d. War es nicht vor einigen Monaten nicht noch so, dass ein gewisser Megaloh behauptete, die Deutungshoheit läge bei den Betroffenen? Warum ist dies hier nicht der Fall? Also ich, weiss wie eine Wand, fühle mich ganz seltsamerweise irgendwie schon ziemlich betroffen. Woran das wohl liegen mag?

    Am Ende solcher Geschichten machen irgendwelche sich abgehängt fühlende oder wirklich Abgehängte immer mobil. Ist ja auch bei Rechtsrock so und darum ist frei.wild auch so beschissen.

    „Frankreich will Nick Konrad mundtot machen“

    Was für eine Überschrift. Wer bitte ist „Frankreich“?

    So etwas wird dann noch auf rap.de verteidigt? Schäm dich, Ilo…

  5. Sorry, aber natürlich gibt es Rassismus gegen Weiße. Vielleicht nicht hier in Deutschland, aber auch mir ist es im Ausland schon mal wiederfahren, dass ich lediglich aufgrund meiner Herkunft beschuldigt wurde. Ich bin selber sehr links, aber man sollte nicht den Blick für die Realität verlieren. Nur weil man bestimmte Redewendungen oft genug wiederholt werden sie nicht wahr.

      • Das ist mir halt zu einfach an der Stelle. Rassismus geht meistens von der Mehrheit auf die Minderheit aus und ja das sind im Normalfall Weiße. Das will ja auch niemand bestreiten. Aber zu sagen, dass es nirgendswo auf der Welt in keinem Viertel Rassismus gegenüber Weißen gibt halte ich ehrlich gesagt für ziemlich anmaßend. Der Artikel ist auch eher mäßig. Klar gibt es in Deutschland kein instituionellen Rassismus gegen Deutsche. Aber ist es nicht genauso Scheiße wenn Klaus andere als „Kanacken“ bezeichnet, wie wenn Ali sich über die „Almans“ beschwert? Ist mir halt ein bisschen zu viel schwarz weiß Malerei (no pun intended).

        • Bei Rassismus spielen Machtstrukturen eine große Rolle. Und die wirken nun mal in eine sehr klare Richtung. Egal, ob in Südostasien, in Südamerika, in Indien – überall gilt das europäische Schönheitsideal (helle Haut, glatte Haare etc.). Wer davon abweicht, wird diskriminiert, und das weltweit. Pauschale Abwertungen gibt es überall, aber es macht einen großen Unterschied, ob dahinter eine gesamtgesellschaftliche Wirkmächtigkeit steht oder nicht.

          • Jo, das ist im Großen und Ganzen ne Aussage die ich so unterschreiben würde, das mit der Gesamtgesellschaft sehe ich ähnlich. Mir ging es ja auch nur darum zu sagen, dass Rassismus gegen Weiße von anderen Personen durchaus möglich ist, was du ja in deinem letzten Satz auch gewissermaßen eingeräumt hast. Zusätzlich sollte man denke ich auch noch zwischen ethnischem und „nationalstaatlichen“ Rassismus unterscheiden (im englischen glaube ich ethnical und civic fascism als Faschismustheorien). Mit meiner Hautfarbe bin ich noch nie auf Probleme gestoßen, durch meine Herkunft wurden mir aber im Ausland auch schon Wege verbaut, weil ich kein Einheimischer war. Ist zwar nicht zwingend auf das Thema bezogen, ich wollte nur zeigen, dass Rassismus doch recht komplex sein kann.

          • ihr seid alle so dumme Spasten. Weiße sind Global gesehen eine winzige Minderheit und in Europa werdet ihr es auch bald sein und es geht auch nicht um allgemeine Mehrheit im Land, sondern um Mehrehiten in der altersmäßig relevanten Altersgruppe und da sind Weiße/Deutsche richtig am Losen.
            In manchen Städten hat man 80% Migrationshintergrund in der Altersklasse unter 6. Rechnet das einfach 10 Jahre hoch, da ist nchts mehr mit Mehrheit.
            Und das seht ihr ja auch daran, dass Deutsche ständig misshandelt, gemobbt und überfallen werden.
            Gibt genug Dokumentationen und Youtube Videos über die Situation in Schulen.
            Ihr Weißen habt euch solange in Selbsthass gesuhlt, bis die Nicht-Weißen halt drauf eingestiegen sind und jetzt habt ihr den Salat.
            Meiner Meinung nach werden die Weißen irgendwann in den nächsten Jahrzehnten genozidiert werden. Solche „Kunst“-Sprache ist nur ein Vorläufer. Guckt euch einfach an, wie es im Dtitten Reich lief. Diesmal aber mit euch. Und ihr denkt noch, andere Rassen würden euch mögen, wenn ihr euch selber basht. Siehe offizielle gerichtliche Erlaubnis, dass Türken Deutsche Köterrasse nennen dürfen haha. Ihr seid ja so reif und vernünftig, dass ihr euch nie provozieren lasst sondern immer besonnen bleibt und nicht „den Rechten“ in die Hände spielt hahaha. Der Klügere gibt nach hahaha. Ihr merkt überhaupt nicht dass jede Rasse Identitätspolitik betreibt und Vorteile für die eigenen sucht, bis auf die Weißen. Ihr seid totale Geisterfahrer und werdet dadurch euren eigenen Untergang besiegeln.

      • Sorry, Oli, aber Rassismus ist ganz klar definiert, und das nicht erst seit gestern. Keine Ahnung wie du ihn definierst, aber wenn du ernsthaft der Meinung bist, es gäbe keinen Rassismus, dann hängst du wahrscheinlich nur mit deutschen rum bzw. kennst nur deutsche oder wohnst in irgendwelchen Vierteln die nur von deutschen bewohnt werden. So etwas gibt es natürlich und hier macht sich natürlich struktureller Rassismus bemerkbar. Ich will an der Stelle auch gar nicht behaupten, dass man als „Deutscher“ irgendwie mehr Rassismus erfährt als als Mensch mit Migrationshintergrund, aber es gibt ihn. Mir ist nur nicht begreiflich, warum man das unbedingt abstreiten muss, ja sogar einen Artikel darüber verfassen muss.

        • Weil das für den Fall, um den es im Artikel geht, wesentlich ist. Der Künstler wollte durch Überspitzung anschaulich machen, wie Rassismus sich auf Betroffene auswirkt, was ihm auch gelungen ist (wie die hysterischen Reaktionen ja zeigen). Das Sichtbarmachen von Rassismus wird mit Rassismus gleichgesetzt, das ist das Problem.
          Was mir nicht begreiflich ist: Warum es so vielen „Weißen“ so wichtig ist, Rassismus stets zu relativieren und kleinzureden. Wer den Betroffenen zuhört, kann begreifen, dass es ein sehr ernstzunehmendes Problem ist, um nicht zu sagen: existenziell. Das anzuerkennen, tut eigentlich keinem weh.

          • Herr Marquart, ich gehe mal davon aus, Sie verurteilen Gewalt, ganz egal aus welcher und in welche Richtung. Aus welcher Stelle im Video von Nick Conrad geht hervor, dass es sich hierbei um eine reine Überspitzung handelt und nicht um einen Aufruf zur Gewaltanwendung? Wo ist die Pointe, wo ist der Aha-Effekt? Woran kann man erkennen, dass der Künstler, nennen wir es mal „Wut auf einen anderen Phänotyp“ in Wirklichkeit verurteilt und nicht wirklich der Meinung ist, man solle Weisse aufknüpfen?
            Er hat sich ja nun in einem Interview gerechtfertigt und seine Intention mitgeteilt, aber warum sollten Politik und die Medien in Frankreich nicht empört sein über ein Lied, in dessen Chorus die Worte „Hängt die Weissen, hängt sie jetzt“ fallen? Warum verdient Nick Conrad für sein Werk den „Ehrenmann-Orden“, wenn die Message so unklar ist, dass sie offenbar vom Künstler im Nachhinein erklärt werden muss?

          • Die Message kann dem interessierten Betrachter sofort klar sein. Er/sie muss sich nur kurz ins Gedächtnis rufen, welche sich selbst als „Rasse“ konstruierende Menschengruppe eine andere als „Rasse“ konstruierte Menschengruppe aufgehängt hat. Hm ja, da war doch mal was. Und seltsam: Andersherum hat das nicht stattgefunden. Mal überlegen… was könnte der Künstler damit sagen wollen… ratter ratter… Ach nee, egal! Wir greifen lieber die hysterische Angst vor allem, was nichtweiß definiert wird auf und geben der verblödeten Masse den bösen Schwarzen Mann! Bringt Quote und die Nazis freuen sich auch! Super!

      • Sexismus ist die Ideologie. Misandrie wäre dann die Umsetzung dieser Ideologie in bestimmte Handlungen.

        Natürlich gibt es Sexismus gegen Männer. Nur können Frauen diesen eben nicht in die Tat umsetzen, weil ihnen die Macht fehlt.

        Frauen haben genauso sexistischen Scheissdreck im Kopf wie Männer.

        • Eine weitere Fehlannahme: Analog zum Rassismus, der von selbsterklärten „Weißen“ erfunden wurde, ist Sexismus nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern von Männern erfunden worden. In beiden Fällen, um alle, die nicht zur eigenen Kategorie (männlich, weiß, heterosexuell, christlich etc.) gezählt werden, zu unterdrücken.

    • Ich beantworte das einfach mal für dich: Ja, die haben Lack gesoffen. Und Bleichmittel. Ganz viel Bleichmittel…ansonsten unerklärlich?

  6. Ich kann nur für mich sprechen wenn ich sage dass ich das sehr wohl anerkenne. Es gibt einen strukturellen Rassismus, der alles was weiss, christlich, heterosexuell und männlich ist (habe ich einen Faktor vergessen), bevorzugt.
    Was Ash Kay zb bezüglich Jobsuche schreibt hat schon Hand und Fuß. Ich erlebe das selber täglich auf meiner Arbeit wenn ich feststellen muss, dass zb junge Miris scheinbar aufgrund ihres Nachnamens keinen Job bekommen. Klare Ausgrenzung! Muss man so sagen. Darum aber zu behaupten, es gebe keinen Rassismus gegen deutsche, stimmt einfach nicht, worauf ich weiter unten noch zu sprechen komme.
    Ein Aufruf zum Mord bleibt ein Aufruf zum Mord, der in dem Fall rassistisch gewertet werden kann, da es ja um Hautfarben geht. Der Künstler hat sich bereits gerechtfertigt, von daher nehme ich ihm die künstlerische Intention ab. Ich finds geschmacklos, aufgrund der tatsache, dass heutzutage niemand mehr gehangen wird, übertrieben, und frage mich auch welche filme im kopf des künstlers ablaufen müssen, zu so einer Überspitzung zu kommen, aber das ist dann halt geschmackssache. Die Reaktion mag hysterisch sein, aber zielführend ist das in meinen Augen nicht, sondern zieht einfach nur eben solche Reaktionen nach sich. Niemand wird sich dem Problem ernsthaft annehmen, da dies, drehen wir es wie wir es wollen, ein Aufruf zum mord ist.
    Auf der anderen Seite möchte ich noch einmal betonen, dass es sehr wohl Rassismus gegen Deutsche gibt, der zwar nicht strukturell, aber durchaus vorhanden ist. Wenn ein 14-jähriger Deutscher in einem sozialen Brennpunkt, indem überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund (struktureller Rassismus) leben, groß wird, sich ständig irgendwelche Vorurteile bezüglich seiner Nationalität anhören muss, aufgrund eines „Spiels“ das sich jugendliche mit migrationshintergrund ausdenken und das „Araber gegen Deutsche“ heisst spaßeshalber auf die fresse bekommt, weil er ja der einzige deutsche ist und sich einer überzahl an arabischen jugendlichen gegenübergestellt sieht, wenn andere deutsche ihn als „hartz4-assi“ betiteln, wenn er als nazi betitelt wird – nicht aufgrund seiner Äußerungen, sondern schlicht aufgrund seiner Nationalität, die er sich nicht ausgesucht hat, weil viele Jugendliche denken, rassismus sei ein rein deutsches/weisses attribut (ein standpunkt, den du ja scheinbar auch vertrittst)….
    …dann ist das Rassismus. Ganz realer rassismus. Man könnte ja nun sagen, dass man die Wahl hat und sich ein anderes Umfeld suchen kann, aber fehlanzeige. Er kann dort nicht weg, weil er erst 14 ist und ihm die finanziellen Mittel fehlen. Dieses Problem existiert, ich kenne Jungs und Mädchen die persönlich darunter leiden, ich war selber mal dieser Junge und finde es haarsträubend, wenn man diesen Fakt einfach abstreitet. Es ist ja nicht so, dass es nur nicht erwähnt wird, was klar ist, denn hier gehts eigentlich nicht um weisse. Aber der Artikel von Ash Kay hinterher, das finde ich ziemlich ignorant, da eben solche Fälle einfach eiskalt abgewunken werden. Nochmals: Ich erlebe so etwas täglich und das ist genauso scheisse, auch wenn es seltener vorkommen mag.

    Ich hoffe ich habe einigermaßen verständlich geschrieben, ich hab zwischen Tür und Angel geschrieben, da ich mich jetzt wieder meiner Arbeit widmen muss. Man möge mir also den ein oder anderen sehr langen satz verzeihen.

    • Herr Marquart, das waren ein paar ganz einfache, sachliche Fragen. Ich wüsste nicht wo ich Ihnen Anlass dazu gab, mich verblödet zu nennen, wenn ich der Meinung bin, dass eine künstlerische Überspitzung nicht erkennbar ist.

      Mir liegt durch mein geschichtliches Verständis bereits nahe, warum der schwarze Protagonist in seiner Rolle den weissen Mann hängen will, trotzdem wird nicht ersichtlich, dass uns Nick Conrad Rassismus lediglich greifbar machen möchte, da in seinen Texten überhaupt kein doppelter Boden vorhanden ist und man das ganze auch als simple Drohung auffassen könnte. Wenn ich Ihrer Logik folge, dann haben Sie sich als Weisser Mann beim Schauen des Videos also folgendes gedacht:

      „Da wird ein Weisser von Schwarzen gehängt. Da ruft ein Schwarzer Mann „hängt die weissen, hängt sie jetzt!“, Schon klar, dass wird wegen der Sklaverei gewesen sein. Aber das kann ja nur Kunst sein, das kann er gar nicht ernst meinen, ich meine, er ist ja schwarz. Wow, das ist tolle Kunst. Der Mann hat einen Orden verdient.“

      Nicht Politik und Medien geben „der verblödeten Masse“ den „bösen schwarzen Mann“. Den gibt Nick Conrad ihnen.

      Wenn Sie als Argument den Verweis auf den Film „American History X“ durch den „Bordsteinbeißer“ am Ende des Videos eingebracht hätten, wäre dies ja mal ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Allerdings beinhaltet Film weitaus mehr als nur den Biss in den Bordstein als Botschaft. Der Film beschreibt durch alles, was nach der Bordsteinszene passiert, wie Rassismus zustande kommt, wie schrecklich er sich äußern kann und die Abwärtsspirale, in der sich die Protagonisten befinden. Im Film gibt es eine „Moral von der Geschicht“, die in Nick Conrads Machwerk vollkommen fehlt, da das Video beim Biss in den Bordstein endet.

      Man soll alleine aufgrund den Hautfarben darauf schließen, dass Monsieur Conrad nicht zur Gewalt aufruft. Und das sollen gefälligst alle – schwarz wie weiß, vor allem aber weiss – sofort wissen. Warum? Weil sie die selben Bilder im Kopf haben sollen wie Monsieur Conrad? Weil alle – schwarz wie weiß – zu wissen haben dass man sich als Schwarzer „rächen“ könnte? Weil Rachegedanken total nachvollziehbar sind? Weil „wir“ damals „die“ gehangen haben?

      Wie fühlen Sie sich eigentlich persönlich? Was war Ihr erster Gedanke beim Hören des Liedes und Sehen des Videos? Ich persönlich bin erstmal geschockt, wenn ich höre, dass man mich gerne baumeln sehen will, und gehe dem schon auf den Grund. Deshalb bin ich aber noch lange nicht verblödet. Ohne persönlich werden zu wollen, finde ich es eher verblödet, aufgrund der Hautfarbe auf die Geschichte zu schließen, einen Aufruf zum Mord als nicht ernst gemeint und große Kunst abzutun, sich dann noch zu wünschen dass doch bitte jeder die gleichen Gedankengänge haben soll wie Monsier Conrad und Monsieur Marquart mit der (Schein)empathie eines (Schein)heiligen und empört zu sein, dass dies verständlicherweise nicht der Fall ist.

      • So. Und jetzt stell dir deine Schockiertheit, deine Wut und dein Unverständnis mal kurz mit ungefähr zehntausend multipliziert vor – und du kannst dir ein bisschen vorstellen, wie es Schwarzen und anderen als Nichtweiß definierten Menschen tagtäglich so geht. Womit der Song mehr für Aufklärung getan hat, als alle Anti-Rassismus-Werbespots korrupter Fußballverbände zusammen.

  7. Es ist zu unterscheiden zwischen Rassismus als Ideologie und Rassismus als reale Handlung. In diesem Sinne gibts keinen Rassismus gegen Weiße.
    Aber natürlich können Schwarze auch Vorurteile, oder eine rassistische Ideologie pflegen. Nur Ausagieren können sie diese nicht.

    Zweitens, Meinungsfreiheit sollte auch für rassistischen Dreck gelten. Das bedeutet natürlich auch eine rassistische Herabwürdigung von weißen. Hier spreche ich nicht von rassistischen Handlungen, sondern Einstellungen, Werten und Meinungen.

    • Nochmal: Das Aufmerksam machen auf Rassismus ist KEINE „rassistische Herabwürdigung von Weißen“. Es gibt bei Thema Rassismus kein „Beide Seiten haben blabla“. Die Umkehrung der Täter-Opfer-Verhältnisse ist ein alter Versuch, von Tatsachen abzulenken. Auch den Schwarzen Bürgerrechtler*innen in den USA wurde in den 60ern vorgeworfen, „Weiße“ zu hassen. Alter Hut.

      • Herr Marquart, ich denke Sie haben nicht unrecht, wobei auch Ihre Erklärung von Rassismus Lücken aufweist. Auf wikipedia gibt es zahlreiche Definitionen von Rassismus, von Zahlreichen Kommissionen und Gremien. Gemeinsam haben alle, dass ihre Mitglieder größtenteils aus Weißbroten bestehen, die dann Rassismus definieren, obwohl sie niemals strukturellen und teils existenziellen Rassismus erfahren haben, was problematisch ist. Das es strukturellen Rassismus gegen nichtweisse Menschen gibt erkenne ich sowieso an. Mir ging es um den angeblich nicht vorhandenen Rassismus gegen Weisse. Ich fand den Artikel wegen der Überschrift von Ash Kay provokant. Ich finde aber letzten Endes dass es auf die Frage ob es rassismus gegen weisse gibt keine klare Antwort gibt. Ich meine es gibt ihn als einen Rassismus von vielen, jedoch ist er bloß situativn ,nicht allgegenwärtig und darum nicht mit dem alltagsrassismus vergleochbar, der nichtweisse täglich erwartet.Ich bin deshalb der Meinung weisse sollte zurückstecken wenn es um die #metwo (#metoo? Kp grad) debatte geht um zuzuhören und zu reflektieren. Ich bin weiss und ich weiss es manchmal einfach nicht besser, spreche glaube ich auch für viele Weisse. Mir wird sicherlich noch oft ein fragiler Abwehrreflex über die Lippen rutschen, gerade weil ich im Umgang mit Rassismus nicht geübt bin, aber ich denke ich sollte daran arbeiten und lernen besser zuzuhören.
        Die Kunst finde ich trotzdem schlecht verpackt aber das ist nur meine Meinung.

        Peace

  8. Die Frage danach, ob das so „in Ordnung geht“ ist sehr einfach zu beantworten: Wäre es andersrum auch okay?

    Wenn ein weißer Rapper zur überspitzten Darstellung von was auch immer einen Song unter dem Titel „Hängt die Schwarzen“ veröffentlichen würde, wäre das okay? Nein, wäre es nicht. Wäre es sowas von nicht. Wenn einer das wagen würde, der würde zu Recht zigtausendmal angezeigt und von allen Medien, Mitmusikern und er Industrie geächtet.

    • Du gehst von der falschen Voraussetzung aus, dass Aussagen ohne Kontext stattfinden. Tun sie nicht. Der Kontext in diesem Fall: Sich selbst als „weiß“ definierende Menschen haben jahrhundertelang als „schwarz“ definierte Menschen versklavt, getötet und unterdrückt. Auf diesen Rassismus hinzuweisen, auch in überspitzter Form, ist etwas völlig anderes, als ihn zu unterstützen.

  9. Bei Hiphop.de steht dass der Text davon handelt dass der Protagonist in Kindergärten gehen und kaukasische Kleinkinder töten möchte

    Wie krank im Kopf muss man sein um sowas zu sagen oder zu verteidigen

    • Nachtrag: Mich würde auch interessieren wie dunkelhäutige Menschen die zu diesem spezifischen Komplex eine Meinung haben die Sache beurteilen, Oliver ist ja nicht das Sprachrohr der schwarzen Bevölkerung

      • Das ist auch mein Gedanke.
        Ein zweiter dazu: Ist es nicht ganz eventuell möglich, dass es weisse Menschen gibt, die empathisch genug sind, sich in einen schwarzen hineinzuversetzen, zwar nicht direkt zu fühlen, wie es sich anfühlt, ständig mit rassistischen kommentaren und verhaltensweisen konfrontiert zu werden, aber so etwas doch nachvollziehen zu können? Ist es tief im Verborgenen nicht ganz eventuell möglich, dass es weisse Menschen gibt, die sich gegen Rassismus einsetzen, die den Betroffenen zuhören und nicht alles kleinreden?
        Brauchen diese Menschen ein Lied wie „Pendez las blancs“? Kann sich der Autor eventuell vorstellen, dass eben diese weissen empathischen Menschen über ein lied wie dieses entsetzt sind? Einfach weil es unnötig ist? Einfach weil es alle Weissen über einen kamm schert und weil es, Rassismus hin oder her, einfach geschmacklose, verallgemeinernde Scheisse ist? Wenn der Chefredakteur schon behaupten will, dass es keinen Rassismus gegen Weisse gibt, dann soll er sich doch bitte korrekt und präzise ausdrücken, dann gibt es sicherlich auch keinen Aufschrei und kein Gemecker von uns bösen weissen Teufeln. Es gibt Rassismus gegen Weisse, so wie es ihn gegen alle Bevölkerungsgruppen gibt. Es gibt keinen INSTITUTIONELLEN Rassismus gegen Weisse. Bitteschön, nichts zu danken, so schwer war das doch nicht, oder, werter Herr Chefredakteur?
        Aber nur weil es keinen institutionellen Rassismus gegen Weisse gibt, muss man noch lange kein Verständnis für die Forderung „Hängt die Weissen“ haben, und ich bin mir sicher, es gibt schwarze, weisse, gelbe, braune und rote Menschen die für so etwas kein Verständnis haben, genau so wie es schwarze, weisse, gelbe, braune und rote Menschen gibt, die so etwas als Kunst durchwinken, wobei ich mir sicher bin, dass solche Menschen gottseidank weltweit in der Unterzahl sind. Rap.de jedenfall ist kein Maßstab für so etwas und ich persönlich finde das mehr als gut, da mich diese Gewissheit ruhig schlafen lässt.

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