Auschwitz: Kollegah und Farid Bang besuchen KZ-Gedenkstätte

Farid Bang und Kollegah haben wie angekündigt die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besucht. Das teilte das Internationale Auschwitz Komitee mit.

Die beiden sind damit der Einladung des Komitees gefolgt. Diese war nach der Diskussion um die Zeile „Mein Körper definierter als Auschwitzinsassen“ auf „JBG 3“ ausgesprochen worden.

Blumen für die Toten

Der Besuch von Farid und Kolle fand laut dem Komitee kurzfristig und nicht-öffentlich statt. An der „Todeswand“ legten die beiden Blumen zum Gedenken an die Ermordeten nieder.

Der Vize-Präsident des Komitees, Christoph Heubner, zeigte sich zufrieden über den Besuch. Es habe offenbar vieles in der Welt der beiden in ein neues Licht gerückt, den Ort zu sehen, an dem so viele jüdische Menschen gefoltert und ermordet wurden, sagte er.

Wofür Auschwitz steht

Im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz wurden etwa 1,5 Millionen Menschen ermordet, die meisten davon jüdische Menschen. Der Name des Vernichtungslagers wurde dadurch weltweit zu einem Symbol für die Shoa, den Massenmord an den europäischen Jüd*innen.

 

25 KOMMENTARE

  1. Oooooh, da hatter paar Blumen hingelegt….wie drollig, ma dann ist ja alles wieder gut. Kollegah bestärkt antisemitische Verschwörungstheorien, erzählt Judenwitze und wird durch seine Antijudenmusik reich. Aber alles gut, er hat ja paar Blumen hingelegt….

    …wollt ihr mich veraschen? Ihr dreckigen Opportunisten von rap.de haltet mal wieder schützend die Hand unter Kollegahs Arsch. Verarscht mal ruhig weiter die 13-Jährigen für ein paar Euros, Menschen die mit Sinn und Verstand in den Tag starten wissen was ihr hier veranstaltet. Ihr seid die Sackratten der Hip Hop-Landschaft.

    • „Antijudenmusik“, etwa weil Kolle in ca. 20.000 geschriebenen Zeilen 3 mal eine Anspielung auf Juden macht? Und wo bestärkt Kollegah antisemitische Verschwörungstheorien? Das ist einfach nur vollkommen dumm daher gesagt, und das mit dem Niveau eines elfjährigen.

      • Ich werd nicht dem xten scheinbar blinden Idioten erklären dass es nicht um die drei Zeilen geht. Wenn du zu ignorant bist um antisemitismus zu erkennen, dann solltest du zumindest einfach mal die Schnauze halten.

        Zu Rap.de:
        Sehr aufmerksam mich in eurem Twitteraccount zu zitieren. Sich über die redewendung „schützend die hand unter den Arsch halten“ lustig zu machen ist ziemlich infantil, da diese Redewendung existiert. Wenn man das trotz täglichem Umgang mit rhetorischen Mitteln als Journalist nicht weiss, dann spricht das ja für sich, also bitte unbedingt stehen lassen. Vielleicht hängt ihr euch in Zukunft noch ein schild um mit der Aufschrift „ich bin bisschen blöd und kenne mich nicht so aus mit der deutschen Sprache obwohl ich dass eigentlich müsste weil ich ja irgendwo mal journalistik studiert habe(n sollte). Na gut bisschen lang….wie auch immer.

        • Hast du das irgendwo Mal öffentlich gepostet? wenn ja dann schick mir bitte den Link. Mich interessiert deine Meinung und ich würde gerne deine Erläuterung zu diesem Thema lesen.

          • Nein man. Guck dir einfach „Kollegah – Apokalypse“. Falls du nicht wissen solltest was Antisemitsmus ist schlags im Lexikon nach. Dann kommst du schon von alleine drauf.

  2. Bitte unbedingt jetzt zeitnah ein Interview mit den beiden machen, in dem die beiden von ihrem Erlebnis im KZ berichten können. Würde gerne mit eigenen Augen sehen, dass „offenbar vieles in der Welt der beiden in ein neues Licht gerückt“ wurde. Danke!

  3. Die Schlagkraft der intervenierenden Lobbygruppierungen sollte in solch einem Forum eigentlich keine große Wirkung erzielen aber es ist beängstigend zu sehen wie weit sie inzwischen reicht. Das anti-Philosemiten Bashing wächst in einer Geschwindigkeit, die der, des Wachstums der Ignoranz ähnelt.
    Wenn Scheuklappenreiter wie mein vermeintlicher Landsmann ähnlich viele Lebensjahre aufweisen(1985), bin ich mir sicher das ich weitaus mehr Tränen um dieser unvorstellbar schrecklichen Taten jener Zeit des dritten Reiches vergossen habe. Nicht um einer Großmutter oder eines Ahnen der diese Hölle erleben musste, sondern um dieser Hölle wegen und dem was geschah.
    Nur ist das gezielte mundtot machen überdrehter StreetRunner mit Attitüde fast so widerwärtig wie diese eklige RapLine selbiger. Vielleicht, ich weiß es nicht, die Richtungen in die sich beide Artist bewegen interessiert mich einen scheiß aber vielleicht haben die beiden eigentlich eine sachliche Meinung zu dieser Thematik wie z.b. das es mit Sicherheit schwierig ist wenn man in der Angst lebt das jeder um einen herum sein Feind sein könnte, das es sicherlich nicht leichter wird indem man denen die man selbst umgibt das selbe Gefühl der Angst vermittelt und das wenn man nicht in der Lage ist GazaMitAuschwitz in irgendein Verhältnis zu setzten, die Grundlage fehlt ein Ziel fokussieren zu können das ALLEN MENSCHEN dort eine menschenwürdige Zukunft verspricht.
    Diskussionen die im philosemischen Konsens enden sollen, sollten besser in Umgebungen gesucht werden, in der ähnlich idiologische Denkrichtungen verfolgt werden.
    Hier z.b. gibt es wahrscheinlich hauptsächlich Leute die entweder zu wenig über diese Breitengrade wissen oder eben zuviel.
    Aber vielleicht sollten die beiden lieber weiter mit Plattitüden um sich rotzen um ihre Sorge um die Zukunft dieser Region und somit die Sorge um die Zukunft der Erde und ihrer Kinder zu kompensieren und manchen ihrer teilweise unterbelichteten Zuhörer Denkanstöße zu geben. Vielleicht hätte man sie mit substanziellen Aussagen zu diesem Thema sofort vom Label gekickt? Wie weit reichen die Tentakel der ThinkTanks wohl in die Ärsche der A&R’s und die Labeletagen? …oder sie hätten schon auf überdosisKoks einen Unfall im Lambo gehabt… oder es ist ihnen eigentlich scheiß egal und sie legen halt jetzt Blumen ab. free ya mind/ and the rest will follow

  4. Man könnte natürlich sagen dass ich ein Scheuklappenträger sei und meine Herkunft in Frage stellen. Man kann auch die Motivation der vergossenen Tränen hinterfragen oder sich darum streiten wer nun mehr und warum heult (jahrgang tatsächlich 1985). Man kann generell einen auf intellektuell machen indem man einfach ganz ganz ganz viele Fremdwörter aneinanderreiht. Man kann das aber auch sein lassen und jemanden einfach mal betroffen sein lassen, da man sich schlichtweg einfach nicht kennt.

    Mir schnurz wie du damit umgehst. Für meinen Teil finde ich es einfach eklig, dass jemand wie Kollegah Lieder wie Apokalypse droppen darf, Judenwitze reisst, dafür nen Preis bekommt, hier, vorher schon, aber spätestens nachdem er ein paar Blumen kauft eine positive Berichterstattung bekommt. Die Rap.de-Redakteure, die sich hier sonst immer als moralische Instanz aufspielen, scheissen hier ganz bewusst zugunsten der Kohle auf ihre Prinzipien. Kleineren Rappern wie einem Prezident, einem JAW und einem DCVDNS werden hier (vielleicht auch zurecht), ich sage mal rassistische Tendenzen angehangen, während hier das Thema Antisemitismus mal kurz angeschnitten wird bevor man dann wieder zur alltäglichen Tagesordnung übergeht und über Kollegahs Releases berichtet als sei er ein harmloser Künstler. Das Kollegah alles andere als harmlos ist, erkennt man an der Zahl seiner Fans und deren antisemitischer Kommentare, die einen Kollegah scheinbar nicht stören. Kollegah ist im Vergleich zu vorher genannten ein kommerziell erfolgreicher Rapper, der mehr Klicks und somit mehr Kohle bringt.
    Würde man sich tatsächlich Gleichberechtigung, Toleranz, Love, Peace und Harmony auf die Fahne schreiben, würde man einem hundertprozentigen Antisemiten wie Kollegah KEINE Bühne geben, in KEINER Form, ausser vielleicht darüber aufzuklären dass er ein verfickter Antisemit ist. Passiert aber aus monetären Gründen nicht. Stattdessen macht man sich auf Twitter über Leute lustig, denen hier permanent ins Gesicht geschissen wird, weil sie Ihren Unmut darüber äußern, dass ein Judenhasser wie Kollegah hier im Großen und Ganzen protegiert wird und dieser Unmut natürlich lauter wird, nachdem sich so etwas immer wieder wiederholt. Richtig seriös, das ganze. Rap.de ist King darin, sich über seine Leser auf polemische Art und Weise lustig zu machen. Ist nichts neues, alles schon tausendmal gelesen auf dieser Seite.
    Mir reichts jetzt auch, denn ich wiederhole mich sowieso nur.

    Tschüss ihr Sackratten

    • Zum letzten Mal: Über den strukturellen Antisemitismus in Kollegahs Werk und privaten Äußerungen wurde ausführlich und kritisch berichtet. Was deine Dauer-Rants eigentlich relativ lächerlich und unnötig macht. Aber bitte, tu dir keinen Zwang an.

      • Du verstehst meine Kritik nicht, was? Ihr könnt soviel kritisieren wie ihr wollt, wenn ihr am nächsten Tag zur normalen Berichterstattung übergeht, ist sämtliche Kritik wertlos.

        Ist aber ok Oli, ich lass es in Zukunft und lasse euch mit der Einsicht, dass ihr Handshakes mit antisemiten austauscht, in Frieden.

  5. Kleiner Nachtrag: nicht nur bei antisemitismus handelt ihr so. Bei sexismus und capital bra ist es dasselbe. Heute sich über sexismus echauffieren aber ansonsten über jeden furz den der vergewaltigungsexperte da von sich gibt berichten als wärs nix. Ist eh latte…kommentare werden hier eh gelöscht sobald sie euren Opportunismus argumentativ entblößen.

    • Kannst du irgendwas außer aus der Luft gegriffenen Unterstellungen, Mr. Supermoral? Die Welt ist ein bisschen komplexer als in deinem Schwarz-Weiß-Bild. Wir finden es sowohl ehrlicher als auch zielführender, problematische Inhalte anzusprechen und zu kritisieren anstatt alle Künstler*innen, die schwierige Texte haben, einfach zu boykottieren. Kann man auch anders machen, aber das ist unser Weg.

  6. Darauf aufmerksam zu machen, dass Kollegah eine neue Single, ein neues Album oder eine pseudowitzige Parodie auf Afrotrap macht hat überhaupt nichts damit zu tun, dass Ihr Euch kritisch mit Kollegah auseinandersetzt, sondern erweckt den Eindruck dass es Dir/Euch im endeffekt total latte ist solange die Kohle stimmt.

    Also erzähl mir nichts von Ehrlichkeit während du mir schon wieder ins Gesicht lügst. Das was du machst ist vielleicht keine direkte Promo, trotzdem machst du auf Releases aufmerksam. Einem Capital Bra gebt ihr sogar auf dem „Hello World-Festival“, das ja von euch präsentiert wird, im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne. Also erzähl mir nicht dass Ihr Euch ernsthaft mit solchen Themen auseinandersetzt. Sich über Sexismus aufzuregen und dann Rapper die die „Schlampe süchtig machen damit sie seine Nummer speichern“ auf ihrem Festival auftreten lassen (weil er traurigerweise ein Top10-Rapper ist und ordentlich den Ticketverkauf ankurbelt. Das sollte der Grund sein. Oder gehen solche Texte in deinen Ohren klar? Dann brauchen wir gar nicht weiter reden) ist Doppelmoral und durchtränkt von Opportunismus, also komm mir doch nicht mit Schwarzweissdenke. Du weisst ganz genau was ich meine. Für den Job als Chefredakteur braucht man schon eine gewisse Intelligenz. Du und ich wissen es geht nur um Kohle. Und darum und aus keinem anderen Grund ist „das“ Euer Weg.

      • „Okay, Mr. Durchblick. Die Festival-Präsentation bringt eine Million Euro. Mindestens. Netto. Hast du super durchschaut.“

        Achso, die ganze Aktion ist natürlich karitativ und der Erlös wird an ein Frauenhaus gespendet. Warum sagste das nicht gleich. Mensch Oli, dann war ja alles nur ein dummes Missverständnis.

        Oli, sparen wir uns das Gedöns doch einfach. Wenn Du so ein Problem mit Antisemitismus und Sexismus hast, wieso gibst du den Leuten eine Bühne? Aus welchem Grund wenn nicht dem finanziellen? Weil du die Texte so toll findest oder zu Lehrzwecken wie man sich nicht gegenüber Frauen verhalten sollte? Ob Ihr nun ne mille, 10.000 Euro oder nen Heiermann ist doch vollkommen wumpe.

        • Du wirst es kaum glauben, aber ich bekomme eine feste Summe als Honorar. Die Festival-Präsentation bringt mir kein Geld.
          Sexismus ist nichts, was sich auf die Texte einzelner Rapper beschränkt, die man dann als Medium nur ignorieren muss und alles ist gut. Die gesamte Gesellschaft, jede*r einzelne von uns, ist von dieser Denkweise durchdrungen. Deshalb braucht es weit mehr und vor allem Selbstreflexion. Aber Zeigefinger ist natürlich einfacher und bequemer.

          • Man muss es Dir aus der nase ziehen, nicht wahr? Das Festival bringt Rap.de, dem Musiknachrichtenmedium, bei dem du dein täglich Brot verdienst, mehr Geld ein, wenn ein Capital Bra dort auftritt, als wenn ein MC Schneckenschiss dies tut.

            Was Sexismus ist weiss ich…Vergewaltigungstexte sind also ok weil ich ja auch auch irgendwo ein Sexist bin?
            Na dann ist Makss Damage auch ok, weil wir ja alle irgendwo ne rassistische Ader haben?
            Na dann gute Nacht…
            …ich finde der Zeigefinger ist an manchen Stellen schon angebracht.

          • Du weißt offenbar nicht, dass ein Festival präsentieren nicht heißt, es zu veranstalten. Wir haben auch keinerlei Einfluss auf das Line-Up. Geld fließt da meistens auch keins, weder an uns noch in die andere Richtung.

            Du versuchst, meine Aussage zu verdrehen. Beliebtes Stilmittel. Aber nein, ich habe nirgendwo gesagt, dass Vergewaltigungstexte okay wären. Dass du es unterhalb solcher total irrwitzigen Zuspitzungen nicht machen möchtest, macht es leider fast unmöglich, mit dir zu diskutieren.

  7. Im übrigen, nein, ich bin gewiss nicht Mr. Supermoral. Ich hab sicherlich auch schon oft ins Klo gegriffen. Bei mir bekommen das halt nicht soviel Leute mit weil ich nicht in der Öffentlichkeit stehe. Sich nicht über über irgendjemanden lustig zu machen halte ich in dem Sinne auch nicht für supermoralistisch sondern schlicht für ganz normal, mr. Ichhabkeinemoralsolangeesumgeldgeht.

  8. Wohlgemerkt spült Capital Bra Geld in die Kassen da er, da sich Sex und Gewalt gut verkauft, ein Top10 Rapper ist. Man hat es also praktisch dem Sexismus, der in unserer Gesellschaft verankert ist, zu verdanken, dass so ein Rapper gut ankommt.
    Will sagen dass man sich definitiv mal fragen sollte warum das so ist. Trotzdem ist das kein Freifahrtschein für Vergewaltigungstexte.

      • Du hast Recht. Dass ihr lediglich präsentiert und nicht Veranstalter seid wusste ich tatsächlich nicht. Auch dass ihr keinen einfluss auf das Lineup habt wusste ich nicht. Hätte man aber auch gleich anfangs sagen können. Naja Ich würde mich an eurer Stelle dann dafür schämen, unter anderem Capital zu präsentieren aber du bist ja der Meinung, dass die texte vor dem Hintergrund, dass wir sowieso alles Sexisten sind, schon ok gehen. Und in dem Sinne, ist das dann ein Freifahrtschein für Vergewaltigungstexte, denn Menschen unter Drogen zu setzen um sie gefügig zu machen, damit die „Kahba auf beyda seinen yarak lutscht“ läuft auf Vergewaltigung hinaus, aber naja, ist ja nicht so schlimm… passiert halt nur dreimal die Woche wenn irgendein Spinner auf der Diskomeile ne Frau mit Rohypnol o.ä. gefügig macht, nur damit sie paar Stunden später in irgendner Limousine zu sich kommt und aus dem Auto geschmissen wird. Alles kein Problem, da Capital ja in seinen Texten impliziert, dass sowas ja voll in Ordnung geht.
        Stimmt, es macht dann wirklich keinen Sinn weiter zu diskutieren, da du diesen VERGEWALTIGUNGSTEXTEN einen FREIFAHRTSCHEIN gibst indem euer Name auf dem Festivalflyer steht. Und als Ottonormalverbraucher soll man dann die Schnauze halten und sich nicht als Mr. Supermoral aufspielen. Ja nee is klar.

        Wo ich allerdings versuche deine Aussage zu verdrehen leuchtet mir nicht ein. Vergewaltigungstexte haben genauso wie antisemitische und rassistische Texte nichts im Hip Hop verloren, und solchen Typen gibt man halt keine Bühne, weder einem Capital, noch einem Makss Damage oder einem Kollegah, was ihr aber nun tut, ob als Veranstalter oder Präsentator ist dabei völlig Latte, Ende der Geschichte. Stilmittel ist übrigens eher die Polemik die du ständig anwendest oder halt einfach Kinderkacke (siehe Twitter). Die Wahrheit ist ganz einfach. Ich verdrehe hier gar nix. Du willst mich für dumm verkaufen, das ist alles.

        • Muss ich jetzt wirklich erklären, dass Raptexte nicht nur eine Interpretation zulassen? Dass Bücher, Filme etc. ebenfalls Vergewaltigungsszenen enthalten? Dass das lyrische Ich nicht mit der Persona des Rappers eins zu eins gleichzusetzen ist? Dann bin ich schuldig im Sinne der Inquisition. Aber mal im Ernst: Ich habe nicht den Eindruck, dass es dir um Diskussion geht. Viel eher scheint es dein Ziel zu sein, dich moralisch überlegen zu fühlen, indem du anderen vermeintliche oder tatsächliche Widersprüche nachweist. Das pusht vielleicht dein Ego, nützt aber sonst niemandem. So what’s the point?

  9. Wenn Du ernsthaft wissen möchtest was mein Anspruch an der ganzen Sache der der liebe Herr Blume da in mir erweckt hat, dann lies folgende Worte bitte aufmerksam durch, denn es werden zu Deiner Erlösung die Letzten sein, die ich zu der Sache zu sagen habe. Ich würde mich wirklich freuen wenn Du Dir die Zeit nimmst, denn es ist halb 6, ich bin total high und müde und ich glaub ich hab nen Roman geschrieben. Ich hab total die Zeit vergessen aber jetzt ziehe ich mein Programm bis zum bitteren Ende durch und lese alles nochmal gegen, denn ich möchte dir nicht den Spaß gönnen, sich wieder über meine Rechtschreibfehler oder vielleicht seltsam anmutende Redewendungen lustig zu machen.

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    Ich wünsche mir eine Welt ohne Berichterstattung über Releases, Konzerte, dämliche Promoaktionen oder sonstiges eines Rappers, der offen antisemitische Texte veröffentlicht, wobei ich nicht den blöden Judenwitz meine der wie ich weiss von Farid Bang stammt, sondern Kollegahs vor Antisemitismus nur so triefendes Werk „Apokalypse“.
    Du bist ein aufgeklärter Mensch und Du weisst um Kollegahs Intelligenz. Glaubst Du, der Mann wusste nicht vor seinem Auschwitzbesuch schon was in den Arbeits- und Vernichtungslagern passierte? Glaubst Du ernsthaft, Kollegah ist so etwas wie ein Gewissen gewachsen, als er plötzlich Auschwitzboden betrat und Auschwitzluft eingeatmet hat? Wieviele Menschen haben in Ihrer Kunst schon Ihr wahres Gesicht gezeigt und sind dann zurückgerudert als Sie merkten dass es wohl strategisch doch nicht so gut war, andere zu diskriminieren? Natürlich spricht man sich im Zweifel eher für den Angeklagten aus aber man kann doch zumindest mal die dämliche Berichterstattung sein lassen.
    Ich will mich sicherlich nicht moralisch aufspielen oder überlegen fühlen. Ich bin mit großen Teilen von deutschem Rap nicht zufrieden. Das war nicht immer so, wenn du es wissen willst. Ich hab alles mögliche an Rap gehört und fand früher den Arschficksong usw. auch ganz toll und hab so was auch gerne verteidigt. Wenn man sich nicht mit den Betroffenen auseinandersetzt fehlt manchmal die nötige Empathie, die Dinge aus deren Sicht zu sehen, wie Du ja selber schonmal ähnlich formuliert in einer Antwort auf einen anderen Kommentar von mir geschrieben hast. Ich bin, seit ich durch meine Arbeit selber mit Betroffenen zu tun habe – ja, ich gebe zu, ich hab mal unter nem Stein gewohnt – ernster an die Sache herangegangen und stelle mir seitdem die Frage ob man wirklich alles was unter Kunstfreiheit fällt so hinnehmen muss und ob man Künstler dieser Werke weiterhin unterstützen sollte. Im Fall von Kollegah bin ich nun selber betroffen, bekomme auch am eigenen Leib mit dass Antisemitismus seit längerer Zeit wieder am aufkeimen ist und finde einerseits den Artikel zum KZ-Besuch ziemlich lasch, auch wenn der Artikel kein Kommentar ist. Man kann so ne Berichterstattung auch weglassen wenn man nicht den Eindruck erwecken möchte, man würde Kollegah Glauben schenken. Wenn ich dann zwei Tage später auf dieser Seite irgendeine Berichterstattung zu irgendwelchen „älter brutaler noch heftiger aussehend-releases“ (keine ahnung wie der titel war) oder zu irgendwelchen pseudowitzigen Afrotrapparodien stoße, kriege ich das Kotzen, und es tut mir nicht mal leid, denn ich bekomme das Gefühl, dass Ihr das Thema Diskriminierung nicht so ernst nehmt, wie Ihr es vorgebt zu tun.

    Ich will mich nochmal wiederholen: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass der Typ seine Meinung nach dem KZ-Besuch geändert hat.

    Ich höre Rap jetzt seit 20 Jahren und fühle mich wie gesagt zum ersten Mal innerhalb dieser Szene selber diskriminiert. Jedes Genre hat ein Nachrichtenmedium. Reggae hat die Riddim, Rock hat denke ich mal den Rolling Stone und Hip Hop hat unter anderem Rap.de, ein Medium dem ich eigentlich immer gefolgt bin. Ich finde es an dieser Stelle traurig, dass einem Rapper, der ganz offensichtlich antisemit ist oder zumindest aus finanzieller Motivation antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien verbreitet, hier scheinbar, nennen wir es einen Vertrauensvorschuss, bekommt. Ich finde nicht dass dies im Sinne von Hip Hop ist.
    Ich bin im Verlauf der ganzen Geschichte ziemlich beleidigend gewesen, da sollte ich mich sicherlich mehr als etwas zurücklehnen, aber das ist in Arbeit. Für die Sackratte entschuldige ich mich.

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    So, das wars, alles nochmal gegen gelesen, sicherlich hab ich die Höflichkeitsform ein paarmal übersehen, das passiert mir ständig, nimmt aber hoffentlich keiner persönlich.
    Abschließend möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich hoffentlich nicht wiederholt für Don Quijote gehalten werde und meine Erwartungen kein Kampf gegen Windmühlen sein werden. Sicherlich tropft unsere Gesellschaft aus allen Poren nur so von Rassismus, Antisemitismus, Gewalt gegen Frauen, Hass gegen Homosexuelle und dem Wert eines Menschen, der sich nur daran misst wieviel er verdient. Daran lässt sich nur schwer etwas ändern. Brauchen wir so etwas aber wirklich darum auch im Hip Hop? Kann man sich nicht wirklich mal konsequent dagegen stemmen und sich sagen: „Da machen wir nicht mit?“

    • Danke für den ausführlichen Beitrag, damit fange ich in der Tat mehr an. Kann durchaus Parallelen zu meiner eigenen Entwicklung erkennen. Ich war früher auch sehr unkritisch und unempfindlich, was stumpfe menschenverachtende Texte angeht, sehe das inzwischen aber auch kritischer. Offen gesagt bin ich da auch etwas ratlos, wie damit konkret umzugehen ist. Bisher handlen wir es so, dass konkrete Aussagen immer kritisiert werden, einem „unproblematischen“ Song aber nicht aufgrund anderer Songs boykottieren oder ignorieren. Insgesamt denke ich, ein Boykott würde im Ergebnis wenig ändern, kritische Berichterstattung bei konkreten Anlässen dagegen schon eher. Dass da nicht immer alles richtig gemacht wird, gebe ich gerne zu. Wir versuchen jeden Tag, es besser zu machen.

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