Wegen Antisemitismus: Ben Salomo zieht sich aus der deutschen Rap-Szene zurück

Der „Rap-Am-Mittwoch“-Organisator Ben Salomo gibt in einem Interview mit der Berliner Morgenpost bekannt, dass er sich aus der deutschen Rap-Szene zurückziehen wird.

Als Grund dafür nennt er auch den Skandal rund um die Echo-Verleihung sowie die andauernde Antisemitismus-Debatte bzw. die damit verbundene Problematik im Deutschrap.

Ben Salomo wurde in Israel geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Als Jude fühle er sich in der deutschen Rap-Szene nicht mehr wohl, wie er in dem Interview erzählt. Mehrmals sah er sich selbst mit Antisemitismus konfrontiert. Dabei vergleicht er die HipHop-Szene mit der Rechts-Rock-Szene. Antisemitismus sei laut Salomo jedoch nicht nur im Rap, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.

„Ich ziehe mich in diesem Jahr aus der deutschen Rap-Szene zurück. Das hat mehrere Gründe, einer ist: Ich fühle mich als Jude in der deutschen Rap-Szene nicht mehr wohl. Aber es geschieht auch insgesamt zu wenig gegen Antisemitismus in diesem Land. […] Gefühlt sitze ich deshalb auf gepackten Koffern in Deutschland.“  

Für den kompletten Artikel der Berliner Morgenpost hier klicken.

15 KOMMENTARE

  1. Die Entscheidung Ben Salomos ist verständlich. Auch ich sehe Parallelen zwischen Rechtsrock und Hip Hop. Leider.

    Der olle Spruch, dass Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches Problem hat, ist definitiv wahr, klingt aber mehr und mehr wie ne Ausrede und nach Relativierung. Was soll dieser Spruch eigentlich? „Wenn die können, können wir auch?“ FALSCH, es ist genau andersrum. Fangt doch einfach mal selber an, bei Euch auszumisten. Seitdem der Besitzer meines Lieblingsdöners mir erzählt hat, dass er die AFD gewählt hat, esse ich dort nicht mehr und ich sage jedem was für ein Arschloch er ist und wo er politisch so steht. Ich hoffe das der Drecksack pleite geht. Arschlöchern und Nixgönnern wird einfach mal die eigene Medizin gegeben. Ich hoffe auch das Kollegah nichtmal mehr einen müden Euro verdient. Warum sollte er auch? Warum widmet ihr Kollegah überhaupt noch eine einzige Zeile bzgl. Seiner Rapmusik? Wieso kann man solche Leute nicht einfach totschweigen?

    Ich würde übrigens sogar so weit gehen und behaupten, dass Antisemitismus sich heimischer in der Szene fühlt als bei Edeka an der Kasse. Hart für Euch zu hören aber isso.

  2. Ich möchte das ganze mal veranschaulichen, deshalb hier nochmal ein Kommentar von mir. Also, nochmal zu dem spruch, das Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist: Dieser Spruch geht mir bei der Debatte am allermeisten auf den Sack. Was soll das bedeuten? In Fußball gab/gibt es auch grosse Probleme mit Rassismus. Ein guter Verein (wie zum Beispiel der SVW), geht allerdings dagegen vor, anstatt es dabei zu belassen, es auf die Gesellschaft zu schieben, erteilt Nazis Stadionverbot, organisiert linke Fantreffen, kooperieren mit Ultras. Kurzum: Nazis wird der Kampf angesagt. Ein guter Verein sagt nicht immer „das ist ja ein gesamtsgesellschaftliches Problem, sollen die doch anfangen.“ Der Verein bildet Teile der Gesellschaft, genauso wie Hip Hop einen nicht unerheblichen Teil der Gesellschaft bildet. Ihr seid die Gesellschaft also kriegt mal euren Arsch hoch und tut etwas, anstatt zum Beispiel Campino als Heuchler darzustellen. Auch wenn er vielleicht gar nicht hätte hingehen sollen, der hat sich immerhin gerade gemacht und nix relativiert, so wie ihr es in meinen Augen mit dieser Aussage macht.
    Wie könnte man sich zum Beispiel gerade machen? Keine Berichterstattung mehr zu Kollegah, Farid Bang und jedem, der offen oder durch die Blume gegen Juden hetzt. Das wäre mal ein Akt der Nächstenliebe. Stadionverbot für Antisemiten.
    Ich persönlich weise jeden Kollegah-Hörer auf den antisemitischen Code in Apokalypse hin. Wer dann noch weiter rechtfertigt und rumlabert, -schwurbelt und -lamentiert kriegt von mir den Stempel und kann sich mal ficken gehen. So etwas sagt man den Kampf an und schiebt es nicht auf andere.

    • Der „antisemitische Code“ in Apokalypse ist doch reine Projektion, welche daraus resultiert, dass man den Songtext nicht für sich betrachtet, sondern schon mit dem Vorurteil, dass Kollegah Antisemit sei, und daher die Aussagen in dem Song nach diesem Muster interpretiert. Gehen wir also mal die Vorwürfe durch, die gegen Kollegah wegen Apokalypse erhoben werden:

      1.) „Felix Blume ist ein Antisemit, weil er mit Apokalypse einen vermeintlich antisemitschen Song herausgebracht hat.“

      Der Erzähler des Textes ist nicht automatisch identisch mit der Kunstfigur Kollegah, die Kunstfigur Kollegah ist nicht automatisch identisch mit der Privatperson Felix Blume. (Dass Journalisten, die sicher alle mal Deutsch-LK hatten, das plötzlich nicht mehr wissen wollen, spricht Bände.) Kollegah mag ja für vieles bekannt sein, für übertriebenes Realkeepen aber ganz sicher nicht ;).

      2.) „Apokalypse ist ein antisemitscher Song, weil darin von einer Weltverschwörung die Rede ist.“

      Der Erzähler des Textes nimmt verschiedene Verschwörungstheorien und spinnt sie zu einer Gesamtverschwörungstheorie mit sich als heldenhaften Antipoden zu den Verschwörern, welche von dunklen übersinnlichen Mächten geleitet werden würden, zusammen. Der Fehlschluss ist hier, dass weil der Antisemitismus von einer jüdischen Weltverschwörung ausgeht, jede Theorie über eine große Weltverschwörung daher auch antisemitisch sein müsse. Der Schluss von „es gibt böse Verschwörer“ auf „diese Verschwörer sind Juden und sie handeln so, weil sie Juden sind“ ist aber keineswegs notwendig, sondern lediglich eine mögliche zusätzliche rassistische Aufladung der Verschwörungstheorie. Man kann also nicht automatisch davon ausgehen, dass der rassistische Übergang auf Juden im Song vorliegt, sondern müsste diesen schon konkret beweisen.

      3.) „Apokalypse ist ein antisemitscher Song, weil es Dogwhistling gibt, bei dem Juden als Bösewichte aus juristischen oder polittaktischen Gründen nicht explizit erwähnt werden, aber dem eigenem Publikum wegen der Symbolik klar ist, dass diese gemeint sind.“

      Das ist im Grunde der gleiche logische Fehlschluss wie bei 2.) Daraus, dass es diese Dogwhistling rund um Weltverschwörungstheorien gibt, folgt nicht, dass dieses immer vorliegen muss, wenn jemand Verschwörungstheorien vorträgt. Man kann also nicht automatisch davon ausgehen, dass Dogwhistling in dem Song vorliegt, sondern müsste dieses schon konkret beweisen.

      4.) „Apokalypse ist ein antisemitscher Song, weil der finale Kampf in Jerusalem stattfindet.“

      Jerusalem wird da doch nicht als Symbol für das Judentum benutzt, sondern als heilige Stadt von Judentum, Christentum und Islam. Es wird daher in dem Song gerade nicht negativ konnotiert, sondern als „letzte Bastion der Menschheit“ bezeichnet, in welcher sich diese noch gegen die finsteren Mächte wehren kann.

      5.) „Apokalypse ist ein antisemitscher Song, weil Juden in der Zukunft nicht explizit erwähnt werden, Kollegah diese also (?!?) wohl ausgerottet sehen möchte:

      „Die Menschen auf der Erde leben friedfertig zusamm’n
      Man sieht, wie Buddhisten, Muslime und Christen
      Gemeinsam die zerstörten Städte wieder errichten“

      Gerade mit Bezug auf die beim Zitieren meistens ausgelassene Textzeile zum friedlichen Zusammenleben der Menschen, sollte doch klar werden, dass „Buddhisten, Muslime und Christen“ hier nicht dafür stehen, dass ausschließlich Anhänger dieser Religionen überleben sollen (Was ist überhaupt die Schnittmenge zwischen Buddhisten einerseits, Muslimen und Christen andererseits?), sondern dass diese drei Religionen beispielhaft dafür genannt werden, dass in der positiven Zukunftsvision verschiedene religiöse Bekenntnisse kein Grund mehr für die Feindschaft von Menschen bilden. Was im Gesamtkontext des Songs auch noch einmal deutlicher wird, nämlich als noch vom Kampf gegen das Böse und für die positive Zukunft die Rede ist:
      „Und sende das Signal, damit die allerletzte Streitmacht der Menschheit antritt
      Unabhängig von Religion, Herkunft oder Stand […]“
      Zurecht kommt niemand darauf, dass der Erzähler in dieser positiven Zukunft keine Hindus, keine Bahai, oder keine nicht-religiösen Menschen mehr am Leben sehen möchte – warum soll das dann gerade bei Juden der Fall sein? Dass nur drei Religionen exemplarisch genannt werden, liegt schlicht daran, dass der Song sonst total holprig klänge, und dass Christen – Buddhisten sowas wie einen Reim abgibt, Muslime sind halt dazwischen geschoben, weil Kollegah selbst einer ist. Aus einer idealistischen Zeile über religiöse Toleranz eliminatorischen Antisemitsmus abzuleiten ist schon ein starkes Stück, aber das kommt eben dabei heraus, wenn gute Deutsche sich nachträglich als heldenhafte Kämpfer gegen die Taten ihrer Opis inszenieren, indem sie einem Rapper von einem Musikverkaufspreis ausschließen wollen.

      • Der Vorwurf des Antisemitismus ist auf dem Lied „Apokalypse“, begründet, nicht auf die Doku und auch nicht auf die Auschwitzline. Deshalb ist es auch kein Vorurteil sondern Fakt, dass der belesene Herr Blume ein Antisemit ist. Zumindest ist das für mich ein eindeutiges Zeichen.

        1. Es ist mir völlig egal ob der Text aus Kollegahs oder Felix Blumes Sicht geschrieben ist. Der Typ ist auf jeden Fall intelligent genug, zu wissen dass solche Worte einerseits gerade jetzt noch zusätzlich Öl ins Feuer gießen, andererseits Kohle in die Kassen spült.

        2. Hätte, wäre, wenn, würde….und letztendlich trägt der Bösewicht doch wieder den Judenstern am Siegelring, und Juden tauchen in der finalen Koexistenz im Gegensatz zu Buddhisten, Christen und Muslimen nicht auf, bevor das Video dann durch die altbekannte Bücherverbrennung abgerundet wird.
        Natürlich kann man alles irgendwie interpretieren und sich zurechtlegen. Man kann aber auch einfach mal 1 und eins zusammenzählen.

        3. Für was könnte die Symbolik des sechszackigen Sterns, der auf dem Siegelring abgebildet ist, noch stehen als für das Judentum?

        4. Das mag sein. Trotzdem tauchen die Juden am Ende seltsamerweise nicht mehr auf.

        5. Ich kann leider dem Anfang deiner Argumentation nicht folgen, hab aber schon auf die Punkte 1 bis 4 geantwortet und ärgere mich grad ein wenig darüber. Wäre praktisch gewesen, wenn du diesen Punkt am Anfang erwähnt hättest, da dies natürlich ein wichtiger Punkt ist, der meine Argumention eventuell hinfällig macht.
        Ich finde die Kombination aus dem Judenstern am Siegelring, dem Nichterwähnen der Juden an erwähnter Stelle und der Bücherverbrennung sehr verdächtig, fast schon eindeutig und man muss sich in meinen Augen schon eine Menge Mühe geben um das alles nicht als antisemitisch einzuordnen.

        Übrigens, ja, ich bin zufällig Deutsch und ich halte mich für „gut“. Ich inszeniere mich aber nicht, sondern bin tatsächlich so, weil ich Antisemitismus scheisse finde und ich bin für den Ausschluss von Kollegah und Farid Bang vom Echo da ich es beschissen finde wenn man einem Antisemiten für ein Album mit nem Judenwitz noch einen Preis überreicht. Man kann die Line, wenn man sie denn einzeln betrachten möchte, gerne als Battlerap-Punchline sehen, das ist sie natürlich letztendlich auch. Man kann diese Line dann gerne unter künstlerischer Freiheit verbuchen, denn er hat ja nicht zu Mord aufgerufen oder so. Jeder muss wissen was er lustig findet, aber es hat nichts mit Zensur, sondern vielmehr mit Anstand zu tun, wenn man solche Spinner einfach mal wieder auslädt oder zumindest geschlossen den Saal verlässt, wenn diese ekelhaften Typen bei ihrer Dankesrede ihre Polemik zum Besten geben wollen.

        Oliver Polak hat in einem Artikel der Welt im Bezug darauf, dass das Publikum und Campino nicht genug getan haben, folgenden Satz geschrieben:

        „Sechs Millionen Menschen starben, weil sie anders waren, und der kleinste Trost, den man aus dieser Tragödie vielleicht hätte ziehen können, war das „NIE wieder!“, auf das sich alle danach einigten. Wenn ich den neuen Antisemitismus wahrnehme, wird mir schlecht, und es fühlt sich an, als würden alle damaligen Opfer abermals getötet.“

        Ich finde nichts Verwerfliches daran, sich ein „NIE WIEDER“ auf die Fahne zu schreiben, ob Deutscher oder nicht und würde mich freuen wenn man die Nationalität mal raushalten könnte.

        • Mir ging es auch nicht um Farids Auschwitzline (welche m.E. einfach nur eine billige Provokation ist, die als solche noch besser aufgegangen sein dürfte, als die beiden es sich erwartet haben), bzw. nur insofern, als dass u.a. wegen dieser an Kollegahs Apokalypse-Song schon mit der Schablone, dort bessere Belege für den Antisemitismus von Kollegah und Farid Bang finden zu wollen, herangegangen wird. Wenn man die Christen-Muslime-Buddhisten-Line ohne diesen Diskurskontext interpretieren würde, käme doch niemand darauf, dass dies ein nur oberflächlich versteckter Aufruf zur Judenvernichtung sei, sondern man würde sie als den Aufruf zu religiöser Toleranz lesen, als die sie höchstwahrscheinlich gemeint ist. Wie gesagt, es kommt ja auch niemand darauf, dass er Hindus vernichten will, nur weil diese in der Line nicht erwähnt sind.

          Man muss sich auch noch einmal verdeutlichen, was da für logische Verrenkungen gemacht werden. Er erwähnt die Juden nicht explizit, wenn es um negative Schilderungen geht, also meint er sie trotzdem implizit. Er erwähnt die Juden nicht explizit, wenn es um positive Schilderungen geht, also will er sie implizit von diesen ausschließen. Der Beleg für das erste – neben den logischen Fehlschlüssen, die ich kritisiert hatte – soll ein Symbol im Video sein, der Beleg für das zweite fehlt gleich völlig. Der angebliche Nachweis von Antisemitismus ist da rein tautologisch, der Beweis funktioniert nur, weil man das zu Beweisende vorher schon als wahr unterstellt. Weil Kollegah angeblich ein Antisemit ist, wäre es ja wohl klar, dass er mit den finsteren Mächten die Juden meint (und schau mal, ein Symbol!), und die Juden böswillig aus seiner Utopie herausgelassen hat, was dann wiederum beweisen soll, dass er ein Antisemit ist.

          Die Bildsprache des Videos ist allerdings schon übel, genauso wie die Bücherverbrennung als Höhepunkt der Utopie, da stimme ich dir zu. Selbst falls er damit nicht explizit auf die Juden hinaus wollte, dürfte er allemal wissen, welche Assoziationen damit verbunden sind. Meine Vermutung ist, dass Kollegah kein geschlossenes antisemitisches Weltbild hat, weil er nicht den rassistischen Gedanken teilt, dass es eine finstere jüdische Natur gäbe, welche Juden automatisch zu schlechten Menschen macht. Für ihn ist es daher auch logisch, wenn er die Antisemitismusvorwürfe damit zurückweist, dass er doch mit Sun Diego cool gewesen sein und mit ihm sogar ein Album gemacht habe. Allerdings scheint er einzelne antisemitische Narrative durchaus zu teilen, oder er hat zumindest keine Probleme damit, sich ihrer öffentlichkeitswirksam zu bedienen. Das kann man kritisieren, genauso wie die in „Apokalypse“ präsentierte verkehrte Gesellschaftskritik, aber das hat dann eher wenig damit zu tun, dass man damit für „Nie wieder Auschwitz!“ sorgen würde.

          ***

          Zu meiner Polemik mit den guten Deutschen: die bezog sich ehrlich gesagt nicht primär auf die Diskussion hier, oder speziell auf dich. Ich war einfach von der Behandlung des Themas in den Mainstreammedien (v.a. der Springerpresse, von Dennis Sand einmal abgesehen) genervt, weil man sich dort dermaßen über Farids Auschwitz-Line aufgeregt hat, welche sonstwie antisemitisch wäre, weil sie zwecks Provokation und Angeberei das Gedenken an die Opfer von Auschwitz mit den Füßen träte. Während man dort gleichzeitig völlig selbstverständlich von Serbien bis Syrien überall dort ein neues Auschwitz herbeifantasiert, wo man deutsche Interessen am besten gewahrt sieht, wenn Deutschland dort einen Angriffskrieg anzettelt. Auschwitz für geschmacklose Battlerapzeilen zu missbrauchen = „böse antisemitisch, seht mal her, wie gut wir aus der Geschichte gelernt haben!“; Auschwitz als Rechtfertigungstitel für imperialistische Kriege missbrauchen = „total klasse, seht mal her, wie gut wir aus der Geschichte gelernt haben!“

  3. Fuck, mein Browser spinnt wohl….entschuldigt die letzte Nachricht…ich könnte schwören dass der erste Kommentar verschwunden war.

  4. Peinlicher geht es jetzt glaub ich nicht mehr oder?…
    vielleicht sollte Chris Brown sich auch aus der Szene zurückziehen aufgrund seiner Hautfarbe,
    oder lieber Lil Dicky weil es auch in Amerika so viele Leute gibt die Juden doof finden?
    Ben Salomo weiß genau dass er hier nichts mehr reißen wird, nachdem Spongebozz die Latte für Deutschen Israel-Rap zu hoch gehängt hat – er hätte also sowieso aufgehört Musik zu machen.
    An alle deutschen Hip-Hop-Polizisten die sich heute und das restliche Jahr 2018 noch ins Knie f**en wollen hier ein paar Tipps:
    1. wenn ich Promo brauch, leugne ich den Holocaust, wie soll ich Rassist sein mit meiner Schokohaut (KIZ)
    2. genug Plutonium versteigert, ich scheffel Kohle wie ein Krematoriumheizer (KIZ)
    3. meine Feinde sehn das eng wie Chinesen (KIZ)
    4. Tipp Nr. 4: wenn ihr wirklich alles was Rapper so sagen auf die Goldwaage legen, aber gleichzeitig auch ernst genommen werden wollt, dann wäre es glaube ich ein einfacheres Unterfangen selbst mal Deutscher Rapper zu werden und es besser zu machen…und ach ja Geld damit zu verdienen.

  5. Mich erinnert diese unsägliche Situation an mein Jugendzeit in den 90ern als Nazi Bands wie Störkraft so oft in irgendwelchen Talkshows sassen, bis auch der letzte 13 Jährige sich eine Platte dieser ultraharten Band besorgen musste um cool zu sein und die Eltern zu schocken.

    Wie man immer wieder irgendwelchen geistigen Tieffliegern eine Plattform geben muss, ist mir unbegreiflich. Bullshit sollte man auch als Bullshit benennen und nicht relativieren nur weil er in einer Reimkette daher kommt und sich somit als „Kunst“ betitelt.

    Traurig das ein Campino das (immernoch) machen muss.

  6. Alan´s Kommentar zeigt ganz genau, warum wir diese Debatte dringend brauchen. Kollegah´s Ausfälle (damit ist nicht die vom Echo kritisierte Line gemeint, sondern z.b. sein Apokalypse Song) mit KIZ rechtfertigen. Kannst dir nicht ausdenken. Hip Hop Deutschland verreckt daran, zu dumm zu sein, um zu differenzieren.

    • Hi HansPeter das sollte weniger eine Rechtfertigung als eine Frage danach sein, warum das Thema jetzt plötzlich so wichtig ist? 🙂
      Was ist mit dem jüdischen Schauspieler aus dem KIZ-Video zu „Ich bin Adolf Hitler“? Ist das dann euer Meinung nach entartete Kunst?
      Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen provokanten Künstlern die sich selbst nicht zu ernst nehmen und überkritischen Kunstkonsumenten, würde ich schon eher mit den Künstlern Zeit verbringen… scheint mir der sowohl menschlichere als auch gesündere Weg zu sein.
      Gruß

      • „Ich bin Adolf Hitler“ setzt sich auf satirische Art und Weise damit auseinander, dass Rassismus, Nationalsozialismus, Faschismus und Antisemitismus immer noch unter uns weilen und langsam wieder salonfähig werden, wie man am Beispiel Kollegah auch klar erkennen kann.

        Farid Bang macht nen dummen Judenwitz und Kollegah macht Musik mit signifikantem antisemitischem Code.

        Unterschied erkannt? Wenn nicht kann ich auch nicht mehr helfen.

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