Zehn Jahre K.I.Z. – Hahnenkampf [#Classic]

Es ist der 24. August 2007. Über das Label Royal Bunker erblickt das zweite Studioalbum von K.I.Z. das Licht der Welt. Es hört auf den Namen „Hahnenkampf“ und soll auf eine wilde Zukunft blicken. Es wird auch zehn Jahre später noch nicht an Bedeutung für die große Deutschrap-Landschaft verlieren.

Nico, Tarek, Maxim und DJ Craft sorgten auf dem diesjährigen Splash! sicherlich für einen der Höhepunkte. Es ist Samstagabend auf der Mainstage, völliger Abriss, die Menge wütet. Am Ende des Konzertes dann ein großes Trauerspiel: Die Moshpits erstarren, die vier werden in Särgen davon getragen und mit der voluminösen Stimme von Miss Platnum im Ohr, die die Hurensohn-Hymne singt, spricht Maxim im Namen der Gruppe die letzten Worte zu der Crowd. Sie danken ihren Anhängern, nehmen Abschied und bitten darum, am 24. August das zehnjährige Jubiläum von „Hahnenkampf“ gebührend zu zelebrieren und ihren vier Anführern die letzte Ehre zu erweisen. Dieser Wunsch ist uns natürlich Befehl.

Dabei blicken wir auch gerne noch einmal ein Jahrzehnt zurück, als die Berliner Kreuzberg in einen Ausnahmezustand versetzten und die neue Platte auf Aufregen-erzeugende Art ankündigten. Für diese Art stehen sie, das ist spätestens dann festzustellen, wenn man K.I.Z. live erlebt und über mehrere tausend Menschen „Adolf Hitler“ brüllen hört.

Mit „Hahnenkampf“ wurde der erste Meilenstein gesetzt. Klassiker wie „Klassenfahrt“„Spasst“ und „Geld essen“ dürfen auch heute noch bei keinem Live-Konzert fehlen. Auf der Platte wird eine weite thematische Bandbreite bearbeitet, dabei immer versehen mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik, Gewalt und Sex. Die Vier verstehen es dabei wie kein anderer, ihre Texte zusätzlich mit einer Prise Sarkasmus und Selbstironie zu würzen. Solche durchgehenden Attribute lassen sich für den Sound jedoch nicht finden, denn dieser steht in jedem Track vollkommen für sich. Auf „Hahnenkampf“ findet man alles: von tanzbaren bis hin zu düsteren Beats, über Punkrock und elektronische Produktionen.

Rap bleibt ein Hahnenkampf /
Tanz, tanz, es gibt kein Weg mehr zurück /
Guten Tag, guten Tag – wir haben dein Leben gefickt“

Mit einer Platte mal eben unser aller Leben gefickt und das Rapgame in Deutschland umgekrempelt. Auch wenn sich einige Stimmen nicht damit abfinden wollen, so kann man den Jungs kaum absprechen, Deutschrap aufgelockert zu haben. Sie schießen gegen Alles und Jeden und haben dabei Ironie und Sarkasmus salonfähig gemacht. Und das bis heute. Die Texte bieten viel Raum für Interpretationen. Die kann man allerdings auch mal getrost beiseite schieben und sich dem Entertainment der Kannibalen in Zivil hingeben.

Seit „Hahnenkampf“ können sie auf mittlerweile drei weitere Alben („Sexismus gegen Rechts“, „Urlaub fürs Gehirn“ & „Hurra die Welt geht unter“) und ein Mixtape („Ganz oben“) zurückblicken. Die Massen werden größer, die Erfolge und Egos der selbst ernannten Führer auch.

„Rap ist ein Hahnenkampf“ – Er war es vor genau zehn Jahren und ist es heute noch immer. Wir sind gespannt auf die Auferstehung.

Hahnenkampf by K.I.Z.
  • Hahnenkampf by K.I.Z.

KIZ – Hahnenkampf

‚Hahnenkampf‚ reiht sich nahtlos zu dem ‚Rapdeutschlandkettensägenmassaker‚ und dem ‚Böhse Enkelz Mixtape‚ ein, so ist auch ‚Hahnenkampf‚ randvoll mit Beleidigungen jeglicher Art ("Dein Leben ist ein Scheissjob, aber einer muss ihn machen"), es ist konsequent respektlos ("Guten Tag, guten Tag wir haben dein Leben gefickt!"), sexistisch ("Baby ab in den Kerker denn gleich spielt Hertha"), […]

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