Review: Seeed – Bam Bam

This is Seeed, yo! Die Berliner Dub-Reggae-Dancehall-HipHop-Band ist zurück mit ihrem neuen Album „Bam Bam“. Sieben Jahre nach dem letzten Album „Seeed“ und fünf Jahre nach der EP „Cherry Oh 2014“ wollen die Jungs ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Ein scheinbar eingespielter Rhythmus: Zwischen „Next“ von 2005 und „Seeed“ liegen auch sieben Jahre.

Im Mai 2018 starb Demba Nabé alias Boundzound, einer von drei Sängern der Band. Seeed entschlossen sich dennoch weiter aufzutreten. „Ticket“, die erste Single von „Bam Bam“, ist ihm gewidmet.

Vertrauter Sound

Bis auf die schwere Ballade „What A Day“ singen Pierre Baigorry aka Enuff aka Peter Fox und Frank A. Dellé aka Eased aka Dellé auf „Bam Bam“ komplett in deutscher Sprache. Auf den letzten Seeed-Alben gab es immer wieder englische Parts. Zum Teil kamen sogar ganze Songs als „International Version“ raus.

Auch wenn sich die Musik der Band schwer in feste Genres einordnen lässt, klingt jeder Song auf seine eigene Weise nach Seeed, nur eben nicht mehr nach der Mitt-Zweitausender-Formation. Dellés Stimme zum Beispiel wirkt vor allem auf melodischen Songs wie „Ticket“ angenehm vertraut. Peter Fox glänzt eher auf Dancehall- und HipHop-lastigeren Beats  („G€LD“, „Sie Is Geladen“).

Trauer, Kapitalismuskritik und starke Frauen

Seeed schaffen es, unangenehme Themen wie Trauer („Ticket“) und Trennungsschmerz („Lass Sie Gehn“) in positiven Vibes zu verpacken. Selbst bei ruhigeren Songs wie dem Trettmann-Feature „Immer Bei Dir“ wird es nie schnulzig oder cheesy. Eine Aussage, gerne auch sozialkritischer oder politischer Natur, dürfen die Songs trotzdem gerne haben.

„G€LD“ setzt vor allem im Zusammenspiel mit dem dazugehörigen Video eine amüsante Spitze gegen Gier und Völlerei. Featuregast Nura präsentiert sich auf „Sie Is Geladen“ gewohnt emanzipiert mit Lines wie: „Du kannst draußen gerne Action machen, doch Zuhause gibt es Stress du Lappen“ oder „Du killst mein‘ Vibe Baby, was soll ich noch sagen? Bye bitch ich nehm‘ dein‘ Wagen“.

Ein Drama in drei Akten

Seeed beweisen mit „Bam Bam“, dass es sich definitiv lohnen kann, nicht jedes Jahr ein Album zu releasen. Alle Songs unterscheiden sich musikalisch und textlich voneinander, ohne dabei deplatziert zu wirken.

Was auffällt: „Bam Bam“ lässt sich gut in drei Teile gliedern. Die ersten drei Tracks kamen schon als Single und zeigen direkt, welche diversen Klangbilder Seeed so drauf hat. Im Mittelteil kommen die Featuregäste zum Zug, die alle einen guten Job machen (Highlight: „Sie Is Geladen“). Zum Schluss wird es ein bisschen weniger spektakulär und auch wenn „Bam Bam“ einen guten Abschluss findet, hätte die Exklusion von ein bis zwei Songs aus dem letzten Drittel das Album vielleicht noch knackiger gemacht.

BAM BAM
  • Herausgeber: Bmg Rights Management (Warner)

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