Snoop Dogg, ABC Network, Jimmy Kimmels Comedy-Sendung "Jimmy Kimmel Live" und die Walt Disney Company, die Muttergesellschaft von ABC, stehen vor einer 25 Millionen Dollar schweren Anklage wegen sexuellen Missbrauchs – angestrebt durch die Maskenbildnerin und Emmy-Gewinnerin Kylie Bell. Diese behauptet vor zwei Jahren, im Anschluss an die besagt Kimmel-Show, von Snoop und einigen Kollegen zunächst überfallen, durch Schlafmittel betäubt und anschließend sexuell Missbraucht worden zu sein. Nachdem das Opfer zunächst von einer Klage abgesehen, Snoop aber per Erpressung um 5 Millionen Dollar leichter machen wollte, verklagte im Dezember 2004 wiederum dieser Kylie Bell. Zuvor hatten Snoops Anwälte mit der Bell-Verteidigung wegen angeblichen Schweigegeldes verhandelt, diese Verhandlungen seien aber schließlich in´s Stocken geraten. Nun geht also in dieser Angelegenheit um richtig viel Kohle. Möge der Abgebrühtere gewinnen.
Master P – unerlaubter Waffenbesitz
Master P und sein Bruder Silk The Shocker kamen letzte Woche in LA in eine Polizeikontrolle. Bei der Durchsuchung des Leihwagens wurden zwei Waffen, sowie die passende Munition gefunden. Die beiden Rapper wurden sofort festgenommen und aufs Revier gebracht. Nach einer Kautionszahlung von 35.000 Dollar durften sie die Zelle wieder verlassen und ihren Streifzug fortsetzen. Diese Woche Montag mussten beide zur Anhörung vor dem Richter erscheinen. Die Verhandlung ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Yo! All You Little DJs
Ihr habt letzten November den Film „Status Yo!“ gesehen? Ihr habt euch anschließend den Soundtrack-Sampler zum Film geholt? Die Musik war geil, nur nicht auf Platte erhältlich, und somit nicht auf eurem Dancefloor zu hören? Wie geil ist das denn bitte: „Status Yo! – All You Little DJs“ ist jetzt über New Noise in limitierter Form als Vinyl EP erhältlich! Auf der Scheibe befinden sich u.a. die Sera Finale Tracks „Honks und Hühner“ – mehr Witz in den Lyriks geht nicht – und „Glatzen Klatschen“ (feat. Vernster & Biermösl blas´n), der Turntablewahnsinn „All You Little DJs“ – gebastelt von DJ Illvibe & DJ Quest feat. Platnum – und die B-Boy Exclusives „5 Amox“ & „Storm Theme“ – von Culcha Candela Produzent Krutsch. Das beste an der Platte aber ist, dass wir sie in fünffacher Ausfertigung bei uns im Redaktionssafe liegen haben, um sie in Bälde an euch zu verschenken. Goodies checken!
Bass Sultan Hengzt Album indiziert
Eben noch fett beim Major unter Vertag genommen, jetzt schon auf dem Index? Nein, der Sachverhalt ist ein anderer. Fakt aber ist, dass Bass Sultan Hengzt, welcher in der letzten Woche als aktuellstes Signing beim Universal Sublabel „ErsguterJunge“ (rap.de berichtete) untergekommen ist, sein 2003 erschienenes Album „Rap Braucht Kein Abitur“ nun auf dem Index – von wegen jugendgefährdende Schriften und so – wieder finden wird. Damit ist er ja nun nicht gerade allein, denn gerade in Berlin fallen ja gelegentlich Werke einiger Rap-Formationen bei der Prüfstelle durch. Ob der Major davon positiv angetan ist, wird sich wohl demnächst zeigen.
Die 30 Besten Deutschen Rap-Songs Aller Zeiten!
Am kommenden Freitag (04.02.2005) werden alle Liebhaber der guten und vor allem alten, deutschen Rap-Musik mit feuchten Augen vor den Regalen diverser Zeitungshändler stehen, denn mit diesem Tag wird das erste Juice Sonderheft – „JUICE Special Issue – Rap In Deutschland“ käuflich erwerbbar sein. Diese Juice-Sonderausgabe wird sich mit sämtlichen Top-Themen der deutschen Rap-Szene und –Geschichte beschäftigen – als zusätzliches Feature gibt es zum Magazin eine DVD mit den einundzwanzig fettesten deutschen Rap-Klassikern. Dabei sind u.a. Avanced Cemistry, Beginner, Curse, Kool Savas und Eins Zwo. Einen Tag später, am 05.02.2005, wird euch das Ganze dann noch einmal in akustischer Form geboten. Nico Bielefeld präsentiert euch im Rahmen seiner samstäglichen Sendung „Jam´s Rapublik“ die dreißig besten deutschen Rap-Songs aller Zeiten, welche wiederum auch im Juice-Special-Mag niedergeschrieben wurden. Wirkliche Liebhaber nehmen sich also am besten für Freitag und Samstag nicht anderes vor!
Analphabeten
1999 gegründet, haben die Analphabeten bereits einiges hinter sich: Stress, Umbesetzung, vielbeachtete Releases und Features… MC Joe Rilla und DJ Danetic, die beiden Übriggebliebenen des ehemaligen Quartetts, stehen nun kurz vor dem Release ihres Albums („1deutige 2deutigkeiten“, VÖ: 5.02.01), einem ausgereiften, musikalischen Werk,das von seinen reduziert-düsteren Beats und seinen lyrisch-assoziativen Doubletime-Flows lebt. Jan Kage unterhielt sich mit ihnen über Weltschmerz, Partyraps und Hauptstadtflavor… Wenn es in einer Band zu Beziehungsstress oder gar Trennungen kommt, ist das – wie im echten Leben auch – immer ein hochsensibles Thema. Nähert man sich nun, aufs diplomatischste natürlich, der Vergangenheit der Analphabeten und befragt sie nach den Gründen für das Ausscheiden von SMC und DJ NYCO kurz nach Erscheinen der „Wazlouz“-EP, bekommt man eine ebenso diplomatische Antwort: Unterschiedliche Zielsetzungen
Was sind sie denn, die Ziele der Analphabeten?
„Wir wollen, dass die Heads, die drauf stehen, den Shit hören. Wir wollen Bestand haben, ein gesundes Level halten und dann auch in ein, zwei Jahren die Möglichkeit haben, neue Künstler zu präsentieren. Wir sehen Analphabeten nicht nur als Crew, sondern auch als Möglichkeit, neue Künstler aufzubauen – die Alpha- Firma…“ Erfolgreiches, zielorientiertes Arbeiten, gleichzeitig aber auch einfach nur Spaß an der Musik – wer Joe Rilla schon mal beim Schreiben zugeguckt hat, erkennt darin die Leidenschaft eines Sprach-Besessenen. An einem Stück, ohne abzusetzen und mit einem gigantischen Output entstehen aus seiner Feder die deepen, teilweise abstrakten Analphabeten-Lyrics. So beschreibt er die Arbeitsteilung: „Ich bin der hektische Part der Crew, der Workaholic, der alles ganz schnell macht. Danetic ist eher der Chill-Faktor, der mich dann etwas bremst. Deswegen sind wir ein cooles Team – Yin und Yang.“
Viele der Texte erschließen sich dabei nicht mal nach dem zweiten Hören vollständig – doch das ist nicht unbeabsichtigt:
“In dem Augenblick, wo ich schreibe, fühle ich etwas, was ich ausdrücken will, was vielleicht nicht jeder versteht. Aber wenn man den Text wirklich auseinandernimmt, was natürlich nicht jeder macht, dann könnte man es schon verstehen. Wie es schon Tatwaffe von der Firma sagt: `Manchmal schreibe ich Texte, und nur Curse versteht sie…´, das sind halt Sachen, die nicht jeder diggt, aber was soll‘s? Vieles von dem, was ich schreibe, ist eigentlich ´ne Art von Eingebung, etwas, über das ich mir nicht wirklich Gedanken mache, was aber trotzdem Sinn ergibt. Darauf stehe ich. Es gab bei mir eine Zeit, wo ich Spaß daran hatte, so viele Silben wie möglich durchzuflexen, so viele Reime wie möglich in den Mund zu nehmen – momentan nehme ich mich wieder mehr zurück und schreibe geordneter.“ Der schwermütige, teilweise harmonisch recht bombastische Charakter der elektronisch angehauchten Beats legt den Verdacht nahe, dass sich die komplexe Gefühlswelt des Joe Rilla nicht nur in den Texten, sondern auch in den von ihm produzierten Beats widerspiegelt. „Ich bin jemand,der viel nachdenkt, manchmal viel zu viel. Das kann ich am besten dadurch wiedergeben, dass ich die Sachen, die ich mache, recht dramatisch halte. Ich mache mir Gedanken über Weltschmerz, über Untergangstheorien – über alles, was uns als Menschen betrifft. Dazu brauche ich einfach monumentale Playbacks, die eine Dramatik haben, die etwas spüren lassen. Es gibt Tracks, bei denen man mit dem Kopf wackelt, und es gibt Tracks, bei denen man ´ne Gänsehaut bekommt. Ich will, dass man auch die Instrumentals allein hören könnte und etwas fühlt – dass man mit geschlossenen Augen Bilder sieht.
Nicht alleine in seinen eigenen Beats findet er die nötige Schwere, auch drei Tracks von Knick Neck, sowie zwei von Busy fügen sich nahtlos in die LP ein. Natürlich könnte es im frühen dritten Jahrtausend keinen HipHop-Longplayer ohne MC-Features geben, da machen auch die Analphabeten keine Ausnahme. Bei diesen Textbeiträgen handelt es sich jedoch auf „1deutige2deutigkeiten“ erfreulicherweise niemals um reinen Selbstzweck – selbst der kritischste Zuhörer muss hier ein organisches Miteinander der Rapper bescheinigen, ganz im Gegensatz zu den oft aufgereihten VIP-Name-Droppings mancher Alben. G.E.R.M., mit einem für ihn typischen Verschwörungsszenario, Poise MC oder der upcoming Storytella Bektash vertreten die Berliner Homies – aber auch Nicht-Hauptstädter finden sich im Lineup:
“Die meisten Kollabos sind mit Leuten entstanden, die mit uns abhängen oder im Studio aufgetaucht sind, viele Berliner, aber auch MCs wie Apocalypse aus Hamburg – es war uns wichtig, eine Bandbreite von Leuten zu präsentieren, die gerade erst an den Start kommen, und nicht Features zu machen, um uns selber an den Start zu bringen. Es ging uns auch darum, Talente wie z.B. Sentence zu fördern.“
Die Reaktionen auf das deepe, aber sperrige Material der Analphabeten sind – logisch! – geteilt.
“Es gibt halt viele, die sehen im HipHop nur das Partyfeeling, und es gibt andere, die sehen mehr die sozialkritische Botschaft. Wir machen eben das kritischere Zeug. Aber die Reaktionen sind cool, ich glaube sowieso, dass es sich die Waage hält – wir haben auch Partytracks auf dem Album. Wir zeigen ein breites Spektrum von dem, was wir tun und mögen. HipHop in Deutschland wird sich früher oder später spalten. Einerseits in die Party- und Witzrap-Geschichte, wogegen ich überhaupt nichts habe, wenn die Witze cool sind, und die Independent-Szene. Ich seh‘ das fast wie in New York, wo mir die Underground-Szene viel besser gefällt als das, was on top ist. So wird das in Deutschland auch verlaufen.“ Natürlich ist es für eine Berliner Crew auch immer wichtig, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen und sich den kritischen Blicken einer in der „Berlin-Frage“ polarisierten deutschen Szene zu stellen. „Die Leute reden schon seit zwei Jahren viel über Berlin. Das Ding ist, dass überhaupt noch nicht so viel aus Berlin rausgekommen ist! Mittlerweile kommen halt Leute wie KMC oder wir nach, und man merkt schon, dass die Leute erst mal skeptisch sind auf Berliner Sound – weil sie auch manchmal mit der Mentalität nicht klarkommen. Wenn du aber durch die Qualität deiner Musik überzeugst, hast du sie trotzdem. Oft ist es so, dass durch frühere Zeiten ´ne Menge Vorurteile am Start sind – von wegen dass wir aggro wären oder auf jeder Party Stress machen, was ja gar nicht mehr so ist. Bei den Jams war´s halt früher so, aber heute ist das anders – wenn du die Leute zum bouncen bringst, ist es egal, wo du herkommst.“
Und natürlich bezieht er auch Stellung zu dem Berliner MC überhaupt und dem Thema Nummer eins im HipHop zurzeit:
„Man muß Savas´ Shit eben nur auf´s Battlen beziehen, auf die Provokation. Ich sage auch `mir gefällt Torch nicht´ – weil ich auf seine Raps nicht stehe. Ich kann menschlich über ihn nichts sagen, aber ich mag seine Raps nicht. Und darum diss ich ihn – für seine Raps. Das ist nicht menschlich gemeint, das ist nur auf´s Battlen bezogen. Und deshalb ist es auch ok, wenn Savas sagt, dass er Hamburg scheiße findet. Obwohl das meiner Meinung nach zu sehr über einen Kamm geschoren ist – auch in Hamburg soll´s ja Leute geben, die Opposition zu Eimsbush etc. machen. Sogar da gibt´s MCs, die wirklich brennen. Auch in Berlin gibt’s ja nicht nur die Spezializtz oder Savas, in Berlin gibt´s 1000 Styles!“ Und so stehen auch die Analphabeten nicht für Berlin – sie stehen für sich selber. Und das reicht völlig.
„Das Urteil/Der Untergang“ – VÖ Mitte Februar
Eko hat, wie alle schon lange wissen, mit „Die Abrechnung“ jeden bekannten Rapper in Deutschland angegriffen. Viele von den Gedissten haben schon geantwortet, doch jeder fragt sich, wann kommt Savas’s Antwort? Die Antwort wird definitiv „Das Urteil/Der Untergang“ heißen und wurde von Melbeatz produziert. Dieses Wochenende wurde das dazugehörige Video in Berlin gedreht, welches diese Woche noch geschnitten wird. Savas’s Antwort wird dann voraussichtlich am Ende der zweiten Februar-Woche veröffentlicht. Zu SD außerte sich Optik Records folgendermaßen: „SD ist seit letztem Jahr nicht mehr bei Optik Records, da eine weitere geschäftliche Zusammenarbeit aufgrund verschiedener Ansichten auf Business-Ebene nicht mehr möglich war.“
VA – splash! DVD 2004
Ihr kennt das: Drei bis vier Tage lang Happening am Stausee, immer schön einen über´n Durst, eine ordentlich von der Sonne verbrannte Fresse und dieser spezielle Mix aus leicht bekleideten Menschen vor, und handverlesenen Top-Acts der nationalen und internationalen Rap-Szene auf der Bühne – splash! a´gwan!Im Anschluss daran folgt der mühsame Turn zurück in die Heimat, mindestens zwei Tage Pause von Schule, Studium oder Arbeit, verbunden mit möglichst schnellem Entwickeln von Fotos oder gedrehtem Video-Material in Endlosschleife…Im Jahre sieben der splash!-Geschichte haben sich die Phlatliner – hauptsächlich in Gestalt des DJ Ron – einmal selbst mit einer Kamera bewaffnet über den Platz bewegt und festgehalten, was ein splash! so ausmacht. In der Backstage-Area wird geposed was das Zeug hält, gegenseitig abgeklatscht und über aktuelle und zurückliegende splash!-Highlights resümiert. Das Ganze ist unterlegt mit Live-Impressionen der vor die Kamera gelockten Entertainer und den besten Szenarien des Clash´s zwischen GBZ Babbasoundz und Phlatline Club Movement, wobei die Berliner sich am Ende die Winner-Trophy sichern konnten.
Das alles ist zur Einstimmung ja schon mal ganz nett – zumal garantiert nicht auf der heimischen Videokamera. Der visuelle Schlender führt aber außerdem noch vorbei an der B-Boy-Bühne, an der Skateboard-Rampe, den unzähligen Merchandise-, Platten- und Klamottenständen, wo wir alle Jahre wieder einen Grossteil der schwer verdienten Kröten zurücklassen, und natürlich den „heiß geliebten“ Festival-Dixies…
Und bevor wir uns nun allmählich wieder Gedanken machen, was wir wohl in diesem Jahr so alles auf dem splash! erleben könnten, geht es noch einmal zurück in das Jahr 2003 und den damit verbundenen Live-Highlights – ganz vorn dabei: die Mitschnitte von Gang Starr („Full Clip“), De La Soul („Oooh!“) und Redman („I´ll Bee Dat“, Let´s Get Dirty“) -, dicht gefolgt vom Best Of des Jahres 2004 (u.a. Mobb Deep „Got It Twisted“, IAM „ Noble Art“ und Raekwon „Wu-Tang Clan Ain´t Nuthing Ta F*Wit“, „Ice Cream“).Die Chemnitzer Tefla & Jaleel machen mit ihrem Bonusaudio „Helden Weinen Nicht“ schließlich die Schotten dicht – der DVD-Rückblick ist alle und findet seinen Platz inmitten deiner restlichen splash!-Souveniers oder startet einfach erneut. It´s up to you.




