The Roots werden im Oktober neben Cypress Hill, Lyrics Born, RJD2, Stephen Marley und vielen anderen auf einem dreitägigen Festival bei Atlanta spielen. Das jährlich stattfindende „Echo Project“ hat zum Ziel, durch Musik und Kunst die Aufmerksamkeit auf alternative Energien, Abfallentsorgung und allgemein Umweltschutz zu richten. Das Festival findet auf einer privaten Farm statt und benutzt alternative Energiequellen.
Crunk und Biken
Vom 6. bis zum 12. August findet die 67. alljährliche Sturgis Motorcycle Rally in South Dakota statt. Rapper und Produzent Lil´Jon wird für diese Zeit den Full Throttle Saloon an sich nehmen, da der Club zum offiziellen Partner des Crunk!!! Energy Drinks ernannt wurde. Lil´Jon plant auch auf seinem neuen Album „Crunk Rock“ unterschiedliche Welten zusammen zu bringen, Biken und Crunk geht da in eine ganz ähnliche Richtung “The thousands of motorcycle enthusiasts who attend Sturgis definitely know a thing or two about getting crunk.” Neben exklusiven Drinks wird Lil´Jon den Full Throttle Saloon am 10. August auch mit einem Auftritt und einer DJ Session beehren. Im vergangenen Jahr hatte die Sturgis Motorcycle Rally fast 500,000 Teilnehmer. Damit verhalf sie der Stadt Sturgis, die nur knapp 6,000 Einwohner hat, zu Einnahmen von fast 12 Millionen Dollar.
Nas = Böser Rapper
Im Gedenken an das Massaker im April, bei dem 32 Menschen ums Leben kamen, wird im September auf dem Campus der Virginia Tech Universität ein Konzert stattfinden, bei dem unter anderen auch der Rap-Superstar Nas auftreten wird. Doch während das für viele sicher eine gute Nachricht ist, hat sie auch für Ärger bei einigen Hinterbliebenen gesorgt. Wie könne man einen Rapper einladen, der Texte wie "Shoot ‚em up, just shoot ‚em up, what? Kill, kill, kill, murder, murder, murder" in seinem Repertoire hat. Die Texte seien „bezeichnend für den moralischen Verfall in unserer Gesellschaft, welcher Gewalttaten fördert“, sagte Vincent J. Bove, ein Sicherheitsexperte, der für die Familien der Opfer sprach. Die Universität plant jedoch nicht, das Line-Up zu ändern, da sie hauptsächlich positives Feedback auf die Einladung von Nas bekommen hätten. Neben Nas werden u. a. die Dave Matthews Band und John Mayer auftreten.
Prozessbeginn nach 5 Jahren
Fünf Jahre nach der ursprünglichen Anklage wegen Kinderpornografie gegen R&B Star R.Kelly wurde jetzt en Gerichtstermin festgelegt. Die Verhandlung wird am 17. September beginnen und darüber entscheiden, ob Kelly tatsächlich für 15 Jahre ins Gefängnis muss. Er wird beschuldigt, sich selbst beim Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen gefilmt zuhaben, die laut Angaben der Anklage zu der Zeit der Aufnahme etwa 13 Jahre alt war. R.Kelly´s Verteidiger bezweifeln das Alter des Mädchens und, dass der Mann auf dem Videoband überhaupt ihr Klient ist. Kelly und seine Verteidiger plädieren daher auf unschuldig. “He is looking forward to finally having his day in court. He’s confident that when all the facts come out, it will be clear he’s not guilty of any crime,” sagte einer seiner Sprecher abschließend.
Grand Analog – Calligrafiti
Grand Analog ist eine Crew von Hip Hop Musikern aus Winnipeg, Kannada, die unter der Führung ihres Bandleaders Odario Williams zwischen Ende 2006 und Anfang 2007 ihr Debütalbum „Calligraffiti“ aufgenommen hat. Neben dem MC besteht die Band aus DJ Catalist und Musikern wie Darcy Ataman, Damon Mitchell, Ofield K. Williams, Alister Johnson und Arun Chaturvedi. Zusätzlich wurden für einzelne Tracks verschiedene Sänger rekrutiert, um dem Album noch mehr Klangfarbe zu verleihen.
„Calligraffiti“ ist auf keinen Fall ein gradliniges Hip Hop Album geworden, was bei so vielen beteiligten Musikern schon fast zu erwarten war. Es gibt Reggae, Soul, Dub und entfernte Einflüsse aus Rock´n´Roll. Das Ganze immer zusammengehalten durch die Raps von Odario Williams. Beim ersten Durchhören fällt die durch den Live-Charakter bedingte große Wärme des Albums auf, so dass man sich fast fragt, wo dieser Trupp von Kanadiern in einem Land, das nicht unbedingt für sein warmes Klima bekannt ist, seine Inspiration hernimmt. Auf „Touch Your Toes“ lässt die Band schon im dritten Song des Albums ordentlich Dampf ab und zeigt, dass auch Funk durchaus mit zu ihrem Repertoire gehört. Der Chorus erinnert dabei sogar von der Stimmlage her etwas an Lyrics Born. Im nächsten Stück wird es schon wieder ruhiger und melodiöser. Meiner Meinung nach eines der besten Stücke des Albums und scheinbar sah das die Band genauso. Unter „I´ll Walk Alone“ findet sich die erste Singleauskopplung aus „Calligraffiti“, die mit der Unterstützung von Sängerin Flo und dem Gitarrenspiel von Damon Mitchell perfekt in Ohr und Beine geht. Das folgende „Around This Town” ist eines der stark Reggae beeinflussten Stücke des Albums. Da sich MC Odario Williams aber nicht in unnötiges Patois fallen lässt könnte der Track auch unter Reggae-Gegnern Freunde finden. Auch wenn es fast schon ein Pop-Song ist, muss ich denn Song hervorheben, bei dem ich immer wieder hängen bleibe, wenn ich das Album durchhören will. „Sittin´on Sunday“ kombiniert die wunderschöne Stimme von Sarah Dugas mit einer angenehmen leichten Melodie von Seiten der Band und dazu passenden Raps. Auch ein Konzept-Song ist auf „Calligraffiti“ vertreten und soll hier natürlich nicht verschwiegen werden. „Mixtapes: The Slow Ride” ist tatsächlich der inzwischen schon etwas verlorengegangenen Kunst der Mixtapes gewidmet. Und wenn man sich das übrige Album anhört kann man ziemlich sicher sein, dass Odario hier wirklich Kassetten und nicht die in Mode gekommenen Mix-CDs meint. Ich würde mir sein Mixtape auf jeden Fall mal anhören.
Fazit? Der Sound von „Calligraffiti“ ist erfrischend positiv, aber leider auch noch nicht ganz ausgereift, wenn Grand Analog in dieser Formation zusammen bleiben, dürfte Album Nummer zwei etwas ganz Großes werden. Im Moment kann ich die Platte vor allem Fans von Musik, wie sie zum Beispiel von K-Os produziert wird empfehlen, die dringend neue Musik brauchen. Wie eingangs erwähnt findet man hier viele verschiedene musikalische Einflüße, so dass jeder der hin und wieder etwas Abwechslung vom alltäglichen Rapgeschehen braucht dem Album durchaus auch eine Chance geben sollte.
Team Avantgarde – Absolut
Das Team Avantgarde ist bereits seit etlichen Jahren fester Bestandteil der Berliner Musikszene. Es setzt sich zusammen aus dem Produzenten Zenit und dem MC Phase, die man beide bereits von diversen Produktionen aus dem Hause Edit Entertainment, aber auch aus der Zeit vor Edit kennt.
Auf ,Absolut‚ werden wir von Phase durch einen Alltag geführt, der in vielen Aspekten leicht mitzuempfinden ist. Die Themen der Tracks sind zwar allgegenwärtig, werden aber nie banal behandelt und heben sich damit angenehm von vielem ab, was Rapdeutschland heute sonst noch zu bieten hat. Phase flowt in altbewährter, sauberer Manier – zwar etwas eintönig, aber technisch einwandfrei. Auch beattechnisch ist dieses Album abslout erwähnenswert. Zenit hat einen fast psychodelischen, sehr besonderen Sound gewählt, der zum roten Faden des Albums wird. Zenit schafft etwas, was wenige Produzenten schaffen: Jeder Track klingt nach ihm, seine Handschrift ist unverkennbar. Es sind Zenit-Beats.
Der Titeltrack ‚Absolut‚ beeindruckt sofort durch Tiefgang und führt in die Stimmung des Albums ein, danach überzeugt ‚Ein bisschen Koks‚ mit sauber gereimten Lines über das älter werden und die Vergänglichkeit. In Track Nummer 7, ‚130 Bpm‚ feat. Gris, kommt zum ersten Mal ein bisschen mehr Tempo in die Sache und das ist gut. Die Kombination mit Gris ist altbewährt und passt – wie erwartet – auch hier. Eingeleitet von einem banalen, aber authentischen Skit ist ‚Liebe‚ sehr ergreifend, sehr nachdenklich und sehr erwachsen und schildert die Suche nach dem "Mädchen, mit dem man liebend leben kann". Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch ‚Scheine‚ mit Amewu, Gris und Justus, worin die heutige Konsumgesellschaft vielfältig beleuchtet und kritisiert wird. Offiziell abgeschlossen wird ‚Absolut‚ mit ‚Allein in der Bar‚, einem großartigen Track der einen Abend im Rausch beschreibt. ("…Ich schlender und setz mich ruhig an die Bar, bevor ich etwas sagen kann steht der Wodka schon da…")
Nach eigenen Angaben hat die Arbeit an ‚Absolut‚ anderthalb Jahre gedauert und diese Zeitinvestition hat sich offensichtlich gelohnt. ‚Absolut‚ ist inhaltlich sehr dicht und eignet sich ganz hervorragend zum alleine sein, zum Abschalten und einfach zuhören. Das Gefühl beim Hören pendelt sich irgendwo zwischen melancholisch und depressiv ein – etwas mehr Leichtigkeit, etwas mehr Ironie hätte ‚Absolut‚ aber sicherlich gut getan…
Mobla – Schlaatz Rot Gold / Moblamok
Dieses Album ist wie ein Buch mit 3-D-Bildern, die man ohne Brille, also ohne Sehhilfe erkennen können muss. Einige werden nie über die 2-D-Oberfläche hinweg in die Tiefe des Raumes blicken können und anderen wiederum wird der Zugang zur Dreidimensionalität dieses Albums dafür vielleicht umso leichter fallen. Genau dazwischen würde ich mich wohl einordnen. Ein paar der sprachlich gezeichneten Bilder konnte ich nicht ganz erkennen, doch hat das Album nach mehrmaligem Hören schon sehr markante Konturen offenbart.
Musik und Text lassen sich bei diesem Album auch unmöglich voneinander trennen. Der einzige Produzent auf allen 29 Anspielstationen ist Dead Rabbit, der in der letzten Zeit mit seinen Produktionen für Marteria aka Marsimoto für Aufsehen sorgen konnte. Hier präsentiert er viele weitere Facetten seines schier unerschöpflich erscheinenden Klangvolumens. Auf diese Beats kann ich mir einen Marteria nur schwer vorstellen. Mobla sind sie dagegen auf den Leib geschneidert. Seine auf die Deutlichkeit der Konsonanten fixierte Art Stakkato zu flowen hätte keinen besseren Soundteppich haben können. Detailverliebtes Samplen und Arrangieren geht hier zwar vor, aber eben auch Hand in Hand mit den Rabbitschen Basstiraden.
Und in dieser Einheit aus Rap und Beat eröffnet Mobla dem Hörer nun seine Welt, die mitunter etwas schwer verständlich ist. Was aber keineswegs ein Nachteil ist, denn die Songs wecken immer Interesse und machen Lust auf ein noch konzentrierteres Repeat. Die Metapher, die Bilder, die Reime, das alles scheint mal absolut klar und eindeutig zu sein und mal wieder Fragen aufwerfend wie ein Kreuzworträtsel. Man hat das Gefühl als wenn man die Facetten des Menschen hinter dem Rapper Mobla nur häppchenweise serviert bekommt und man sich das Gesamtbild selbst zusammen puzzeln muss, obwohl alle Puzzleteile doch wieder irgendwie die gleiche Farbe haben.
An dieser Review kann man schon ganz gut erkennen, welche Tiefe und Komplexität der Raum „Schlaatz Rot Gold“ besitzt und ich kann nur jedem empfehlen diesen Raum mal zu betreten und selbst zu erfahren, aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt: dieses Album ist nicht für jeden.
Promoe – Standard Bearer DVD/CD
Hält man eine DVD in der Hand, geht der erste Blick meist direkt auf die Rückseite, um zu gucken, was man beim Kauf dieser DVD für sein Geld bekommt. Ganz nüchtern aufgezählt sind das bei Promoes „Standard Bearer“-DVD eine einstündige Dokumentation von diversen Studiosessions in Schweden und auf Jamaica, ein einstündiges Konzert aus dem letzten Jahr, alle seine sieben Videos und zusätzlich noch eine 13-Track starke Bonus-CD mit B-Seiten und bisher unveröffentlichten Tracks. Das hört sich doch ganz gut an und ist mit Preisen unter 15 € auch auf jeden Fall bezahlbar.
Kommen wir nun zur Qualität der beiden Scheiben:
Die DVD besticht durchgängig mit sehr guter Soundqualität und einer gelungenen Regie. Bei der Dokumentation herrscht eine ausgewogene Mischung zwischen Aufnahmen von Live- und Recording-Sessions. Und der Konzertmitschnitt aus Kopenhagen, bestätigt noch einmal den Ruf Promoes und Looptroops als eine der beste Live-Rap-Acts Europas. Weiterer Pluspunkt: Die Dokumentation wie auch das Konzert haben mit je einer Stunde genau die richtige Länge. Oftmals strapazieren solche DVDs mit viel zu penibler Ausführlichkeit, doch in diesem Fall gibt es genau die richtige Dosis Promoe.
Zur der CD will ich gar keine großen Worte verlieren. Wie Promoe auf der DVD selber sagt, fand er es sehr entspannend, die CD lose und ohne Konzept zusammenstellen zu können, nicht wie auf den regulären Alben, die immer sehr durchstrukturiert sind. Diese lose Zusammenstellung ist es dann auch, die besonders gefällt. Man bekommt auf dieser CD viele verschiedene, eventuell auch bisher ungehörte Facetten des Künstlers geboten, die wesentlich freier performt werden als auf den Alben. Allein deshalb ist das DVD/CD-Package Standard Bearer ein Muss für jeden Promoe– und Looptroop-Fan.




