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Xatar kündigt erstes Video seit sechs Jahren an

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Nach fast sechs Jahren veröffentlicht Xatar kommenden Freitag ein neues Video, das den Titel „Original“ trägt. Es wird seine erste Veröffentlichung als „freier Mann“ sein, wie der Alles-oder-Nix-Chef seine Fans via Facebook wissen lässt.

Der Rapper ist seit Dezember 2014 wieder auf freiem Fuß. Im Jahr 2010 wurde Xatar vom Landgericht Stuttgart wegen schweren Raubs, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Amtsanmaßung verurteilt. Im Jahre 2009 hatte er mit drei Komplizen gemeinsam einen Goldtransport ausgeraubt. Nach der Tat tauchte Xatar im Irak unter, wo er gefasst wurde. Bis heute fehlt von der Beute jede Spur.

Sein neues Album „Baba aller Babas“ wird am 1. Mai in den Läden stehen. Sein letztes Album „Nr. 415”, das 2012 erschien, hatte er im Knast aufgenommen. 2008 veröffentlichte er sein mittlerweile indiziertes Debütalbum “Alles oder nix”.

Zugezogen Maskulin – Alles brennt (Review)

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Frage: Wie eröffnet man ein Rap-Album? Eine ausgezeichnete Antwort geben Zugezogen Maskulin mit „Alles brennt„. Zum Einstieg in den Titeltrack, der gleichzeitig der Opener ist, wirft grim104 dem möglicherweise etwas verdutzt schauenden Hörer folgende Zeilen um die Ohren:

Du kommst in den Backstage und schaust erstmal dumm
Denn ich mach‘ grad‘ mit dem Backup deiner Vorgruppe ‚rum

Bämm. Mit zwei Lines einfach mal eben die bisweilen latente, bisweilen ganz offen zur Schau getragene Homophobie der Deutschrapszene dekonstruiert und als lächerlich geoutet. Dabei ist die Line hintersinniger, als man auf den ersten Blick meint: Mit exakt diesem (vermutlich fiktiven) Szenario (mit dem Backup der Vorgruppe rummachen) hatte vor ein paar Jahren Bushido seinen damaligen Erzfeind sido zu diskreditieren versucht.

Genau so eröffnet man ein Rap-Album: Indem man klar stellt, wo man steht – und wogegen. Das tun Zugezogen Maskulin auf „Alles brennt“ ausgiebig und mit einer Energie, die an Punk erinnert. Auf das stumpfe Parolenkloppen der Drei-Akkorde-Musik verzichtet man allerdings zugunsten mehrschichtiger Aussagen und eines kritischen Blickwinkels, der nicht einfach in gut und böse aufteilen will. Genau wie K.I.Z., mit denen die beiden Zugezogenen nicht völlig zu Unrecht immer wieder verglichen werden, setzen sie dabei auf das Stilmittel der Ironie – allerdings nicht, wie so häufig praktiziert, um sich um eine klare Haltung zu drücken.

Denn eine Haltung hat „Alles brennt„, und die ist auch stets klar erkennbar. Gegen Fremdenfeindlichkeit („Oranienplatz„), gegen Nationalismus („Endlich wieder Krieg„), gegen Gentrifizierung („Agenturensohn„). Dabei ist die Rollenverteilung klar: Während grim104 lyrisch dichtere Strophen voller mehrschichtiger Querverweise (etwa auf Marxs Zitat: „Die Kritik der Hipster kann die Hipster der Kritik nicht ersetzen„, das schon die Beginner verfremdet hatten) liefert, wie man es von seinen Solo-Songs her kennt, ist Testo (nomen est omen) der bulligere, brachialere Typ, der für die Grobarbeit zuständig ist: „Und eine Bombe, die direkt in die Fanmeile kracht…/ Übrig bleibt nur Schweinehack„.

Klare Haltung also ja, eindimensionale Feindbilder aber nein. ZM wüten nicht gegen bestimmte Personengruppen, sondern gegen die echten Gegner: Falsche Zufriedenheit, falsche Bequemlichkeit, falsche Gemütlichkeit. Du bist eben kein guter Mensch, nur weil du einen Nazis-raus-Sticker auf deinem MacBook hast. grim104 und Testo wollen keine Feelgood-Linken sein, die ihren Fairtrade-Kaffee schlürfen und dann glauben, der Gerechtigkeit genüge getan zu haben. Wie die beiden in „Guccibauch“ den Nebenwiderspruch zwischen dem hemmungslosen Materialismus des Rap-Kosmos, dem man sich bei aller ironischen Distanz zugehörig fühlt, und der kapitalismuskritischen Grundhaltung aufbrechen, geht über dumme Slogans weit hinaus.

Auch „Monte Cruz“ greift eine verbreitete und beliebte Denkschwäche bzw. -faulheit auf, nämlich den tumben Touristenhass, der sich in Berlin schon seit einiger Zeit breit macht und zwischen Ursachen und Wirkungen nicht unterscheiden möchte. Mit viel Freude am Zerstören liebgewonnener Allgemeinplätze decken ZM den Rassismus auf, der eben auch im Spanierhass steckt. Hätte man natürlich auch am auch in linken Kreisen noch konsensfähigeren Schwabenhass machen können, aber da kann man so herrlich drastische Punchlines wie „Das ist die Rache für Malloraca“ oder „Und ob’s heut lauter wird? Naja, kommt vor! War ja auch nicht gerade leise, bei Operation Kondor!“ (in Anspielung auf die berüchtigte Legion Condor, die Nazideutschland den spanischen Faschisten im Bürgerkrieg zu Hilfe schickte) natürlich nicht bringen.

Klarer Höhepunkt des Albums aber ist „Vatermord„, eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Rebellion gegen das bestehende, sei es gesellschaftlich, auf Rap bezogen oder sonstwas. Das uralte Spiel neu gegen alt, das ZM auf „Alles brennt“ mit ansteckender Begeisterung spielen. Dazu trägt nicht unerheblich bei, dass das Album angemessen krawallfreudig produziert ist. Die Instrumentale schaffen eine düstere, forsch nach vorne marschierende Atmosphäre, die die Schlagkraft der Lyrics unterstreicht. Und wenn grim104 und Testo beim nächsten Album mit ihrer Kritik an falscher Bequemlichkeit und allzu einfachen Feindbildern noch einen Schritt weiter gehen und auch dem eigenen Umfeld noch mehr ins Sitzfleisch schneiden, kann da noch viel Schönes bei rumkommen. Auch so aber ein sehr gutes, gerne wegweisendes Album.


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Gozpel – Mimikry (Video)

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Gozpel verprach kürzlich einen „atmosphärischen Pöbeltrack“ – und hält dieses Versprechen. Der Freetrack „Mimikry“ wartet mit gewohnt schwarzhumorigen und selbstironischen Textzeilen a la “ Mein Humor ist so schwarz, der wurd‘ in Ferguson erschossen – oh wie kontrovers, dafür aber nicht frauenfeindlich“ – mit denen er im Endeffekt krampfhaft provokative Lines als solche persifliert.

Genau wie er während eines Doubletime-Parts ebendiese aufs Korn nimmt „Es geht nicht darum, was man Doubletime rappen kann, sondern einfach darum dass man es kann“ oder auf Teufel komm raus mehrsilbig Gereimte Zeilen kritisiert. „Mancher nennt mich dummer Affe, kurz bevor ich sein‘ Kumpel klatsche / sowas wie mich hast du noch nie geseh’n – fliegende Untertasse // Ach ist das billig und schräg / aber das schlimmste ist, die Hälfte hat die Silben gezählt„.

Vor einigen Monaten releaste der, den meisten wohl durch Rap am Mittwoch bekannte, Defenda-Recods-Künstler sein Debütalbum „Sympathoz„. Dazu führten wir ein Interview mit Gozpel.


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Al Gear: Zahlenrätsel um neues Album „Nique le hood“

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Al Gear kündigt sein neues Album „Nique Le Hood“ an und gibt einen Hinweis aufs Releasedate – aber natürlich nicht per banaler Ankündigung. Wer Al Gears „Da Vinci Code“ kennt, weiß nicht nur, dass Al Gear sich gerne Rätsel ausdenkt, sondern auch, wie man seine Zahlenrätsel knackt.

Den ersten Hinweis gab der Düsseldorfer in Form des oben abgebildeten Fotos, das er via Facebook postete. Zur „Nique Le Hood„-Aufschrift seines Hoodies, was französisch ist und so viel wie „Fick die Hood“ bedeutet, gab es aber keinen weiteren Kommentar.

Einige Tage darauf folgte dieser Post:
XX+XX+XX=35
     1-12-2-21-13 Nr.3
     #‎NLH

Der Hashtag „NLH“ steht für „Nique Le Hood“ – so weit so gut. Die zweite Zeile zu entschlüsseln, sollte ebenfalls kein Problem darstellen – jede Ziffer steht, wie schon im ersten „Da Vinci Code„, für einen Buchstaben. Dieser steht an Stelle der entsprechenden Ziffer im Alphabet. 1 steht also für den ersten Buchstaben A, 12 steht für den zwölften L und so weiter. Heraus kommt das Wort – na, wer hat’s? – Album Nr.3. „Album Nummer 3 „Nique Le Hood“ also.

Eine kniffligere Kopfnuss stellt die erste Zeile dar, die einen Hinweis auf Erscheinungsdatum gibt. Drei unbekannte Variablen, die fehlerhafterweise, mathematisch korrekt wäre X+Y+Z=35 oder Ähnliches, jeweils mit XX benannt sind, stehen für das dreistellige Releasedate, also Tag, Monat, Jahr, dessen Quersumme 35 ergibt. Da kommen natürlich einige Möglichkeiten zusammen – da Alben in Deutschland aber stets an einem Freitag erscheinen, bleiben nach genauerer Berechnung lediglich zwei Optionen übrig: Der 15. Mai (15.05.15 = 35) und der 11. September (11.09.15 =35).

Kurz und knapp also: Al Gears kommendes Album wird „Nique Le Hood„, zu deutsch „Fick die Hood„, heißen und entweder am 15. Mai oder am 11. September erscheinen.

Interview mit den Verrückten Hunden

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Mit dem Re-Release ihres Albums „Tohuwabu“ bringen die Verrückten Hunde ihre Musik erstmals in größerer Auflage an den Mann. Grund genug sich mit den Herren zu treffen, die so eisern ihren musikalischen Kurs beibehalten. Gut gelaunt und redselig fanden sich die MCs Foxn und Scu mit den DJs Geraet und Da Kid in den rap.de-Räumlichkeiten ein, um über „Tohuwabohu„, die live-Tauglichkeit ihrer Musik und ihre Lieblingsalben zu sprechen.

rap.de: Warum habt ihr euch entschlossen ein Re-Release von „Tohuwabohu“ zu veröffentlichen?

Foxn: Für die erste Auflage haben wir 500 Vinyls gepresst, die wir alle los geworden sind. Da gab es weder ein Release auf CD, noch digital. Da die Auflage irgendwann halt weg war und wir jetzt den Vertriebsdeal mit Chapter One haben, wollten wir das einfach nochmal ‚rausbringen und so ein breiteres Publikum ansprechen. Wir haben auf die erste Auflage sehr gutes Feedback gekriegt, aber eben nicht so viele Leute erreicht.

rap.de: Warum war die erste Version so streng limitiert?

Scu: Zum Releasezeitpunkt hatten wir noch nichts digital und auch keine Videos releast, dann sind die Leute halt an uns heran getreten. Wir wollten erstmal schauen, wie das alles läuft und es gab aber großes Interesse, dass das Album nochmal neu aufgelegt wird. Also haben wir beschlossen das digitale Release und die Videos zurück zu halten und die Verhandlungen zu beenden.

Geraet: Hinzu kommt, dass wir auch alle vorhergegangen Releases in einer ähnlichen Auflage und nur auf Vinyl herausgebracht haben. Weil wir damit ganz gut gefahren sind, gab is bis Dato auch gar keinen Grund das anders zu machen.

rap.de: Was hat euch vier eigentlich zusammen geführt?

Da Kid: Wir kommen alle grob aus der selben Gegend und hatten daher schon früh bei Jams Kontakt. Scu is dann vor ungefähr 13 Jahren nach Berlin gezogen, Foxn, Geraet und ich sind dann irgendwann hinterher gezogen. Hier haben wir dann ab und zu miteinander rumgehangen und ein Paar Sessions gemacht. Das hat dann alles so gut geklappt, dass wir beschlossen haben ne Crew zu gründen.

rap.de: Ihr habt dann also einfach aus Spaß und Liebhaberei gemeinsam Musik gemacht?

Scu: Genau, dann haben wir halt unser Geld zusammen geschmissen und ein Paar Vinyls gepresst und uns gesagt, wenn wir dadurch ein bisschen Geld rein kriegen, sich das rentiert und wir neue pressen können, dann machen wir das. Und das hat bis jetzt auch immer funktioniert.

rap.de: Ihr seid schon richtige Vinyl-Nerds oder?

Scu: Ich bin auf jeden Fall ein Vinyl-Nerd. Ich finde den Klang einfach Super!

Foxn: Ich glaube wir sind alle Vinyl-Nerds. Wir schätzen die Vinyl sehr im Gegensatz zur CD. Vor unserem Debütalbum haben wir ja auch schon Sachen raus gebracht und die halt auf CD releast weil kein Geld da war. Aber die erste Vinyl in der Hand zu haben ist ein zehn Mal geileres Gefühl.

Geraet: Ich kaufe tatsächlich hin und wieder mal eine CD, aber bei der Sparte die wir bedienen wollen die meisten Leute gar keine CD haben und es nur auf Vinyl hören. Mittlerweile wurden halt schon Stimmen laut, die es gerne auf CD oder iTunes hätten, von daher bedienen wir das jetzt auch. Ich bin auch nicht so beschränkt dass ich jetzt nur Vinyl anhören würde, das wäre ja quatsch.

rap.de: In dem Sinne könnte man also sagen, das war Zielgruppen-adressiert.

Geraet: Auf jeden Fall.

Scu: Definitiv, aber es ging auch immer darum, dass wir uns gesagt haben, wir wollen eine Platte machen die wir noch mit 60 in unserem Plattenschrank haben. Das war eigentlich der erste Gedanke, die Frage wie man weitere Platten veröffentlichen kann kam erst später auf. Also wie viel wir umsetzen müssen, um das Geld wieder drinnen zu haben, war erst der zweite Gedanke.

Geraet: Sagen wir mal so: Aus dem Kofferraumverkauf und dem Verkauf auf Konzerten und an Freunde wären wir nicht so viele CDs wie Vinyls los geworden. Dafür hätte sich das gar nicht gelohnt.

rap.de: Meint ihr nicht, dass das einfach vollkommen hängen geblieben ist?

Scu: Voll! Ich bin schon auf meinem Film von damals hängen geblieben, kann man so sagen.

Geraet: Hängen geblieben klingt halt immer so negativ. Ich find‘ das klingt negativer als es letztendlich ist. Ich freue mich, wenn ich einen mir vertrauten Sound höre, mit dem ich sozialisiert bin. Von daher ist hängen geblieben halt nicht unbedingt negativ zu werten.

Da Kid: Wenn Wu-Tang jetzt nochmal ein Album raus bringen würden, das wie „36 Chambers“ klingt, dann würde doch keiner zu denen sagen, dass die voll hängen geblieben sind. Die Leute würden sagen: Krass, die schaffen’s im Jahr 2015 nochmal diesen alten Sound zu machen! Im Endeffekt machen wir einfach den Sound den wir lieben – und versuchen den auch im Jahr 2015 noch zu machen. Ich finde, es ist eine schwierige Sache, hängen geblieben zu sein. Einen modernen Sound zu machen ist super easy, du lädst dir irgendwelche PulgIns runter und dann klingst du wie jeder andere. Aber keiner, nichtmal der Wu-Tang Clan, schafft es, wieder wie auf „36 Chambers“ zu klingen. Aus dieser Perspektive betrachtet ist hängen geblieben zu sein eigentlich was positives.

Foxn: Eigentlich sagt das ja auch nur aus, dass man die Mucke aus den frühen Neunzigern feiert. Die meisten kennen das ja auch gar nicht. Ich selbst hab ja erst ’96 oder ’97 richtig angefangen Rap zu hören. Das Cypress Hill Album (Black Sunday; Anm. d. Verf) kam aber schon ’93 ‚raus und so holt man das dann halt nach. Wenn man heute anfängt Rap zu hören checkt ja auch keiner mehr die alten Scheiben, dann checkt man, was es gerade neues gibt. Man will dann einfach immer das neueste haben.

Geraet: Apropros hängen geblieben: Wenn du jetzt mal über die Genregrenzen hinaus gehst, zu irgendwelchen Soulacts beispielsweise. Also Leute wie Lee Fields, Charles Bradley oder Cherry Jones – da sagt auch keiner, das sei hängen geblieben, obwohl die Mucke machen die halt in den ’70ern up-to-date war. In anderen Worten: Man muss das Rad nich jedes halbe Jahr neu erfinden und so tun als wäre man der Gamechanger überhaupt. Das wirkt sehr affektiert.

Scu: Es geht ja im Endeffekt nur um die Musik. Es gibt geile moderne Sachen und es gibt geile Sachen, die wie früher klingen. Eigentlich geht es doch nur um die Qualität der Musik.

Da Kid: Dieser Sound ist ja auch nicht erzwungen. Wir sagen ja nicht: Ey das muss jetzt alt klingen.

rap.de: Also gefallen euch auch aktuelle Sachen?

Da Kid: Klar, ich leg‘ ja auch in Clubs auf wo ganz neuer Shit gespielt wird. Von Lil Wayne über dieses ganze Trap-Zeug – damit hab ich ja überhaupt kein Problem. Ich leg‘ seit über zehn Jahren in Clubs auf, aber bei den Sachen von früher geht halt einfach noch mehr. Wenn du auf irgendeine Trap-Party gehst merkst du halt, die Leute sind so schnell gelangweilt. Für ’ne halbe Stunde is‘ das okay, da voll besoffen drauf abzugehen, aber im Endeffekt sind die geilsten Stunden die in denen du Boombap spielst. Da rasten die Leute immer noch aus. Welche Art von Boombap ist die andere Frage – klar kann man nicht die ganze Zeit nur „Hypnotize“ oder „Still Dre“ spielen, aber wenn man es halt schafft ’90er Mucke heutzutage geil aufzulegen kommt das immer viel besser als das trap-Zeug.

rap.de: Also weicht ihr dem Zeitgeist nicht aus Kalkül aus, sondern einfach weil ihr Bock drauf habt?

Scu: Definitiv. Mit Kalkül hat das nichts zu tun, das liegt einfach daran dass wir gewisse Arten von Mucke voll abfeiern und das für uns so ist, dass wir das einfach machen müssen. Man denkt da ja nicht viel drüber nach, man setzt sich an die Drummachine und hat ein gewisses Ohr für Samples. Man geht einfach seinem Gefühl nach und produziert einen Beat. Dann schreibt man Lyrics drauf und fertig. Das wirkt vielleicht für die Außenwelt so kalkuliert, aber es ist halt überhaupt nicht so.

Geraet: Außerdem sind viele der Alben die Einfluss auf uns hatten ja nicht ausgelutscht, die hören wir ja immer noch mehrfach pro Woche. Die sind einfach zeitlos. Das ist der Sound der sich für uns durchgesetzt hat – also gehen wir selbst in diese Richtung.

rap.de: Könntet ihr euch vorstellen, auch mal etwas zeitgemäßeres zu produzieren, beziehungsweise darauf zu rappen?

Geraet: Wir haben ja teilweise auf dem ersten gemeinsamen Album („1×1=1„; Amn. d. Verf.) ein Paar Dinger drauf, bei denen moderne Geräte zum Einsatz kamen. Da haben ja auch drei oder vier Produzenten mitgearbeitet, dementsprechend klingt das schon zeitgemäßer. Aber jetzt machen wir das lieber alles zusammen, so ist das einfach stimmiger

Scu: Bei uns gibt’s immer so Projekte: Das sind immer die EPs und die geben wir dann an andere Produzenten, zum Beispiel Torky Tork, raus und die kommen dann zwischen den Alben. Die Alben produzieren wir aber selbst. Beim Album ist es einfach wichtig, dass da ein roter Faden drinnen ist und das können wir nur selbst machen. So simple Beats produziert einem ja auch keiner, da muss man den Arsch für in der Hose haben, zu sagen: Okay, ich mach das, ohne mich als Musiker davon gedisst zu fühlen. Viele Produzenten nehmen davon Abstand, aber ich find‘ es klingt einfach geil.

rap.de: Euch ist auch sehr wichtig, dass die Musik live-tauglich ist, oder?

Scu: Klar, das ist halt auch Mucke, die man live spielen kann. Das ist auch immer wichtig, vor Augen zu haben: Alter wenn da jetzt ’n paar Hundert Leute stehen müssen wir die auch irgendwie in Bewegung kriegen. Damit ist nicht nur gemeint, dass die die Hand heben, sondern im besten Fall auch n jumpen und man vielleicht einen Stage-Dive hinkriegt.

Geraet: Der live-Faktor ist sowieso ziemlich wichtig. Foxn und Scu schreiben und nehmen auch so auf, dass sie nicht alle vier Zeilen cutten müssen, sondern das in einem Take durchziehen können. Das merke ich auch als DJ auf der Bühne. Die kommen nicht aus der Puste, die ziehen das halt durch und kriegen das hin wie im Studio.

Scu: Man muss auch einfach fit genug sein. Wenn man auf die Bühne geht und die Leute für einen Eintritt zahlen, dann sollte man denen auch eine Show bieten, dass die nach Hause gehen und sagen: Das war cool! Wir hatten immer schon Bock auf live-Gigs, das ist mir ganz wichtig.

rap.de: Mit euch kann man doch auch sicher gut ‚rum-nerden: Was war eurer Meinung nach das stärkste Jahr für Rap?

Geraet: Das kann man nicht an einem Jahr fest machen.

Scu: Also für mich war’s ’94. Da sind so viele krasse Alben raus gekommen. Da ist das Wu-Tang-Album raus gekommen („Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ – US-Release bereits im Nov. ’93“ Amn. d. Verf.), Cypress Hill ist da glaub‘ ich raus gekommen.

Foxn: ’93 bis ’96 ist auf jeden Fall am stärksten. Schau mal wie viele geile Alben damals pro Jahr raus gekommen sind und jetz schau mal wie viele geile Alben 2007 raus gekommen sind.

Geraet:Back from the Dead“ kam glaube ich auch ’94 raus (Opening-Track vom House of Pain-Album „Same as it ever was„; Amn. d. Verf.)

Foxn: Ich würd auch ’94 sagen, da kam Biggie (Notorious B.I.G. – „Ready to Die„; Amn. d. Verf.), da kam das erste Method Man-Solo („Tical„; Amn. d. Verf.)

Es wird weiterhin munter diskutiert. Foxn korrigiert (großteils korrekt), wenn Alben genannt werden, die nicht ’94 erschienen sind – man is sich aber einig: 1994 war das Jahr mit den stärksten Rap-Alben.

Geraet: Es hängt halt einfach damit zusammen, dass man in der Zeit in der man anfängt sich dafür zu begeistern mit einer ganz anderen Euphorie Sachen entdeckt. Das war halt ’94 – ’95.

Da Kid: Damals waren die Releases aber auch versetzt. Die kamen in den USA immer früher raus und es hat dann ein Paar Monate gedauert, bis es das auch in Deutschland gab. Sogar bei Universal oder so. Man musste das dann entweder importieren oder halt warten. Von daher passt ’94, ’95.

rap.de: Was ist für euch das beste Album aller Zeiten?

Scu:36 Chambers“ vom Wu-Tang Clan! Kann man nur immer wieder sagen.

Geraet: Ja es langweilt mich das zu sagen, aber es stimmt einfach.

Foxn: Das ist wirklich die langweiligste Antwort, aber auch die wahrste.

Da Kid: Und Deutschrap?

Scu: Massive Töne – „Kopfnicker„!

Foxn: Ich hab letzte Woche wieder das Hiob-Album gehört („Drama Konkret„; Amn. d. Verf.) und das war wieder ein richtiger Flash. Das ist einfach zeitlos für mich geworden. Oder halt „Bambule“ (von Absolute Beginner; Amn. d. Verf.), aber das is auch so ne langweilige Antwort (lacht)

Da Kid: Ne, da war ’n Ausreißer drin!

Scu und Foxn: (gleichzeitig) Da war kein Ausreißer drin!

 

Snoop Dogg: Neues Album „Bush“ mit Pharrell

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Snoop Dogg kann’s und will’s nicht lassen: Der Doggfather kündigt ein neues Album namens „Bush“ an, das von Mastermind Pharrell Williams produziert sein wird. Gastbeiträge sollen zudem von Stevie Wonder und Charlie Wilson kommen.

Ein erster Trailer verrät nicht viel, sieht aber dafür ziemlich schick aus. Dass die Kombo SnoopPharrell bestens funktioniert, muss man seit „Drop it like it’s hot“ wohl niemand mehr erklären. Ein genaues Releasedate gibt es noch nicht, „Bush“ soll aber anscheinend noch im Frühling erscheinen. Die mutmaßliche erste Single „Peaches & Cream“ hatten Snoop Dogg und Pharrell vorletzte Woche bei den Grammys live vorgestellt.

1993 war Snoops erstes Album „Doggystyle“ erschienen und veränderte die Rapwelt mit seinem von Dr. Dre in Szene gesetzten melodiösen Gangsta-Rap nachhaltig. Die späte Schaffensphase des G-Funk-Pioniers ist geprägt von musikalischen Ausflügen, vor allem in den Funk-Bereich. Bevorzugt arbeitet der 43jährige auf seinen Alben mit jeweils einem festen Produzenten zusammen. Auf seinem letzten Album „7 Days Of Funk“ hatte Snoop Doggsich als Snoopzilla mit dem Funk-Producer Dam-Funk zusammengetan. Es erschien 2013. Ein Jahr zuvor hatte er, nach seiner Konvertierung zum Rastafari-Movement, das Reggae-Album „Snoop Lion“ veröffentlicht, das komplett von Diplo produziert wurde.

AFRODEV – SUSPIRATUS (Newcomer)

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So viele Newcomer – wer postet nur all die ganzen Videos, Streams, Free-Downloads? Wir! Unter einer extra eingerichteten Mail kannst du uns dein Video, AFRODEV – SUSPIRATUSdeinen Stream oder deinen Free Download schicken. Wir posten sie dann unter unserer neuen Kategorie Newcomer – inklusive eines kurzen, von dir ausgefüllten Fragebogens, um dich unseren Usern kurz vorzustellen.

Du willst auch dabei sein? Sehr gut! Wir nehmen unter der Adresse newcomer[a]rap.de weiterhin deine Vorschläge an. Videos, Audios, Streams, Downloads, Soundcloud, YouTube, Bandcamp – alles geht. Voraussetzung ist nur, dass du ein Newcomer bist.

1. Stell dich kurz in drei Sätzen vor. Wer bist du und woher kommst du?
Mein Künstlername ist „AfroDev.inci“, Ich bin 22 Jahre alt und komme aus Hamburg.
2. Wann bist du geboren?
Ich bin am 13.03.1992 geboren.
3. Wenn du nicht gerade rappst, bist du tätig als…?
Ich bin im Moment Schüler und strebe mein Fachabitur an.
4. Beschreibe deinen Stil in fünf Sätzen!
Ich lasse mich von vielen verschiedenen Künstlern (a tribe called Quest, Bone Thugs & Harmony, The Roots bis zur Asap Mob Kanye West & Black Hippy) inspirieren.
Aber Rapper, die mich dazu verleitet haben selbst Lyrics zu schreiben waren solche wie Nas, Mobb Deep, Jay-Z, Biggie, Wu-Tang clan, die alle technisch herausragend sind. Also würde ich sagen, dass ich viel Wert auf Technik lege. Eine weitere Eigenschaft meiner Musik ist Vielfältigkeit….ich versuche mit jedem Track etwas neues auszuprobieren, aber nicht zu verrückt.
5. Seit wann rappst du?
Ich bin schon bisschen länger dabei, aber seit 2014 habe ich angefangen das ernst zu nehmen.
Alle Tracks, die ich bis jetzt veröffentlicht habe sind Top, aber mein Bester hat das Tageslicht noch nicht gesehen. Einfach abwarten Lachendes Gesicht mit geöffnetem Mund
6. Warum rappst du?
Ich würde nicht nur Rappen sagen, sondern warum ich allgemein Musik mache.
Weil Musik meine Leidenschaft ist….ich weiß das erzählt jeder Zweite aber Ich benutze Musik um mich zu therapieren, sei es einfach negative Gefühle los zu werden oder einfach „Turn Up“, Spaß haben und alles für ne kürze Zeit zu vergessen.
7. Dein bester Track?

8. Spielst du selbst Instrumente und/oder produzierst du?
Nein, ich beatboxe….wenn das zu Instrumenten gehört. Ich habe mich ein bisschen mit dem Produzieren beschäftigt und kenne mich ein wenig aus mit Reason 5.
Auf mein Mixtape „The Golden Renaissance“ habe ich selbst einen Track produziert
(The Vibe).
9. Wer sind deine Vorbilder?
Meine Vorbilder sind :
Meine Eltern, Leonardo Davinci, Muhammed Ali
Musikalische : Michael Jackson, Nas, Kendrick Lamar, Big Krit, 2Pac, Kanye West & Juicy J.
10. Ein Rapper, der gar nicht klargeht?
Soulja Boy, Gucci Mane
11. Welches ist für dich das beste Rapalbum aller Zeiten?
Ich nenne 5 Rap Classic Alben meiner Meinung nach (beste Rap Album aller Zeiten)
Nas – Illmatic
Wu-Tang Clan – Enter the 36 Chambers
Mobb Deep – The Infamous
Kendrick Lamar – Good Kid, Madd City
Snoop Dogg – Doggystyle

Das hat nichts mit Rap zu tun!

12. Ich würde sterben für…?
Ich würde sterben für meine Familie.
13. Dein Alltag sieht so aus:…
Ich steh auf, gehe zur Schule, dann zur Arbeit, schlafen (mit Musik kombiniert)
Wochenende chillen mit den Homies, bisschen zocken.
14. Ein Funfact über dich ist:…
Ein Funfact über mich ist…..Immer wenn ich scheiße, lege ich Klopapier auf die Kloschüssel, damit mein Arsch nicht abfriert.
15. Male deinen Rap!
Ich kann malen aber das wäre gerade zu aufwendig.

Kool Savas – Es ist wahr / S A zu dem V (Video)

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Kool Savas veröffentlicht einige Monate nach Release seines Albums „Märtyrer“ das Video „Es ist wahr / S A zu dem V“ von eben diesem. Und das während das Mixtape „Rap Genius auf der Tour – und nur da – bereits erhältlich ist.

Im November 2014 brachte Savas sein Album “Märtyrer” an den Start und konnte damit direkt von 0 auf 1 in die deutschen Charts einsteigen. Jetzt ist er mit dem Album auf dem Goldkurs.  Die ausführliche Review zum neuen Album von Kool Savas veröffentlichten wir bereits.

Märtyrer Box-Set, Limited Edition, Doppel-CD
VÖ Datum: 2014-11-14
Verkaufsrang: 54
Jetzt bestellen ab EUR 57,90

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