Die Orsons veranstalteten am Freitag den 13. März ein großes Konzert an einem geheimen Ort. Zumindest vermeintlich. Es wurden Plakate aufgehangen, Tickets gedruckt – und an ausgewählte Eingeweihte Presse- und Twitterpersönlichkeiten versandt. Die Fans ärgerten sich kein Ticket mehr erhalten zu haben (selbst ein gefälschter Eventim-Link der von Anfang an „ausverkauft“ anzeigte ging online) – konnten das ganze Spektakel aber auf Twitter verfolgen. Eine Art Liveticker wurde ihnen vorgegaukelt.
Die Eingeweihten also trafen sich im Chimperator Büro, andere erledigten ihren Teil von Zuhause aus, und erhielten ein Skript, auf dem der ganze Abend geplant und getimet war. Die Ereignisse, die sich lediglich auf Twitter abspielten, überschlugen sich und wurden immer absurder. Eine Choreographie von Waschbären gehörte zu den harmloseren Dingen. Im Endeffekt saßen aber halt doch nur lauter Leute vor ihren Laptops und Handys und Twitterten , was ihnen das Skript vorgab. Gelacht und getrunken wurde trotzdem viel – morgen folgt ein detailierter Augenzeugenbericht.
Mit brennendem Feuerwehrauto angefahren kommen! Gibt’s auch nicht alle Tage.. #ozert
Wir leben eigentlich in einer Zeit, in der tolerantes Denken im Mainstream, zumindest oberflächlich betrachtet, immer weiter an Raum gewinnt. Dass Rap da nicht immer mitgeht, dass wissen wir bereits, doch es gibt einen Punkt, bei dem sich die beiden Strömungen umgekehrt zueinander verhalten.
Im Fernsehen ist Übergewicht nach wie vor eine grundsätzlich schlechte Eigenschaft schwacher Menschen, an der gearbeitet werden muss, damit man sich endlich glücklich fühlt. Dafür muss man nicht einmal extrem fettleibig sein, schon bei geringen Abweichungen gegenüber der vorgelebten „Normalität“ scheint einem jeglicher Erfolg im Leben verwehrt. Das neue RTL-Format „Deutschlands schönste Frau“ soll dem Zuschauer angeblich Schönheit abseits der gängigen Beauty-Ideale näherbringen, von 20 Frauen ist in der gesamten Sendung allerdings nur eine nicht vollschlank. bei „DSDS“ fliegen dickere Menschen erwartungsgemäß spätestens in den ersten Liveshows raus, bei Shows wie „Germany’s Next Topmodel“ ist der Magerwahn ohnehin Grundgesetz. Abgesehen davon kennt wohl jeder, der zum Beispiel in der Schule ein paar Kilos mehr auf den Rippen hatte, die Schmähungen, mit denen man aufgrund seiner Figur öfters konfrontiert wird.
Im Rap dagegen war die Figur nie ein großes Hindernis zum Erfolg. Schon die Anfänge wurden geprägt von Leuten wie Afrika Bambaataa, Run-DMC und den Beastie Boys. Das Aussehen war immer von geringer Relevanz, vor allem ging es um Rap- oder DJ-Skills und Sound. Man musste kein perfekter Mensch sein, um die Vorraussetzungen für Hip-Hop zu erfüllen, was zählte waren das Talent in dem Bereich, in dem man sich bewegte. Wer kreative Texte schrieb, wurde Rapper, wer gut diggen und scratchen konnte, wurde DJ und wer sportlich war, wurde eben Breaker. Aber nie ging es um eine komplette Selbstoptimierung, wie sie heute oft angestrebt wird.
Auch Biggie war kein Leichtgewicht. Trotzdem gilt die East-Coast-Legende für viele als einer der besten, wenn nicht sogar der beste Rapper aller Zeiten. Klar, ein Gangster, der offensichtlich genug zu essen hatte, hat es eben geschafft. Gerade im Hip-Hop ist eine gewisse Korpulenz, anders als in vielen anderen Bereichen der Musik-, aber auch Dienstleistungsindustrie, der Beliebtheit des Künstlers sogar in einem gewissen Maße zuträglich. Wieso ist gerade im Hip-Hop, wo es heutzutage, anders als in den Ursprüngen, häufig um Aussehen und Status geht, dieser optische Zustand so akzeptiert wie kaum woanders?
Rap war schon immer ein Sprachrohr der Unterdrückten, der Abgehängten, aber auch der schlicht Unzufriedenen. Das ist es auch heute noch, denn wie sonst kann man so viele Menschen erreichen, während der Mensch dahinter unwichtig bleibt. Niemand schert sich darum, was der Rapper XY erreicht hat, denn wenn er gut rappt, dann zählt nur noch das. Haftbefehl hat nicht mal einen Sonderschulabschluss, trotzdem ist er mit seinem neuen Album sogar ins Feuilleton der großen Zeitungen gekommen. Also haben auch Menschen, die unzufrieden mit ihrem Körper sind, oder aufgrund ihres Gewichts viele nachteilige Erfahrungen gemacht haben, die Möglichkeit, sich über Rap unabhängig ihres Aussehens oder ihrer bisherigen „Lebensleistungen“, auszudrücken und ihre Texte in die Welt hinauszutragen.
Dicke Rapper geben uns nicht das Gefühl, sich für ihren Zustand zu schämen. Im Gegenteil, Action Bronson, ehemals Koch, rappt gerne über Essen und hat sogar seine eigene Food-Show, abseits davon hat er auf der Bühne mehr Luft als viele durchtrainierte MCs. Fatoni überträgt seine Stämmigkeit sogar in seinen Namen und schreibt Songs darüber und Kool Savas mutet auch nicht unbedingt durch einen flachen Bauch an. Trotzdem gehört er unumstritten zu den besten Rappern in Deutschland, und wird (abgesehen von ein paar Youtube-Kommentaren) in den Medien nicht auf seine Figur angesprochen oder gar reduziert. Offenbar ist es sogar für die sonst so optimierungsversessenen TV-Shows in Ordnung, wenn ein Rapper sich der Norm nicht unterwirft.
Geben uns vielleicht diese Rapper, deren Liste man noch ewig weiterführen könnte, das Gefühl, dass es doch möglich ist, auch außerhalb des von den Medien gezeichneten Bildes des gutaussehenden Menschen seine Fettleibigkeit zu akzeptieren? Dass man es auch ohne einen perfekten Körper schaffen kann, erfolgreich zu werden, und sogar optisch in den Medien vertreten sein kann? Diese Rapper haben all das, wovon wir träumen, obwohl sie nicht in das allgemeingültige Figurideal passen, was uns dauernd vorgelebt wird. Vielleicht sehen wir in ihnen die Vorbilder und den Ausweg aus dem Dilemma der ewigen Selbstzweifel, die oft auch nach einer äußerlichen Anpassung an die Beauty-Norm nicht aufhören? Diese MCs stehen da, rappen über sich und sind dabei so natürlich und selbstbewusst, wie man es nur sein kann. In Zeiten von „The Biggest Loser“ werden solche Bilder und Aussagen immer seltener, sie sind Juwelen, die im ansonsten oft intoleranten Pool des modernen Sprechgesangs eine rettende Insel sind. Bleibt zu hoffen, dass in Zeiten der Rapper-Transformationen die Flut aus Selbstverliebtheit und fehlender Akzeptanz gegenüber Menschen abseits des persönlichen Ideals dieses kleine, wertvolle Idyll nicht überschwemmt.
Kendrick Lamar veröffentlicht mit „King Kunta“ den dritten Song aus seinem am 23. März erscheinenden Album „To Pimp a Butterfly„. Den funkinspirierten Song hatte Lamar zuvor bereits im Rolling Stone angekündigt.
„To Pimp a Butterfly“ ist Kendrick Lamars drittes Soloalbum und wird wie „Section.80“ und „Good Kid, M.a.a.d. City“ über das Independent-Label TopDawg Entertainment erscheinen. „GKMC“ erschien allerdings mit Unterstützung von Aftermath Records und Interscope. Das gilt für „To Pimp a Butterfly“ ebenfalls, wie dem iTunes-Link bereits zu entnehmen ist.
SpongeBozz ist ein Phänomen, das hunderttausende beschäftigt. Seine Anhängerschaft rätselt in dutzenden, amateurhaft produzierten, Enthüllungsvideos, wer hinter der Maskerade steckt. Andere Deutschrap-Hörer, die ja bekanntlich bei eigentlich allem den totalen Durchblick haben, fragen sich, wie dieser Mann es bereits einen Monat vor Release seines Debütalbums, dem „Planktonweed Tape„, schafft 20.000 seiner Limited Fan Boxen verkaufen. Und die Rede ist von 20.000 Exemplaren á 40€ – bedeutet einen Absatz von knapp 58.000 Einheiten nur durch Boxen im Vorverkauf. Zum Vergleich: Haftbefehl konnte in der ersten Verkaufswoche von „Russisch Roulette“ insgesamt, also physisch und digital, nur knapp 23.000 Einheiten verkaufen. Ich lehne mich nach dem Anhören der SpongeBOZZ-Auskopplungen mal weit aus dem Fenster und sage, dass „Russisch Roulette“ um Klassen besser ist. Trotzdem fragen sich an dieser Stelle sicher einige: SpongeBozz? Wer ist das?
Zusammengefasst: SpongeBozz Gunshot ist ein erwachsener Mann, der stets ein Spongebob Schwammkopf-Kostüm zu tragen pflegt. Mit verstellter Cartoon-Stimme rappt er über Planktonweed und die Bikini Bottom Mafia – der ganz normale Tiefsee-Hustle halt. Man kann das natürlich witzig finden, man kann es aber auch infantil und kindisch finden. Seine enorme Bekanntheit begann er 2013 im Juliensblogbattle, einem Videobattleformat ähnlich dem VBT. Als unbesiegter zweifacher JBB-Gewinner brüstet er sich mit dem Titel „God of Battle“ und genießt ein hohes Ansehen bei dem, selbst für Rap-Verhältnisse extrem jungen, Publikum. Der YouTuberJuliensblog, seines Zeichens Veranstalter des Spektakels und dessen oberste Entscheidungs-Instanz, hat nicht nur eine enorme Reichweite (1,2 Mio Abonnenten auf dem Hauptkanal, über 900.000 auf dem JBB-Kanal) sondern ist auch noch einer der Rap-Meinungsmacher der nicht-strafmündigen Hörerschaft. Und wenn der Papa Julien mehrfach sagt, dass SpongeBozz der beste Rapper Deutschlands sei, dann ist das verdammt nochmal so. Nicht nur wegen der hollywoodreifen Videos, gegen die keiner der anderen teilnehmenden Hobbyrapper anstinken kann, nein, das ist auch empirisch bewiesen. Fakt quasi. Und wenn jemand was anderes sagt, wird er mit Reimsilben tot argumentiert.
Trotzdem kann der Reiz an SpongeBozz doch nicht nur darin liegen, dass irgendjemand beschlossen hat, er sei der beste Rapper Deutschlands und der God of Battle und überhaupt die Reimsilben! Wobei der letzte Punkt doch ziemlich schwer wiegt, denn Julien machte sich seinen Namen durch Rapanalysen, in denen er sich vorwiegend auf die Reimtechnik der MCs beschränkte – und das Silben zählen somit salonfähig für den Nachwuchs machte. Bis zu SpongeBozz‚ Erscheinen war Juliens unangefochtener Lieblingsrapper Kollegah. Nun unterscheidet sich der Style des Schwamms auf dem Papier kaum von dem des selbsternannten Bosses. Mehrsilbige Nomenreime, wie-Vergleiche und Doubletime-Passagen prägen das Bild. Und das ohne Frage auf einem ähnlich hohen Level – technisch hat der Mann einiges auf dem Kasten.
Der rappt nicht erst seit 2013, keine Frage. Nein, um genau zu sein steckt, wie bereits in erwähnten Enthüllungsvideos anhand von Kleidungsstücken oder Gestik zu belegen versucht, aller Wahrscheinlichkeit nach Sun Diego unter dem Kostüm. Das ist auch eigentlich kein Geheimnis mehr, seit Kollegah dem Rätselraten im Juice-Interview (Ausgabe 157) ganz freimütig mit den Worten „Ich kenne Spongebozz ja auch. Wir haben mal ein Album zusammen gemacht, „Bossaura“. […] Blöd finde ich nur, dass er nicht langsam mal sagt: ‚Okay, ich bin’s, SunDiego‚“ ein Ende setzte. Da SpongeBozz-Hörer aber in ihrem HipHop-Mikrokosmos aus Videobattles und Reimsilben zu leben scheinen und dementsprechend nicht unbedingt zum Klientel der Juice gehören, hat diese Enthüllung nicht jeder mitbekommen. Ganz abgesehen davon, dass auch nicht unbedingt jeder weiß, wer SunDiego ist.
Rapskills also schön und gut, die will ihm niemand absprechen. Aber sonst? SpongeBozz ist ein absolut durchkalkuliertes Produkt. Gut, das ist in der Musikbranche ja keine Seltenheit – viele Künstler haben ein Image, dem sie gerecht werden müssen. Auch dass deutsche Rapper ihr Gesicht verbergen ist nicht neu – ob aus künstlerischen und ästhetischen Aspekten, wie es bei Genetikk der Fall ist, oder um sich in der Öffentlichkeit nicht zeigen zu müssen, wie es bei Sierra Kidd (bis zu seiner unfreiwilligen Demaskierung) der Fall war.
Hier wurde aber ganz offenbar gezielt ein Kostüm gewählt, das jeder unter 20 erkennt – Spongebob Schwammkopf, der Inbegriff von Kindersendung der zweitausendnuller-Jahre. Spongebob wurde also offensichtlich gewählt, um junge Menschen einzusammeln, die zufällig ja auch den Großteil des Publikums von JuliensBlog ausmachen, das quasi die Startrampe dieses Projekts war. Diese Tatsache plus das musikalische- und visuelle Spektrum, das passgenau Zeitgeist und Geschmack der Zielgruppe trifft, machen aus SpongeBozz das perfekte Produkt, um es von Juliens YouTube-Channel aus direkt in deren Köpfe zu befördern – und somit das Geld der Eltern straight in die Schwammtasche.
Jetzt könnte man sagen: Ist doch okay. Den Kindern gefällt’s, die Eltern zahlen’s. Eine Win-Win-Situation für alles also? Nicht ganz. Denn die Musik verliert bei diesem lieblos an die Zielgruppe angepassten Produkt. Es gibt natürlich noch viel mehr lieblos produzierte Musik, die einzig und allein mit kommerziellen Hintergedanken produziert wird und sich dementsprechend gut verkauft, weil Kinder besonders leicht zu beeinflussen zu sein scheinen. Aber das macht das Phänomen SpongeBOZZ kein Stück besser. Nicht für Rap und nicht für die Künstler, die ihre Musik bei allem Schielen auf den Euro vor allem aus Leidenschaft und zum Spaß machen. Denn mit dem rappenden Schwammboy wird tatsächlich ein neues Level in Sachen kalkulierter Produktgestaltung im Deutschrap erreicht.
Die Rock/Rap-Band 8BCCveröffentlicht das Video eines Haftbefehl-Covermedleys, das sie vorher bereits im Rahmen eines Konzertes im Privatclub in Kreuzberg gespielt haben. Die Berliner covern die Songs „Lass die Affen aus’m Zoo“ und „Julius Cesar“ des Babos.
Die fünfköpfige Band hat bereits mehrere Songs veröffentlicht, dabei mischen sie meist rockige Begleitungen mit Gesang und Rap und erzeugen so Assoziationen zu Künstlern wie Alligatoah und Kraftklub. Die „Eins“-EP steht als Free-Download auf der Website der Jungs bereit.
Olexesh veröffentlicht den Trailer zur „Masta Bonus DVD„. Auf besagter DVD rappt der Halbukrainer alle Songs seines neuen Albums „Masta“ in einer Radiostation vor.
Die DVD wird sowohl in der Boxversion, als auch in der Standard Bronze Edition des Albums erhältlich sein.
“Masta” ist das zweite Album von Olexesh und wird wie „Nu Eta Da“ über seine Labelheimat 385idéal erscheinen. Die Wartezeit auf „Masta“ darfst du dir gerne mit dem passenden rap.de Interview vertreiben.
In einem Facebook-Video haben Genetikk heute den Inhalt ihrer auf Amazon verfügbaren „Achter Tag„-Box enthüllt. In einer 3D-Animation wird sichtbar, dass in der Box neben 3 CDs unter anderem ein Poster und eine Maske enthalten sein werden.
Genetikk veröffentlichten auch bereits die Tracklist von ihrem kommenden Album, das, passend zum Namen, am 8. Mai erscheint. Demnach wird das Album mit 16 Tracks und Features von Sido, SSIO und Max Herre aufwarten. Außerdem brachten sie mit dem Splitvideo “Achter Tag / Dago“ eine erste Videoauskopplung heraus.
Machine Gun Kelly veröffentlicht seinen neuen Song „Against The World“ und erzählt darin unter anderem, dass er sich in der Hollywood-Glamour-Welt als Außenseiter fühlt. Mut spricht er jedem zu, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Dabei überzeugt MGK mit seinem gewohnt starkem Flow. Produziert wurde der Song von seinem langjährigen Freund Slim Gudz.
Ob es sich bei „Against The World“ um die erste Single eines neuen Albums handelt ist noch nicht bekannt. Sein letztes Album „Lace Up“ veröffentlichte der Künstler aus Cleveland im Oktober 2012. Am 26. Juni 2013 erschien dann das Mixtape „Black Flag„.
Aufgrund der Arbeit seines Vaters lebte Machine Gun Kelly in seiner Kindheit kurzzeitig auch in Deutschland.