Richter gibt kurz vor dem Release seines neuen Albums „Schwarzweiss“ am 28. Juni einen weiteren Vorgeschmack und veröffentlicht das Video „Immer wenn es regnet„. Der Song wurde produziert von Toxik Tyson. Die Visualisierung wie erwartet: Richter steht im Regen, triste Stimmung und, dazu passend, düstere Beats.
Johnny Pepp – Ermordet [Video]
Johnny Pepp ruft die Revolution aus. Und das klingt bei ihm so: „Bitte macht euch keine Sorgen/ Wir stürzen das Regime/ Es wird ermordet“. Was genau schief läuft, bleibt etwas unklar, irgendwie denken alle nur an die Patte und auf der Bundestagstoilette wird Koks geballert. Hm. Der beschwingte, hustensaftschwangere musikalische Rahmen überzeugt da schon mehr. „Für die Familie“ erscheint am 24. Juni, also kommenden Freitag.
Marvin Game – Sie³ (prod. Morten) [Video]
Marvin Game will „Sie³“ nicht vergessen, doch es wird sowieso wieder passieren. Das neue Video „Sie³“ handelt von Frauengeschichten und kommt als zeitgemäße Ballade daher – allerdings reichlich melodramatisch. Auf einem halligen, raumfüllenden Beat von seinem Bruder Morten spart Marvin Game auch nicht am Autotune-Effekt.
Der Song stammt von der kommenden „Hennessy & Autotune“ EP des Berliners, die am 28. Juni erscheint und sieben Anspielstationen mit sich bringen wird.
Rap und Islam #1: Dr. Abdel-Hakim Ourghi

Spätestens seitdem Denis Cuspert aka Deso Dogg das Rappen im Berliner Untergrund aufgab und sich dem IS in Syrien anschloss, wurde das Thema „Rap und Islam“ breit medial diskutiert. Häufig wurde dabei suggeriert, es gäbe einen kausalen Zusammenhang zwischen Rapmusik und Islamismus. Wer in der Debatte meistens nicht zu Wort kam, war die Szene selbst. Äußert sich doch mal jemand, wünscht man sich meist, er hätte es lieber gelassen. Greifen Rapmedien die Thematik auf, kommen Salafisten, Graue Wölfe und DITIB-Mitglieder unwidersprochen zu Wort. Unsere Interviewreihe „Rap und Islam“ will sich dem Thema differenzierter nähern: Verschiedene Gesprächspartner mit unterschiedlichen Zugängen zu beiden Themen kommen zu Wort. Dabei sind Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Marcus Staiger, Lady Scar, Tim Pickartz, Ralf Fischer und B-Lash.
Den Anfang macht Dr. Abdel-Hakim Ourghi, muslimischer Reformtheologe an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
Denis Cuspert aka Deso Dogg hat das Rappen aufgegeben und ist nach Syrien gegangen. Islamist zu werden, bedeutet u.a., dass man seine individuellen Freiheiten aufgibt. Wieso lassen sich trotzdem junge Menschen dafür begeistern?
Zunächst einmal gibt es da kein einheitliches Bild. Es gibt aber mehrere Vitas, mehrere Biografien, die uns vermitteln, dass es mit der Sozialisation der Betroffenen zu tun hat. Wir haben da zwei unterschiedliche Gruppen: Die hier geborenen Muslime und die Konvertierten. Alle durchleben eine Art Krise, sie sind auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben und irgendwann entdecken sie dann die Religion.
Das zentrale Moment ist also die Suche nach etwas Sinnstiftendem?
Es gibt mehrere Faktoren. Immer wieder stellen wir fest, dass bei solchen Menschen die Vaterfigur gefehlt hat. Sie hatten Probleme in der Erziehung: Der Vater war aus verschiedenen – bspw. privaten oder wirtschaftlichen – Gründen nie in der Familie. Solche Menschen suchen und finden die entsprechende Autoritätsfigur dann im Islamismus. Der Islamismus hat, banal gesagt, deutliche Antworten: Es gibt „das Gute“ und „das Böse“. Genau solche einfachen und klaren Antworten sind natürlich ideal für Jugendliche, denen genau diese klaren Vorschriften bis dato fehlten. Außerdem sind die Islamisten die besten Sozialarbeiter. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen, wissen, was sie wollen und haben Antworten für sie. Indem man die moderne, westliche Welt so verdammt, findet man in der imaginierten heilen islamischen Welt sogar scheinbare Lösungen für die Probleme der Jugendlichen. Und letztlich wird einem das Paradies versprochen. Letztlich sind das Strukturen, die verhindern sollen, dass die Jugendlichen selbst nachdenken. Stattdessen werden sie zu politischen Zwecken instrumentalisiert. Man muss sagen, dass die Islamisten das bei uns sehr gut hinbekommen haben.
Lässt sich dann ein Versagen des Staates attestieren?
Tatsächlich muss der Staat dafür sorgen, dass es bessere Integrationskonzepte gibt. Viele der Betroffenen wurden von der integrativen Arbeit quasi nicht erreicht. Die Integration darf nicht den muslimischen Dachverbände oder gar Salafisten überlassen werden. Da ist der Staat gefordert, wirksame und professionelle Integrationskonzepte zu entwickeln, um die Jugendlichen vor Extremismus zu schützen.
Wieso entfernen sich denn so viele junge Menschen von westlichen Werten wie individueller Freiheit?
Das Individuum existiert in salafistischen Kreisen nicht. Es ist eine Gemeinschaft; das große Ziel ist, eine Einheit unter den Mitgliedern zu schaffen. Der Einzelne ist nicht mehr da. Man zielt darauf ab, dass alle das Gemeinschaftsgefühl verinnerlichen. Die fehlende Vaterfigur finden die Islamisten schließlich in der Gemeinschaft. Man wird als aktives Mitglied ernst genommen, man redet und diskutiert miteinander. Genau da beginnt ja auch die Instrumentalisierung: Durch den Salafismus sollen die Jugendlichen von der modernen westlichen Welt und ihren Idealen „befreit“ werden. Auf die drängenden Probleme werden fortan religiöse Konzepte und Antworten gefunden. Die Menschen finden ihr Heil in der eigenen Religion. Genau hier wird es gefährlich, weil sie anfangen, sich von der Gesellschaft abzugrenzen und in der salafistischen Gemeinschaft aufgehen.
Es handelt sich also um Jugendliche, die noch gar keine richtigen Individuen waren und dann nur noch dem Kollektiv Gefolgschaft leisten. Der Islamismus befriedigt also psychologische Bedürfnisse – Stichwort: Autoritärer Charakter.
Korrekt. Sie müssen sich das mal vorstellen: Diese Menschen werden so lange bearbeitet, bis sie aufhören selbst nachzudenken und nur noch gehorchen. Das Ziel ist, dass diese Menschen zu Waffen werden im Namen des politischen Islams. Man verspricht ihnen das Paradies auf Erden, wenn sie in den heiligen Krieg einziehen. Darüber hinaus wird das Bild der armen Muslime vermittelt – was Israel mit ihnen macht, was die USA mit ihnen machen. Da gibt es eine ganze Internetindustrie, in der sich tausende Bilder finden lassen, die dabei helfen, die Jugendlichen zu indoktrinieren.
Gibt es darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen gefühlter oder auch realer gesellschaftlicher Marginalisierung und der Konversion zum Islam?
Diese Menschen betonen stets den sozialen Aspekt: Dass sie von der Mehrheitsgesellschaft abgelehnt werden. Genau deswegen finden sie ja ihr Heil in der salafistischen Gemeinschaft, in der sie endlich einmal ernst genommen werden. Da spielen psychologische, sozial-gesellschaftliche, politische und religiöse Faktoren zusammen. Letztlich werden die Taten ja durch die Religion legitimiert – das Paradies muss man ja erst einmal anhand der Quellen versprechen werden. Insofern ist es auch schwierig zu sagen, dass der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun hat. Trotzdem spielt auch die soziale Ausgrenzung der Menschen eine Rolle. Dadurch, dass die Jugendlichen sich als Opfer empfinden, beschleunigt das den Prozess der Radikalisierung.
Das heißt, man nutzt den Islamismus, um aus der eigenen Opferrolle heraustreten zu können und auch endlich mal Macht übernehmen zu können?
Man befreit sich seelisch: Man trifft endlich einmal selbst die Entscheidung diesen Weg zu gehen. Die Entscheidung ist für sie eine Art Befreifung von der gesellschaftlichen Autorität.
Sie hatten schon angesprochen, dass es nicht ganz aufgeht zu sagen, dass der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun habe. Können Sie diesen Gedanken noch ein wenig ausführen?
Es stimmt bedingt, dass der Islam friedlich ist und nichts mit dem Islamismus zu tun hat. Man darf natürlich nicht verallgemeinern: Nicht alle Muslime sind Terroristen. Allerdings müssen wir auch sagen, dass die Islamisten sich eben auf konkrete Koranverse und die Tradition des Propheten, die sogenannte Sunna, berufen. Sie betrachten sich ja selbst als Muslime, sogar als die Besseren, weswegen sie ja glauben, den bewaffneten Djihad führen zu müssen. So kommen wir zu dem Ergebnis, dass diese Islamisten über eine ideologisch orientierte Theologie des Islam verfügen. Insofern hat der Islam sehr wohl mit dem Islamismus zu tun. Wenn gesagt wird, dass der Islam nichts, aber auch gar nichts mit Islamismus zu tun habe, ist das schlichtweg Verdrängung.
Abschließend: Der größte Feind des Islamismus ist das Individuum. Wie lässt sich denn gegen solch kollektiven Wahn vorgehen?
Der größte Feind des Islamismus ist die Vernunft. Wir Muslime müssen unsere Kinder ermutigen, ihren eigenen Verstand zu nutzen. Wir müssen erreichen, dass sie darüber nachdenken, was richtig und was falsch ist. Nur durch diese grundlegende reflexive Vernunft können wir erreichen, dass aus ihnen eigenständige Individuen werden.
Kein Klartext: Absztrakkt bleibt weiter kryptisch [Kommentar]
In einem neuen Track zieht es Absztrakkt vor, weiterhin kryptisch zu bleiben, statt konkret auf den Vorwurf einzugehen, er unterstütze rassistisches und anderes menschenverachtendes Gedankengut.
Es gibt verschiedene Arten, auf Vorwürfe einzugehen. Man kann sie ignorieren, man kann sie zurückweisen, richtigstellen, widerlegen – oder man kann, so wie es Absztrakkt mit seinem neuen Song tut, extrem vage und unverständlich bleiben, sich als Opfer eines Missverständnisses inszenieren, ohne zu erklären, worin dieses bestehen soll und pathetisch fordern „Wer mich verkennt soll sich verpissen“:
So lautet also der Titel des Songs, den Absztrakkt dem österreichischen Rapper Def Ill widmet. Dieser hatte die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Absz nach dessem Song „Walther“ sowie vor allem seinem inzwischen gelöschten Facebook-Post, in dem er zur Unterstützung des FPÖ-Kandidaten Hofer aufgerufen hatte, in seinem Song „AbSStraKKKt“ sowie einem offenen Brief treffend zusammengefasst:
Vor dem Hintergrund seiner offenen Unterstützung eines Präsidentschaftskandidaten, der von einer rechtspopulistischen Partei unterstützt wird, ist seine Behauptung, er sei weder rechts noch links, sondern schwebe über den Dingen reichlich, genau, abgehoben.
Den Vorwurf, er sei ein Nazi, habe ich bisher nirgendwo gehört oder gelesen, gleichwohl hält er es offenbar für angebracht, diesen imaginären Anwurf mit einer Zeile zu kontern, die er früher schon mal hatte (und die damals genau so kryptisch erschien): „Bin ich für dich ein Nazi, bist du für mich nur ein Jude“ – ähm, wie bitte? Aus Trotz wird einfach mal eine der menschenverachtendsten Ideologien der Menschheitsgeschichte mit einem alten Kulturvolk gleichgesetzt, das zudem von erster auszurotten versucht wurde? Selten etwas dämlicheres gehört. Wobei: Die klar homophobe Zeile „Im Bundestag sprechen kinderfickende Schwuchteln auf Crytal Meth“ ist eine harte Konkurrenz in Sachen widerlich.
Und dann gibt es noch ein beliebtes Totschlagargument: Er sei mit „Türken und Nordafrikanern“ aufgewachsen, und was die zur „Einwanderungssituation“ so für eine Meinung hätten, führt Absztrakkt zwar nicht näher aus, sondern belässt es beim Hinweis, die „stimmten noch einen ganz anderen Ton an“ – aber ist schon klar: Wenn die dürfen, darf ich doch auch.
Die vielleicht aufschlussreichste Aussage ist wohl die, er habe schon 2009 über die NWO „aufgeklärt“ – dieses offenherzige Bekenntnis zu Verschwörungsideologien erklärt dann vermutlich auch die seltsame Inkonsistenz seiner gesamten Aussagen. Denn klar: Für einen strammen Kämpfer gegen die Illuminaten reicht es natürlich, dass Hofer gegen TTIP ist. So wie Donald Trump, die AfD oder der Front National, die dementsprechend auch unterstützt werden müssten.
Um es nochmal klar zu sagen: Nein, Absztrakkt ist kein Nazi. Viel schlimmer: Er spiegelt einen gefährlichen Zeitgeist wieder, der sich Wahrheiten zuhause im stillen Kämmerlein bzw. auf reißerischen Verschwörungsblogs (darunter zähle ich auch die Bild-Zeitung) bastelt und Kritik daran lieber ausblendet. Das Ergebnis ist dann ein trotziges „Wer mich verkennt soll sich verpissen“.
Es war einmal in Südberlin: Sillas kündigt Buch und neues Album an
Silla hatte es immer wieder angedeutet: Sein erstes Buch steht in den Startlöchern. Nun ist auch der Titel sowie der Erscheinungstag bekannt: „Vom Alk zum Hulk: Es war einmal in Südberlin“ wird am 12. September erscheinen.
Bisher noch nicht bekannt war, dass einen Monat später zudem ein fast gleichnamiges Album erscheinen wird: „Es war einmal in Südberlin“ wird am 21. Oktober erscheinen. Inwieweit Album und Buch abgesehen vom Titel zusammenhängen, ist noch nicht bekannt.
Wie diverse andere Bücher deutscher Rapper wird es im Riva Verlag erscheinen. Dort waren u.a. schon die Biographien von Bushido und Shindy sowie das Buch von den Atzen Frauenarzt und Manny Marc erschienen.
Abgesehen von den bisher genannten waren auch schon Massiv oder Fler (mehr oder weniger selbst) als Autoren tätig.
Der Inhalt von Sillas Buch dürfte klar sein: Wie wurde aus dem Jungen zunächst ein Alkoholiker und anschließend eine sportliche Kampfmaschine? Freunde des Gossip Talks werden natürlich auch auf Details aus der Maskulin-Zeit mit Fler hoffen.
Azet – Im Milieu (prod. Soundfrontmuzik)
Azet von der KMNGang kickt den Freetrack „Im Milieu“ – der Style der Jungs steht für sich. In seiner Review hatte unser Redakteur Louis ihn irgendwo zwischen Bushido und Future eingeordnet – was wie alle Einordnungen natürlich verkürzt ist, aber trotzdem einen Punkt hat. Während andere Medien die Dresdner erst jetzt plötzlich auf dem Schirm haben, weil die Jungs bei Unikat Management unter Vertrag stehen, hatten wir bereits vor dem Deal ein Interview mit ihnen – denk daran, wo du’s zuerst gelesen hast.
Haiyti aka Robbery – Festgenommen (prod. GEE Futuristic & Yung Nikki3000)
Festgenommen wegen sexy – Haiyti aka Robbery wird in ihrem neuen Video von niemand geringerem als MC Bogy verhaftet. Schon diese göttliche Vorstellung reicht eigentlich aus, aber das neue Video kann tatsächlich noch mehr. Durchgedrehter Scheiß, krank und gut. Mit GEE Futuristic am Beat kann man halt auch nicht viel falsch machen.











