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Baba Saad – Bang Bang [Video]

Baba Saad ist zurück? Und ob. Von wegen letztes Album – der Bremer hat hörbar weiterhin oder wieder Bock auf den Scheiß und haut sein erstes Video „Bang Bang“ raus. Ignorant und hart, aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern rappt er sich durch die Strophen. Die Grundlage dafür ist ein dezent orientalisch angehauchtes Stück Straßensound, dessen Urheber leider nirgendwo genannt wird. „Der Klügere gibt nach/ doch der Miesere gibt Schlag“ – die „Nie ein Rapper„-Attitüde steht Saad nach wie vor am besten.

Why SL Know Plug feat. Medikamenten Manfred – Rückhand

Der Medikamenten Manni und Why SL spielen eine gepflegte „Rückhand“ – so kennt man die Glo Up Dinero-Gangstas. Erstaunlicherweise geht es aber nicht um Tennis, sondern um einen gezielten Schlag ins Gesicht, der mit der Rückseite der Hand ausgeführt wird. „I han Bock dir eine Rückhand zu ziehen“ – kennt man, das Gefühl.

Rap und Islam #6: Ralf Fischer

Spätestens seitdem Denis Cuspert aka Deso Dogg das Rappen im Berliner Untergrund aufgab und sich dem IS in Syrien anschloss, wurde das Thema „Rap und Islam“ breit medial diskutiert. Häufig wurde dabei suggeriert, es gäbe einen kausalen Zusammenhang zwischen Rapmusik und Islamismus. Wer in der Debatte meistens nicht zu Wort kam, war die Szene selbst. Äußert sich doch mal jemand, wünscht man sich meist, er hätte es lieber gelassen. Greifen Rapmedien die Thematik auf, kommen Salafisten, Graue Wölfe und DITIB-Mitglieder unwidersprochen zu Wort. Unsere Interviewreihe „Rap und Islam“ will sich dem Thema differenzierter nähern: Verschiedene Gesprächspartner mit unterschiedlichen Zugängen zu beiden Themen kommen zu Wort. Dabei sind Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Marcus Staiger, Lady Scar, Tim Pickartz, Ralf Fischer und B-Lash.

Heute die letzte Folge mit: Ralf Fischer, Journalist und Publizist, u.a für Jungle World und Konkret.

Welche Rolle spielt der Islam im deutschen Rap aus deiner Sicht?

In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts spielten Religionen, das gilt auch für den Islam, im Deutschrap kaum eine Rolle. Das hat sich fundamental geändert. Seit den letzten zehn Jahren gehören religiöse Bekenntnisse beinahe zum Standard. Eine bedeutende Anzahl derjenigen Rapper, die bisher solch ein Bekenntnis von sich gegeben haben, bekannten sich zum Islam. Dies spiegelt sich selbstverständlich auch in den Texten wieder.

Sowohl Antisemitismus als Antiamerikanismus haben scheinbar einen festen Platz im deutschen Rap. Seit kurzem häufen sich jetzt auch islamistische Statements und Texte. Ist die HipHop-Szene besonders anfällig für einfache Erklärungsmuster?

Die parolenhaften Reimstrukturen gerade deutschsprachiger Rapper eignen sich hervorragend für einfache Erklärungsmuster. Dies gilt aber auch für Deutschrock und Deutschpunk. Vom Antiimperialismus der früheren Tage („Dies ist nicht Amerika“, Absolute Beginner) ist es nicht weit zum Islamismus aktueller Prägung. Extrem wichtig ist dabei die überbordende Amerikafeindlichkeit. Die Adaption einer amerikanischen Subkultur geht einher mit einer deutlichen intellektuellen Abgrenzung von amerikanischen Werten. Obwohl man offen Rapstyles, Samples und Beats kopiert, um Features mit international bekannten Stars bettelt, den Lifestyle der Vorbilder aus den USA nachahmt, gehören antiamerikanische Punchlines zum Standardrepertoire eines jeden Deutsch-Rappers. Man inszeniert sich gegenüber den oberflächlichen Kulturbarbaren aus den USA als weit überlegen, das spiegelt sich in den Texten und Interviews vieler deutscher Rapper wieder. Hinzu kommt die Vereinfachung politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge, eine verkürzte Kritik am Kapitalismus und eine offene Ablehnung von Juden und Israel. Letzteres kommt bei migrantisch geprägten Rappern häufiger vor. Auf die Nachfrage weshalb dies so sei, bekommt man von den Akteuren häufig eine einfache Begründung: Die deutschen Befindlichkeiten, beziehungsweise die deutsche Zurückhaltung wegen des Holocaust tangiere sie als Migranten nicht so sehr.

Der Österreicher Nazar hat während der Operation Protective Edge vielen Rappern vorgeworfen, „Alibi-Moslems“ zu sein. Wie bewertest Du das?

In den sozialen Netzwerken geht es um Likes und Follower. Und im Rap geht es um Authentizität und Realness. Da prallen zwei Welten aufeinander, könnte man glauben. Der Wettkampf, wer denn nun der „realste Moslem“ ist, gehört zum Rap-Game dazu. Diesen Kampf virtuell auszutragen, entspricht der aktuellsten Mode. Vor zweihundert Jahren hätte es wohl ein amtliches Duell gegeben. Oder einen Mexican Standoff. Heute gibt es dafür das Twitter-Battle. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich viele Rapper in der Öffentlichkeit islamischer geben, als sie letztendlich wirklich leben. Hier geht es einfach nur darum, einen Trend nicht zu verpassen beziehungsweise um die korrekte Außendarstellung für das interessierte Publikum.

Der Theorie nach fungiert Rap ja als individuelles Sprachrohr. Wie kann es dann sein, dass er teilweise für solche kollektiven Wahnvorstellungen missbraucht wird?

Jeder Mensch ist ein Individuum. Wie kann es dann sein, dass Menschen sich für kollektive Wahnvorstellungen missbrauchen lassen? Missbrauch ist schon einmal die falsche Formulierung. Es geht hier um den autoritären Charakter. Erich Fromm benannte als typische Züge des autoritären Charakters die Unterwürfigkeit gegenüber Autoritätspersonen, Zerstörungslust, Selbsterhöhung und starre Konformität. Zu dieser Denkweise gehört, dass sie an Konventionen hängt, aber gleichzeitig abergläubische und stereotype Züge hat. Wegen der Unfähigkeit von Menschen mit ihrer prinzipiellen Freiheit umzugehen, fliehen sie in eine konforme Sicherheit. Das Bedürfnis nach Gehorsam, Unterwerfung und Machtausübung bindet das Individuum an Autoritäten und hierarchische Strukturen, die diese Bedürfnisse befriedigen. Zum Islam zu konvertieren ist genauso Ausdruck dieses Bedürfnisses, wie der Beitritt zu einem Rockerclub.

Dazu passt auch, dass die HipHop-Szene mitunter einer Art „Männerbund“ gleicht. In vielen Texten, aber vor allem in den eher persönlichen Statements auf Facebook und Twitter geht’s um Machotum, das diffuse Gefühl zu kurz gekommen zu sein und um die Sehnsucht nach klaren Verhältnissen. Ist das der perfekte Nährboden für den Islamismus?

Sprechgesang ist geradezu prädestiniert dafür, dass sich mittelmäßig begabte Jünglinge derart den Weltenschmerz des zu kurz gekommenen Mannes in der Moderne von der Seele jodeln können. Diese Gestalten fordern Respekt, den sie selbst niemandem außer ihrer Mutter zollen. Rappen aber im selben Atemzug von ihren Vergewaltigungsphantasien, was sie nicht daran hindert, einen völlig überzogenen Ehrenkodex zu vertreten. Der zu kurz gekommen Mann, der sich krampfhaft gegen die Moderne in Stellung zu bringen versucht, kommt entweder als „Männerrechtsbewegung“ daher, oder geht den Weg der religiösen Erleuchtung. Im deutschen Rap führt derzeit der Islam in diesem Bereich die Charts an. Die rappenden Jungmänner bemängeln ständig in ihren musikalischen Inszenierungen den Machtverlust, der mit dem eigenen Wunschbild von Machotum nicht zu vereinbaren ist. In ihren Texten wettern sie gegen alles, was die von ihnen definierte Männlichkeit vermeintlich zerstört: Schwule, Metrosexuelle, emanzipierte Frauen und die Zurichtung der Gesellschaft, in der nicht mehr alle Führungspositionen automatisch Männern zufallen. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich wirklich um einen Bund der sich nach klaren Verhältnissen sehnenden Männer.

Denis Cuspert aka Deso Dogg hat die ganze Thematik in die breite mediale Öffentlichkeit geholt. Nur im Deutschrap selbst gab es wenig wirklich klare Statements. Verweigert sich die Szene der Diskussion?

Eine Diskussion ist das genaue Gegenteil von einem Battle. Rapper bedienen ihre jeweiligen Milieus, ihr subkulturelles Klientel. Da sind sie nicht anders als jeder x-beliebige Politiker. Nur die Milieus unterscheiden sich wesentlich. Statt eines Austauschs von Argumenten erwarten die Konsumenten von Deutschrap den Austausch von Exkrementen. Außerdem torpediert der ständige Überbietungswettbewerb jede sinnvolle Auseinandersetzung. Im Falle Dennis Cuspert verschweigen einige Rapper nur allzu gern, was ihre Bekanntschaft mit Deso Dogg betrifft, andere würden sich gern damit brüsten, befürchten aber die öffentliche Reaktion. Es gilt ja immer die Wage zu halten zwischen einem kalkulierten Outlaw-Image und dem Wunsch, nicht indiziert zu werden, weil das die Plattenverkäufe einschränkt.

In den dadurch angestoßenen Debatten wurde ferner suggeriert, dass es einen zwangsläufigen kausalen Zusammenhang zwischen Strassenrap und Islamismus gebe. Wie fiele ein nüchternerer Blick auf das Verhältnis aus?

Straßenrap ist eine Illusion, ein billiger Marketingag. Die Absoluten Beginner verkauften ihre erste CD auf der Straße. War das deshalb Straßenrap? Nein! Kein Kind der Welt will die Musik seiner Eltern hören. Keine Generation möchte auf ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber ihren Vorgängern verzichten. Der Rap aus den 80ern kam genauso von der Straße wie der so genannte Straßenrap heute. Alle Jahre wieder braucht es neue Labels. Elektro hieß schließlich früher auch einmal Tekkno. Das Kunstprodukt Kollegah ist das beste Beispiel für die Marketingstrategie. Ein Abiturient, der Jura studierte, macht in einem exklusiv ausgestatteten Studio angeblich Musik für die Straße. Auf so etwas fallen nur Teenager und männliche Minderbemittelte im zeugungsfähigen Alter herein. Die Anziehungskraft des Islam wächst mit der Schwäche westlicher Ideen und Überzeugungen. In dem Masse wie er gesellschaftlich attraktiver wurde, kam er auch im Deutschrap häufiger vor. Aber nichtsdestotrotz ist der Islam in den letzten Jahren gerade von migrantisch geprägten Akteuren, die sich als Rapper von der Straße ihrem Publikum präsentieren, verstärkt in den Fokus ihres Outputs gerückt.

Sierra Kidd kündigt neues Album „Rest in Peace“ an

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rong> stammen werden.

Außer dem Titel, dem Cover und den Produzenten ist allerdings noch nichts konkretes bekannt. Weder ein konkretes Releasedate noch nähere Infos zum Sound verrät der Ostfriese, der letztes Jahr RAF Camoras Label Indipendenza verlassen und sein eigenes Imprint Teamfucksleep ins Leben gerufen hatte.

Über den aktuellen Stand bei TFS ist ebenfalls wenig bekannt. Letzten Juli, also genau vor einem Jahr, hatte es neue Songs von allen damals bei Teamfucksleep gesignten Acts gegebenPuzzle, Kynda Gray, Finity und Sierra Kidd selbst. Inzwischen ist aber zumindest Puzzle nicht mehr dabei.

Im September 2015 hatte Sierra Kidd dann ohne Vorankündigung sein Mixtape „FSOD“ veröffentlicht.

Interview mit Waldo the Funk über sein Debütalbum „Domingo Vogel“

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Der Vogel ist gelandet – Waldo the Funk hat sein Debütalbum veröffentlicht. In wohlbehüteter Atmosphäre hat der Heilbronner zusammen mit seinen Produzenten und Freunden Dexter, Enaka, Brenk Sinatra, Fid Mella und Audio Dope den Erstflug des „Domingo Vogels“ in die Wege geleitet. Wir sprachen mit dem Süddeutschen über den Schaffensprozess seines Langspielers, die schwäbisch-badische Seele  und seine Einflüsse..

Dein Album wirkt beim ersten Hören sehr entspannt. Spiegelt sich da dieses Heilbronner/Freiburger Gemüt wieder?

Ich weiß es gar nicht so genau ehrlich gesagt. Ich hab mich nicht hingesetzt und gesagt, ich will unbedingt entspannt klingen, weil dann wirkt man ja meistens verkrampft. Ich glaub einfach, dass ich mir genug Zeit gelassen habe. Ich steh einfach auch auf Alben, die man in Ruhe durchhören kann. Wie das letzte The Doppelgangaz-Album „Peace Kehd“ – das ist auch nicht so einfach, das zu machen irgendwie. Dann ist es vielleicht meine ruhige Art, ich bin jetzt nicht so der laute Mensch. Und so eine süddeutsche Lässigkeit kommt bestimmt auch dazu.

Dein Album ist sehr hochwertig produziert. War das Motivation und Druck für dich?

Motivation hat das auf jeden Fall viel gegeben. Druck nicht, weil ich die Menschen die da produziert haben gut kenne und behaupte mit denen befreundet zu sein. Das war eher so: „Die geben ihr Okay für die Beats, Waldo wir vertrauen dir, mach mal.“ Da war viel gegenseitiger Respekt da. Es war eher eine Motivation und sehr, sehr unterstützend, wenn man solche Leute im Hintergrund hat. Ich bin auch sehr verwöhnt, was das angeht. ich find‘ nicht jeden Beat direkt geil, da bin ich schon eher etwas picky. Der kreative Austausch mit diesen genialen Leuten stand halt immer im Vordergrund.

Vor drei Jahren kam deine „Toykis“-EP, jetzt das Debütalbum. Hast du damals nach der EP gleich angefangen, auf das Album hinzuarbeiten?

Jain, also richtig bewusst im Sinne von „Ich werde jetzt Musiker und in einem Jahr ist die Platte fertig“ war´s noch nicht. So reif war der Gedanke nicht. Es war schon klar, es wird was kommen, weil „Toykis“ eine sehr überraschende Resonanz einbrachte und dann dacht ich mir: Geil, das funktioniert, die Leute finden sich wieder in dem, was du tust, also mach mal ’n richtiges Album statt ’ner EP. Dann hab ich das aber nicht mit großem Termindruck angefangen, mein Label hat mir auch die Zeit gelassen und die hab ich auch gebraucht. Mit der Betonung aber darauf, dass das nächste Release auf keinen Fall nochmal genauso lange dauern wird, weil ich jetzt in ganz anderen Bahnen bin, vor allem das letzte Jahr hab ich so viel an Musik gearbeitet wie noch nie. In diesem Rhythmus bin ich gerade voll drin. Jetzt ist es schon wieder in meinem Kopf, dass ich schon wieder Gedanken habe, was die nächsten Schritte sind.

Auf deinem Album gibt es viele Reminiszenzen an die 90er. Hast du so eine ganz typische Kinder der 90er Kindheit gehabt?

Genau. TV gucken, Comics lesen und mit den Turtels Figuren spielen. Man konnte so richtig  in einer Welt versinken und hatte richtig Zeit, sich  in einen Mikrokosmos einzuschließen. Ich glaube, dass sich meine Vergangenheit in der Musik widerspiegelt, die ich heute mache und vielleicht kommt dadurch auch diese Unverkrampftheit und Lässigkeit, die du angesprochen hast. Aber es ist nichts, was ich forcieren wollte, es ist einfach so entstanden.

In „Daniel-Sohn“, dem Opener des Albums, sagst du: „Ich frag mich dann halt selbst, hey, wann kommt dein Album raus?“ Wie meinst du das?

Nach „Toykis“ gab es diverse Menschen die gefragt haben, wie sieht’s aus? Wann geht’s weiter? Das hat zwar mit der Zeit nachgelassen, aber ich hab’s nicht vergessen. Und dann hab ich das so umgedreht und gesagt: Ob ihr euch damit beschäftigt, ist im Grunde egal – ich muss mich das Fragen. Es ist essenziell für mich selbst. Ich bin der Verantwortliche, der zwischen dem Release steht. Und es gab im Schaffensprozess auch einige Zweifel die hier einen Wink finden. Mich wundert es eigentlich, dass diese Zweifel gar nicht so im Album drin stecken, weil die gab es auf dem Weg ganz oft. Dazu ist es ein Link an die Retrogott-Line „Hey wann kommt dein Album raus?“ Kleiner Shoutout an der Stelle.

Ist der Track „Billy Hoyle Dunk“ als reine Hommage an den Film „Weiße Jungs bringen´s nicht“ zu verstehen?

Es ist eine Hommage an den Film, aber vor allem eine an den Charakter des Films Billy Hoyle, der da den Underdog spielt und darum geht’s in dem Song eigentlich. Ich bin gern lieber so der Vertrottelte, der dann unerwartet was reißt. Dieses Sinnbild kommt in dem Film wahnsinnig gut raus. Am Anfang ist er so der weiße nerdy Dude, der auch aufm Platz steht mit den coolen schwarzen Jungs und dann machen sie dieses Shootout, wo sie um Geld und Ehre diese Freiwürfe shooten und der Billy besiegt halt gleich den King aufm Platz und so. Aber er begibt sich erst bewusst in diese Loser-Rolle, dreht die Cap um, sieht bisschen dullymäßig aus, kokettiert damit, dass er sich erstmal als whack darstellt. Das mag ich sehr, ich mag es nicht, wenn man sich hinstellt und sagt „Ich bin der King“. Grundsätzlich bin ich lieber in der Rolle des Underdog, um die Leute zu überraschen.

Im Track „Beste“ behandelst du die Thematik, dass man alles von Zuhause aus im Internet bekommt. Ist das eher kritisch auf diese Konsumgeilheit bezogen oder feierst du diese Bequemlichkeit einfach?

Nee, das ist auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern zu sehen. Es soll ein sarkastischer Spiegel sein, dass das viel zu einfach geht. Da steht sehr wohl Konsumkritik dahinter. Da ist die Zeile „Ich töte Menschen für mein Amazon Seller Ranking.“ Das ist natürlich nicht ernst gemeint, da kommt’s vielleicht n bisschen durch. Aber auf der anderen Seite bin ich mir vollkommen bewusst, dass wir Menschen aus Widersprüchen bestehen und auch ich mich von diesem Konsumverhalten nicht frei machen kann, das auch teilweise natürlich genieße. Es geht einfach darum, dass ich mit dem Song dazu aufrufen möchte, mal kurz inne zu halten und zu überlegen: brauch ich das Ding XY jetzt überhaupt wirklich? Weil heute ist alles so schnell, schnell, schnell, ein Klick und dann haste das Ding zuhause. ich verteufle da auf keinen Fall das Internet. Diese neuen Wege sind super, aber man sollte halt mal so’n bisschen drüber nachdenken.

Du hast auf deinem Album auch einen Softdrink-Song. Ist der auch eher ironisch zu verstehen?

Es geht bei mir immer um Gefühle und für mich ist ein Softdrink, vielleicht auch bisschen aus meiner Kindheit geprägt, mit ein Gefühl, was dir sagt: Hey, Leben ist geil. Weißte, so richtig plakativ über Werbung, so zisch Dose auf, gluck gluck, Life is geil. Das haste bei Bier oder so nicht. Da geht’s dann eher um Natur, um Männerbilder oder so. Ich mag dieses lockere daran und die Vielfalt, jeder hat seinen eigenen Softdrink und da steckt für mich so ein bisschen Lifestyle halt hinter. Mein Favorite wechselt aber auch regelmäßig. Aktuell feier ich Charitea Red, die spenden auch immer bisschen was, wie der Name sagt und das ist schon ziemlich nice.

Du hast ein Feature mit MC DJ Oldschool Legende auf dem Album, der einer deiner ältesten Weggefährten ist. Mit dem bist du deine ersten musikalischen Schritte gegangen, richtig?

Ja, wir fingen an als Duo Funker und Legende. „HipHop aus dem Bauch“ war so ein bisschen der Subtitel. Er war eher so der Freestyler und einiges besser als ich, was man so auf Partys gemerkt hat. Wir haben ganz klassisch angefangen, Texte zu schreiben, so ging das eigentlich los. Uns hat auch immer verbunden, dass wir dieses: Ab zu Müller, das EinsZwo Album am Releasetag kaufen, heimgehen, auspacken, zusammen in mein Zimmer setzen, die die CD einlegen, nicht skippen, die Musik zelebrieren – dass wir das von Anfang an geteilt haben.

Du scheinst dich nicht groß um aktuelle Strömungen im Deutschrap zu kümmern. Die Zeile in „Vogelfrei“ „Mach nicht immer das, was die Szene dir sagt“ unterstreicht das ja auch. Ordnest du selbst dich überhaupt irgendwo ein?

Ja, ich würd schon sagen, dass ich HipHop mache (lacht). Nein, also das ist schon schwer so richtig einordnen, will ich da aber auch gar nicht. Man merkt jetzt schon, dass „Toykis“ viel klassischer gehalten wurde vom Soundbild her. Jetzt sind schon so ein paar angetrapte Einflüsse drin oder 808s oder was auch immer, aber das ändert sich auch ständig. Dank so Game-Changern wie Kendrick Lamar und Drake kommt man ja an dem neuen Zeug nicht vorbei. Das ist einfach unfassbar gut und dann verändert sich das persönliche Soundbild im Schaffensprozess automatisch. Manchmal sag ich, dass ich wavy Sound mache, so als Kategorisierung, aber das haben auch die Betty Ford Boys schon für sich beanspruchst, beziehungsweise erfunden, also hab ich das von denen geklaut. (Erfunden hat es eigentlich Max B – Anm. d. Redaktion) Weiß nicht, ob ich so richtig wavy bin, aber so ein bisschen kann man das als Untergenre schon sagen.

„Domingo Vogel“ ist aus einem langen Prozess heraus entstanden. Ist das gut oder schlecht?

Dadurch, dass der Schaffensprozess so lange ging, haben die Songs die Stärke ’ne Weile zu überdauern. Irgendwann wird man dann mal einen weniger feiern, aber manche feier ich sicherlich ein Leben lang. Das lässt sich aber auch schwer voraus sagen. Im Moment sind die Songs so wie sie sind alle Killer, aber wie genau das in drei, vier Jahren aussieht, weiß ich natürlich nicht. Ich werde mich, glaube ich, immer weiterentwickeln, das ist mir ganz arg wichtig und man muss die Leute jetzt schon erziehen, dass Waldo the Funk nicht für was Gleiches stehen bleibt. So wie ein Action Bronson gezeigt hat, dass er auf den einfachsten Loops von Alchemist flexen kann und dann kommt aber Harry Fraud mit „Bird On A Wire“ und das funktioniert auch mit richtigen Trapsachen. Ich will auf dem Album so meine Liebe zum klassischen Sound und zu Trap genau nebeneinander stehen lassen – das muss doch möglich sein heutzutage.

Ist es definitiv. Vielen Dank für das Gespräch. 

Kaisa – Mieser Fieser [Snippet]

Kaisa droppt das Snippet seines neuen Albums „Mieser Fieser“ und der erste Eindruck verfestigt sich weiter: Harter Straßenrap, kein Horror- oder Psychocore. Das Album erscheint Ende Juli, die Videos „Maschine brennt“ und „Schüsse in die Luft“ sind bereits erschienen.

Fler veröffentlicht finale Tracklist von „Vibe“

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Fler veröffentlicht die finale Tracklist seines neuen Albums „Vibe“ – so der neue Titel seines kommenden Albums, das ursprünglich als „Carlo Escobar“ angekündigt worden war. Gestern hatte er erklärt, dass die Aufnahmen zu „Vibe“ abgeschlossen seien.

Darauf finden sich auch einige Songs, die bereits auf der Tracklist des gecancelten „Carlo Escobar zu finden gewesen waren. Auch der bereits seit längerem veröffentlichte Hit „Unterwegs“ mit dem inzwischen in Ungnade gefallenen Sentino wird vertreten sein. Die weiteren Featuregäste auf „Vibe“ sind Bushido, Shindy, Laas Unltd. und Jalil.

Auf der Vinylversion, die der Box beiliegen wird,  musste der Südberliner wohl aus Platzgründen auf zwei Songs verzichten. Sie muss daher ohne „Infrared“ und „Unterwegs“ auskommen.

Tracklist CD:

01 Vibe
02 Junge aus der City
03 C.R.E.A.M
04 Lifestyle der Armen und Gefährlichen
05 Episch
06 Attitude feat. Bushido & Shindy
07 Hätte nie gedacht
08 Bündel feat. Jalil
09 Famebitch feat. Laas Unltd.
10. Bewaffnet & Ready feat. Jalil
11 Sophia Thomalla/Slang kriminell
12 Skit
13 Unsichtbar
14 Mercedesstern
15 Du hast den geilsten Arsch der Welt
16 Moderne Sklaverei Acapella
17 Unterwegs feat. Sentino
18 Infrared

Tracklist Vinyl:

01 Vibe
02 Junge aus der City
03 C.R.E.A.M
04 Lifestyle der Armen und Gefährlichen
05 Episch
06 Attitude feat. Bushido & Shindy
07 Hätte nie gedacht
08 Bündel feat. Jalil
09 Famebitch feat. Laas Unltd.
10. Bewaffnet & Ready feat. Jalil
11 Sophia Thomalla/Slang kriminell
12 Skit
13 Unsichtbar
14 Mercedesstern
15 Du hast den geilsten Arsch der Welt
16 Moderne Sklaverei Acapella

257ers – Holz (prod. Voddi & Alexis Troy) [Video]

Die 257ers sind eine ganz besondere Spezies, selbst im an seltenen Exemplaren gar nicht mal so armen Deutschrap-Spielchen. Ihr neuster Thementrack widmet sich einem Topic, das jeden von uns etwas angeht. Holz. Wie bitte? Na, Holz. Also dieses Material, das früher einmal ein Baum war. Oder immer noch ist. Who knows. Jedenfalls, Holz. Sollte man kennen. Das Material sowieso, aber auch den Song. Eventuell. Ach, was weiß ich denn… ist das Kunst? Wahrscheinlich. Vielleicht aber auch einfach nur Holz.

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