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Schauspielerin interpretiert Deutschrap: „A-N-N-A“ von Freundeskreis

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Schauspielerin Vanessa Patrichis nimmt sich mal wieder einen Deutschrap-Klassiker vor. Ihre Interpretation von „A-N-N-A“ von Freundeskreis ist zwar nicht ganz so hysterisch wie die letzten Teile ihrer Youtube-Reihe Rapsodie, trotzdem verlangt sie ihren Zuschauern nach wie vor einiges ab. Es dürfte nicht wenige geben, die das sehr anstrengend oder auch einfach nervig finden werden. Aber guess what – Kunst darf und soll auch nicht immer leicht konsumierbar sein.

Manuellsen – Solang es mir passt (prod. Juh-Dee)

Der junge Manuel steigt auf sein Motorrad und cruist – „Solang es mir passt“. Für den Beat flippt Juh-Dee u.a. das wohlbekannte Instrumental von Snoops „Gin & Juice“. Die Hook übernimmt Manuellsen direkt selbst. Der Song stammt von seinem kommenden Album „Gangland“, das Ende September erscheinen wird.

Coup (Haftbefehl & Xatar) – Kanack (prod. Brenk Sinatra/Die Achse)

Haftbefehl und Xatar schlagen noch mal zu und hauen ein Video zum Coup-Song „Kanack“ raus. Der Beat zum ersten Part des Bonners wurde von Brenk Sinatra mit einem gut bumsenden Beat unterlegt, für das Instrumental von Hafts Strophe haben dagegen Farhot und Bazzazian aka Die Achse gesorgt. Das Video unterlegt einen der stärksten Song des ohnehin so ziemlich durchweg gelungenen Albums „Der Holland Job“ mit Bildern, die die kratzige Ästhetik der 80er versprühen.

Mister Mex – Original EP

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Der einzig wahre Pimp Mister Mex zeigt mit seiner neuen EP „Original“, dass er einem nicht nur seine „Fetten Ketten“ ins Gesicht halten kann. Nach seinem Album „Smooth Operator“ ließ er sich ein paar Jahre Zeit, ehe er sich wieder an ein größeres Release wagte. Nachdem er dieses Jahr mit „DopeChick“ die Hymne für alle loyalen Partnerinnen geschrieben hatte, kündigte er bald darauf eine neue EP an und releaste nach etlichen Nachfragen seiner Feinshmeckaz den Underground-Hit „Fette Ketten“, der bis dahin tatsächlich nur bei seinen Auftritten zu erleben war. Nun hat Mister Mex mit vier weiteren Tracks für Live-Performance-Nachschub gesorgt. Und nicht nur das.

„Die Habgier übersteigt dein‘ Monatslohn, gewissenlos sich Kohle holen“. Mit „Kein Stress“ findet sich ein Einstieg, wie man ihn von Mister Mex erwarten konnte: Der Track bringt Lines von der Straße in einen clubtauglichen Sound, kann aber auch als Soundtrack für eine entspannte gesellige Runde dienen. Das ist eine Eigenschaft seiner Tracks, die auch schon „Fette Ketten“ und „DopeChick“ besaßen: er schafft es, wahrscheinlich auch dank seiner markanten Stimme, die er sehr wohl einzusetzen weiß, Hood-Stories zu erzählen oder über teure Outfits zu prahlen, ohne dass es unangenehm wird. Zudem vereint er klanglich alles so gut miteinander, dass die tiefergehenden Messages fast schon darin untergehen. Denn auch wenn „Fette Ketten“ für immer ein Live-Hit bleiben wird, auch wenn er nun an Untergrundstatus verloren hat, heißt es nicht, dass da nicht auch oft sozialkritische Passagen mitschwingen.

Es folgt mit „Unterwegs“ ein purer Klarstellungs-Track, eine weitere Spezialität von ihm: er erzählt, was man erwarten muss, wenn man „unterwegs mit ’nem Gangster“ ist. Und auch Catchphrases, die wiederholt werden, ohne dass sie an Reiz verlieren, hat Monsieur drauf: „Egal wen du kennst, komm und bring ihn her“. Hier gibt es natürlich, oberflächlich gesehen, sich wiederholende Motive. Durch abwechslungsreichen Stimm- und Floweinsatz vom Feinshmecka sowie den Beat-Gewändern aus vielseitigen Melodien, tiefem Bass und intensiven Kickdrums fällt das aber zu keinem Zeitpunkt wirklich negativ auf. Überhaupt der Sound: Er präsentiert sich optisch oft so, als würde er Anfang der 90er aus einem New Yorker Rap-Schuppen kommen, klingt aber ganz nach 2016.

Der einzige Song der EP, der thematisch vielleicht ein wenig aus der Reihe tanzt, nichtsdestotrotz aber ins Soundkonzept von „Original“ passt, ist „Mama“. Wie der Titel ankündigt ist der Song an seine Mutter gerichtet, die Atmosphäre wird ein wenig ruhiger und persönlicher, trotzdem nicht kitschig. Ganz im Gegenteil, denn dieser Track macht sein smoothes Gangster-Image nur noch authentischer. Und das Adjektiv „smooth“ hat noch nie besser zu jemanden gepasst als zum Mister selbst.

Immerready, das Kollektiv um morten, Mauli und Marvin Game, zu dem auch Mister Mex zählt, halten ihre Outputrate hoch, lassen die Qualität aber nicht darunter leiden. Mit Mex legt nun jemand nach, der Musik für alle Gelegenheiten schafft und auch vielseitige Flows vorzuweisen hat.

Die EP steht auf Spotify zum streamen bereit. Online kann sie auch gekauft werden: Hier ist die Übersicht für alle verfügbaren Portale verlinkt.

 

Mister Mex – Fette Ketten (Live-Video)

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Zum Releaseday seiner „Original“-EP gibt Mister Mex seinen Feinshmeckaz noch ein „Live Rage Video“ von „Fette Ketten“ mit auf den Weg. Die Performance vom Smooth Operator wurde von Rob Vegas – Ostlicht, Biko und YungPaper aus verschiedenen Perspektiven gefilmt.

Die immerready-Action fand am Donnerstag letzter Woche statt. Diesmal versammelte man sich unter einer Brücke, um eben diesen Live-Hit von Mister Mex zu feiern, und das gleich mehrere Male. Aber ein Hit ist nun mal ein Hit. Mit „DopeChick“, ebenfalls von Mister Mex, fing alles ganz gemütlich an, bis „Fette Ketten“ so oft performt wurde, dass irgendwann auch der letzte Textunsichere mitrappen konnte. Zwischendurch gab es auch noch einen Gastauftritt von Robo, der die ausgelassene Stimmung aber halten konnte. Die „unter der Brücke“-Atmosphäre gab dem Ganzen seinen entsprechenden HipHop-Charme gegeben.

140 Zeichen und 16 Bars – 1 kluker Text von Twitter und Rap her

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Deutsche Rechtschreibung 2016: 1 steht für beliebige unbestimmte Artikel, ob man m oder n schreibt ist irrelevant und der Satzbau hält sich „jest“ auch nicht mehr an das vom Duden Vorgegebene, von Grammatik her.

Wenn man über die Initiatoren dieser Sprachentwicklung nachdenkt, kommt einem schnell Rapper und Sprachjongleur Why SL Know Plug aka Beezy in den Sinn. Schon in seinen frühen musikalischen Veröffentlichungen setzte er einen Slang ein, der, beeinflusst von amerikanischen Vorbildern, einige Grundsteine aus der Mauer der deutschen Sprache riss, um Stück für Stück ein neues Sprach-Building zu createn. Auch seinen Twitter-Account nutzte er in der Folge intensiv, um ein eigenes Idiom zu kreieren. Je bekannter der Boy wurde, umso mehr haben Rapfans und Internet Mitläufer das neue Vokabular angenommen, nachgeahmt und weiterentwickelt. Typische Beispiele sind Ali As, Nachdenkliche Sprüche mit Bilder oder Paul Rippé.

Wenn man YSL fragt, ob er sich für den Schöpfer dieses Twitter-Slangs hält, widerspricht er nicht. „Irgendwie schon, oder?“ Die Formel dahinter erklärt er ganz einfach: „Immer neuen Shit kreieren und der gute Shit geht automatisch ins Vokabular über.“ Slang und Rap, zwei wie Pech und Schwefel? Beezy bemerkt dazu, dass „Slang schon immer zu Rap und der Urban Culture dazu gehört.“ Er beruft sich unter anderem auf den Rapper Birdman, der mal gesagt hat: „In New Orleans everything is a Slang“.

Alles ist Slang. Und die Grenzen zwischen Rap und Twitter erweisen sich immer mehr als fließend. Twitter ist ein warmer feuchter Ort, an dem sich die Pilzsporen der verballhornten Sprache wunderbar vermehren können und durch das wenige Licht, was an diesen halbanonymen Ort scheint, entfalten sich alle möglichen Formen  und Unterformen von Slang. Raptexte werden zu Twitter-Postings, Tweets gehen viral und werden verbalisiert, um im Umkehrschluss wieder in Raptexte einzufließen. Ein durchaus fruchtbarer Kreislauf.

Twitter– und Rapslang speisen und nähren sich dabei gegenseitig. Zwei Rapper die, anders als YSL, zuerst Twitter-Follower generiert haben und erst anschließend im Rap Bekanntheitsgrad erlangt haben, sind Fruchtmax und Hugo Nameless. Mit dem Track „WKSNSHG“ für „Wie kann man sich nur so hart gönnen?“ haben sie erst einen Slogan auf Twitter etabliert und ihn dann zu einem Rapsong gemacht.

Die Beziehung, die in beide Richtungen funktioniert, ergibt durchaus Sinn: Twitter bietet das optimale Medium für Rapper, um sich auszudrücken. Durch die Begrenzung auf 140 Zeichen erfordert es eine gewisse Präzision. Das gilt auch für Raplines. Mithilfe knapper Formulierungen und Wortspiele drückt ein Rapper, sofern er sein Handwerk beherrscht, sehr viel mit wenigen Worten aus. Egal, ob es um einen Gedanken, eine Geschichte oder einen Witz 1 Joke geht: Hauptsache on point. Zudem besteht eine weitere Parallele: Zu den 140 Twitter-Zeichen bildet die im Rap übliche Skalierung von 4 Schlägen pro Bar und 16 Bars pro Verse eine Allegorie. 140 und 16 sind übrigens beide durch 4 teilbar – kann das Zufall sein?

Spaß beiseite. Eine weitere Gemeinsamkeit ist auffällig: Twitter ist die Socialmedia Plattform, die durch ihre weitgehende Anonymität und Regellosigkeit ermöglicht, ohne große Zurückhaltung oder Rücksicht auf soziale Regeln und Standards zu agieren. Und genau das zeichnet seit jeher auch Rap aus: Dass man ohne Filter alles rauslassen kann, was einem durch den Kopf geht.

Und längst wird der Twitter-Slang auch im Mainstream geahnt. Kürzlich etwa beim bekannten Fastfood Restaurant zum güldenen M, am Kudamm, zierte der Werbeslogan „Gönnung!“ die Leuchttafel der Angebotsübersicht. Auch einigermaßen seriöse Zeitschriften folgen dem Movement: Ein Artikel des Sterns zum gesperrten Video von Kurt Prödel, wurde von der Redaktion mit folgenden Worten kommentiert: „Kurt Prödel Video hat UEFA EURO 2016 mit 1 Video verärgert. Die witzige Bildspur mit den Elfmetern wurde gesperrt. Alle Fans weimen.“ Für die virale Bekanntheit von Nachdenkliche Sprüche mit Bilder wiederum ist auch Medienguru Jan Böhmermann mitverantwortlich, der NSMB durch das Teilen eines ihrer Posts, einer noch viel breiteren Öffentlichkeit vorstellte.

Das Ding ist natürlich: Damit ist die Sache wohl schon durch. Was kann nach dem Mainstream denn noch kommen? Der Twitter-Slang scheint vorerst durchgespielt zu sein – dieser Artikel darüber von rap.de her prooft das letztlich. Aber es ist ja nicht so, dass das gute, alte Internet nicht schon irgendeinen neuen Trend bereithielte. So mystisch, Mois!

 

MC Smook veröffentlicht „Speisekarte EP 2: Finger Lecken“

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Ab sofort kann man sich die Finger nach MC Smooks „Speisekarte EP 2“ lecken. Was mit diesem Album bewiesen ist: Der Smook ist smooth. Das Album ist ein guter Begleiter für alle, die sich Urlaub nach Balkonien holen möchten – idealer Sound, um zu chillaxen und so humorvoll, dass bestimmt keine grauen Wolken aufziehen.

Die EP ist reich an Features: Das bekannteste vertretene Gesicht ist wohl Juicy Gay. Andere Künstler, von denen man in Zukunft hoffentlich noch mehr hört, sind Fruity Luke, Kulturerbe Achim, Fabi Süd und Mighty Marine. Produziert ist die „Speisekarte“ von Lorenz & Urbach, 8Moss, Fay Guevara und DJ Hängetitte.

Hier kannst du dir „Speisekarte EP 2: Finger Lecken“ kostenlos runterladen

Chima Ede & Ghanaian Stallion kündigen „Principium“-EP an

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Chima Ede und der Produzent Ghanaian Stallion kündigen eine neue EP namens „Principium“ an. Übersetzt heißt der EP-Titel „Anfang“ oder „Ursprung“. Und da Chima bisher nur verraten hat, dass sie die Zuhörer damit „auf eine Reise in die Vergangenheit“ nehmen, ist dieser Name wohl passend gewählt. Das Cover dazu hat Benyaaamin Design entworfen.

Chima Ede hat bisher zwei weitere EPs vorzuweisen: zum einen die „Lebenslust“-EP, die letztes Jahr erschien und die „2023“-EP, die im Februar veröffentlicht wurde und die ihm immer größere Aufmerksamkeit bescherte. Ghanaian Stallion hat auch schon einiges vorzuweisen. So hat er einen Großteil der Megaloh-Alben Endlich Unendlich und Regenmacher produziert, aber auch schon mit der „Soul Fruits“-Instrumental EP unter Beweis gestellt, dass man ihn als eigenständigen Künstler wahrnehmen sollte. Nun wird sich aber erstmal zeigen, wie gut er zusammen mit Chima Ede harmoniert.

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