Prezident – Ich geh dir liebend gern die Extrameile auf den Sack (prod. Kamikazes)

Prezident gibt den Wutbürger – und schießt in seinem neuen Song dezidiert gegen die böse Deutschrap-Journaille.

Betont edgy kommt der Wuppertaler mit Björn Höcke-Lines (uiuiui) und Sympathie für den neorechten Absztrakkt (ayayay) um die Ecke. Wow, da hat er es den Gutmenschen aber mal so richtig gezeigt. Total nonkonform – wenn man mal kurz vergisst, dass es ziemlich genau dem dumpfem Zeitgeist entspricht.

Linksgrünversiffte Vice-Emanzen

Eine eigene Haltung fehlt allerdings komplett. Warum er sich etwa auf die Seite von Absztrakkt stellt, bleibt offen. Stattdessen geht es nur darum, den linksgrünversifften Schreiberlingen und „Vice-Emanzen“ ihre angebliche Doppelmoral aufzuzeigen – mit deutscher Gründlichkeit und emsig gerecktem Zeigefinger, den auch die demonstrativ aufgesetzte „Scheiß auf alles“-Attitüde nur schlecht überdeckt.

Könnte ich alles vielleicht etwas mehr ernst nehmen, wenn der feine Herr es mir bei unserer letzten Begegnung ins Gesicht gesagt hätte, statt mir verklemmt grinsend die Hand zu geben.

PS. Wer sich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Song wünscht, kann hier den Artikel meines Kollegen Skinny lesen:

Skinnys Wochenrückblick KW11: Hanybal & Hiob wecken Vorfreude und Prezident kostet mich Nerven

38 KOMMENTARE

  1. als abzs gegen “kanacken“ geschossen hat war er direkt n nazi
    als es damals harris gemacht hat, mit selbigem inhalt: thema intregation- feierten es alle. merkt ihr was?

    • Ja, ich merke, dass du zu relativieren versuchst. Mir ist kein Song von Harris bekannt, in dem er dazu aufruft, das Abendland gegen die bösen Fremden zu verteidigen. Nur einer, in dem er ungeschickt Rassismus verharmlost – was absolut nicht in einer Liga mit Kulturkampf-„Walther“ spielt.

      • es gibt keinen song wo absz den von dir behaupteten aufruf tätigt.
        absz sagt „es gibt endlich wieder männer die sich wehren“ aber wehren kann genauso auf einer mündlichen basis funktionieren. ebenso wie „Doch ich rufe die Jungen und ich versammel die Alten
        Um wieder zusammen zu halten, wir bilden zusammen Gewalten“ auch als protestgewalt zu verstehen sein kann. du legst ihm inhalte in den mund, die er so nicht geäußert hat. im song werden fremde auch nicht als böse betitelt. du kannst deine eigenen interpretationen der zeilen ja gerne äußern und auch das gefahrnepotenzial kritisieren, aber sie als tatsächlichen textinhalt zu tarnen, ist irreführend und beim besten willen in keinster weise angebracht oder zielführend. es verhärtet nur die fronten anstatt eine vernünftige auseinandersetzugn mit dem text zu ermöglichen. natürlich besteht gefahrenpotenzial bei eingien von absz aussagen, aber sie wurden nie so expliziti getroffen, wie du das hier darstellst.
        nach songs wie bluat und boden muss man das ganze auch sicherlich noch kritischer betrachten, aber wie gesagt: zitate erfinden kann nicht der journalistische anspruch sein

        • Ach, wie überraschend, dass Nazis ihre Aussagen nicht offen, sondern schlecht kaschiert treffen. Ist ja auch ganz was neues…

          Die ganze Rhetorik von Absz greift auf rassistische Stereotype von Kulturkämpfen zurück und singt das alte Lied von der weißen Frau, die es vor den bösen Nichtweißen zu schützen gilt. Kann man natürlich schön relativieren und kleinreden. Muss man aber nicht.

          • Ja. Dann doch lieber die Zahlreichen Vergewaltigungen an Deutschen Frauen und Mädchen durch Zuwanderer relativieren bevor man böse Wörter billigt.

          • das hast du schon wieder erfunden oder? in wlechem lied will er weiße frauen vor irgendwas schützen? du legst ihm wieder worte in den mund die er nicht geäußert hat. anstatt das wort an ihn zu richten und zu fragen ob die von dir verfremdeten/erfundenen zitate in der von dir angenommenen weise zu verstehen sind, stellst du behauptungen auf und verbreitest halbwahrheiten. bleib am wortlaut un kritisiere den auch ruhig, aber projizier da nix rein, was du da gerne rauslesen möchtest. immer sachlich bleiben

          • Er zeichnet in „Walther“ das Bild eines von „Fremden“ bedrohten Europas, das sich wehren und schützen muss. Das impliziert auch im üblichen rassistischen Denken die zu schützende „weiße“ Frau.

            Es gab übrigens genug Gesprächsangebote an Absztrakkt, er ist auf keines eingegangen.

      • Abgesehen davon, dass ich mit Oliver Marquarts Haltung gegenüber Absz übereinstimme: wer Absz spirituelle Ausrichtung als „Esorterik“ diffarmiert, sollte sich schleunigst mit einem Religionswissenschaftler unterhalten, bzw. entlarvt sich in seiner Pauschalisierung als genau der protofaschistische Kleinbürger, den er zu kritisieren versucht.

        • Nachdem ich Absz neue Tracks gehört habe, entschuldige ich mich ausdrücklich für meine Antwort. Absz scheint sich traurigerweise vollkommen von der buddhistischen Lehre entfernt zu haben und in die rechte Esoterik abgedriftet zu sein. Das ist äüßerst übel und bedauerlich.

  2. Was geht denn jetzt ab mit dem Kommentar zu dem Track von Herrn Marquart. Alter, behalt deine Meinung für dich. Letzter Satz ist absolut unprofessionell. Wenn dir was nicht gefällt, dann provozier doch nicht so kindisch. Deutscher HipHop-Journalismus ist so krasser Schmutz (geworden). Würde gerne wissen, was dich da motiviert hat, den Künstler persönlich anzugreifen, weil man dessen Meinung oder was auch immer nicht vertritt oder mag.

  3. Hinweis an den Kommentator, der hier „belegen“ wollte, dass Nichtweiße eher zu Vergewaltigungen neigen als Weiße – natürlich veröffentlichen wir hier keine Nazi-Kommentare. Interessant aber, welche Klientel sich vom Song angezogen fühlt.

  4. du hast dich au null mit prezi beschäftigt in diversen interviews spricht er ziemlich genau an wo er mit abstrakt übereinstimmt und seine haltung ist halt problematisch. im grunde bestätigt der text nur die aussage des liedes: du hast es nicht verstanden. das über solche themen immer noch nur auf emotionaler ebene diskutiert wird anstatt progressiv probleme zu lösen oder wenigstens ansätze geliefert werden ist das eigentlich problem und das kann man sehr gut raushören wenn man mit prezi halt n bissl vertraut is…. aber empörung ist immer die beste währung…

      • Genau das solltest du – ja.
        Nennt sich „Sorgfaltspflicht“. War mal früher deutlich integraler in der Branche verankert.

        Dein Kommentar ist leider nichts anderes als ne überlange, angepisste Twitternachricht. Meinungsjournalismus. Clickbait-Journaille.
        Und höchst unprofessionell, gerade im letzten Satz.
        Das musst du dir nun mal ankreiden lassen, Oliver.

        Himmel, selbst Gunnar Schupelius versucht, seinen „gerechten Zorn“ besser zu verargumentieren!

        Ich finds sehr schade.

        • Auf einen groben Klotz passt ein grober Deckel. Auf mich wirkt vielmehr der Song wie eine überlange, angepisste Twitter-Nachricht – deshalb gibt es auch keine eingehende Analyse, sondern einen polemischen Kommentar. Ich weiß, ist in Deutschland grundsätzlich verdächtig. Aber durch die Pressefreiheit nun mal erlaubt.

          • Ach.

            a) keiner fordert ein Verbot/eine Zensur deines Kommentars, was du m.E. implizierst, wenn du damit argumentierst, dass es „nun mal“ erlaubt ist. Es wird kritisiert. Das ist etwas anderes.

            b) Was ist denn an polemischen Kommentaren [in Deutschland] verdächtig? Himmel, das Netz ist voll davon! Polemische Kommentare scheinen ja wohl im Zeitgeist ganz hervorragende Lebensbedingungen zu finden!

            c) die Argumentation [ff. verkürzt] „ich fand seinen Song angepisst, deswegen gibts Polemik“ finde ich für nen journalistischen Kommentar (und sei’s als Meinung deklariert!) untragbar. Kann man ja übers persönliche Twitterprofil schiessen – kein Thema. Aber Himmel – wo verläuft denn da die Grenze zwischen privater Meinung und der Vertretung eines Mediums?

            Und ganz generell: warum so viel Meinung bei so wenig Argumentation? Warum persönlich statt neutral? Warum nur triefender Sarkasmus (uiuiui)? Man kann ja trefflich über Prezidents Zeug diskutieren, es feiern, es anstrengend überelaboriert, gar elitär finden. Aber dafür muss man diskutieren wollen. Du kanzelst nur ab. Auf persönlicher Ebene. Und da bleib ich dabei: das find ich für n journalistisches Medium beschämend. Aber vielleicht muss ich mir da auch selbst die eigenen Ansprüche ankreiden.

          • Ach was, ich rede nicht von Zensur, ich rede von sich mal bisschen locker machen. Es gibt da einen Rapsong, in dem Journalisten gedisst werden, dazu schreibt ein Journalist einen polemischen Kommentar, und das war’s. Da muss man sich jetzt nicht verkrampft reinsteigern und drei Jahre lang analysieren, das ist die Sache gar nicht wert. Journalismus, besonders über Musik, war noch nie nüchtern, sachlich und „objektiv“, einfach deshalb, weil Musik ein emotionales Thema ist.

  5. Hoffentlich reagieren die anderen Hip-Hop Journalisten genauso. Ich hoffe auf einen riesigen Shitstorm beleidigter Schreiberlinge.

  6. Dafür dass hier sost versucht wird, auch die inhaltsloseste, austauschbarste und von erfolgreicheren „Künstlern“ schamlos kopierte Scheiße irgendwie positiv darzustellen wirkt das hier aber etwas übertrieben.

    Auch wenn ich die Position des Autors nachvollziehen kann und sogar teilweise teile kommt mir dieser Text schon sehr unsachlich und unprofessionell vor, insbesondere der letzte Satz.

    Anscheinend hat sich der gute Olli bis jetzt noch nicht wirklich mit Prezi auseinandergesetzt, des weiteren werden hier einige einfach sachlich falsche Dinge behauptet.

    Aber bestimmt ist dieser Artikel total supergut dafür geeignet, neurechte Spinner von einer sinvolleren Meinung zu überzeugen

  7. Wutmensch weil man nicht den Links brainwash unterlegen ist und stattdessen eine eigene Meinung hat weil man seinen Kopf auch benutzt.

    Mann Mann Mann…

    Vollkommen gerechtfertigte Kritik an euch. Gewalt und Drogen ticken usw.
    ist ok, aber absolut extreeemst lächerliche Themen wie zB die „der letzte tighte Nigga“ Sache werden natürlich extrem kritisch beäugt.

    Aber ok, bleibt blind.

  8. Zu Prezi will ich mich erst einmal nicht äußern, Absz hingegen hat mit seinem Blut-Und-Boden- sowie der „Flucht aus der GmbH“- Geseier längst das Diesseits der guten Vernunft verlassen. Ich frage mich, was ihn geritten hat, so dermaßen abzudriften. Und bezeichnend, welche Leute hier versuchen, ihn auch noch zu verteidigen. Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.

  9. Ich glaube nicht, dass Perzident sich hier „auf die Seite“ von Absz gestellt hat. Er macht lediglich auf die Art der medialen Aufarbeitung des Absz-Themas, und der zugrundeliegenden Doppelmoral aufmerksam.

    Ich verurteile alle Formen von Nationalismus und Rassismus und deshalb auch Absz Aussagen. Man kann jedoch nicht bestreiten, dass Medien (rap. de etc.) die Absz dafür kritisiert haben, an anderer Stelle positiv über Rapper, die menschenverachtende Weltbilder verbreiten (Homophobie, Auge um Auge etc.), berichten.

    Indem ihr nun also einen , wie ich finde, leicht diffamierenden Artikel über Prezident veröffentlicht habt, habt ihr Prezident sicher in seiner Meinung über euch bestätigt und gleichzeitig Nahrung für hunderte Opfer nationalistischer/rassistischer Propaganda geliefert, die sich am Rande dieser Diskussion tummeln.

    Ich fände es angebracht sich dieser Kritik einmal konstruktiv zu stellen Herr Marquart

    Peace

  10. Absztrakkt ist genau so wenig ein Nazi, wie Prezident. Unglaublich mit welcher Leichtigkeit ihr mit solchen Labels um euch werft, wenn ihr mit anderen Meinungen nicht d’accord seid. Peinlich und höchst unseriös. Danach dann aber wieder rumheulen wenn jemand von schlechtem Journalismus spricht…

    • Dazu noch was: Cr7z hat sich positiv über das neue Absztrakkt Album geäußert, also ist er jetzt auch ein Nazi in eurer kruden Weltansicht?

  11. Keiner spricht mehr über diesen tollen song. wie gewohnt gute lyrik auf sehr guten kamikaze beat – passt wirklich perfekt zusammen, auch wenn prezi schon früher öfter gegen den standardkram geschrieben hat. also ich kann mit der „rechten“ rhetorik des chefred nichts anfangen. für so eine argumenationsstrategie wäre ich früher sitzen geblieben.

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here