Danny Brown – Detroit State Of Mind (Doku)

Die Kollegen von Pitchfork.tv haben ihre Kameras und Mikros eingepackt und sind an einen der wohl trostlosesten Schauplätze dieser Erde gedüst. In eine Industriestadt mit exorbitant hoher Arbeitslosenquote, deren Winter einen zutiefst ungemütlichen bis lebensfeindlichen Anschein machen und die nüchterne Beschreibung der Randbezirke "Field field, field, house / Abandoned house, field, field" als vollkommen ausreichend erscheint, um Nicht-Ortskundigen einen authentischen Eindruck der lokalen Gegebenheiten zu vermitteln.

Detroit, die Metropole am Eriesee und mit einer knappen Million Einwohner elftgrößte Stadt der USA, steht aber für weitaus mehr, als die Romantisierung von Tragik und Vergänglichkeit. Die Detroiter Musikszene setzt seit Jahrzenten genreübergreifend Trends und nimmt Einfluss auf die weltweite Entwicklung von musikalischem Output – ganz gleich, ob im Bereich des Techno, HipHop oder Hardcore Punk.

Unser authentischer Lieblingsjunkie und begnadeter Hipsterrapper mit dem ansteckendsten Lachen der Welt – Danny Brown – ist ein stolzer Sohn der Stadt. In der Minidokumentation "Detroit State Of Mind" öffnet er uns wie selbstverständlich die Pforten zu seinen heimischen vier Wänden, stellt uns seine Familie vor, nimmt uns mit zu benebelten Studiosessions oder dessen Performance beim Dilla Day in der Fillmore Detroit. Wir erfahren, dass sein Bruder für die unsäglich grässlichen Haarschnitte Dannys verantwortlich ist, oder dass er gerade an seinem "group thing" Bruiser Brigade werkelt. Und natürlich können wir uns ein genaues Bild vom Danny Brown'schen Vollzeit-Delirium-Lebenswandel machen. Der in seinem musikalischen Schaffen stark durch die Detroiter Technoszene und der DJ-Tätigkeit seines Dads inspirierte Künstler ist einfach "just fuckin' happy" mit allem und lässt uns in einem kleinen, aber vielsagenden Einblick an seinem eher, naja, unkonventionellen Leben teilhaben. Eine sehr feine Sache.

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