Start Blog Seite 918

Nimo – Heute mit mir (prod. PzY)

0

Nimo hat ein Auge auf deine Freundin geworfen. Also macht sie sich einen schönen Tag mit Nimo und seiner Kohle und scheißt auf dich. Zumindest wenn man seinem neuen Song „Heute mit mir“ glauben darf, der in sommerlichem – und langsam ziemlich ausgereiztem – Afrotrap-Outfit daherkommt. Für das zeichnet PzY verantwortlich.

„Heute mit mir“ ist bisher lediglich über Spotify streambar und stammt von Nimos kommendem Album „KiKi“. Das erscheint am 16. Juli als Nimos Debütalbum und ist nach dem Mixtape „Habeebeee“ das zweite Release des jungen Leonbergers.

Hier anhören: Nimo – Heute mit mir

[amazon box=“B06Y5XHSW6″]

Nimo – Michelangelo (prod. Veteran) [Video]

Rap nicht erfunden, doch weiterentwickelt.

Posted in Sound und Video | Tagged , , , | Leave a comment

Bushido und Kollegah: Eskaliert ist nur die Berichterstattung

6

Glaubt man bestimmten Medien, dann kam es am vergangenen Samstag in München zu einer riesigen Eskalation nie gekannten Ausmaßes: „Es ist passiert!“ tönte ein bestimmtes Rapmedium mit recht hoher Reichweite, und man konnte das weggelassene „endlich“ geradezu hören:

„Nachdem es bereits vor Monaten die Ankündigung gab, dass der Beef zwischen Kollegah und dem EGJ-Camp auf dem heutigen Festival in München geklärt werden würde, ist es anscheinend eskaliert!“

Inzwischen ist vor allem eins klar: Egal, was da nun am Samstag genau passiert ist, eskaliert ist vor allem mal wieder eins. Und das ist die Berichterstattung über Deutschrap.

Sensationsgeilheit ist noch ein mildes Wort, um zu beschreiben, was da Samstag Abend los war. Nicht auf dem „HipHop bewegt“-Festival in München, wo sich Kollegah mehreren Handy-Videos zufolge mit Arafat Abou-Chaker unterhielt.

Worüber die beiden gesprochen haben, ist nur ihnen und ihren Begleitern bekannt. Es ist auch davon auszugehen, dass es sonst niemanden etwas angeht – gerade weil die Stimmung zwischen den beiden durchaus angespannt zu sein schien.

Das aber interessiert Teile der Rapmedien einen Scheißdreck. Nachdem es vor einigen Wochen im Netz gegenseitigen Sticheleien zwischen EGJ einerseits und Kollegah andererseits gegeben hatte, war nun scheinbar – endlich! – die herbeigesehnte Eskalation da.

Dass es sich dabei nur um ein Gespräch handelte – egal! Eskalation ist, was man Eskalation nennt. Deutschrapmedien berichten nicht über Fakten, sie schaffen selber welche.

Es ist ein weiterer trauriger Tiefpunkt. Die Rapseite mit der größten Reichweite hat nichts besseres zu tun, als vermeintliche Eskalationen herbeizureden. Ein stetig wachsendes, gelangweiltes Publikum, das sich für Musik höchstens am Rande interessiert, sitzt 24 Stunden vor dem Bildschirm und wartet auf Sensationen. Das will bedient werden. Verantwortung? Hahaha, come on. Von Journalismus sowieso nicht zu reden, aber das ist ja nichts neues.

Alles nicht so schlimm? Alles nur Entertainment? Wenn es so wäre, schön und gut. Ist es aber leider nicht. Durch die ständig weiter eskalierende Berichterstattung erhöhen Rapupdate und andere Medien den Druck auf alle Beteiligten – bis irgendwann wirklich mal was passiert. Und das kann allerdings wohl kaum der Sinn und Zweck von Berichterstattung sein.

Video: Genetikk – Trill

0

Vor etwa einem halben Jahr, im Dezember 2016, erschien Genetikks aktuelles Album „Fukk Genetikk“. Jetzt gibt es überraschend noch ein Video aus dem Album. Der Song „Trill“, eine der ruhigsten Anspielstationen des Lanspielers, wurde mit einem POV-Video veröffentlicht. Der smoothe Beat wurde – wie sollte es anders sein – von Sikk, dem Produzenten des Duos, produziert.

[amazon box=“B01LZEAJGB“]

Review: Genetikk – Fukk Genetikk

  „Fukk Genetikk“. Wer den Titel liest, könnte meinen, hier hätte sich mal wieder jemand mit mangelhaften Orthografiekenntnissen auf Twitter über Genetikk ausgelassen. Das Kollektiv nennt ihr mittlerweile viertes Studioalbum aber selbst so. Eine Abrechnung mit sich selbst, eine Auseinandersetzung mit dem eigenen künstlerischen Schaffen? Oder stammt das in roten Lettern an das Cover gesprühte […]

Posted in Reviews | Tagged , , , , | 1 Comment

Mit Taktlo$$ und Frauenarzt am Schießstand: Skinny in Gefahr #4

0

Skinny geht immer dahin, wo’s wehtut bzw. andere sich nicht trauen. So traf er Frauenarzt und Taktlo$$ anlässlich ihres gemeinsamen Albums „Gott“ am Schießstand.

Dort testete er gemeinsam mit den beiden Berlinern sowie dem Schießlehrer Carsten seine Skills an den Knarren aus. Wer dabei wie abschneidet – zieh es dir rein!

https://www.youtube.com/watch?v=EPUdZ2yOg7Y

[amazon box=“B06XP6HN9Q“]

Azad – Nach vorn feat. Calo (prod. Aribeatz) [Video]

Azad geht nach vorn – mit den Jungs. Musikalisch beweist er auf seiner zweiten Auskopplung aus „NXTLVL“, dass er die aktuellen Entwicklungen nicht verschlafen hat.

Und so schmettert Calo die Autotune-geschwängerte Hook auf den von Aribeatz geschraubten Beat. Azad macht aber, was er immer macht: Hart abliefern.

[amazon box=“B06XGSNFF3″]

Azad kündigt neues Album „NXTLVL“ für Juli an

Azad im nächsten Level.

Posted in News | Tagged , | Leave a comment

AL Kareem – Frieden (prod. morten)

0

AL Kareem ist auf der Suche nach Ruhe und „Frieden“. Geht aber leider nicht. In für Kareem, der ansonsten als Mitglied von Witten Untouchable in Erscheinung tritt, außergewöhnlich zeitgeistigem Soundgewand kommt sein neuer Song „Frieden“ daher, der samt Video am Start ist. Für den 808-lastigen, minimalistischen Beat zeichnet morten verantwortlich.

Ob der Song als Vorbote für ein Release von Kareem dient, ist nicht bekannt. In den einschlägigen Onlinestores ist „Frieden“ lediglich als Single erhältlich.

KC Rebell & Summer Cem feat. Hamza – Outta Control

0

KC Rebell und Summer Cem halten es weiterhin tanzbar. Mit Autotune-Hook von Sänger Hamza und melodischem Beat geht es beim neuen Song „Outta Control“ , der auf Spotify zum Stream zur Verfügung steht, weiter auf dem bisher eingeschlagenen Weg.

Das gemeinsame Album „Maximum“ erscheint am 16. Juni. Zuletzt erschienen die Videos „Tabasco“ und „Murcielago“. Auch da erkennt man: Es wird clubbig-sommerlich und man scheut sich nicht davor, aktuelle Trends mitzunehmen.

[amazon box=“B06Y69D3T5″]

Kilez More – Alchemist (Review)

33

Kilez More ist ein Ende 20-jähriger Wiener Rapper, dessen Musikvideos teilweise mehrere hunderttausend Klicks haben und der in sozialen Netzwerken wie Facebook über eine relativ große Anhängerschaft verfügt. Man könnte sich also fragen, warum deutsche Rapmedien selten bis gar nicht über ihn berichten. Wir (OG Pressure und Frank Hemd) haben uns der Sache einmal angenommen und uns mit Kilez More und seinem neuen Album „Alchemist“ auseinandergesetzt, welches heute erschienen ist.

Für all die, denen der ambitionierte Österreicher bisher unbekannt geblieben ist: Kilez More macht Musik, die er selbst als „Wikileaks auf Beats“ oder eben „Truthrap“ bezeichnet. Außenstehende, die nicht gerade Fans seines Schaffens sind, beschreiben ihn hingegen eher als Verschwörungstheoretiker. Sein erklärtes Ziel: Durch seine Musik eine Revolution starten, die den Menschen hilft, die Wahrheit hinter den global verbreiteten Lügen der kapitalistischen Machthaber zu erkennen. Er meint es also gut.

Dieses Ziel verfolgt er, indem er in seiner Musik genau die Wahrheiten an- und aussprechen möchte, die uns angeblich vorenthalten werden. Auf seinem neuen Album „Alchemist“ entwirft er dafür einen Superhelden – den „Alchemisten“ – der über die Superkraft verfügt, alle Lügen zu enttarnen und die Menschen mit dem Wahrheits-Virus zu infizieren.

Doch zuerst: Was passiert auf diesem Album aus musikalischer Sicht? Kilez More bewegt sich auf synthetischen, teilweise orchestralen Beats, denen im Unterbau allerdings Textur fehlt. Es sind in etwa die Sorte Beats, für die man Kollegah jahrelang kritisiert hat – allerdings in (noch) weniger gut. Das Klangbild der Instrumentals ist steif, altbacken und kann in seiner unbeholfenen Machart auch nicht als gewolltes Retro-Stilmittel durchgehen.

Die Flows vom Alchemisten geben ein ähnlich archaisches Bild ab. Lange Reimketten werden in druckvoller Weise vorgetragen, wobei der Stimmeinsatz aber wenig ausgefeilt ist und die Stimme zu dünn und etwas penetrant klingt. In Gesangshooks, wie bei „Lasst die Kinder frei“, wird deutlich, dass er auch nicht der beste Sänger ist.

Alles in allem ist der „Alchemist“ ein Album, das auf musikalischer Ebene maximal solide, aber unter keinen Umstände mehr als etwas überholte Laienmusik ist. Aber natürlich gibt es noch die Texte – und damit kommen wir zum spannenderen Teil des Werkes.

Es geht um nicht weniger als Widerstand. Kilez More zeichnet eine durch und durch schlechte Welt: Das System ist von innen verseucht – Kinderarbeit, Lügenpresse, nationale Grenzziehungen, globale Superkonzerne und natürlich eine nicht näher definierte „Finanzelite“ sind Teil des Übels, um ein paar Beispiele zu nennen. Die Ottos und Annas Normalverbraucher funktionieren als Teil dieses repressiven Systems, das sie um die Wahrheit betrügt und Schein und Herrschaft durch ein Lügengeflecht aufrecht erhält. In dieser Dystopie kämpft der Alchimist für Frieden, Freiheit, Menschenrechte.

Dabei stellt er sich wenig glaubwürdig als Aufklärer da, während er bereits bekannte Tatsachen zu scheinbar sensationellen Enthüllungen emporhebt:
Es gibt korrupte Politiker! Die Wirtschaft ist auf Profit aus und handelt nicht ausschließlich nach humanen Werten! Im Krieg gibt es Kriegsverbrechen! McDonalds ist ungesund! Ja, das ist alles wahr, aber im Jahr 2017 keine Neuigkeit, sondern eher altbekannter Schnee von gestern. Der Alchemist überschätzt an dieser Stelle sowohl seine Funktion als auch die Exklusivität seiner „Wahrheiten“.

Kilez More zeichnet also erst einmal ein Bild unserer Welt, das im Großen und Ganzen der Wahrheit entspricht – und für den kritischeren Teil des Bildungsdurchschnitts der Industrienationen mittlerweile eigentlich zum geistigen Allgemeingut gehört. Allerdings bleibt es nicht dabei, denn der Alchimist driftet inhaltlich immer wieder in angeblich obskure und okkulte Verstrickungen der „Machteliten“ ab.

Unter diese vermeintlich enttarnten Machenschaften mischt Kilez More dann immer wieder wie beiläufig Behauptungen, die gemeinhin als Verschwörungstheorien bezeichnet werden. So heißt es in „Hallo Welt“: „Ja, sie zelebrieren in den Tempeln ihre Riten, ist nicht weg zu diskutieren, […]“ Oder im Song „Intro“: „Meine Stimme […] lässt die Pyramide zittern“. Auch bei „Mediale Kugeln“ ein Song, der seine Kritik an den Medien zum Ausdruck bringen soll, entfernt er sich vom Boden der Tatsachen. Mit Aussagen wie „Sie wollen den Verstand verpesten, zwischen den normalen Menschen Hass und Kämpfe anzuzetteln“ schießt Kilez weit über das Ziel hinaus. Sein gut gemeinter Ansatz artet durch wüste Unterstellungen in Unglaubwürdigkeit aus.

Die Positionen des Alchemisten zeugen überdies oft von genau jenem Schwarz/Weiß-Denken, das er selbst den Medien vorwirft und das in fehlender Objektivität und Voreingenommenheit gipfelt. So dient der „Westen“, allen voran die USA, als Feindbild, welches brandschatzend und mordend durch die Weltgeschichte zieht, während Russland unter Putin zwar auch nicht ganz perfekt ist, sich aber lediglich in der Opferrolle widerfindet („Leben und Tod des Imperialismus“).

Ein weiteres Problem ist seine Doppelmoral. Auf der einen Seite zeigt er sich systemkritisch bis -feindlich; klagt die öffentlich-rechtlichen Medien an, ein Teil der „Natopresse“ zu sein und den Rezipienten ihre Meinung aufzuzwingen, während wichtige Wahrheiten verschleiert würden („Mediale Kugeln“). Auf der anderen Seite gibt ein RT Deutsch ein Interview – einem vom russischen Staat finanzierten Auslandssender, der sich nicht einmal groß die Mühe gibt, seine komplett einseitige Pro-Kreml-Propaganda zu kaschieren – womit der Sender eigentlich ein gefundenes Fressen für Kilez Mores Pressekritik wäre.

Kurzum: Kilez More ist ein gescheiter junger Mann mit durchaus guten Absichten. Er engagiert sich für die Verbesserung der Welt und hat mit einigen seiner Kritikpunkten absolut recht. Das Dilemma ist: Er verrennt sich in unbegründeten Übertreibungen und Vereinfachungen seiner Inhalte, die zu einer unrealistisch verkürzten Kapitalismuskritik mit einem Schuss Okkultismus-Geraune führen, und vergisst dabei leider konkret zu sagen, wie er sich jenen Wandel des Systems und die Verbesserung der Welt genau vorstellt. Der Alchemist will als Anführer in eine wahre, gute Welt führen, ohne dabei zu erklären, wie diese Welt eigentlich genau aussieht und vor Allem welcher Weg dahin führt.

Ein steter Nebel des Verschwörerischen, Geheimen, Übermächtigen und Übergroßen zieht sich durch sein Werk und überdeckt das ambitionierte und kritische Fundament. Kilez More kann in keine neue Welt führen – er lebt und denkt in einer, die eher einem Dan Brown-Roman als der Realität entspricht. Es gibt somit auch neben der wenig überzeugenden Musik gute Gründe dafür, dass er in den Rapmedien keine Aufmerksamkeit erfährt – ein dreimal verschlüsselter Geheimplan der Bilderberger/Illuminaten/Linkshänder steckt eher nicht dahinter…

OG Pressure und Frank Hemd

[amazon box=“B06WVB81PS“]

Featured