„Do You Want More?!!!??!“ fragten The Roots uns vor einigen Jahren. Wie unsere Antwort lautet, ist wohl klar: wir wollen mehr! Vor ein paar Monaten erst veröffentlichten sie „Phrenology“, nun stehen die Jungs aus Philadelphia schon wieder im Studio und arbeiten am nächsten Album, welches 2004 erscheinen soll. Hierfür nahmen Amir „?uestlove“ Thompson, Black Thought, Kamal und Hub noch einen weiteren Musiker, den Gitarristen Kirk Douglas; mit in die Band auf. Laut ?uestlove wird das kommende Album wahrscheinlich „The Tipping Point“ heißen. Ein Grund hierfür: „The band members are still seeking to take their career to that next level.“ Außerdem ist dies der Titel eines Buches von Malcolm Gladwell über die Entstehung von modischen und sozialen Trends. Auf der Wunschliste der Features stehen unter anderem John Mayer, Macy Gray und Nas. Man darf sich also schon jetzt auf „The Tipping Point“ freuen.
Patrice auf Tour
Am 30.11 geht Patrice auf Tour. Nachdem die Konzerte der letzten 12 Monate ausverkauft waren, werden die kommenden Gigs, mit seiner Shashamani Band, das Publikum sicher ein weiteres Mal begeistern. Zudem es sich dieses Mal nicht einfach nur um eine weitere x-beliebige Tour handelt – Patrice wird seine Musik unplugged zum Besten geben! Außerdem erscheint am 15.09 die „Silly Walks meets Patrice“ EP. Die Zusammenarbeit war durch das Patrice Feature „Mind Slaves“ für das Silly Walks Debüt zustande gekommen. Die Kollabo scheint beide Seiten begeistert zu haben und vielleicht darf man sich in Zukunft noch mehr in dieser Richtung erhoffen.
Solo-Debüt von And. Ypsilon
And. Ypsilon hat sein Solo-Debüt fast fertig gestellt. Damit gibt es nun endlich auch von dem Produzenten der Fantastischen Vier ein Solo-Album.
Genannt hat Andy sein Werk „Y-Files“. Wie wir von Four Music erfahren haben, wird die LP in diesen Tagen fertig gemastert und steht dann am 03.11 in eurem Plattenladen. Gerade rechtzeitig um den kalten Winter zu erhellen, auch wenn inzwischen über zehn Jahre vergangen sind, als es hieß: „Lass die Sonne rein“. Am 13.10 könnt ihr euch mit der ersten Single „Test Tube Baby“ schon mal einen Vorgeschmack auf Andys musikalische Experimente in eure Plattensammlung stellen. Dig it!
Beginner rulen als „Blast Action Heroes“!
Die Beginner sind auf Platz EINS in die Deutschen LP Trendcharts eingestiegen. Das bedeutet, dass gestern in ganz Deutschland keine Platte öfter als „Blast Action Heroes“ verkauft wurde. Boom! Da sage noch einer, deutscher HipHop sei tot, und gehe nicht mehr über die Ladentheke. Die Beginner haben uns gerade eines Besseren belehrt. Wer wissen will, was sie selbst über ihren Release zu erzählen haben, kann sich unser Interview durchlesen – Viel Spaß.
Gentleman Live Album
Am 08.09 wird das Doppel-Album „Gentleman & The Far East Band Live“ erscheinen. Zusätzlich können sich alle, die noch nie in den Genuss kamen, Gentleman Live zu erleben, mit der neuen DVD von seiner Performance überzeugen. Auf dieser wird ein, im Frühjahr in Köln, aufgenommenes Konzert zu sehen sein, während dem nicht nur die bekannten Songs, sondern auch Solo Lieder der Background-Sängerinnen Tamika & Mamadee, von Matthias und Special-Guest Daddy Rings zum Besten gegeben wurden. Die Anschaffung lohnt sich sicher, wenn man bedenkt, dass die Riddim-Leser Gentleman zum besten Live-Act 2002 kürten. More love.
MTV Video Music Awards 2003
Gestern fanden die MTV Video Music Awards 2003 statt. Viele Trophäen wurden verteilt, viele Dankesreden gehalten. Chris Rock überschritt mit seinem Humor die Schmerzgrenze, und landete einen Treffer weit unterhalb der Gürtellinie, als er zum Besten gab, Paula Abdul wäre genauso gut für die Beurteilung von Sängern geeignet wie Christopher Reeve in die Jury eines Tanzwettbewerbes passen würde.
Missy Elliott gewann in den Kategorien Video Of The Year und Best HipHop Video mit „Work it“ ihre lang ersehnten Awards. Auch die restlichen HipHop-Anwärter kamen nicht zu kurz. So konnte Beyoncé für „Crazy in Love“ die Awards für Best Female Video, Best R&B Video und Best Choreography In A Video als weitere Solo-Erfolge verbuchen.
Eminem vervollständigte mit Best Video Of A Film für „Lose your self“, wie zu erwarten, den Erfolg seines Film-Debüts „8 Mile“. Sein Schützling Fitty fand als neuer Shooting-Star mit „In Da Club“ in den Kategorien Best New Artist und Best Rap Video seine volle Bestätigung. Damit mussten Busta Rhymes, Nelly und Kelly, beautiful Snoop, Ashanti und R. Kelly mit leeren Händen den Weg ins traute Heim antreten. Auch bei „The Seed 2.0“ von The Roots feat. Cody Chesnutt und „Come Close“ von Commen und Mary J. Blige blieb es bei der Nominierung für den MTV 2 Award. Schließlich mussten sich auch Diva Jennifer Lopez und „Ghetto Superstar“ Mya, Nas, Ludacris, B2K und ihr Mentor P. Diddy sowie Sean ’get busy’ Paul mit ihrer Nominierung zufrieden geben. Puuh, jetzt wären alle HipHop-Anwärter und glücklichen Sieger genannt worden. Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass Justin Timberlake sich in Zukunft mit den Awards für Best Male Video, Best Dance Video und Best Pop Video rühmen kann, denn bei der Größe, die das HipHop-Biz angenommen hat, gehört Mr. ‚N Sync ja weitestgehend auch dazu. Außerdem lohnt es sich noch hinzuzufügen, dass der Aaliyah gewidmete Song „Miss You“ sich nicht behaupten konnte. All den Gewinnern und stolzen Preisträgern stahl letztendlich Madonna die Show, als sie, während ihrer Performance mit Britney Spears und Christina Aguilera, anfing mit ihren Mitstreiterinnen auf der Bühne zu knutschen. Vorhang zu bis zum nächsten Mal…
Defari – Odds & Evens
Defari Heirut – zu deutsch „der königliche Sohn Gottes“ – ist einer jener Artists, die damals, Mitte der 90er Jahre, ein völlig neues Bild vom Westcoast HipHop prägten, das sich nicht durch aufgesetztes Gangstagehabe auszeichnete.
Als 1997 seine Burner 12″ „Bionic“ erschien, zweifelte kaum jemand an seinen Worten: „Defari here to lock shit down“.Ein gutes Jahr später folgte dann endlich sein Debütalbum „Focussed Daily“ auf TommyBoy Records, und man merkte sofort, dass der ehemalige Highschool-Lehrer mit dem Herzen dabei war, dass er mehr wollte, als einfach „nur“ eine Platte zu veröffentlichen.Leider sah die Kundschaft das anders, und „Focussed Daily“ wurde, als eines der besten Alben der späten 90er, gerade 60000 mal verkauft.Bei Dre’s „Chronic 2001“ war Fari auf „Some L.A. Niggas“ vertreten, was er laut Interviews persönlich als extrem wichtig empfunden hat, um seinen Bekanntheitsgrad auf der Straße zu steigern.
2003, also 5 Jahre und mehrere Labelwechsel später, erscheint endlich der langerwartete Nachfolger „Odds & Evens“. Gute Aussichten?Leider nicht ungetrübt.
Schnell wird dem Hörer klar, dass Defaris Idealismus während der Querelen der letzten Jahre irgendwo auf der Strecke geblieben sein muss.Sicher, er hat immer noch die gleiche dope Stimme, und auch sein Flow ist noch vorhanden, aber technische und textliche Geniestreiche, wie sie auf „Focussed Daily“ en masse zu finden waren, sucht man oft vergeblich.
Auf „Odds & Evens“ beschränkt sich Defari inhaltlich zu oft auf die Standard-Themen, sprich: Wack-MCs, Alk, Weed & Bitches. Heute kommt er in deine Stadt, und fuckt shit up. Das passt nur nicht so wirklich zu ihm.
Und vielleicht ist das auch der Grund, warum es bei ihm leider weniger unterhaltsam ist, als wenn andere MCs die gleichen Themen behandeln.Vielleicht liegt es daran, dass manche der Hooks auf „Odds & Evens“ nicht sehr gelungen sind. Bestes Beispiel hierfür ist ironischerweise der Song „Hooks“, in dem Fariäußert: „U wanna know what keep pissin me off, pissin me off, it´s all ya hooks“. Auch „Los Angelinos“, „Slumpy“ oder „Cold Pieces“ fallen in diese Kategorie.
Vor allem ist es wohl Defaris eigentlich sehr ernsthafte Art zu rappen, die das Album im Zusammenspiel mit dem Inhalt teilweise unausgewogen und stellenweise sogar langweilig wirken lässt.Denn im Gegensatz zu den Werken einiger anderer Rapper, die ähnliche Themen haben, ist „Odds & Evens“ weitestgehend frei von jeder auflockernden Ironie, so dass es einem teilweise schwer fällt, wirklich konzentriert zuzuhören.
Dennoch soll hier nicht der Eindruck entstehen, als handele es sich um ein durchgängigschlechtes Album.Die Produktionen von Babu, Evidence und E-Swift sind durchweg erfreulich.Und die Songs, auf denen ernsthaftere Themen angesprochen werden (Behold my Life, For the love), zeigen, welche Qualitäten in „Odds & Evens“ stecken. Leider eben nicht genug davon, um als Klassiker in die Geschichte eingehen zu können.
Auf dem Titeltrack Odds & Evens, rappt Defari in einem unglaublich relaxten style: „Young killas running wild like they ain´t got no mom, and if they do, their mom must got some problems, and if she don´t, then why all the ghetto violence, the kids be involved in other brother´s dying, so me I just observe with cool silence“.Warum nicht mehr davon, wo es doch so schön ist?Auch „Diamonds in the Rough“ ist ein guter Track, zum einen für ein Mixtape für die Freundin, zum anderen, weil es erahnen lässt, dass Defari die Storytelling- Fähigkeiten, die er auf „These Dreams“ oder „Checkstand 3“ unter Beweis stellt, noch nicht verloren hat.Darüber hinaus hat „Spell my name“ das Zeug zum (HipHop-)Club Hit, der Beat bumpt fast so, als hätte Dre persönlich Hand angelegt.
Insgesamt handelt es sich bei „Odds & Evens“, aus den oben genannten Gründen, aber nicht um viel mehr als ein durchschnittliches Album.Man hört Defaris Underground-Herz, man hört aber auch, dass er versucht, mainstreamorientierte Hörer zu gewinnen, und der dadurch entstehende Eindruck der Uneinheitlichkeit trübt den Hörgenuss.Von einem Mann mit Defaris außerordentlichen Qualitäten hätte man es eigentlich besser erwarten können und dürfen.
Blumentopf feat. Smudo – Better life GmbH
München. Eine Großstadt im Jahr 2003, Menschen sind emotional kalt, niemand interessiert sich für die Belange eines anderen. Doch halt, da tauchen die fünf Münchner Kung Schu, Holunder, Specht , Master P. und DJ Sepalot, auch bekannt als Blumentopf, mit der Vorabsingle zu ihrem im September erscheinenden Album Gern geschehen auf. Die Better life GmbH, auf der sie, mit ihrem Geschäftspartner Smudo im Schlepptau, eine Telefonhotline eröffnen, um armen verzweifelten Seelen zu helfen.
Da wird dem gescheiterten Flirtgott empfohlen, sich einen Hund anzuschaffen, diesen Martin Luther King zu nennen, um die Frauenwelt dazu zu bringen, ihm zu Füßen zu liegen, oder dem Partymuffel die entscheidenden Tipps gegeben, wie er zu einem absoluten Partylöwen mutieren kann.Auf dieser Single sind zwei Tracks enthalten, Better life GmbH Teil 1 und Teil 2, wobei sich der erste Rappart am Ende des zweiten Teils noch mal wiederholt und ich drei unterschiedliche Rapparts plus einer Hook, selbst für eine Single, etwas mager finde.
Alles in allem liegt hier jedoch musikalisch und inhaltlich wieder ein absoluter Ohrenschmaus für alle Blumentopf-Fans vor, welcher einem sicherlich das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zaubert.




