„The Documentary“ verkauft sich prächtig. Zur Zeit sind bei den Amys über eine Million Platten verkauft worden, das heißt für The Game – Platin. Jay Z scheint das nicht so zu gefallen. Er war mit ein paar Roc-A-Fella Jungs bei Hot97 und gab dort ein Interview. Er warnte The Game davor, weiter auf Tracks Jigga und Roc-A-Fella anzugreifen und keinen Respekt zu zeigen. Wenn das nicht aufhört wird Jay ihm jede Tür im Biz zunageln. Ob The Game sie dann wieder auftreten wird, werden wir ja merken.
BVC Part IV: Fettes Brot alongside Emanuela
In wenigen Stunden werden nun auch Fettes Brot Raabs ihrem Stefan ihren Beitrag zum Bundesvision Song Contest – „Emanuela“ – vorstellen. Die Single soll zwar erst am kommenden Dienstag, besser bekannt als der Valentinstag, zu kaufen sein, dennoch wird sie zwei Tage vorher schon einmal zur Schlacht um die fittesten Musikinterpreten und das fitteste Bundesland – in diesem Fall handelt es sich um Schleswig-Holstein – antreten. Heute läuft der Track nun also zum ersten Mal im TV und lässt hoffen, dass die Brote in der Zwischenzeit wieder zu alten Formen zurück gefunden haben!
Rene enthüllt exklusiv – ohne Rücksicht auf Verluste!
Die deutsche HipHop-Szene entwickelt sich allmählich zu einem riesigen Haifischbecken. Es wird abgerechnet, verraten und verurteilt was das Zeug hält. Jeder schießt auf jeden und kassiert die Revanche. Dabei heraus kommt eine Ansammlung derbster Lyrik, wüster Beschimpfungen und Anschuldigungen – teilweise mit Hand und Fuß, teilweise ohne. Nun meldet sich einer zu Wort, der in der Vergangenheit durchaus auch hat einstecken müssen, sehr wohl aber auch die Lizenz zum Austeilen hat: Reen a.k.a. MC René.
Es ist kein Zufall, dass Reen seinen Platz findet auf der Juice-Special Issue-Classic-DVD, schließlich gehört er bereits seit über einem Jahrzehnt zum deutschen HipHop-Geschehen wie die Farbe an die Hände von Graffiti-Artists!
Und während draußen der Krieg tobte, saß Reen im stillen Kämmerlein, fletschte die Zähne und schrieb Zeilen für 15 Minuten Flash einem für Rene typischen War-Format. Dabei herausgekommen ist die „Enthüllung“, ein Eimer kaltes Wasser für die Gesichter seiner Hater.
Rene selbst zur Lage der HipHop-Nation: „Viele in der HipHop-Szene werden sich von der Enthüllung angesprochen und angegriffen fühlen. Alles, was ich in diesem Lied preisgebe, ist genauso gemeint, und ich werde keine meiner Aussagen – weder jetzt noch in Zukunft – zurückziehen oder mich dafür bei irgendjemandem entschuldigen oder rechtfertigen!“
Checkt hier als Appetizer exklusiv eines von insgesamt fünf Kapiteln aus Reen´s HipHop-Leben, bevor am Samstag die komplette „Enthüllung“ auf rap.de ihren Lauf nehmen wird.
In Kürze soll es außerdem eine Tracksammlung René´s in Form einer EP geben, und eine Split-Single – „Die Enthüllung / Reens Welt“ – in einer tausender Vinyl-Auflage. Mehr Infos zu diesen VÖs und Marraca$h Music, das Label hinter Reen, findet ihr auf www.reenworld.com.
Plan B & Maeckes – Dayz Of The Championz
Hier kommt Stuttgarts Next Generation. Hier kommen zwei sehr unterschiedliche MCs, die bereit sind, das deutsche Rap-Game neu aufzurollen. Ohne Zweifel zwei Talente, die sich an keine Regeln halten wollen und somit ein in A- und B-Seite gesplittetes Album abliefern, bei dem jeder der beiden mit je 9 Tracks an den Start kommt. Jeder auf seine Art, mit seinem Style und seinen Themen läuten die geheimen Newcomer 2004 die Dayz Of The Championz ein. Durch diese Teilung sucht man etwas vergebens nach einer Einheit, einem roten Faden, der sich durch das Album zieht. Es sind eben die Gegensätzlichkeiten der beiden MCs, die sich dadurch gut ergänzen und die beiden Teile dennoch miteinander verknüpfen. Nicht zuletzt geschieht dies auch durch die beiden Teile von „Dayz Of The Championz“, die sich jeweils auf einer „Seite“ befinden, und den Anstoß für das gemeinsame Album gegeben haben. Mit dicken Beats und gewagten Lines fühlen sie sich „1 Nummer Größer“, zeigen aber zugleich, wie gut sie harmonieren.Plan B, der mit seiner markanten Stimme zuletzt als Back-Up Mc von Franky Kubrick fungierte und mit ihm durch die Lande zog, überzeugt trotz seines jungen Alters mit durchdachten Texten und Punchlines, die nach vorne gehen. So will er mit einem „Song“ zusammen mit Franky Kubrick HipHop wiederbeleben. Er macht sein eigenes Ding mit voller Kraft voraus und schickt alle anderen ins Aus („Macht euch aus dem Staub“). Er rappt um zu entertainen, indem er sowohl in Partytracks wie „Weekend“ als auch bei deeperen Themen wie in „Keine Sonne“ versteht, sich mitzuteilen.Maeckes hat in der Vergangenheit bei diversen Freestylebattles für Aufsehen gesorgt, und beweist mit seinem Teil des Albums, dass er auch inhaltlich gute Texte fabrizieren kann, denn diese sind eher nachdenklicherer Art. Er schreibt auf, was er denkt und verpackt die Texte in eine melodiöse und ruhigere Stimmung wie in „Die Gedanken sind freier“ oder „Alles ist vorbei“. Man darf jedoch auch keine Depri-Stimmung erwarten. In den Songs wird man zum Rebellieren aufgefordert; stets mit Weg und Ziel vor Augen, wird man nicht runtergezogen, sondern mitgerissen, sein Schicksal selbst in die Hand zunehmen und zu ändern, was zu ändern ist. Der Großteil der Beats stammt von DJ Peerless, der die Jungs auch als Live-DJ unterstützt. Von ruhigen melodiösen bis hin zu clubtauglichen Bangern ist alles vertreten und auf die jeweiligen Themen der Mcs abgestimmt.Ein gelungenes Debüt der Stuttgarter, von denen man sich noch einiges hören wird.
RZA – Mutter seiner Tochter will mehr Unterhalt
Das Mütter alles für ihre Kinder tun, ist schon seit Urzeiten bekannt. Nun will Jamie Summers, die Mom der 4 jährigen Tochter des Wu-Tang Head RZA, alles für ihre Kleine und wird am Valentinstag, dem Tag der Liebenden, gegen RZA vor Gericht ziehen. Sie möchte, dass RZA mehr Unterhalt für seine Tochter Rahindia zahlt und einen Teil seines Vermögens an sie abgibt. Summers: „Ich geh zur Schule und arbeite und ich bin alles andere als ein ‚Gold-Digga‘! Ich will einfach nur, dass meine Tochter das erhält, was ihr zusteht: einen fairen Anteil an RZA’s Vermögen. Ich meine, ich liebe und respektiere RZA immer noch und ich wünschte mir, dass unsere Beziehung gehalten hätte. Aber es ging zu Ende und ich muss an meine kleine Tochter denken! Ich hätte das gerne außergerichtlich geregelt, aber es ging nicht und um Himmels Willen, Rahindia ist sein Fleisch und Blut!“ Ob es Jamie bei dieser Sache wirklich nur um ihre Tochter geht?!
R. Kelly – neues Album kommt
R. Kelly stoppt so schnell nichts. Trotz der immer wieder aufkommenden Anschuldigungen, er hätte Sex mit Minderjährigen, sitzt er im Studio und Recorded bis nichts mehr geht. Er arbeitet zur Zeit an seinem neuesten Album, welches noch unbetitelt ist. Die erste Single dieses Albums heißt auf jeden Fall „Sex In The Kitchen“ und soll so heiß sein, dass man sich beim hören die Ohren verbrennt. Neben seinem eigenen Shit unterstützt er unter anderem auch Syleena Johnson und Charlie Wilson bei der Fertigstellung ihrer Soloprojekte. Wann Kelly´s „No Name” Platte released wird steht noch in den Sternen.
Tracy Davis Geht für 12 Jahre in den Bau
Tray Davis, der Grunder von Tha Eastsidaz und Homie von Snoop, wurde zu 12 Jahren Knast verurteilt. Deee soll an einer Schießerei beteiligt gewesen sein und auf ein fahrendes Auto zwei Schüsse abgegeben haben. Den Geschworenen reichten ein paar Zeugenaussagen um Tracy Davis am Mittwoch letzter Woche schuldig zu sprechen.
Sage Francis – A Healthy Distrust
Es ist nicht ganz so einfach Sage Francis zu beschreiben. Vielleicht, weil man nicht so genau weiß, wo man anfangen soll. Der heute 27jährige, aus Rhode Island stammende MC hat sich seinen Status redlich verdient. Seinen Status als ein grandioser Lyriker und Spoken Word Artist, als ein zu fürchtender Battle-Rhyme MC, als Radio Moderator oder als sein eigener Tour Manager.
Aber der Reihe nach. Paul Francis, wie Sage mit bürgerlichem Namen heißt, begann im zarten Alter von acht Jahren zu rappen. Beeindruckt von Künstlern wie Run DMC und besonders Chuck D & Public Enemy, baute Sage seine Rapskillz genauso kontinuierlich aus, wie sein lyrisches Talent. Das führte dazu, dass er in den 90er Jahren einige bedeutende Freestylebattles gewinnen konnte, wie den „Superbowl MC Battle“ in Boston oder den „Scribble Jam“ im Jahre 2000.
Ein Jahr zuvor hatte Sage mit seinem Buddy und Produzenten Joe Beats seine erste Single auf den Markt gebracht, unter dem Pseudonym „Non Prophets“. Auch ohne ernsthafte Promotion konnten die beiden ein paar 1000 Stück unter das Volk bringen. Ein beachtlicher Erfolg.Sage, der nicht nur die MC-Schule besucht hat, sondern auch Abschlüsse in Kommunikationswissenschaft und Journalismus vorweisen kann, baute sich mit seinen ersten Soloalben, wie auch mit der Veröffentlichung eines Non-Prophet Album, eine feste Fanbase auf. Sein Stil hat sich im Laufe der Jahre geändert. Waren seine anfänglichen Werke noch stark Battlereim beeinflusst, ist Sage seit seinem ersten Release auf Anticon 2002, „Enter Personal Journals“ eher in die Spoken Word Rap Richtung abgeschweift.
Seine Lyrics wurden persönlicher, verzweigter, methaphernreicher und politischer. Und das bringt uns auch direkt zu seinem neusten Werk „A Healthy Distrust“. Wie der Name schon andeutet, ist dieses gesunde Misstrauen natürlich direkt auf die Politik in den USA gerichtet und hier insbesondere auf G.W.B., wenn ihr wisst wen ich meine. Aber Sage Francis wäre nicht so weit gekommen, wenn er seine Musik voll und ganz in den Dienst der politischen Diskurse stellen würde. Dazu ist er zuviel Musiker.
Das Album ist sehr ausgereift, musikalisch und textlich. Auf den 15 Tracks lernt man Sage von verschiedenen Seiten kennen. Politische Anklagen finden sich z.B. auf „The Buzz Kill“ oder „Slow Down Ghandhi“, der ersten Single des Albums, wo es um die Wiederwahl geht, um den ungerechten, verherrlichten Krieg und um die, seiner Meinung nach, nicht sonderlich sinnvolle „Vote“ Kampagne diverser Rapstars. Hier ein Zitat von Sage: „There was a song called „Arrest the President”. Contemporary music. A hit with the kids. It was a top ten. I wasn´t pop then so I missed the bus a bit. But politics was on everybody’s hot-this-summer list. The cool kids were all rocking votes. I shit you not. But I was pistol whipping Cops for HipHop.”
Sehr poetisch wird Sage auf Songs wie “Agony In Her Body” oder “Sun vs Moon”, ein imaginärer Zweikampf zwischen der Sonne und dem Mond, aber auch zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und dem Teufel. Seine Texte sind nicht immer einfach zu verstehen, weil man außer der reinen Übersetzung auch zwischen den Zeilen lesen sollte. Aber glücklicherweise hat Sage auch daran gedacht und alle Texte im Booklet abgedruckt. Es lohnt sich auch wirklich, sich mal damit auseinander zu setzen.
Das Label „Epitaph“, wo sein neustes Album veröffentlicht wird, ist eher in Sachen Punkrock bekannt geworden, bis sie mit Atmosphere und eben Sage Francis auch zwei Rap-Acts unter ihre Fittiche nahmen. Das haben sie sicherlich ziemlich bewusst getan und haben mit Atmosphere und Sage zwei Künstler, die ebensoviel Wert auf ihre Musik legen, wie auf die Texte. „A Healthy Distrust“ kann auch wunderbar gehört werden, ohne dass man sich in die lyrischen Parallelwelten begibt. Dafür haben Produzenten wie Dangermouse, Controller7, Alias, Sixtoo, Daddy Kev und natürlich auch sein alter Kumpan Joe Beats gesorgt. Immer passend zur Aussage des Songs, gibt es von aggressiv und roh bis hin zu melodisch verträumt viele musikalische Facetten vereint auf einem großartigen Album: „A Healthy Distrust“. Ich hoffe ihr vertraut mir in diesem Fall!




