Life before his death
Al Sharpton´s Kreuzzug geht weiter
Am Dienstag (7. August) hat Reverend Al Sharpton sein Versprechen wahr gemacht und einen USA-überspannenden Protest gegen Hip Hop Musik angeleitet, die das „N“-Wort und andere erniedrigende Begriffe benutzt. Das ganze nannte sich “Day of Outrage” und fand unter anderem in New York, Los Angeles, Detroit, Chicago und Houston statt. Sharpton vertritt Folgende Ansicht „Jedes Plattenlabel hat Leute, die die Texte daraufhin überprüfen, ob sie zu sehr gegen die Polizei, oder Homosexuelle, oder Juden gehen. Warum prüfen sie das also nicht auch bei schwarzen Frauen?“. Der Reverend stellte damit die Motive der Plattenfirmen in Frage, überhaupt Platten zu veröffentlichen. In einem Interview mit der Associated Press geht er gegen seine Konkurrenz vor. „Hier geht es um Viacom, Time Warner, Vivendi. Unsere Gegner haben versucht, die Redefreiheit als Argument einzubringen, aber man kann Redefreiheit nicht gegen den Willen und das Interesse der Leute wenden.“
The Krakan – Dawn Of The Krakan
Wer ist The Krakan? Angeblich ranken schon länger verschiedene Rätsel um seine genaue Herkunft und auch mir war der MC völlig unbekannt, bis sein Debütalbum vor mir lag und mein Interesse weckte. Rein optisch könnte Krakan ein entferntes Mitglied des Wu Tang Clan sein. Auf dem Cover ist er mit langem schwarzem Bart und schwarzer Kutte zu sehen, die er tief in die Augen zieht, so ist direkt erst mal nicht klar mit wem man es hier zu tun hat. Der erste Satz im Pressetext des Albums laute „What would happen if Genghis Khan became a student of Buddha and then decided to rap?“ Soviel ist inzwischen klar, The Krakan ist in New York angekommen und hat seine Liebe zur Musik, und dabei speziell Hip Hop jetzt in seinem ersten Album „Dawn of The Krakan” manifestiert. Auch wenn sein Rapstil und seine Stimme meisten mit DMX verglichen werden, nennt er selbst Method Man als seinen größten Einfluss. Der an dem Tag als er das erste Mal dessen Song „Bring Da Pain“ hörte, war für Krakan klar, dass er auch professionell Rap machen wollte. Mit dieser Verbindung von DMX und Method Man, Aggression und lyrischer Finnesse nähern wir uns etwas dem im Pressetext gezeichneten Bild. Und mit der Zugehörigkeit von Meth zum Wu Tang Clan lang mein erster optischer Eindruck ja auch nicht ganz falsch. Bemerkenswert an „Dawn Of The Krakan“ ist, dass sowohl alle Raps von Krakan stammen, also keine Features geholt wurden, um das Album zu pushen, Krakan außerdem die komplette Produktion übernommen hat und als Exectutive Producer des Albums tätig war. Aber jetzt zum Inhalt.
„Sentient“, der erste Track nach dem Intro lässt verstehen, wie man auf den Vergleich mit DMX kommen kann. Die Stimme Krakan´s und sein Rap-Gesang in der Hook hätte auch vom Dogman kommen können. Bei „Black Hack Down“ werden die asiatischen Einflüsse im Beat deutlicher und Krakan legt sich auch am Mic noch deutlich mehr ins Zeug. Beim hymnischen „Last Upheaval“ geht es erst noch ruhiger zu und Krakan kann seine Stimme über den beschwörenden Beat voll entfalten, der Chorus mit Trompeten, Hall und allem was dazu gehört ist mir dann aber doch etwas zu viel. Mein Favorit unter den 16 Stücken von „The Dawn Of The Krakan“ ist das auf Nummer Acht platzierte „Learn“. Zunächst hatte ich meine Zweifel an dem Song, da der MC seine raue und aggressive Stimme etwas zurücknimmt, um sie dem Track anzupassen – ist mir doch gerade seine Stimme sehr sympathisch. „Learn“ wird von einer auf Streichern aufbauenden Melodie getragen und hält in der Hook ein zusätzliches Gesangssample bereit, in der auch The Krakan wieder zu seinem gewohnten Tonfall findet. Die Kombination der einzelnen Elemente gibt dem Stück etwas meditatives, das mich relativ schnell in seinen Bann gezogen hat. „Lucid Dream“ ist der experimentellste und vielleicht mutigste Track des Albums. Während die einzelnen Strophen von einem breakbeatartigen Instrumental getragen werden, zu dem Krakan auch wieder Feuer spuckt, geht es im Chorus sehr ruhig und melodiös zu, Krakan singt, während der Beat kräftig weiter pumpt. Das ganze kam etwas unerwartet, gefällt mir aber sehr gut. Leider ist „Lucid Dream“ aber auch eine Art Wendepunkt in „Dawn Of The Krakan“, da sich ab hier einige schwächere Stücke eingeschlichen haben. Besonders die Stücke „My Living Hell“ und “Grown Indeed” hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen und trüben den bis dahin doch sehr positiven Gesamteindruck des Albums. Nachdem Krakan das Album mit „Epilogue 1 (Done My Way)“ eigentlich schon abgeschlossen hat, gibt´s mit „Heed“ noch mal kräftig auf die Fresse. Es wird endlich geklärt worum es hier geht, „This is not Gansta-Rap, this is not backpack-rap, this is not conscious rap, this is cataclysmic-rap…”. Harter schneller Beat zusammen mit Krakan´s aggressivem Flow macht zum Ende des Albums neugierig auf mehr.
Um auf die eingangs gestellte Frage zurück zu kommen, wer The Krakan tatsächlich ist weiß ich auch nach diesem 16 Track starken Album noch nicht wirklich. Vielleicht erschließt sich das auf dem nächsten Album „Age Of The Krakan“, das er hier schon ankündigt. Auch wenn ich finde, dass das "Dawn Of The Krakan" noch etwas unausgereift ist und es vielleicht etwas früh ist, The Krakan schon als "Rap Overlord" zu bezeichnen, sollte man ihn auf jeden Fall im Auge behalten. Alle Freunde von New Yorker Underground Musik, oder generell Underground Rap sollten der Scheibe mal eine Chance geben.
Momentan – Finderlohn
Die vier Mann starke Hip Hop Combo Momentan aus Köln besteht aus den beiden DJs Dirty Diggler und Buttafinga, sowie den Mcs Michael Mic und J.R.. Die vier können mit vielem von dem, was heute im Rap passiert nichts anfangen. Für sie gilt immer noch der durch Curse bekannt gemachte Spruch „Rap ist Soul Musik“. Der Sound der Gruppe bewegt sich zwischen Soulsamples aus den ´70er Jahren und Hip Hop aus der „Golden Era“, das Ganze wird dann zu einem zeitgemäßen Gesamtbild zusammengefügt. Die Gästeliste auf „Finderlohn“ ist kurz aber äußerst hochwertig. Vertreten sind Rakaa Iriescience von den Dilated Peoples, El da Sensei, der vor allem durch seine frühere Crew The Artifacts bei einigen bekannt sein müsste, sowie der Newcomer Summsemann.
In „Trash-Talk“ rechnen Michael Mic und J.R. auf äußerst unterhaltsame Weise mit allen Leuten ab, die sich mit hohlem Geschwätz im Game bekannt machen wollen. Hier wird nicht hart gebattlet und niemand beleidigt, den Jungs geht es um Humor. Auf „Going Back“ vollbringen die beiden eine erneute textliche Meisterleistung und führen den Hörer über einen relaxten Beat durch eine gemeinsame Geschichtsstunde, in der alle Höhen und Tiefen ihres Lebens Erwähnung finden. Der Song „Dreckige Butter“ muss besonders hervorgehoben werden, da hier nicht die beiden Mcs im Vordergrund stehen, sondern die beiden anderen Crew-Mitglieder ihren Platz im Rampenlicht bekommen. Im Intro des Songs heißt es „Alle rappen über´s Rappen, wir rappen über´s Djing…“ , der Song ist dann eine hemmungslose Lobeshymne auf die beiden DJs der Gruppe. Durch „Dreckige Butter“ fällt dann ein Element auf, das auch bei späteren Tracks immer wieder deutlich wird. Die beiden DJs sind hier keineswegs nur Samplelieferanten und Begleiterscheinungen neben den Mcs. Durch herausragendende Sampleauswahl und passgenaue Cuts und Scratches könnten Buttafinga und Dirty Diggler zumindest über einige Tracks auch als Hauptakteure fungieren. „Kampfstern Raptallica“ ist meiner Meinung nach einer der unnötigsten Tracks auf „Finderlohn“. Rap – Rock Crossover hab ich bis heute schon genug gehört und leider funktionieren sie nur viel zu selten. Auch hier will der Funke irgendwie nicht richtig überspringen, auch wenn im Ansatz vielleicht noch alles stimmt. Auf „Wortwechsel“ passiert tatsächlich genau das. Die generell gut aufgelegten Mcs und zwei DJs in Topform ergänzen sich gegenseitig, um im Wortwechsel die Verses zu bilden. Sehr unterhaltsame Idee und interessant, wo die DJs ihre Samples herholen. Mein persönlicher Favorit ist „Spießer 2007“, diesmal sind wieder die Mcs für die Auswahl verantwortlich. Auf Michael Mics Solotrack enthüllt dieser die in Deutschland immer noch weitverbreitete Haltung gegenüber Hip Hop und deckt auf, inzwischen schon gewohnt humorhaltige Weise, noch andere Klischees des heimatlichen Bürgertums auf. Das leicht melancholische Instrumental lässt ihm dabei auch genug Platz, um in die Vollen zu gehen. Ein weiter Song muss hier für die Idee noch erwähnt werden. „Giselle Bündchen a.k.a. meine graue Maus“ ist nicht etwa ein Liebeslied, wie es auf den ersten Eindruck wirkt. Der Song ist tatsächlich eine Hommage an die graue Lieblingsjogginghose von Rapper J.R.. Einen Track vor dem Outro kommt mit „U and Me“ dann doch ein richtiges Liebeslied. Schöner Song, der mir gut gefällt und das im Großen und Ganzen runde Album zu einem würdigen Abschluss bringt.
Entgegen zu dem einleitenden Curse Zitat geht es auf „Finderlohn“ nicht darum irgendjemand zu lehren. Entertainment ist das Hauptprogramm, was jedoch auf keinen Fall bedeutet dass hier inhaltsloser Partyrap geboten wird.
Als direkten Vergleich bietet sich Blumentopf an, auch wenn ich Momentan zumindest jetzt noch nicht auf eine Ebene mit den Münchnern stellen möchte. „Finderlohn“ ist konstant gut gelungen, sieht man von wenigen Ausfällen wie „Kampfstern Raptallica“ ab. Es fehlen aber die richtig großen Nummern, um das Album herausragend zu machen.
Big Bud (Sha-Karl, Plaetter PI, Michael Mic) – Untergrund Chartshow
‚Untergrund Chartshow‚ heisst das neueste Werk des Berliner Labels Big Bud und dessen Rappern Michael Mic, Plaetter Pi und Sha-Karl. Protzige Titel in Verbindung mit prolligem Inhalt und klassischem Themen wie Battle, Sex und Geld sind bei Big Bud schon länger Konzept und das geht auch hier auf. Michael Mic liefert einen Großteil der, wie gewohnt, ziemlich pompösen Beats. Auch die Gäste sind auf Big Bud Produktionen altbekannt oder zumindest wenig überraschend: She-Raw und Vokalmatador, Vork, Blood Spencore, Nate Gott und Euro8000 (KIZ). Durchgehend wird auch auf ältere Releases angespielt, ein aufmerksamer Hörer wird immer wieder Parallelen finden. ‚Untergrund Chartshow‚ ist natürlich trotzdem gefüllt mit neuen bitterbösen Punchlines, kreativen Vergleichen und witzigen Wortspielen.
Das ‚Intro‚ als Intro zu bezeichnen ist definitiv ein Understatement. In exakt 4:00 Minuten wird schonmal gespittet was das Zeug hält. Nahtlos geht es weiter zu ‚F.N.M.D.D.‘ und einer ziemlich eingängigen "Keiner fickt mit uns, yeah" Hook. ‚Respekt oder Geld‚ wird von Vokalmatador dominiert, während auf ‚Pump weiter‚ vor allem Sha-Karl glänzt. Es geht sauber aber belanglos weiter, bis man zum ersten echten Highlight ‚Ausm Weg‚ feat Vork kommt: laut aufdrehen und auch ‚Mach Party – Mein Paradies‚ mit She-Raw durchfeiern, auch wenn dieser Track im zweiten Teil etwas besinnlicher wird. Natürlich werden auch auf ‚Untergrund Chartshow‚ wieder Vergangenheit und alte Freunde aufgearbeitet, denn die ‚Zeiten ändern sich‚. Nocheinmal ganz anders klingt dann ‚Megaflows‚ dessen sehr ohrwurmtauglicher Beat von SWED ist. Ein letztes Highlight ist ‚Gummipuppe‚ mit Euro8000.
"Ich brauche kein Abi, ich habe studiert wie man mit einem Part ganze Crews demoliert, ich bin so routiniert und so professionell, dass sich Profis wie Leon unter mich stellen" ist nur ein Beispiel der kreativen Lines aus ‚Finito‚ mit Blood Spencore.
Die Jungs von Big Bud wissen, was sie tun. Auf den insgesamt 15 Tracks bleibt alles beim Alten, ein sauberes, rundes Album mit einigen Highlights, vielen guten Tracks und wenig Mittelmaß. Einziger Wehmutstropfen: Irgendwie wird das alles langsam auch etwas eintönig. Qualitativ ist Untergrund Chartshow zwar eine Weiterentwicklung, aber trotzdem nicht der ganz große Coup.
Common an der Spitze der Charts
Entgegen den aktuellen musikalischen Trends platziert sich der Chicagoer Rapper Common mit seinem inzwischen siebten Album "Finding Forever" auf Platz Eins der amerikanischen Billboard Charts. Das Album erscheint über Kanye West’s G.O.O.D. Music und verkaufte schon in der ersten Woche 155,329 Einheiten. Sicher nicht ganz unbeteiligt waren die beiden Singles “The People” und “The Game,” die schon im Vorfeld veröffentlicht wurden. Common über sein Album: "I always wanted to be that voice for all people…I rap from a truthful place.” Neben seiner Arbeit als Musiker und Schauspieler arbeitet Common zur Zeit an seinem dritten Buch, das den Titel “ M.E. (Mixed Emotions)“ tragen wird.
Kanye vs. Fiddy
Es ist schon erstaunlich, wie viel Diskussion es hervorrufen kann, wenn zwei Superstars ihre Alben am gleichen Tag veröffentlichen. Dies ist der Fall bei Kanye West und 50 Cent, die beide am 11. September ihr jeweils drittes Album „Graduation“, bzw. „Curtis“ veröffentlichen. In einer Fernsehsendung am letzten Freitag wurde 50 Cent die Frage gestellt, ob er bei einer Fernsehdebatte gegen Kanye, wie man sie von Präsidenten- oder Kanzlerwahlen gewohnt ist, mitmachen würde. Er nahm die Herausforderung spontan an, doch er sagte schon: „Kanye wird nicht mitmachen wollen.“ Das hat dieser nun auch bestätigt und nannte die Idee „die dümmste Sache“. „Ich habe kein Beef mit irgendjemandem. Worüber sollen wir debattieren? Ich werde ins Studio gehen und Musik machen“. Man solle sich auf gute Musik von zwei guten Künstlern freuen. Doch währenddessen gehen die Spekulationen um die Verkaufszahlen weiter. Auf der Glücksspielseite bodog.com kann man sogar wetten, welches Album in der ersten Woche mehr verkauft. Für diejenigen, die da mitmachen wollen, und alle anderen Interessierten gibt es hier beide Tracklists:
1. Good Morning
2. Homecoming ft. Coldplay’s Chris Martin
3. Stronger
4. Champion
5. Good Life ft. T-Pain
6. I Wonder
7. Even More Broke Phi Broke (Skit)
8. Can’t Tell Me Nothing
9. Drunk & Hot Girls ft. Mos Def
10. Everything I Am ft. DJ Premier
11.Good Night ft. Mos Def & Al Be
12. Big Brother
13. Graduation (Skit)
14. The Glory
15. CRS ft. Lupe Fiasco & Pharrell [Pre-order only on iTunes]
50 Cent – "Curtis":
1. Intro
2. My Gun Go Off
3. Man Down
4. Still Will Kill ft. Akon
5. I Get Money
6. Bring Em In
7. Ayo Technology ft. Justin Timberlake
8. Follow My Lead ft. Robin Thicke
9. Movin’ On Up
10. Straight to The Bank
11. Fully Loaded Clip
12. Amusement Park
13. Peep Show ft. Eminem
14. Fire
15. All of Me ft. Mary J. Blige
16. 187
17. Smile (I Am Leaving) [Pre-order only on iTune])
Blacksmith TV
Über seinen eigenen Channel bei dem Internet-Videoportal YouTube hat Talib Kweli jetzt „Blacksmith TV“ gestartet. Einen Trailer, der zeigt, was einen in Zukunft erwarten wird gibt es hier zu sehen. Die Kameras von „Blacksmith TV“ begleiten Kweli zum Einen bei seinem Alltag in Brooklyn, sollen zum Anderen aber auch einen Vorgeschmack seines neuen Albums „Eardrum“ geben, dass Ende August erscheint. Auf seinem Weg durch New York begegnet Kweli M1 von dead prez und Freestyle-Legende Supernatural. Ein Statement, dass er in dem kurzen Clip abgibt, dürfte für die Fans besonders wichtig sein. "Before Blacksmith TV is over, I’m going to get Mos Def on camera saying `We’re doing the Blackstar album`."




